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Avo Pärt - mit wem zu vergleichen?

Erstellt von djrene, 05.01.2005, 16:40 Uhr · 4 Antworten · 685 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von djrene

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    Mit wem ist den der Klassik-Komponist Avo Pärt zu vergleichen? Grieg etwa? Meine Freundin hat von dem gesprochen, nur leider habe ich noch nie was von dem gehört. Der Name spricht aber für was baltisches oder skandinavisches

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Hab folgendes gefunden:

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    Arvo Pärt: zwei beter

    Der 1935 geborene estnische Komponist Avo Pärt gilt als stilistischer Einzelgänger der Neuen Musik. Das für Komponisten ganz anderer Couleur verwendete Etikett Neue Einfachheit würde für ihn zutreffen. Pärt, der im damals noch sowjetrussischen Estland unerwünscht war und seit 1981 in Berlin lebt, schreibt nach zwölftönigen und avantgardistischen Anfängen und einer anschließenden mehrjährigen Besinnungspause seit 1976 in einer Art strengem Stil, den er selbst "Tintinabuli-Stil" ("Glöckchen-Stil") nennt. Dieser entwickelte sich zu einer Art Markenzeichen dieses so extrem personalstil-gebundenen Komponisten. Reine Dreiklänge und Tonskalen, die miteinander collagiert werden, wie es bei durcheinandertönenden Glocken der Fall ist, bilden den charakteristisch archaisch, oft geradezu meditativ wirkenden Klang.

    In seiner für den MädchenChor Hannover entstandenen Komposition zwei beter aus dem Jahr 1998 vertont Arvo Pärt das neutestamentarische Gleichnis von Zöllner und Pharisäer (Lukas 18, Vers 9 -14). Innerhalb dieses kurzen Chorstückes gelingt es Pärt, mit einfachen Mitteln die unterschiedlichen Inhaltsebenen der Gleichniserzählung szenisch herauszuarbeiten. So wird nach der erzählerisch zu singenden Einleitung die eigentliche Gleichnisgeschichte einstimmig-rezitativisch von den tiefen Frauenstimmen vorgetragen. Pärt zeichnet den Gegensatz zwischen Pharisäer und Zöllner äußerst plastisch. Während sich der hochmütige Pharisäer theatralisch in großen Tonsprüngen ergeht, wird die Demutshaltung des Zöllners in engsten Intervallschritten nachgezeichnet und auch dynamisch äußerst zurückgenommen. Die eigentliche "Moral" des Gleichnisses: "Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden" wird schließlich in einem breiten, rhythmisch ruhigen Akkordsatz vorgetragen. Charakteristisch ist dabei die ständige, beharrliche Rückkehr in den Zentralton "cis", manchmal ergänzt zur leeren Quinte, die sich erst am Schluss zum strahlenden Dur-Klang weitet.
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    Ich hoffe, das hilft weiter

  4. #3
    Benutzerbild von djrene

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    Na zumindest weiß ich, daß ich a) mit Baltikum recht hatte und daß es mir b) vermutlich nicht gefallen wird (Zwölftonmusik *schauder*).

  5. #4
    Benutzerbild von Raccoon

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    Soweit ich weiß, lebt(e) Pärt übrigens in Berlin.

    Seine auf den ersten Blick (erstes Hören) kirchlich anmutende Musik ist für Freunde von minimalistischen Sachen und Sphären (Philip Glass, Steve Reich...) vielleicht jemand, in dessen Werke man mal reinhören sollte. "Fratres" und "Cantus in Memoriam Benjamin Britten" sowie "Arbos" finde ich noch immer sehr schön und auch meditativ.

    Gruß, Raccoon

  6. #5
    Benutzerbild von djrene

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    Habe jetzt die CD "Tabula Rasa" und muß sagen, das ist wunderbare Entspannungsmusik, vielleicht auch mal für eher melancholische Stunden geeignet. Zudem mit einem enorm hohen "Kuschelfaktor" versehen