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Bands/Sänger, die ihrem Stil (nicht) treu geblieben sind

Erstellt von Babooshka, 21.01.2004, 13:40 Uhr · 5 Antworten · 889 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Babooshka

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    Die Idee kam mir gerade im anderen Thread.

    Es gibt ja heute noch einige Bands und Sänger/innen, die schon in den 80-ern und manchmal auch weit davor bekannt waren und heute immer noch aktiv sind oder es bis vor kurzem waren. Oft hören sie sich heute ganz anders an, manchmal aber sind sie noch genauso wie damals (oder fast).

    Spontan fallen mir da Pink Floyd ein. Man hat zwar jetzt seit 10 Jahren auch nichts Neues mehr gehört, aber dennoch ist es eine Band, die sich aus den 70-ern bis in die 90-er gerettet hatte. Zu Anfang waren sie sehr progressiv, machten "Kiffermusik" (die auch ohne Drogen ganz schön reinhauen kann). Dann kamen die 80-er und mit ihnen "Another Brick in the Wall", was sich schon ein bisschen anders anhörte als das davor. Aber nicht völlig anders. Ende der 80-er dann ein weiteres Album (ich glaube, dazwischen gab's noch "The Final Cut", oder habe ich das zeitlich falsch eingeordnet?) und das nächste dann 1994. Ich bin sehr misstrauisch bei Musikern, die sich über so lange Zeit halten - die neueren Pink Floyd-Alben mag ich jedoch alle, weil die Band ihrem Stil im Großen und Ganzen treu geblieben ist, auch wenn sie nicht mehr ganz so progressiv daherkommt wie damals. Rockmusik für Erwachsene halt!

    Nicht ganz so positiv verhält es sich mit Genesis. Die waren in den 70-ern ebenfalls höchst progressiv. Pünktlich zu Beginn der 80-er wurden sie dann etwas kommerzieller. Bestens im Ohr sind mir "Turn it on again", "Abacab" und "Mama". Nicht mehr so wie früher, aber dennoch gut! Leider, ab "Mama" glitten Genesis total auf die kommerzielle Tralala-Schiene ab. Von früherer Progressivität kein Fitzelchen mehr, nur noch Mainstream-Pop.

    Jean-Michel Jarre kam Mitte der 70-er auf und schaffte es mit seinen sphärischen Klängen bis in die Charts. Das war neu, das war elektronisch; elektronisch kannte man schon von Kraftwerk, aber JM Jarre war anders. Die Alben Oxygene und Equinoxe sind sich sehr ähnlich und könnten gut als Doppelalbum durchgehen. Danach machte JM Jarre so weiter, aber dennoch war der Sound kreativ und immer neu. Mitte der 80-er kam dann "Zoolook" raus, auf dem sich fast schon tanzbare Stücke befanden, bei dem JM Jarre sich aber immer noch treu geblieben war. Ab da ging es leider bergab mit ihm, denn die nachfolgenden Alben wurden immer langweiliger, lediglich einige wenige Stücke ragen heraus. Erst die Fortsetzung von Oxygene war eine Art Rückkehr zu den Wurzeln. Danach hat man nichts mehr von JM Jarre gehört.

    Simply Red machten in den 80-ern gute, anspruchsvolle Popmusik, die im Ohr hängenblieb. In den 90-ern gab es dann eine Phase des kommerziellen Tralalas, in der sie nur noch Seichtes produzierten, aber dann wurden sie gottseidank wieder fast die Alten.

    (sind natürlich nur meine unmaßgeblichen Meinungen zu den Bands )

    Wer fällt euch so zu diesem Thema ein?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von cater78

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    Ihrem Stil wirklich SEHR treu geblieben ist Enya. Immer wieder schön...

  4. #3
    Benutzerbild von Veja

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    Roxette
    Bis 93 sind sie ihrem Stil, mit denen sie Ende der 80er berühmt wurden, treu geblieben, aber 94 mit "Crash Boom Bang" fing es an, anders zu werden, und diese Tendenz wurde dann von Album zu Album stärker. Und während ich mit "Crash Boom Bang" noch gut zurecht kam, gefielen mir die Alben danach leider nicht mehr so recht.

    Pet Shop Boys
    Auch hier kann man eigentlich sagen, bis 93 ("Go west", "Can you forgive her") der alte Stil, zwar etwas moderner als in den 80ern, aber wirklich etwas verändert hatte sich nicht. Aber die Alben danach gingen dann in eine andere Richtung... gar nicht mein Fall war das Album mit "New York City Boy", das im letzten Jahr war dann wieder ganz anders, irgendwie etwas melancholisch. Auch ganz anders als in den 80ern, aber das gefiel mir dann eigentlich ganz gut.

    A-HA
    Sie wurden in den 90ern wesentlich rockiger als auf den Alben zuvor, besonders auf dem Album "Memorial beach" zu hören. Dennoch mochte ich auch ihre 90er-Alben sehr gerne, da darauf einige Perlen wie "Locust", "Dark is the night", "Angel in the snow" oder "Memorial beach" zu finden waren. Bei ihrem Comeback klangen sie dann wieder etwas mehr wie früher.

    Bee Gees
    Eine Gruppe, die es geschafft hat, in 4 Jahrzehnten mit Riesenhits in den Charts vertreten zu sein... und immer klangen sie anders. Angefangen mit einem Stil ähnlich der ruhigeren Beatles-Songs in den 60ern über typischen Disco-Sound in den 70ern bis zu gelungenem Radio-Pop in den 80ern und 90ern. Wobei die Sprünge 60er -> 70er und 70er -> 80er deutlich stärker waren als die Unterschiede zwischen den Alben aus den 80ern und den aus den 90ern.

    Rick Astley
    Für mich so ziemlich das einzige Beispiel eines Musikers, der in den 90ern besser als in den 80ern war. In den 80ern halt der typische SAW-Pop, aber dann kam in den 90ern ein Album, auf dem u.a. der Song "Cry for help" war... und das deutlich eigenständiger und anspruchsvoller als die vorherigen Werke. Danach verschwand er aber leider in der Versenkung und sein Comeback-Album war so gar nicht mein Fall.

    Rod Stewart
    Hat auch in den 90ern seinen Stil weiterverfolgt und anfangs noch große Hits wie "Rhythm of my heart" gehabt... dann wurde es ruhiger um ihn und inzwischen sind eigentlich nur noch Alben, auf denen er seine Lieblingssongs, mal besser, mal schlechter, covert, erschienen. So richtig kann ich mit seiner Musik seit 1996 jedenfalls nichts mehr anfangen.

    Whitney Houston
    Auch sie blieb ihrem alten Stil eine Zeit lang treu und hatte in den 90ern mit "I will always love you" noch mal eine richtige Traum-Ballade abgeliefert... gegen Ende der 90er änderte sich ihr Stil allerdings deutlich weg vom Pop in Richtung Black und damit verschwand auch der Ohrwurm-Faktor...

    U2
    Sowohl in den 80ern als auch in den 90ern sehr erfolgreich, aber gegen Ende der 90er mit deutlich anderem Stil... der Bruch kam spätestens mit dem Album, auf dem "Discotheque" drauf war... seit diesem Album gefällt mir die Musik der Gruppe nicht mehr.

    Depeche Mode
    Bei ihnen hat sich wirklich einiges geändert.
    Anfang der 90er noch der typische 80er-Stil, aber dann kam "Songs of Faith & Devotion", das dann irgendwie ganz anders klang... aber trotzdem noch richtig gut (nach meinem Geschmack). Uninteressant für mich wurde die Gruppe dann aber mit dem harten und unterkühltem Album "Ultra", das war nicht mehr meine Musik... und auch das letzte Album änderte nichts mehr daran, daß sich die Gruppe für meinen Geschmack zu sehr von ihren Wurzeln entfernt hatte.

    Michael Jackson
    1992 merkte man an seinem Sound, daß die 80er vorbei waren. Deutlich moderner und teilweise leider auch unmelodischer klang sein Album "Dangerous", nur wenige Songs wie "Heal the world" erinnerten an alte Zeiten. "History" ging diesen Schritt dann konsequent weiter und danach kam auch nichts bedeutsames mehr für den ehemaligen King of Pop...

    und zu guter letzt noch
    Madonna
    Bei ihr kam schon 1990 mit "Vogue" der radikale Schnitt... sicherlich gewöhnungsbedürftig... schlimmer wurde es dann aber mit "Erotica" und "Bedtime stories", umso besser dann aber der nächste Bruch mit dem Album "Ray of light", mit dem sie für mich fast schon in "höhere Sphären" aufgestiegen ist. Die Nachfolgealben waren dann allerdings noch moderner und für mich teilweise zu unmelodisch.

  5. #4
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    @Genesis: Mit ihrem letzten (1997er) Album und neuen Sänger ging es endgültig bergab. Das Album konnte mich nicht mehr überzeugen, während ich deren 80er-Pop (die späten 70er bis frühen 90er zähle ich noch dazu, also von "Follow You Follow Me" bis "Jesus He Knows Me") noch gut finde - aber auch das kann ich persönlich nicht so oft anhören wie ihre 70er-Sachen.

    Ähnlich verhielt es sich mit Supertramp. Das 1997er-Album fand ich mehr als flach - und einen Abwärtstrend stellte ich schon ab Mitte der 80er fest, als Roger Hodgson die Band verließ.

    Auch Marillion ohne Fish bekamen einen ganz anderen Stil. Und auch da ging es in den 90ern nach meinem Geschmack abwärts, die Melodien gingen nicht mehr so ins Ohr, im Gegensatz zu den ersten Sachen ohne Fish, welche teilweise noch melodiöser waren (Easter, No One Can).

    Mike Oldfield, mein Lieblingskünstler, und sicher hat kaum jemand den Stil so oft gewechselt wie er. In den 70ern auch eher progressiv und überwiegend instrumental, während er in den 80ern erfolgreiche und "radiotaugliche" Pop-Stücke machte (mit fremden Sängern). Ab den 90ern wurde es wieder instrumental, und seine neue Musik gefällt mir zwar immer noch gut, aber der Synthesizer hat einen etwas zu hohen Stellenwert bekommen.

    Depeche Mode: so "ohrenfreundlich" war für mich deren Musik ab 1993 nicht mehr, nachdem ihr 1990er "Violator" noch mal ein Album im 80er-Stil war.

    Schwermütiger als in den 80ern finde ich auch die späteren Werke der Simple Minds und The Cure.

    Erasure hätten vielleicht besser nach "Wild" aufhören sollen, da gefiel mir die Musik noch gut, in den 90ern fand ich die Alben nur schnell "hingeklatscht", zu kommerziell, und ihr "Cowboy"-Album floppte auch...

    Die gute Zeit von Yello war für mich nach dem "Baby"-Album zu Ende, und es kam immer mehr Techno ins Spiel...

    R.E.M. fand ich in den 80ern teilweise besser als in den 90ern (Document), allerdings hatten sie den Durchbruch hier noch nicht. Ihr "Out Of Time" und "Automatic For The People" fand ich auch gut bis sehr gut, "Monster" erstmals schwächer, "New Adventures In HiFi" wieder richtig gut, und alle CDs danach habe ich wieder verkauft, da mir auch nach 10x Hören kaum ein Lied ins Ohr ging.

  6. #5
    Benutzerbild von bamalama

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    mir fällt bei diesem thema sofort KYLIE MINOGUE ein. nach den 3 PLASTIKPOP-alben kylie minogue / enjoy yourself / rhythm of love (1988 - 1990) hat sie versucht ihren stil zu ändern. ihr 4. und letztes PWL-album let´s get to it (1991) mit etwas anspruchsvolleren nummern ist dann auch gefloppt.
    man hatte sie schon abgeschrieben, als sie 1994 mit ihrem gleichnamigen album auf den markt kam. dieses DANCE-album brachte auch nicht den gewünschten erfolg, ebensowenig wie ihr 1997er "INDIE"-album impossible princess.
    erst ihre beiden RETRO-alben light years (2000) und fever waren wieder sehr erfolgreich. umso erstaunlicher ist es, dass sie 2003 nicht auf nummer sicher gegangen ist, sondern ein ELECTRO-album namens body language auf den markt brachte, welches von den meisten fans jedoch nicht akzeptiert wurde.

  7. #6
    Benutzerbild von waschbaer

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    Alphaville

    Ich finde, Marian und seine Jungs aus Münster sind ihrem Stil echt immer recht treu geblieben. Songs wie Fools, Monkey in the moon oder auch Apollo hätten auch aus den 80ern sein können.

    Wolfsheim

    Ich finde auch, dass Peter Heppner seinem Stil echt treu blieb. Ob ich jetzt eine ältere Nummer wie The sparrows and the nitingales oder von mir aus eine Nummer aus dem letzten Album Everyone who casts a shadow nehme. Die klanglichen Ähnlichkeiten kann jeder Laie raushören.


    Mal ein Beispiel für jemanden, der einen radikalen Stilwandel durchgemacht hat.

    Joachim Witt

    Quasi vom Goldenen Reiter zum Apokalyptischen Reiter à la "Die Flut. Zwischen diesen Nummern liegen einfach Welten, wobei ich sagen muss, dass mir beide auf ihre je eigene Weise gefallen.

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