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Bundesvision Song Contest

Erstellt von RayChance, 11.02.2007, 19:15 Uhr · 42 Antworten · 3.744 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    "Leider"? Ich würde dieses Wort eher durch ein "Gott sei Dank" ersetzen. Gibt doch kaum was Peinlicheres als Popkünstler, die sich einbilden, mit ihren Texten die Welt verändern zu können. Oder um's mit den Worten von Ingolf Lück zu sagen: "Wenn ich wissen will, was in der Welt los ist, lese ich die entsprechenden Zeitschriften. Dazu brauche ich nicht U2."
    Ich bin mal so frei das aus Wikipedia zu kopieren:

    Neben diversen Auszeichnungen als Bandmitglied der Gruppe U2 erhielt Bono für sein politisches und soziales Engagement folgende Anerkennungen:Bono ist bisher der einzige Mensch, der für den Oscar, den Grammy, den Golden Globe und den Friedensnobelpreis nominiert war.
    Anfang 2007 soll er zum britischen Ehrenritter geschlagen werden. Den Titel "Sir" bekommt Bono als Nicht-Brite jedoch nicht.

    Ich glaube das jetzt nicht, dass Du Dich nun schon auf Ingolf Lück als prominenten "Meinungspaten" ("Die 100 peinlichsten .....") beziehst Ausserdem sagt der Herr mit der langen Nase ja nichts anderes aus, als dass es ihm lediglich *persönlich* auf den Sack geht sich sozialkritische Musik anzuhören (klar, Geschmackssache oder Lebenseinstellung), nicht dass diese Musik nicht erfolgreich wäre oder nichts bewirken würde. Bono konnte über die Musik eine ganze Menge erreichen. Ich mag auch keine bemüht sozialkritischen "tu dies nicht, tu das nicht und sei immer lieb zu allen"-Liedchen. Aber man kann sich als Popstar in seinem gesamten Schaffen oder über einzelne Werke durchaus politisch einbringen ohne das es peinlich wird. Im Gegensatz zu heute, wo die ganzen Casting-Tüllen nur noch berühmt werden wollen um berühmt zu sein, soll zu Bonos Zeiten sogar noch der eine oder andere Popstar ein Dasein als Popstar angestrebt haben, um über die Prominenz andere Menschen zu erreichen und für die eigene Überzeugung in der Öffentlichkeit einzustehen.

    Okay, es gibt ein paar sozialkritische Titel, die mir auch gefallen (z. B. "Streets Of London" von Ralph McTell), aber im Großen und Ganzen werden Texte in der Popmusik in geradezu lächerlichem Ausmaße überschätzt. Komponiere eine eingängige Melodie, produziere dazu einen ordentlichen Sound, und du hast selbst mit den beknacktesten Gaga-Zeilen deinen Hit...
    Na und? Geh ins Fernsehen und quieke "ich hab' die Haare schön, ich hab' die Möpse schön" und Du bist ein Kurzzeit-Star dem sogar eine Co-Moderation angeboten wird. Selbst "Group Tekkan" hatte einen kleinen Hit, dabei gehts kaum schlechter. Was hat diese wertlos gewordene Definition von "Hit" mit erfolgreicher und richtiger politischer Musik zu tun? Das muss ja auch nicht immer alles so platt sein oder auf bemühte "Live Aid"-Gruppengesänge hinauslaufen. Mir ist die intelligente, zum Denken anregende Musik von den vordergründig auch mal platt klingenden Tocotronic beispielsweise jedenfalls lieber, als irgendwelches vor Herzschmerz und emotionaler Selbstaufgabe zerfließendes Silbermond-Gesäusel. Wenn die Dame sich nicht sicher ist, ob sie "sowas gutes wie Dich verdient" hat, ist das schön und gut, hat für mich aber auch schnell einen peinlichen Nervfaktor. Aber ich habe auch in den 90ern schon lieber Cranberries gehört, als beispielsweise Cardigans. Da haben wir halt immer noch unterschiedliche Geschmäcker

    PM

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Habe zum Schnelldurchlauf reingeschalten und festgestellt, dass mich kein Titel sonderlich vom Hocker gerissen hat. Siegchancen haben dort generell nur Interpreten, die schon vorher bundesweit bekannt waren mit entsprechenden Chartplatzierungen, insofern habe ich die ersten beiden Plätze auch so erwartet. Und was die dort anzutreffenden Interpreten betrifft: Oomph! haben meines Erachtens von Rammstein zurückgeklaut und bewegen sich konstant an oder unter der Peinlichkeitsgrenze. Und Jan Delay halte ich für überschätzt. Vor allem von sich selbst.

  4. #23
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    @PM

    wenn du mal einen Tipp zu richtig guter und kritischer Musik willst, dann hör mal in Kevin Martin & The Hiwatts - The Possibility Of Being rein
    Ist durchweg sehr kritisch und auch politisch, auch wenn es beim ersten Hören vielleicht nicht den Anschein hat!

    Interessantes Interview mit der Band gibts auf meiner Webseite!

  5. #24
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Bono konnte über die Musik eine ganze Menge erreichen.
    Das hätte ich gerne konkreter. Welchen bedeutenden weltverbessernden Effekt haben die Texte eines Bono oder auch Bob Dylan denn nachweislich gehabt? Ist das nicht pure Illusion zu glauben, die Handlungsweise der Menschen damit nachhaltig beeinflussen zu können?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu heute, wo die ganzen Casting-Tüllen nur noch berühmt werden wollen um berühmt zu sein, soll zu Bonos Zeiten sogar noch der eine oder andere Popstar ein Dasein als Popstar angestrebt haben, um über die Prominenz andere Menschen zu erreichen und für die eigene Überzeugung in der Öffentlichkeit einzustehen.
    Über Mentalität und Gepflogenheit von Castingbratzen oder ähnlichem Gesocks müssen wir uns nicht unterhalten, die stehen ohnehin nicht für mein Verständnis von guter Mucke.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Mir ist die intelligente, zum Denken anregende Musik von Tocotronic beispielsweise jedenfalls lieber, als irgendwelches vor Herzschmerz und emotionaler Selbstaufgabe zerfließende Silbermond-Gesäusel.
    Tja, und ich finde beides stinkend langweilig, aus den erwähnten Gründen. Egal, mit welchen Texten das öde Geplätscher bestückt ist.

    Bei unserem letzten Regionaltreffen brachte Scheul das 2004er-Album einer Band mit, die ich bis dato nicht kannte: Wunder. Der angespielte Song "Was hält uns wach" ging mir sofort ins Ohr - ein Erlebnis, das ich ob seiner Seltenheit eigentlich rot im Kalender ankreuzen müsste. Ist mir schleierhaft, warum der Titel seinerzeit kein echter Hit wurde, ist er doch besser als alles, was ich jemals von Juli, Silbermond & Konsorten bisher gehört habe.

    Über den Text denke ich da aber auch nicht groß nach...

    Hier mal zum Reinhören: http://www.youtube.com/watch?v=VCp8hk97eXk

  6. #25
    Benutzerbild von djrene

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    Also mir sind Texte mit politischen, sozialkritischen Aussagen deutlich lieber als das übliche Herzschmerz Gesäusel. Natürlich bleibt eine gute Melodie auch eine, ohne entsprechende Aussagen, aber da ich sowieso der Meinung bin, jeder Mensch sollte sich politisch und auch kritisch äußern, nehme ich Musiker natürlich nicht davon aus. Und es geht ja nicht Vordergründig darum KONKRET ein Ergebnis zu haben. Oft reicht es Menschen zum nachdenken zu bewegen. Konkrete Sachen (natürlich nicht von Texten, sondern von Aktionen, aber solche Aktionen gäbe es ohne Musiker wie Bono oder Geldof eben nicht) sind ja wohl Life Aid, Band für Afrika usw. Und eine Band wie BAP hat mit einem Song wie 10. Juni sicherlich mehr Leute auf die Straße gebracht als irgendein Politiker es je könnte (und das ist ein KONKRETES Beispiel).

  7. #26
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von just music Beitrag anzeigen
    @PM

    wenn du mal einen Tipp zu richtig guter und kritischer Musik willst, dann hör mal in Kevin Martin & The Hiwatts - The Possibility Of Being rein
    Ist durchweg sehr kritisch und auch politisch, auch wenn es beim ersten Hören vielleicht nicht den Anschein hat!

    Interessantes Interview mit der Band gibts auf meiner Webseite!
    Danke für den Tipp Dank Napster lüppt et schon! Geht gar nicht schlecht los...

    PM

  8. #27
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Oft reicht es Menschen zum nachdenken zu bewegen.
    Nachdenken reicht nicht, wenn kein entsprechendes Handeln folgt. Und wer kann das schon nachweisen?

    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Konkrete Sachen (natürlich nicht von Texten, sondern von Aktionen, aber solche Aktionen gäbe es ohne Musiker wie Bono oder Geldof eben nicht) sind ja wohl Life Aid, Band für Afrika usw.
    Du hast es erwähnt - das waren konkrete Aktionen. Klar dürfen oder sollen Musiker auch kritisch denkende Zeitgenossen sein, sind ja Menschen wie alle anderen auch. Aber müssen sie das unbedingt in ihren Liedern mit missionarischer Attitüde transportieren? Manche Schauspieler sind auch sozial engagiert, ohne das in irgendwelchen Filmen zu thematisieren.

    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Und eine Band wie BAP hat mit einem Song wie 10. Juni sicherlich mehr Leute auf die Straße gebracht als irgendein Politiker es je könnte (und das ist ein KONKRETES Beispiel).
    Was eher gegen die Politiker als für die Musiker spricht.

  9. #28
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Bei Band Aid und Live Aid ist allerdings anzuzweifeln, inwiefern das was gebracht hat. Wurde hier mal von Feenwelt angesprochen:

    Soweit ich weiß, wurde tatsächlich versucht, das Geld von Live Aid für die Hungernden auszugeben. Leider scheiterte das an der äthiopischen Regierung und ihren Beamten. Laut einer inoffiziellen Zahl versandeten ca. 90% aller Spendengelder als Bestechungsgelder oder wurden schlichtweg geklaut. Natürlich nicht unbedingt das Geld selbst, sondern zumeist die Waren, die stattdessen die Familien der Beamten ernährten.
    Leider weiß ich dazu keine Quellenangabe mehr - ist lange her, daß ich das gelesen habe. War irgendwann während meines Völkerkunde-Studiums, glaube ich.
    Ich glaube sogar weiterhin gelesen zu haben, daß Live Aid später sogar als abschreckendes Lehrbeispiel für NGOs (non governmental organisations) diente, wie man Spendengelder NICHT verwenden sollte, bzw. wie man es vermeiden könnte, daß die Kohle an die falschen Leute geht.
    Zum Live8-Konzert habe ich im Netz noch diesen Artikel gefunden. Darin heißt es u.a.:

    (...)

    Aber im Äthiopien des Jahres 1985 lag die Sache anders. Die dortige Hungerkatastrophe hatte drei Gründe, und nur einer von ihnen war naturgegeben: eine zweijährige Dürreperiode in der Subsahara. Für die anderen beiden waren Menschen verantwortlich: Zum einen die Vertreibung, eine Folge der Kriege der Zentralregierung in Addis Abeba gegen eritreische Guerillas und die Tigrean People’s Liberation Front. Der andere, schwerer wiegende, war die Zwangskollektivierung, brutal umgesetzt von Mengistu Haile Mariam und seinen Kollegen in der Dergue, dem Zentralkomitee, die Haile Selassie 1974 gestürzt hatten und den Kommunismus 1984 offiziell zur Landesideologie erklärten. Diese Kollektivierung entsprach in ihrer Radikalität der stalinistischen in der Ukraine der 1930er Jahren, wo das Ergebnis das gleiche war wie in Äthiopien: Hunger.

    (...)

    Man sollte die Leistung von Live Aid nicht in Frage stellen. Nach Einschätzung des Äthiopien-Experten Alex de Waal konnte durch die Hilfsleistungen die Zahl der Toten kleiner gehalten werden, zwischen einem Viertel und der Hälfte. Das Problem ist, dass sie im Gegenzug zu einer gleich hohen Zahl von Toten beigetragen haben. Denn die Wahrheit ist, dass die Umsiedlungspolitik der Dergue – 600000 Menschen wurden aus dem Norden vertrieben, drei Millionen „verdörflicht“ – zum Teil auch ein Militärfeldzug war, verkleidet als humanitäre Rettungsaktion und unterstützt von westlichen Hilfsgeldern.

    Am Anfang wurden Freiwillige für einen Plan gesucht, der vorsah 100000 Menschen umzusiedeln. Kaum jemand meldete sich. Darauf folgte eine systematische Kampagne in den drei ausgewählten Provinzen. Alle so Eingesammelten wurden entweder in den Süden ausgeflogen oder über Land transportiert, manchmal in Fahrzeugen, die dafür von den Hilfsorganisationen beschlagnahmt wurden. Die Fahrt dauerte normalerweise fünf bis sechs Tage. Bis heute ist unklar, wie viele Menschen auf dem Weg ihr Leben ließen. Eine konservative Schätzung lautet 50000, Médecins Sans Frontières (MSF) spricht von der doppelten Zahl.

    Als die Deportationen zunahmen, begannen äthiopische Offizielle, Flüchtlingslager und Nahrungsstützpunkte zu plündern, die von den Hilfsorganisationen aufgebaut worden waren. Das alles war zu dem Zeitpunkt kein Geheimnis. Doch die Geberländer und meisten Hilfsorganisationen ignorierten, was ablief. Die NGOs und die UN-Organisation – besonders Oxfam/Save the Children Alliance – verteidigten diese Haltung auch noch, als die USA Druck auf andere Geber ausübten, die Umsiedlungspolitik nicht zu unterstützen. Der Chef der UN-Entwicklungshilfe in Äthiopien protestierte gegen Amerikas „Politisierung“ der Umsiedlung. Geldof stellte sich an die Seite der NGOs: „Ich denke, wir sollten Hilfe leisten, ohne uns den Kopf über Bevölkerungstranfers zu zerbrechen“, sagte er am 4. November 1985 der „Irish Times“. Gefragt, was er zu den 100000 zu sagen habe, die bei der Umsiedlung umgekommen seien, antwortete er, dass ihn solche Zahlen im Zusammenhang mit einer solchen Hungerkatastrophe „nicht schockieren“.

    (...)

    Bob Geldof lässt der Gedanke kalt, dass die Gelder, die durch seine Mithilfe zusammenkamen, in einer Weise eingesetzt wurden, die genauso viele Leben gekostet hat – laut MSF sogar mehr – wie sie gerettet haben. Er hat sich nie damit auseinander gesetzt, ob die Vorwürfe von MSF richtig oder falsch sind. Aus seiner Sicht ist durch Live Aid schlicht sehr viel Geld zusammengekommen, mit dem Leute versorgt werden konnten, die sonst verhungert wären. Live Aid, sagte Geldof später einmal, war „fast perfekt in dem, was es erreicht hat“. In dem Zusammenhang von Fastperfektion das Thema der Umsiedlungen überhaupt anzusprechen, kann nur undankbar wirken.

    Abgesehen von MSF haben weder die Hilfsorganisationen noch die UN noch Geldof je akzeptiert, dass das Mengistu-Regime Massenmord begangen hat im Zuge eines Umsiedlungsprogramms, für das Live-Aid-Gelder genutzt wurden und bei dem NGOs aktiv waren, die von Live Aid unterstützt wurden. Die Dergue kontrollierte das Programm und machte mit den UN und den NGOs das, was die Nazis einst mit dem Internationalen Roten Kreuz gemacht hatten: Sie wurden zu unwilligen Helfern.

    (...)
    EDIT: Entschuldigung für die nachträgliche Ergänzung, ich hatte mit dem Editieren schon begonnen, bevor die anderen Beiträge erschienen.

  10. #29
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Das hätte ich gerne konkreter. Welchen bedeutenden weltverbessernden Effekt haben die Texte eines Bono oder auch Bob Dylan denn nachweislich gehabt? Ist das nicht pure Illusion zu glauben, die Handlungsweise der Menschen damit nachhaltig beeinflussen zu können?
    Ich weiss nicht wie das bei Dir ist, aber es dürfte nicht wenige Leute geben die in ihrer Jugend oder auch später davon beeinflusst worden sind, was ein "Idol" ihnen mit auf den Weg gegeben hat (und das sind i.d.R. "Stars" aus der Musikszene). Wenn das mehr ist als ohne Slip besoffen durch die Nacht zu ziehen ist das doch ok. Klar gibts keinen "Nachweis" oder gar eine "Weltverbesserung" die auf einen einzelnen Künstler zurückzuführen wäre. Meinst Du nicht, dass ein echter Popstar "herkömmlicher" Art zu seinen Platten auch immer eine Lebenseinstellung mit liefert, von der man sich als Fan beeinflussen lässt? Oder nehmen wir die Einflüsse der schwarzen Musik Amerikas, ob nun Blues oder später HipHop. Dudelte der ohne Effekt in der Weltgeschichte rum, nur weil man nicht sagen kann, dass Louis Armstrong persönlich den Rassismus beendet hätte?

    Tja, und ich finde beides stinkend langweilig, aus den erwähnten Gründen. Egal, mit welchen Texten das öde Geplätscher bestückt ist.
    Wenn sie dich stören können, sind dir Texte jedenfalls doch nicht so egal

    Bei unserem letzten Regionaltreffen brachte Scheul das 2004er-Album einer Band mit, die ich bis dato nicht kannte: Wunder. Der angespielte Song "Was hält uns wach" ging mir sofort ins Ohr - ein Erlebnis, das ich ob seiner Seltenheit eigentlich rot im Kalender ankreuzen müsste.
    Über den Text denke ich da aber auch nicht groß nach...

    Hier mal zum Reinhören: http://www.youtube.com/watch?v=VCp8hk97eXk
    Der Text ist mir zum "Ignorieren" zu dominant. Ist aber kein schlechtes Lied. Ging an mir tatsächlich vollkommen vorbei, obwohl ich Schlafen auch für Zeitverschwendung halte (aber damit habe ich wahrscheinlich schonwieder zu viel Wert auf den Text gelegt ;-). Immerhin gehts mal um was anderes als nur Herzschmerz.

    Ich selbst stehe eben mehr auf sehr "akkustische", handgemachte Musik mit Bezügen ausserhalb der immer wieder selben Bearbeitung emotionaler und 5exueller Beziehungsthemen (was zeitweise 90% der Top10 ausmacht). Ich sage ja auch nicht, dass auf Teufel komm raus politisiert werden soll. Aber ein "echter" Künstler singt doch über alle Lebenslagen und Themen die ihn beschäftigen. Dazu gehören nunmal auch die Ungerechtigkeiten der Welt und des Lebens, politische Missverhältnisse usw. Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Platte von Hugo Race "Taoist Priests". Lt. Interviews ist es ihm erst hinterher aufgefallen, dass er eigentlich ein politisches Album gemacht hat (hat einige Bezüge zur Bush-Politik, dem Irak-Krieg, Medien usw.). Dabei macht der Mann im Gegenteil auch einige Songs in die Leute einen Sinn zu deuten versuchen, den es gar nicht gab (was ich auch immer für eine recht vergnügliche Art halte Musik zu machen und zu hören). Selbst das regte also immerhin zum Nachdenken und zu geistiger Betätigung an und ist damit trotz seiner wahrhaftigen Belanglosigkeit bei weitem weniger belanglos als dieses ständige "ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich....". Es ist doch nicht schlecht sich mit einem Stück Musik auch gedanklich "mit allen Sinnen" zu befassen, statt es nur dudelfunkmäßig zu konsumieren.

    http://www.youtube.com/watch?v=cSDW_lhKcog

    Manche Schauspieler sind auch sozial engagiert, ohne das in irgendwelchen Filmen zu thematisieren.
    Tom Cruise, John Travolta.... *g* Aber der Vergleich hinkt schon ein bisschen: Schauspieler spielen ein fremdbestimmte Rolle so gut es geht und sind mehr oder weniger humane Marionetten eines Regisseurs. Ein Bono von U2 hebt sich als Popstar im Gegenteil von Casting-Bratzen ja gerade dadurch ab, dass er authentisch bleibt und sich zu einem großen Anteil durchaus selbst "vermarktet" und veröffentlicht. Das ist ja gerade der Unterschied zwischen politischen Popstars wie Bono und Leuten die im Grunde nur das belanglose Zeug anderer runterflöten (nehmen wir als krasses Beispiel mal CC Catch die Bohlens Modern Talking Abfall Hit nach Hit so unpolitisch wie unpersönlich verwertet hat). Schauspieler haben auf der Bühne gar nicht die Möglichkeiten so zu wirken, es sei denn sie werden genau aus diesem Grund gleichzeitig Regisseur und wollen Botschaften tansportieren (ist auch schon passiert).

    PM

  11. #30
    Benutzerbild von musicola

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    Zitat Zitat von Torsten
    Manche Schauspieler sind auch sozial engagiert, ohne das in irgendwelchen Filmen zu thematisieren.
    Zitat Zitat von PostMortem


    Tom Cruise, John Travolta.... *g*

    *hüstel* Phenomenon, Battlefield Earth *hüstel*

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