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Der am meisten überschätzte Rock-/pop-act

Erstellt von Torsten, 29.01.2003, 00:10 Uhr · 199 Antworten · 19.139 Aufrufe

  1. #131
    Benutzerbild von Torsten

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    @ Lutz:
    Bei mir war’s in den 80ern in der Clique übrigens so, daß ich belächelt wurde Platten von diesem Pop-Sternchen zu kaufen: 1983-84 kam oft der Spruch von meinen Freunden „die verschwindet ja sowieso bald wieder in der Versenkung“
    Na, 1983/1984 hatte sie mit "Holiday" ja auch gerade mal ihren ersten echten Hit veröffentlicht (kam erst im März 1984 in die deutschen Charts) – bis dahin war sie allenfalls ein Geheimtipp der Clubszene. Zu diesem Zeitpunkt konnte natürlich kein Mensch vorhersagen, was aus ihr werden würde. Wenn ich mir mal ihre "Holiday"-Auftritte im TV ins Gedächtnis rufe... da wirkte sie eben wie eine von vielen typischen 80er-Schlampen. Aber spätestens 1985 stieg sie zum Weltstar auf ("Like A Virgin", "Material Girl", "Crazy For You", "Into The Groove", "Gambler"). Das hat mir auch bamalama aus seiner Erinnerung bestätigt...
    P.S. Madonna hat sich übrigens in Interviews beklagt das man (frau) ab 40 oft abgeschrieben wird. Ich finde sie z.B. auch im "Frozen" oder "Don’t Tell Me" Video noch sehr attraktiv!
    Meiner Meinung nach erreichen nicht wenige Frauen zwischen 35 und 50 ihre erotisch anziehendste Ausstrahlung. Die drei deutschen Paradebeispiele Berben, Elsner und Landgrebe halten ja schon lange die Flagge reiferer Erotik hoch. Die Liste ließe sich beliebig verlängern: Katja Flint, Corinna Harfouch (dieser Schlafzimmerblick!), Senta Berger, Andrea Sawatzki, Barbara Auer, Birgit Schrowange, Jule Neigel... usw usf. Internationale Klasse-Ladies wie Annette Bening hab ich hier noch gar nicht berücksichtigt. Und für eine Catherine Zeta-Jones, wie sie derzeit im aktuellen Kino-Streifen zu sehen ist, könnte ich fast schon töten...

    Und nu' is' ersma jut mit Extreme-Outing...

    @ Luftgitarre:
    Also ich hab das in den 80ern so wahrgenommen, daß Gleichberechtigung im Grunde selbstverständlich geworden war und daß das nur in der "Emma"-Redaktion noch nicht so ganz angekommen war. Bei uns in der Klasse war das eigentlich kein Thema mehr, denn die meisten Mütter arbeiteten mindestens Teilzeit und der auffallende SchülerINNEN- und LehrerINNEN-Überhang am Gymnasium (jeweils wohl 2/3!) ließ eher die Frage nach Jungen-Förderung und Männer-Quoten aufkommen!
    Sagen wir mal so: Berufliche Gleichstellung war zumindest insofern weit verbreitet, als dass ein großer Teil der Frauen berufstätig war - meine Mutter beispielsweise hat fast ihr ganzes Leben lang in Vollzeit gearbeitet. Übrigens galt bei uns in punkto Hausarbeit die beste Regelung, die es meines Erachtens gibt: Sie wurde von denen erledigt, die zuerst zu Hause waren – so hat man wesentlich mehr gemeinsame Freizeit. Und da meine Mutter erst abends gegen 19.00 Uhr von der Arbeit kam, haben mein Stiefvater und ich den größten Teil dieser Aufgaben übernommen...

    Dennoch: Wenn man beispielsweise an Madonnas auf der Bühne gespielte Masturbations-Orgien denkt – das war für viele damals schon verdammt starker Tobak. Manche empören sich ja heute noch, wenn sie Ausschnitte aus der 70er-Talkshow sehen, in der Nina Hagen besonders anschauliche Selbstbefriedigungs-Tipps gab...
    Dann hab ich einen Tipp für Dich: Besorg die die Videobänder von der "Aktuellen Kamera" (...).
    Danke für den Hinweis, aber derzeit genügt mir schon die H&M-Werbung mit Jerry Hall. So viel geballte Erotik sollte eigentlich schon verboten werden...


    @ bubu:

    In den meisten Punkten stimmen wir eigentlich überein, reden aber offensichtlich etwas aneinander vorbei...

    Dennoch gibt's auch Aspekte, wo ich anderer Meinung bin. Aber der Reihe nach...

    Das ist mir bewusst. Du hast nochmal ziemlich alte Postings von mir hochgezogen - eigentlich dachte ich, diese Diskussion sei beendet.
    Da ich damals aus zeitlichen Gründen die Diskussion nicht weiterführen konnte, hab ich die Gelegenheit ergriffen, nochmals auf einige Punkte einzugehen...
    Ich zweifle Madonnas Leistungen in keinster Weise an. (...) Ich bin KEIN Britney Spears (oder Aguilera)-Fan (eigentlich trifft eher das Gegenteil zu) und ich persönlich glaube auch nicht, dass Spears das Format von Madonna hat.
    Das hab ich durchaus begriffen. Ich bin aber der Meinung, dass auch ein Vergleich der beiden in Bezug auf die ersten Jahre nicht statthaft ist.
    In der Retrospektive ist es völlig unzweifelhaft zu sagen: Madonna ist die "Queen of Pop" und war einer der Superstars der 80er-Jahre. Den "Test of Time" hat sie mehr als nur bestanden.
    Da geht das Missverständnis schon los: Ich rede nicht davon, dass die Person den "test of time" besteht, sondern einzig und allein ihre Hits bzw. ihre Melodien. Und dafür kann man sehr wohl ein Gespür haben. Wenn du also schreibst:
    Und ein prophetisches Gespür dafür, das du als damals Zwölfjähriger offenbar gehabt haben willst und welches dir sagte: "Ja, die Madonna, die wird mal die 'Queen of Pop' " nehme ich dir nicht ab!
    weise ich darauf hin, dass dies nicht meiner Aussage entspricht. Die lautete vielmehr:
    Wer ein Gefühl für zeitlose Hits hat, wusste bereits in den Anfangsjahren, dass sie einen ganzen Haufen an Pop-Klassikern abgeliefert hatte – das ist es, was einen Ausnahme-Interpreten auszeichnet.
    Insofern stimme ich deiner Behauptung durchaus zu:
    Anfang/Mitte der 80er-Jahre war noch völlig unklar, ob Madonna mal ein absoluter Superstar wird, oder ob das nicht doch einfach nur ein Hype ist - geschweige denn, dass man von ihr mal als "Queen of Pop" sprechen würde.
    Natürlich kann man nach ein, zwei Hits nicht voraussagen, welchen Ruf der Künstler nach zehn Jahren genießen wird. Bei Madonna war es allerdings so, dass sie Mitte der 80er – also 1985/1986 – definitiv schon ein Weltstar war. Ich wette meinen Allerwertesten darauf, dass entsprechende Zeitschriftenartikel aus dieser Zeit das auch so widerspiegeln.
    In meiner damaligen Wahrnehmung wurde ihr Talent und ihr Können von den Medien, Kritikern, etc. vielfach angezweifelt, obwohl ihr kommerzieller Erfolg damals schon unbestritten war (siehe auch Lutz' Posting, wo er das aus seiner Erinnerung bestätigt). Diese Anerkennung, die man ihr heute im Rückblick ohne zu zögern zollen muss und auch zollt, war ihr seinerzeit nicht uneingeschränkt zugesprochen worden.
    Offensichtlich sollten wir ersma klären, über welche Zeiträume wir uns hier unterhalten – was mir als Jahreszahlen-Fetischisten besonders entgegenkommt...

    Lutz' Aussage bezog sich auf die Jahre, in denen Madonnas Karriere sich quasi noch in der Babyphase befand – also 1983/1984. Ihre erste Single ("Everybody") erschien im Dezember 1982 und hinterließ kaum Spuren. "Holiday", ihr erster Chart-Kracher, erschien in den USA im Sommer 1983, bei uns erst im März 1984. Dass ihre Fähigkeiten und ihre Zukunft zu diesem Zeitpunkt noch sehr kontrovers diskutiert wurden, dürfte selbstverständlich sein. Wenn man sich aber die Hits allein aus 1985 anschaut ("Like A Virgin", "Material Girl", "Crazy For You", "Into The Groove", "Gambler"), wird ziemlich schnell klar, warum sie dann so rasant zum Superstar aufstieg – welcher Interpret konnte denn sonst mit vier Volltreffern, die zu Pop-Klassikern wurden, innerhalb eines Jahres aufwarten?

    Nun, möglicherweise hat man sich selbst in diesen immens erfolgreichen Zeiten noch über ihr Talent das Maul zerrissen – wie wir es ja auch bei einer Britney Spears seit fünf Jahren tun. Aber Letztere hat doch bisher kaum was gerissen, was zukünftig noch große Bedeutung haben wird. Es ist schon ein Unterschied, ob ein Hype sowie dadurch erzielte Verkaufszahlen und Popularität nur noch durch Optik und geschicktes Marketing erreicht werden – oder ob dahinter auch eine echte Leistung steckt. Und das kann man als einigermaßen intelligenter und objektiv urteilender Mensch doch jederzeit einschätzen – ob in den Anfangsjahren oder in der Retrospektive...

    Zumindest würde man eine echte potenzielle neue Madonna ohne weiteres an außergewöhnlich gut ins Ohr gehenden und dort verharrenden Songs erkennen, die nicht nur die Teenie-Gemeinde ansprechen (Madonna-Titel wurden damals auch nicht selten von der Eltern-Generation gehört!). Das haben eine Spears oder eine Aguilera bisher aber kaum vorzuweisen...
    Ich erinnere mich noch sehr gut, dass 1983/1984/1985 - Cindy Lauper hatte Riesenhits mit "Girls Just Want To Have Fun", "Time After Time" und "She Bop", Madonna hatte ihrerseits viel Erfolg mit "Holiday", "Lucky Star", "Like A Virgin", "Material Girl" u.a.- das Rennen zwischen Lauper und Madonna noch völlig offen war. Und genau so haben das auch die Fans, die Medien und die Kritiker gesehen (die natürlich auf Lauper genau so wie auf Madonna rumgehackt und gleichermaßen an ihrem Talent gezweifelt haben).
    Na, darauf, dass hier der Name Cyndi Lauper fällt, hab ich schon die ganze Zeit gewartet... *händereib*

    1983 war Madonna international noch kaum registriert (siehe den deutschen Charts-Eintritt von "Holiday"). De facto ging's mit ihrer Karriere erst 1984 los, 1985 folgte der eigentliche Durchbruch. Ab 1986 war sie hinsichtlich ihrer Bedeutung im Pop-Geschäft quasi ohne Konkurrenz, Cyndi Lauper war da im Grunde genommen schon wieder weg vom Fenster. Da mögen manche Cyndi-Fans nun laut aufschreien, aber bei nüchterner Betrachtung kann man ihre Singles bis 1989 wie folgt einteilen (in Klammern das Jahr der deutschen Charts-Platzierung):

    Pop-Klassiker
    - "Girls Just Want To Have Fun" (1984)
    - "Time After Time" (1984)
    - "I Drove All Night" (1989)

    Respektable 80er-Hits
    - "She Bop" (1984)
    - "True Colors" (1986)
    - "All Through The Night" (1984)

    Unbedeutend
    - "Money Changes Everything" (1985)
    - "The Goonies 'r' Good Enough" (1985)
    - "Change Of Heart" (1986)
    - "What's Going On" (1987)
    - "Hole In My Heart (All The Way To China)" (1988)

    Vergleicht man nur die Anfangsjahre unserer beiden Protagonistinnen, erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar. Ich möchte der guten Cyndi gar nicht ans Zeug flicken, da ich sie immer sehr mochte. Aber einem Vergleich mit Madonna konnte sie schon Mitte der 80er bei weitem nicht mehr standhalten – da mögen manche Medien geschrieben oder gesendet haben, was sie wollten. Und auch hier behaupte ich ohne Beweis, dass es damals schon genügend Zeitgenossen gegeben haben wird, die Madonna spätestens ab 1986 eine deutlich höhere Bedeutung beigemessen haben.

    Übrigens hab ich in den letzten Tagen im Freundeskreis mal ein bisschen herumgefragt, welche 80er-Titel ihnen bei den Namen Madonna und Cyndi Lauper einfallen. Absichtlich habe ich nur Leute angesprochen, die seit jeher kein besonders exaltiertes Musik-Interesse hatten, sondern stets zu den Durchschnitts-Konsumenten gehörten. Das Ergebnis war für Zweitgenannte extrem ernüchternd: Bis auf die ersten beiden Top-Hits kam da nix, selbst an "She Bop" konnte sich keiner mehr erinnern. Die Liste der Madonna-Titel war bedeutend länger, was wohl niemanden ernsthaft überraschen wird. Hier zeigt sich: Hätte Cyndi damals eine ähnliche Bedeutung gehabt wie Madonna, hätten sich auch den Nicht-Freaks wesentlich mehr Songs ins Gedächtnis brennen müssen. Dies ist aber nicht der Fall.
    Wovon ich hier aber die ganze Zeit rede, ist nicht von der langfristigen Beurteilung, sondern von der momentanen Wahrnehmung. Und die ist dahin gehend, dass Spears als Superstar und potenzieller Madonna-Kandidat im Gespräch ist. Ich wollte einfach nur die Parallele ziehen: ist die momentane Wahrnehmung von Spears (und Aguilera) als potenzielle Superstars so verschieden von jener von 1983/1984/1985, als man Madonna und Lauper als solche handelte?
    Nun, in den Augen der Teenie-Zielgruppe dürfte da in der Tat kein Unterschied mehr bestehen – sie sind ja auch gar keine musikalische Qualität mehr gewöhnt, sondern hecheln allem Neuem direkt hinterher und loben es in den Himmel. Wie sollte es auch anders sein, wenn sie dem Dauerfeuer von MTV, Superstars & Konsorten ausgesetzt sind... Überhaupt: Was bedeutet denn "Wahrnehmung"? Seien wir ehrlich – du sprichst dabei natürlich in erster Linie von medialer Wahrnehmung. Aber eigentlich nehmen die Medien gar nicht mehr hauptsächlich wahr, sondern kreieren sich ihre eigenen Stars, um die sie dann wie die Fliegen um die Scheiße kreisen können – über irgendwas muss man ja berichten. Eine Symbiose, durch die Wirt und Parasit sich reichlich satt fressen können...

    Ich kann deine Frage immer wieder nur mit dem Hinweis auf die Qualität der Pop-Songs beantworten. Ich will hier gar nicht in die "Früher-war-alles-besser-Attitüde" verfallen – aber wenn der größte Teil heutiger Musik konfektionierte Wegwerf-Mucke ist, frei von jeglichem zeitlosen Charisma, dann muss man das nicht nur beim Namen nennen, sondern in einer Debatte wie dieser auch berücksichtigen.
    Abgesehen davon, ist aber auch der "Test of Time" keine Garantie für ewigen Starruhm. Nimm zum Beispiel Cindy Lauper: ihre Karriere hatte einen Bilderbuchstart. Mehrere Riesenhits Schlag auf Schlag mit 100-prozentiger Ohrwurmqualität. Die haben den "Test of Time" sicherlich bestanden. Aber Lauper selbst nicht. Warum?
    Nach meiner obigen "Analyse" wirst du verstehen, dass ich deine Ansicht "Hit auf Hit" nicht teile. Wie gesagt, der große Rummel um die Dame war 1986 eigentlich schon wieder vorbei, blitzte 1989 nochma kurzzeitig auf – das war’s. Mit insgesamt drei Klassikern reiht sie sich ein in eine lange Liste von 80er-Stars, die ebenso erfolgreich waren und nunmehr seit längerem in der Versenkung verschwunden sind. Von daher überrascht mich die Kluft zwischen ihr und Madonna nicht im Geringsten.
    Interessant im Vergleich Madonnas Karriere: die 80er waren für sie eine solch fruchtbare Zeit, was ihre musikalischen Erfolge anbelangt, dass selbst ihr großer Karriereknick in den 90ern ihr historisches Rennomme nicht mehr ankratzen konnte. Ähnlich Michael Jackson: der hat sich in den 80ern solche Meriten erworben, dass es mittlerweile völlig egal ist, was er macht und wie abartig er ist - er ist und bleibt der Superstar.
    Letzteres halte ich für einen Wahrnehmungsirrtum. Michael Jackson hat lediglich die Bezeichnung "King Of Pop" behalten - genauso, wie Elvis wohl für immer und ewig der "King" bleiben wird, obwohl seine letzten Jahre nun auch nicht gerade als seine besten gelten. Bei Michael Jackson aber wird in den Medien eigentlich nur noch über den Verfall des – häufig auch so betitelten – einstigen "King Of Pop" getratscht; seine Musik verkommt schon seit fast zehn Jahren zunehmend zur Nebensache.

    Von daher ist das mit dem Rennomme ein Fall für sich: Der Titel bleibt im kollektiven Gedächtnis haften – ob das noch der aktuellen Realität entspricht, scheint heute immer weniger Leute zu interessieren. Für mich ist Michael Jackson nur noch eine armselig-bemitleidenswerte (?) Gestalt, die ich musikalisch nur bis 1991 ernst nehme. Über den Rest sollte man besser schweigen.
    Und wenn wir hier nach dem "Test of Time" fragen: den haben doch zugegebenermaßen nur Madonnas und Jacksons Hits aus den 80ern bestanden und nicht die späteren Werke.
    Was anderes habe ich ja auch nicht behauptet...
    Aber dem Nimbus Madonna / Jackson konnte das offenbar nichts anhaben - ist doch ein interessantes Phänomen, oder? Die Rolling Stones sind übrigens auch ein Paradebeispiel dafür.
    Na, dafür sind aber auffällig viele Zeitgenossen der Meinung, dass die Stones schon vor etlichen Jahren ihre Karriere hätten beenden sollen. Die profitieren doch nur noch von ihrem Mythos und der für manche offensichtlich vorhandenen Faszination, dass da ein paar Opas auf der Bühne herumhampeln. Also deren Nimbus sehe ich nun wirklich schon arg ramponiert, auch in den Medien.
    heute ist es nicht mehr nur entscheidend, möglichst viele Nummer Eins-Hits zu haben, um ein Superstar (in der momentanen Wahrnehmung wohlgemerkt!) zu werden. Heute ist es sogar nicht mal mehr entscheidend, Talent zu haben. Vielmehr ist fast ausschließlich deine mediale Präsenz von Bedeutung, zuweilen spielt die Musik doch nur noch eine Randrolle, wie du ja selbst auch sagst. Ich denke, diese bittere Lehre haben wir alle spätestens nach DSDS ziehen müssen (eine analoge Entwicklung haben wir übrigens in der Politik).
    Also: Schein statt sein.
    Das unterschreibe ich zehnfach. Über die Auswucherungen unserer Blender- und Pseudo-Gesellschaft hab ich mich seinerzeit ja auchma im "Absurdistan"-Beitrag ausgekotzt...

    Allerdings: Die Bezeichnung "Superstar" wird auch hier wieder nur durch die Medien platziert – und die junge Generation ist leicht beeinflussbar und glaubt es. Befragt man dann aber einigermaßen intelligente Menschen direkt danach, ob sie eine Britney Spears als einen außergewöhnlichen Star empfinden, werden dies mit Sicherheit viele verneinen. Zu groß ist einfach die Diskrepanz zwischen dem durch die Medien aufgebauten Image und der echten – und durchaus auch wahrgenommenen – Leistung. Jedenfalls kenne ich in meinem Umfeld keinen über 20, der diesem Püppchen eine besondere Verehrung zukommen lässt. Und ich behaupte, dass das bei Madonna anders war...
    Einen medialen "Impact-Factor" quasi, als Maß für deine mediale Präsenz und damit deine "Wichtigkeit" als Star.
    Dies hielte ich für eine fatale Fehlentwicklung. Damit reduziert man Star-tum dann ja nur noch auf mediale Präsenz und nicht mehr auf die eigentliche Leistung. Ja, genau: Hier wird der entscheidende Unterschied zwischen Madonna und Britney Spears deutlich – die Schere zwischen Realität und Wahrnehmung klafft bei Letzterer einfach um ein Vielfaches auseinander. Was dann aber auch nur ein Spiegelbild des momentanen gesellschaftlichen status quo ist und zeigt, dass die Frage nach überschätzten Stars dringlicher ist denn je...
    Insofern geht deine Rechnung (leider) nicht auf.
    Geht sie schon – wenn man versucht, objektiv zu bleiben. Gilt aber nur noch mediale Präsenz als Maßstab, ist bereits mein Lösungsansatz falsch...
    Ein extremes und hervorragendes Beispiel für dieses Phänomen - Superstar werden ohne irgend etwas geleistet zu haben - ist Verona Feldbusch. Alleine aufgrund klug gewählter medialer Präsenz hat sie es geschafft, in aller Munde zu sein.
    bubu, welcher halbwegs klare Gedanken fassende Mensch würde die Feldbusch allen Ernstes als "Superstar" bezeichnen? Damit geht man doch nur den Boulevard-Parolen auf den Leim. Okay, wenn man damit nur eine Beschreibung der medialen Wahrnehmung abliefert, mag das noch hinhauen. Aber sollten wir in diesem Zusammenhang nicht einfach mal unser eigenes Vokabular überprüfen? Nicht ohne Grund wird Verona von manchen zumindest auf eine "Werbe-Ikone" herabgestutzt – und selbst das ist noch zu viel der Ehre. Es wird Zeit, die Ära der maßlosen Übertreibung zu beenden! Die Auswirkungen sieht man ja allein schon im "Hässlich, aber erfolgreich"-Thread – welche Personen dort von manchen ernsthaft als "hässlich" bezeichnet werden, ist ja an Absurdität stellenweise nicht mehr zu überbieten... *kopfschüttel*

  2.  
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  3. #132
    Benutzerbild von Lutz

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    @Torsten

    Na, 1983/1984 hatte sie mit "Holiday" ja auch gerade mal ihren ersten echten Hit veröffentlicht (kam erst im März 1984 in die deutschen Charts) – bis dahin war sie allenfalls ein Geheimtipp der Clubszene. Zu diesem Zeitpunkt konnte natürlich kein Mensch vorhersagen, was aus ihr werden würde.
    Irgendwie hab ich’s so in Erinnerung das ich recht früh ein Tape mit diversen Madonna Songs hatte. Schon so 1983. Damit bin ich dann immer mit Walkman bewaffnet durch die Gegend geradelt...

    Wenn ich mir mal ihre "Holiday"-Auftritte im TV ins Gedächtnis rufe... da wirkte sie eben wie eine von vielen typischen 80er-Schlampen.
    Also ich kann ehrlich sagen (fragt mein Kumpels von damals ) das ich gleich fand das sie was besonderes hat bzw. aus der Masse raussticht. Mir hat insbesondere ihr prägnanter Tanzstil gefallen. Aber klar – das sie mal n Weltstar wird konnte niemand sagen... Aber es haben wohl ein paar Leute so gedacht wie ich

    Aber spätestens 1985 stieg sie zum Weltstar auf ("Like A Virgin", "Material Girl", "Crazy For You", "Into The Groove", "Gambler"). Das hat mir auch bamalama aus seiner Erinnerung bestätigt...
    Absolut – das war dann keine Frage mehr. Ich glaube in der Zeit hielten meine Kumpels auch schon die Klappe (die hörten mehr so YES und Chicago, btw)

    Und hier um die Textwüsten wieder ein wenig aufzulockern was für die Freunde schöner Bilder (Hallo Link „Slotcar“ )



    Meiner Meinung nach erreichen nicht wenige Frauen zwischen 35 und 50 ihre erotisch anziehendste Ausstrahlung. (...) Corinna Harfouch (dieser Schlafzimmerblick!
    Die sagt mit jetzt gar nix. Haste ein Bild von ihr? (Abt. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte)

    Und für eine Catherine Zeta-Jones, wie sie derzeit im aktuellen Kino-Streifen zu sehen ist, könnte ich fast schon töten...
    Kann ich verstehen – sie war auch schon in Verlockende Falle extrem scharf!

    Doch zurück zu Madonna

    Bei Madonna war es allerdings so, dass sie Mitte der 80er – also 1985/1986 – definitiv schon ein Weltstar war. Ich wette meinen Allerwertesten darauf, dass entsprechende Zeitschriftenartikel aus dieser Zeit das auch so widerspiegeln.
    Natürlich ist es immer mit zeitgenössischen Texten so das sie eine gewisse Verzögerung haben bis auch jeder Schreiberling schnallt was los ist – aber laß Dir von einem "Zeitzeugen" sagen (bist Du das nicht?) – ja, Du liegst sicher richtig.

    Hier sei mir aber auch noch der Hinweis gestattet das sicher nicht wenige Kritiker Songs wie "Like A Virgin" kaum etwas abgewinnen konnten. Meine These ist das mit "Material Girl" sowas wie ein Umbruch in der Presse kam. Was IMO zum großen Teil an dem grandiosen Video-Clip (aha sie hat noch mehr drauf als die Hausfrauen-Schlampe) gelegen haben dürfte. Ich kann mich an eine diesbezügliche Besprechung im schon erwähnten Musikexpress erinnern...

    Lutz

  4. #133
    Benutzerbild von bubu

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    Torsten, irgendwie ahnte ich, dass du dieses Mal besser auf das Thema Cyndi Lauper vorbereitet sein würdest – und die obligatorische "Feldforschung" im Freundeskreis durfte auch dieses Mal nicht fehlen

    Aber vorweg möchte ich erst noch mal was zu meinen Schützlingen Britney Spears und Christina Aguilera sagen (ja, so langsam gefalle ich mir in der Rolle des Anwalts der beiden, wenn ihr mir wahrscheinlich auch gar nicht glauben könnt, wie absurd ich mir eigentlich dabei vorkomme – ausgerechnet ich nehme hier Britney in Schutz! Aber einer muss es ja tun J)

    Hier heißt es immer, die Britney, dieses Püppchen, was kann die denn schon, was hat die denn groß gerissen. Ich möchte nur mal an eines erinnern: Spears ist seit 1998 im Geschäft. Da war sie gerade mal 17 Jahre alt! 17! Eigentlich noch ein Kind. In den fünf Jahren seitdem hat sie vier Alben herausgebracht (das aktuelle erscheint am 18. November). Aguilera hat ihr erstes Album 1999 mit 19 Jahren herausgebracht, und seitdem ebenfalls vier Alben gemacht. Madonna hingegen war wesentlich älter als es bei ihr losging. Sie hat ihr erstes Album 1983 im Alter von 25 Jahren veröffentlicht. In ihren ersten fünf Jahren hat sie fünf Alben veröffentlicht.

    Also, von wegen nichts können! Im Alter von 17 Jahren mit dem Debüt-Album gleich einen Top-Seller landen – auch wenn nicht selbst geschrieben und produziert - das muss man erst mal schaffen! Fairerweise sollte man das Spears mal anerkennen. Dito Aguilera. Mit 17 Jahren hat Madonna noch Nacktfotos gemacht (sie war jung und brauchte das Geld – Spears und Aguilera machen das andersrum: erst die Hits, dann die Nacktfotos )

    Wenn man gemein wäre, müsste die Statistik eigentlich lauten: Spears: vier Alben im Alter von 17-22; Aguilera: vier Alben im Alter von 19-23; Madonna: null Alben im Alter von 17-23.

    Um das mal wirklich genau zu vergleichen, habe ich die Anzahl der Alben in den ersten fünf Jahren der drei recherchiert. Singles habe ich jetzt mal außen vor gelassen, das wäre einfach zu viel Arbeit gewesen. Auch wer die Songs geschrieben und produziert hat, habe ich auch nicht berücksichtigt (bei Aguilera meine ich aber zu wissen, dass sie die meisten ihrer Songs selbst schreibt und produziert. Bei Spears ist davon eher nicht auszugehen).

    Recherchiert habe ich bei http://www.rockonthenet.com/.

    Ich habe nur den quantitativen Output und den kommerziellen Erfolg der Alben der ersten fünf Jahre von Spears, Aguilera und Madonna verglichen. Du wirst jetzt sicher immer noch den Einwand erheben, der künstlerische Gehalt bleibe bei solch einer Betrachtungsweise auf der Strecke. Das stimmt natürlich, aber über künstlerischen Gehalt von Musik lässt sich vortrefflich streiten. Wie will man es sonst objektiv messen? Und da du ja dieses Vorgehen beim Vergleich Lauper / Madonna selbst eingeleitet hast, nehm' ich das jetzt einfach mal ganz frech auf J


    Also, hier das Listing. Ich finde, Britney und vor allem Christina können sich absolut sehen lassen neben der Grande Dame des Pop.

    Britney Spears

    Erstes Album 1998 mit 17 Jahren

    Vier Alben in fünf Jahren:

    1999 Baby One More Time (13xPlatin bis heute)
    2000 Oops!... I Did It Again (9xPlatin bis heute)
    2001 Britney (4xPlatin bis heute)
    18.11.2003 The Zone

    2 Grammy-Nominierungen, keinen gewonnen


    Christina Aguilera

    Erstes Album 1999 mit 19 Jahren

    Vier Alben in vier Jahren:

    1999 "Christina Aguilera" (8xPlatin bis heute)
    2000 "My Kind Of Christmas" (1xPlatin bis heute)
    2000 "Mi Reflejo" – (3xPlatin bis heute)
    2002 "Stripped" (3xPlatin bis heute)

    2 Grammys gewonnen

    (Viele Singles mit Top-Chart-Platzierungen
    http://www.rockonthenet.com/artists-...naaguilera.htm)


    Madonna

    Erstes Album 1983 im Alter von 25 Jahren

    Fünf Alben in den ersten fünf Jahren 1983-1988:

    1983 Madonna (4xPlatin bis 1988)
    1984 Like A Virgin (7xPlatin bis 1988)
    1986 True Blue (5x Platin bis 1988)
    1987 Who's That Girl (1xPlatin bis 1988) / You Can Dance (4xPlatin bis 1988)
    1988 Künstlerpause

    5 Grammys gewonnen (Stand allerding 2003)

    Fairerweise muss man sagen, dass Madonna von Anfang an ihre Songs selbst geschrieben und produziert hat (noch mal Dank an bamalama für den Hinweis – bamalama, vielleicht hast du ja Infos bzgl. Autorenschaft und Producing zu Spears' und Aguileras Alben?).

    Dafür muss man Spears und Aguilera aber zugute halten, dass sie blutjung waren, als sie anfingen. Madonna war zu Beginn ihrer Karriere acht bzw. sechs Jahre älter als Spears und Aguilera! Die Mädels haben also noch jede Menge Zeit sich musikalisch zu entwickeln.



    Da geht das Missverständnis schon los: Ich rede nicht davon, dass die Person den "test of time" besteht, sondern einzig und allein ihre Hits bzw. ihre Melodien. Und dafür kann man sehr wohl ein Gespür haben.
    Auch dies bezweifle ich – zumindest hat man dieses Gespür mit Sicherheit nicht in einem Alter von zwölf Jahren. Ich kann dazu jedenfalls nur für mich sprechen: mit zwölf fand ich eine Menge Songs gut. Einige davon sind heute noch All-time-Classics, andere nicht. Die Gründe warum das eine Lied eines geworden ist und das andere nicht, kann ich dir sogar heute noch nicht nennen. Und ganz bestimmt nicht damals. Ich glaube, ob sich ein Song ins kollektive Gedächtnis einmeißelt oder nicht, hängt noch von einigen anderen Faktoren ab, die nichts mit Ohrwurm-Potenzial oder musikalischer Qualität zu tun haben. Ich denke, der pure Zufall spielt dabei auch eine nicht unwesentliche Rolle.


    Insofern stimme ich deiner Behauptung durchaus zu:
    Natürlich kann man nach ein, zwei Hits nicht voraussagen, welchen Ruf der Künstler nach zehn Jahren genießen wird. Bei Madonna war es allerdings so, dass sie Mitte der 80er – also 1985/1986 – definitiv schon ein Weltstar war. Ich wette meinen Allerwertesten darauf, dass entsprechende Zeitschriftenartikel aus dieser Zeit das auch so widerspiegeln.
    Das will ich auch gar nicht bestreiten – ich meinte ja auch die Anfangsjahre 83-85.

    Es ist schon ein Unterschied, ob ein Hype sowie dadurch erzielte Verkaufszahlen und Popularität nur noch durch Optik und geschicktes Marketing erreicht werden – oder ob dahinter auch eine echte Leistung steckt.
    S.o.
    Wie willst du das trennen? Und glaubst du im Ernst, dass das bei Madonnas Werdegang nicht auch ein entscheidender Faktor war? Sähe Madonna nur halb so gut aus, sie wäre mit Sicherheit nicht so weit gekommen. Und ich behaupte auch mal ganz dreist: hätte sie in den 90ern nicht mit ihrem 5ex-Ding so provoziert und sich im Gerede gehalten - diese Dekade hätte sie musikalisch nicht überlebt.

    Zumindest würde man eine echte potenzielle neue Madonna ohne weiteres an außergewöhnlich gut ins Ohr gehenden und dort verharrenden Songs erkennen, die nicht nur die Teenie-Gemeinde ansprechen (Madonna-Titel wurden damals auch nicht selten von der Eltern-Generation gehört!).
    Wie bitte? Ich kannte damals niemanden über dreißig, der Madonna gut fand.
    Aber täusch dich da mal nicht: vielleicht spielt unser Alter da wirklich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und manche Songs brauchen auch einfach ihre Zeit, bis sie ins Ohr gehen.

    Übrigens hab ich in den letzten Tagen im Freundeskreis mal ein bisschen herumgefragt, welche 80er-Titel ihnen bei den Namen Madonna und Cyndi Lauper einfallen. Absichtlich habe ich nur Leute angesprochen, die seit jeher kein besonders exaltiertes Musik-Interesse hatten, sondern stets zu den Durchschnitts-Konsumenten gehörten. Das Ergebnis war für Zweitgenannte extrem ernüchternd: Bis auf die ersten beiden Top-Hits kam da nix, selbst an "She Bop" konnte sich keiner mehr erinnern. Die Liste der Madonna-Titel war bedeutend länger, was wohl niemanden ernsthaft überraschen wird. Hier zeigt sich: Hätte Cyndi damals eine ähnliche Bedeutung gehabt wie Madonna, hätten sich auch den Nicht-Freaks wesentlich mehr Songs ins Gedächtnis brennen müssen. Dies ist aber nicht der Fall.
    Das Ergebnis deiner Umfrage verwundert mich nicht. Da Madonna seit den 80ern nonstop im Business war, sind zwangsläufig auch ihre Hits – alte wie neue – immer wieder im Durchlauf und damit präsenter. Es ist nun mal so, dass von aktiven Stars auch öfter alte Hits gespielt werden. Das hat natürlich Einfluss auf die Aufnahme derselben ins kollektive Gedächtnis. Da Cyndi ja musikalisch seit 89 sehr in den Hintergrund getreten ist, werden ihre großen Hits ja auch nur noch aus Retro-Anlässen gespielt. Hättest du die Umfrage 1986 gemacht, hätte das sicher anders ausgesehen.

    Hinsichtlich Cyndi Lauper gebe ich mich nun aber teilweise geschlagen. Ja, Madonna hatte mehr Hits in den Jahren 83/84/85. Bei meinen Recherchen bin ich aber auf den Hinweis gestoßen, dass Cyndi Lauper vor allem auch durch ihre innovativen Musikvideos und ihr Outfit stilprägend für die 80er war. Und ich denke, das wird keiner bestreiten – Cyndis flippiges und buntes Äußeres, das waren die 80er. Insofern war ihr Einfluss und ihr Ruhm nicht nur durch ihre Musik begründet.

    Folgende interessante Passage fand ich bei wikipedia:

    The album, She's So Unusual, became a smash hit worldwide, and propelled Lauper into fame. A mixture of soft pop-rock and edgier sounds, the album's most popular song, "Girls Just Wanna Have Fun" became, for many fans, a female anthem that women worldwide (and more than a few men) cherish. The song was loud and had a sensational beat to it.

    That album also produced the punk-rockish "She Bop" and the soft and romantic "Time After Time", a song that has been covered by over 70 artists. Cyndi was adored by teens around the world, in part because of her quirky image that took the popular 1980s punk look and tamed it down.

    At this period of her career, a lot of people compared her to another diva, Madonna. Cyndi differed from Madonna in that she wasn't willing to use image changing and overt 5exuality to further her career.


    Und auch beim erneuten Hören kann ich nur sagen, was für ein fantastisches Album "She's So Unusual" ist.

    Wenn Madonna die Queen of Pop ist, dann ist Cyndi Lauper für mich die Queen of Hearts. Sie hätte weiß Gott mehr nachträgliche Anerkennung verdient.


    Nun, in den Augen der Teenie-Zielgruppe dürfte da in der Tat kein Unterschied mehr bestehen – sie sind ja auch gar keine musikalische Qualität mehr gewöhnt, sondern hecheln allem Neuem direkt hinterher und loben es in den Himmel. Wie sollte es auch anders sein, wenn sie dem Dauerfeuer von MTV, Superstars & Konsorten ausgesetzt sind... Überhaupt: Was bedeutet denn "Wahrnehmung"? Seien wir ehrlich – du sprichst dabei natürlich in erster Linie von medialer Wahrnehmung. Aber eigentlich nehmen die Medien gar nicht mehr hauptsächlich wahr, sondern kreieren sich ihre eigenen Stars, um die sie dann wie die Fliegen um die Scheiße kreisen können – über irgendwas muss man ja berichten. Eine Symbiose, durch die Wirt und Parasit sich reichlich satt fressen können...
    Nicht immer nur auf die Medien prügeln. Klar, die wollen auch ihren Teil vom Kuchen abhaben. Aber wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot. Es wird niemand dazu gezwungen, so einen Scheiß wie Küblböck zu hören. Und es wird auch niemand gezwungen MTV zu gucken. Also, wenn du Jugendlichen in dem Alter zutraust, ein Gehör für zeitlose Klassiker zu haben, warum machen sie dann davon nicht Gebrauch?

    Jedenfalls kenne ich in meinem Umfeld keinen über 20, der diesem Püppchen eine besondere Verehrung zukommen lässt. Und ich behaupte, dass das bei Madonna anders war...
    Tja, das ist wie mit der BILD-Zeitung und Pornos: beide werden von Millionen Menschen gekauft, aber komischerweise kennt man nie jemanden davon persönlich...

    Dies hielte ich für eine fatale Fehlentwicklung. Damit reduziert man Star-tum dann ja nur noch auf mediale Präsenz und nicht mehr auf die eigentliche Leistung.
    Das ist schon lange Fakt. Das mit dem medialen Impakt-Faktor habe ich nicht als Anregung gemeint, und schon gar nicht, weil ich das etwa gut fände. Ich denke da genau wie du. Insofern könnte man damit gar keine fatale Entwicklung anstoßen – sie ist längst Realität. Der mediale Impakt-Faktor war eher als konsequente und enthüllende Maßeinheit der schon längst vorhandenen perversen Realität gedacht.

    Geht sie schon – wenn man versucht, objektiv zu bleiben. Gilt aber nur noch mediale Präsenz als Maßstab, ist bereits mein Lösungsansatz falsch...
    Das kannst du nur sehr schwer trennen! Wenn man es überhaupt trennen kann. Es liegt nun mal im Wesen des Startums, dass es einzig und allein von der medialen Präsenz lebt. Mediale Präsenz ist aber auch nicht allein negativ zu verstehen – auch die künstlerische Leistung selbst ist doch ein Teil dieser Präsenz.

    Du stößt letztlich aber wieder auf die alte - und meiner Meinung nach unlösbare - Frage: Was ist Kunst? Und wie will man künstlerische Leistung messen? Ein objektives Maß dafür gibt es nicht.

    Du selbst hast es anhand der Chart-Platzierungen, der Anzahl der Top-Hits und dem Aspekt der musikalischen Zeitlosigkeit versucht. Die beiden ersten mögen zwar objektiv sein, sind aber oberflächlich und berücksichtigen nicht zwangsläufig die musikalische Qualität. Zudem sind sie beeinflusst von Zeitgeist und medialer Präsenz.
    Letzterer Aspekt berücksichtigt zwar die musikalische Qualität, ist aber nicht objektiv. Die musikalische "Zeitlosigkeit" ist abhängig vom kollektiven Gedächtnis und das ist geprägt von der medialen Präsenz (siehe Laupers Hits).

  5. #134
    Benutzerbild von bubu

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    und um die Textwüsten mal wieder etwas aufzulockern


  6. #135
    Benutzerbild von Lutz

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    @bubu

    Ich habe nur den quantitativen Output und den kommerziellen Erfolg der Alben der ersten fünf Jahre von Spears, Aguilera und Madonna verglichen. Du wirst jetzt sicher immer noch den Einwand erheben, der künstlerische Gehalt bleibe bei solch einer Betrachtungsweise auf der Strecke. Das stimmt natürlich, aber über künstlerischen Gehalt von Musik lässt sich vortrefflich streiten. Wie will man es sonst objektiv messen?
    OK, "messen" wir den Gehalt an den Verkaufszahlen. Dann ist Bohlens Buch das Nonplusultra, eines des besten Bücher überhaupt und Modern Talking ein Meilenstein der Musikgeschichte.

    Irgendwelche Statistiken rauszukramen wer in welchem Alter was wieviel verkauft hat und damit Vergleiche anzustellen halte ich für etwas eindimensional.

    Ich finde ein guter Gradmesser ist das Feedback in den Medien. Und damit meine ich das Gesamtbild z.B. aus durchaus bedeutenden Publikationen der 80er (z.B. ME/Sounds, Melody Maker, NME, etc), und eben auch das Feeling was man selbst hatte als "Zeitzeuge". Natürlich gehören auch die Verkaufszahlen dazu. Aber eben nicht nur.

    BTW: Madonnas Bedeutung konnte man auch gut daran ablesen wie viele kleine Madonnas plötzlich auf der Straße rumliefen. Und das über Jahre hinweg..

    Torsten schrieb:

    "Zumindest würde man eine echte potenzielle neue Madonna ohne weiteres an außergewöhnlich gut ins Ohr gehenden und dort verharrenden Songs erkennen, die nicht nur die Teenie-Gemeinde ansprechen (Madonna-Titel wurden damals auch nicht selten von der Eltern-Generation gehört!). "

    Darauf bubu:

    "Wie bitte? Ich kannte damals niemanden über dreißig, der Madonna gut fand.
    Aber täusch dich da mal nicht: vielleicht spielt unser Alter da wirklich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und manche Songs brauchen auch einfach ihre Zeit, bis sie ins Ohr gehen."

    Das wäre mal eine interessante Frage die zu klären wäre. Leider fällt mir momentan niemand aus der angesprochenen Generation ein den ich fragen könnte. Aber eigentlich sind's ja die Journalisten aus der Zeit (83-85). Und die waren IMO wie gesagt zunächst wenig begeistert bis einschließlich "Like A Virgin". So ein Typ wie Peter Illmann, btw.

    bubu schrieb

    "Wenn Madonna die Queen of Pop ist, dann ist Cyndi Lauper für mich die Queen of Hearts. Sie hätte weiß Gott mehr nachträgliche Anerkennung verdient."

    Schön gesagt - "Time after time" ist einfach göttlich *schärm*

    "Tja, das ist wie mit der BILD-Zeitung und Pornos: beide werden von Millionen Menschen gekauft, aber komischerweise kennt man nie jemanden davon persönlich"

    Hast Du schon mal einen Porno gekauft? Ich nicht - und einmal im Leben eine Bildzeitung für den GMK-Leistungskurs in der Schule. Auch in meinem Freundeskreis liest *niemand* Bild - und ich bilde mir nicht ein nen irgendwie elitären zu haben...

    BTW: Irgendwer (Torsten?) hat mal einen schönen Vergleich zwischen Pornos und Kochbüchern angestellt: Schaust Du Dir auch Bilder von schönem Essen an wenn Du Hunger hast? (o.ä.)

    Lutz

    P.S. Hmmm - schönes Bild von Cyndi was Du da gepostet hast bubu

  7. #136
    Benutzerbild von compagnies

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    Hallo Leute!

    Das wird ja schon kriminell hier! Kann man sich das auch ausdrucken lassen? Es ist am Screen ja kaum noch zu verfolgen!

    1. Ich bekenne mich zu zwanzig Jahren Madonna-Fantum und weiß noch wie heute, wie meine Klassenkameradin mich anraunzte, als ich zu Erdkunde mit der "Like a Virgin"-LP erschien: "Findest Du die etwa gut?"
    JAAAAAA! Und ich bin heute stolzer Besitzer von 61 Madonna-Maxis und wenn die "Frau" Madonna mich ansprechen würde, dann würde ich Ehe brechen!

    2. Ich bekenne mich zu ? Jahren Unterstütztertum von Britney Spears. Habe mir ihre erste Single importieren lassen und finde "I was born to make you happy" einfach einen obergeilen Song.
    Mit ihrem "Image" kann ich überhaupt nichts anfangen und wenn die sich vor mir entblättern würde, dann gäbe ich ihr einen Hustensaft.

    3. Ich bin Großer Aguilera-Sympathisant ohne eine einzige Platte von ihr. Ich finde, sie hat eine fantastische Stimme und stelle das Radio zu ihren Songs gerne lauter. Ich halte sie für sehr talentiert und ein solches Mädchen hatte ich mir mit 18 immer gewünscht!

    PS: Kann jemand von euch zu diesem Thema für kurze Zeit ein Bild ins Netz stellen, zu dem ich dann verlinken könnte?

  8. #137
    Benutzerbild von bubu

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    @Lutz

    Lutz postete
    Irgendwelche Statistiken rauszukramen wer in welchem Alter was wieviel verkauft hat und damit Vergleiche anzustellen halte ich für etwas eindimensional.
    Ich habe nicht damit angefangen.

    Ich finde ein guter Gradmesser ist das Feedback in den Medien. Und damit meine ich das Gesamtbild z.B. aus durchaus bedeutenden Publikationen der 80er (z.B. ME/Sounds, Melody Maker, NME, etc), und eben auch das Feeling was man selbst hatte als "Zeitzeuge". Natürlich gehören auch die Verkaufszahlen dazu. Aber eben nicht nur.
    Da bin ich ganz deiner Meinung, aber wir drehen uns im Kreis - ich hatte ja wiederholt geschrieben, dass ich aus meiner Erinnerung und meiner damaligen Wahrnehmung her in den Jahren 83/84/85 Cyndi Lauper und Madonna als ebenbürtig empfand. Daraufhin hat Torsten versucht, anhand der Singles und deren Platzierungen zu gewichten.
    Nur die Medien zu nehmen, ist auch so eine Sache. Da werden Leute ja schnell runtergemacht oder hochgepusht. Es ist und bleibt schwierig, einen Künstler zu beurteilen. Das hatte ich ja geschrieben.

    BTW: Madonnas Bedeutung konnte man auch gut daran ablesen wie viele kleine Madonnas plötzlich auf der Straße rumliefen. Und das über Jahre hinweg..
    Kleine Cyndis gab es auch jede Menge. Übrigens: sah nicht Madonna selbst in "Susan verzweifelt gesucht" aus wie Cyndi Lauper?



    Das wäre mal eine interessante Frage die zu klären wäre. Leider fällt mir momentan niemand aus der angesprochenen Generation ein den ich fragen könnte. Aber eigentlich sind's ja die Journalisten aus der Zeit (83-85). Und die waren IMO wie gesagt zunächst wenig begeistert bis einschließlich "Like A Virgin". So ein Typ wie Peter Illmann, btw.
    Allerdings, das waren sie wirklich nicht. Ich erinnere mich sehr gut, dass Madonna sehr zwiespältig aufgenommen wurde. :\

    Hast Du schon mal einen Porno gekauft? Ich nicht - und einmal im Leben eine Bildzeitung für den GMK-Leistungskurs in der Schule. Auch in meinem Freundeskreis liest *niemand* Bild - und ich bilde mir nicht ein nen irgendwie elitären zu haben...
    Gegenfrage: muss man sich Britneys Mucke denn gleich KAUFEN ?


    Grüße
    bubu

  9. #138
    Benutzerbild von bubu

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    compagnies postete
    Hallo Leute!

    Das wird ja schon kriminell hier! Kann man sich das auch ausdrucken lassen? Es ist am Screen ja kaum noch zu verfolgen!

    1. Ich bekenne mich zu zwanzig Jahren Madonna-Fantum und weiß noch wie heute, wie meine Klassenkameradin mich anraunzte, als ich zu Erdkunde mit der "Like a Virgin"-LP erschien: "Findest Du die etwa gut?"
    JAAAAAA! Und ich bin heute stolzer Besitzer von 61 Madonna-Maxis und wenn die "Frau" Madonna mich ansprechen würde, dann würde ich Ehe brechen!

    2. Ich bekenne mich zu ? Jahren Unterstütztertum von Britney Spears. Habe mir ihre erste Single importieren lassen und finde "I was born to make you happy" einfach einen obergeilen Song.
    Mit ihrem "Image" kann ich überhaupt nichts anfangen und wenn die sich vor mir entblättern würde, dann gäbe ich ihr einen Hustensaft.

    3. Ich bin Großer Aguilera-Sympathisant ohne eine einzige Platte von ihr. Ich finde, sie hat eine fantastische Stimme und stelle das Radio zu ihren Songs gerne lauter. Ich halte sie für sehr talentiert und ein solches Mädchen hatte ich mir mit 18 immer gewünscht!

    PS: Kann jemand von euch zu diesem Thema für kurze Zeit ein Bild ins Netz stellen, zu dem ich dann verlinken könnte?
    Ahh endlich mal einer, der sich outet - und das gleich dreimal! Bravo!

    compagnies, jetzt musst du nur noch zugeben, dass du auch Pornos kaufst und BILD liest

    Viele Grüße
    bubu

  10. #139
    Benutzerbild von Lutz

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    @compagnies

    Das wird ja schon kriminell hier! Kann man sich das auch ausdrucken lassen? Es ist am Screen ja kaum noch zu verfolgen!
    Meine Rede! Will ne anständige Druckfunktion *heul* !

    Soll ich ein Bild für Dich hochladen? Wenn es nicht zuuu groß ist kann ich das gerne machen. (also so max. 100-150 KB). Hab nur ein 56k Modem Dann mail mir das - Adresse siehe profil...

    @bubu

    Da bin ich ganz deiner Meinung, aber wir drehen uns im Kreis - ich hatte ja wiederholt geschrieben, dass ich aus meiner Erinnerung und meiner damaligen Wahrnehmung her in den Jahren 83/84/85 Cyndi Lauper und Madonna als ebenbürtig empfand. Daraufhin hat Torsten versucht, anhand der Singles und deren Platzierungen zu gewichten.
    Ich würde es mal so sagen. Himbeereis und auch Schokoladeneis ist sehr lecker. Was ist nun "besser" ? Genau.

    Nur die Medien zu nehmen, ist auch so eine Sache. Da werden Leute ja schnell runtergemacht oder hochgepusht. Es ist und bleibt schwierig, einen Künstler zu beurteilen. Das hatte ich ja geschrieben.
    Richtig. Allerdings ist das mit dem Hype ja so das er so schnell verpufft wie eine Seifenblase. Und wenn Madonna dann nach zwei Jahren immer noch auf dem Titel vom NME auftaucht muß da einfach was dran sein.

    Übrigens: sah nicht Madonna selbst in "Susan verzweifelt gesucht" aus wie Cyndi Lauper?
    Hmm - fand ich nicht so. Was jetzt aber nicht heissen soll das Cyndi irgendwie "schlechter" aussah. BTW: Susanna Arquette (SP?) sah finde ich in dem Streifen mindestens so nett aus wie Madonna...

    Ich erinnere mich sehr gut, dass Madonna sehr zwiespältig aufgenommen wurde
    In irgendeiner Sendung kam auch mal so ein Kommentar zur Anmoderation des "Like A Virgin" Clips...

    Lutz

  11. #140
    Benutzerbild von Lutz

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    ...damit niemand sagt dieser Thread bestünde nur aus schwer zu verfolgenden Textwüsten



    Lutz "intothegroove" G

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