Seite 15 von 20 ErsteErste ... 5111213141516171819 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 141 bis 150 von 200

Der am meisten überschätzte Rock-/pop-act

Erstellt von Torsten, 29.01.2003, 00:10 Uhr · 199 Antworten · 19.116 Aufrufe

  1. #141
    Benutzerbild von bubu

    Registriert seit
    29.05.2002
    Beiträge
    1.632
    genau!




    bubu just want to have fun

  2.  
    Anzeige
  3. #142
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Hat'n bisschen gedauert, aber besser spät als nie...

    @ Lutz:
    Irgendwie hab ich's so in Erinnerung das ich recht früh ein Tape mit diversen Madonna Songs hatte. Schon so 1983. Damit bin ich dann immer mit Walkman bewaffnet durch die Gegend geradelt...
    Wie biste denn damals auf die Dame aufmerksam geworden?
    Mir hat insbesondere ihr prägnanter Tanzstil gefallen.
    Hää? Gerade den finde ich bei - zugegebenermaßen heutiger - Betrachtung ja so... wie soll ich sagen... grottig!?! Wenn ich da an die "Holiday"-Auftritte denke...
    Absolut - das war dann keine Frage mehr. Ich glaube in der Zeit hielten meine Kumpels auch schon die Klappe (die hörten mehr so YES und Chicago, btw)
    Tja, hättste dich mal mit Modern Talking-Fans umgeben - dann wärste damals schon der King gewesen...
    Meine These ist das mit "Material Girl" sowas wie ein Umbruch in der Presse kam.
    Soweit ich weiß, hat sie sich Jahre später pikanterweise ausgerechnet von diesem Song distanziert, weil ihr der Text wohl etwas peinlich war...
    OK, "messen" wir den Gehalt an den Verkaufszahlen. Dann ist Bohlens Buch das Nonplusultra, eines des besten Bücher überhaupt und Modern Talking ein Meilenstein der Musikgeschichte.
    Ich weise darauf hin, dass auch ich nicht Verkaufszahlen und Chartsplatzierungen angeführt habe, sondern einzig und allein die Klassifizierung diverser Songs als zeitlose Evergreens. Mehr dazu in meinen Ausführungen an bubu...

    Andererseits: Dein beliebter Verweis auf die "Bild"-Zeitung oder Bohlen'sche Verkaufserfolge hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, frei nach dem Motto: Absatzzahlen sagen grundsätzlich niemals etwas über Qualität aus - dafür gibt es auch genügend Gegenbeispiele. Ich gehe da z. B. absolut konform mit Andrew Oldham, der in seiner Begründung, warum er ABBA - wie ich - für die Größten hält, u. a. schreibt:

    "Aber Pop bedeutet auch, in Australien so viele Platten verkauft zu haben, dass jeder Haushalt eine Scheibe besitzt - eine ABBA-Scheibe. So haben wir es in der Schule gelernt, und wir gehen davon aus, dass die phantastischen Vier und die bösen Fünf in die gleiche Klasse gegangen sind."

    Ich halte es für wichtig, hier zu differenzieren: Es gibt Schrott, der sich blendend verkauft - und es gibt auch Qualität, die ebenso hohe Verkaufszahlen erzielt. Man denke an Produkte wie "Nutella" oder "Tempo"-Taschentücher. Von daher halte ich den bevorzugten Vergleich mit der "Bild"-Zeitung auch für irreführend.
    BTW: Irgendwer (Torsten?) hat mal einen schönen Vergleich zwischen Pornos und Kochbüchern angestellt: Schaust Du Dir auch Bilder von schönem Essen an wenn Du Hunger hast? (o.ä.)
    Dieser Satz kann nicht von mir stammen, weil ich ihn erstens dämlich finde (der Autor dieses Spruchs scheint ein verklemmtes Verhältnis zum Thema "Selbstbefriedigung" zu haben) und zweitens schon immer eine Aversion hatte gegen die Verquickung von 5ex und Lebensmitteln...

    Ich habe mir im Laufe der Jahre zwei (oder drei? ) Pornos gekauft, die in Videotheken aussortiert wurden. Allerdings waren die ziemlicher Murks und wurden mir irgendwann aus'm Keller geklaut. So wurde der Dieb wenigstens etwas bestraft...

    So, Lutz, angesichts dieses Outings hoffe ich, dass du schnellstmöglich aus deiner Schockstarre erwachst, damit du den Rest noch lesen kannst...
    Ich würde es mal so sagen. Himbeereis und auch Schokoladeneis ist sehr lecker. Was ist nun "besser"?
    Schokoladeneis! Was für eine Frage...


    @ bubu:

    Schön, dass man hier so angeregt diskutieren kann. Das sorgt für einen ausgewogenen Adrenalinpegel, wenn man mal gerade nix zum Poppen hat. Und die Pornos aus'm Keller sind ja auch nich' mehr greifbar...
    Torsten, irgendwie ahnte ich, dass du dieses Mal besser auf das Thema Cyndi Lauper vorbereitet sein würdest - und die obligatorische "Feldforschung" im Freundeskreis durfte auch dieses Mal nicht fehlen.
    Dein entsprechender Kommentar dazu allerdings auch nicht... Du siehst: Onkel Pawlow hätte seine wahre Freude an uns...

    Ich gebe aber zu, dass diese Miniatur-Umfragen 'ne kleine Marotte von mir sind. Denn bevor ich bestimmte Behauptungen mit Allgemeinsgültigkeits-Anspruch absondere, vergewissere ich mich ersma, ob ich mit meiner Einschätzung nicht allein auf weiter Flur stehe...
    Aber vorweg möchte ich erst noch mal was zu meinen Schützlingen Britney Spears und Christina Aguilera sagen (ja, so langsam gefalle ich mir in der Rolle des Anwalts der beiden, wenn ihr mir wahrscheinlich auch gar nicht glauben könnt, wie absurd ich mir eigentlich dabei vorkomme - ausgerechnet ich nehme hier Britney in Schutz! Aber einer muss es ja tun
    ... und wenn du so weitermachst, glauben wir dir am Ende wahrscheinlich noch. Ich hoffe, du bist dir deiner immensen Verantwortung bewusst...
    Ich möchte nur mal an eines erinnern: Spears ist seit 1998 im Geschäft. Da war sie gerade mal 17 Jahre alt! 17! Eigentlich noch ein Kind. In den fünf Jahren seitdem hat sie vier Alben herausgebracht (das aktuelle erscheint am 18. November). Aguilera hat ihr erstes Album 1999 mit 19 Jahren herausgebracht, und seitdem ebenfalls vier Alben gemacht. Madonna hingegen war wesentlich älter als es bei ihr losging. Sie hat ihr erstes Album 1983 im Alter von 25 Jahren veröffentlicht. In ihren ersten fünf Jahren hat sie fünf Alben veröffentlicht.
    Tja... Ich kann mit deinem Verweis auf das Lebensalter nicht allzu viel anfangen. Da halte ich mich an den Spruch unseres Alt-Kanzlers: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Und wenn ich von "Leistung" spreche, dann meine ich damit in erster Linie Pop-Songs mit sehr langer Halbwertszeit - andere Aspekte habe ich hier gar nicht in Betracht gezogen.

    Nun, wenn man es als besonderen Verdienst ansieht, dass sich ein Teenie mit auf den Leib geschneidertem Image und vorproduzierten Songs über mehrere Jahre im Geschäft hält - bitteschön, dann will auch ich einer Britney Spears ihre "Leistung" nicht absprechen. Natürlich gehört eine gewisse Zähigkeit und Disziplin dazu, das weiß man ja spätestens, seitdem die Macher der unzähligen Casting-Shows gebetsmühlenartig darauf hinweisen. Irgendwie erinnert mich das dann aber an vermeintlich gute Arbeitszeugnisse, in denen Pünktlichkeit und Arbeitswillen hervorgehoben werden...
    Also, von wegen nichts können! Im Alter von 17 Jahren mit dem Debüt-Album gleich einen Top-Seller landen - auch wenn nicht selbst geschrieben und produziert - das muss man erst mal schaffen!
    Meine These: Es gibt Tausende halbwegs talentierte Mädels auf diesem Planeten, die das auch gepackt hätten - daher mein Vorwurf der austauschbaren Beliebigkeit. Und hierin sehe ich eben auch einen der wesentlichen Unterschiede zu Madonna, die ich schon für ziemlich einzigartig halte...

    Im Übrigen sollte man auch mal die völlig unterschiedlichen Medienwelten in Betracht ziehen, die Anfang/Mitte der 80er bzw. um 2000 herum das Pop-Business bestimmten. Zu der Zeit, als Madonna groß wurde, war in Deutschland/Europa noch nix mit Musik-Sendern, optische Präsenz beschränkte sich da noch hauptsächlich auf wenige Sendungen wie "Formel Eins" oder "Musikladen". Kein Vergleich zu dem Sperrfeuer, mit dem MTV und Konsorten heute aus allen Rohren schießen und mit ihren Hot/Heavy Rotations eine visuelle Promotionswucht in Gang setzen, gegen die das Marketing vor 20 Jahren fast schon steinzeitlich anmutet.

    Da hat man als halbwegs kritischer Konsument dasselbe Gefühl, das einen auch angesichts der mittlerweile beeindruckenden technischen Spielereien beschleicht, mit denen in modernen Kino-Streifen Special Effects generiert werden: Irgendwie hat das alles den Mythos des "Besonderen" verloren. Fiel den Leuten damals bei "Star Wars" oder "Alien" noch reihenweise die Kinnlade runter, ist man heute kaum noch zu beeindrucken - denn man weiß ja: Mit modernster Technik ist eh fast alles möglich.

    Damit es aber dennoch sowas wie "Stars" gibt - denn die sorgen ja für die klingelnden Kassen -, die der Masse das "Besondere" vorgaukeln, wird gehyped, was das Zeug hält. Da wird Durchschnitt eben zum Verkaufsschlager und Anti-Talente wie Küblböck mutieren zu Teenie-Idolen. Übertreibung wird das Marketing-Instrument schlechthin, und wenn man es nur oft genug sendet, glauben es die Leute auch irgendwann. Naja: Wenigstens ist es beruhigend zu sehen, dass nicht nur die Deutschen auf derlei Gehirnwäsche reinfallen...

    Es gibt einen ganz anderen Punkt, den man an meiner Argumentation kritisieren könnte. Ich schrieb ja, dass Britney Spears bisher maximal drei Titel abgeliefert habe, denen ich das Zeug zu Pop-Klassikern zutraue. Das impliziert aber, dass meine alten Maßstäbe auch zukünftig noch gelten werden; zeitloses Charisma haben für mich ja nur Songs mit harmonischen Melodien, also mit Ohrwurmcharakter.

    Wenn man sich aber die Mucke der letzten Jahre anschaut, wird klar: Auf Melodie kommt es immer weniger an. Die meisten Hits der jüngeren Vergangenheit zeichnen sich aus durch Rhythmus und Tanzbarkeit; immer öfter lassen sich Musik-Hörer auch durch vermeintlich "neue Sounds" faszinieren - Hauptsache, es klingt nicht mehr so wie gestern. Bis vor einiger Zeit war ich noch der Meinung: Würden ABBA heute noch Mucke machen, würden sie immer noch alles abräumen. Ich glaube mittlerweile, dass das ein Irrtum ist - die junge Generation ist einfach auf eine andere "Struktur" von Pop-Songs konditioniert. Insofern werden vielleicht auch die in meinen Augen stinklangweiligen Titel später mal als Klassiker gefeiert werden - ein Gedanke, den ich zugegebenermaßen ziemlich ernüchternd finde...

    Genauso ernüchternd übrigens wie die aktuelle "Bravo Hits", die ich mir letzte Woche bei bamalama mal angehört habe. Da waren auf den beiden Scheiben höchstens zwei Titel dabei, die uns einigermaßen gefielen. Nun könnte man sagen: Wir werden alt und machen gerade die Zäsur durch, die auch frühere Generationen in Bezug auf Pop-Musik erlebten. Wenn ich mir aber vor Augen halte, dass ich eigentlich fast jede Art von Musik höre - von Klassik bis Techno -, sofern die Melodien stimmen, mag ich mich mit dieser Begründung nicht abfinden. Bis ca. 1995 hat mir ein Teil der Kommerz-Mucke noch gefallen, ab da ging's bergab. Und bei der Suche nach dem Grund stoße ich am Ende immer wieder auf das gleiche Ergebnis: Es gibt kaum noch Titel, die einem flux ins Ohr gehen und dort für immer hängen bleiben. Das meiste fließt unspektakulär oder gar langweilig vor sich hin, und wenn man doch mal einen schönen Titel hört, sind's in 95% aller Fälle Cover-Versionen alter Hits. Bei einer solchen Entwicklung ist es zwangsläufig, dass die Ansprüche der Konsumenten - insbesondere jüngerer und heranwachsender Generationen - sukzessive sinken. Wenn man als junger Musikhörer mit so einer drögen Soße aufwächst, wie sie seit einigen Jahren aufgetischt wird, empfindet man dies natürlich als normal und lechzt nach jeder Sau, die von den Massenmedien durch die Dörfer getrieben wird.
    Auch wer die Songs geschrieben und produziert hat, habe ich auch nicht berücksichtigt (bei Aguilera meine ich aber zu wissen, dass sie die meisten ihrer Songs selbst schreibt und produziert. Bei Spears ist davon eher nicht auszugehen).
    Kleine Anekdote am Rande: Als ich vor einiger Zeit mal die "Bravo - The Hits '99" durchgehört habe, fiel mir eine markante Ähnlichkeit zwischen "Larger Than Life" von den Backstreet Boys (das mir gut gefällt) und Britneys Debütsingle ("... Baby One More Time") auf. Und zwar nicht nur in Bezug auf den Sound, sondern auch im Hinblick auf die Ohrwurmqualitäten. Schnell mal das Booklet rausgezogen und in die Credits geschaut - bingo: Bei beiden Titeln taucht ein gewisser Max Martin als Songautor auf.

    Damit wurde erneut eine weitere Vermutung von mir bestätigt: Es gibt eben nur eine Hand voll Musiker - heute scheinbar weniger als früher - mit der Fähigkeit, markant-harmonische Melodien zu kreieren. Ein weiteres Beispiel dafür ist der sympathische, da ungewöhnlich bodenständige Nettetaler DJ und Dancefloor-/Techno-Produzent Sash!, der einer der ganz wenigen Protagonisten seines Genres ist, die für mein Empfinden den "Dreh" raushaben. Zumindest reichte mir bei seinen Titeln "Ecuador", "La Primavera" und "Adelante" ein einziges Hör-Erlebnis, um den Kauf der jeweiligen CDs auszulösen. Vom Stil her eigentlich nix anderes als das restliche Gros der kommerziellen Club-Mucke, stechen diese Produktionen aber eben durch echte Ohrwurm-Qualitäten hervor. Und das ist es, was ich heute so sehr vermisse. Nicht die besonders anspruchsvolle Musik, deren Qualität sich erst nach mehrmaligen Hören erschließt und die es bis heute wohl genauso gibt wie früher - sondern einfach das, was ich damals auch in meinem Thread "ABBA, Modern Talking und die Sache mit den Ohrwürmern" beschrieben habe...
    Ich habe nur den quantitativen Output und den kommerziellen Erfolg der Alben der ersten fünf Jahre von Spears, Aguilera und Madonna verglichen. (...) Und da du ja dieses Vorgehen beim Vergleich Lauper / Madonna selbst eingeleitet hast, nehm' ich das jetzt einfach mal ganz frech auf.
    Du hast meine Auflistung der Madonna- und Cyndi-Lauper-Titel offensichtlich etwas missverstanden. Diese Übersichten hatten nicht den Zweck, den kommerziellen Erfolg anhand von Chartsplatzierungen (die ich überhaupt nicht in Betracht gezogen habe) zu belegen - sondern sollten lediglich aufzeigen, dass Madonna einfach das größere Kontingent an zeitlosen Klassikern aufzubieten hat (einige Songs von ihr, die auch noch platziert waren, hab ich ja weggelassen). Und das deckt sich natürlich mit den in den Charts gelisteten Titeln...

    Insofern müsstest du mir eigentlich einen viel schwerwiegenderen Vorwurf machen: Nämlich dass ich mir anmaße, Zeitlosigkeit und Bedeutung der Songs aus meiner subjektiven Sicht heraus mit dem Anspruch der Allgemeingültigkeit zu beurteilen. Mehr dazu aber gleich weiter unten...
    Dafür muss man Spears und Aguilera aber zugute halten, dass sie blutjung waren, als sie anfingen. Madonna war zu Beginn ihrer Karriere acht bzw. sechs Jahre älter als Spears und Aguilera! Die Mädels haben also noch jede Menge Zeit sich musikalisch zu entwickeln.
    Na gut... einverstanden! Dann unterhalten wir uns nochma in zehn Jahren über das Thema. Sollte ich dann mit meiner Einschätzung daneben gelegen haben, gibt's 'nen Kasten Bier frei Haus...
    Auch dies bezweifle ich - zumindest hat man dieses Gespür mit Sicherheit nicht in einem Alter von zwölf Jahren.
    Das habe ich allerdings ebenso wenig behauptet. Ich schrieb ja nicht, dass ich damals schon den Weitblick hatte, sondern:
    Wer ein Gefühl für zeitlose Hits hat, wusste bereits in den Anfangsjahren, dass sie einen ganzen Haufen an Pop-Klassikern abgeliefert hatte - das ist es, was einen Ausnahme-Interpreten auszeichnet.
    Damit meinte ich natürlich nicht mich selbst, sondern Menschen, die damals schon älter und "kompetenter" waren. De facto hab' ich mich damals allenfalls durchschnittlich für Musik interessiert und mich mit solchen Themen überhaupt noch nicht beschäftigt.
    Ich kann dazu jedenfalls nur für mich sprechen: mit zwölf fand ich eine Menge Songs gut. Einige davon sind heute noch All-time-Classics, andere nicht.
    Bei mir würde ich dieses Verhältnis auf ca. 80:20 einschätzen. Meine überheblich anmutende Attitüde, Musik-Titel in Kategorien einzuteilen, wie ich es mit den Cyndi-Lauper-Songs gemacht habe, begründet sich aus meinem seit jeher auffällig "massen-kompatiblen" Geschmack. Was mir nicht selten auch etwas zu schaffen macht - gerne würde ich mich für wesentlich mehr Mucke abseits des Mainstreams interessieren. Aber ich kann mich ja schließlich nicht dazu zwingen, etwas gut zu finden...

    Ein gutes Beispiel ist der Hit des Jahres 1992: Als ich Snaps "Rhythm Is A Dancer" zwei oder drei Wochen vor Erscheinen des Titels in einer Disco hörte, war ich vom ersten Moment an wie elektrisiert. Es dauerte keine zwei Minuten, bis ich hinter dem DJ stand, um herauszufinden, was für einen geilen Track der da zum Teufel spielte. Ich ließ mir die Infos auf'n Zettel schreiben und versuchte am darauffolgenden Montag zunächst mal vergebens, die Scheibe zu kaufen. In der Folgezeit schilderte ich meinen Freunden meine Begeisterung in den schillerndsten Farben und erwartete fieberhaft die Veröffentlichung der CD. Als das Teil dann endlich auf den Markt kam, waren fast alle um mich herum ebenfalls Feuer und Flamme und rannten in die Läden. Ich erinnere mich noch daran, dass ich damals bereits der Meinung war, hier einen der besten Titel der 90er zu hören.

    Lange Rede, kurzer Sinn: "Rhythm Is A Dancer" ist aufgrund seiner simpel-genialen Melodie für mich bis heute der beste Track der vergangenen Dekade. Soweit ich weiß, war er auch der erfolgreichste - und wurde bis heute schon diverse Male gecovert, was ja auch ein nicht zu unterschätzender Gradmesser für die Bedeutung eines Songs darstellt.
    Ich glaube, ob sich ein Song ins kollektive Gedächtnis einmeißelt oder nicht, hängt noch von einigen anderen Faktoren ab, die nichts mit Ohrwurm-Potenzial oder musikalischer Qualität zu tun haben. Ich denke, der pure Zufall spielt dabei auch eine nicht unwesentliche Rolle.
    Dem will ich gar nicht widersprechen, zumal ja - wie ich oben bereits angesprochen habe - gerade heutzutage offensichtlich noch ganz andere Faktoren leider den Ton angeben. Man denke an die schlimmste Nummer Eins, die die deutschen Hitparaden je hervorgebracht haben: den nervtötenden "Flat Beat" von Mr. Oizo, der nur durch die Werbung mit diesem potthässlichen Stoffknäuel zu Charts-Ehren kam. Ohne diese visuelle Unterstützung wäre der Track - wie so einige andere auch - niemals einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

    Umgekehrt fragt man sich, warum zwei der schönsten 80er-Ohrwürmer - "Rush Hour" von Jane Wiedlin und "I Love My Radio" von Taffy - heute nur noch echten Fans ein Begriff sind und schon damals nur in den unteren Gefilden der Charts zu finden waren (Plätze 57 bzw. 35). Egal, wie die Antwort lautet - in jedem Falle wird deutlich, dass ganz bestimmte Mechanismen greifen müssen, um aus einem Song einen echten Hit zu machen.

    Dessen ungeachtet bleiben Ohrwurm-Qualitäten wahrscheinlich dennoch das entscheidende Kriterium - anders ist die zeitlose Popularität der Beatles und von ABBA jedenfalls nicht zu erklären...
    Wie willst du das trennen? Und glaubst du im Ernst, dass das bei Madonnas Werdegang nicht auch ein entscheidender Faktor war? Sähe Madonna nur halb so gut aus, sie wäre mit Sicherheit nicht so weit gekommen.
    Die Trennung ist ziemlich simpel: Man hinterfragt, ob sich ein Titel aufgrund seiner Qualität oder nur wegen der Tatsache, dass er auf allen Sendern rauf- und runtergedudelt wurde, ins Gedächtnis gemeißelt hat. Geht er einem sonst nach einiger Zeit eigentlich eher auf'n Senkel oder wird er einem wohl für alle Zeiten gefallen?

    Was Madonna angeht: Dass auch sie die visuelle Medienästhetik genutzt hat, hab ich innerhalb dieser Diskussion ja bereits eingeräumt. Du wirst aber doch nicht bestreiten wollen, dass sich dies in den letzten 20 Jahren potenziert hat!?! Die Sache mit dem Aussehen würde ich ähnlich einschätzen, zumal Madonnas öffentliche Auftritte in erster Linie von 5exueller Provokation geprägt waren. Allerdings habe ich auch nicht behauptet, dass Britney & Co. nur noch aufgrund derlei Vorzüge ihre Erfolge feiern. Des weiteren sage ich lediglich: Zu Optik und Vermarktung sollte auch ein musikalisches Fundament kommen. Oder willst du behaupten, dass du das bei einem Küblböck auch nicht mehr trennen kannst?
    Und ich behaupte auch mal ganz dreist: hätte sie in den 90ern nicht mit ihrem 5ex-Ding so provoziert und sich im Gerede gehalten - diese Dekade hätte sie musikalisch nicht überlebt.
    Gut möglich. Das würde der Qualität ihrer 80er-Songs aber keinen Abbruch tun - und ihrem Status somit wohl auch nicht...
    Wie bitte? Ich kannte damals niemanden über dreißig, der Madonna gut fand.
    Ich schon - vor allem meine Eltern. Die haben sich später auch direkt die "Immaculate Collection" zugelegt...
    Und manche Songs brauchen auch einfach ihre Zeit, bis sie ins Ohr gehen.
    *grins* bubu, dann sind es doch gar keine echten Ohrwürmer mehr. Die zeichnen sich nun mal genau dadurch aus, dass sie spätestens mit dem zweiten oder dritten Hören im Gedächtnis haften bleiben. Wovon ich rede, ist die Kategorie, von der jeder halbwegs gescheite Pop-Produzent träumt: einmal gehört und nie wieder vergessen.

    In diesem Zusammenhang fällt mir gerade die Anekdote ein, die zu ABBAs "Dancing Queen" dokumentiert ist (den ich für den besten Pop-Song aller Zeiten halte): "Presumably, the group knew they were on the right track when Frida started crying the moment she first heard the backing track. The beauty of the melody and the production had truly struck a chord with her."

    Nun muss man ja nicht gleich bei jedem gelungenen Song in Tränen ausbrechen - aber die kleine Geschichte verdeutlicht dennoch, was ich meine...
    Das Ergebnis deiner Umfrage verwundert mich nicht. Da Madonna seit den 80ern nonstop im Business war, sind zwangsläufig auch ihre Hits - alte wie neue - immer wieder im Durchlauf und damit präsenter. Es ist nun mal so, dass von aktiven Stars auch öfter alte Hits gespielt werden. Das hat natürlich Einfluss auf die Aufnahme derselben ins kollektive Gedächtnis.
    Ob alte Hits auch später noch immer wieder rauf und runter gespielt werden, hat meiner Meinung nach wesentlich weniger mit der aktuellen Popularität des jeweiligen Interpreten zu tun, als du vermutest. Fakt ist jedenfalls, dass "Time After Time" oder "Girls Just Want To Have Fun" genauso häufig aufgelegt werden wie die alten Madonna-Klassiker und prominente Dauer-Gäste auf allen möglichen 80er-Samplern sind. Nur: Wo sonst nix ist, kann auch nix gespielt werden. Wer viele zeitlose Hits vorzuweisen hat, wird eben auch wesentlich häufiger präsent sein - so einfach ist das. ABBA stehen seit 20 Jahren auch nicht mehr in der Öffentlichkeit und werden trotzdem immer wieder gerne gespielt.

    Da beißt die Maus keinen Faden ab: Am Ende zählt nur, was du an All-Time-Classics hinterlässt. Dann interessiert auch keinen mehr, wie du dich damals in der Öffentlichkeit präsentiert hast. Was bleibt, sind einzig die Songs, die darüber entscheiden, welchen Stellenwert du später haben wirst. Oder fragt außer Fans und Fachleuten irgendeiner danach, wie sehr Mozart seinerzeit geliebt oder gehasst wurde?!?
    Bei meinen Recherchen bin ich aber auf den Hinweis gestoßen, dass Cyndi Lauper vor allem auch durch ihre innovativen Musikvideos und ihr Outfit stilprägend für die 80er war. Und ich denke, das wird keiner bestreiten - Cyndis flippiges und buntes Äußeres, das waren die 80er. Insofern war ihr Einfluss und ihr Ruhm nicht nur durch ihre Musik begründet.
    Letztere Aussage bestätigt ja nur, was ich soeben ausführte: Das, was einen Interpreten zum Zeitpunkt seines Schaffens außer seiner Musik sonst noch berühmt macht, ist hinterher irrelevant. Mit Ausnahme der Videos vielleicht - wenn's sich um so kultige Exemplare wie das zu "Girls Just Want To Have Fun" handelt, werden auch sie mit Hilfe der Musiksender lange Zeit begeistern können.
    Und auch beim erneuten Hören kann ich nur sagen, was für ein fantastisches Album "She's So Unusual" ist.
    Kann ich nicht nachvollziehen. Insgesamt ist es für mich ein sehr durchschnittliches Album, Songs wie "Witness" oder "I'll Kiss You" finde ich gar regelrecht nervig. Ohne die großen Hits hätte die Scheibe in meinen Augen nichts, was sie aus der Masse herausheben würde.
    Wenn Madonna die Queen of Pop ist, dann ist Cyndi Lauper für mich die Queen of Hearts. Sie hätte weiß Gott mehr nachträgliche Anerkennung verdient.
    Solange sie so engagierte Fürsprecher wie dich hat, muss man sich ja keine Sorgen machen...
    Nicht immer nur auf die Medien prügeln.
    Glaub mir, bubu, wenn ich auf die Medien einprügle, dann sieht das wahrlich anders aus. Meine Aussage ist letztlich nur eine mit klaren Worten ausgesprochene Beschreibung des Ist-Zustands. Ich kann ja verstehen, dass du dich aus gewissen Gründen auf die Seiten der Medien schlägst, aber das hält mich nicht davon ab, meine Aversion gegen einen Teil dieser Gilde zum Ausdruck zu bringen. Angesichts des heuchlerischen und an Selbstgefälligkeit kaum zu überbietenden Habitus, der in der schreibenden und sendenden Zunft nicht selten vorherrscht, kann ich oftmals gar nicht mehr so viel essen, wie ich kotzen möchte. Allein beim Gedanken an die arrogante, zur Selbstkritik völlig unfähigen Attitüde, mit der vor einigen Wochen die Medien auf Rudi Völlers "Wutrede" reagierten, kommt mir der Kaffee hoch...

    Aber das hat ja nix mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun. Könnte man eventuell mal im OT-Block drüber diskutieren...
    Klar, die wollen auch ihren Teil vom Kuchen abhaben. Aber wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot. Es wird niemand dazu gezwungen, so einen Scheiß wie Küblböck zu hören. Und es wird auch niemand gezwungen MTV zu gucken. Also, wenn du Jugendlichen in dem Alter zutraust, ein Gehör für zeitlose Klassiker zu haben, warum machen sie dann davon nicht Gebrauch?
    Letztere Aussage hab' ich ja bereits richtig gestellt. Und die von dir zitierte alte Weisheit mit der Nachfrage und dem Angebot gilt speziell in der Musikbranche schon längst nicht mehr. Im Gegenteil: Mittlerweile ist es völlig unstrittig, dass die Musikindustrie und die sie flankierenden Verbreitungsmedien Stars selbst generieren (denke nur an "DSDS"!). Absolut treffend dazu ein Satz von Luftgitarre aus dem Thread "DSDS: Was haltet ihr davon?": "Die Musikindustrie SPRINGT nicht mehr auf Trends AUF; allenfalls beauftragt sie ein paar 'Experten' damit, sich einen neuen Trend AUSZUDENKEN. Und das Publikum folgt ggf. dem neuen Trend in Ermangelung von Alternativen und damit im Grunde nur aus Langeweile."

    Besser kann man's nicht auf den Punkt bringen. Luftgitarres Beitrag 002 aus dem erwähnten Thread ist überhaupt empfehlenswert, da er die aktuelle Geschäftspolitik eines großen Teils der Musikindustrie sehr anschaulich beschreibt.

    Und das Argument, es würde ja niemand zum Kauf dieses Schrotts gezwungen werden, empfinde ich fast schon als zynisch: Es ist doch bekannt, welche Manipulationsmacht die Massenmedien speziell auf junge Menschen ausüben. Wenn dem nicht so wäre, würde es ja schließlich auch keine Werbung im Allgemeinen und TV-Spots im Speziellen geben. Soziologen und Philosophen bezeichnen die heutigen Massenmedien auch nicht ohne Grund als vierte Gewalt im Staat. Prinzipiell ist ihre kritisch überwachende und kommentierende Funktion wichtig, aber in ihrer heutigen Ausprägung nutzen sie ihren Einfluss meines Erachtens in ungebührlicher Weise aus. Selbst die Politik vollzieht sich mittlerweile hauptsächlich als Medienästhetik, denn sie reagiert im Grunde heute nur noch auf ihre eigene Übertragung in den Medien: Statt die Welt zu beobachten, beobachten Politiker, wie sie von den Massenmedien beobachtet werden. Ich erinnere an das Beispiel von... wie wurde der Kerl nochma genannt... "Florida-Rolf" (?), den angeblich Sonne tankenden Sozialschmarotzer. Die "Bild" geilte sich so lange an diesem eigentlich lächerlich unbedeutenden Fall auf, dass hochrangige Volksvertreter sich allen Ernstes dazu berufen sahen, eine Novellierung der bestehenden Gesetzeslage anzukurbeln. Willkommen in Absurdistan!

    Aber verdammte Hacke, ich schweife schon wieder ab...
    Tja, das ist wie mit der BILD-Zeitung und Pornos: beide werden von Millionen Menschen gekauft, aber komischerweise kennt man nie jemanden davon persönlich...
    Nun, ich weiß nicht, wie gut du die Leute aus deinem Umfeld einschätzen kannst. Bei den von mir ins Auge gefassten Personen bin ich mir schon ziemlich sicher, dass auch heimlich keiner auf den Cheerleader-Pop einer Britney Spears steht. Mit den Pornos sieht das schon etwas anders aus...
    Der mediale Impakt-Faktor war eher als konsequente und enthüllende Maßeinheit der schon längst vorhandenen perversen Realität gedacht.
    Vorsicht: Die Einführung einer solchen Methode hätte eine affirmative Wirkung. Wer derlei Techniken forciert, unterstützt damit - und wenn nur unbewusst - die von dir erwähnte "perverse Realität". Das ist wie mit den unseligen Boulevard-Sendungen, die mit vorgeheucheltem ironischen Tonfall über mediale Fußpilze wie Naddel, Drews & Co. berichten: Genau durch diese Aufmerksamkeit fördert man nur deren nervtötende Dauer-Präsenz...
    Das kannst du nur sehr schwer trennen! Wenn man es überhaupt trennen kann. Es liegt nun mal im Wesen des Startums, dass es einzig und allein von der medialen Präsenz lebt. Mediale Präsenz ist aber auch nicht allein negativ zu verstehen - auch die künstlerische Leistung selbst ist doch ein Teil dieser Präsenz.
    Ich sehe mediale Präsenz ja auch nicht grundsätzlich als negativ und stimme dir zu, dass Startum sich aus ihr heraus begründet. Mir missfällt lediglich, dass heutzutage häufig kein vernünftiges Verhältnis mehr besteht zwischen Bedeutung und Aufmerksamkeit.
    Du stößt letztlich aber wieder auf die alte - und meiner Meinung nach unlösbare - Frage: Was ist Kunst? Und wie will man künstlerische Leistung messen? Ein objektives Maß dafür gibt es nicht.
    Schon richtig, obwohl ich der Meinung bin, dass die Geschmacksfrage irgendwo auchma an Grenzen der Subjektivität stoßen sollte (Beispiel Küblböck).

    Dazu möchte ich dir abschließend noch von einem "Erlebnis" erzählen, das ich kürzlich beim Flanieren durch unsere Einkaufsmeile hatte: Dort hockt seit einiger Zeit quasi täglich ein dunkelhäutiger Straßensänger auf dem nackten Boden und singt sich die Seele aus'm Leib. Und zwar mit einer solch kraftvoll-berührenden Stimme, dass ich erstmals in meinem Leben einen Moment verweilte, um zuzuhören und anschließend ein paar Euro in den Hut zu werfen. Der Kerl intoniert bekannte Songs auf eine Weise, dass man unwillkürlich sofort eine Gänsehaut bekommt und die Original-Interpreten vor Neid erblassen würden; von der Tonlage würde ich ihn als eine männliche Tracy Chapman bezeichnen.

    Und wenn ich in diesen Momenten daran denke, dass ein solches Ausnahme-Talent hier mit seinem Arsch auf dem kalten Pflaster hockt und diverse Nichtskönner aus Castingshows gerade Karriere machen, weiß ich nicht, ob ich lachen, weinen oder kotzen soll...

  4. #143
    Benutzerbild von Lutz

    Registriert seit
    11.10.2002
    Beiträge
    6.814
    Hi Torsten!

    Puuuh das ist ja mal wieder ein Mega-Posting von Dir - bei Dir stehen ja auch nicht ohne Grund "Ø Buchstaben pro Post 2857" in der Statistik - ich, der hier nun auch nicht gerade wie im Chat schreibt, komme dagegen nur auf magere 610

    Deshalb bevor ich zum Antworten komme gleich mal wieder für alle "das ist ja viel zuviel Text" ein Eyecatcher



    Das Pic hatten wir zwar schon aber man kann es erstens gar nicht oft genug posten und zweitens dürfte es auch diesmal, zumindest bei 95 Prozent der männlichen Leser, seinen Zweck nicht verfehlt haben

    Wie biste denn damals auf die Dame aufmerksam geworden?
    Ich hatte irgendwo schon was im TV o.ä. gesehen was mich sehr ansprach und ein Kumpel hatte Mukke von ihr die ich mir dann aufnehmen konnte,

    "Zitat:
    Mir hat insbesondere ihr prägnanter Tanzstil gefallen."

    Hää? Gerade den finde ich bei - zugegebenermaßen heutiger - Betrachtung ja so... wie soll ich sagen... grottig!?! Wenn ich da an die "Holiday"-Auftritte denke...
    Tja - finde ich gar nicht. Im Gegentum - gerade neulich beim Musikladen lief "Holiday" ja wieder. Krass finde ich nur den Gegensatz zum spakkigen (tanzenden) Studiopublikum

    BTW: Ich kann überhaupt empfehlen mal aufs Umfeld bei "historischen" Auftritten zu achten. Z.B. die blutjunge löwenmähnige Kim Wilde war 1982 Rock 'n' Roll im vergleichsweise muffigen Musikladen umgeben von einer Busladung hornbebrillter Spießer im Publikum die wohl eigentlich zur ZDF-Hitparade wollten.

    "Zitat:
    Absolut - das war dann keine Frage mehr. Ich glaube in der Zeit hielten meine Kumpels auch schon die Klappe (die hörten mehr so YES und Chicago, btw)"

    Tja, hättste dich mal mit Modern Talking-Fans umgeben - dann wärste damals schon der King gewesen...
    Erst 1999 (!) habe ich auf einer Feier jemanden persönlich kennengelernt der offensichtlich was für Modern Talking übrig hat. Die Gastgeberin bekam eine Modern-Talking-CD geschenkt. Ich gebe zu das es nicht gerade angebracht war sie daraufhin auf ein bestimmtes Lied von den Goldenen Zitronen anzusprechen. Die Stille die danach auf der Party entstand ist heute noch legendär und war's wenn ich mirs jetzt überlege die Sache dann doch wert

    Und es sollte dann noch bis 2002 dauern bis ich jemanden zumindest online kennenlernte (in einem gewissen Forum) der Modern Talking Songs gerne hört - aber deutlich mehr Humor hat als o.g. Dame

    "Zitat:
    Meine These ist das mit "Material Girl" sowas wie ein Umbruch in der Presse kam."

    Soweit ich weiß, hat sie sich Jahre später pikanterweise ausgerechnet von diesem Song distanziert, weil ihr der Text wohl etwas peinlich war...
    Damals jedenfalls traf dieser Song+Text+Video (!) genau ins Schwarze. IMO wie gesagt der endgültige Durchbruch. Ich find's btw auch heute noch klasse!

    "Zitat:
    OK, "messen" wir den Gehalt an den Verkaufszahlen. Dann ist Bohlens Buch das Nonplusultra, eines des besten Bücher überhaupt und Modern Talking ein Meilenstein der Musikgeschichte. "

    Ich weise darauf hin, dass auch ich nicht Verkaufszahlen und Chartsplatzierungen angeführt habe, sondern einzig und allein die Klassifizierung diverser Songs als zeitlose Evergreens. Mehr dazu in meinen Ausführungen an bubu...
    Ok - dann haben wir uns mißverstanden. Da sind wir dann gar nicht weit voneinander entfernt..

    Andererseits: Dein beliebter Verweis auf die "Bild"-Zeitung oder Bohlen'sche Verkaufserfolge hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, frei nach dem Motto: Absatzzahlen sagen grundsätzlich niemals etwas über Qualität aus - dafür gibt es auch genügend Gegenbeispiele. Ich gehe da z. B. absolut konform mit Andrew Oldham, der in seiner Begründung, warum er ABBA - wie ich - für die Größten hält, u. a. schreibt:


    "Aber Pop bedeutet auch, in Australien so viele Platten verkauft zu haben, dass jeder Haushalt eine Scheibe besitzt - eine ABBA-Scheibe. So haben wir es in der Schule gelernt, und wir gehen davon aus, dass die phantastischen Vier und die bösen Fünf in die gleiche Klasse gegangen sind."
    Das habe ich auch so nie gesagt. Ich weise nur daraufhin das Eindimensionalität immer problematisch ist. Es müssen immer mehrere Aspekte berücksichtigt werden - das ist natürlich komplizierter aber man kommt halt nicht drum herum

    Gerade deshalb ist ja ein Spruch (den ich gerade woanders gelesen habe) wie "das hat sich X Millionen mal verkauft - deshalb kann's ja nicht schlecht sein" so problematisch. Niemand wird (und da sind wir wieder bei der BLOED) ernsthaft behaupten das die BLOED deshalb ein Juwel unter Printmedien ist nur weil sie sich wie blöd verkauft.

    Bei ABBA gebe ich Dir völlig recht - da kommen auch mehrere Aspekte zusammen die den Stellenwert der Band bzw. Musik untermauern, *auch* die Verkaufszahlen aber eben nicht nur.

    Stichwort: Pornos

    Schon ok Torsten

    Lutz

  5. #144
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    @ Lutz:
    Puuuh das ist ja mal wieder ein Mega-Posting von Dir - bei Dir stehen ja auch nicht ohne Grund "Ø Buchstaben pro Post 2857" in der Statistik - ich, der hier nun auch nicht gerade wie im Chat schreibt, komme dagegen nur auf magere 610.
    Aber Lutz, das ist doch eine sehr eindimensionale Interpretation. Weißt du denn nicht, dass Masse nix über Qualität aussagt?

    Was nützt es, wenn man 5.000 Buchstaben in die Tasten kloppt und nur Mist bei rumkommt...
    Deshalb bevor ich zum Antworten komme gleich mal wieder für alle "das ist ja viel zuviel Text" ein Eyecatcher.
    Hey, bau das Ding doch in deine Signatur ein. Dann hamwa regelmäßig was von dem heißen Feger...
    Krass finde ich nur den Gegensatz zum spakkigen (tanzenden) Studiopublikum.
    Das stimmt natürlich. Beim Anblick des Publikums fühlt man sich gelegentlich an ein Horrorkabinett erinnert...
    BTW: Ich kann überhaupt empfehlen mal aufs Umfeld bei "historischen" Auftritten zu achten.
    Wem sagst du das... bamalama und ich lachen uns jedes Mal schlapp, wenn wir nicht nur über Interpreten und GoGo-Schlampen ablästern, sondern auch über's Publikum. Wenn ich an die sauertöpfisch dreinblickenden Rentner denke, die damals bei den Auftritten von NDW-Acts wie Trio die Welt nicht mehr verstanden...

    Mensch, ist das schade, dass du bei unseren Musik-Abenden nicht dabei bist. Wäre mit Sicherheit eine äußerst amüsante Runde...
    Und es sollte dann noch bis 2002 dauern bis ich jemanden zumindest online kennenlernte (in einem gewissen Forum) der Modern Talking Songs gerne hört - aber deutlich mehr Humor hat als o.g. Dame.
    Eeecht? Humorvolle Modern Talking-Sympathisanten – sowas gibt's...?
    Stichwort: Pornos: Schon ok Torsten.
    Ich wundere mich, dass du noch mit mir kommunizierst...

  6. #145
    Benutzerbild von Lutz

    Registriert seit
    11.10.2002
    Beiträge
    6.814
    @Torsten

    "Zitat:
    Puuuh das ist ja mal wieder ein Mega-Posting von Dir - bei Dir stehen ja auch nicht ohne Grund "Ø Buchstaben pro Post 2857" in der Statistik - ich, der hier nun auch nicht gerade wie im Chat schreibt, komme dagegen nur auf magere 610. "

    Aber lutz, das ist doch eine sehr eindimensionale Interpretation. Weißt du denn nicht, dass Masse nix über Qualität aussagt?

    Was nützt es, wenn man 5.000 Buchstaben in die Tasten kloppt und nur Mist bei rumkommt...
    Ich hab ja noch nichts interpretiert Aber ich lese Deine Postings gerne

    "Zitat:
    Deshalb bevor ich zum Antworten komme gleich mal wieder für alle "das ist ja viel zuviel Text" ein Eyecatcher."

    Hey, bau das Ding doch in deine Signatur ein. Dann hamwa regelmäßig was von dem heißen Feger...
    Nun als 56k-Modem-User (Stichwort Ladezeiten) denke ich auch an die Leute (wie mich *g*) ohne Flatrate

    Rein vom visuellen Aspekt her hast Du natürlich völlig recht

    "Zitat:
    Krass finde ich nur den Gegensatz zum spakkigen (tanzenden) Studiopublikum. "

    Das stimmt natürlich. Beim Anblick des Publikums fühlt man sich gelegentlich an ein Horrorkabinett erinnert...
    War da nicht auch mal so was krasses bei einem Fancy-Auftritt?

    "Zitat:
    BTW: Ich kann überhaupt empfehlen mal aufs Umfeld bei "historischen" Auftritten zu achten. "

    Wem sagst du das... bamalama und ich lachen uns jedes Mal schlapp, wenn wir nicht nur über Interpreten und GoGo-Schlampen ablästern, sondern auch über's Publikum. Wenn ich an die sauertöpfisch dreinblickenden Rentner denke, die damals bei den Auftritten von NDW-Acts wie Trio die Welt nicht mehr verstanden...
    Oder bei DISCO. Das Studiopublikum ist der Hammer. Da frage ich mich jedes Mal was an der 70`s Mode auch nur ansatzweise schön oder cool gewesen sein soll. Zum Glück verschwindet die 70er-Retro nun ja langsam wieder...

    Mensch, ist das schade, dass du bei unseren Musik-Abenden nicht dabei bist. Wäre mit Sicherheit eine äußerst amüsante Runde...
    Bestimmt! Und ich habe da sicher auch noch einiges an trashigen Videos beizusteuern Mal schaun - vielleicht ergibt sich ja mal was...

    Lutz

  7. #146
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    @ Lutz:

    Hab' ja noch vergessen, dir Corinna Harfouch vorzustellen...

    Hier ganz seriös:



    Und hier'n Zacken schärfer:



    Wobei leider beide Fotos nur unzureichend ihre faszinierende Ausstrahlung wiedergeben. Ist aber gar nicht so einfach, auf die Schnelle gescheite Bilder von der Dame zu finden...

  8. #147
    Benutzerbild von Lutz

    Registriert seit
    11.10.2002
    Beiträge
    6.814
    @Torsten

    Abt.: Eyecatcher?

    Und woher kennt man die Dame?

    Lutz

  9. #148
    Benutzerbild von Bounty

    Registriert seit
    07.04.2003
    Beiträge
    4.033
    is ne klasse schauspielerin

  10. #149
    Benutzerbild von J.B.

    Registriert seit
    04.10.2001
    Beiträge
    6.106
    Ich lerne immer noch dazu!

    Ich kenne nämlich kein einziges Lied von der und dabei scheint sie ja maßlos überschätzte Songs gemacht zu haben. Ich glaub den Hype um sie habe ich wohl verpasst

    Aber als Schauspielerin ist sie echt klasse *find* (gibt 10 Cent Benutzungsgebühr an Bounty ) !

    Gruß

    J.B.

  11. #150
    Benutzerbild von bubu

    Registriert seit
    29.05.2002
    Beiträge
    1.632
    J.B. postete
    Ich lerne immer noch dazu!

    Ich kenne nämlich kein einziges Lied von der und dabei scheint sie ja maßlos überschätzte Songs gemacht zu haben. Ich glaub den Hype um sie habe ich wohl verpasst

    Aber als Schauspielerin ist sie echt klasse *find* (gibt 10 Cent Benutzungsgebühr an Bounty ) !

    Gruß

    J.B.
    J.B., wußtest du nicht, dass Corinne Harfouch als die deutsche Britney Spears gehandelt wird?


    Grüße
    bubu

Ähnliche Themen

  1. Die am meisten überschätzten Filme
    Von Torsten im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 140
    Letzter Beitrag: 24.10.2017, 16:55
  2. Wonach sehnt ihr euch am meisten zurück?
    Von Babooshka im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 62
    Letzter Beitrag: 18.05.2012, 14:37
  3. Eine geht noch - die meisten Auskopplungen...
    Von bamalama im Forum 80er / 80s - POP & WAVE
    Antworten: 238
    Letzter Beitrag: 21.04.2010, 14:26
  4. Was hat im Fernsehjahr 2006 am meisten genervt?
    Von PostMortem im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 40
    Letzter Beitrag: 06.02.2007, 03:49
  5. 80 jahre dvd der mit den meisten videoclips
    Von walter im Forum 80er / 80s - SUCHEN / SEARCH
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 31.01.2005, 16:13