Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Zeige Ergebnis 21 bis 21 von 21

Die Krise des Pop?

Erstellt von bubu, 11.02.2004, 10:57 Uhr · 20 Antworten · 1.691 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von waschbaer

    Registriert seit
    03.03.2002
    Beiträge
    8.370
    bubu postete
    Warum sind die ganzen Charts voller Covertitel? Weil die Lieder einfach gut waren.
    Volle Zustimmung.

    b) es gibt immer weniger talentierte Mainstream-Musiker
    c) talentierte Musiker erhalten kaum noch eine Chance nach oben zu kommen
    Zu b)
    Wurde auch schon angesprochen. Zunehmende Technisierung der Musik führt dazu, dass man sich mehr mit den Fertigungsprozessen der Musik beschäftigt als mit der Musik selber.

    Ein vergleichendes Beispiel hierzu: während meiner Studienzeit in den 90ern habe ich beobachtet, dass die Qualität der Referate und Vorträge von Studenten abgenommen hat, weil sich viele immer mehr auf eine perfekte Form kapriziert haben. Ok, man kann darüber streiten, ob da nicht auch der PISA-Einschlag schon spürbar war, aber ich glaube, das war nicht der alleinige Grund. In dieser Zeit hat Microsoft sein Office-Paket dermaßen mit allerlei Sperenzchen und Schnickschnack aufgemotzt, dass das meiner Meinung dazu führte, dass sich die Studis (und übrigens auch Schüler!), wenn sie Protokolle oder Referate geschrieben haben, fast mehr mit der Formatierung von Word-Dokumenten beschäftigt haben, als mit dem eigentlichen Inhalt. Bzw. haben sie vielleicht nicht ihre Zeit darauf vergeudet, sondern sich sogar dahinter versteckt! Klar, eine perfekte Form beeindruckt erstmal, da guckt man dann vielleicht nicht so genau auf den Inhalt.

    Und von den allseits um sich greifenden hohlen seitenlangen Powerpoint-Präsentationen, wo es von Animationen, Musikschnippseln, Überblendungen, Clipart undwasweißichnichtalles nur so wimmelt, will ich hier gar nicht reden (die Marketing- und Werbebranche ist im Erstellen von unerträglichen und dümmlichen PP-Präsentationen der unangefochtene Meister!)

    Und ich denke, genau das ist in der Musik auch passiert. Jeder Depp kann sich an einen Rechner setzen und lernen, wie man die Software bedient (wie sich übrigens auch jeder Depp an ein Mischpult stellen und lernen kann, den DJ zu machen). Ich will nicht bestreiten, dass es auch talentierte Musiker gibt, die beides beherrschen - das Musikkomponieren und das Musikproduzieren, aber ich glaube, die Anzahl der Leute, die gut das Musikproduzieren beherrschen (und wohl glauben, dass das dasselbe wäre wie das Musikkomponieren) hat dramatisch zugenommen!
    Dies ist für mich der Hauptgrund. Der Computer wird mittlerweile mehr und mehr als Musikinsturment angesehen und jeder Schüler kann mittlerweile "seinen persönlichen Hit" mit computerisierter Hilfe machen. Richtig ein Instrument zu beherrschen ist mittlerweile schon fast Nebensache. Das können wirklich nur noch die Wenigsten. Man vergleiche nur die Boy Groups der 80er (Duran Duran oder Spandau ballet spielten ihre Instrumente noch selber) mit beispielsweise den Casting-Groups der Neuzeit (Können die Preluders oder Overground auch nur ein einziges Instrument spielen???) Wahrscheinlich wäre ich heutzutage mit meinen fast zehn Jahren Klavierunterricht heute schon musikalisch talentiert. (Mein Klavierlehrer würde sich im Grabe umdrehen bei dieser Behauptung).

    Auch hier spielt wieder das ganze Drumherum fast eine größere Rolle als die Musik selber. Eine neue Platte will nicht nur gemacht werden, nein, man muss riesige Werbekampagnen fahren, ein superdupertolles MTV-Video muss produziert werden, usw, usw. Zumindest glauben die Dinosaurier-Musik-Manager, dass das alles sein muss.
    Da ist es doch nur verständlich, wenn die Dinos lieber auf dem Totmelken von Altbewährtem, als dem kostspieligen und riskantem Aufbauen von Neuem interessiert sind.
    Und auch das ist meines Erachtens ein gewichtiges Problem. Es wird alles ausgereizt bis zum "Es-geht-nicht-mehr". Bestes Beispiel: Kübelböck. Seine Musik ist nicht so interessant, wie das ganze Drumerum um ihn (z.B. gestriger Unfall ohne Führerschein Nähe Passau). Die gigantische Medienpräsenz macht einem die Person schon fast überdrüssig. Ein Act wie Alan Parsons, der sich jahrelang nie in den Medien zeigte, wäre heutzutage einfach nicht mehr denkbar, weil die Charts eigentlich überwiegend von den Medien gemacht werde. (Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass im Anschluss an die Dschungel-Kacke die Hitparaden mit Dschungel-Show-Teilnehmern geflutet werden)?

  2.  
    Anzeige
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Ähnliche Themen

  1. Amazon Artikelbeschreibungen Krise ?!?!
    Von ICHBINZACHI im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 14.02.2010, 08:58
  2. Die Krise des europäischen UNTERHALTUNGSkinos
    Von Die Luftgitarre im Forum 80er / 80s - FERNSEHEN & KINO / TV & CINEMA
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 10.04.2004, 15:16