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Emiliana Torrini live im Prime Club, Köln - ein Bericht

Erstellt von Dr.Music, 11.03.2005, 13:25 Uhr · 0 Antworten · 538 Aufrufe

  1. #1
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    Emiliana Torrini live im Prime Club, Köln am 10.03.2005
    Songs & Stories

    Es war ein ungewohnt entspannter, ruhiger Abend im restlos ausverkauften kleinen Prime Club, dem ehemaligen LUXOR.
    Als Support Act gab es einen gewissen David Kitt, der sein 4. Album „The Black And Red Notebook“ vorgestellt hat, aber ebenso seine Probleme mit der Technik gehabt hat. Ein Kabel der E-Gitarre hatte wohl einen Wackelkontakt und so zischte, brummte und knackte es immer wieder mal.
    Songwriterkost a la Jim Croce mit gefälligen akustischen und (wenn’s denn mal klappte) auch elektrischen Gitarreneinlagen und Bass und Drums vom Computer, nichts Besonderes also.

    Dann kam sie endlich: Emiliana Torrini. Sie wirkte sehr nervös und ein wenig durcheinander, alberte stets mit dem Publikum und stellte zunächst ein paar Songs aus ihrem aktuellen, sehr ruhigen Album „Fisherman’s Woman“ vor. Sie versuchte sich zu konzentrieren, doch als sie beim zweiten, sehr ruhigen Titel „Snow“ den Text vergessen hat, schrie sie „Oh, Fuck!“ Schaute entsetzt und hielt sich sofort die Hände vor den Mund, was zur allgemeinen Erheiterung beigetragen hat. Sie entschuldigte sich und startete einen nächsten Versuch mit dem Titel.

    Sie erzählte vor jedem Song eine längere Geschichte, war sich jedoch zweimal am Ende der Geschichte oft gar nicht mehr so sicher, ob diese nun wirklich zu dem Song gehört, der da nun folgen sollte und ob sie überhaupt auf den Punkt gekommen ist.
    So erzählte sie z.B., dass sie im Alter von 12 Jahren zum zweiten Mal in Deutschland war und sich in einen gewissen „Martin“ verliebt hat, der eine riesige blaue Sonnenbrille trug. Mit einer solchen im Gepäck und beeindruckt von Markenklamotten, wie Levis und Converse kehrte sie dann in ihre Heimat Island zurück, kam sich „unheimlich cool“ vor und erwartete Bewunderung. Doch ihre Klassenkameraden verzogen nur das Gesicht und schauten etwas verstört und entgegneten mit einem unverständlichen „Hä?“. Die Brille habe sie daraufhin sofort vernichtet, was sich aber angesichts der „guten, deutschen Qualität“ gar nicht als so einfach erwiesen habe.

    Es folgten die aktuelle Single „Sunny Road“, „Lifesaver“, „Heartstopper“ und „Fisherman’s Woman“. Einige der neuen Songs erinnerten mich stark an den Stil von Nick Drake, andere an die „Sundays“.

    Auf Zurufe aus dem Saal, sie möge doch „Unemployed In Summertime“ singen, verzog sie ihr Gesicht zu einer Grimasse und sagte: „No, No – das ist Vergangenheit, da war ich 21, inzwischen bin ich aber 27, habe Jobs und wir haben Winter“, grinste sich eins und startete wieder eine ihrer Geschichten über Island.

    Nach einem weiteren Song erzählte sie noch , dass sie nach Veröffentlichung dieses Titels über einen Anwalt eine Klage von David Bowie bekommen habe, der Song würde Elemente seines Songs „Quicksand“ enthalten, den sie aber gar nicht kennen würde. Irgendwie sei sie sich der Situation gar nicht bewusst gewesen, anfangs sogar stolz darüber und musste überall herumerzählen „Hey, Mr. DAVID BOWIE will mich verklagen, wow!. Daraufhin habe sie eine Zeile in dem Song geändert und den Namen von David B. in einem Wortspiel eingebaut.


    Aus dem 2000er Album folgten „Summerbreeze“, „Easy“ und schliesslich nach kurzer Pause „To Be Free“ als erste Zugabe.

    Dann folgte eine längere Geschichte über ein Konzert in England, wo sie nach dem Hauptteil des Konzerts die Tür zur Garderobe verwechselt hat, in der kaum 2 qm großen Besenkammer landete und sich Gedanken gemacht hat, was denn wäre wenn die Zuschauer nun nicht klatschen würden – sie müsse ja auf jeden Fall vorne über die Bühne wieder raus und wie sie das dann anstellen soll, ob sie wegguckend und „tralala“ pfeifend über die Bühne abgehen soll, während die Gäste ihre letzten Snacks verdücken und sich darüber womöglich wundern würden und das es kaum eine andere Lösung gäbe. Da habe sie sich dann generell Gedanken über die Gefahren von „Zugaben“ gemacht.
    Als sie dann gemerkt hat, was sie so alles erzählt und ob das überhaupt von Interesse sei, meinte sie: „Ihr denkt bestimmt, die Alte hat zuviel getrunken oder zu schnell geraucht, oh Gott! – Dabei bin ich nur so furchtbar aufgeregt“.

    Nach 3 Zugaben und einer weiteren kurzen Pause kam sie dann nocheinmal, grinste und spielte zur Freude des ganzen Publikums dann doch noch „Unemployed In Summertime“, woraufhin fast der ganze Saal textsicher miteingestimmt hat.

    Es war ein sehr unterhaltsamer und vergnüglicher Abend, eine sehr familiäre Atmosphäre und Emilianas Stimme, ihre Songs und ihre Art Geschichten zu erzählen sind es unbedingt wert, live erlebt zu werden.

    Dazu besteht noch Gelegenheit am:

    14.03 2005 München - Atomic
    15.03.2005 Berlin - Postbahnhof
    16.03.2005 Hamburg – Knust

  2.  
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