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Ergreifende deutsche Lyrics

Erstellt von Shriekback, 19.12.2002, 13:27 Uhr · 37 Antworten · 8.247 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Shriekback

    Registriert seit
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    Hallo!

    Ihr kennt das doch sicher, wenn man bei manchen Songs Gänsehaut bekommt und einem kalte Schauer über den Rücken laufen, weil der Text so traurig / melancholisch / ergreifend ist. Welche Lieder sind das bei euch? Postet doch mal die Texte (hoffe auch dadurch ein paar Anregungen zu bekommen, hab nämlich gerade Lust auf genau sowas) oder verlinkt sie.
    Sorry, dass ich das ganze nur auf deutsche Lyrics beschränke, aber bei englischen würde sich bestimmt keiner so leicht entscheiden können, die gibt's ja wie Sand am Meer.

    Ich mach mal den Anfang:

    Purple Schulz / Neue Heimat - Sehnsucht

    Regen fällt - kalter Wind - himmelgrau - Frau schlägt Kind.
    Keine Nerven und so allein
    das Paradies kann das nicht sein.
    Männer kommen müd' nach Haus' - kalte Seele - fliegt hinaus.
    Kind muß weinen
    Kind muß schrei'n

    schrei'n macht müde
    und Kind schläft ein.

    Ich hab' Heimweh - Fernweh? - Sehnsucht. Ich weiß nicht
    was es ist.

    Keine Sterne in der Nacht
    kleines Kind ist aufgewacht.
    Kind fragt
    wo die Sterne sind. Ach
    was weiß denn ich
    mein Kind?
    Ist der große Schwefelmond eigentlich von wem bewohnt?
    Warum ist der Himmel leer? Ist da oben keiner mehr?

    Ich hab' Sehnsucht
    ich will nur weg
    ganz weit weg! Ich will raus! (Spätestens da steht mir das Wasser in den Augen - Anm. der Red. )

    Warum hast du mich gebor'n? Bevor ich da war
    war ich schon verlor'n.
    Land der Henker
    Niemandsland
    das Paradies ist abgebrannt.

    Ich hab' Heimweh - Fernweh? - Sehnsucht. Ich weiß nicht
    was es ist.
    Ich will nur weg
    ganz weit weg! Ich will raus!



    Silly - Über ihr taute das Eis

    Zwei Finger dick war noch Eis auf dem See
    Sie stand am Ufer und fror schon nicht mehr
    Redete leis mit den schlafenden Fischen
    Und zauberte sich eine Brücke her

    Und ging über ihre Brücke so leicht
    Und flüsterte: Tu mir bitte nicht weh
    Und sank in unendlich weiche Arme
    Zwei Finger dick brach das Eis auf'm See

    Erfroren zwischen den Menschen
    Wurde ihr wieder so heiß
    Als sie hinab zu den Fischen sank
    Und über ihr taute das Eis

    Sie suchten nach ihr mit Stange und Netz
    Sie schleiften Anker über den Grund
    Und zogen ein totes Stück Mensch aus'm See
    Bestaunten noch ihren lächelnden Mund

    Und hakten sie ab und gruben sie ein
    Die Ordnung war wieder hergestellt
    Wo kommen wir hin, wenn die Leute lächeln
    Hinter den Grenzen unserer Welt!

    Über ihr taute das Eis
    Über ihr taute das Eis

    Zwei Finger dick ist noch Eis auf dem See
    Ich steh am Ufer und frier schon nicht mehr
    wozu red ich leis mit schlafenden Fischen
    Und wünsche mir eine Brücke her

    Über ihr taute das Eis
    Über ihr taute das Eis

    Erfroren zwischen den Menschen
    Wurde ihr wieder so heiß
    Als sie hinab zu den Fischen sank
    Und über ihr taute das Eis
    Über ihr taute das Eis
    Über ihr taute das Eis


    So, ich hoffe, es folgen noch etliche.

    Viele Grüße,
    Shriekback

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von J.B.

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    04.10.2001
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    6.106
    Schönes Thema

    Da leg ich doch gleich Mal nach. Hier zwei Texte von meiner erklärten deutschen Lieblingsgruppe Illegal 2001.

    Zunächst Sei mein Freund

    Manchmal bin ich etwas angestrengt vom Leben,
    wenn alles etwas leichter wär,ich hätte nichts dagegen.
    Was man auch tut,es geht meistens daneben.
    Man ist viel zu beschäftigt mit überleben.
    Alles was man machen kann,ist zu hoffen ein Leben lang,
    einen Freund zu finden,der zu dir hält,
    ist alles was zählt auf dieser Welt,das ist alles was zählt.
    Manchmal lauf ich stundenlang durch die Stadt,
    ich habe die Jagd nach Glück,ich hab sie so satt.
    Man fängt immer von vorne an,und endet irgendwo,
    wo man nichts mehr,wo man nichts mehr sagen kann.
    Alles was ich wirklich will,ist zu weit weg und hält nicht still.
    Jemand den man ohne irgendwas aufzugeben einfach lieben kann.

    Sei mein Freund,mach mir Mut,sag es wird alles wieder gut.
    Sei mein Freund,sag mir,es ist alles nicht so schlimm,
    wir kriegen das schon wieder hin.

    Manchmal schließe ich die Augen,und bin allein.
    Dann seh ich viele Dinge,heh,die könnten Wahrheit sein.
    Doch die Realität ist schnell,schnell und gemein,
    sie holt mich immer wieder ein.
    Das Leben ist manchmal hart,blutige Kämpfe und mieser Verrat.
    Dann braucht man jemand dem man sich anvertrauen kann,
    dem man in die Augen schauen kan.n

    Sei mein Freund...


    ****************

    Und dann noch Du fehlst mir so:

    Ich komme nach Hause
    im Morgenrot
    die Vögel sie singen
    ich hör das Lied vom Tod
    es war wieder so ´ne Nacht
    von Montag auf Freitag
    ich hab nicht einmal gelacht
    obwohl ich wirklich viel getrunken hab.

    Ich steh vor der Haustür
    doch ich komm´ nicht rein,
    ich hab den Schlüssel verlor´n
    ich schlag das Fenster ein.
    Seit Du nicht mehr da bist
    leb ich wirklich extrem
    ich weiß es ist unmöglich
    doch ich will Dich wiederseh´n

    Uh, Du fehlst mir so
    und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
    Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst

    Du läßt mich im Stich
    Du bist einfach gegangen
    Du hast mich nicht ´mal gefragt
    ob ich ohne Dich hier leben kann
    jetzt schau ich zum Himmel
    und hoffe das Du mich siehst
    auch wenn die Wolken dunkel sind
    spürst wie sehr ich Dich lieb

    Ich vermisse Dein Lachen
    Du warst mein Sonnenschein
    auch wenn die Tage trübe war´n
    brachtest Du Licht hinein
    alles war wie ein Traum
    mit Dir war alles so schön
    ich werd´ Dich für immer lieben
    auch wenn wir uns niemals wiederseh´n

    Uh, Du fehlst mir so
    und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
    Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst

    Alles war wie ein Traum
    mit Dir war alles wunderschön
    plötzlich bist Du nicht mehr da
    wie soll ich damit bloß umgehn
    ich schrei es raus
    kannst Du mich hör´n
    kannst Du meine Sehnsucht spür´n
    kannst Du sie spür´n?

    Für mich lebst Du weiter
    in der Erinnerung
    für mich bist Du unsterblich
    wunderschön und ewig jung
    trotzdem ist alles trostlos
    ich fühl mich einsam und leer
    ich glaub ich nehm den nächsten Zug und fahr´ Dir einfach hinterher
    doch das kann ich nicht machen
    denn wer aufgibt ist feige
    das hast Du immer zu mir gesagt
    ist wohl besser wenn ich bleibe
    wär ja auch schade
    die Welt ist schließlich ganz schön
    und im nächsten Leben
    das weiß ich genau
    werden wir uns wiederseh´n

    Uh, Du fehlst mir so
    und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
    Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst


    Es gibt für mich kaum einen deutschen Text der an diese beiden herankommt, was den Gänsehautfaktor angeht, vor allem wenn man noch die entsprechenden Lieder dazu hört.

    Gruß

    J.B.

  4. #3
    Benutzerbild von bamalama

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    28.03.2002
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    18.467
    ich möchte allen die wunderschönen alben von JULIANE WERDING an´s herz legen. wer von ihr nur songs wie "AM TAG, ALS CONNY KRAMER STARB", "WENN DU DENKST, DU DENKST...", "STIMMEN IM WIND" oder "NACHT VOLL SCHATTEN" kennt, wird überrascht sein: "anspruchsvolle" texte gepaart mit wirklich tollen melodien. die 3 letzten alben "LAND DER LANGSAMEN ZEIT" (1997), "SIE" (1998) und "ES GIBT KEIN ZURÜCK" (2000) sind besonders zu empfehlen.

    NIEMAND, DEN DU LIEBST, IST TOT (1997)

    oui je t'aime - der Himmel ist rot
    niemand, den du liebst, ist tot
    oui je t'aime - der Himmel versteht
    jeder, der geliebt wird, lebt

    zuerst wußte ich nicht
    wo ich war und ein Licht
    zog mich hoch in fremde Sphären
    alle Angst ging vorbei und ich fühlte mich frei
    und ich ließ das Licht gewähren

    oui je t'aime - der Himmel sind wir
    alle, die Du liebst sind hier
    oui je t'aime - der Himmel ist rot
    niemand, den Du liebst, ist tot

    ich geh niemals verlor'n
    ich werd wiedergebor'n
    in das nächste meiner Leben
    wir begegnen uns neu
    und wir lernen dabei
    zu vergeben und zu lieben

    oui je t'aime, oui je t'aime, oui je t'aime
    der Himmel ist wahr
    alle, die Du liebst sind da
    oui je t'aime - der Himmel versteht
    jeder, der geliebt wird, lebt

  5. #4
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    Ich mach mit, muss aber bissel Off-Topic werden:

    Chris de Burgh
    The Head and the Heart
    (Man on the Line, 1984)

    Let us talk no more, let us go to sleep,
    Let the rain fall on the window pane,
    And fill the castle keep,
    I am weary now, weary to my bones,
    Weary from the travelling,
    And the endless country roads,
    That brought us here tonight, for this weekend,
    And a chance to work it out,
    For we cannot live together, and we cannot live apart,
    It's the classical dilemma between the head and the heart;

    She is sleeping now, softly in the night,
    And in my heart of darkness she has been the only light,
    I am lost in love, looking at her face,
    And still I hear the voice of reason,
    Telling me to chase these dreams away,
    Oh here we go again, we're divided from the start,
    For we cannot live together, and we cannot live apart,
    It's the classical dilemma between the head and the heart,
    The head and the heart;

    Now the dawn begins, and still I cannot sleep,
    My head is spinning round but now the way is clear to me,
    There is nothing left, nothing left to show,
    The jury and the judge will see, it's time to let her go,
    Now hear the heart:
    I believe that time will show,
    She will always be a part of my world,
    I don't want to see her go;
    So I plead my case to hear the heart,
    And stay...
    It's time to let her go - I don't want to let her go...
    It's time to let her go - I don't want to let her go...
    It's time to let her go...
    And in this classical dilemma,
    I'm fightin' for - the heart.

    Ich bin heute morgen mit dem Lied im Kopf aufgewacht und hab mir gedacht: Das hast du doch schon 5 Jahre nicht mehr gehört. Dann hab ich die (sehr empfehlenswerte!!!) Live-Version, die als 2. Track auf der CD-Maxi von "Sailing away" drauf ist, angeschmissen und muss zugeben, dass mir die Tränen liefen.

    Hach, CdB ist schon so ein Schnulzkopp ... aber ich mag ihn (seit etwwa 15 Jahren). Wer von euch den auch mag (und auf Gänsehaut-Texte steht), dem seien die Songs "The Girl with April in her Eyes" und "The Tower" empfohlen!

    Sven

  6. #5
    Benutzerbild von Zapp8787

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    Hallo!!!

    Alexandra hat fast nur traurige Lieder gesungen, denn ihre Stimme klingt melancholisch und die Texte ebenfalls. Ein paar dieser Lieder sind:

    -Mein Freund der Baum
    -Zigeunerjunge
    -Tanz, alter Tanzbär
    -Illusionen
    -Es war einmal ein Fischer

    by Zapp

  7. #6
    Benutzerbild von Christoph

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    Eigentlich nicht traurig, aberauf jeden Fall schauderhaft ist "das würfelspiel" von Juliane Werding. Wenn man sich die Story auf einem etwas verlassenem Kleinstadtbahnhof vorstellt, dann hat die Geschichte schon was...

    Na und auf jeden Fall hier von mir Johnny Hill "ruf teddybär eins vier". Da komme ich schon ins Nachdenken...:

    Ich war seit fast acht Stunden schon auf der Autobahn –
    war ganz kurz vor meinem Ziel - und hielt mich mächtig ran
    die Sonne die stand schon sehr tief - als ich zur Ausfahrt kam
    der Diesel drönte neben mir - mein Funkgerät war an
    als daraus die Stimme eines kleinen Jungen kam
    Er sagte nur : Kanal 14 ist hier irgend wär
    Wenn, dann ruf mich doch zurück - und sprich mit Teddybär

    Bis zur Stadt wars nicht mehr weit - ich kam ganz gut voran
    Nahm das Micro in die Hand und sagte ganz spontan
    Hey ich rufe Teddybär - wo ist der junge Mann
    Ich bin auf deiner Welle - kannst du mich verstehn
    Es wurde still auf dem Kanal - ich wollt schon weiterdrehn
    Da fragte mich der Junge - Fahrer bist du auch noch dran
    Ich sagte ja, da fing er mir zu erzählen an.

    Jeden Tag von früh bis spät schalte ich den Kasten ein
    Sitz im Rollstuhl kann nicht geh`n - und bin hier ganz allein
    Und meine Mutter arbeitet. Sie sagt : das muss so sein
    Denn Daddy starb vor einem Jahr auf dieser Autobahn
    Er war ein Fahrer so wie du - bist er dann nicht mehr kam
    Sie sagt mir oft wir schaffen es - und tut als wenn nichts wär
    Doch jede Nacht hör ich sie weinen. Ich weiß sie hat`s sehr schwer

    Und während er so redete - da fiel es mir doch auf -
    kein anderer war zur dieser Zeit auf Kanal 14 drauf
    Er sagte: Dieses Funkgerät von Daddy gehört jetzt mir
    Es ist der schönste Zeitvertreib mit einen so wie dir
    Auch Daddy sprach von unterwegs, mit mir genauso wie jetzt du
    Und eines Tages sagte er, mein Junge hör mir zu
    Einmal dann nehme ich dich mit raus, doch leider wurde nichts mehr draus
    Ich hörte die Enttäuschung die aus diesen Worten klang
    Ich war längst stehngeblieben, das packte mich doch an
    All das ging mir zu Herzen, ich pfiff auf Job und Zeit
    Denn alle konnten warten, nur dieser Junge nicht, tut mir leid
    Ich sagte Teddybär wo wohnst du wo liegt deine Station
    Was ich zu tun hatte das wusste ich längst schon
    Nur dieser kleine Funker der ahnte nichts davon
    Er gab mir die Adresse sagte: Lebe wohl und irgendwann vielleicht
    Bist du wieder hier dann wär es schön wenn mir dein Ruf erreicht
    Dann war es still und ich gab Gas mit achtzig in die Stadt
    Die letzte Kurve ich war da, ich glaubte nicht was ich da sah
    Da standen 18 LKW`s, ich war den Tränen nah
    Sie hatten alles mitgehört und fuhren hin und her
    Ja einer nach den andern fuhr eine Runde mit Teddybär
    18 mal die Straße runter und 18 mal auch rauf
    ich war ganz als letzter dran und trug ihn auch wieder hinauf
    ich hab noch nie ein Kind gesehn das so restlos glücklich war
    und seine Augen strahlten es war einfach wunderbar
    Er sagte: Fahrer glaube mir das war eine Schau
    Ich weiß dich wieder einmal ein, das weiß ich ganz genau
    Und er hielt meine Hand die ganze Zeit schon
    Ich schluchzte und sagte: ist schon gut mein Sohn

    Dann fuhr ich los und mein Gerät das war noch auf Empfang
    Als auf einmal die Stimme einer Frau erklang
    Sie sagte und man merkte es das sprechen fiel ihr schwer
    Hier ist der Kabal 14, hier spricht Mutter Teddybär
    Den schönsten Tag in seinen Leben habt ihr meinem Kind gegeben
    Niemals mehr kann ich vergessen wie ihr zu meinen Jungen wart
    Ich danke euch - und allzeit gute Fahrt.

  8. #7
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    also ich hab da zwei songs.

    1. "Junimond" von Rio Reiser

    Die Welt schaut
    rauf zu meinem Fenster
    Mit müden Augen, ganz staubig und scheu
    Ich bin hier oben auf meiner Wolke
    Ich seh dich kommen
    Aber du gehst vorbei
    Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
    Nee, jetzt tut’s nicht mehr weh
    Und alles bleibt stumm
    Und kein Sturm kommt auf
    Wenn ich dich seh
    Es ist vorbei, bye-bye Junimond
    Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
    Zweitausend Stunden hab ich gewartet
    Ich hab sie alle gezählt und verflucht
    Ich hab getrunken, geraucht und gebetet
    Hab dich flussauf- und flussabwärts gesucht
    Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
    Jetzt tut’s nicht mehr weh
    Und alles bleibt stumm
    Und kein Sturm kommt auf
    Wenn ich dich seh
    Es ist vorbei, bye-bye Junimond
    Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
    Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
    Jetzt tut’s nicht mehr weh
    Und alles bleibt stumm
    Und kein Sturm kommt auf
    Wenn ich dich seh
    Es ist vorbei, bye-bye Junimond
    Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
    Es ist vorbei, bye-bye Junimond
    Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye


    2. "Karl der Käfer" von Gänsehaut

    Tief im Wald, zwischen Moos & Farn,
    Da lebte der Kaefer mit Namen Karl.

    Sein Leben wurde jaeh gestoert,
    Als er ein dumpfes Grollen hoert:
    Laermende Maschinen ueberrollen den Wald,
    Uebertoenen den Gesang der Voegel schon bald.

    Mit scharfer Axt faellt man Baum um Baum,
    Zerstoert damit seinen Lebensraum.

    Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
    Man hat ihn einfach fortgejagt.
    Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
    Man hat ihn einfach fortgejagt.

    Ein Band aus Asphalt breitet sich aus,
    Fordert die Natur zum Rueckzug auf.
    Eine Blume, die noch am Wegesrand steht,
    Wird einfach zugeteert.

    Karl ist schon laengst nicht mehr hier.
    Einen Platz fuer Tiere gibt's da nicht mehr.
    Dort, wo Karl einmal zuhause war,
    Fahr'n jetzt Kaefer aus Blech und Stahl.

    Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
    Man hat ihn einfach fortgejagt.
    Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
    Man hat ihn einfach fortgejagt.

  9. #8
    Benutzerbild von Veja

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    1.660
    Also, zuerst mal die Regenballade von Achim Reichel, weil man sich da alles so richtig vorstellen kann, den Weg durch den Wald bei Regen, zum Wasser hin, dann der alte Mann... Das Lied hat einfach eine ganz besondere Athmosphäre, einfach unbeschreiblich, das beste Lied, was Achim Reichel je hatte...

    Achim Reichel - Regenballade (1978)

    Ich kam von meinem Wege ab, weil es so nebeldunstig war. Der Wald war feucht kalt wie ein Grab, Und Finger griffen in mein Haar.
    Ein Vogel rief so hoch und hohl wie wenn ein Kind im Schlummer klagt-
    und ich stand still - ich wußte wohl, was man von diesem Walde sagt!
    Dann setz ich wieder Bein vor Bein und komme so gemach vom Fleck,
    und Quutsch im letzten Abendschein schwer vorwärts durch Morast und Dreck.
    Es nebelte es nieselte es roch nach Schlamm verfault und Naß, es raschelte es rieselte und kroch und sprang im hohen Gras

    Auf einmal eh ich michs verseh, bin ich am Strom, im Wasser schier.
    Am Rand bleib ich erschrocken stehn, fast netzt die Flut die Sohle mir.
    Das Röhricht zieht sich bis zum Tann und wiegt und wogt soweit man blickt,
    und flüstert böse ab und an wenn es im feuchten Windhauch nickt.

    Da saß ein Kerl! Weiß Gott mein Herz, stand still als ich ihn sitzen sah!
    Ich sah ihn nur von hinterwärts und er saß klein und ruhig da,
    saß in der Nebeldämmerung, die Angelrute ausgestreckt,
    als ob ein toter Weidenstrung den dürren Ast gespenstisch reckt.

    "He, Alter!" ruf ich "Beißt es gut?" Und sieh der Baumstamm dreht sich um
    und wackelt mit dem runden Hut und grinst mit spitzen Zähnen stumm.
    Und spricht, doch nicht nach Landesart, wie Enten schnattern, schnell und breit
    kommts aus dem algengrünen Bart: "Wenns regnet hab ich gute Zeit"

    "So scheint es, sag ich, und ich schau in seinen Bottich neben ihm.
    Da wimmelt´s blank und silbergrau und müht sich mit zerfetzten Kiem.
    Aale die Flosse zart wie flaum, glotzäugig Karpfen mittendrin-
    Ich traue meinen Augen kaum! - Wälzt eine Natter sich darin.

    "Ein seltnes Fischlein, alter Traun!" Da springt der Frosch behend empor:
    "Die Knorpel sind so gut zu kau´n!" Schnattert er listig mir ins Ohr.
    "Gewiß seid Ihr zur Nacht mein Gast, Wo wollt ihr heute auch noch hin?
    Nur zu den Bottich angefasst, genug ist für uns beide drin!"

    Und richtig watschelt er vorrauf, patsch patsch, den Uferrand entlang.
    Und wie im Traume heb ich auf und schleppe hinterdrein den Fang.
    Und krieche durch den Weidenhag, der eng den Rasenhang umschmiegt,
    wo, tief verborgen selbst am Tag, die schilfgebaute Hütte liegt.

    Da drinnen ist nicht Stuhl nicht Tisch, der alte sitzt am Boden platt,
    es riecht nach Aas und totem Fisch - ich werd vom bloßem Atmen satt.
    Er aber greift frisch in den Topf und frißt de Fische kalt und roh.
    Packt sie beim Schwanz, beißt ab den Kopf und knirscht und schmatzt im Dunkeln froh.

    "Ihr eßt ja nicht, das ist nicht recht!" Die Schwimmhand klatscht mich fett aufs Knie.
    "Ihr seid vom trockenen Geschlecht, ich weiß, die Kerle essen nie.
    Ihr seid bekümmert, sprecht doch aus, womit ich Euch erfreuen kann?"
    "Ja," klapp´re ich, "ich will nach Haus aus dem verfluchten Schnatermann!"

    Da hebt der Kerl ein Lachen an, es klang nicht gut, mir wurde kalt.
    "Was wißt denn Ihr vom Schnatermann" "ja," sag ich stur, "so heißt der Wald.
    "So heißt der Wald?" Nun geht es los, er grinst mich grün und phosphorn an:
    "Du dürrer Narr, was weißt du bloß, vom Schnater, Schnater, Schnatermann?!"

    Und schnater - schnater klitsch und klatsch, der Regen peitscht ir ins Gesicht.
    Quatsch durch den Sumpf, hoch spritzt der Matsch, ein Stiefel fehlt, ich achte es nicht.
    Und schnater - schnater, um mich her und Enten-Unken-Froschgetön
    Möwengelächter irr und leer und tief ein hohles Windgestön...

    Strophe pfeifen

    Des anderen Tags saß ich alein nicht weit vom prasselnden Kamin
    und ließ mein schwer gekränkt Gebein, wohlig vom heißen Grog durchziehn.
    Wie golden war der Trank, wie klar, Wie edel war sein starker Duft!
    Ich blickte nach dem Wald, es war noch sehr viel Regen in der Luft.

    Ebenfalls sehr gut gefällt mir der Text von Bataillon d`Amour, von der Gruppe Silly, vor einigen Jahren neu aufgenommen von Joachim Witt.

    Silly - Bataillon d'Amour

    Wie weiße Tücher schwimmt der Nebel
    Durch die kalte Stadt
    Er macht die Pflastersteine nass
    Die Straßen glänzen glatt
    Aus meinem Hausflur fällt
    Ein gelber Fetzen Licht
    Der holt mir aus der Dunkelheit
    Ein blasses Kindsgesicht
    Ich denk das Mädel kennst du doch
    Die ist kaum 13 Jahr
    Und flieht schon in die Dämmerung
    Und hat schon Nacht im Haar
    Bataillon d'Amour
    Bataillon d'Amour
    Zwei schmale Jungenhände
    Streicheln ihre Brust
    Ich geh vorbei mich streift
    Ein warmer Hauch der Lust
    Und auf der nassen Haut der Straße
    Da berührn
    Sich ihre Schatten lautlos
    Und verführn
    Verführn sich in die Liebe
    Wie in ein Labyrinth
    Wir können uns nicht wehren
    Wenn's einfach nur beginnt
    Bataillon d'Amour
    Bataillon d'Amour

  10. #9
    Sven Hoëk
    Benutzerbild von Sven Hoëk
    HUIIIIII, wir sind mitten in den 70s! Ein geiles Jahrzehnt für schonungs- und rücksichtslos dramatische Texte.

    Christoph postete
    Eigentlich nicht traurig, aberauf jeden Fall schauderhaft ist "das würfelspiel" von Juliane Werding. Wenn man sich die Story auf einem etwas verlassenem Kleinstadtbahnhof vorstellt, dann hat die Geschichte schon was...

    Na und auf jeden Fall hier von mir Johnny Hill "ruf teddybär eins vier". Da komme ich schon ins Nachdenken...:

    Ich war seit fast acht Stunden schon auf der Autobahn –
    war ganz kurz vor meinem Ziel - und hielt mich mächtig ran
    ...
    Ja, daran kann ich mich erinnern: "Johnny Hill bespricht seine eigenen Platten" (im Wortsinne): Mann, das war so ein richtiges Tränendrüsen-Schlagerchen. Genau wie:

    Rocky
    (Frank Farian)

    Ich weiß noch als ich 18 war
    Da kam sie hier vorbei.
    Schmale Schultern, dunkles Haar
    Und Augen voller Scheu.
    Und bis wir beide Freunde wurden,
    Ja das dauerte ziemlich lang.
    Wir haben manche Nacht geredet,
    Bis der Morgen kam.

    Sie sagte:”Rocky, ich habe noch niemals geliebt.
    Ich weiß nicht ob ich das bringe.
    Denn es gehört doch mehr dazu
    Als ein Flirt und ein paar Ringe.”
    Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
    Es wird schon irgendwie gehn.
    Denn wenn Du mir ein wenig hilfst
    Ist Liebe kein Problem.”

    Wir suchten uns ein Zimmer
    Und wir richteten uns ein.
    Wir schliefen auf dem Boden
    Und wir tranken roten Wein.
    Waren glücklich und verrückt,
    So wie Verliebte sind.
    Bis wir eines Tages merkten,
    Sie bekommt ein Kind.

    Sie sagte:”Rocky, ich hab noch nie ein Kind bekommen,
    Ich will es Dir gern geben.
    Und damit ist die Zeit der Träume
    Vorbei in unserem Leben.”
    Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
    Es wird schon irgendwie gehn.
    Ich helf Dir doch, so gut ich kann.
    Du schaffst es, Du wirst sehn.”

    Sie schenkte mir ein Mädchen,
    Ich war mächtig stolz auf sie.
    Wir stritten und versöhnten uns,
    Die Zeit war schön wie nie.
    Wenn es auch mal schwiereig war,
    Es gab immer einen Weg.
    Bis ich dann die Wahrheit sah,
    Daß sie nicht mehr lange lebt.

    Sie sagte:”Rocky, ich habe solche Angst zu sterben,
    Ich weiß nicht, was dann noch kommt.
    Gibt es einen neuen Morgen,
    In einer anderen Welt?”

    Nun sind wir allein,
    Das kleine Mädchen ist bei mir.
    Manchmal muß ich weinen,
    Viel zu ähnlich sieht sie ihr.
    Doch wenn ich ganz verzweifelt bin,
    Dann nimmt sie meine Hand
    Und schaut mich mit großen Augen an.

    Und sie sagt:”Rocky, ich war doch noch niemals allein.
    Ich weiß so wenig vom Leben.
    Ich bin ja noch so klein
    Und kann Dir nicht mehr als Liebe geben.”
    Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
    Es wird schon irgendwie gehn.
    Denn wenn Du mir ein wenig hilfst,
    Werd ich es überstehn.”
    Sie sagte:”Rocky, ich war doch noch niemals allein.
    Ich weiß nicht, ob ich das bringe.
    Ich brauch Deine Augen
    Und Deine Hand und Deine Stimme.”
    Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
    Es wird schon irgendwie gehn.”

  11. #10
    Benutzerbild von Safaritünnes

    Registriert seit
    12.10.2001
    Beiträge
    942
    Super-Thread!!!

    Teddybär und Purple Schulz sind auch bei mir ganz oben.

    Bei Juliane Werding läuft mir zwar auch ein Schauer über den Rücken,
    aber das liegt wohl daran, dass ich sie nicht so mag bzw. früher
    ü-ber-haupt nicht mochte!
    Gebe aber zu, dass, wenn ich heute mal durchs Radio zappe, ich
    mir die Lieder sogar "antue", weil die mich so an die 80er erinnern.
    (Tschuldigung bamalama...)

    So richtig will mir aber keiner einfallen...

    Evtl. die hier:

    Nächte über Eis - Felix de Luxe

    Nächte übers Eis
    Die Löcher in den roten Strümpfen,
    machten mir das Herz verrpckt.
    Das silbergraue Krachen Eis,
    unter dem,weissen See aus Glück.
    Das Kissen kühl,das Laken warm &
    die blauen Lippen heiss.
    Man sprach von wilden Tieren hier,
    die liefen nächtelang im Kreis.

    Wir liefen Nächte übers Eis
    & uns war soo kalt.

    Auf deine weisse Haut schien Licht,
    ich denk mir nur,du hast zuviel gelacht.
    Du dachtest,es gibt viel zu sehen,
    doch Blinde haben immer Nacht.
    Ich wusste,deine Wölfe sterben jung,
    & kein Bettler zahlt deinen Preis.
    Es war ein Jahr ein Winter lang,
    wir hatten Nächte übers Eis.

    und wir liefen die Nächte übers Eis,
    & uns war sooo kalt.

    Wir rannten die Nächte übers Eis,
    wir tanzten die Nächte übers Eis,
    bis das Eis zerbrach......

    Quelle: www.songtext.net

    Ansonsten noch:
    Herbert Grönemeyer - Musik, nur wenn sie laut ist
    Peter Maffay - Es war Sommer
    Marius Müller-W. - Freiheit
    Rio Reiser - Für Dich
    BAP-Verdamp lang her und Kristallnacht

    Das sollte erstmal reichen.
    Mir fallen aber bestimmt noch welche ein...

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