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Ergreifende deutsche Lyrics

Erstellt von Shriekback, 19.12.2002, 13:27 Uhr · 37 Antworten · 8.255 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Babooshka

    Registriert seit
    15.11.2002
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    Ha, dieses Lied wurde wieder ausgegraben und neulich im Radio gespielt... mit wegretouchiertem "wir haben '86"!

  2.  
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  3. #22
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Ich möchte Euch an dieser Stelle das Album "du und wieviel von Deinen Freunden" (2002) von der Hamburger Band Kettcar empfehlen! Wunderbare Popmusik mit tiefsinnigen deutschen Texten! Wem die Stimme bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich irgendwann mal ...But Alive gehört! In einem Interview meinte der Sänger Marcus Wiebusch zum Stil der Band, man hätte versucht, Hamburger Schule mit guter englischer Popmusik zu verbinden!


    Balkon gegenüber

    Ist der Rasierer jetzt kaputt oder was?
    Gott, was sieht der bitter aus.
    Mehr Ränder als Augen und die unterlaufen.
    Ein Blick auf den Typ vom Balkon gegenüber.

    Vielleicht ist jemand gestorben?
    Vielleicht ist er 30 geworden?
    Doch auf einmal ist es klar,
    ich hab sie lang nicht mehr,
    ich hab sie lang nicht mehr gesehen bei ihm.

    Sie kommt nicht mehr.
    Und da sah ich das Heer der leeren Flaschen auf dem Balkon verteilt.
    Sie sammeln ihre Kräfte für die nächste Offensive,
    für die Schlacht heut nacht.
    Eine ganze Armada.

    Und ich zieh den Vorhang zu
    und beim letzten Blick nach drüben denk ich noch:

    viel Glück heut nacht und viel Glück demnächst,
    wenn du weiter machst oder untergehst,
    wenn du aufhörn willst und einsehen musst
    zwischen "komm zurück" und "wirklich Schluss".

    Viel Glück demnächst und in den nächsten Tagen
    und ich Vollidiot hab dir gar nichts zu sagen.
    Du bist mir sowas von egal,
    nur gibt es hier welche, die kannten das auch mal.
    Nur gibt es hier welche, die kannten das auch mal,
    nur gibt es hier einen, der kannte das auch.
    Und wünscht Glück.

  4. #23
    Benutzerbild von Christoph

    Registriert seit
    10.10.2001
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    3.330
    An Shriekback:
    Herr Reichel hat auf der CD "regenballade" tatsächlich bekannte Gedichte großer Meister vertont. Der Text zu Regenballade ist also nicht von ihm, allerdings ist es auch kein bekannter Wortkünstler gewesen, sondern eine mir unbekannte Ina Seidel.
    Trotzdem ein interessanter Text und ein klasser Song von einer lohnenden CD!

    An Sven:
    Hua! Dieser Rocky-Text ist ebenso abgedroschen wie (leider oft) aktuell - und gerade deshalb wirklich ergreifend!

    Und für alle, denen "Das Würfelspiel" gerade nicht einfallen möchte:

    mein Zug nachhaus
    ging erst um neun
    im Wartesaal
    saß ganz allein
    ein alter Mann
    mit gleichem Ziel
    er lud mich ein
    zu einem Würfelspiel
    lud mich ein
    zu einem Würfelspiel

    ich sagte ihm
    ich spiele nie
    draußen fiel Schnee
    ein D-Zug schrie
    da sagte er
    es geht um viel
    es geht um dich
    in diesem Würfelspiel
    geht um dich
    in diesem Würfelspiel

    niemand ahnt es
    wie der Würfel fällt
    doch nichts geschieht
    durch Zufall auf der Welt

    wa sich auch warf
    er hatte mehr
    ich drei mal sechs
    und neunzehn er
    war wie in Trance
    vom Spiel erfaßt
    und hab dabei
    den Zug nach haus verpaßt
    hab beim Spiel
    den Zug nachhaus verpaßt

    niemand ahnt es
    wie der Würfel fällt
    doch nichts geschieht
    durch Zufall auf der Welt

    dann gab's Alarm
    Signal auf rot
    der Zug entgleist
    zehn Menschen tot
    der Mann war fort
    der Schleier fiel
    in meiner Hand
    hielt ich das Würfelspiel
    in der Hand
    hielt ich das Würfelspiel
    ich verstand
    warum der Würfel fiel

    Die Künstlerin hat bestimmt nix dagegen, oder Jule?

    Gruß
    Christoph

  5. #24
    Benutzerbild von Level 42

    Registriert seit
    14.01.2003
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    647
    Ganz klar von Herbert Grönemeyer:

    HALT MICH (Herbert Grönemeyer)

    Nehm meine Träume für bare Münze,

    schwelge in Phantasien,

    hab mich in dir gefangen,

    weiß nicht, wie mir geschieht,

    wärm mich an deiner Stimme,

    leg mich zur Ruh in deinem Arm,

    halt mich nur ein bißchen, bis ich schlafen kann.



    Fühl mich bei dir geborgen, setz mein Herz auf dich,

    will jeden Moment genießen, Dauer ewiglich,

    bei dir ist gut anlehnen, Glück im Überfluß,

    dir willenlos ergeben, find ich bei dir Trost.

    Bin vor Freude außer mir,

    will langsam mit dir untergehen,

    kopflos, schwerelos in dir verlieren,

    deck mich zu mit Zärtlichkeiten,

    nimm im Sturm, die Nacht ist kurz,

    friedvoll, liebestoll, überwältigt von dir,

    schön, daß es dich gibt.

    Komm, erzähl mir was, plauder auf mich ein,

    ich will mich an dir satthören, immer mit dir sein

    betanke mich mit Leben, laß mich in deinem Arm,

    halt mich nur ein bißchen, bis ich schlafen kann,

    halt mich, daß ich schlafen kann.



    Gruß Level 42

  6. #25
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    3.938
    Auch wenn die Ohren von dem Lied wahrscheinlich auch schon überstrapaziert sind, muss man von Herbie definitiv auch noch "Der Weg" nennen:


    Ich kann nicht mehr sehn,
    Trau nicht mehr meinen Augen.
    Kann kaum noch glauben,
    Die Gefühle haben sich gedreht.
    Ich bin viel zu träge,
    Um aufzugeben.
    Es wär auch zu früh,
    Weil immer was geht.

    Wir waren verschworen,
    Wären füreinander gestorben,
    Haben den Regen gebogen,
    Uns Vertrauen geliehen.
    Wir haben versucht,
    Auf der Schussfahrt zu wenden.
    Nichts war zu spät,
    Aber vieles zu früh.

    Wir haben uns geschoben
    Durch alle Gezeiten,
    Haben uns verzettelt
    Und verzweifelt geliebt.
    Wir haben die Wahrheit
    So gut es ging verlogen,
    Es war ein Stück vom Himmel,
    Dass es Dich gibt.

    Du hast den Raum
    Mit Sonne geflutet,
    Hast jeden Verdruss
    Ins Gegenteil verkehrt.
    Nordisch nobel,
    Deine sanftmütige Güte,
    Dein unbändiger Stolz,
    Das Leben ist nicht fair.

    Den Film getanzt
    In einem silbernen Raum,
    Vom goldenen Balkon
    Die Unendlichkeit bestaunt.
    Heillos versunken, trunken,
    Und alles war erlaubt,
    Zusammen im Zeitraffer,
    Mit Sommernachtstraum.

    Du hast den Raum
    Mit Sonne geflutet,
    Hast jeden Verdruss
    Ins Gegenteil verkehrt.
    Nordisch nobel,
    Deine sanftmütige Güte,
    Dein unbändiger Stolz,
    Das Leben ist nicht fair.

    Dein sicherer Gang,
    Deine wahren Gedichte,
    Deine heitere Würde,
    Dein unerschütterliches Geschick.
    Du hast der Fügung
    Deine Stirn geboten,
    Hast ihn nie verraten,
    Deinen Plan vom Glück.
    Deinen Plan vom Glück.

    Ich geh' ja nicht weg,
    Hab' meine Frist verlängert.
    Neue Zeitreise, offene Welt.
    Habe Dich sicher in meiner Seele,
    Ich trag' Dich bei mir
    Bis der Vorhang fällt.
    Ich trag' Dich bei mir
    Bis der Vorhang fällt.





    Gut, ja, geht schon wieder...

  7. #26
    Benutzerbild von McFly

    Registriert seit
    20.06.2003
    Beiträge
    1.920
    Für mich gehört auch auf jeden Fall dazu: Electra "Nie Zuvor"

    Und der Abend ist gekommen,
    wie ein großes sanftes Tier.
    Hat die Trauer fortgenommen
    und ich lieg' ganz nah bei dir.
    Morgen werden wir uns trennen,
    für eine unbestimmte Zeit.
    Und die letzten Stunden rennen
    uns davon, so gnadenlos,
    so gnadenlos, und ich mache mich bereit.

    Nie, nie zuvor hab' ich dir so sehr vertraut.
    Nie, nie zuvor hab' ich so auf dich gebaut.
    Um die Zeit zu überstehen.

    Und die Zeit, sie wird bezeugen,
    dass wir zueinander stehen.
    Und kein Zweifel soll mich beugen,
    dass die Jahre schnell vergehen.
    Dass die Münder sich berühren,
    wenn ich wieder bei dir bin.
    Dass wir noch die Wärme spüren,
    die uns heut' verloren scheint,
    verloren scheint.
    Darin hab' ich meinen Sinn.

    @ Waschbaer: volle Zustimmung bei "Kleine Seen" und "Ich Liebe Dich" !

  8. #27
    Benutzerbild von Muggi

    Registriert seit
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    2.559
    Bissel was von meinem "Heul-Sampler":


    SILLY - So 'ne kleine Frau

    So 'ne kleine Frau
    Und so 'ne große Lust
    Und hat schon Kinder dreie
    Und immer noch kein Frust
    Und hat schon so gelitten
    Und immer noch so 'n Mut
    Und hat so schlaffe Titten
    Und hat so 'n heißes Blut
    So 'ne kleine Frau
    Und so 'ne Gier nach Glück
    Vom Zigarettenholen
    Kam kaum 'n Kerl zurück
    Und all die langen Nächte
    Wo's Eis der Augen taut
    Und immer wieder so 'ne
    Einfühlsame Braut
    So 'ne kleine Frau
    Und so 'ne große Stadt
    Und so 'ne gute Bluse
    Die kaum noch Farbe hat
    Und so 'ne fahle Sehnsucht
    Schmerzt in ihrer Brust
    Doch wenn die Kinder schlafen
    Schon wieder so 'ne Lust...



    UDO LINDENBERG - Unterm Säufermond

    Wieder geht ein Tag zu Ende
    und die Dämmerung zieht rauf
    Leise zittern ihm die Hände
    under der Säufermond geht auf...
    Er läuft hin und her im Zimmer
    Wie magnetisch fällt sein Blick
    auf die Mini-Bar wie immer
    "Gib mir doch 'n kleines Glück -
    Meine Nerven die sind, ach
    die sind heut' wieder 'n bißchen schwach
    meine Nerven die sind, ach
    heut' bißchen schwach
    Komm, mach mich wieder wach
    mach mich bitte wieder wach"

    Und der Whisky - der zieht runter
    und sein Blut wird schnell und warm
    und jetzt nimmt ihn Lady Whisky
    ganz zärtlich in den arm.
    gratuliert zu den Geschäften
    "Die sind heut' sehr gut gelaufen!
    Laß uns beide, Du und ich
    erstmal richtig einen saufen.
    Meine Küsse, scharf und naß
    komm' erheb das nachste Gläs
    Eine Nutte heute Nacht,
    die's Dir für'n paar Scheine macht -
    die brauchst Du nicht
    wenn Lady Whisky von der Liebe spricht."

    Und die Zimmerdecke hebt isch
    und die Wände brechen ein
    auf dem Boden leer Flaschen
    und er wieder so allein
    Menschen in Hotels sind einsam
    sie sind immer nur zu Gast
    ewig Vertreter, die jeder Kund haßt

    In den Ohren ist ein Sirren
    und im Herzen ist ein Schlag
    alle Fenster hört er klirren
    dieses Zimmer ist ein Sarg ...
    Aus dem Fenster zu den Sternen
    nur: Die kann er nicht mehr sehn
    Und in dunkler Wolkenferne
    scheint fahl
    der Säufermond
    Ein Mann lag in seinem Zimmer
    im HOTEL IMPERIAL
    mit den Nerven wurd' es schlimmer
    jede Nacht 'ne neue Qual
    Dieses Leben ist so arm
    - ferngesteuerte Quälerei
    Öffne die große Flasche Nummer drei...


  9. #28
    Benutzerbild von Alyosha

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    462
    Hildegard Knef hat zwei schöne Chansons geschrieben als ihre Tochter zur Welt kam, Mein Zeitbegriff entstand als "Tinta" ein Jahr alt war, Doch hör nicht auf mich schrieb sie kurz nach ihrer Geburt.

    Aber speziell beim ersteren Lied finde ich, man müßte auch die Musik hören, um das Lied in seiner Bedeutung gänzlich erfassen zu können

    MEIN ZEITBEGRIFF : (1969)

    Mein Zeitbegriff ist nicht der eure
    ihr sagt ich sei jetzt fast ein Jahr;
    die Laute die ihr macht, sind rund und eckig,
    und wenn ich lächle, streichelt ihr mein Haar.

    Ihr habt verlernt, Gedanken zu begreifen
    und einen Wunsch ganz einfach zu verstehn;
    ihr staunt mich an und lebt nur in Vergleichen
    und wollt euch selbst in mir noch wiedersehn.

    Die Liebe die ihr kennt, ist ein Wort wie Bonbon,
    ist ein klebriges Grün, ist ein trostloses Rot,
    ist ein Gnadenbrot.

    Die Liebe die ihr kennt, ist ein Wort wie Gefühl,
    ist ein frostiges Spiel,
    ist ein Wankelmut
    ist ein Werben um nichts, ist ein Spiegel der blind,
    ist ein schwankendes Licht, ist das Windlicht im Sturm,
    ist ein Nichts.

    Eure Zärtlichkeit ist nicht die meine,
    und was ihr Schicksal nennt, das ist mir fremd;
    die Freuden die ihr meint, sind ohne Freude,
    ihr sprecht vom Glück, dem Glück das ihr nicht kennt.



    DOCH HÖR NICHT AUF MICH: (1968)


    Du bist zu jung, um mich zu fragen
    und ich hab' Angst vor dem Moment
    "Wie war dein Leben, wie wird meins
    was soll ich tun, was soll ich lassen
    wann soll ich lieben, wann soll ich hassen..."
    Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.

    Du neuer Mensch, hör nicht auf viele
    auch nicht auf mich;
    setze dir Ziele, erwarte sie nicht
    vertrau auf dein Ich
    doch hör nicht auf mich.

    Sag ja zu der Liebe, sag nein zu der Angst
    sei dankbar für das, was du mühelos erlangst
    scheue die Reue, doch hab ein Gewissen für dich
    doch hör nicht auf mich.

    Fordre von dir und selten von andern
    versteh, dass nichts bleibt
    ein Suchen, ein Wandern
    glaub nie an die Siege, nur an den über dich
    doch hör nicht auf mich.

    Mach dich nie klein, wir sind nicht so groß
    Verachte den Neid, stelle ihn bloß
    und wird ein Prinzip dir zu lieb, dann lass es im Stich
    doch hör nicht auf mich.

    Zum Glück sagt man SIE, es steht uns nicht zu
    selbst mit dem Leben sind wir kaum per DU
    woher wir gekommen, wohin wir mal gehn
    wir wissen nur eins: dass wir gar nichts verstehn
    doch glaub an die Liebe, ich erleb' sie durch dich
    und da hör auf mich
    hör einmal auf mich.

  10. #29
    Benutzerbild von Alyosha

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    462
    Hildegard Knef hat auch ein sehr poetisches Lied von Jaques Brel in deutscher Übersetzung gecovert

    "Mein flaches Land" - ein Lied über Belgien, wo Brel herkam
    (sie sang auch Jaques Brel's "Amsterdam" in deutsch)

    aber wie gesagt - nur die Texte ist 'ne halbe Sache ; die Musik ist fast genauso wichtig ....



    MEIN FLACHES LAND: (1978)

    So oft die Nordseewogen an die Geesten schlagen
    die Dünen ihnen stumm das feste Land versagen
    so oft am schwarzen Riff die Brandung jäh zerschellt
    so oft der Nebel braut, auf Deiche, Moore fällt
    und sich manch Herz allein nur von der Hoffnung nährt
    wenn ihm der Ostwind keuchend in die Flanke fährt
    dann kämpft mein flaches Land

    So oft die Wolken sich von Seeland einwärts wälzen
    wo Kirchen Berge sind und ihre Türme Stelzen
    für Teufel, steinerne, die sie herunterziehen
    so oft das Feuer selbst ermattet im Kamin
    und Regen macht die Welt zur großen Einsied’lei
    wenn sich der Westwind stürzt auf die Belund-Bastei
    hält Wacht mein flaches Land

    So oft der Himmel grau in grau in der Gracht ertrinkt
    so oft der Himmel uns nur Finsternis beschert
    so oft der Himmel uns zu tiefer Demut zwingt
    so der Himmel selbst sein Himmelblau entbehrt
    so oft der Nordwind wild durch die Gehege fährt
    und schier zerreißen will was jedem lieb und wert
    dann knirscht mein Land, mein flaches Land

    So oft die Schelde blitzt und mittelmeerisch blaut
    und ihren Fluten sich die Flämin anvertraut
    wenn überm Ufer Schilf die Wasserjungfer schwebt
    wenn in der Ebene die Julihitze bebt
    so oft der Südwind sanft durch das Getreide streicht
    und längst kein Wölkchen mehr bis zu den Waden reicht
    dann lacht mein Land – mein flaches Land







  11. #30
    Benutzerbild von röschmich

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    1.764
    Für mich einer der ergreifensten Songs der Leipziger Bierfiedler.
    Schon etwas älter.

    RANDOLPH (Lawless)
    K+T M. Curry/M. Wagenbreth, Ch. Klaucke

    Er hieß Randolph, der Rüpel
    da war er grad sieben
    da lief bei ihm alles schon schief
    ein Schläger vorm Herrn
    und ein Treter daneben
    der kam nie, wenn Mutter ihn rief
    er selbst war der Streich
    den das Leben ihm spielte
    und das Leben treibt seltsamen Scherz
    alles kam, wie es mußte
    und Randolph wuchs auf
    mit ‘ner Zeitzünderbombe im Herz

    Er war hart wie ein Nagel
    und immer zu haben
    wenn’s wo auf die Fresse was gab
    kein’ Schnaps nich’ vertragen
    doch stets zugepflastert
    am Samstag im irischen Pub
    die Jacke kurz runter
    und wacklig und munter
    die besten verprügeln gewollt
    danach meistens im Kahn
    und mit restlichem Tran
    Sonntag morgens nach Hause getrollt

    Eines Abends beim Rummel
    am Rand von Bad Düben
    begegnet ihm Adelheid Kohrt
    nicht unbedingt was man
    ‘ne Schönheit würd’ nennen
    doch das heißeste Mädel vor Ort
    ein Blitz in die Augen
    ein Flimmern im Herzen
    und sie führte ihn zum Altar
    und es war blanker Zufall
    daß ‘n Vierteljahr vorher
    eine Soulband in Bitterfeld war

    Gottes Wunder gehn tief
    schon ein halbes jahr später
    beschenkt er die zwei mit ‘m Kind
    neun Pfund schwer und schwarz fast
    wie Balthasar-König
    und Randolph, der glaubte, er spinnt
    Adele schwur, nie sei da
    ‘n andrer gewesen
    und so ‘was ließ Randolph nicht kalt
    und die Nachbarn, die sagten:
    wie süß, ganz der Vater
    oder Kuckuck ruft’s aus dem Wald

    Also Randolph war Vater
    und war es von Herzen
    und Adele blieb Abends lang aus
    der Buschfunk, der trommelt
    die schärfsten Gerüchte
    und so ‘was hält keiner lang aus
    und Randolph stand da
    eines Abends, besoffen
    wo die Mulde durch Wiesen sich zwängt
    keiner wird je erfahren
    was danach geschah
    am Morgen fand man Adele ertränkt

    Und die meisten, die sagen
    sie wußten’s schon immer
    der war schon als Kind nicht ganz dicht
    er war auch kein Engel
    bloß irgendwie find ich
    ein Monster, das war er nicht
    er sitzt irgendwo jetzt
    in Waldheim in Sachsen
    und kommt wohl so schnell nicht mehr frei
    mit ‘m beuligen Ball
    spielt ein hellbraunes Kind
    am staubigen Rand der B 2.

    CD "BIERFIEDLER" LÖWENZAHN / R.U.M. RECORDS 1997 CD
    www.bierfiedler.de

    ein weiterer ergreifender Titel "Löhrstraße" das von einem tragischen Mißverständnis einer unerfüllten Verliebtheit erzählt und die geniale Version von "the Ballad of Lucy Jordon" als "Heidi Bormann" nachzulesen hier
    http://www.bierfiedler.de/DSL/seiten/CDNimm.html#heidi

    Ich mag es, wenn ganze Geschichten in einem Lied erzählt werden.
    Das ist seltener als man denkt. Zu DDR-Zeiten hat mir die Gruppe TRANSIT in der Beziehung gefallen.

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