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EUROVISION Song Contest 2008

Erstellt von bamalama, 10.01.2008, 17:51 Uhr · 150 Antworten · 12.136 Aufrufe

  1. #61
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    ESC-Gedenkmünze und Fanbuch erhältlich
    Es sind nur noch wenige Wochen bis zum großen Eurovisions-Finale und während sich die Künstler auf ihren großen Auftritt vorbereiten und auf Promo-Tour durch Europa sind, haben sich die Verantwortlichen der EBU in diesem Jahr etwas Besonderes für die wahren Fans einfallen lassen: Erstmals gibt es eine ESC- Münze. Künftig sollen in jedem Jahr Münzen zum ESC-Finale geprägt werden. Geplant ist, jährlich 5000 Stück zu produzieren - offizielles Zahlungsmittel sind sie allerdings nicht. Die Devotionalie wird in einer besonderen Geschenkbox geliefert, neben einem Echtheitszertifikat erhält der Käufer auch ein Buch mit Informationen über die 43 diesjährigen Teilnehmer. Hergestellt wurden die Geldstücke in der Königlich-Niederländischen Prägerei.

    In Kürze ist auch die dritte Ausgabe des offiziellen Fanbuchs zum ESC 2008 verfügbar. Auf über 100 Seiten finden sich Informationen über alle Teilnehmer, den Veranstaltungsort und die Gastgeber. Das Buch ist noch nicht im Handel erhältlich, kann aber vorbestellt werden. Informationen zur Bestellung des Buches und der Münzen finden sich auf der offiziellen ESC-Seite der EBU, www.eurovision.tv


  2.  
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  3. #62
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    Identitätskrise?

    Neulich spielte mein Berliner Lieblingssender Unerhörtes. Zwischen einer Bachfuge, einem Bartok-Schnipsel und politischen Kommentaren erklang plötzlich ein Lied, das allen Vorurteilen, Eurovisionslieder seien nix fürs Radio, widersprach: Es war Sébastien Telliers "Divine" - ein Stück Elektropop, das im Musikpotpourri von Deutschlandradio nicht weiter auffiele, denn man schwört dort auf überraschende Mischungen, die die Kriterien von Ernst und Unterhaltung, E und U, nicht weiter ernst nimmt.
    Vor Jahren hörte man dort morgens auch schon einen litauischen Eurovisionssong genauso wie Max Mutzkes "Can't Wait Until Tonight". Aber Tellier? Dieser Außenseiter, den das französische Fernsehen quasi direkt aus dem Pariser Club gepflückt hat? Ja, tatsächlich. Und es ist ja auch ein schönes Lied. Okay, Puristen werden sagen, ein französisches Lied, das auf Englisch gesungen wird, müsse ignoriert werden. In Wahrheit klingt "Divine" so französisch wie Camembert schmeckt oder Burgender mundet - sehr nämlich. Telliers Akzent ist fürchterlich frankophon, aber was soll's? Der junge Mann wollte nur unter der Bedingung nach Belgrad für Frankreich reisen, wenn er Englisch singen dürfe, "sonst wird man ja gleich überhört", wie er zitiert wurde.

    So weit, so einleuchtend. Aber in Frankreich ist jetzt eine hitzige Debatte entbrannt, ob dies nicht eine Kapitalution vor dem Englischen sei. Zwar beteuerte Kulturministerin Christine Albanel, das Land stünde "voll und ganz" hinter dem Lied, aber der französische Lokalpolitiker Francois-Michel Gonnot gab zu Protokoll, es sei schockierend, dass "Frankreich darauf verzichtet, seine Sprache vor hunderten Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt zu verteidigen". Telliers Produzent, Stéphane Elfassi, wies die Kritik mittlerweile zurück. "Im Jahr 2008 ist es ein bisschen überholt, so zu tun, als ob die französische Kultur sich auf ein dreiminütiges französisches Stück bei der Eurovision beschränkt". Immerhin würden 25 von 43 Ländern "ihr Lied auf Englisch vortragen".

    Die historische Wahrheit ist: Französisch war die Gründungssprache der Eurovision Anfang der Fünfziger, nicht das Englische. Aber so sehr der eurovisionsinterne Kommunikationsverkehr nach wie vor das Französische offiziell favorisiert, so sehr ist das Englische dominierend. Im Zweifelsfall wird übrigens in der EBU-Zentrale in Genf deutsch gesprochen - gerade seitens der neuen osteuropäischen Mitglieder. Aber zurück zu Sébastien Tellier.

    Er ist möglicherweise kein Idiot. Er wird wissen, dass der letzte ESC-Sieg in französischer Sprache genau 20 Jahre zurück liegt; damals gewann Céline Dion für die Schweiz. Frankreichs letzter Sieg ist schon 31 Jahre her, Marie Myriam mit "L'oiseau et l'enfant". Aber in jenen Jahren, alles in allem bis 1999, mussten alle Länder noch in einer ihrer Muttersprachen singen lassen. Wichtiger jedoch noch ist, dass man mit Französisch keinen Blumenpott gewinnt. Französisch klingt einfach, seien wir ehrlich, so exotisch wie Maltesisch, Portugiesisch oder Isländisch. Tellier will aber nicht als Exot behandelt sein.

    Er geht in etwa den gleichen Weg wie 2003 Sertab Erener. Die machte ihre Teilnahme von der Bedingung abhängig, dass sie in Riga ihr "Everywhere That I Can" auf Englisch bringen dürfe - und das Land stand fast Kopf. Beleidigt sie damit nicht die türkische Kultur?, Ist das nicht ein Ausverkauf der kostbaren türkischen Identität? Erener und ihre Produzenten aber sagten, das Lied höre sich ausreichend türkisch an, aber die Sprache müsse Internationalität verströmen - und auf Türkisch ginge das nicht. Das Lied vom Lied, nun ja, ist bekannt: Erener hatte in jenem Jahr erstmals die Eurovisionskrone für die Türkei erringen können.

    Telliers "Divine" hört sich ja, wie gesagt, ohnehin typisch an für das, was sein Land auf den internationalen Popmarkt wirft. Sparsam in der Instrumentierung, ein bisschen Daft Punk, eine Prise Air - das kennen wir, das ist Frankreich, so minimalistisch orchestriert hat es sonst nicht so gern im anderen Europa. Und nebenbei: Natasha St.-Pier hat in Kopenhagen 2001 ihr "Je n'ai que mon âme" live auf der Bühne auch teilweise auf Englisch gesungen: Sie wurde damit Vierte - und so gut schnitt das Gründungsland des ESC seither nie wieder ab!

    P.S.: Uns werden ja Fragen, was nun gut ist und was nicht, noch öfter beschäftigen. Viele ESC-Freunde und -Fans denken, dass das Singen in der jeweiligen Landessprache kulturförderlich sei. Das haben vor allem Deutsche stets geglaubt. Die Welt fiel in den Sechzigern aus den Fugen -
    aber die Deutschen wollten partout Schleppendes zur Eurovision schicken. Jedenfalls: Beim ESC geht es um Punkte. Jeder Act möchte so viele von ihnen wie nur irgend möglich. Um nichts anderes geht es. Finnland hatte lange nicht begriffen, wie das geht: In Europa Gehör zu finden. Es brauchte Lordi, um das Rezept gefunden zu haben. Frankreichs Sänger ist der frankophone Versuch, nicht wegen einer altmodischen Sprache schon vor dem ersten Refrain abgestraft zu werden. So kalt ist die
    ESC-Wirklichkeit. Anders ist sie aber nicht zu haben!

  4. #63
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    seit heute im handel:

    V.A. - eurovision song contest belgrade 2008 2 CD EMI VERÖFFENTLICHUNG: 09.05.2008

    CD 1:

    1. Andorra - Gisela - Casanova - 2:52
    2. Albania - Olta Boka - Zemrën E Lamë Peng - 2:57
    3. Armenia - Sirusho - Qele, Qele - 2:59
    4. Azerbaijan - Elnur & Samir - Day After Day - 3:06
    5. Bosnia & Herzegovina - Laka - Poku\x{0161}aj - 3:02
    6. Belgium - Ishtar - O Julissi - 2:32
    7. Bulgaria - Deep Zone & Balthazar - DJ, Take Me Away - 3:02
    8. Belarus - Ruslan Alehno - Hasta La Vista - 2:59
    9. Switzerland - Paolo Meneguzzi - Era Stupendo - 3:05
    10. Cyprus - Evdokia Kadi - Femme Fatale - 2:58
    11. Czech Republic - Tereza Kerndlova - Have Some Fun - 2:56
    12. Germany - No Angels - Disappear - 3:01
    13. Denmark - Simon Mathew - All Night Long 2:54
    14. Estonia - Kreisiraadio - Leto Svet - 2:52
    15. Spain - Rodolfo Chikilicuatre - Baila El Chiki Chiki - 2:53
    16. Finland - Teräsbetoni - Missä Miehet Ratsastaa - 3:00
    17. France - Sébastien Tellier - Divine - 2:54
    18. United Kingdom - Andy Abraham - Even If - 3:03
    19. Georgia - Diana Gurtskaya - Peace Will Come - 3:02
    20. Greece - Kalomira - Secret Combination - 3:01
    21. Croatia - Kraljevi Ulice & 75 Cents - Romanca - 2:59

    CD 2:

    1. Hungary - Csézy - Candlelight - 2:54
    2. Ireland - Dustin The Turkey - Irelande Douze Pointe - 2:54
    3. Israel - Boaz - The Fire In Your Eyes - 3:01
    4. Iceland - Euroband - This Is My Life - 3:01
    5. Lithuania - Jeronimas Milius - Nomads In The Night - 2:43
    6. Latvia - Pirates Of The Sea - Wolves Of The Sea - 3.02
    7. Moldova - Geta Burlacu - A Century Of Love - 3:00
    8. Montenegro - Stefan Filipovi\x{0107} - Zauvijek Volim Te - 2:59
    9. FYR Macedonia - Tamara, Vrcak And Adrijan - Let Me Love You - 2:47
    10. Malta - Morena - Vodka - 3:01
    11. The Netherlands - Hind - Your Heart Belongs To Me - 3:01
    12. Norway - Maria - Hold On Be Strong - 3:04
    13. Poland - Isis Gee - For Life - 3:01
    14. Portugal - Vânia Fernandes - Senhora Do Mar (Negras Águas) - 3:03
    15. Romania - Nico & Vlad - Pe-o Margine De Lume - 3:01
    16. Serbia - Jelena Toma\x{0161}evi\x{0107} Feat. Bora Dugic - Oro - 3:02
    17. Russia - Dima Bilan - Believe - 3:03
    18. Sweden - Charlotte Perrelli - Hero - 2:56
    19. Slovenia - Rebeka Dremelj - Vrag Naj Vzame - 2:52
    20. San Marino - Miodio - Complice - 3:01
    21. Turkey - Mor Ve Ötesi - Deli - 3:03
    22. Ukraine - Ani Lorak - Shady Lady - 2:57


  5. #64
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    Probenbilanz: Neues und Althergebrachtes

    Alle 38 Teilnehmerländer, die sich in den beiden Halbfinalsendungen am 20. und 22. Mai für das ESC-Finale qualifizieren müssen, haben ihre ersten Proben hinter sich gebracht und erstmals Choreografien und Showeffekte auf der Belgrader Bühne ausgetestet. Mittlerweile sind die Möglichkeiten, die Licht und Pyrotechnik bieten, weitgehend ausgereizt. Und doch gelingt es vielen Delegationen, ihren Auftritt zu einem besonderen Erlebnis zu machen. So bietet das bulgarische Team um Deep Zone & DJ Balthazar ein ganzes Feuerwerk spektakulärer Hingucker, von atemberaubenden Breakdance-Einlagen bis zu neuartigen Scratch-Gitarren, die es Deep Zone ermöglichen, mit ihren Turntables ganz vorne im Bühnengeschehen mitzumischen.

    Andere Delegationen hingegen begnügen sich mit Althergebrachtem oder begehen typische Anfängerfehler. So scheinen Mi Odio aus San Marino nicht auf die Kraft ihrer Musik zu vertrauen und versuchen, ihre düstere Rockballade durch die Ausdruckstanzeinlage einer nicht mehr ganz so jungen Dame aufzumöbeln. Ansonsten gibt es in diesem Jahr wieder allerlei Zubehör auf der Bühnen: Sitzmöbel vom Sofa (Moldau) bis zum Höllenthron (Aserbaidschan) sorgen dafür, dass sich die jeweiligen Künstler beim Singen nicht die Beine in den Bauch stehen müssen. Weitere auffällige Accessoires: ein Teddybär (ebenfalls Moldau), ein Grammophon (Kroatien) und eine überdimensionale Klappgrußkarte in Herzform (Griechenland).

    Kalomira, die sich in ihren Pressekonferenzen als eine Art griechische Paris Hilton gebärdet, wird ihrer Favoritenrolle durch eine aufwendige Choreografie gerecht, wie sie aus den griechischen Beiträgen der vergangenen Jahren bekannt sind. Russland bietet nicht nur einen Eiskunstläufer auf, den mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger Jewgeni Pljuschtschenko, sondern auch den Geigenvirtuosen Edvin Marton, der auf einer 300 Jahre alten Stradivari zum Playback spielt. Präzise wie ein Uhrwerk ist die Performance der Ukrainerin Ani Lorak die mit ihren Tänzern alle Erwartungen an eine potenzielle ESC-Siegerin erfüllt.

    http://eurovision.ndr.de/news/meldun...enbilanz2.html

  6. #65
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    No Angels proben ohne Jessica für Eurovision Song Contest

    Hamburg (dpa) - Die No Angels waren bei der Probe für den Eurovision Song Contest in Belgrad nur zu dritt: Sängerin Jessica Wahls ist an einem Virus erkrankt und muss sich schonen. Sie hoffe aber, beim Finale wieder dabei zu sein, teilte der NDR mit. Nach ärztlicher Einschätzung ist es wahrscheinlich, dass die Sängerin zusammen mit den drei anderen Sängerinnen in der großen Unterhaltungsshow mit dem Song «Disappear» für Deutschland antreten kann.

    http://newsticker.welt.de/index.php?...pa&id=17801746

  7. #66
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    Montagabend, Probelauf des ersten Semifinales. Während Mitglieder verschiedener Delegationen noch einmal die Künstler im Schnelldurchlauf begutachten, hat die Vorjahressiegerin Maria Serifovic fast unbemerkt den Delegations-Raum betreten. Auf die Frage nach Ihren Favoriten antwortet sie: Schweden, weil Charlotte eine hervorragende Sängerin ist, aber auch Irland. Und grinst verschmitzt. (19. Mai 2008)

    No Angels bald wieder zu viert
    Gute Nachricht aus Belgrad: No-Angels-Sängerin Jessica geht es wieder besser. Sonntag musste sie wegen einer Viruserkrankung die zweite Probe absagen, mittlerweile "geht es ihr aber schon besser", erklärte die Sprecherin des NDR in Belgrad, Iris Bents. Jessica wird sich die nächsten Tage noch schonen, aber alle seien zuversichtlich, dass die No Angels beim Finale zu viert auf der Bühne stehen. (19. Mai 2008)

    Folklore fürs Halbfinale?
    Unterdessen wurden Details der ersten Halbfinalshow bekannt: Ein Kinderchor eröffnet die Gala, danach tragen Männern in weißen Anzügen Balkanmusik vor. Mit ihnen treten Tänzer auf, die in den serbischen Nationalfarben angezogen sind, bevor schließlich die Gastgeber des Abends, Jovana Janković und Željko Joksimović auf der Bühne erscheinen. (19. Mai 2008)

    und nich vergessen: :

    20. Mai 2008 um 21.00 Uhr, NDR Fernsehen:
    Eurovision Song Contest - 1. Semifinale

  8. #67
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    Zitat Zitat von Closelobster Beitrag anzeigen
    Hab mir gestern abend das erste Halbfinale angeschaut.... OMG !!!!! Habe selten eine solche Ansammlung von musikalischem Nichts gesehen. Wirklich gefallen haben mir wenigstens halbwegs noch Norwegen (der mit Abstand beste Vortrag des Abends) und San Marino (aber auch nur, weil endlich mal wieder die italienische Sprache beim ESC vertreten war). Und sonst ? Einigermaßen gelungene Auftritte von Russland und Griechenland (die Songs waren scheiße), Finnland mit einer Lordi-Kopie, aber ohne die Masken und ohne die Ohrwurmmelodie, und Polen mit den schwitzigsten Brüsten... ach ja, und Kindergeburtstag bei Bosnien-Herzegowina. Die alle (außer San Marino) sind auch weitergekommen, zusammen mit Israel, Rumänien, Aserbaidschan und Armenien. Aber die musikalische Qualität war erschreckend... ich denke, der Auftritt wird dieses Jahr alles entscheiden, nicht die Qualität der Musik.
    ich habe das gestrige semifinale gemeinsam mit meinem freund geguckt: wir fühlten uns beide bestens unterhalten! im vergleich zum vorjahr ist die qualität der songs deutlich besser, und zum glück gibt es am samstag ein wiedersehen mit unseren favoriten (BOSNIEN-HERZEGOWINA, ISRAEL und POLEN).

    Zehn Kandidaten fürs Finale
    Die nächsten zehn Teilnehmer für das Finale stehen fest. Folgende Länder treten am Samstag an:

    Griechenland: Startnummer Finale 21
    Rumänien: Startnummer Finale 1
    Bosnien-Herzegowina: Startnummer Finale 6
    Finnland: Startnummer Finale 8
    Russland: Startnummer Finale 24
    Israel: Startnummer Finale 7
    Aserbaidschan: Startnummer Finale 20
    Armenien: Startnummer Finale 5
    Polen: Startnummer Finale 10
    Norwegen: Startnummer Finale 25

  9. #68
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    "Ostblockmafia" ist geknackt

    Irlands Truthahn wurde in Belgrad gerupft. Trotzdem war das erste Halbfinale des Eurovision Song Contests für die klassischen Grand-Prix-Nationen ein voller Erfolg. Erstmals konnten sie sich wieder gegen die osteuropäischen Staaten behaupten.

    Stell dir vor es ist Grand-Prix und keiner geht hin. Das erste Halbfinale des 53. Eurovision Song Contests (ESC) fand am Dienstagabend in Belgrad vor halbleeren Rängen statt. Die 10.000 Zuschauer fassende Belgrad-Arena war bei weitem nicht ausverkauft. Selbst die Kameraschwenks über jubelnde Fangruppen konnten die leeren Sitzplätze nicht verbergen. Das Experiment, erstmals zwei Semi-Finals durchzuführen, ist damit allerdings nicht gescheitert. Im Gegenteil, es war ein voller Erfolg.

    Wir erinnern uns: Das Geschrei nach dem letzten Song-Contest-Halbfinale in Finnland war groß. Kaum eines der alt gedienten Grand-Prix-Nationen aus West-, Nord- oder Mitteleuropa hatte den Sprung in die Endrunde geschafft. Von "Ostblockmafia" war deshalb die Rede und davon, dass der Osten sich die Stimmen gegenseitig zuschustern würde. Eurovision-Song-Contest-Neue-Regeln-Ostblockmafia-/620848.html" class="red" target="_blank">Neue Regeln sollten das jetzt verhindern.

    Das scheint geklappt zu haben. Immerhin vier der im ersten Semifinale festgelegten zehn Endteilnehmer stammen aus Nationen, die schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs beim Grand Prix dabei waren: Griechenland, Finnland, Israel und Norwegen. Leer gingen in den Reihen der klassischen ESC-Länder nur Irland, Belgien und Holland aus. Ein Ergebnis, das angesichts der Darbietungen vollkommen in Ordnung geht.

    Keine Lust auf Spaß-Nummern
    Mit einer Handpuppe wollte Irland an erfolgreiche Zeiten - die Insel hat den Grand Prix so oft gewonnen wie keine andere Nation - anknüpfen. Doch Europa scheint keine Lust mehr auf Spaß-Nummern zu haben. Besonders nicht, wenn sie so wenig originell wie die von Dustin The Turkey sind. Dem Song fehlte eine eingängige Melodie. Für Riverdance wollten sich die Iren mit dem Auftritt entschuldigen. Doch singende Truthähne können noch schlimmer sein als hüpfende Männer.

    Belgien trat zum zweiten Mal mit einer Nummer an, die in einer Fantasiesprache gesungen wurde. Für ein Land mit drei Amtssprachen mag das zwar die Lösung vieler Probleme sein, aber kein Grand-Prix-Hit. Die Niederlande hatten sich nach drei erfolglosen Versuchen besondere Mühe gegeben, wieder den Sprung ins Finale zu schaffen. Doch orientalische Klänge und freie Blicke auf die Schenkel von Sängerin Hind Laroussi Tahiri konnten die Zuschauer nicht überzeugen.

    Finnland mit Lordi-Trick
    Finnland hingegen hat den Einzug ins Finale mit dem Lordi-Trick geschafft. Teräsbetoni (Stahlbeton) ist erneut eine Heavy-Metal-Band - nur ohne Masken. Nachbar Norwegen setzte auf einen klassischen Pop-Song, gepaart mit der norwegischen Antwort auf Mariah Carey. Israel wird am Samstag mit dem erst 20-jährigen Boaz vertreten sein. Keine Überraschung, hatte doch eine alte Bekannte ihre Finger im Spiel: Dana International, Siegerin von 1998, hat den Song "The Fire In Your Eyes" geschrieben. Als so gut wie gesetzt galt von vornherein Kalomira aus Griechenland. Der Grund: Ihre Nummer klingt wie der Siegertitel von Helena-Paparizou aus 2005.

    Und was hatte die Konkurrenz aus dem Osten bei diesem Halbfinale zu bieten? Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Russland, Aserbaidschan, Armenien und Polen haben den Sprung ins Finale geschafft. Auch diese Zuschauerentscheidung ging im Großen und Ganzen in Ordnung - mit zwei Ausnahmen: Rumänien langweilte mit einer Ballade, vorgetragen von den rumänischen Albano und Romina Power. Und Bosnien und Herzegowina führte auf der Bühne Szenen aus der Balkan-Waschküche vor. Eine Performance mit Wäscheleinen, Röcken mit Äpfeln und einem Mann, der aus einem Wäschekorb springt. Derlei löste neben der Frage nach dem Warum auch Fremdschämen aus.

    Aserbaidschan sofort im Finale
    Aserbaidschan trat zum ersten Mal beim ESC an und kann sich sofort über einen Finalplatz freuen. Elnur und Samir inszenierten eine Nummer mit Feuerwerk, Kunstblut und Kostüm-Effekten und erinnerten ein wenig an die inzwischen in der Versenkung verschwundene Popstars-Band Nu Pagadi. Polens Final-Bemühungen hatten dank Isis Gee endlich Erfolg. Die sah zwar mit ihren gebleichten Zähnen, ihrer Solarium gebräunten Haut und ihrem blondierten Haar eher aus wie die polnische Antwort auf Donatella Versace, sang jedoch eine schöne Ballade. Armenien setzte auf Folklore, Sängerin Sirusho zudem auf Wackeln mit den Brüsten - mit Erfolg.

    Und dann musste da noch einer das Halbfinale überstehen, den die englischen Buchmacher als Favoriten führen: Dima Bilan aus Russland musste sich beim Grand Prix 2006 mit dem zweiten Platz zufrieden geben, dieses Jahr soll es nicht weniger als der erste sein. Sein Titel "Believe" hat durchaus das Zeug dazu, auch wenn die englische Aussprache bei Bilan in den letzten zwei Jahren offenbar keine Fortschritte gemacht hat. Der Song ist ein klassischer Popsong, er ist zudem ein Mädchenschwarm, der sich auf der Bühne das Hemd aufreißt. Das könnte bereits der Sieger-Mix sein.

    Allerdings lauern im zweiten Halbfinale noch einmal ein paar starke Kandidaten, die Bilan den Sieg vermasseln könnten. Ani Lorak aus der Ukraine zum Beispiel. Die Frau kann nicht nur gut singen, sondern ist auch noch das, was man einen heißen Feger nennt. Der Titel "Shady Lady" zudem schon nach dem ersten Hören ein Ohrwurm. Und auch die Schwedin Charlotte Perrelli weiß, wie man einen Grand Prix gewinnt: 1999 war sie als Charlotte Nilsson mit dem Hit "Take me to your Heavan" erfolgreich. 2008 tritt sie wieder mit typischem Schweden-Pop an.

    Sollten es am Donnerstag neben Schweden noch mindestens zwei weitere alt gediente Grand-Prix-Nationen ins Finale schaffen, kann sich die European Broadcasting Union als Veranstalter endgültig auf die Schulter klopfen - leere Sitzplätze hin oder her. Das Gerede von der Ostblockmafia dürfte dann erstmal verstummen - zumindest bis zum Samstag. Dann könnten sich die verhinderten Ostblockstaaten rächen. Denn im Finale dürfen wieder alle 43 Nationen zum Telefon greifen.

    http://www.stern.de/unterhaltung/mus...1023.html?vs=1

  10. #69
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: EUROVISION Song Contest 2008

    Also irgendwie finde ich dieses Jahr auch die Darbietungen extrem schwach und frage mich, ob ich mir am kommenden Samstag nicht lieber irgendeinen Kinofilm anschauen soll. Außer den Norwegern und mit Abstrichen noch den Finnen haben mir keine Titel gefallen. Zurecht wurde der blödsinnige irische Truthahn abgestraft. Aber dass Rumänien, Russland und auch Israel mit diesen Gähn-Songs weitergekommen sind. Nun ja, man kann eben nicht alle Titel abwählen.

    Zum zweiten Halbfinale kann ich nur hoffen, dass der Däne weiterkommt (dieser Titel gefällt mir wirklich). Den Schweizer Titel mag ich nur bedingt wegen der Sprache und den beiden Titeln aus Georgien und auch Bulgarien (finde ich originell wegen des Scratchens) kann ich noch hören.

    Aber ansonsten habe ich keine Lust mehr auf osteuropäischen Billilg-Dance-Pop nach dem Motto "Hasta la vista baby, I´m gonna miss you baby". Als ich das zum ersten Mal hörte lag ich auf dem Boden vor Lachen. Gleiches gilt für den Trash, den das Baltikum dieses Jahr hingeschickt hat.

    Angeschaut wird wenn, dann bestenfalls am Samstag (trotz Premiere und der Möglichkeit das Ganze auch über andere Kanäle zu sehen).

  11. #70
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: EUROVISION Song Contest 2008

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Außer den Norwegern und mit Abstrichen noch den Finnen haben mir keine Titel gefallen.
    Die Finnen??? Die haben dir gefallen? Da hauts mich aber aus den Latschen. Ich finde den Song nicht schlecht. Ich hätte mir das ganze allerdings in englisch gewünscht. So räume ich da nicht viele Chancen ein. Schade.

    Der Truthahn war aber gar nicht mal übel. Bevor mich jetzt hier noch einige für bekloppter halten als ich eh schon bin: Ich meine nicht den Song, sondern die Darbietung. Zeigt es doch Haargenau das, was der GP seit Jahren ist. Albernes Kasperltheater.

    Ich bin für meinen Teil froh, wenn ich das weichgespülte No Angels Ding nicht mehr überall hören muss. Von den Siegern hört man eh nie wieder was (ok, in 50 Jahren haben es ein paar geschafft, aber die Meissten davon waren vorher schon bekannt und hatten es nicht nötig).

    Mit Song Contest hat das doch schon lange nichts mehr zu tun. Ich würde 3 Kategorien einführen:
    - Playmate des GP
    - Bester Kostümbildner (aus nix mach weniger)
    - Beste Show

    Die Songs sind doch zweitrangig und dienen nur als Alibi da mitmachen zu dürfen .

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