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EUROVISION Song Contest 2009

Erstellt von bamalama, 17.07.2008, 18:00 Uhr · 53 Antworten · 7.327 Aufrufe

  1. #41
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    Georgien verzichtet auf Teilnahme beim ESC

    "Wir werden weder den Text ändern noch mit einem neuen Lied antreten. Wir gehen nicht nach Moskau", so verkündete die für die Kandidatenauswahl zuständige Produzentin Natja Usnadse vom georgischen Sender GPB der Agentur AFP den Rücktritt Georgiens vom Eurovision Song Contest.

    Neuer Text oder neuer Song: Für Georgien keine Option
    Erst am Dienstag wurde der georgische Sender GPB informiert, dass für eine Teilnahme Georgiens entweder der Text und Titel des aktuellen Teilnahmebeitrags von Stefane & 3G geändert werden oder ein neuer Künstler mit einem regelkonformen Titel gemeldet werden könne.

    Nach wochenlangen Protesten von russischer Seite gegen den Titel von Stefane & 3G - der Text "We Don't Wanna Put In" - klingt gesungen wie "Wir wollen Putin nicht" zieht Georgien sich aus dem diesjährigen Contest zurück.

    Georgien hatte sich, aus Protest gegen den russischen Einmarsch in die abtrünnige georgische Region Süd-Ossetien, zu diesem Beitrag entschlossen. Ursprünglich wollte man den Contest in Moskau boykottieren.

    Verwunderung beim Produzenten über die Entscheidung der Reference Group
    Stephane and 3G-Produzent Kachaber Ziskaridse zeigte sich verwundert über die Entscheidung der Reference Group:"An welcher Stelle finden sich politische Aussagen oder Beleidigungen?"

    Über die Reference Group
    Die Reference Group des Eurovision Song Contest ist der exekutive Sachverständigenausschuss für alle Mitglieder, sie kontrolliert und begleitet den Eurovision Song Contest. Die Reference Group wurde im Jahr 1998 vom Fernsehen Ausschuss der European Broadcasting Union gegründet. Ihre wichtigsten Aufgaben sind die Genehmigung von Entwicklungen und die zukünftige Gestaltung des Eurovision Song Contest, die Sicherung der Finanzierung, die Modernisierung der Marke und die Aufsicht über die jährliche Vorbereitungen der Finalsendung durch die jeweils gastgebenden Sender.

    Die Reference Group trifft sich vier bis fünf Mal pro Jahr und ist verpflichtet, Entscheidungen im allgemeinen Interesse des ESC zu treffen. Die Reference Group besteht aus einem Vorsitzenden, drei gewählten Mitgliedern der Entertainment Experts Group der EBU und zwei Produzenten aus dem Gastland des Vorjahres. Weiterhin vertreten sind die ausführenden Produzenten des aktuell gastgebenden Senders und der Executive Supervisor der EBU für den ESC.

    http://eurovision.ndr.de/news/meldun...ienebu102.html

  2.  
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  3. #42
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    Ist das Finale von Moskau ausverkauft?

    Viele Fans des Eurovision Song Contests gucken notgedrungen in die Röhre, wenn am 16. Mai das große Finale des Liederwettstreits in der Olimpiisky Arena in Moskau stattfindet.

    Gleich am ersten Tag waren die Tickets an den Kassenhäuschen vor der Halle ausverkauft. Dabei stellten sich vor allem Schwarzhändler besonders geschickt an. Eigentlich hätten nur acht Eintrittskarten pro Käufer abgegeben werden dürfen. Doch die Ticket-Dealer reihten sich immer wieder im vorderen Teil der Schlange ein, um erneut zu kaufen. "Freunde" hatten Ihnen dort einen Platz freigehalten. Im hinteren Teil der Schlange hingegen bewegte sich gar nichts. Manch ein Eurovision-Fan fühlte sich dabei an finsterste Sowjet-Zeiten erinnert, als man für frische Würstchen stundenlang anstehen musste.

    Letzte Hoffnung Schwarzmarkt

    In der Innenstadt Moskaus wird derzeit immer noch auf großen Plakaten dafür geworben, sich jetzt schnell um Eintrittskarten für das Musikspektakel zu bemühen. Doch auf offiziellem Wege geht allem Anschein nach gar nichts mehr. Entgegen der Auskunft des Gastgebenden Senders Channel One, der über das Internet noch Karten annonciert, sind für das Finale keine Tickets mehr zu bekommen. Alles ausverkauft heißt es auf Nachfrage bei den telefonischen Tickethotlines – sie bieten lediglich noch Restkarten für das Halbfinale an. Das gleiche Bild bietet sich im offiziellen Ticket-Shop von eurovision.tv. Zwar machen kyrillische Texte die Orientierung in dem Online-Shop fast unmöglich, aber für das Finale werden offenbar keine Bestellungen mehr angenommen.

    Eine Nachfrage bei Eventim, die zusätzlich auf den Seiten von eurovision.tv als Partner für den Kartenverkauf in Deutschland genannt werden, brachte ebenfalls keinen Erfolg. Tickets für die Endrunde in Moskau seien laut der Hotline des Unternehmens derzeit gar nicht im Verkauf.

    Somit scheint die Stunde der Schwarzhändler zu schlagen: Umgerechnet 150 bis 1.000 Euro werden bereits auf der Straße in Moskau verlangt – Tendenz steigend. Viele Händler sind sich sicher, dass sie kurz vor Toresschluss, wenn zusätzlich viele ausländische Fans in der Stadt sind, auch die teuersten Karten loswerden. Am Ende dürfte keiner der 35.000 Plätze der Olimpiisky Arena unbesetzt

    http://eurovision.ndr.de/news/meldun...ticket100.html

  4. #43
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    Echte Masochisten, die Österreicher

    Das ist der Stand der Nachrichten in Sachen Österreich bis neulich gewesen: Seit Udo Jürgens, der den einzigen Sieg für das verbliebene Kernland der Habsburger 1966 errang, seit Marianne Mendt, den Milestones, den Schmetterlingen oder Christina Simon hat dieses Land beim ESC weder besonders gut abgeschnitten, noch sonst wie einen nachhaltigen Eindruck in ästhetischer Hinsicht hinterlassen. Dieses Land fehlt beim ESC - wie es heißt – weil es sich nicht dem ungerechten Ostblock-Voting aussetzen will. In Wahrheit ist der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender wohl eher unbegabt, gute KünstlerInnen zu entsenden. Man suhlt sich in Finanzkrisen, jammert und greint, macht aber zugleich die Formate kaputt, die es noch würdig übertragen kann.

    Dass Österreich am 16. Mai aus Moskau zwar die Vergabe der Länderpunkte live übertragen will und die eigentliche Schau der 25 Finalisten erst nach dem Voting, mag mit den Quoten zu tun haben: Die Wertung hat in allen Ländern einen unschlagbar hohe Aufmerksamkeit - die Lieder, so scheint es, werden europaweit eher in Kauf genommen als genossen oder verspottet oder desinteressiert von einem Ohr zum anderen durchgewunken. Aber die österreichische Entscheidung zerstört das Interesse am Event überhaupt: Denn ohne den Stoff, über den das Publikum wie die Juroren abstimmen, macht ja keine Wertung Sinn. Das ist ungefähr so, als würde man ein Skirennen nicht übertragen, jedenfalls nicht gleich, sondern zunächst die Siegerehrung ins Bild setzen. So wird aus dem ESC in Österreich ein groteskes Unterfangen: Hat man bislang schon wenig Publikumsinteresse generiert, werden nun endgültig die verbliebenen Zuschauer vergrätzt.

    Österreich brutzelt lieber im eigenen Saft und ignoriert das, was aus Europa kommen kann. Impulse von außen hat man lieber nicht so gern auf dem Radar. Mehr noch: Man will sie nicht zur Kenntnis nehmen. Die Österreicher verabscheuen den ESC, weil sie, anders als beim alpinen Skisport, nicht mehr automatisch gut abschneiden. Sie bleiben lieber draußen, sie verhöhnen die anderen und verhöhnen damit nur den Anspruch auf Weltläufigkeit. Österreich - so gesehen – war, ist und bleibt - Provinz!

    http://eurovision.blog.ndr.de/2009/0...-osterreicher/

  5. #44
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    "Countdown für Moskau" auf der Reeperbahn

    Es ist schon Tradition: Bevor das Finale des Eurovision Song Contest startet, beginnt am 16. Mai um 20.20 Uhr auf der Hamburger Reeperbahn der "Countdown für Moskau", der im Ersten übertragen wird. Wie werden Alex Swings Oscar Sings! abschneiden? Das diskutieren die beiden Moderatoren Thomas Anders und Katja Wunderlich mit vielen interessanten Gästen. Dabei sind unter anderem die Girlband Queensberry, Paul Potts und die aktuellen Gewinner der "Deutschland sucht den Superstar"-Staffel.

    Nicht fehlen darf ein Russland-Experte - der ESC findet ja in diesem Jahr in Moskau statt. Der Autor Wladimir Kaminer, bekannt geworden mit seinem Buch "Russendisko" wird einiges über seine Geburtsstadt Moskau erzählen können.

    Grand Prix Party nach dem Finale

    Russlanderfahren ist auch einer der beiden Moderatoren des abends, Thomas Anders. Das Ex-Modern-Talking-Mitglied ist in Russland und Osteuropa nach wie vor ein gefeierter Star - seine Musik wird dort noch immer sehr viel gehört. Auch am Grand Prix nahm Anders teil: 2006 trat er beim deutschen Vorentscheid an, den dann aber Texas Lightning gewannen.

    Unterstützung aus Bayern

    An seiner Seite wird die bayerische Moderatorin Katja Wunderlich stehen. Sie wird vor allem den Radiohörern in Süddeutschland ein Begriff sein. Auf Bayern 3 moderiert sie regelmäßig ihre Sendung am Vormittag. Dass die hübsche Blondine auch Ahnung von Musik hat, stellt sie seit Jahren als Sängerin der Band des Bayerischen Rundfunks unter Beweis.

    Nach dem Finale startet auf der Reeperbahn die große Grand Prix Party. Auch die wird im Ersten ab 00.15 Uhr übertragen. Erste Reaktionen aus Moskau und Stimmen zum Abschneiden von Alex und Oscar werden dann zu hören sein.

    http://eurovision.ndr.de/news/meldun...erbahn142.html

  6. #45
    Benutzerbild von Kazalla

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    AW: EUROVISION Song Contest 2009

    Hier gibt es alle Songs des diesjährigen Eurovision Song Contest zum Reinhören: http://www.eurovision.tv/page/home
    Einfach auf das Land klicken und das Video abspielen, ist die offizielle Seite!!!

  7. #46
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    Rekordsieg für Norwegen

    Vorhang auf für das Finale des 54. Eurovision Song Contest in Moskau! Fragen über Fragen gleich zu Beginn: Wird es einen Favoritensieg Norwegens geben oder setzt sich ein Außenseiter durch? Wer wird patzen? Werden die Moderatoren des Abends eine würdigere Vorstellung geben als ihre aufgekratzten Kollegen aus den Semifinals? Und wo wird der deutsche Beitrag landen?

    Mit Spannung erwartet wurde aber auch, ob sich einer der Künstler zu der gewaltsam aufgelösten Kundgebung Homo5exueller am Vormittag in Moskau äußern würde. Immerhin hatten im Vorwege einige Künstler für diesen Fall sogar mit einem Auftrittsboykott gedroht. Doch: nichts. Keine Flagge, kein Statement. Nicht auf der Bühne und auch nicht bei der Punktevergabe. Die Show ging eben weiter.

    Der "Harry Potter der Popmusik" siegt

    Um diese Frage gleich vorweg zu nehmen: Ja, der Favorit hat gewonnen. Für den lange hoch gehandelten Norweger Alexander Rybak zeichnete sich extrem schnell ein Sieg ab. Und tatsächlich: Mit sagenhaften 387 Punkten gewann das romantisch-schmissige "Fairytale" - das ist die mit Abstand höchste Wertung, die es je gab. Das bisherige Rekordergebnis - 298 Punkte - erhielt Marija Serifovic aus Serbien 2007 in Helsinki. Auch damals nahmen, wie 2009, 42 Länder teil.

    Auf den Rängen folgten Island und Aserbaidschan. Und, um auch diese Frage schnell zu beantworten: Alex Swings Oscar Sings!, der deutsche Beitrag, ging trotz der Hilfe von Dita von Teese im starken Teilnehmerfeld unter. Platz 20 mit 35 Punkten, davon sieben aus Dänemark und Großbritannien und sechs aus Norwegen. "Das Rätsel, wie man zwölf Punkte bekommt, haben wir immer noch nicht gelöst", erkannte Alex später selbstkritisch. Beide Musiker gratulierten aber Norwegen: "Ein Supertitel. Der Junge ist 23, er hat den Titel selbst geschrieben, er ist der Harry Potter der Popmusik", so Alex. "Vielleicht haben wir den Beginn einer großen Karriere gesehen." Er und Oscar sind stolz darauf, für Deutschland angetreten zu sein. Sie seien in einem "sensationellen Team" angetreten.

    Das Verhältnis west- und osteuropäischer Staaten unter den Top Ten war übrigens ausgewogen: West gewann gegen Ost mit 6:4. Dies nur zur Beruhigung derjeniger, die noch immer an eine Verschwörung der Staaten Osteuropas glauben.

    Rasante 42-Millionen-Euro-Show

    Doch zunächst begann die Show - mit 42 Millionen Euro die teuerste in der Geschichte des Grand Prix. Ein Teil davon ging an den Cirque du Soleil - und der lieferte dafür auf den riesigen Bühnenaufbauten eine kurzweilige und rasante Opening Show inklusive viel Akrobatik und lebender Matroschka-Puppen. Im Trauriger-Clown-Kostüm kam schließlich Vorjahressieger Dima Bilan von der Decke eingeflogen. Kaum auf der Bühne fing er an zu rennen – kilometerweit, wie es aussah. Eigentlich aber stand er auf einem Laufband. Nachdem er sich kurz in seinem Mantel verhedderte, zog er sich lieber rasch bis auf den strahlend weißen Bühnenanzug aus, um schließlich noch einmal seinen Siegsong zu performen.

    Dann enterte das Moderatoren-Duo die Bühne. Die Sängerin Alsou, die beim ESC 2000 den zweiten Platz für Russland holte, und der russische TV-Star Ivan Urgant betraten verbrannte Erde. Sie konnten aber ein wenig den peinlichen Eindruck wettmachen, den ihre Vorgänger hinterließen. Souverän eröffneten die beiden die Show und blieben bis zum Schluss eloquent.

    Heintje aus Litauen eröffnet den Abend

    Beim ersten Act des Abends waren sich die Kritiker im Vorwege nicht sicher: Ist Sasha Son nun der Justin Timberlake Litauens oder doch eher so etwas wie ein baltischer Heintje? In jedem Fall absolvierte der ehemalige Kinderstar mit dem schrägen Hütchen einen schmachtenden, aber ordentlichen Auftritt am Flügel. Sein Name brachte ihm allerdings kein Glück: Sasha Son, was so viel heißt wie "Sashas Traum", war weit davon entfernt, den Grand Prix in seine Geburtsstadt Vilnius zu holen: Am Ende gab es für ihn und seine gefühlvolle Ballade "Love" lediglich Platz 24 von 25.

    Einen ähnlichen Weg schlugen leider Noa und Mira Awad aus Israel ein. Das jüdisch-arabische Duo lag nicht nur beim Intro ihrer engagierten Hymne "There Must Be Another Way" ordentlich schief. Doch mit Leidenschaft und Charme und vor allem der politischen Botschaft konnte der mehrmalige Griff in die falsche Tonkiste ein wenig ausgeglichen werden: Mit 53 Punkten landete das Duo auf Platz 16.

    Jeden Ton traf dagegen Patricia Kaas. Sie stand am Todestag ihrer Mutter auf der Bühne. Das hatte sie zuvor noch nie getan, aber es brachte ihr Glück - 107 Punkte und Platz 8 für Frankreich. Schade, dass es nicht zu noch mehr gereicht hat: Der Auftritt der kühlen Chanteuse aus Lothringen war ein veritabler Gänsehautmoment und eine musikalische Wohltat. Im schulterfreien kleinen Schwarzen, mit dunkel geschminkten Augen stand die Grande Dame mit der unverwechselbaren Stimme allein auf der Bühne und sang ihren Chanson "Et s'il fallait le faire". Chapeau, Patricia.

    Große Oper à la Schweden...

    Etwas vordergründiger schmetterte Malena Ernman aus Schweden ihren Song "La voix". Die Opernsängerin lieferte eine kraftvolle Show – die Hintergrund-Damen mit den Glitzermasken gaben ihr Bestes, es gelang ihnen aber zum Glück nicht, die Aufmerksamkeit von der fulminanten Präsenz der ganz in weiß gekleideten, gestählten, blonden Schwedin abzulenken. Ein Musicalauftritt der nicht überall seine Freunde fand: Schweden landete mit 33 Punkten direkt hinter Deutschland auf Platz 21.

    Nur wenig besser sah es für Kroatien aus. ESC-Experte Jan Feddersen nannte es "Pauschalurlaub in Split mit lappriger Terrassenunterhaltung", was der kroatische Theologiestudent und Casting-Star Igor Cukrov und seine Co-Sängerin Andrea aufführten. Offenbar sah man das in Teilen Europas ähnlich: Trotz einer fehlerfreien Darbietung ihrer Schmachtballade "Lijepa Tena" landeten die beiden nur auf Platz 18.

    ...und happy Hippie aus Portugal
    Beim Auftritt der portugiesischen Formation musste man sich erst mal die Augen reiben – so quietschend bunt sprang einen das Flower-Power-LSD-Bühnenbild an. "Portugal in the sky and diamonds"? Nein: "Todas As Ruas Do Amor" von Flor De Lis und ihrer jungen, sympathischen Sängerin Daniela Varela. Wunderbar leichte und gutgelaunte Folklore und keine Spur Fado-Traurigkeit. Mit schwingenden Röcken ging es für Portugal mitten ins Mittelfeld: Platz 15 bei 57 Punkten.

    Apropos Röcke: Ein Wasserfall von einem Kleid umfloss Islands 18-jährige Grand Prix Hoffnung Yohanna. Der Rüschentraum in Eisblau repräsentierte das Herkunftsland adäquat – die Farbe erinnerte an die Gletscherseen, die irritierend biedere Bommelhaftigkeit des Outfits schien der Krise geschuldet. Mit dem abtauchenden Delphin auf der Leinwand im Hintergrund war der Kitschfaktor zwar arg überstrapaziert – aber für die wunderbare Ballade "Is It True" gab es absolut berechtigterweise den zweiten Platz. 218 Punkte konnte Yohanna gewinnen.

    Mindestens den zweiten Platz hatte sich auch Griechenland ausgerechnet: Gerüchten zufolge war dort bereits alles für den ESC 2010 vorbereitet. Schließlich ist der griechische Superstar Sakis Rouvas in seinem Dreikampf "Turnen, tanzen, den Ober-Macho geben" unantastbar. Auch beim Finale gelang ihm ein nahezu perfekt durchchoreografierter Auftritt mit der Strand-Disco-Nummer "This Is Our Night" - wieder atemlos und ganz in Weiß, wieder mit definitiv zu kurzem T-Shirt. Doch der Grand Prix ist weder Olympia noch ein Nachtschuppen, Sakis kam über 120 Punkte und einen unbefriedigenden siebten Platz nicht hinaus.

    Sisterhood und Bruderliebe

    Sister, here we go! Die Schwestern Inga & Anush aus Armenien und ihr Ethno-Tanztitel "Jan Jan" stachen wunderbar heraus und holten vermutlich auch noch die letzte Couchpotatoe aus dem Sessel. Die schwer folkloristisch kostümierten Mädels hatten nicht nur den "beeindruckendsten Eyeliner", wie Dita von Teese bereits während der Show twitterte, sondern auch ein tolles Outfit und einen unglaublich mitreißenden Song dabei. Das wurde mit 92 Punkten und einem guten zehnten Platz belohnt.

    Dann kam der Beitrag des Gastgebers. Nun ja. Eine Ode an die Mutter. Der mit einer netten Altstimme gesegnete Castingstar Anastasija Prichodko gab für Mütterchen Russland alles, konnte an den Erfolg vom letzten Jahr aber nicht anknüpfen. Dank vieler ehemaliger Sowjetrepubliken mit brüderlichen Banden reichte es immerhin für den 11. Platz.

    Auch eher gefällig ging es weiter mit Arash und AySel und ihrem Ethno-Pop-Titel "Always" für Aserbaidschan. Erneut fiel auf: Arash hat keine Stimme, AySel schon. Oder wie Kommentator Tim Frühling bemerkte: Ihre Stimme ist Bundesliga, seine mindestens eine Klasse darunter. Mehr müsste man eigentlich nicht sagen. Wäre da nicht die Platzierung am Ende: Aserbaidschan kämpfte beharrlich mit Island um den zweiten Platz - und lag schließlich mit 207 Punkten auf Platz 3. Erstaunlich.

    Militär-Ästhetik und Augenzwinkern
    Relativ erwartbar dagegen das Abschneiden der Rockband Regina aus Bosnien-Herzegowina. Die Jungs mit den coolen Indie-Frisuren setzten voll auf Sowjet-Ästhetik und trugen offenbar die aufgebügelten Sowjet-Uniformen ihrer Väter auf. Für den Mittelteil ihres Songs "Bistra Voda" hatten sie zudem eine authentische Kriegerdenkmal-Pose eingeübt. Es war eben ein "revolutionäres Liebeslied", das die Bosnier da spielten – und zwar eines, das wirklich gut ins Ohr geht. Dafür gab es insgesamt 106 Punkte - und somit Platz 9.

    Wo genau liegt eigentlich Moldawien, auch Republik Moldau genannt? Spätestens nach dem Auftritt von Nelly Ciobanu und ihrer rasanten Folklore-Nummer "Hora Din Moldova" sollte man sich darüber mal Gedanken machen. Schon der Einzug der Trachtenkombo ins Finale war eine kleine Überraschung - wenn auch kein Wunder bei dieser derart mitreißenden Nummer. Im Finale tanzte sich der rothaarige Wirbelwind Ciobanu ins gute Mittelfeld: Platz 14. Ach ja: Moldawien liegt nicht an der Moldau. Es ist ein Binnenstaat zwischen Rumänien und der Ukraine.

    Wo Malta liegt, wissen schon mehr Menschen - und auch die "Allzweckwaffe" (O-Ton Kommentator Frühling) des Inselstaates kennt man inzwischen: Chiara ist bereits zum dritten Mal dabei beim ESC. Diesmal ging in all dem Geglitzer des Kleides und dem Sternenregen drumherum allerdings ihr obligatorisches Zwinkern in die Kamera, Chiaras Markenzeichen, beinahe unter. Aber nur beinahe. Mit mächtiger Stimme und ausladenden Armbewegungen wollte Chiara - von ihren zahlreichen Fans "The Voice" genannt - zum dritten Mal in der ESC-Geschichte die ganze Welt umarmen. Diese zeigte sich höchst undankbar und verwies Chiara auf Platz 22.

    Dänemark beweist Bodenständigkeit

    Bühne frei und Licht – aus. Die vier schwarzhaarigen Frauen von Urban Symphony aus Estland brauchten die düsterstmögliche Kulisse für ihr wunderbar dunkles, von Streichern getriebenes "Rändajad". Im Nebel stehend rollte Sängerin Sandra Nurmsalu das "r" aufs Schönste - und wurde mit dem 6. Platz belohnt. 129 Punkte verteilten die europäischen Nachbarn.

    Jegliche Melancholie wurde sofort weggewischt: Bodenständig in Jeans und Weste sprang Brinck aus Dänemark auf die Bretter und lieferte lupenreinen Pop, hinter ihm die klassische Rockband-Formation. Der dauerlächelnde Frontmann singt wie Ronan Keating - der hat auch den Song "Believe Again" mitgeschrieben - und bewegt sich wie Bruce Springsteen. Fehlt nur das Holzfällerhemd. Trotz sprühender Funken blieb der Song ungefährlich, aber auch eingängig. Das kam gut an - Brinck landete mit 74 Punkten auf Platz 13.

    Oscar swingt - Dita bleibt verschnürt

    Mit der Startnummer 17 wurde es dann aber richtig spannend: Über den Auftritt von Alex Swings Oscar Sings! für Deutschland, vor allem aber über die Unterstützung der Burlesque-Tänzerin Dita von Teese, war gehörig hin und her spekuliert worden. Dita hatte es kurz vor Beginn der Veranstaltung noch mal geheimnisvoll gemacht: Ihre Antwort auf die "Zensur" sei "ein kleiner Kompromiss" – allerdings "auf ihre Art" ließ sie per Twitter wissen. Und tatsächlich: Der Busen blieb verschnürt. Zu züchtig? Zu zugeknöpft? Oscar war in absoluter Höchstform: Er präsentierte "Miss Kiss Kiss Bang" nahezu perfekt und mit einer Laune, die noch glänzender zu sein schien als seine hautenge Glitzerhose - und das will was heißen. Am Ende reichte es nicht. Erneut fand sich der deutsche Act am Ende des Feldes: Platz 20.

    Besser sah es für den türkischen Beitrag aus, und das obwohl Sängerin Hadise bei ihrem Auftritt mit starken Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Trotz des regnerischen Wetters in Moskau litt sie offenbar noch immer unter ihrem schlimmen Heuschnupfen - die Stimme des türkisch-belgischen Energiebündels ließ jedenfalls stark zu wünschen übrig. Ansonsten performte sie ihr "Düm tek tek" für die Türkei gewohnt bauchfrei und voller Feuer. Dafür gab es am Ende 177 Punkte und den 4. Platz.

    Weniger Feuer, dafür mehr Lolita-Charme versprühte die 17-jährige Kejsi Tola aus Albanien. Doch, sie gab das Beste für ihr Land: In einem rosa Tutu, von der Windmaschine ordentlich durchgepustet und umgarnt von einem mintgrünen Pailettenmännchen trällerte sie den eingängigen Ethno-Pop-Titel "Carry Me In Your Dreams" mit fester Stimme - am Ende reichte das für Platz 17.

    Hoch gewettet - und hoch gewonnen

    Und dann kam er, der Favorit des Abends. Der hoch gewettete Norweger weißrussischer Herkunft, Alexander Rybak. Der Mann mit der Geige, mit dem bübischen Lächeln, mit dem hohen Flirtfaktor, mit der Siegesgewissheit. Sein Folksong "Fairytale" war, wie schon in den Proben und beim Halbfinale, ohne Fehl und Tadel. Dazu barfuß tanzende Mädchen in fließenden Kleidern - ein ESC-Klassiker. Alexander sang und spielte, bis die Geigensaite riss – kein Problem, die Musik kam ja, anders als der Gesang, vom Band und ansonsten stimmte schließlich alles. Das sah man in Europa genau so. Mit dem Rekordergebnis von 387 Punkten holte Rybak den Grand Prix zum dritten Mal nach Oslo. Gratulation.

    Nach Norwegen ein kurzes Zwischenspiel: Die Moderatorin trug jetzt Schleife mit Kleid statt Kleid mit Schleife und bemühte sich, nicht so laut zu sein, wie ihre Kollegin aus den Semifinals. Vorbildlich.

    Krisengirl vs. Balkangirl vs. Musicalgirl

    Kurzes Durchatmen, dann fegte das Anti-Crisis-Girl Svetlana Loboda auf die Bretter - eine Mischung aus Madonna, M.I.A. und ukrainischer Pippi Langstrumpf auf intergalaktischen High-Heels. Als Rächerin gequälter Frauen wühlt sich Svetlana mit ihrem nicht uninteressanten Rockkracher "Be My Valentine" durch ihre so genannte "Höllenmaschine" - eine überladene Kulisse aus Industrieschrott - und gibt sich betont frauenbewegt und kämpferisch. Allerdings irritiert ihre offensichtliche Hingabe an männliche Tänzer im Gladiatorenoutfit. Gut, dass sie sich irgendwann ans Schlagzeug setzte - dennoch: nur Platz 12 für die Ukraine.

    Anders als Svetlana, die dies zumindest vorgibt, hatte sich die folgende Dame den Feminismus wohl nicht gerade auf das knappe Leibchen geschrieben: Das Partymädel Elena besang "The Balkan Girls" - seltsamerweise ausgerechnet für das Nicht-Balkan-Land Rumänien. Das wollte offenbar keiner so recht hören - weder auf dem Balkan noch in Rest-Europa. 40 Punkte und Platz 19.

    Dass Rumänien nicht besonders weit kommen würde, damit hatte man gerechnet. Dass dagegen Großbritannien so derart gut abschneiden würde, das war doch sehr überraschend. Jade Ewen trat mit "My Time" an, einer dramatischen Komposition von Musical-Titan Andrew Lloyd Webber. Der Meister höchstselbst saß denn auch in einem schwarzen Frack am Flügel. Und er sah zufrieden aus: Sein "Aschenputtel aus dem Londoner Eastend" ließ nichts anbrennen. Überzeugend, grazil, ausdrucksstark. Ein hochrespektabler 5. Platz mit 173 Punkten.

    Schlusslichter am Schluss
    Kurz vor der Zielgeraden wurde es noch mal etwas schräg: Es folgte ein Nachwuchs-Eminem mit schiefem Käppi, der die 40 schon länger überschritten hatte: Waldo’s People mit dem Dance-Rap-Song "Lose Control". Gut gemeint, Finnland. Aber das ging in die - zu tief sitzende - Hose. Letzter Platz, immerhin 22 Punkte.

    Ausgerechnet die beiden Schlusslichter des Abends platzierten sich auch ganz am Ende. Als letzter ins Rennen ging Soraya für Spanien. Um es gleich vorweg zu sagen: Sie wurde Vorletzte. Und das, obwohl diesmal nicht mal der Träger des äußerst knappen Glitzerkostüms platzte wie beim Vorentscheid - so eine lustige Panne hätte vielleicht noch ein paar versprengte Punkte einsammeln können. Doch Soraya, als ehemalige Stewardess gleichförmige Abläufe gewohnt, ackerte sich einfach ganz normal durch ihren Dancesong. Da halfen auch die die 12 Punkte aus Andorra nichts.

    Startsignal aus dem All

    Dann hieß es: Ran an die Telefone - und das Startsignal fürs Voting kam selbstverständlich nicht von irgendwoher, sondern direkt aus dem All. Nachdem die Mannschaft der Weltraumstation ISS befohlen hatte: "Start voting!" trat der argentinische Zirkus Fuerza bruta auf - und bot eine eindrucksvolle Show in und um riesige an der Decke hängenden Wasserbassins, die immer tiefer gesenkt wurden - bis die Zuschauer die springenden und sich räkelnden Akteure quasi berühren konnten. Verrückte Idee, tolle Lichteffekte, perfekt umgesetzt.

    Weniger aufwändig dagegen die drei zwischendurch gezeigten Einspieler der Moderatorin Irena Ponaroshka. Sie ließ ESC-Kandidaten den Song "Not Gonna Get Us" des Skandal-Duos t.A.T.u. auf traditionellen Instrumenten spielen. An anderer Stelle nahm sie Vorurteile gegenüber Russland und die Klischees ihres Heimatlandes aufs Korn: Hat Väterchen Frost das Land tatsächlich rund ums Jahr im Griff? Tragen Russen also immer Fellmützen? Essen sie fortwährend Kaviar? Außerdem bat Irena Menschen auf der Straße, das Lied "Kalinka Malink" zu singen - alle konnten das hervorragend. Kein Wunder, handelte es sich doch bei den vermeintlichen Passanten um verkleidete Sänger eines Chores.

    Punktevergabe ohne Überraschungen

    Die Punktevergabe - das Herzstück der Veranstaltung - lief wie am Schnürchen. Kaum Überraschungen, wenige Peinlichkeiten, keine politischen Stellungnahmen. Wenn man mal von dem Jury-Sprecher aus Slowenien absieht, der eine Schweigeminute ankündigte, weil sein Land bereits zum zweiten Mal im Halbfinale rausgeflogen war. Er hielt die Minute allerdings nicht durch. Die schwedische Jurorin übermittelte dagegen alle drei Erstplatzierten umso engagierter: in gesungener Form.

    Ganz am Ende gab es dann aber doch noch eine Überraschung: Bevor der Norweger Alexander Rybak noch mal seinen Siegtitel anstimmte, wurde ihm die Trophäe nicht nur von Vorjahressieger Dima Bilan überreicht: Ihm zur Seite stand Lys Assia, die erste Grand Prix Siegerin von 1956 aus der Schweiz. Mit der hatte tatsächlich niemand gerechnet.

    Autorin/Autor: Anja Kelber

    http://eurovision.ndr.de/news/meldun...finale110.html

    Habt ihr den ESC gesehen?

  8. #47
    Benutzerbild von Closelobster

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    AW: EUROVISION Song Contest 2009

    Aber Bamalama, natürlich hab ich den ESC gesehen. Und ich muß sagen: seit LANGEM war die Songauswahl nicht so gut. Hatte gleich 5 absolute Favoriten: Frankreich, Island, Portugal, Norwegen und Malta. Wobei ich Malta für komplett unter Wert geschlagen erachte. Gut waren auch Schweden, Dänemark, UK und (mit Abstrichen, weil mir das Tittengewackel fürchterlich auf den Keks ging, der Song aber sowas wie ein Ohrwurm war/ist) die Türkei.

    Die Show war, wie erwartet, absolut bombastisch, habe mich wirklich gut unterhalten. Der absolute Hammerauftritt war aber ja wohl der von der göttlichen Patricia Kaas. Was für eine Stimme, was für eine Kraft, hier hat man gesehen daß man auch ohne viel Brimborium gut abschneiden kann. Platz 8 für ein echtes Chanson: Respekt !!!

    Und obwohl ich Frankreich mit 12 Punkten versehen habe, ist Norwegen ein verdienter Sieger.

  9. #48
    Benutzerbild von RayChance

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    AW: EUROVISION Song Contest 2009

    Yo habe natürlich auch den ESC gesehen und sehe es ähnlich wie mein Vorredner - seit langem fühlte ich mich dabei nicht so gut unterhalten. Wirklich einige nette Stück dabei, obwohl ich andere Favoriten hatte. Meine Lieblinge waren:

    Portugal
    Estland
    Bosnien

    Gruß Ray

  10. #49
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    AW: Rekordsieg für Norwegen

    Zitat Zitat von bamalama Beitrag anzeigen
    Habt ihr den ESC gesehen?
    Nö, kein Interesse.

  11. #50
    Benutzerbild von SportGoofy

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    AW: EUROVISION Song Contest 2009

    Gesehen hab ichs - hatte allerdings den Ton aus
    Stop - beim deutschen Beitrag habe ich lauter gemacht, weil ich
    den bis dahin noch nicht gehört hatte.
    Erst als die Zusammenfassung kam - hab ich lauter gemacht.

    Spontan haben mir mind. 10 Titel besser gefallen, als der deutsche Beitrag.

    Den fand ich dieses Jahr echt richtig schlecht.
    Erinnerte irgendwie an Lou Bega und Konsorten.
    Ein deutscher Beitrag macht Swing auf Englisch, mmmh
    hab mich da irgendwie nicht wiederfunden.
    Auch wenn es komisch klingt, irgendwie fände ich einen
    schönen ordentlichen deutschen Schlagerbeitrag nett.
    Deutsche Platzierung gerechtfertigt.

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