Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 20

Nirvana & Grunge allgemein

Erstellt von Robbie Yen, 25.02.2004, 12:20 Uhr · 19 Antworten · 1.387 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Robbie Yen

    Registriert seit
    02.02.2004
    Beiträge
    104
    Tag zusammen,

    die frühen 90er, Grunge allgemein und Nirvana im besonderen sind hier ja schon des öfteren eher schlecht weggekommen. Trotzdem, oder gerade deswegen, möchte ich an dieser Stelle (wo auch sonst?) mal eine Lanze für diese Zeit und die dazugehörige Musik brechen.

    Nirvana Es gab sicher vorher und nachher kreativere und auch handwerklich bessere Alternative-Bands. Wie für viele andere Kult-Bands gilt halt für sie auch, daß sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und das Lebensgefühl vieler Leute auf den Punkt gebracht haben. Und alleine das ist ja auch schon eine gewisse Leistung. Den Kult-Status, den Kurt Cobain bis heute genießt, halte ich allerdings auch für übertrieben. Eine miese Kindheit und Depressionen haben genügend andere auch und sich in den Kopf zu schießen ist für sich betrachtet ja ebenfalls keine einmalige Großtat (o.k. einmalig natürlich schon...). Charisma und Feeling für seine Songs hatte er aber mit Sicherheit und das ist meiner Meinung nach schon mehr, als viele andere in der Branche zu bieten haben.

    Grunge allgemein Neben den unvermeidlichen Mitläufern hat diese Musikrichtung auch einige Top-Acts hervorgebracht. Vor allem Pearl Jam, die zwar viel Durchschnitt, aber auch richtig gute Songs geschrieben haben, besonders auf ihren Spätwerk Yield (Given to fly z. B.). Aber auch die Stone Temple Pilots, Rollins‘ Band und die Smashing Pumpkins gehören meiner Meinung nach zu den Besseren. Der Einfluß von Grunge auf die Rockmusik bis heute ist ja wohl auch unbestritten.

    Lebensgefühl 92/93 Fällt rein zufällig in meine Studienzeit. Und obwohl „Generation X“ an für sich eine saublöde Pauschalisierung ist (wie eigentlich alle diese tollen, generationsbeschreibenden Schlagworte), empfanden ich und der Großteil meiner Freunde und Bekannten (o.k., vielleicht kenne ich ja die falschen Leute...) schon diese Grundstimmung, wie sie von Grunge-Musik und den entsprechenden Filmen (Reality bites, Singles etc.)vermittelt wurde: Eine gewisse Perspektivlosigkeit und Studieren direkt in die Arbeitslosigkeit oder in irgendwelche Hiwi-Jobs. In Amerika war das sicher noch ausgeprägter. Und genau das haben Kurt & Co. halt auf den Punkt gebracht (wiederholichmichwiederholichmich...?)

    So, hiermit zur Diskussion und zum Ablästern freigegeben.




  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Benutzerbild von djrene

    Registriert seit
    14.01.2003
    Beiträge
    2.050
    Ich kann mit dieser Null-Bock und Trash-Kultur nix anfangen. Weder mit den Leuten noch mit der Musik.

  4. #3
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204
    Ich hab Grunge blöd gefunden.

    Ich hab zwar zu dem Zeitpunkt, als das aufkam, gerade Abi gemacht, d. h. ich gehörte theoretisch zur omninösen "Generation X" und hab auch ne kurze Zeit versucht, mich damit irgendwie zu identifizieren, aber im Grunde hab ich damals "einen anderen Tunnel geschoben":

    Zur Musik:
    DIE Band meiner Oberstufen-Zeit waren Guns´n´Roses gewesen. Und von meinem Lebensgefühl her war das damals auch DIE Band "meiner Generation", schließlich haben auch fast alle Freunde in meinem Jahrgang die gehört. Aber genau diese Band war es ja auch, deren Hype dann durch die Grunge-Welle geradezu gekillt wurde! D. h. zuerst wurde "Smells like teen spirit" hierzulande ja noch etwas unkundig einfach als neue "Hard´n´Heavy"-Hitsingle gehandelt, und im Frühjahr/Sommer ´92 wurden Nirvana und Guns´n´Roses noch auf den gleichen Partys gespielt und z. T. sogar von denselben Leuten abwechselnd als dem T-Shirt-Motiv getragen. Doch schon Ende ´92 kristallisierte sich heraus, daß Grunge-Rock doch ein sehr eigener Stil und jetzt sozuagen "das neue große Thema" war, wohingegen Guns´n´Rosen als Im-Grunde-noch-Spät80er-Hardrock-Band bei den meisten im Jahrgang nun als antiquiert galten (und zwar noch bevor sie aus den Charts verschwanden und sich zerstritten).

    Die Grunge-Musik selber fand ich meist nur lahm, tranig und uninspiriert und insofern uninteressant, aber daß jetzt auf MTV und im Abi-Jahrgang auf einmal Nirvana "in" und Guns´n´Roses "out" waren, das war ein harter Brocken!


    Zum "Generation-X"-Diskurs
    Für dieses verschwommene "Generation-X"-Geschreibe in der Presse war ich zunächst empfänglich gewesen. Während der Oberstufen-Zeit war nämlich bei mir und in meiner Clique ein Interesse an der 68er-Zeit und der vehemente Wunsch zur Distanzierung vom 80er-Jahre-Popper-Zeitgeist erwacht (Guns´n´Roses sowie die Rockmusik der 60er/70er waren sozusagen unser Soundtrack dazu; die alten Duran-Duran- oder a-ha-Platten waren in der Schublade versteckt und wurden nur sehr selten, allein und mit schlechtem Gewissen gehört! *g*).

    Doch sehr schnell wurde ja deutlich, daß es beim eigentlichen "Generation-X"-Lebensgefühl weniger um 70er-Nostalgie oder eine neue Protestgeneration ging, sondern um so einen Kult des schlaffen Abhängens und der Zerknirschtheit ging, was ich dann doch eher abturnend fand.

    Ich war natürlich auch in "Reality Bites", aber eher, weil ich so sehr für Winona Rider geschwärmt hab. Der Film hatte zwar ein paar witzige Dialoge, aber das besondere Feeling, um das es wohl ging, ist bei mir nicht übergesprungen. Obwohl der eine Typ ein Yuppie war, erschien er mir doch irgendwie sympathischer als dieser zynische, arrogante Grunge-Typ, für den sich Winona im Film dann am Ende doch entschied.

    ---------

    1993, nach dem Abi, als einerseits Guns´n´Roses von der Bildfläche verschwunden waren und mir andererseits klar wurde, wie wenig ich im Grunde mit dem ganzen "Generation-X"-Thema anfangen konnte, kam bei mir zum allerersten Mal eine leichte "80er-Jahre"-Nostalgie auf

  5. #4
    Benutzerbild von Heideland

    Registriert seit
    05.10.2003
    Beiträge
    141
    Ich empfand Grunge immer als ziemlich unhörbar, schwerfällig, unmelodiös - schlicht langweilig.
    Habe öfters die Erfahrung gemacht, wenn heute noch jemand Nirvana hört, dass diese Person leicht depressiv zu sein scheint.
    Ich denke nicht, dass das bei jedem so ist.
    Curt Cobain gilt bei vielen bis heute noch als Märtyrer, der als Einzelkämpfer und ewiger Rebell verschrien ist. Sein Selbstmord hat einiges zu dieser Legende beigetragen, wobei man sich nicht mehr sicher ist, ob alles wirklich so war, wie Cobain es immer der Öffentlichkeit vorlebte. Angeblich wurde ihm von oben, also den Mächtigen der Musikszene, gesagt was er zu tun habe, um sich eben dieses Image aufzubauen, für das er bis in alle Ewigkeit in Erinnerung weilen wird.

  6. #5
    Benutzerbild von Alyosha

    Registriert seit
    29.01.2003
    Beiträge
    462
    tja ... das mit der "Grunge-Generation" - was darüber geredet und geschrieben wird, verstehe ich sowieso nicht ........

    Abhängen und Zerknirscht-Sein..... man kann ja solche Musik auch hören, wenn man kein schlaffer Abhänger ist (nicht nur hören, sondern auch selber machen) -
    es stimmt auch nicht daß man eine schlechte Kindheit gehabt haben muß wenn man so 'ne Musik macht - und sogar WENN man eine gehabt hat, kann man denn gleich das eine mit dem andern in Beziehung stellen ? vielleicht würden doch dieselben Leute OHNEHIN Musik mit diesem Sound machen !
    Was ist denn da eigentlich so abwegig daran, daß man irgendeinen Musikgeschmack hat, irgendeinen Sound gutfindet - kann einem das nicht "auch so" passieren, ganz egal was man nun für eine Kindheit hatte, ganz egal ob man Depressionen hat oder nicht ??!!

    Protestgeneration, sowas gibt's für mich gar nicht - wie ich ja schon öfters gesagt habe.
    "Protest" und "Rebellion" bezieht sich doch nur auf konkrete Sachen; einzelne Meinungsäußerungen und/oder Aktionen können damit zusammenhängen -

    aber was mich massiv stört: das wird leider immer so hingestellt, als ob gleich die GANZE Sache (also diese Jugend-Strömung da) "aus Protest heraus" existiert - das stimmt doch überhaupt nicht. DAS STIMMT DOCH GAR NICHT. Es war auch in früheren Jahrzehnten nicht so.

    Ich sehe es nicht im Geringsten so daß z.b. die Musik der Leute "aus Protest heraus" existiert. Es ist doch einfach nur der Musikgeschmack von diesen Leuten.
    Es können ja manche (nicht alle) Songtexte sich auf irgendeinen "Protest" beziehen, aber der SOUND, die STILRICHTUNG doch nicht ! Es ist doch einfach nur der Musikgeschmack von denen. Man kann doch nicht einfach sagen: "Wenn in unserer Welt alles in Ordnung wäre, dann würde ja so eine Musik gar nicht existieren !!" - so'n Quatsch ! WAS REDEN DIE DENN DA ALLE FÜR EINEN SCHEISS ??

    bei den Klamotten und Stylings ist es genau dasselbe - diese jungen Leute finden einfach nur daß es "geil aussieht", und daß es eben der Stil von denen ist - und die außenstehenden Zwangs-Spießer glauben immer gleich da würde eine "Aussage" dahinterstehen - das ist doch in der Mehrheit der Fälle gar nicht so. Wenn dieselben Leute tatsächlich protestieren (also in dem Sinne daß man eine Meinung äußert), dann heißt das doch nicht daß ihr Outfit unmittelbar damit zusammenhängt. Das heißt das doch gar nicht ! Die laufen einfach nach dem Motto "Es gefällt mir" so rum.
    Es ist eine Aussage dahinter wenn auf einer Anstecknadel, oder einem Jacken-Aufnäher irgendein Spruch, oder eine politische Meinungsäußerung draufsteht. Aber das heißt doch nicht daß das restliche Outfit von demjenigen ebenfalls damit zusammenhängt. Aber blöden Leute GLAUBEN immer daß das so wäre.

    Die glauben auch immer es würde "Protest" oder "Freiheitsgefühl" oder "Abgrenzungsverhalten" oder ähnliches dahinterstehen, wenn jemand Klamotten anhat wo Löcher drin sind. Das verstehe ich nicht. Es ist doch in 95 % der Fälle einfach nur deswegen so weil es nichts besonderes ist für den der es trägt, weil es für denjenigen eben ganz normal ist, und das war vor 25, 30 Jahren nicht anders. Da steht doch gar keine Aussage dahinter.

    Mich kotzt einfach nur an, was über die Jugendkulturen immer für ein Müll geredet wird. Ich glaube ich muß in Zukunft von solchen Medien-Berichten Abstand nehmen, weil so ein Dummgelaber mich nämlich aggressiv macht.

  7. #6
    Benutzerbild von ihkawimsns

    Registriert seit
    23.02.2004
    Beiträge
    3.938
    Mir kommt es bei Musik eigentlich immer nur auf die Lieder ein, deswegen gibt es in fast jedem Bereich der Musik Stücke, die mir gefallen.

    Mit der Depri-Stimmung, die Grunge irgendwie verbreitet hatte, kann ich auch nichts rechtes anfangen, aber "Smells Like Teen Spirit" und "Come As You Are" sind einfach klasse Lieder.

    Der Selbstmord von Cobain hat aber leider zur Mystifizierung von Nirvana beigetragen, und das haben sie eigentlich auch nicht recht verdient.

  8. #7
    Benutzerbild von Minimalelektronik

    Registriert seit
    20.04.2002
    Beiträge
    598
    Für mich war das damals lediglich ein schwacher Abklatsch der Punk-Bewegung und darüber hinaus einfach zu nihilistisch...nicht mein Ding.

  9. #8
    Benutzerbild von Feenwelt

    Registriert seit
    05.10.2002
    Beiträge
    1.856
    Ich habe eine geteilte Meinung:
    Nirvana hat mir sehr viel Spaß gemacht, gerade auf Parties haute "Smells like..." ziemlich rein. Nirvana's restliche Lieder waren mir ansonsten zu heftig. Was ich aber genial finde, ist die unplugged-Scheibe von MTV. Das ist für mich geniale Musik, gerade WEIL sie melancholisch ist.
    Was Grunge an sich angeht, so konnte ich damit auch nie etwas anfangen. Die Bands, die ganz oben aufgezählt wurden, fand ich alle blöd, außer eventuell Smashing Pumpkins. (Die würde ich persönlich aber auch nicht zum Grunge zählen.)

    Grunge bedeutet für mich kein Lebensgefühl, sondern das, was in den 80ern Heavy Metal war. (Und nicht Punk, wie weiter oben geschrieben.)
    Bei Grunge denke ich nämlich immer an Typen auf der Tanzfläche mit langen, fettigen Haaren und verschwitzten Interpretationen der Luftgitarre.
    Daß Grunge etwas mit Nihilismus und düsterer Weltanschauung zu tun haben sollte, ging ebenfalls komplett an mir vorbei. Für mich war das immer nur Musik, zu der Leute auf der Tanzfläche die Sau rausließen. Also eher ein heiterer Aspekt.

  10. #9
    Benutzerbild von Alyosha

    Registriert seit
    29.01.2003
    Beiträge
    462
    Feenwelt postete
    Daß Grunge etwas mit Nihilismus und düsterer Weltanschauung zu tun haben sollte, ging ebenfalls komplett an mir vorbei. Für mich war das immer nur Musik, zu der Leute auf der Tanzfläche die Sau rausließen. Also eher ein heiterer Aspekt.
    ja, ich glaube es gab auch einige Musiker damals, die das NICHT als düster und nihilistisch und abhänger-mäßig gesehen haben. Zum Beispeile Dave Grohl von Nirvana, und Eddie Vedder der Sänger von Pearl Jam.

    Mein Lieblings-Grunge-Album ist "Vs." von Pearl Jam !!

  11. #10
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Feenwelt postete
    Ich habe eine geteilte Meinung:
    Nirvana hat mir sehr viel Spaß gemacht, gerade auf Parties haute "Smells like..." ziemlich rein. Nirvana's restliche Lieder waren mir ansonsten zu heftig. Was ich aber genial finde, ist die unplugged-Scheibe von MTV. Das ist für mich geniale Musik, gerade WEIL sie melancholisch ist.
    Was Grunge an sich angeht, so konnte ich damit auch nie etwas anfangen. Die Bands, die ganz oben aufgezählt wurden, fand ich alle blöd, außer eventuell Smashing Pumpkins. (Die würde ich persönlich aber auch nicht zum Grunge zählen.)
    Dem stimme ich weitestgehend zu! Allerdings fand ich das Album Nevermind klasse! Ich habe nie verstanden, warum Nirvana zum Grunge gezählt wurden. Grunge fand ich absolut nichtssagend und langweilig!
    Nirvana waren für mich eher eine neue Art des Punks, aber nicht ein schwacher Abklatsch, wie Minimalelektronik es empfand.

    Sondern als ein Herausbrüllen des ganzen Unmuts einer Generation! Und das hat Punk doch eigentlich immer ausgemacht, oder?

    @Alyosha
    Ich glaube schon, dass es viele Künstler (Musiker/Autoren/Maler) gibt, die gerade dann besonders kreativ sind, wenn es ihnen besonders schlecht geht. Und daraus resultieren oft Werke, die von einer Generation als Ausdruck ihrer eigenen Gedanken empfunden werden. Dass Kurt Cobain seine Songs nicht aus purer Lebensfreude heraus geschrieben hat, zeigt sein Freitod.
    Dennoch hast du Recht, wenn du sagst (so interpretiere ich das jetzt einfach mal ), dass natürlich nicht alle Kids, die damals Nirvana gehört haben, sich ebenfalls eine Kugel in ihren Kopf jagen wollten.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Grunge/Punk/Rock .... Coverversionen von 80er Songs
    Von AquaTom im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 02.07.2011, 08:37
  2. Grunge - nicht mehr ganz 80er
    Von WAWANEE im Forum 80er / 80s - MUSIKSUCHE / SOUND SEARCH
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 03.09.2006, 20:44
  3. Songsuche auf Tonträger allgemein
    Von Peter im Forum 80er / 80s - MUSIKSUCHE / SOUND SEARCH
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.12.2005, 17:09
  4. Ndw allgemein
    Von Bonsai im Forum 80er / 80s - DEUTSCH / GERMAN
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 10.01.2003, 19:35