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Platten entknistern?

Erstellt von Christoph, 08.03.2002, 14:40 Uhr · 18 Antworten · 5.203 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Christoph

    Registriert seit
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    Eines gleich vorweg: dies soll nicht ausarten in die ständige und nervige Diskussion, welche Tonkonserve wann und warum besser klingt!!
    Ich habe schliesslich nur eine klitzekleine Anfrage:

    Viele von uns überspielen sich Vinyls auf CD, und sei´ es nur, um die guten alten Scheiben zu schonen, weiterer Grund ist natürlich, dass viele Lieder und Versionen eh´ nicht auf CD erschienen sind oder erscheinen werden.
    Gebt Ihr Euch mit dem Knistern der Platten zufrieden? Oder welche Möglichkeiten nutzt Ihr, um das Knistern möglichst gering zu halten?
    In einer Zeitschrift habe ich ein Anzeige zum Thema gefunden, dort ist das Programm "MAGIX music cleaning lab 3.0" für den PC angeboten, soll €24,99 kosten. Lohnt sich eine solche Investition? Welche anderen, vielleicht besseren Möglichkeiten nutzt Ihr? Fakt ist für mich, dass das Knacken und Knistern ursprünglich kein Bestandteil der Musik ist, darum also weg damit!
    Einen Computer habe ich zur Verfügung, Soundblaster live mit ordentlichen Eingängen ist auch vorhanden.
    Und nun Ihr!
    Gruß
    Christoph

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von
    Ich habe mir auch schon einige Gedanken darüber gemacht, ob ich das Knistern bei Schallpatten entfernen kann oder soll. Am besten ist natürlich, dass man das Knistern an sich (also beim Abspielen der Schallplatte) schon mal verhindert oder zumindest reduziert. Dafür kann man sogenannte Schallplattenwaschmaschinen kaufen oder die Platte beim Händler reinigen lassen. Ich habe mir mal eine Knosti gegönnt (kostet ca 70 DM / 35 Euro), das teuere ist die Reinigungsflüssgkeit, aber die kann man wohl auch selber mischen...

    Nach der Reinigung war das Knistern tatsächlich zum grössten Teil verschwunden und sogar einige leichte Knackser hört man dann auch nicht mehr (wahrscheinlich weil die Nadel jetzt wieder tiefer in die Rille kommt). Was an Störgeräuschen dann noch übrigblieb war das Rumpelgeräusch meines Plattenspielers und einige von den grösseren Knacksern.

    Es wäre allerdings dumm zu glauben, das man mit billiger Software das Rumpeln (bzw. das Knistern) aus der digitalen Aufnahme herausfiltern kann, ohne dabei die Musik zu verfremden und zu zerstören. Denn alle Frequenzen, die man als Störgeräusch wahrnimmt, kommen auch in der Musik vor und somit wird auch die Musik gefiltert. Alle meine Versuche zum Filtern von Rauschen, Knistern und Knacken führten dazu, dass die Musik danach mal mehr oder weniger verzerrt klingt.

    Diese "Cleaning"-Programme versuchen irgendwie eine Gratwanderung zwischen Verlust der Musikinformation und dem Filtern von Störgeräuschen hinzubekommen, meistens muss man dann doch mit seinen Ohren überprüfen, ob nicht doch zuviel gefiltert wurde. Es muss jeder für sich entscheiden, ob er unbedingt absolute CD-Stille im Hintergrund braucht, oder lieber ein leichtes Rumpeln und Knistern (was man normalerweise nur über Kopfhörer und bei hoher Lautstärke wahrnimmt) erträgt aber dafür keine Verzerrungen hinzunehmen braucht. Sollte das Knistern auch nach einer Reinigung aufgrund vieler kleiner Kratzer immer noch unerträglich sein, dann wird auch ein Herausfiltern die Qualität nicht verbessern.

    Solange ich kein geeignetes Programm gefunden habe, um Störgeräusche vernünftig herauszufiltern, bleiben meine Aufnahmen so wie sie sind (mit Knistern und Rumpeln). Wirklich vereinzelte grosse Knackser kann man mit WAV-Editoren "herausschneiden".

    Gruß Matthias

  4. #3
    Benutzerbild von
    Ich mache es so wie Matthias, sprich ganz ohne "Cleaning"-Programm, denn ich weiß auch nicht, wie sich das auf die Höhen auswirkt (schon bei den Kassettenaufnahmen damals störte mich der Höhenverlust). Bei mir ist es auch noch so, dass ich in meinem Arbeitszimmer (wo der PC steht) keinen Plattenspieler habe und im Wohnzimmer keinen PC, dafür aber einen reinen Audio-CD-Brenner von Philips. Für diesen habe ich mir einfach ein paar wiederbeschreibbare Rohlinge besorgt und nehme darauf Musik von Schallplatten auf. Diese lese ich dann nachher per CD-ROM-Laufwerk in den PC ein - und Probleme wie "die beste Soundkarte", "Vorverstärker oder nicht" erübrigen sich somit bei mir.
    Anschließend bearbeite ich jedes Stück mit einem ganz normalen WAV-Editor. Am Anfang und am Ende des Liedes entferne ich die "Leerstellen", bei denen man das Knistern ja sonst hört. Und ist mitten im Lied ein vereinzelter größerer Knackser, dann entferne ich den auch einfach "per Hand" mit dem WAV-Editor. Mit den Ergebnissen war ich bis jetzt immer sehr zufrieden.

  5. #4
    Benutzerbild von UnknownPleasure

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    Ich arbeite durchaus mit WAV-Editoren...das beste war bislang Cool Edit, aber das bekomme ich unter Win2K nicht mehr zum laufen. War zwar ein wenig kompliziert, aber die Ergebnisse waren mehr als zufriedenstellend. M.E. das beste Programm bisher, aber schweineteuer. Viele Plug-Ins erhältich, müssen allerdings teilweise zugekauft werden. Arbeitet (abhängig von Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und verwendeten Filtern) recht zügig.

    Danach hatte ich es mit Steinbergs Clean 1.5 und 2.0 versucht, aber das war ein Schuß in den Ofen. Nette Effekte (Phasenjustierung und Stereospreizung), aber das Entrauschen und Entknacksen - egal ob automatisch oder manuell - hatte die Klangqualität in Richtung Keller befördert. Relativ langsame Klangbearbeitung, kann dabei langsamere Rechner in die Knie zwingen - bis zum Absturz.

    Also weiter...diesmal traf es GoldWave 4.2.3. Um auch .mp3-Dateien bearbeiten zu können, mußte erst ein LAME-MP3-Encoder installiert werden. Die Arbeitsoberfläche sieht zwar ein wenig billig aus, aber hat man sich erstmal daran gewöhnt, kann man gut damit arbeiten. Arbeitet sehr schnell bis mittelmäßig.

    Zwischendurch habe ich auch mal den Nero Waveeditor angetestet. Hat zwar nicht den Funktionsumfang eines 'richtigen' Waveeditors, reicht aber für Standardbearbeitungen völlig aus. Ein sehr interessantes Feature ist eine Höhenrestaurierung, mit der man auch dumpfe Aufnahmen frischer klingen lassen kann. Großer Nachteil: nach 30 Anwendungen muß man den Editor gegen Gebühr freischalten lassen, da bieten andere vergleichbare Programme einfach mehr. Schade Schokolade.

    Derzeitig ist Steinbergs WaveLab 3.0 mein Waveeditor. Wendet sich schon eher an den Profi, aber Laien (wie ich ) kommen auch damit klar. Einige Funktionen könnten allerdings eindeutiger bezeichnet sein. Durchaus schnelle Klangbearbeitung.

    Meine Rangliste würde etwa so aussehen:

    Cool Edit
    GoldWave
    WaveLab
    Clean
    Nero (aber nur wegen der Frechheit, daß man nochmals zahlen muß, um das Programm voll nutzen zu können, ansonsten wäre es #2 !).

    Zum Brennen benutze ich dann Feurio...hat bis jetzt am besten funktioniert.

  6. #5
    Benutzerbild von cater78

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    867
    @@@Matthias

    Wie sieht denn bitte schön eine Schallplattenwaschmaschine aus?

  7. #6
    Benutzerbild von
    @cater78

    hmmmm... Das kann unterschiedlich sein. Es gibt grössere und "professionelle" Geräte, die sind teuer und öfter auch Eigenbau und arbeiten automatisch. Ich hab aber weder eine grosse Schallplattensammlung noch sehr wertvolle Platten und somit habe ich mir was "billiges" gekauft und für meine Ansprüche reicht es aus:

    http://www.knosti.de/assets/images/BildLPWaschC.jpg

    (das bild habe ich aus rechtlichen Gründen nicht direkt eingebunden...)

    Diese "Maschine" ist eigentlich eher eine manuelle Waschhilfe: eine Wanne mit zwei feinen "Bürsten" in die wird eine Isopropanol-Zubereitung eingefüllt und die Schallplatte wird auf einer Achse steckend zwischen die Bürsten gesetzt und dann gedreht. Dazu gibts dann noch einen Abtropfständer...

    Eigentlich nichts besonderes, aber es wird handlicher durch das Set...

    Natürlich ist das nichts für "Puristen" und diese rümpfen nur die Nase....
    Ich habe aber einige LPs von jemandem geschenkt bekommen und ich
    kaufe mir auch hin und wieder mal gebrauchte und solche gebrauchten
    Schallplatten sind eigentlich immer verschmutzt.

    Naja, man kann für so ein Gerät auch müde belächelt werden...

    Gruß Matthias

  8. #7
    Benutzerbild von musicola

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    Hi,

    heut morgen hab ich auf´m Flohmarkt nen Typen gehört
    wie er ner Verkäuferin das Flair von Schallplatten erklärte:

    Originalton Worms:

    "Mussig muss kratze, sunscht isses kä eschtie Mussig!"

    *ggg*


    musicolaChris

  9. #8
    Benutzerbild von monofreak

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    Ich benutze auch "cool edit", bearbeite aber nur die Stellen, wo es nötig ist (leise Passagen ohne Rhythmus). Bei einigen wenigen Songs klingt das auch verzerrt (<1%), sonst bin ich zufrieden.

  10. #9
    Benutzerbild von Christoph

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    Spitze, das ist doch schon mal was!
    Michael_G: was ist ein "normaler" WAV-Editor? Dieses COOL EDIT habe ich auf der offiziellen Site gefunden, das muss man sicher teuer bezahlen.
    Feurio hat einen Trackeditor, damit lassen sich aber keine schallplattenspezifischen Probleme bearbeiten.

    Ach ja, so eine Plattenwäsche ist schon witzig, aber doch recht kostenintensiv. Und wenn ich zu Hause den Plattenspieler durchboxe, dann ist gaaanz bestimmt kein Platz mehr für eine Waschanlage...
    Erstmal supi Dank
    Christoph

  11. #10
    Benutzerbild von
    @Christoph
    Christoph postete
    Ach ja, so eine Plattenwäsche ist schon witzig, aber doch recht kostenintensiv. Und wenn ich zu Hause den Plattenspieler durchboxe, dann ist gaaanz bestimmt kein Platz mehr für eine Waschanlage...
    Ich hab' dir ja keine Waschanlage empfohlen sondern nur so eine Knosti für 35 Euro. Was meinst du eigentlich mit "zu Hause durchboxen"?

    (Es soll auch Mittel und Wege geben, über die man Cool Edit 2000 benutzen kann, ohne dafür bezahlen zu müssen, hab ich gehört... )

    Gruß Matthias

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