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Quote für Musik aus Deutschland

Erstellt von röschmich, 28.07.2004, 18:52 Uhr · 34 Antworten · 2.580 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von röschmich

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    Guten Tag !

    Textdichter, Komponisten und Musikanten aus ganz Deutschland haben sich
    zusammengefunden zu einer Arbeitsgruppe namens "Musiker in eigener
    Sache".
    Aus gegebenem Anlaß haben wir einen dringenden Aufruf verfaßt, in dem
    wir "MEHR MUSIK VON HIER !" im Radio, eine Quote für Musik aus
    Deutschland fordern.
    Am 27. September 2004
    findet unter Teilnahme namhafter und erfolgreicher Mitstreiter in Berlin
    (exakter Ort und Zeit folgen) eine Pressekonferenz zum Thema statt ,
    am 29. September 2004 von 15 - 18 Uhr
    eine sog. Anhörung zum Thema im Ausschuß für Kultur d. Deutschen
    Bundestages Einlaß nur mit Personalausweis).
    Aus dem Anschreiben zum Aufruf
    Jim Rakete und Frank Dostal werden namentlich genannt
    hier die Site im Net, die ich zu dem Thema gefunden habe. Der Aufruf selber ist als PDF-Datei abrufbar

    http://www.ohrenfeindt.de/musikvonhier

    Die Diskussion ist ja eigentlich schon uralt aber diese Aktion scheint eine neue zu sein. Oder?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich schiebe mal das Thema wieder nach oben um ein bischen Feedback einzusammeln.
    MUSIKER IN EIGENER SACHE
    AUFRUF
    FÜR EINE QUOTE FÜR MUSIK AUS DEUTSCHLAND

    Am 29. September 2004 wird im Bundestag eine öffentliche Anhörung zum Thema QUOTE FÜR MUSIK AUS DEUTSCHLAND stattfinden. Das wird die letzte Gelegenheit sein, die skandalöse Unterrepräsentation der Musik von deutschsprachigen Künstlern in deutschen Rundfunk- und Fernsehprogrammen zu beheben.
    Auswertungen der vergangenen Jahre belegen, dass die deutsche Musikszene in den Medien kaum noch vorkommt. In einigen Sendern liegt die Quote deutscher Neuvorstellungen bei gerade noch einem Prozent. Anstelle der versprochenen Vielfalt haben wir in den Sendern einen Formatmix aus anglo-amerikanischem Mainstream und den üblichen Oldies. Der Kulturauftrag von ARD und ZDF wie auch ihre Informationspflicht über Neues werden vernachlässigt, als gäbe es überhaupt keine eigene Musikszene mehr. Die einzige Ausnahme bilden Musiker, die von lokalen Radiostationen in wenigen Fällen zu überregionaler Bedeutung hochgesendet wurden.
    In einer Mediengesellschaft wird nur wahrgenommen, was gesendet wird. Längst finden junge Künstler bei den Plattenfirmen keine Verträge mehr, weil die Marketingabteilung keine Medienplattform mehr für sie sehen. Zusätzlich verschärft wird das Problem durch die Strategie der globalisierten Musikkonzerne: Immer weniger weltumspannende Firmen setzen auf einen immer kleineren Nenner von Musik aus ihren dominanten anglo-amerikanischen Repertoire
    Plattenfirmen vermitteln durch die Produktion von Musik auch Kultur und suchen dafür einen Markt. Einen originären Kulturauftrag haben sie nicht. Diesen Kulturauftrag aber haben ausdrücklich die Radio- und TV-Stationen, die ihren Statuten nach nicht nur über deutsche Kultur und Musik berichten, sondern diese auch senden müssen.

    In keinem großen europäischen Land spiegeln die Programme von TV und Radiosendern so wenig das Schaffen der Künstler der eigenen Region wider wie bei uns. Wie soll sich eine musikalische Kultur weiterentwickeln. wenn sie dem eigenen Publikum gar nicht erst angeboten wird?
    MUSIKER IN EIGENER SACHE wollen die Chancengleichheit für künftiges Talent in den Medien wieder herstellen. In Nachbarländern - allen voran in Frankreich und der Schweiz - gibt es schon eine vernünftige Quote, die die Rundfunkanstalten dazu anhält, ihre eigenen Künstler selbstverständlich in den eigenen Medien zu repräsentieren.
    Wir linden: es muss wieder möglich sein, Musik aus Deutschland in den Medien zu hören, Die Quote zugunsten der Musik von deutschsprachigen Künstlern ist eine Notwendigkeit, weil sie das einzige politische Mittel ist, eine Chancengleichheit in den Medien wieder herzustellen.
    Wir fordern die Sender auf, die kreative musikalische Landschaft Deutschlands und Europas deutlich und konturenreich wiederzugeben. Wir fordern mehr Musik, von hier!
    So nun hier der Text zum Aufruf.
    Zur Unterstützung durch "Urheber" und Musiker ist es gedacht den auf o.g. Seite ausgedruckte Text (pdf-Datei) mit Unterschrift und weiteren Angaben an o.g. Adresse zu schicken.

  4. #3
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Diese Diskussion gab's schon mal im Jahr 1996.
    Dazu kopiere ich mal eben von der Seite www.wildpark.com, was mein Lieblingssänger Sven Regener von Element of Crime damals dazu gesagt hat:

    Heinz Rudolf Kunze hat sich in einem Interview mit dem Spiegel für eine Quote "Deutsche Musik im Radio" eingesetzt mit der Begründung, daß dann Bands wie Element Of Crime gefördert werden würden. Wie stehst du dazu?

    Der Kunze ist doch das letzte. Wenn ich solchen Unsinn höre wird mir übel. Wildgewordene Altrocker wie Kunze scheinen es nötig zu haben solches Namedropping zu betreiben, um sich selbst ein Facelifting zu verpassen. Aber ich lasse mich von so einem nicht vereinnahmen, das lasse ich nicht auf mir sitzen. Eine Quotierung für deutsche Musik im Radio steht für alles was ich hasse und die Radiolandschaft wäre arm dran ohne die Songs englischer und amerikanischer Musiker. So, und jetzt muß ich zum SFB, die wollen auch noch ein Interview mit mir...
    (soweit Regener)

    Natürlich würde ich mir auch wünschen, mehr gute deutsche Musik im Radio zu hören. Aber was für einen Scheiß müßten wir dann wohl hören?

  5. #4
    Benutzerbild von amarok90

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    In eine ähnliche Kerbe schlug zumindest zu Beginn die Savemusic-Initiative. Allerdings ging es dort zunächst hauptsächlich darum, einen gewissen Druck auf die Plattenfirmen auszuüben, mehr Musik aus deutschen Landen zu veröffentlichen.

    Leider hat das ganze Projekt offensichtlich eine andere Richtung eingeschlagen. Plattenfirmen bzw. deren Juristen, die z. B. (für meine Begriffe völlig zu Recht) gegen Nutzer von Kazaa vorgehen, werden an den Pranger gestellt. Mittlerweile scheint es mehr darum zu gehen, einfach auf die (auch von mir nicht gerade geliebte) Plattenindustrie einzudreschen.

    http://www.savemusic.de/

    Ob allerdings im Radio deutsche, englische, japanische oder was auch immer für Musik gespielt wird, ist mir ziemlich wurscht - ich höre seit Jahren schon keine Radio mehr.

  6. #5
    Benutzerbild von Pallas

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    Ich kann mich noch gut an die Diskussion von 1996 erinnern. Heinz Rudolf Kunze hat sich damals ganz vorne an die Spitze der Kampagne gestellt.

    Ich höre viel Radio, und daher ist mir das nicht egal.
    Ich bin gegen diese 40:60-Regelung (oder wie die Prozentsätze auch immer verteilt werden sollen).
    Deutsche Bands sollen selbstverständlich mehr im Radio gespielt werden. Aber ob eine solche Regelung da viel ändert, sei dahingestellt.

    Vielmehr sollte man sich um das Problem der Durchhörbarkeit Gedanken machen.
    "Durchhörbarkeit" bedeutet, daß das Radio so stromlinienförmige Musikprogramme und Kurzbeiträge - wenn überhaupt - bringt, daß man gar nicht umschaltet. Der Sender soll die ganze Zeit gedudelt werden können - und der Hörer soll bei der Stange gehalten werden.
    Diese Durchhörbarkeit nimmt meines Erachtens mittlerweile belästigende Formen an.

    Schrecklich, Sender wie (ich nehme da jetzt meinen Empfangsbereich in Nordhessen) SkyRadio, Radio ffn oder Radio SAW!!
    Auch HR3 verkommt immer mehr in diese Richtung.
    Und zu meinem allergrößten Entsetzen paßt sich mittlerweile auch HR1 diesem Trend an! Da gab es neulich Diskussionen um den Erhalt einer der besten Musik-Infosendungen des Kanals. Per Internetvoting konnte die Sendung gerettet werden. Warum überhaupt das Erfolgskonzept weg sollte? Nicht stromlinienförmig genug, zu sperrig...

    Manche Sender, wie eben jene genannten, die sich speziell an ganz junge Hörer wenden, scheinen nur einen Fundus von 20 Titeln zu haben, die sie über den Shufflecomputer in den Äther streuen, so daß man jeden davon mindestens 5mal am Tag hört. Schrecklich. Außergewöhnliche Formate haben in der Rundfunklandschaft immer schlechtere Karten, zu überleben.

  7. #6
    Benutzerbild von Closelobster

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    Wenn ich Radio höre, möchte ich vor allem gute Musik hören. Schön, das ist natürlich Geschmackssache, aber wo hat das was mit Quote zu tun ? Es gibt hervorragende Musik aus Deutschland, genauso wie es super Musik aus GB, USA, ITA, FRA oder sonstwo gibt. Das ganze mit Quoten zu belegen, halte ich für ziemlich kleinkariert. Wer garantiert denn, daß dann auch wirklich unbekannte, innovative Bands/Acts gefördert werden und nicht so eine Grütze a la Casting-Shows ?? Das sind auch deutsche Produktionen... und sowas will ich nicht hören. Darum ein klares NEIN zu Quoten.

    Ich finde es nur extrem kacke, daß, wie Pallas geschrieben hat, einige Radioformate wegfallen, weil sie nicht "Durchhörbar" sind... (bei dem Wort krieg ich schon Krämpfe). Ich würds richtig gut finden, wenn mir innerhalb einer Radiostunde Hoobastank, Van Halen, Alanis Morissette, Beloved, Keane, Depeche Mode, Eminem, ABBA, Dido und Bee Gees hören könnte und nicht 5 mal Anastacia, O-Zone, Maroon 5, Eamon und dieses fiese "Save your kisses for me" von Natasha Sonstwie. Aber da ist bei den Programmchefs der Rundfunkstationen wohl Hopfen und Malz verloren. Diese "Durchhörbarkeit" hat zur Folge, daß ich nur noch sehr wenig Radio höre. Was schade ist...

  8. #7
    Benutzerbild von Pallas

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    HR1 macht jetzt beispielsweise "Sommerradio". Das paßt überhaupt nicht zu diesem Sender, der bislang eher ernsthaft und sehr informativ war.
    Doch mit dem "Sommerradio" soll der Hörer 'geglättet' werden. Langsam wird der Weg geebnet, um eine Verseichtung des Senders (und die Verlegung bzw. Vernichtung der beiden guten Radiosendungen "Schwarz-Weiß" und "Der Tag" ) voranzutreiben, die Leute an glatteres, informativ ärmeres Dudelformat zu gewöhnen.
    Doch das ist ein durchschaubarer Trick!

    http://me.in-berlin.de:8080/os3-darm.../inhalt/aufruf

    Auf dieser Homepage kann man sich informieren und ggf. dafür unterschreiben, daß die beiden Sendungen dort bleiben, wo sie bislang waren.

  9. #8
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich hoffe, das man vielleicht irgendwann mal auf die Idee kommt, dass "Stromlinienförmigkeit" der Vielzahl von Radiohörern suspekt ist und dass eine gewisse "Sperrigkeit" fehlt. Ich höre auch seit Jahren kein Radio mehr, genau aus dem Grund.
    Aber vielleicht sollte man von staatlicher Seite her dieser "Glattbügelei" Einhalt gebieten. Vor allen Dingen sollten die öffentlich rechtlichen Sender diesen Krampf nicht mitmachen, es den privaten sendern gleitun wollen.

  10. #9
    Benutzerbild von Pallas

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    Sonst wird auch immer unverständlicher, warum unsereins dafür auch noch Gebühren bei der GEZ bezahlen soll.

    Warum Rundfunkgebühren zahlen, wenn das Produkt, was ich sozusagen dafür erwerbe, immer schlechter wird?

  11. #10
    Benutzerbild von röschmich

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    Heute ist die Presse voll mit Artikeln zu dem Thema auch das Fersehen berichtet.
    Aber eine Direktübertragung bei Phönix scheint es nicht zu geben, oder ich habe es verpasst.

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