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Schlechteste / Beste Grand Prix Sieger

Erstellt von waschbaer, 06.06.2003, 19:02 Uhr · 33 Antworten · 3.745 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von waschbaer

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    Tja, dann poste ich auch mal meine Lieblingstitel, die nicht gewonnen haben.


    - Alice: Il treni di Tozeur
    - Raf & U. Tozzi: Gente di mare
    - R. Fogli: Per Lucia
    - Gina G.: Just a little bit
    - Linda Martin: Terminal 3
    - Paul Oscar: Min histi danse
    - Sahlene: Runaway
    - Rollo & King: Never let you go
    - Plastic Bertrand: Amour amour
    - Pas de deux: Rendez-vous
    - Pepe Linhard: Swiss lady
    - Baccara: Parlez-vous Francais
    - Telex: Eurovision
    - F.L.Y.: Hello from Mars
    - Urban Trad: Sanomi

    ... und zu den 15 bereits genannten, noch zwei deutsche Beiträge, die ich gerne weiter oben gesehen hätte:

    - Silver Convention: Telegram
    - Münchener Freiheit: Viel zu weit

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von bamalama

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    die siegertitel waren eigentlich nie meine favoriten, es gab jedoch etliche songs, die mir sehr gut gefallen haben:

    REYNAERT - "laissez briller le soleil" (BELGIEN 88)
    COCKTAIL CHIC - "européennes" (FRANKREICH 86)
    AZUCAR MORENO - "bandido" (SPANIEN 90)
    PAS DE DEUX - "rendez-vous" (BELGIEN 83)
    REMEDIOS AMAYA - "quien maneja mi barca?" (SPANIEN 83)
    SWEET DREAMS - "i´m never giving up" (UK 83)
    PRECIOUS - "say it again" (UK 99)
    JALISSE - "fiumi di parole" (ITALIEN 97)
    ALICE % FRANCO BATTIATO - "i treni de tozeur" (ITALIEN 84)
    FRIZZLE SIZZLE - "alles heeft ritme" (NIEDERLANDE 86)
    DOLLIE DE LUXE - "lenge leve livet" (NORWEGEN 84)
    SERTAB - "everyway that i can" (TÜRKEI 03)
    EDEA - "aava" (FINNLAND 98)
    BELLE % THE DEVOTIONS - "love games" (UK 84)
    JOELLE URSULL - "white and black blues" (FRANKREICH 90)
    BABY DOLL - "brazil" (JUGOSLAWIEN 91)
    GINA G. - ooh ahh... just a little bit" (UK 96)
    AMINA - "le dernier qui a parlé" (FRANKREICH 91)
    BARDO - "one step further" (UK 84)
    PAVE - "yamma-yamma" (FINNLAND 92)
    CHIARA - "the onethat i love" (MALTA 98)
    und sicher noch einige mehr, die mir momentan nicht einfallen.

    für mich sind die 5 schlechtesten gewinner:

    TANEL PADAR, DAVE BENTON & 2XL - "everybody" (ESTLAND 01)
    MARIE N - "i wanna" (LETTLAND 02)
    RIVA - "rock me" (JUGOSLAWIEN 89)
    TOTO COTUGNIO - "inseieme:1992" (ITALIEN 90)
    PAUL HARRINGTON & CHARLIE MCGETTIGAN - "rock´n´roll kids" (IRLAND 94)

  4. #23
    Benutzerbild von Torsten

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    So, nachdem ich mir kürzlich von bamalama diverse Grand Prix-Sampler ausgeliehen habe, um mir eine Compilation mit meinen Lieblings-Stücken zusammenzustellen, auch noch meine jeweiligen Top-5:

    Fünf Lieblingssieger:

    - Izhar Cohen & The Alphabeta / A-Ba-Ni-Bi (1978)
    - Sandra Kim / J'aime La Vie (1986)
    - ABBA / Waterloo (1974)
    - Bucks Fizz / Making Your Mind Up (1981)
    - Teach-In / Ding-A-Dong (1975)

    Wie man sieht, bevorzuge ich also in aller Regel die eher ohrwurmartigen Spaßlieder. Ich habe grundsätzlich nix gegen schöne Balladen, aber die meisten Exemplare dieser Spezies, die beim Grand Prix antraten, waren mir dann doch zu aufgesetzt schmalzig - allen voran die beiden Titel von Johnny Logan...

    Fünf schlechtesten Siegertitel:

    - Why Me / Linda Martin (1992)
    - Hold Me Now / Johnny Logan (1987)
    - Corinne Hermes / Si La Vie Est Cadeau (1983)
    - Tanel Padar, Dave Benton & 2XL / Everybody (2001)
    - Massiel / La La La (1968)

    Und eigentlich finde ich auch alle Siegertitel bis einschließlich 1964 ziemlich öde, weil bis dahin die Meinung vorherrschte, der Grand Prix solle sich von der aktuellen Pop-Musik abgrenzen und die Tradition des klassischen Chansons fortsetzen. Das änderte sich erst 1965 mit dem Sieg von France Gall...

    Fünf besten Nicht-Sieger:

    - Katja Ebstein / Theater (1980)
    - Daniel / Julie (1983)
    - Alice & Franco Battiato / I Treni Di Tozeur (1984)
    - Clodagh Rodgers / Jack In The Box (1971)
    - Domenico Modugno / Nel Blu, Dipinto Di Blu (Volare) (1958)

    Dass 1980 Johnny Logan gewann und nicht Katja Ebstein, kann eigentlich nicht nur aus patriotischen Gründen als glatter Skandal angesehen werden. Was ist schon diese öde Allerwelts-Ballade des gebürtigen Australiers gegen den von vorn bis hinten perfekten Schlagersong der charismatischen Rothaarigen? Naja, besonders gerecht ging es auf dem Intrigantenstadl ja noch nie zu...

    Ebenso schleierhaft ist mir, wie ein Jahr später in der deutschen Vorausscheidung der flotte und super-eingängige Titel der Hornettes ("Mannequin") gegen Lena Valaitis' "Johnny Blue" unterliegen konnte. Ich kann mich irren, würde aber dennoch darauf wetten, dass die Zweitplatzierten gegen den späteren Siegertitel von Bucks Fizz größere Chancen gehabt hätten - obgleich Lena Valaitis ja auch nur mit vier Punkten Abstand unterlag...


    @ Lutz:

    "Ich setze auch mal Abba auf Platz 1 - BTW: Damals haben sie schwedisch gesungen?"

    Darüber hab ich mich mit bamalama kürzlich auch gestritten, weil ich mir sicher bin, dass ABBA ihren Beitrag auf Englisch gesungen haben. Erstens wird das in der BBC-Doku deutlich, in der Björn erzählt, dass er den Song für den Grand Prix extra umgetextet habe - die gezeigten Ausschnitte belegen dies auch. Zweitens hab ich mir kürzlich von bamalama das großartige Grand Prix-Buch von Jan Feddersen ("Ein Lied kann eine Brücke sein") ausgeliehen, in dem ich mir dann mal die Infos zu den Sprachregelungen zusammengesucht habe. Kompakt aufgelistet sind sie zwar nicht, aber wenn man die entsprechenden Hinweise zusammenträgt, ergibt sich folgendes Bild:

    Von 1956 bis einschließlich 1964 gab es keine exaltierte Sprachregelung, dennoch wurden bis dahin wohl alle Songs in Landessprache gesungen. 1965 wurde ausdrücklich erlaubt, in einer Fremdsprache singen zu dürfen. Nur ein Jahr später, also 1966, wurde dies wieder abgeschafft und die Beiträge mussten bis einschließlich 1972 wieder in der Heimatsprache vorgetragen werden. Ab 1973 wurde dies dann abermals aufgehoben - allerdings wiederum nur kurz, nämlich bis einschließlich 1976. Ab 1977 wurde durch den maßgeblichen Einfluss des deutschen Grand-Prix-Diktators Hans-Otto Grünefeldt erneut der Zwang zur Heimatsprache eingeführt. Damit schoss der Mann vom Hessischen Rundfunk sich aber in diesem Jahr selbst ins Knie:

    "Gegen das deutsche und das belgische Trio gab es schließlich Proteste, weil sie ihre Beiträge in Englisch sangen. Denn eigentlich war die offene Sprachregel abgeschafft. Noch drei Monate vor dem Grand Prix hatte sich Hans-Otto Grünefeldt damit gebrüstet, er hätte jetzt endlich durchgesetzt, dass beim Grand Prix nur in den Landessprachen gesungen werden dürfe. Das Mangement des deutschen Trios hatte dem wackeren Fernsehmann aber klargemacht, dass Silver Convention nicht auf Deutsch zu haben sind. Grünefeldt, der die Verträge mit den Künstlern längst unterzeichnet hatte, gab sich geschlagen. Die Deutschen und Dream Express aus Belgien wurden trotzdem nicht disqualifiziert [dank Sondergenehmigung!]. Erst 1999 in Jerusalem war allen Ländern wieder freigestellt, in welcher Sprache sie singen."

    Also: Seit 1999 dürfen sich die Interpreten wieder aussuchen, in welcher Sprache sie singen. Überhaupt war 1999 ein einschneidendes Jahr: Zum ersten Mal fehlte das Orchester, das für Grand Prix-Fans eigentlich ein kultiger Bestandteil der Veranstaltung ist. Das sieht auch der Autor des Buches so, räumt im Beitrag zum Jahrgang 1993 aber ein:

    "Spaniens Eva Santamaria hatte mit "Hombres" eigentlich einen Hip-Hop-beeinflussten Toast auf die Männer ausbringen wollen. Auf der Bühne schien allerdings alles für sie aus dem Ruder zu laufen - ein wirrer Haufen konnte nicht als Anbetung an ihr anderes Geschlecht wahrgenommen werden, sie wurde enttäuschte Elfte. Und nebenbei: Ihr Auftritt bewies einmal mehr, dass ein konventionelles Orchester nicht mehr in der Lage ist, Disco-Arrangements live zu spielen."

    Da muss man sicher zustimmen - der bedauernswerte Verlust des Orchesters ist also ein Tribut an die moderne Musik...

    Ab 1999 war übrigens auch Televoting - das zwei Jahre zuvor erstmals von der Schweiz, Schweden, Großbritannien, Deutschland und Österreich genutzt wurde - nicht mehr Möglichkeit, sondern Pflicht - wenn auch einige Länder aufgrund schlechter Infrastruktur noch Juries einsetzen durften.

    Jut - alle Klarheiten beseitigt?

    Nicht nur für echte Grand Prix-Fans, sondern generell für Musikfreunde sei nochmals auf das erwähnte Buch hingewiesen, in dem nun wirklich so gut wie alles über diese Veranstaltung nachzulesen ist - nicht nur ein Paradies für Statistik-Fanatiker, sondern auch eine herzerfrischend amüsant-ironische Schilderung der einzelnen Jahrgänge. Der Autor ist zwar bekennender Grand-Prix-Fan, wahrt aber eine wohltuende Distanz zu dieser Veranstaltung und hat vor allem den Mut zur eigenen, klar geäußerten Meinung! Zusammen mit der Flut an musikalischem Insider-Wissen, dass man hier geliefert bekommt, ergibt dies eine hochinteressante Lektüre...

    Zum Abschluss noch die Tracklisten meiner eigens zusammengestellten Grand Prix-Compilation, die natürlich sehr deutlich meinen Geschmack verrät... [/b][/i]

    CD 1

    01) Domenico Modugno / Nel Blu Dipinto Di Blu (Volare) (1958)
    02) France Gall / Poupée De Cire, Poupée De Son (1965)
    03) Sandie Shaw / Puppet On A String (1967)
    04) Cliff Richard / Congratulations (1968)
    05) Dana / All Kinds Of Everything (1970)
    06) Clodagh Rodgers / Jack In The Box (1971)
    07) The New Seekers / Beg, Steal Or Borrow (1972)
    08) ABBA / Waterloo (1974)
    09) Teach-In / Ding-A-Dong (1975)
    10) Brotherhood Of Man / Save Your Kisses For Me (1976)
    11) Marie Myriam / L'oiseau Et L'enfant (1977)
    12) Izhar Cohen & The Alphabeta / A-Ba-Ni-Bi (1978)
    13) Baccara / Parlez-Vous Francais? (1978)
    14) Gali Atari and Milk & Honey / Hallelujah (1979)
    15) Maggie MacNeal / Amsterdam (1980)
    16) Bucks Fizz / Making Your Mind Up (1981)
    17) Daniel / Julie (1983)
    18) Herrey's / Diggi-Loo Diggi-Ley (1984)
    19) Alice & Franco Battiato / I Treni Di Tozeur (1984)
    20) Bobbysocks / La Det Swinge (1985)
    21) Sandra Kim / J'aime La Vie (1986)
    22) Umberto Tozzi & Raff / Genti Di Mare (1987)
    23) Céline Dion / Ne Partez Pas Sans Moi (1988)
    24) Maywood / Ik Wil Alles Met Je Delen (1990)
    25) Carola / Fangad Av En Stormvind (1991)
    26) Secret Garden / Nocturne (1995)
    27) Eimear Quinn / The Voice (1996)


    CD 2 (Bonus-CD)

    Alternative Versionen von Grand Prix-Siegern:

    01) ABBA / Waterloo (Deutsche Version) (1974)
    02) Teach-In / Ding-A-Dong (Holländische Version) (1975)
    03) Izhar Cohen & The Alphabeta / A-Ba-Ni-Bi (Englische Version) (1978)
    04) Bucks Fizz / Making Your Mind Up (live) (1981)
    05) Nicole / A Little Piece (1982)
    06) Herrey's / Diggi-Loo Diggi-Ley (Englische Version) (1984)
    07) Bobbysocks / Let It Swing (1985)

    Deutsche Grand Prix-Teilnehmer:

    08) Conny Froboess / Zwei kleine Italiener (1962)
    09) Katja Ebstein / Wunder gibt es immer wieder (1970)
    10) Dschinghis Khan / Dschinghis Khan (1979)
    11) Katja Ebstein / Theater (1980)
    12) Lena Valaitis / Johnny Blue (1981)
    13) Nicole / Ein bisschen Frieden (1982)
    14) Wind / Lass die Sonne in dein Herz (1987)

    In deutschen Vorausscheidungen gescheiterte Titel:

    15) Heidi Brühl / Wir wollen niemals auseinander geh'n (1960)
    16) Carmela Corren / Eine Rose aus Santa Monica (1962)
    17) Marianne Rosenberg / Er gehört zu mir (1975)
    18) Jürgen Marcus / Ein Lied zieht hinaus in die Welt (1975)
    19) Tony Marshall / Der Star (1976)
    20) Ina Deter / Wenn du so bist wie dein Lachen (1976)
    21) Truck Stop / Take It Easy, altes Haus (1979)
    22) Costa Cordalis / Pan (1980)
    23) The Hornettes / Mannequin (1981)
    24) Hannes Schöner / Nun sag schon adieu (1982)
    25) Ingrid Peters & July Paul / Viva La Mamma (1983)
    26) Heike Schäfer / Die Glocken von Rom (1985)

    Junge, Junge, diese Liste gehört eigentlich in den "Harteier"-Thread...

  5. #24
    Benutzerbild von falkenberg

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    Torsten postete
    Ebenso schleierhaft ist mir, wie ein Jahr später in der deutschen Vorausscheidung der flotte und super-eingängige Titel der Hornettes ("Mannequin") gegen Lena Valaitis' "Johnny Blue" unterliegen konnte. Ich kann mich irren, würde aber dennoch darauf wetten, dass die Zweitplatzierten gegen den späteren Siegertitel von Bucks Fizz größere Chancen gehabt hätten - obgleich Lena Valaitis ja auch nur mit vier Punkten Abstand unterlag...
    Sentimentale Lieder finden dort, wo Publkum abstimmt (und damit auch bei den damaligen Grand-Prix-Vorentscheidungen), immer die höchste Akzeptanz. Am besten sieht man das 1982, wo Nicole mit einem unglaublich kitschigen Friedenslied gewonnen hat. Damals war ja der Höhepunkt der sogenannten "Friedensbewegung". Den zweiten Platz belegte Paola, die mit einem Kinderchor angetreten war. Zufall? Wohl kaum.

    Torsten postete
    Darüber hab ich mich mit bamalama kürzlich auch gestritten, weil ich mir sicher bin, dass ABBA ihren Beitrag auf Englisch gesungen haben.
    Deine Aussage iat leider nicht ganz nachvollziehbar. Abba hat nur in wenigen Ausnahmefällen schwedisch gesungen, davon die beiden Grand-Prix-Beiträge "Ring Ring" und "Waterloo". Aber die waren wirklich in schwedisch (auch wenn man die korrekte Aussprache des Ortsnamens Waterloo weder in der deutschen noch in der schwedischen Version hinbekommen hat). Es gibt noch weitere schwedische Versionen von Abba-Titeln, diese wurden aber von Agnetha oder Frida (oder auch Lena Andersson) gesungen. Im Falle von "Fernando" ist sogar die schwedische Version das Original. Hier hat gewissermaßen Abba das Original von Frida gecovert. Aber gehört ja eigentlich nicht mehr zum Thema.

    Torsten postete
    Da muss man sicher zustimmen - der bedauernswerte Verlust des Orchesters ist also ein Tribut an die moderne Musik...
    Die Abschaffung des Orchesters war längst überfällig, weil zeitgemäße Musik mit Orchester nicht zu realisieren war. Heute kennt man von den Grand-Prix-Titeln in der Regel nur die veröffentlichten Versionen. Mit Orchester hören sich viele Titel einfach nur grausam an. Die Orchesterpflicht führte dazu, dass eigentlich nur langsame Stücke realisierbar waren. Beispiel:Bei der Vorentscheidung 1980 ist Marianne Rosenberg mit "Ich werd da sein, wenn es Sturm gibt" auf dem letzten Platz gelandet. Der Titel wurde auf Single nur als B-Seite veröffentlicht. Die A-Seite war "Traumexpress", ihr letzter großer Erfolg, bevor sie in der Versenkung verschwunden ist. Dieser Titel wäre sicher wesentlich erfolgreicher gewesen - aber er war nicht orchesterkompatibel. Und warum hat Marianne Rosenberg mit "Er gehört zu mir" bei der Vorentscheidung 1975 so schlecht abgeschnitten? Vermutlich, weil die Orchesterversion ziemlich daneben war.

  6. #25
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    falkenberg postete
    (auch wenn man die korrekte Aussprache des Ortsnamens Waterloo weder in der deutschen noch in der schwedischen Version hinbekommen hat).
    Genausowenig korrekt ist die Aussprache übrigens in der englischen Version, denn Waterloo liegt bekanntlich in Belgien.

  7. #26
    Benutzerbild von falkenberg

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    Die englische Aussprache dürfte aber vermutlich dem Sprachgebrauch im englischen Sprachraum entsprechen. Ganz im Gegensatz zu Deutschland und Schweden.

  8. #27
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    das stimmt natürlich. wollte es aber trotzdem mal angemerkt haben

  9. #28
    Benutzerbild von Torsten

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    @ falkenberg:

    "Sentimentale Lieder finden dort, wo Publikum abstimmt (und damit auch bei den damaligen Grand-Prix-Vorentscheidungen), immer die höchste Akzeptanz."

    Da hast du natürlich - leider - vollkommen Recht. Insofern war meine "Empörung" bezüglich des unterlegenen Hornettes-Titels mehr rhetorischer Art - kann aus meinem eigenen Geschmack heraus eben nicht begreifen, warum Lena Valaitis gewann...


    "Deine Aussage iat leider nicht ganz nachvollziehbar. Abba hat nur in wenigen Ausnahmefällen schwedisch gesungen, davon die beiden Grand-Prix-Beiträge 'Ring Ring' und 'Waterloo'. Aber die waren wirklich in schwedisch (...)."

    Wenn ich mich irren sollte, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Allein: Mir fehlt der Glaube. Dass ABBA die Titel "Ring Ring" und "Waterloo" auf Schwedisch gesungen haben, ist klar - bei der nationalen Vorausscheidung. Weiter ist der 73er-Titel allerdings auch nicht gekommen, denn "Ring Ring" wurde seinerzeit ja nur Zweiter (hinter "You Are Summer - You Never Tell Me No" des Männerduos Nova, was ich verdammt gerne mal hören würde - gibt's das irgendwo?).

    Vorab: Ein absoluter Beweis dafür, dass ABBA ihren Beitrag beim 74er-Grand Prix in Englisch gesungen haben, fehlt mir noch (und wir sprechen hier immer nur über den ersten Vortrag, nicht über den wiederholten Auftritt nach der Kürung zum Sieger). Hast du denn einen eindeutigen Beleg dafür, dass auch dort auf Schwedisch gesungen wurde - also die damalige TV-Aufzeichnung nochma gesehen oder Infos aus zuverlässigen Quellen?

    Sämtliche Hinweise deuten darauf hin, dass ABBA die offene Sprachregelung nutzten. Da wären zunächst die Ausschnitte in der großartigen BBC-Doku "The Winner Takes It All": Direkt zu Beginn sieht man einen Auszug aus ihrem Vortrag in Brighton, der eindeutig in Englisch gesungen wird. Dass es sich hierbei nicht um den wiederholten Sieger-Auftritt handelt (es sei denn, es wurde äußerst merkwürdig geschnitten, was aber sehr unwahrscheinlich ist), zeigt der nach Ende des Songs kurz zu hörende Originalkommentar des englischen Kommentators (übersetzt): "Schweden hat noch nie gewonnen, aber mit ABBA muss man sicher rechnen."

    Direkt danach folgt ein Ausschnitt aus der schwedischen Vorausscheidung, vom Kommentator eingeleitet mit den Worten: "Bei der Ausscheidung in Schweden musste natürlich auf Schwedisch gesungen werden." Diese Worte und ihre Art der Betonung lassen sich nur dadurch erklären, dass hier der Unterschied zum Auftritt in England deutlich werden soll.

    Des weiteren amüsiert sich Andrew Oldham in seiner ABBA-Biographie im ersten Kapitel über den haarsträubenden (englischen!) Text von "Waterloo" und fragt sich, wie Stig Anderson seine Schützlinge nur mit solchen Gaga-Lyrics auf die europäische Bühne treten lassen konnte...

    Außerdem: Ein solch ausgebufftes Manager-Schlitzohr wie Stig Anderson soll nicht die Chance genutzt haben, die offene Sprachregelung zu nutzen? Mehr als unwahrscheinlich, zumal die schwedischen Vertreter im Vorjahr dies offensichtlich auch schon taten und ABBA den Grand Prix unbedingt dazu verwenden wollten, international bekannt zu werden.

    Und dann ist im Grand Prix-Buch von Jan Feddersen zum Jahrgang 1974 noch zu lesen:

    "Bekanntlich hat Grünefeldt während seiner Jahre als Grand Prix-Boss Deutschlands viel gedroht und doch nichts durchgesetzt. Schon damals allerdings gab es eine Debatte um die englische Sprache, auf die die meisten Länder zurückgriffen, sofern es ihnen erlaubt war. 'Wenn jetzt alle in englischer Sprache kommen, um überhaupt Beachtung zu finden, sehe ich die Gefahr einer Einheitsmixtur', meinte Hans Henning Wittgen vom Deutschen Musikverleger-Verband."

    Ausgerechnet die damals schon sehr professionelle Truppe ABBA soll hier eine Ausnahme gewesen sein...?

    Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass auf dem exzellenten schwedischen Grand Prix-Sampler "Eurovision Song Contest 1956 - 1999" (der bis auf drei Ausnahmen alle Siegertitel enthält und im Vergleich zu anderen Compilations eine deutlich bessere Klangqualität bietet) bis auf die beiden israelischen Songs von 1978 und 1979 alle Beiträge in der Sprache enthalten sind, in der sie ihrerzeit vorgetragen wurden. Auf einem schwedischen Sampler soll ausgerechnet der ABBA-Titel die dritte Ausnahme sein...?

    Wie gesagt, wenn ich mit meiner Einschätzung danebenliegen sollte, lass' ich mich gerne korrigieren. Den entsprechenden Beleg hätt' ich aber dann schon ganz gerne...


    "(...) auch wenn man die korrekte Aussprache des Ortsnamens Waterloo weder in der deutschen noch in der schwedischen Version hinbekommen hat."

    Dafür aber wenigstens in der französischen Variante. Andernfalls wären ihnen die schnell beleidigten Franzosen allerdings wohl direkt an die Kehle gesprungen...


    "Im Falle von 'Fernando' ist sogar die schwedische Version das Original. Hier hat gewissermaßen Abba das Original von Frida gecovert."

    Ist mir bekannt, auch dazu ist in der BBC-Doku ein kurzer Ausschnitt zu sehen (und zu hören!). Allerdings auch hier die Frage: Gibt's das irgendwo auf CD? Wobei... uups, nicht, dass bamalama, von dessen Rechner aus ich gerade diesen Beitrag poste, das sogar irgendwo im Regal hat, da er ein paar CDs von Frida besitzt... Muss ich ihn gleichma fragen...


    "Und warum hat Marianne Rosenberg mit 'Er gehört zu mir' bei der Vorentscheidung 1975 so schlecht abgeschnitten? Vermutlich, weil die Orchesterversion ziemlich daneben war."

    Gut möglich, hätte ich gerne mal gehört. Was auf dem nationalen Contest 1975 überhaupt so abging, beschreibt Jan Feddersen in aller Deutlichkeit:

    "Die Konkurrenz war spannend wie selten. Für den Fernsehzuschauer jedenfalls. Hinter den Kulissen, so berichten es alle Teilnehmer, wurde wie immer gestichelt und getuschelt, fand die eine die andere zu stark gepudert, der eine die andere zu blöd - und alle zusammen Joy Fleming zu fett. Vor allem, so heißt es, Ralph Siegel soll freundlich, aber bestimmt während der Probentage seinen Schützling Peggy March mit den Worten protegiert haben, dass eine Dicke niemals einen guten Eindruck im Namen Deutschlands machen könne. Gerüchten zufolge sollen einige Komponisten sogar versucht haben, kurz vor dem Abend noch einen Ausschluss gegen die Fleming durchzusetzen: Sie sei ja als Schlagersängerin nie recht erfolgreich gewesen. Aber der Hessische Rundfunk ließ sich auf derlei Diskussion nicht ein. Und als dann noch Michael Holm, Texter des Songs, mitteilen ließ, dass er sich keine bessere als eben diese Interpretin vorstellen könne, war die Giftküche ohnehin vorläufig geschlossen: Holms Stimme im Konzert der kleinen und großen Ton- und Textmeister war gewichtig genug, um solch giftiges Gerede abzuschmettern.

    Die Fleming, durch mundartliche Songs wie 'Neckarbrückenblues' bekannt geworden, mag das angefochten haben - gezeigt hat sie diese Kränkung nicht. Jürgen Marcus, so berichtet sie, war der einzige Rivale, der während der Proben mehrmals auf sie zukam und offene Bewunderung ausdrückte: 'Deine Stimme ist grandios!'. Und so sang sie auch: Gerade beim Schlussrefrain, als sie die Möglichkeiten ihrer Stimme bis ins höchste, aber nicht unsaubere Gekreisch trieb, muss allen - wörtlich: allen Konkurrenten - plötzlich die Beschränktheit der eigenen Mittel klar geworden sein.

    (...) Kommerziell gesehen fanden sich andere Songs besser platziert. Nicht nur Jürgen Marcus' 'Ein Lied zieht hinaus in die Welt', sondern allererst Marianne Rosenberg und ihr phillysound-artiges Lied 'Er gehört zu mir' - deutscher Discosound, der vor allem in Tanzhäusern homo5exueller Mitbürger sehr gern gehört wurde. Einige andere Schlager wurden wenigstens im Radio oft gespielt, natürlich auch 'Hör wieder Radio' der Love Generation. Katja Ebstein ('Ich liebe dich') und Mary Roos ('Eine Liebe ist wie ein Lied') hatten nicht ganz so exzellentes Gesangsmaterial - aber sie machten ihre Sache doch sehr gut.

    Jürgen Marcus herzte die Mannheimerin am innigsten: 'Ich hätte auch gerne gewonnen, aber sie war einfach viel, viel besser als wir alle.'"


    Wie war das nochma mit dem "Intrigantenstadl"...


    "Aber gehört ja eigentlich nicht mehr zum Thema."

    falkenberg, du musst dich doch nicht jedes Mal quasi dafür entschuldigen, mal kurz vom eigentlichen Thema abzukommen. Interessante Themen unterliegen fast immer einer gewissen Dynamik - sollen wir für jeden kleinen Neben-Aspekt 'nen neuen Thread starten...?


    @ kinderfresser:

    "Genausowenig korrekt ist die Aussprache übrigens in der englischen Version, denn Waterloo liegt bekanntlich in Belgien."

    Haste schonma Originalkommentare amerikanischer Sportreporter bei NHL-Spielen gehört? Wie die dabei die Namen der ganzen Franko-Kanadier aussprechen, ist wirklich nicht mehr feierlich...

  10. #29
    Benutzerbild von falkenberg

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    Torsten postete
    kann aus meinem eigenen Geschmack heraus eben nicht begreifen, warum Lena Valaitis gewann...
    So schlecht ist das Lied nun auch wieder nicht. Aber es ist eben auch bezeichnend, dass gerade dieser Grand-Prix-Beitrag als einziger deutscher knapp am Sieg vorbeigeschrammt ist.

    Torsten postete
    Vorab: Ein absoluter Beweis dafür, dass ABBA ihren Beitrag beim 74er-Grand Prix in Englisch gesungen haben, fehlt mir noch (und wir sprechen hier immer nur über den ersten Vortrag, nicht über den wiederholten Auftritt nach der Kürung zum Sieger). Hast du denn einen eindeutigen Beleg dafür, dass auch dort auf Schwedisch gesungen wurde - also die damalige TV-Aufzeichnung nochma gesehen oder Infos aus zuverlässigen Quellen?
    Leider nein. Jahre später erschienene Sampler sind aber keine Referenz. Warten wir, bis jemand den ultimativen Beweis in Form eines Mitschnitts bringt.


    Torsten postete
    Dafür aber wenigstens in der französischen Variante. Andernfalls wären ihnen die schnell beleidigten Franzosen allerdings wohl direkt an die Kehle gesprungen...
    Die französische Version kenne ich leider nicht.

    Torsten postete
    Ist mir bekannt, auch dazu ist in der BBC-Doku ein kurzer Ausschnitt zu sehen (und zu hören!). Allerdings auch hier die Frage: Gibt's das irgendwo auf CD?
    Ich habe hier eine CD "Agnetha, Björn, Benny, Annifrid pa svenska", erschienen 1994 bei Polar Music. Da sind die vier schwedischen Abba-Titel drauf, außerdem einige von Björn & Benny (sicher nur eine Auswahl) und einige alte Titel von Frida (z. T. unter dem Namen Annifrid Lyngstad) und Agnetha Fältskog. Und "Fernando" von Frida ist auch drauf. Das Playback ist allerdings nicht dasselbe wie beim späteren Abba-Titel (wohingegen für die spanische Version und die deutsche Version von Lena Andersson das Playback der englischen Version verwendet wurden).

    Torsten postete
    Kommerziell gesehen fanden sich andere Songs besser platziert. [...] allererst Marianne Rosenberg und ihr phillysound-artiges Lied 'Er gehört zu mir' - deutscher Discosound, der vor allem in Tanzhäusern homo5exueller Mitbürger sehr gern gehört wurde.
    Rückblickend ist schwer zu sagen, wie groß der Erfolg dieses Titels wirklich war. Sicher war Marianne Rosenberg damals erfolgreich, trotzdem möchte ich behaupten, dass dieser Titel erst mit der Remix-Version von 1988 wirklich Kult geworden ist.

  11. #30
    Benutzerbild von Lutz

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    @Torsten

    ABBA auf Englisch gesungen oder nicht:

    Hey - Du brauchst zwar für Antworten teilweise sehr lange aber dafür sind sie dann auch *richtig* ausführlich

    Sehr interessant was Du da schreibst. Waterloo fiel also in die „Englisch-Erlaubt-Phase“ von 73-76.

    Aber der endgültige Beweis das sie auf Englisch gesungen haben fehlt noch? Das dürfte im Google-Zeitalter doch eigentlich kein Problem sein. Ich würde ja googeln – aber mangels Flatrate kann ich das momentan meiner Telefonrechnung nicht antun

    Ich denke aber es wird so sein wie Torsten vermutet: In der nationalen Vorschauscheidung wird ABBA auf Schwedisch gesungen haben, beim Grand Prix auf Englisch und dann möglicherweise bei der Siegerzugabe wieder auf Schwedisch. So wie z.B. Nicole nach ihrem Sieg bei der Zugabe auch eine andere Version spielte.

    BTW: Ich finde es schade das jetzt ein wenig die Identität der Länder, die sich ja nicht zuletzt durch die Muttersprache definiert, durchs quasi gleichschalten auf die englische Sprache verloren geht. Was wäre aber die Alternative? Wieder ein Verbot Englisch zu singen? Genau - irgendwie auch blöd...

    Wie schön z.B. deutsche Texte sein können:

    http://www.die-80er-jahre.de/forum/s...ime=1059822491

    Aber beim Grand Prix möchte ich die Band deshalb trotzdem nicht sehen

    BTW2: Mir fehlt einfach das Orchester – Pop hin oder her.

    Lutz

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