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Simon & Garfunkel Old friends Tour in München

Erstellt von waschbaer, 29.07.2004, 13:41 Uhr · 2 Antworten · 1.396 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Und wieder einmal schreibt der Bär einen kleinen Bericht von einem seiner Konzertbesuche. Ich hoffe, dass es euch interessiert. Wenn nicht, dann einfach darüber hinweglesen:

    Selten habe ich für ein Konzert so viel Geld ausgegeben. Immerhin haben die Konzertkarten 91 Euro pro Stück gekostet. Dementsprechend hoch war auch meine Erwartungshaltung. Gespannt war ich auch, wie die beiden "alten Herren" sich auf der Bühne geben würden, denn immerhin waren die beiden über 20 Jahre nicht mehr in Deutschland aufgetreten. Zu Beginn erschienen auf der Videoleinwand alte Bilder von Simon & Garfunkel, die sich dann in einem Morphing auf einer Landkarte von Bayern (Mittelpunkt München) auflösten. Echt guter Einstiegseffekt.

    Mit dem gemeinsam gesungenen Stück "Old Friends" eröffneten Simon & Garfunkel mit 30- minütiger Verspätung symbolisch das Konzert. Bereits hier fiel auf, dass das Olympiastadion definitiv nicht ausverkauft war. Ganze Blöcke blieben leer und auch im bestuhlten Innenraum waren bei Weitem nicht alle Sitzreihen voll belegt. Von meinem Block aus unter dem Münchener Stadiondach hatte man einen guten Blick auf die Bühne. Dass nicht alle Plätze belegt waren, ist für mich einfach ein Zeichen, dass die Leute heute nicht mehr so locker flockig mal 100 - 120 Euro für einen Abend ausgeben können. Das sollten die Konzertveranstalter endlich auch einmal einsehen. Die gezeigte Leistung steht bei vielen Konzerten in keinerlei Verhältnis zu den Eintrittspreisen.

    Vom Outfit (und vor allem von den Frisuren) sahen die beiden genauso aus, wie man es vom Cover der LP "The Concert in Central Park" kennt. Bereits der zweite Song des Abends "Hazy shade of winter" war einer meiner Lieblingstitel des Duos. Auf Videoleinwänden riefen Bilder von frühen Auftritten der beiden Musiker, von tanzenden Hippies oder der ersten Mondlandung die bewegten Zeiten der 60er Jahre wieder in Erinnerung. Paul Simon und Art Garfunkel erzählten davon, dass sie sich mittlerweile 50 Jahre lang kennen und daher diese Tour den Namen "Old friends" auch wirklich verdient. Darüber hinaus erzählte Art Garfunkel von den ersten Versuchen als Musiker, als sie Anfang der 60er Jahre unter dem Namen Tom & Jerry mit "Hey Schoolgirl" ihren ersten kleinen Hit einspielten oder auch gemeinsam beide als Statisten in einer Schulproduktion von "Alice in Wonderland" auftraten.

    Einer der frühen Höhepunkte der Show war, als die beiden erzählten, dass die Everly Brothers ihre großen Vorbilder und "Lehrer" waren. Kaum gesagt, kamen die beiden schon auf die Bühne und sangen ihre Hits wie "Wake Up Little Susie" und «"ll I Have To Do Is Dream". Gemeinsam mit Simon & Garfunkel sangen sie unter frentischem Beifall "Bye Bye Love".

    Anschließend folgte wirklich eine Phase, die man mit "Hit auf Hit" definieren könnte. "Homeward bound", "El Condor Pasa" oder auch "The sound of silence", alle großen Erfolge kamen hintereinader. Besonders gelungen war der Einstieg zu "Mrs Robinson", als ein Filmausschnitt aus "The Graduate" gezeigt wurde (das berühmte bestrumpfte Bein und der schöne Satz von Dustin Hofmann "Are you trying to seduce me, Mrs Robinson").

    Danach kam meines Erachtens leider eine etwas langatmigere Phase des Konzerts. Sicherlich alles gute Songs, aber vielleicht nicht ganz so bekannte Songs. Als nach ca. 75 Minuten Konzert "Bridge over troubled water" kam, dachte ich, dass das Konzert nun bald vorbei sein würde und siehe da, die Autos, die die beiden abholen sollten kamen ins Olympiastadion angefahren.

    Als Zugabe kam dann "Cecilia" bzw. "The boxer", welches in einer wirklich wunderbaren Version gesungen wurde. Ich dachte, dass danach nichts anderes mehr kommen würde und auch die meisten Zuschauer im Olympiastadion traten bereits den Heimweg an, als die beiden nochmals auf die Bühne kamen und zwei weitere Songs anstimmten.

    Den Schlusspunkt bildete "Feeling groovy" in einer meiner Meinung nach absolut kindischen und fast schon lächerlich wirkenden Version. Das fand ich als Schlusssong wirklich misslungen.

    Fazit:

    - Es war schön die beiden mal live gesehen zu haben, allerdings finde ich es schade, dass die Konzerte zum einen immer teurer werden, dafür aber gleichzeitig auch immer kürzer werden (100 Minuten Konzert für fast 100 Euro; Nun ja: Sting hat vor wenigen Wochen in München nur 80 Minuten gespielt).

    - Die Reihenfolge der Songs fand ich zum Teil nicht sonderlich gelungen (besonders bei den beiden letzten Zugaben).

    - Was zu Anfang des Konzerts echt klasse war (dass sie ein bisschen was zu sich erzählt haben bzw. auch die Songs "angekündigt" haben und ein bisschen was dazu gesagt haben), ging das "Ansagen" oder "Erzählen zu den Songs" im zweiten Teil völlig unter. Wirklich schade.

    - Die vielen leeren Plätze im Olympiastadion sollten den Konzertveranstaltern mal eine Lehre (oder eher eine Leere ) sein, denn viele Leute können sich solche horrenden Eintrittspreise einfach nicht mehr leisten.


  2.  
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  3. #2
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Wenn die Karten nicht so schweineteuer gewesen wären, wär ich ja auch hingefahren. Ich liebe S&G und hätte die Beiden gerne mal live gesehen. Aber die Karten sind eben sauteuer und das sind dann ja noch nicht alle Kosten. Anreise, Übernachtung und Abreise kommen auch noch dazu.

    Da bleibt mir nix anderes übrig als "The Concert in Central Park" anzuhören...

  4. #3
    Benutzerbild von waschbaer

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    @Kinderfresser

    Ja, das kann ich nachvollziehen. In meiner Reihe saß jemand, der wohl absoluter Fan war und wirklich jedes Lied mitgesungen hat. Er kam aber aus der Gegend um Frankfurt und meinte, dass ihn der ganz Spaß mit Anfahrt, Übernachtung und Verpflegung dann doch neben zwei Tagen Urlaub auch ca. 250 Euro gekostet hat. Und das ist dann für den Besuch eines Konzerts mehr als die Schmerzgrenze.

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