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Sting: Rockmusik liegt im Sterben!

Erstellt von DeeTee, 20.09.2006, 12:05 Uhr · 6 Antworten · 966 Aufrufe

  1. #1
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    Idee Sting: Rockmusik liegt im Sterben!

    In einem Interview mit dem Stern kommt Ex-Police-Frontmann Sting zu dem obigen Ergebnis. Ein Auszug:

    Stern: Sting, Sie waren stets ein Trendsetter des Rock. Nun graben Sie einen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert aus: John Dowland. Er hat die Frauen im elisabethanischen England besungen. Fällt Ihnen nichts Neues mehr ein?

    Sting: Es ist doch Wahnsinn, wie selbstverständlich wir davon ausgehen, dass Musik sich immer weiterbewegt, dass es dauernd so etwas wie einen Fortschritt geben muss. Wir lügen uns selbst in die Tasche. Derzeit bewegt sich die Musik in einer kreativen Endlosschleife, und da hilft nur Neugier.

    Stern: Der Blick in die Vergangenheit kann also auch einen Blick in die Zukunft öffnen?

    Sting: Fakt ist, dass wir derzeit am Ende des Pop stehen, der dauernd monotoner wird. Der Rock liegt im Sterben. Mich interessiert es nicht, noch einen Computer einzusetzen, noch einen Verfremdungseffekt zu suchen. Wir haben uns viel zu lange vorgemacht, dass Rock'n'Roll revolutionär ist. Vergesst es, Freunde! Rock ist zu Tode reaktionär.
    http://www.stern.de/unterhaltung/mus...21/570529.html
    (Hervorhebung von mir)

    Dem hervorgehobenen Satz würde zustimmen wollen. Möglicherweise hängt das mit meiner Beschäftigung mit dem Jazz zusammen, dessen Kompositionen doch um einiges anspruchsvoller sind, als das, was uns die Popmusik im Durchschnitt anbietet. Und Musik als Protest, gar als Revolution ist nicht mal im Ansatz in Sicht.

    Eure Meinungen?

    DeeTee

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Die nächste Stufe (Quelle)
    Schach und Musik - Spiel mir den Tod vom Lied!

    Nach der Blamage von Schachweltmeister Wladimir plant "Deep Fritz" den nächsten Coup: Sein Nachfolger "Ludwig" will mit Songwritern konkurrieren - und erstellt Songs, die eher nach Bontempiorgel klingen als nach genialen Rockballaden.

    Komponieren ist eine anstrengende Sache: Da zerbricht man sich den Kopf, reiht Note für Note aneinander, rauft sich die gute alte Ludwig-van-Komponistenmähne. Nach Stunden, Tagen oder gar Wochen entsteht ein Lied, das die Menschen verzaubern soll. Eine Mischung aus Genie und Handwerk, vor allem aber eine menschliche Domäne - bislang. Nun will ein Computerprogramm Songschreibern das Fürchten lehren.

    Es ist nicht irgendeine daherprogrammierte Software, die der menschlichen Kreativität Konkurrenz macht. Sondern "Ludwig", eine Weiterentwicklung von ,,Deep Fritz‘‘, jenes Computers, der Schachweltmeister Wladimir Kramik in Bonn gerade einen ,,Kuss des Todes‘‘ verpasst hat - Matt in einem Zug.

    Gestern Abend stellte Deep-Fritz-Hersteller Chessbase beim Duell Mensch gegen Maschine den ersten Song vor: Chefprogrammierer Matthias Wüllenweber intonierte ihn auf der Querflöte. ,,Ein Schachprogramm berechnet Varianten und entscheidet sich für die beste‘‘, sagt Rainer Woisin von Chessbase. ,,Das Prinzip ähnelt dem Komponieren.‘‘ Und so geht ,,Ludwig‘‘ vor: Der Benutzer teilt dem Programm Stil und Instrumentierung des Stücks mit, Swing mit Bläsern etwa oder eine Keyboard geprägte Popballade. Aus einer begrenzten Anzahl von Möglichkeiten - den Tönen - wählt das Programm die aus, die am besten in eine aus der Musikgeschichte extrahierte Lehre passt: ein Goldener Schnitt der Komposition. Keine drei Sekunden später hat jeder Möchtegern-McCartney ein Lied komponiert und arrangiert. Bei dieser Produktivitätsrate erblassen sogar Bohlen und Siegel vor Neid und die Shoppingmalls dieser Welt dürften bis ans Ende aller Tage mit Muzak versorgt sein.

    Denn die ersten Demotapes des Programms erinnern mehr an Fahrstuhlmusik der Vor-Paul-Simon-Ära und Bontempiorgel auf der Kindergarten-Weihnachtsfeier. Das geben die Entwickler auch zu: "Wir sind musikalisch auf dem Stand wie Schachprogramme vor 20 Jahren.‘‘ Damals kiebitzten Großmeister bei Partien von Computern und lachten über die Einfallslosigkeit und absurden Züge der ,,Blechkisten.‘‘ Seit 1997 ist Schluss mit lustig: ,,Deep Blue‘‘ besiegte Weltmeister Garri Kasparow, seitdem ist die Bilanz der Menschen verheerend. So könnte eines Tages ein computerkomponiertes Album bei der Grammy-Verleihung abräumen.

    Klar, Musik besteht zum großen Teil aus Mathematik. Letztlich bleibt jedoch die Frage, ob es für einen Ohrwurm nicht eines menschlichen, keiner Regel folgenden Impulses bedarf. Paul McCartney hatte die Idee zu ,,Hey Jude‘‘ auf einer Autofahrt, als er John Lennons Sohn mit einem aufmunternden ,,Hey Jules!‘‘ tröstete. Wenig später wurde daraus ein Welthit.
    Welcher Konsument braucht so einen Scheiß?

  4. #3
    Benutzerbild von sturzflug69

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    Irgendwann ist das Notensystem wohl ausgereizt.Das hatte glaube ich Götz Alsmann in den 80's schon mal durchblicken lassen.

  5. #4
    Benutzerbild von DeeTee

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    Reden

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Welcher Konsument braucht so einen Scheiß?
    Hmmm, vielleicht der Konsument, der zugleich Aktien der großen Musikunternehmen besitzt? Ein computerproduzierter Hit ist billiger als ein Star, der Tantiemen bekommt! Und beim Techno-Trance-Gedüdel waren wir doch gar nicht soweit weg davon ...

    Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass ein Cmputer jazzmäßig jammen kann ...

    DeeTee

  6. #5
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Erinnert mich irgendwie an die Epoche, in der Musik mathematisiert wurde (mir fällt der Begriff grad nicht ein, ich werd irgendwie alt!), jedenfalls klang es schrecklich! Musik ist eben nicht Mathe!

  7. #6
    Benutzerbild von DeeTee

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    Meinst Du Regers 12-Ton-Musik?

    DeeTee

  8. #7
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Genau! Danke!

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