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Träumen erlaubt...

Erstellt von Torsten, 15.08.2003, 14:29 Uhr · 9 Antworten · 791 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Torsten

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    Gelegentlich hat die verdammte Hitze der vergangenen Tage auch ihr Gutes...

    Nämlich nachts: Als ich kürzlich mal bei meinen Eltern übernachtete und kurz vor Mitternacht noch nicht mal ansatzweise müde war, kam mir die Idee. Flux schnappte ich mir meinen Kopfhörer, den ich zufällig mitgenommen hatte, ging runter ins Wohnzimmer, zog mit ein paar Handgriffen den CD-Player aus der Anlage und ging damit in den Garten. Dort eine bequeme Liege geschnappt, den CD-Spieler auf einen kleinen Tisch gestellt, per Verlängerungskabel angeschlossen und den Kopfhörer in den entsprechenden Eingang des Players gestöpselt.

    Dann gemütlich in die Liege gelümmelt, den Kopfhörer aufgesetzt, den Blick in die Sterne gerichtet – und auf "Play" gedrückt.

    Es ertönten die ersten Klänge des Albums "On Every Street" von den Dire Straits. Unbeschreiblich! Ein glasklarer, extrem räumlicher Sound (dank Sennheiser ) – und dazu eine Musik, die für nichts anderes gemacht zu sein scheint als für solche Momente. Umgeben von nur sporadisch unterbrochener Dunkelheit und angenehm abgekühlter Luft, das funkelnde Sternengewölbe über einem – und dann diese Gitarrenklänge! Augenblicke, die man für alle Ewigkeit konservieren möchte, in denen der Alltag weiter weg scheint als der über einem schimmernde Mond. Hier ist träumen nicht erlaubt, sondern Pflicht!

    Ich kann nur jedem, dessen romantische Ader nicht völlig vertrocknet ist, den Tipp geben, mit seinen Lieblingsscheiben mal Ähnliches auszuprobieren. Muss ja nicht mal ein Garten vorhanden sein – ein halbwegs gescheiter Balkon tut's sicher auch. Leider hab ich bei mir weder das eine noch das andere – Parterre, Flügelanbau! Und bei offenem Fenster starrt mich drei Meter weiter die hässliche Wand eines noch hässlicheren Hinterhofes an...

    Dennoch: Falls jemand Platten-Tipps hat, die eine ähnliche Wirkung entfalten wie die oben erwähnte Scheibe – bin für jeden Hinweis dankbar. Gut gefallen hat mir auf diese Weise auch das Album "The Division Bell" von Pink Floyd – verbreitet ebenfalls eine sehr sphärisch-verträumte Stimmung.

    Aber es gibt sicher noch andere CDs, die für solche Momente perfekt geeignet sind...

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Christoph

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    Wenn Du schon das Album "on every street" ansprichst, sei ganz gezielt der Titel "you and your friend" genannt! Allein der Sound ist der Hammer! Bei "the division bell" habe ich mal nach dem vierten Track "marooned" recht lange gebraucht, bis ich wieder halbwegs in der Realität ankam - einfach genial!
    Ein ebensolches Ausruh-Erlebnis hatte ich mal bei Mike Oldfields Platte "the songs of distant earth", allerdings muss man hier schon etwas Zeit mitbringen, da man nicht einfach nach jedem Track die Stop-Taste drücken kann...

    Grundsätzlich ist mir aufgefallen, dass das Träumen eigentlich nur so richtig bei "handgemachter" Musik möglich ist, bzw. die normale Popmucke dazu gar nicht taugt. Die bisher genannten Scheiben unterstreichen das, auch wenn bei Mike Oldfield eher der Synthie herhalten musste...

    Meine Träumer:
    Tony Joe White "closer to the truth"
    Tom Petty "crawling back to you"
    R.E.M. "country feedback" in der Live-Version, verschiedene Stücke von der "UP"-CD: "parakeet" und "falls to climb"
    Chris DeBurgh "the risen lord" und "the last time i cried"
    Pink Floyd "comfortably numb" - Live und möglichst endlos!

    Erstaunlich wenige 80er dabei... ach doch, hier:
    The Cure "the same deep water as you" und "disintegration".

    Erstaunlich finde ich für mich, dass ich die genannten Songpaare von Cure, R.E.M. und Chris DeBurgh immer nur zusammenhören möchte, der zweite Titel wirkt immer wie der notwendige Abschluss des Ersten.

    Torstens Beschreibung der Situation stellt allerdings tatsächlich den Idealfall dar - das klingt doch schon gar nicht mehr echt!

    Gruß
    Christoph

  4. #3
    Benutzerbild von djrene

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  5. #4
    Benutzerbild von bubu

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    Ich kann nur jedem, dessen romantische Ader nicht völlig vertrocknet ist, den Tipp geben, mit seinen Lieblingsscheiben mal Ähnliches auszuprobieren.
    So was habe ich früher regelmäßig gemacht - es wird wieder Zeit...

    Pink Floyd "comfortably numb"
    *10mal unterschreib*

    Das 80er-Album von Pink Floyd, das ich in meiner Jugendzeit (und heute auch noch) über alles geliebt habe, war "A Momentary Lapse Of Reason".

    Da ist dieser atmosphärische Einstieg "Signs Of Life", wo du den Nebel über dem frühmorgendlichen See förmlich spürst und atmen kannst, der geniale Stimmungswechsel mit "Learning To Fly", mündend in das schnellere und glattere "One Slip" (Track 3 "Dogs Of War" habe ich immer habe ich immer rausprogrammiert!). Danach wieder eine schöne Ballade mit David Gilmours Gänsehaut-Gitarrensolo in "One The Turning Away". Schließlich wieder ein Hammer mit dem unglaublichen Instrumentalstück "Terminal Frost". Danach hatte ich mir regelmäßig vorgenommen, die Gitarre wegzuschmeißen und Saxophon zu lernen. Die Platte klingt aus mit dem düsteren "Sorrow", in dem dir die E-Gitarre die Gänsehaut quasi nochmal reintätowiert.

    (Geniales Album. Höre ich mir heute abend wieder mal an!)

    Eine sehr romantische Platte, 100prozentig 80er und für solche Sternennächte geboren ist auch Simple Minds' Live-Album "In The City Of Light".

    Neben dem Megahammer "Don't You (forget about me)" kriege ich regelmäßig Gänsehäute bei "Alive and Kickin'", "Book of Brilliant things" und "East At Easter".

    Weitere Sternennächte-Songs:

    "Knocking' On Heaven's Door" in der Version von Guns 'n Roses (meine erste Freundin und ich beschlossen, dass das unser Lied sein sollte.............)

    "Sweet Child Of Mine", na von wem wohl? Dieser Song lässt doch immer wieder meine romantische Ader schwingen.

    "One" von der "Achtung Baby" - und noch einiges andere von diesem Meisterwerk-Album.

    Überhaupt die "Joshua Tree"

    "Pride" von U2 (Album ? vergessen...)

    "Zooropa" von der "Zooropa"

    "The Power Of Love" und "Black Night White Light"von der "Welcome To The Pleasure Dome" von FGTH

    "Kill The Pain" und "Maximum Joy" von der "Liverpool" von FGTH

    Und wer Romantik, wer Dramatik pur will, der höre Marillion!

    "Misplaced Childhood"

    "Clutching At Straws"

    Soviel erstma, mir fällt sicher noch mehr ein...

    Grüße
    bubu

  6. #5
    Benutzerbild von Lutz

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    @Torsten

    Welch schöne Threadidee!

    Die frühen 80er: Klassenreise, Schweden, Hochsommer. Wir sind auf Tour durch die einsamen Fjorde dieses wunderschönen Landes. Die meisten schlafen schon in den Zelten. Am felsigen Ufer der kleinen Insel dümpeln unsere Kanus in der Dunkelheit. Es ist ca. 22:00.

    Ich schleich mich durch die Nacht zu einem Kanu, und paddle unbemerkt einige hundert Meter weit auf den spiegelglatten Fjord in die lauwarme Sommernacht. Als unser Lagerfeuer weit in der Ferne nur noch ein winziger Fleck ist, gibt der glasklare Sternenhimmel noch genug Licht um mich zu orientieren und die Paddel sicher im Kanu zu verstauen.

    Ich setze mir meinen Walkman auf lege mich ganz vorsichtig längs ins Boot, blicke in den Himmel. So etwas habe ich noch nie gesehen! Weit weg von jedem Licht der Zivilisation und Dunstglocken der Städte glitzern die Sterne wie tausende Perlen. Ich taste in der Dunkelheit nach dem Walkman, drücke "Play" und "Great Southern Land" von Icehouse erklingt. Gänsehaut über Gänsehaut überkommt mich, als all diese phantastischen Eindrücke auf mich niederprasseln - ich sehe innerhalb von wenigen Augenblicken mehr Sternschnuppen als jemals zuvor. Dieser wunderbar romantische Song ist wie geschrieben für dieses überwältigende Naturschauspiel.

    Der Soundtrack für das Paradies! Mir ist als würde ich schweben. Was für eine Nacht! Diesen Augenblick werde ich niemals vergessen. Auch jetzt, während ich darüber schreibe, habe ich wieder "Great Southern Land" im Ohr und bekomme wieder eine Gänsehaut – nach all den Jahren...

    Lutz

  7. #6
    Benutzerbild von Christoph

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    Hey bubu,

    das ist doch nicht normal!!! Deine Beschreibung zu "a momentary lapse of reason" hätte exakt von mir geschrieben sein können!!! Nicht nur, dass Du die gleichen Lieblingslieder hast ("terminal frost" oder das geniale "on the turning away"!), nein: Du hast auch die gleichen Lieder wie ich übersprungen! "dogs of war" und auch diese beiden eletronisch verfremdeten Stimmen jeweils vor und hinter "terminal frost" hatte ich auch gekickt... ich glaube es kaum!!!
    Zu "sorrow" fällt mir noch ein: bei uns zu hause fliegt ab und zu so ein kleines dröhnendes Flugzeug über das Areal, der Motor übertönt mit seinem sonoren Sound alles andere, es ist immer ein sehr fetter tiefer Ton. Ich denke mir dann immer, jetzt könntest Du Deine E-Gitarre einstöpseln und das Anfangsriff von "sorrow" drüberlegen - halt mit dieser fetten Soundwand, die das Flugzeug vorgegeben hat und die ich nun noch übertönen muss. Es würde einen einfach nur wegblasen, plattdrücken, was weiss ich - gigantisch! Leider unmöglich!

    Bin immer noch ganz aus dem Häuschen!
    Christoph

  8. #7
    Benutzerbild von bubu

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    Hi Christoph,

    das ist ja schön, so eine Seelenverwandtschaft!
    Ja, "Dogs of War" und die Intermezzi "A New Machine (Part 1+2)" ("Around and Around" ging noch) mochte ich von Anfang an nicht.

    Mir kam das damals schon so vor, dass Die Rest-Truppe um Gilmour künstlich versuchte, einen Stil weiterzufahren, den Roger Waters aber mit sich genommen hatte und der einfach nicht zu dem passte, was David Gilmour am besten kann: wunderschön-melodiöse Songs zu komponieren, mit Gitarrensoli, die dich vom Hocker hauen.

    Damals (1987?) wünschte ich mir ganz besonders bei diesem Album, Tracks löschen zu können. Die "Momentary Lapse Of Reason" wäre das perfekte Album ohne diese Tracks. Tja, heute wäre das möglich

    Hast du auch das Live-Album "Delicate Sound Of Thunder"? Die Live-Versionen der Songs von "A Momentary Lapse Of Reason" (und auch "The Wall"'s "Comfortably Numb" und "Run Like Hell") sind der Hammer!

    Viele Grüße
    bubu

  9. #8
    Benutzerbild von icebomb_de

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    Auch ein Idealer Song für sowas:

    "Kevin's Telescope" von "The Gathering"

    Den könnte ich mir immer wieder stundenlang anhören...

  10. #9
    Benutzerbild von Christoph

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    Nochmal bubu:

    Wegen DDR habe ich die "a momentary lapse of reason" erst Anfang der 90er kaufen können. Beim Live-Album war das anders: das Vinyl haben mir meine Eltern mal im Intershop gekauft - Wahnsinn!
    Damals wurde das letzte Konzert ihrer Welttour im TV übertragen (es fand, glaube ich, in Venedig statt), und wir hatten es sehen und sogar auf Video aufnehmen können! Die "comfortably numb" Version gefiel mir fast noch besser als die von der LP (später habe ich die CD nachgekauft), dazu dann die genialen Lichteffekte... Zum Glück konnte ich das Pink Floyd live-Erlebnis dann auch nachholen, und ich würde es immer wieder tun. R.E.M. und Pink Floyd sind die beiden Gruppen, für die ich auch richtig Geld bezahlen würde (und bezahlt habe )

    Es ist übrigens auch witzig, dass wir beide offenbar mit Roger Waters nicht allzu viel am Hut haben! Für andere Fans ist er doch der Größte, ich habe ihn bisher nicht vermisst

    Hach ja...

    Christoph

  11. #10
    Benutzerbild von bubu

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    Hi Christoph,

    Witzig! Wir haben echt viel gemeinsam. Das Live-Konzert in Venedig habe ich mit zitternden Händen über dem Videorekorder angesehen und das Video dann später bestimmt noch zwanzig Mal. Ich hab's immer noch im Schrank stehen. Das war eine wunderschöne Bühnenshow, mit der kreisrunden Projektionsfläche vor dieser unglaublichen Kulisse von Venedigs Altstadt. Der Kommentator meinte noch, es sei nicht so leicht für Pink Floyd gewesen, dort spielen zu dürfen, weil die Lautstärke möglicherweise den alten Bauten zusetzen könnte. Und er plauderte ein wenig über die Streitereien der Band mit Roger Waters hinsichtlich des Rechts, die alten Songs spielen zu dürfen...

    Ich verbinde so viel mit diesem Konzert, weil ich zu der Zeit mit Celine, der französischen Austauschschülerin meiner Klassenkameradin ging. Ich war damals in der 10. Klasse und süße 15 Jahre alt. Sie war nur zwei Wochen in unserer Stadt, ins Gespräch mit ihr kam ich erst auf der wilden Party meiner Klassenkameradin, vorher hatte ich mich nie getraut, sie mal im Unterricht anzusprechen. Auf der Party haben wir tatsächlich Strohrum, teilweise pur, getrunken, es lief ständig "Tainted Love" und "Sweet Dreams" und als irgendwann "Summer of 69" kam, konnte ich dann meine Schüchternheit überwinden...

    Ja, und diese zwei Wochen waren wirklich sehr sehr aufregend. An diesem Abend an der Party hatten wir uns schon geküsst, aber unser erstes Date war bei mir zu Hause (meine Eltern waren nicht da, alles war perfekt arrangiert). Offizieller Anlass: ich wollte ihr Pink Floyd live in Venedig zeigen (sie war auch ein großer Fan). Naja, bei dieser Musik und diesen visuellen Untermalungen kannst du dir ja denken, dass es nicht lange dauerte, bis wir uns wild knutschend auf der Ledercouch meiner Eltern widerfanden...

    Als das Konzert dann rum war, zogen wir um in das Zimmer meines Bruders, weil dort natürlich die Stereoanlage stand. Da legte ich dann erstmal besagte Simple Minds "In The City Of Light" auf....

    Ja, ja. So war das damals. Seufz.

    Zum Thema Roger Waters: naja, ich finde, es ist ähnlich wie bei Genesis. Das prägende Haupt verlässt die Band, und danach ist die Musik eine andere, aber sie ist auch gut. Nur anders als vorher. Ich mag die Sachen von Pink Floyd - zu Waters Zeiten!, mit den 60er-Aufnahmen noch unter der Federführung von Syd Barrett kann ich wenig anfangen - sehr, die "Wish You Were Here", "Dark Side Of The Moon" und vor allem "The Wall" sind für mich Meilensteine und "The Wall" würde ich auch auf eine einsame Insel mitnehmen. Ich weiß nicht, wie oft ich den Film "The Wall" gesehen habe. Das "Wall"-Konzert in Berlin nach dem Mauerfall fand ich damals allerdings sehr verkünstelt, als ich es im TV sah. Mag aber auch an der miesen Übertragung und dem schlechten Ton gelegen haben.
    Roger Waters solo hat irgendwie nichts mehr vernünftig auf die Reihe gekriegt. Wenn ich die Aufnahme aber jetzt höre, gefällt es mir aber mittlerweile ganz gut, nicht zuletzt wegen der so unterschiedlichen Interpretationen der Gastmusiker.

    Machen PF eigentlich noch Mucke? Lang nix neues mehr von den Jungs gehört...


    Grüße
    bubu

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