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Veränderungen der Hörgewohnheiten durch Kazaa & Co.

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.09.2005, 13:05 Uhr · 19 Antworten · 1.404 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Geht Euch das auch so, daß man seitdem es Kazaa u. Co. gibt kaum noch CDs kauft und daß sich infolgedessen auch die Hörgewohnheiten unbewußt verändert haben? Mir scheint, da gibt´s folgende Wirkungskette:

    1. Man hört einen Song, der einem gefällt, (oder es fällt einen ein älterer ein), lädt ihn mal eben bei Kazaa runter, dann noch einen 2ten vom glechen Album, und dann lohnt es sich ja auch kaum noch, die CD zu kaufen, weil der Rest wohl eher Füllmaterial sein wird.

    2. Man hat dann die ganzen Downloads auf der Festplatte und da der Computer ja eh die meiste Zeit an ist, hört man die Musik i. d. R. direkt über den Computer. (Diese Tendenz wird noch dadurch verstärkt, daß man, weil Musik ja jetzt nichts mehr kostet, auch verstärkt Titel runterlädt, die einen wahrscheinlich nur kurzfristig interessieren werden, so daß sich das Brennen von CDs nicht so recht lohnt.)

    3. Weil man nur noch Songs in der Download-Leiste anklickt, denkt man immer weniger im "Album"-Kontext (zumal, wenn man nicht brennt, ja sogar die eigenen dramaturgischen Überlegungen zur Zusammenstellung von CDs entfallen). Dies wird dadurch verstärkt, daß man sowieso nach jedem Song neu bestimmen muss, was jetzt kommen soll, und dabei das Wechseln zu einem anderen Interpreten kein CD-suchen/raus/rein mehr erfordert. Das Hörverhalten wird "zerfleddert", kurzatmiger.

    4. Da man jeden Song jederzeit kostenlos runterladen kann, hat die "Anschaffung" neuer Musik ein Stück weit ihre besondere Spannung verloren: der Moment, wenn man die CD das erste Mal reinlegt; die gespannte Abwarten, ob auch die anderen Songs, die man noch nicht kennt, gut oder bloßes Füllmaterial sind; das erstmalige einsortieren der neuen CD ins Regal ect.; man hat auch nicht mehr das Gefühl, besondere Schätze zu horten.

    5. Wenn die Musik sich optisch nur noch in Form von anzuklickenden Datei-Namen präsentiert, wird der Künstler tendenziell "unsichtbar" (genauso wie durch die Auflösung des Album-Kontextes der bandbiographische Zeitstrahl verschwindet).

  2.  
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  3. #2
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Die Luftgitarre postete
    Geht Euch das auch so, daß man seitdem es Kazaa u. Co. gibt kaum noch CDs kauft und daß sich infolgedessen auch die Hörgewohnheiten unbewußt verändert haben? Mir scheint, da gibt´s folgende Wirkungskette:

    1. Man hört einen Song, der einem gefällt, (oder es fällt einen ein älterer ein), lädt ihn mal eben bei Kazaa runter, dann noch einen 2ten vom glechen Album, und dann lohnt es sich ja auch kaum noch, die CD zu kaufen, weil der Rest wohl eher Füllmaterial sein wird.
    Nein! Das umgekehrte ist eher der Fall.

    Wenn mir ein Song gefällt, höre ich noch in 2-3 weitere vom gleichen Album rein und kaufe mir dann das Album, wenn mir die anderen Titel auch gefallen.

  4. #3
    Benutzerbild von Christoph

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    Das Prozedere von Luftgitarre kann ich auch nicht bestätigen. Der Computer hat für mich rein gar nix mit Musikhören zu tun. Ich nutze ab und zu die Klangbeispiele der offiziellen CD-Versender, wenn eine Platte interessant ist, dann gehe ich zur den üblichen Großmärkten und lausche sie durch. Wenn sie dann irgendwo billig (meine Grenze sind 14 EUR) ist, kaufe ich sie. Die Sache mit dem Füllmaterial kann ich auch nicht bestätigen: auf den aktuellen Alben von z.B. Weezer, R.E.M., New Order, Coldplay oder Stereophonics sind die besten Stücke nicht die Singleabkopplungen.
    Und selbst wenn mir eine Kopie reicht (bei Singles etwa), dann versuche ich eine "echte" CD-Kopie zu bekommen. Ich habe mir noch keinen aktuellen Song aus dem Internet geladen, um ihn auf CD zu brennen und in den Schrank zu stellen!!! Oder anders: fuck mp3 Zu einem Musikstück gehören eine bedruckte CD, ein Cover, ein Booklet und ein Jewelcase!

    Insofern bietet das Netz traumhafte Möglichkeiten, Musik kennen zu lernen, die einem sonst nie begegnet wäre.

    Gruß
    Christoph

  5. #4
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Ich gehöre zu den Freaks, die die Originale zuhause haben möchten und die gute geleistete Arbeit würdigen und auch bezahlen .
    Von "Musikern" die schlechte Leistungen abliefern, kauf ich eh nix und höre deren Songs auch nicht. Also brauch ich mit da auch nichts runterzuladen.

    Ist, glaube ich, Antwort genug

  6. #5
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Ich kann das auch nur zum Teil nachvollziehen. Wenn ich Musik herunterlade, dann legal von Musicload.
    Ansonsten kaufe ich mir schon mal billigste Gebraucht-Schallplatten, alle brauchbaren Songs überspiele ich mir daraus, restauriere sie und brenne sie dann auf eigene CD-Sampler. Die alten LPs "entsorge" ich dann irgendwann, wenn ich sie nicht "komplett" behalten will.
    Fakt ist allerdings, dass ich zu 80% eigene CD-Sampler höre, nur mit Titeln, die ich mir selbst ausgesucht habe. Was mir aber nie passieren wird ist, dass Sarah Connor auf meiner CD direkt hinter den Beatles erscheint, gefolgt von Boney M. Meine CD-Sampler tragen eher Titel wie "Hits 1976-78" oder "Aktuelle Hits 9/05", sprich die Musik sollte zeitlich schon zusammenpassen.
    Bei 80er-Musik und älter versuche ich, wenn mir eine Kopie "reicht", diese von einer Single oder LP aus dieser Zeit zu ziehen, das klingt nach meinem Geschmack besonders originalgetreu. Natürlich unkomprimiert und bei Verwendung guter Hardware (derzeit ein Dual-Plattenspieler noch aus der guten alten Zeit, sowie ein Philips Audio CD-Recorder mit CD-RW, am PC bearbeitet werden nur Leerstellen und besonders störende Kratzer).
    Musik am PC höre ich nur dann, wenn ich diese restaurieren bzw. nachbearbeiten will. MP3s habe ich keine. Wenn ich Musik wirklich anhören will, dann kommt sie entweder aus dem CD-Player oder dem Plattenspieler.
    Alben kaufe ich heute nur noch von Künstlern, deren Alben ich wirklich noch sammle. Und das sind nur noch ganz wenige (Mike Oldfield ist der nächste Kandidat).

  7. #6
    Benutzerbild von knochn

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    mp3s haben doch gar nicht den Klang den eine normale platte hat...

  8. #7
    Benutzerbild von Christoph

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    Eben: mp3 klingt immer schlechter als das Original - also auch nicht so gut wie die Platte, von der es erstellt wurde.

    Meine 80er Hörgewohnheiten haben sich dahingehend verändert, daß ich heute viel mehr Titel im Schrank habe und kenne, als ich damals auf irgendwelche Kassetten bannen konnte. Dazu die ständige Suche nach den "Geheimtipps" - so fehlt mir manchmal der Bezug zu manchen Titeln und kann dann oft nicht mehr einschätzen, ob mir das in den 80ern wirklich zugesagt hat (hätte) oder ob es nicht einfach gute Musik ist, die nun mal in den 80ern entstanden ist und heute immer noch hörenswert ist. Selbst zusammengestellte 80er MDs für´s Auto klingen (leider) nie authentisch nach meinen 80er Kassetten, weil ich heute viel mehr Musik von z.B. 1985 habe und gut finde als damals. Von der Qualität (Anfänge und Enden) mal ganz abgesehen.

    Gruß
    Christoph

  9. #8
    Benutzerbild von chris74

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    Also auch ich halte von der mp3-Herunterladerei sehr wenig, da mir die Qualität einfach nicht reicht. Obwohl ich zugeben muß, daß es schon seeeehr verlockend ist, mir die Sachen "einfach so" zu besorgen. Allerdings: die Qualität von mp3, insbesodere von z.B. musicload ist einfach grauenhaft!!! 128 kBit/s für viel Geld ist eine Unverschämtheit!!! Teilweise kosten die Downloads dort wesentlich mehr als die ohnehin überteuerten CDs aus dem Laden!!! Das ist, als würde ich einen Mercedes der S-Klasse auf 20 PS heruntertunen und dann dafür extra 10.000 Euro mehr verlangen. Mein Gott, könnte ich mich da aufregen

    Aber zurück zum Thema, bevor ich mich hier vergesse: wenn mir eine CD sehr gut gefällt, dann kaufe ich mir durchaus auch mehrere Versionen davon (von HUBERT KaH's Album TENSONGS fallen mir spontan 5 verschiedene Pressungen ein, die ich zuhause habe, von THE SEDUCTION OF CLAUDE DEBUSSY von THE ART OF NOISE sinds "nur" vier. Manche nennen das vielleicht krank , aber für mich gehört einfach ein anständiges Cover dazu. Oft ist aber die Tracklist eine andere (oder auch das Cover). Aber das macht die Musik ja erst zu etwas Besonderem.

    Da die CDs mittlerweile zu teuer sind, bleibt mir allerdings auch nur der Griff zu gut erhaltenen, gebrauchten CDs übrig. Und so völlig vergriffene Sachen muß man sich halt dann anders organisieren...
    Und was mich auch noch so aufregt ist der verdammte Kopierschutz
    Das mußte ich jetzt einfach loswerden. Glücklich derjenige, der sich die UK- bzw. US-Pressungen zulegen kann, denn dort sind die Dinger ja grundsätzlich ohne Kopierschutz. Nur wir Deutsche sind wieder mal zu blöd, um uns dagegen zu wehren!!!

  10. #9
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Mich hat Kazaa & Co in meinen Hörgewohnheiten zu 0 % beeinflußt, weil ich bei diesem illegalen Kram nie mitgemacht habe.
    Von den erlaubten Download-Krams-Dingern habe ich mich bei i-Tunes angemeldet, aber auch nur, weil ich dort im Lauf der Zeit paar Lieder (bislang noch einstellig) geladen habe, die ich absolut nirgens sonst gefunden habe, bzw. ein Titel im Ausland zu bestellen für 20 Euro dann vielleicht doch zu teuer sein könnte. Die Qualität ist natürlich auch nicht das Wahre.
    Generell nutze ich aber mp3 schon, aber nur im Autoradio. Die Karre brummt sowieso und da kommt aber dann auch nur selbstkonvertiertes 'rein mit 256kbps. Generell ist es ohnehin ein Frevel, daß die offiziellen Downloads in so erbärmlicher Qualität sind.
    Ich habe gelesen, bei der offiziell in Rußland betriebenen Plattform allofmp3 (die wohl aber keine Rechte für Verbreitung in Deutschland besitzt) gibt es die Möglichkeit frei auszuwählen, welche Kompressionsrate benutzt werden soll, auch direkte wav-Kopie sei möglich - alles natürlich zu seinem Preis. Das ist aber generell schon ein wünschenswerter Ansatz.

  11. #10
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja
    @Luftgitarre

    geht mir ähnlich...

    (Ein ausführliches Statement erspare ich mir aber mal)

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