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Warum ist R'n'b so erfolgreich und angesagt?

Erstellt von Heideland, 24.02.2004, 14:51 Uhr · 71 Antworten · 3.664 Aufrufe

  1. #41
    Benutzerbild von
    Alyosha postete
    ich finde es konservativ wenn man sich über Hiphop aufregt -

    es hört sich kleinkariert an zu sagen "Das ist doch keine Musik!", klingt wie die Mundweise von älteren Leuten (genauer: von Spießern)
    Hallo Alyosha,

    also ich finde es oberflächlig und vorverurteilend, auf Basis einer Meinungsäußerung zum Thema Musik, so betitelt zu werden, wie Du es zeigst.

    Damit es nun 1:1 steht, sage ich dazu mal, dass solche Äußerungen wahrscheinlich nur jemand machen würde, der weder die geistige Reife, noch das Beurteilungsvermögen besitzt und sich diese "Bad Boys-Messages" der besagten Musikszene als obercooles Eigenimage zugelegt hat, weil sich der eigene Charakter noch nicht bilden konnte...

    In diesem Sinne...



    Ein alter, spießiger Thomas

  2.  
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  3. #42
    Benutzerbild von waschbaer

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    Ich glaube in gewissen Tätigkeiten wird man zwangsläufig "spießig", sollte man aber nicht.
    Ich weiß ja nicht, in welchem beruflichen Feld du tätig bist, aber ich kenne genügend Leute, die es durch ihr berufliches Umfeld einfach werden (und das, weil sie mit dem ständigen Werteverfall tagtäglich zu tun haben.

    Er hat halt viel mit Leuten zu tun, die aus der Spur gekommen sind.es wäre müßig, jetzt das zu beurteilen - aber so ganz im Allgemeinen finde ich es nicht immer in Ordnung was so alles als "Spur" oder "außerhalb der Spur" definiert wird. Ist oftmals kleinkariert-konservativ.
    Gut, dann sag ich einfach, dass er mit sehr vielen straffällig gewordenen Jugendlichen zu tun hat und davon sicherlich ein Lied singen kann, wie sie "außerhalb der Spur gekommen sind". Und ich glaube nicht, dass das dann etwas mit kleinkariert - konservativ zu tun hat. Ich selber gehe auch mit meinen Klassen einmal jährlich auf Exkursion in die örtliche Jugendarrestanstalt und wir haben meistens die Möglichkeit anschließend, noch mit jugendlichen Arrestanten zu sprechen.

    Eine Frage, die meine Schüler dann meistens stellen, ist beispielsweise: "Was willst du mal werden, wenn du wieder draußen bist?" Eine Antwort, die ich schon oft gehört habe, ist beispielsweise: "Fett cool, wie ..... (und dann kam der Name eines Hip Hoppers). Fett Driven, geile Weiber und so."

    Solche Antworten habe ich selber oft genug gehört. Vorbildfunktion???

    Ich meinte das Wort "primitiv".
    Wenn in jedem zweiten Satz das Wort mit f... vorkommt, dann ist das in meinen Augen bzw. Ohren wirklich primitiv.

    Wo ist da eine Unterstellung dran ?
    Nun ja, ich dachte, du möchtest mich wegen des Wortes "primitiv" mit deinen Andeutungen "Du weißt schon...." in eine politische Ecke stellen, in die ich nicht gehören möchte.

    Ich habe nun einmal tagtäglich mit Jugendlichen zu tun und bekomme zum Teil wirklich aus erster Hand mit, was die Jugendlichen so faszinierend an Hip Hop finden. Größtenteils ist es genauso, wie J.B. es beschrieben hat. Ich zitiere auch einen meiner Schüler mit dem ich mal in der Pause über Musik geredet habe: "Hip Hop ist geil. Da kann man mal wieder richtig Proll sein." Ist das erstrebenswert?

  4. #43
    Benutzerbild von producer

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    Tag zusammen.

    Auch auf die Gefahr hin, für die nächsten Sätze geteert und gefedert zu werden, muß ich doch mal folgendes loswerden:

    1.) Wenn man sich die Beiträge in diesem und einigen anderen Threads hier im Board so ansieht, könnte man meinen, die "80er-Generation" besteht nur aus intoleranten Spießern und Trägern der goldenen Scheuklappe.

    2.) Eine ganze Menge der Beiträge in diesem Thread wurden geschrieben, ohne überhaupt eine Ahnung von der diskutierten Musik zu haben. Genauer gesagt kann hier kaum jemand RnB, Hip Hop und Rap auseinander halten, macht aber nix, im Gegenteil, damit wird sich noch gebrüstet. hat ja irgendwie alles was mit Schwarzen und fast nackten Weibern zu tun. Das ist nicht nur lächerlich, sondern hochgradig peinlich.

    3.) Hätte es zu Zeiten der Beatles oder Elvis bereits das Internet gegeben, wäre eine ähnliche Diskussion über deren Musik höchstwahrscheinlich ganz ähnlich verlaufen. Heute lachen wir über die Menschen, die damals (ebenfalls ohne wirklich deren Musik zu kennen oder sich damit zu beschäftigen) die großen Künstler ihrer Zeit in den Dreck gezogen haben.
    Ebenfalls heute lachen aber schon andere über einige Äußerungen hier, weil offensichtlich bei einigen (zumindest musikalisch gesehen) die Zeit stehengeblieben ist.

    Wie schwer ist es zu begreifen, daß jede Generation ihre eigene Musik hat?

    Haben diese Threads eigentlich noch einen anderen Zweck, als sich gegenseitig zu versichern, daß nur 'man selbst' den besten aller Musikgeschmäcker dieser Welt gepachtet hat?

    Und übrigens: Die 80er sind vorbei.
    ich schätze dieses Forum sehr, weil man hier fundierte Informationen zu einer bestimmten Ära bekommt und es immer wieder Aha-Erlebnisse gibt, wenn man auf längst verschüttetes stößt - aber ich kann mir nicht erklären, wie man sich als erwachsener Mensch mit solch einem Hintergrundwissen so derart emotional und verurteilend über Geschmack und Musik streiten kann.

    Freundliche Grüße
    vom producer

  5. #44
    Benutzerbild von
    Philosophie der Zeit:

    Hallo,

    um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich R'n'B oder Hip-Hopp Hörer oder Interpreten hier als potentiell gefährdeter, hinsichtlich der Kriminalitätsneigung sehe, sondern es für mich unabhängig des Musikgeschmackes ist, wie jemand gesetzlich auffällig wird, möchte ich dieses Statement kurz noch nachfügen.

    Vielleicht ist in manchen Postings der eindruck entstanden dass nur Musiker und Fans dieses Musikstil's Gesetze mißachten... So sehe ich persönlich das aber eher weniger...

    Jüngstes Beispiel, dass man Menschen nie in Schubladen stecken sollte ist Daniel Küblböck, der ohne Führerschein Auto fährt und einen Unfall fabriziert.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits...

    Es geht im Thema also doch bitte nicht darum, R'n'B oder Hip Hopper als generelle Verbrecher darzustellen, hoffe ich.

    Wir reden nur über Musik, mehr nicht...

    Sound allgemein ist das Oberthema...

    LG

    Thomas

  6. #45
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Alyosha postete
    einer der BESTEN Songs der gesamten 90er Jahre war "CALIFORNIA" von 2PAC ))))
    Das stimmt!

  7. #46
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Also irgendwie ist dieser Thread etwas abgedriftet:

    Erst ging es um R´n´B, dann auch um Rap, bald schon um "Werteverfall", Jugendkriminalität und das "F-Wort" ...

    Mal abgesehen davon, daß Rap und R´n´B wirklich zwei verschiedene Musikrichtungen sind, dürfte man doch ein bißchen mehr Humor und Gelassenheit gegenüber der "Gangta"-Image-Koketterie der HipHop-Fans erwarten. Denn überlegt mal, worum es in diversen Rockmusik-Texten (und -Videos] von den Doors bis Guns´n´Roses ging!

  8. #47
    Benutzerbild von J.B.

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    @ producer

    producer postete

    ... Wie schwer ist es zu begreifen, daß jede Generation ihre eigene Musik hat?
    Und soll das heißen, dass wir sie gut zu finden haben und nicht über sie und die Art wie sie präsentiert wird diskutieren dürfen?

    So zumindest kann man Dein Posting auffassen.

    Ich habe genügend Rap, Hip Hop, Soul, Funk, Blues, Trip Hop und ähnliches in meiner Plattensammlung um zumindest für mich zu behaupten, dass es auch in diesen Genres über die Jahre verteilt einige gute Sachen gab. Genauso wie es viele Songs und Gruppen gibt, die in meinen Ohren schlechte Musik machen oder mir unverständlicher Weise ausschliesslich von ihrem Image leben.

    Ja ich weiß, dass es das früher auch schon gab, aber nicht in so einem extremen Maße und nicht für die breite Masse. Die Beatles haben reihenweise tolle Songs gemacht, Elvis ebenso. Mir fällt keine einzige Gruppe aus dem Black-Music Bereich ein, die ansatzweise das Zeug dazu hätte irgendwann einmal ähnliche Erfolge zu verbuchen auch wenn sie schon eine Reihe von guten Songs veröffentlicht hat. Mag sein, dass ich mich irre, aber so kommt es mir im Moment vor. Aber das eine war ja damals und heute ist jetzt. Und heute ist das Haltbarkeitdatum einer Gruppe eben nur noch begrenzt, meist unabhängig davon, ob sie Musik machen die mir zusagt oder Musik machen, die ich schrecklich finde.

    Und ob man nun genau weiß wo da die Grenzen zwischen Rap, Blues, Funk, R'n'B usw. sind oder nicht, so kann man doch immer noch sagen, ob einem bestimmte Songs oder Interpreten gefallen oder nicht.

    Ich weiß nicht warum bei solchen Threads in denen man sich kritisch mit heutigen Entwicklungen auseinandersetzt unterstellt wird, man würde nur noch der alten Zeit hinterher trauern, ein ewig Gestriger sein, der nicht begreift, dass wir in der Gegenwart leben und diese mit viele ihrer Trends, Moden und Entwicklungen verdammt.

    Ich lebe im Jetzt und trotzdem gefällt mir vieles aus der Vergangenheit! Ich kann mit einigen Sachen von heute wenig bis nichts anfangen, aber so ging es mir in den 90ern, den 80ern und den 70ern auch.

    Muss ich alles von heute gut finden nur weil wir zufällig die Gegenwart haben und die 80er schon lange vorbei sind?

    Ich zum Beispiel finde übertrieben zur Schau gestelltes Möchte-Gern-Image und übertrieben aufgesetzte Klischees einfach bescheuert, denn ich bin der Auffassung, dass man solche Energie lieber in die Musik stecken sollte. Und das regt mich bei Manowar, Take That, Limp Bizkit, Atomic Kitten, Kiss und anderen Band genauso auf, wie bei derzeit superangesagten Rappern, Hip Hoppern oder Soulmusikerinnen.

    Bei einem Thread über eine Gruppe die Dir nicht gefällt würdest Du sicher auch nie ein kritisches Wort verlieren oder?

    Und selbst wenn Du über Unmengen von Hintergrundwissen verfügst, willst Du damit anderen Leuten ihre Meinung darüber, ob ihnen ein Song/eine Gruppe/eine Musikrichtung/einen Trend gefällt oder nicht absprechen? Wenn Du von etwas mehr Ahnung hast, warum nutzt Du sie dann nicht die Kritiker hier an dem Wissen teilhaben zu lassen!?! Das fände ich zumindest hochinteressant!

    Ich für meinen Teil halte es so: Es gibt nur gute und schlechte Musik für mich, also Musik die mir zusagt oder Musik die mir eben nicht gefällt und das in jeder Musikrichtung.

    Obwohl ich einige Sachen aus der Black-Music Szene gut finde, kann ich doch trotzdem Kritik an anderen Songs dieses Genres üben oder an der Art wie sie präsentiert werden oder an dem Image mit dem sie verkauft werden.

    Oder darf man das jetzt nicht mehr, weil es ja die Gegenwart betrifft?

    Vielleicht ist Dir auch aufgefallen, dass hier bewußt über übertriebene Klischees geschrieben wurde. Und die müssen, unabhängig von der Musik, nicht jedem gefallen!

    Und wenn man sich nicht mal mehr über bestimmte Klischees oder Images lustig machen kann, ohne gleich als jemand dazustehen, für den die Zeit stehengeblieben ist, dann zeugt das für mich auch nicht gerade von Toleranz oder Weitblick (von wegen goldenen Scheuklappen).


    Ich habe oft das Gefühl man muß sich selbst hier im 80er Forum schon dafür schämen Musik von damals gut zu finden, nein besser zu finden, als so einige musikalische Erzeugnisse von heute.


    Nur weil etwas neu ist und seine Berechtigung verdient lasse ich mir nicht weismachen ich hätte nicht das Recht mich darüber kritisch zu äußern, lustig zu machen oder aufzuregen, wenn es mir nicht gefällt!

    Ich habe nicht soviel Ahnung wie Du, aber deswegen kann ich immer noch für mich entscheiden, ob mir der Song/Künstler gefällt oder nicht! Dazu bruache ich kein Hintergrundwissen.

    Meinst Du ein Song klingt besser, wenn man die Hintergrundgeschichte, sein entwicklung oder soziale Hintergründe eine Interpreten kennt? Das hat einen Song für mich bis heute nicht mehr oder weniger hörenswert gemacht!

    Ich habe Songs von den Böhsen Onkelz auch noch gut gefunden, nachdem ich ihr Image und ihre Hintergrundgeschichte kennengelernt habe, genauso wie mir einige ihrer Songs schon immer zuwider waren! Gleiches gilt für Manowar, Slayer, Warren G., 2 Pac, Body Count oder andere. Genausowenig hört sich ein Song von PUR für mich besser an, nur weil ich plötzlich weiß, dass der Sänger da versucht irgendeinen Schmerz zu überwinden.

    Interpreten, sowie ihre Art sich zu präsentieren, die Darstellung ihres Images oder zur Schau gestellte Klischees haben für mich nichts mit deren Songs zu tun.

    Gruß

    J.B.

  9. #48
    Benutzerbild von producer

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    Lieber J.B.,

    nun hat sich mit Dir ausgerechnet einer der wenigen zu Wort gemeldet, den ich nicht angesprochen hatte bzw. ansprechen wollte.

    Zudem hast Du mich offensichtlich völlig falsch verstanden. Tut mir Leid, wenn ich mich mißverständlich ausgedrückt haben sollte.

    Deine Interpreten-Beispiele zeigen ganz deutlich, daß Du Dich mit der Musikszene beschäftigst - und zwar ohne die Scheuklappen. Du weißt also, wovon Du sprichst, wenn Du über Musik und Image schreibst. Damit bist Du hier allerdings einer der Fortschrittlicheren und eindeutig in der Minderheit. Der Großteil der Schreiber hier - und das war es, was ich hauptsächlich ansprechen wollte - kennt die Musik und die Künstler maximal vom Hörensagen, wobei der Eindruck entsteht, die letzten Eindrücke wären schon mindestens 10 Jahre alt. Wie soll man solche Zeitgenossen in einer Diskussion ernst nehmen können? Blinde reden über Farben. Scheinbar setzt sich auch hier immer mehr die allgemeine Stammtischmentalität durch, von nix ne Ahnung zu haben, aber trotzdem alles beurteilen zu können.

    Oder warum tauchen in diesem Thread "Warum ist RnB so erfolgreich...?" ständig Namen und Beschreibungen von Rappern und Hiphoppern und deren Videos auf, obwohl es um eine völlig andere Musikrichtung geht? Bei der Szenenbeschreibung der "Rapper, die um die brennende Tonne tanzen" mußte ich laut losprusten! Wenn das RnB ist, kann ab sofort auch eine Kuh Uhrmacher werden.

    Das meinte ich mit "Scheuklappen und stehengebliebener Zeit". Solche Videos gibt es schon seit Jahren nicht mehr, und falls es sie im Einzelfall doch noch irgendwo geben sollte, sind sie sicher nicht von RnB-Interpreten.

    Am Anfang dieser Diskussion habe ich nur den Kopf geschüttelt, später laut gelacht. Vergleicht also bitte auch weiterhin ganz fachmännisch den Wu-Tan-Klan mit Beyoncé - und wer die Namen nicht kennt, kann ja auch jederzeit gern irgendeinen anderen Interpreten nennen, sofern der wenigstens schwarz ist und neben einem Ölfaß steht.

    Freundliche Grüße
    vom producer

  10. #49
    Benutzerbild von J.B.

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    @ producer



    Ich denke ich weiß was Du meinst, aber Du hast Dich in der Tat zunächst etwas mißverständlich ausgedrückt .

    Ich denke es liegt oftmals an der schon von mir angesprochenen Tatsache, das Black-Music heute oft mit R'n'B verwechselt wird oder sie als ein und dasselbe betrachtet werden, obwohl man beide Ausdrücke richtigerweise eigentlich als Oberbegriffe für eine ganz Reihe von unterschiedlichen Musikstilen und -richtungen betrachten muß.

    Ich glaube aber dennoch, dass einige der hier geäußerten Bemerkungen eher überspitzt sind und sich mehr über die gelebten und immer öfter zur Schau gestellten Klischees lustig machen. Das dabei der Zusammenhang zu den Oberbegriffen Black-Music und R'n'B gemacht wird, hängt sicher mit dem heutigen Verständnis eines großen Teils der Konsumenten solcher Musik zusammen, welche hier auch kritisch betrachtet werden.

    Leider verhält sich ein Großteil derjenigen, die solche Musik heute hören und cool und angesagt finden, sei es nun mehr Rap, mehr Hip Hop, mehr Metal oder mehr Soul, genauso, wie die von Dir angesprochenen Scheuklappenträger.

    Die können oft nur noch grob unterscheiden, was Rap oder was Hip Hop ist, aber danach hört es schon auf und viele ihrer Zuordnungen stimmen eh nicht. Es ist für diese Jugendlichen eben alles BLACK-MUSIC.

    Und ich glaube, dass ist es, was so einige hier aufregt und was sie veranlasst sich darüber zu beklagen oder lustig zu machen.

    Denn imitiertes Verhalten und aufgesetzte, nachgeahmte Klischees, von Heroen, deren Musik man nicht mal zuordnen kann, geschweige denn begreift welche Aussagen wirklich hinter dem zur Schau gestellten Bild stehen, schätze ich kritikwürdiger und erschreckender ein, als das mögliche Scheuklappendenken einiger Member, die sich über eben diese Kiddies lustig machen oder sich über sie wundern/aufregen.

    Es gibt mit Sicherheit auch einige Jugendliche, die sich durchaus mit der Musik, die sie hören und gut finden beschäftigen, sowie mit deren Künstlern und Hintegründen, aber die haben es dann auch meist nicht nötig mit einer Kombination aus Soft-Air Waffen, Schlagringen, Springmessern, Kapuzenpullis, Basecaps, Sonnenbrillen, Pamperskompatiblen-Hosen usw. in der Gegend rumzurennen und einen auf cool, lässig und mächtig gefährlich zu machen.

    Ich würde Erfahrungsberichte mit Jugendlichen, die blind irgendwelchen nur auf ihr obszönes, Gangsta- oder Phlegma-Image bedachten Black-Music Stars (denn es gibt sie ja in jeder Richtung, sei es Rap, Hip Hop oder Funk) hinterhereifern und versuchen sie möglichst echt zu imitieren, obwohl sie NULL Ahnung haben was sie da eigentlich imitieren, nicht unbedingt als Scheuklappendenken bezeichnen.

    Und unabhängig von der Musik oder dem Wissen darüber, kann es so schlimm nun auch nicht sein, wenn man es doof findet, dass da irgendwelche Gestalten um brennende Fässer hüpfen, in hüpfenden Autos sitzen, sich zwischen fast nackten extrem willigen Weibchen wälzen oder Klamotten tragen, die spontane Lachanfälle auslösen!

    Denn wenn wir mal ehrlich sind, dann haben dass die, die wirklich gute Musik in dem jeweiligen Genre machen nicht nötig und tun das eigentlich auch nicht. Solche Videos gibt es mittlerweile in Massen. Die Songs die ich in den Bereichen gut finde, kommen witzigerweise fast alle ohne solche Klischees und Videos aus oder aber sind deutlich als Fake zu erkennen. Im Prinzip wäre mir das aber sowieso egal .

    Für mich ist es Fakt, dass viele Künstler, die es nötig haben solche Videos zu ihrer Musik zu drehen oder jeden ihrer Auftritte als Klischee-zur-Schau-Stellung par excellence zu zelebrieren, entweder nicht an ihr musikalisches Potential glauben oder, und das halte ich für wesentlich wahrscheinlicher, längst erkannt haben, dass man mit einem aufgesetzten Image und zur Schau gestellten Klischees wesentlich mehr Platten verkauft! Viele erfüllen einfach nur das Klischee oder die Rolle, die ihnen die Gesellschaft schon lange einstigmatisiert hat. Denn auf einmal kann man mit der früheren Aussenseiterrolle Kohle ohne Ende machen und wird dafür auch noch von Heerscharen von den Kindern derjenigen angebetet, die einen einst in diese Schubladen drängten und sie diskriminierten.

    Wie ich schon schrieb, ich finde es sehr traurig und bedenklich, wenn Imagepflege und Klischees einem Künstler wichtiger sind als die Musik, die er/sie repräsentiert! Und ich glaube so geht es vielen Kritikern hier .

    Gruß

    J.B.

  11. #50
    Benutzerbild von Alyosha

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    462
    no, es stimmt nicht daß alle Jugendlichen die so angezogen sind, auf "cool" machen und möglichst gefährlich aussehen wollen. Viele von ihnen (und auch solche die schon älter sind) sind deswegen so angezogen weil es eben "ihr Stil" ist. Menschen sind nun mal verschieden, und jeder hat eben so seinen Stil, seine Art und Weise. Das hat dann nichts mit "auf irgendetwas machen" zu tun.

    Was Laserdream schreibt, da will ich nicht weiterdiskutieren weil das bringt nichts;
    außer vielleicht: ich bin 32, habe keine Rapperklamotten an (aber nicht weil ich Vorurteile darüber habe, sondern weil es nun mal zufällig nicht mein Stil ist), aber ich bin nach wie vor recht locker eingestellt, und das wird auch so bleiben bis ich stein-alt bin.
    Wo du vielleicht sagen magst: "Aahhhhh, das sind junge Leute die sich eine Fassade zulegen weil sich ihre Persönlichkeit noch nicht herausgebildet hat", da sage ich daß hauptsächlich Spießer so daherreden, viele (vielleicht sogar ein Großteil) von ihnen sind so angezogen, GERADE WEIL das ja Teil ihres Charakters und ihrer Persönlichkeit ist. Es ist in diesen Fällen keine "Fassade".

    Wie gesagt, jeder hat eben so seinen Stil, der eine hat eben einen Bezug zu Jazz, der andere zu klassik, der andere zu Theater und Musicals, und wieder jemand anders mag eben Punk oder Reggae oder Hiphop, oder griechische Folklore. Jeder hat eben so seine Sachen, und bei vielen kann es sich ja auch überschneiden.
    So habe ich das immer gesehen und ich werde es auch immer so sehen, und da können keine Sozialarbeiter mit ihrem Sozialpädagogengeschwafel mich davon abbringen.
    Wenn jüngere Leute eine Beziehung zu etwas haben, dann sehe ich das in keiner Weise anders als wenn 40jährige einen Bezug zu irgendeiner Sache haben.

    Ich habe ja gestern in einem andern topic (bei "Grunge-Musik") auch geschrieben, daß ich es klischeehaft-saudumm finde, die Kultur, Lebensweise und Stylings von jungen Leuten als "Protest, Rebellion, Abnabelungsverhalten und Bestandteil der Entwicklung" zu sehen. Das war nie meine Meinung und wird es auch nie sein. Was für eine kleinkarierte Betrachtungsweise. Ich sehe das komplett anders, und wenn du willst kann ich dir das auch mal genauer erläutern. (habe ich in diesem "Grunge" topic ohnehin schon ansatzweise gemacht, aber ich konnte da nicht so ins Detail gehen)

    "Kultur und Lebensstil von jüngeren Leuten" ist das Thema wo im psychologisch-soziologischem Bereich mit ABSTAND der meiste Blödsinn geredet wird. Ich selber bin da ziemlich unverdorben.

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