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In zehn Jahren ist die CD tot

Erstellt von brandbrief, 22.01.2006, 05:33 Uhr · 6 Antworten · 1.122 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von brandbrief

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    EMI-Chef erwartet Wachstum der Musikbranche vom Boom digitaler Musik

    Der derzeitige Boom bei digitaler, online oder mobil vertriebener Musik wird nach Einschätzung führender Branchenvertreter die seit Jahren unter Umsatzverlusten leidende Musikindustrie bald wieder wachsen lassen. "Das Wachstum der digitalen Musik wird schneller sein als die Verluste im CD-Geschäft. Der Markt insgesamt wird wieder größer", sagte der Chef des britischen Plattenriesen EMI, Eric Nicoli, am Rande der Musik-Internet-Konferenz Midemnet in Cannes, die der internationalen Musikmesse Midem (22. bis 26. Januar) vorgeschaltet ist. Nicoli bestätigte die Prognose, dass bis zum Jahr 2010 der Umsatz mit Musik aus dem Internet oder für das Mobiltelefon auf ein Viertel des Gesamtumsatzes der Plattenfirmen steigen könnte. Im vergangenen Jahr machten die Plattenfirmen mit digitaler Musik weltweit einen Umsatz von etwa 1,1 Milliarden Dollar; das entspricht einem Gesamtmarktanteil von bis zu sechs Prozent – eine Verdreifachung zum Vorjahr.
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    Dave Goldberg, verantwortlich für den Musiksektor beim US-Internetdienst Yahoo, sieht im digitalen Vertrieb von Musik die einzige Zukunft. "In zehn Jahren ist die CD tot", sagte er der dpa. Auch die Musikindustrie habe dies erkannt. "Jetzt redet man endlich darüber, wie die CD ersetzt werden kann. Vor zwei bis drei Jahren haben die meisten noch versucht, die CD gegen digitale Musik zu verteidigen."

    Der späte Einstieg in den digitalen Markt und das massenhafte illegalen Kopien und das nicht lizenzierte Tauschen von Musikdateien hat der Branche nach Ansicht ihrer führenden Köpfe große Einbußen gebracht. Seit Ende der 90er Jahre verloren die Plattenfirmen weltweit mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes, in Deutschland waren es sogar über 40 Prozent. Mit Musikdownload-Shops wie iTunes von Apple oder auch Musik- Abonnementservices wie Napster habe die Branche erst in den vergangenen zwei Jahren angefangen, das illegale Geschäft in ein legales umzuwandeln, sagte Nicoli: "Wir stehen noch ganz am Anfang."

    Seit August 2005 betreibt auch Yahoo Music einen Abodienst – allerdings vorerst nur in den USA. Eine Ausweitung auf Europa sei geplant, sagte Goldberg. Einen Zeitplan nannte er jedoch nicht. Nach Ansicht von Goldberg sind die Abodienste die Zukunft des Musikhörens – dabei hat ein Anwender vollen Zugriff auf den gesamten Musikkatalog eines Anbieters, solange das Abo läuft; wird es beendet, sind auch alle heruntergeladenen Musikdateien nicht mehr nutzbar. "Kein Mensch wird langfristig für jeden einzelnen Download zahlen wollen", meinte Goldberg Die Zahl der Abokunden stieg nach Angaben des Phonoverbandes IFPI binnen Jahresfrist weltweit von 1,5 auf 2,8 Millionen; die Zahl der heruntergeladenen Songs stieg von 156 auf 419 Millionen.

    Legale Tauschbörsen sind nach Aussagen von Vertretern der Industrie auf der Midemnetz eine weitere Möglichkeit, digitale Musik an den Hörer zu bringen. Dabei können Musikfans Lieder gegen Gebühr herunterladen und eigene, legal gekaufte Stücke einer großen Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Von solchen Musikgemeinschaften, die sich auch Empfehlungen geben und so kostenlos Werbung machen, erhoffen sich Plattenfirmen wie EMI einen großen Marketingeffekt. Der Musikkonzern hat gerade einen Lizenzvertrag mit dem Entertainmentdienst arvato mobile für dessen Tauschbörsenmodul geschlossen. Mit diesem Geschäftsmodell wenden sich die beiden Firmen allerdings nicht direkt an Websurfer, sondern suchen dafür als Partner Internetservices oder Webmusikdienste. (dpa) / (jk/c't)
    Quelle: heise.de (http://www.heise.de/newsticker/meldung/68634)

    Bemerkung: Chefs von Plattenfirmen waren noch nie gute Propheten!

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Torsten

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    Nach Ansicht von Goldberg sind die Abodienste die Zukunft des Musikhörens – dabei hat ein Anwender vollen Zugriff auf den gesamten Musikkatalog eines Anbieters, solange das Abo läuft; wird es beendet, sind auch alle heruntergeladenen Musikdateien nicht mehr nutzbar. "Kein Mensch wird langfristig für jeden einzelnen Download zahlen wollen", meinte Goldberg.
    Wenn diese Methode irgendwann mit der kompletten Abschaffung von Tonträgern einhergehen sollte, bedeutete das faktisch eine Gefügigmachung der Konsumenten: Der einmalige Erwerb von Musik in Form eines Tonträgers mit unbegrenztem Nutzungsrecht wäre damit passé, fortan wäre man für den Genuss seiner Lieblingssongs auf Gedeih und Verderb an die Musikindustrie gebunden.

    Dass der CD oder vergleichbaren Tonträgern keine allzu hohe Lebenserwartung mehr beschieden ist, davon bin ich auch überzeugt. Ob die Konsumenten sich aber oben angedeutetes Szenario gefallen ließen, ist wieder eine ganz andere Frage.

  4. #3
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Ich lasse mir es mir nicht gefallen, noch schlechtere Qualität als CDs andrehen zu lassen.

    Wenn die Musikindustrie gescheit wäre, würden sie mit Computer- und HiFi-Herstellern gemeinsame Konzepte entwickeln, z.B. Chipkarten, die bereit mit den heutigen üblichen Chipkartelesegeräten lesbar sind, aber reine ROMs mit Kopierschutz oder sowas zu entwickeln. Aber wie die Vergangenheit gezeigt hat, kommen die immer hinterher und versuchen dann das Schiefgelaufene wieder etwas geradezubiegen, bzw. in eine für sie brauchbare Richtung.

  5. #4
    Benutzerbild von Torsten

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    Elek.-maxe postete
    Ich lasse mir es mir nicht gefallen, noch schlechtere Qualität als CDs andrehen zu lassen.
    Wenn Breitbandverbindungen mit x-fach höherer Geschwindigkeit als heutiges DSL flächendeckend zur Verfügung stehen - und das wird kommen -, kann man große Mengen von Musik- und Videodaten zügig durchs Kabel schicken und müsste sich nicht mehr mit komprimierten Formaten herumschlagen.

    Bis dahin wäre die beschriebene Maßnahme allerdings eine Zumutung.

  6. #5
    Benutzerbild von brandbrief

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    Torsten postete
    Dass der CD oder vergleichbaren Tonträgern keine allzu hohe Lebenserwartung mehr beschieden ist, davon bin ich auch überzeugt.....
    Dass neue Daten- bzw. Tonträger die CD vielleicht in ferner Zukunft mal ablösen werden, mag schon sein, aber hier wird ja suggeriert, dass der Vertrieb nur noch Online erfolgt. Dies ist eine grausige Vorstellung für den Verbraucher.
    Vielleicht ist es auch eine Generationsfrage. Die zukünftige Zielgruppe wird es dann gar nicht anders kennen, als Musik aus dem Netz zu beziehen.
    Ob jemals, durch die nun zur Verfügung stehende hohe Bandbreite, ein Vertrieb von unkomprimierten Musikdateien entstehen wird, wage ich zu bezweifeln.
    Ich wundere mich nur, warum Kunden diese Produkte mit extrem eingeschränktem Nutzungsrecht mit voller Inbrunst erwerben.
    Diese Leute würde ich gern mal fragen, ob sie ein Auto kaufen würden, welches nur auf innerstädtischen Hauptstraßen benutzt werden darf.
    Wenn ich etwas käuflich erwerbe, lass ich mir nicht vorschreiben, wie ich es zu nutzen habe (natürlich unter Beachtung der Urheberrechte).

  7. #6
    Benutzerbild von Rolls_Rave

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    [quote]Elek.-maxe postete
    Ich lasse mir es mir nicht gefallen, noch schlechtere Qualität als CDs andrehen zu lassen.
    quote]

    Du kennst sicher die Audio-DVD? Die hat einen noch besseren Klang als die CD und ermoeglicht eine Klangcodiereung mit bis zu acht getrennten Tonkanaelen, das waere dann schon DTS 7.1.

  8. #7
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Rolls_Rave postete
    Elek.-maxe postete
    Ich lasse mir es mir nicht gefallen, noch schlechtere Qualität als CDs andrehen zu lassen.
    Du kennst sicher die Audio-DVD? Die hat einen noch besseren Klang als die CD und ermoeglicht eine Klangcodiereung mit bis zu acht getrennten Tonkanaelen, das waere dann schon DTS 7.1.
    Ich habe leider nur 2 Ohren.

    Aber schrieb ich davon, daß ich NICHTS SCHLECHTER ALS CD haben will. Gegen besser hab ich doch nix.
    Alles komprimierte ist schlechter.

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