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1989 unbeliebt??

Erstellt von Heideland, 17.11.2003, 03:32 Uhr · 29 Antworten · 2.398 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Heideland

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    Dazzle postete
    1989 - Durch den Mauerfall ein absolutes Topjahr.

    Aber: Was das Jahr politisch so überragend macht,
    das zieht die 89er Musik wieder runter.
    Da sind andere aber einer ganz anderen Meinung, zumindest in meinem persönlichen Umfeld :-(
    Viele sind einfach total sauer über die Wiedervereinigung, sie waren es damals und sind es heute noch. Die alte Floskel "Ossis" fällt da leider auch recht oft, wenn man auf das Thema zu sprechen kommt.
    Ist leider traurig, aber was soll man machen. Kohl hat damals einfach zu überstürzt reagiert mit dem Hintergedanken so die Wahl klar und deutlich dominieren zu können.
    Einer hat mir mal erzählt, dass er 1989 nach dem Besuch eines Fussballspiels (Bayern gegen Stuttgart) im Autoradio von der Maueröffnung erfuhr. Was war seine Reaktion? Er war total schockiert und niedergeschlagen!!
    Das muss man sich mal vorstellen. Es gab nicht nur jubelnde Menschen (was aber glücklicherweise die Mehrheit stellte), sondern auch vollkommen enttäuschte.

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Babooshka

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    Och weißt du, "typisch Ossi" rutscht auch mir manchmal raus, seit ich wieder in Berlin lebe und mir das eine oder andere seltsam auffällt, was ich früher in München nicht gesehen habe, weil ich so weit weg war von den neuen Bundesländern. Aber im Grunde meine ich es nicht böse und ich bin weit davon entfernt, alle über einen Kamm zu scheren.

    Ich bin 1986 aus Westbelin weggezogen, weil ich u.a. Mauerkoller hatte. Im November 1989 war ich gerade zu Besuch in Berlin gewesen, musste am 5.11. zwecks Studium wieder zurück nach München. Naja, 4 Tage später war es dann soweit. Soviel zu verpassten Gelegenheiten. Ich hätte auch Zeugin eines geschichtlichen Weltereignisses werden können, aber nein... Ich bin dann am 22.12. wieder nach Berlin gefahren, jenem Tag, als die Mauer für die Wessis in Richtung Osten ohne Formalitäten und Zwangsumtausch aufging. 2 Tage später war ich dann zum zweiten Mal in meinem Leben in Ostberlin, stand erstmals unterm Brandenburger Tor und mir rannen die Tränen runter. Insofern war ich doch wenigstens ein bisschen Zeitzeugin. Für mich ist die Wiedervereinigung auch nach über 10 Jahren noch ein Wunder, an das ich zuvor nie geglaubt hatte, und ein Sieg der Freiheit. Ich könnte immer noch Rührungstränen heulen, wenn ich im Mauermuseum Filme dazu sehe. Insofern war 1989 ein würdiger Abschluss für die 80-er, die mit so viel Kriegsangst begonnen hatten.

    Wo ist denn der DDR-Thread, der so interessant war? Den sollten wir wieder ausgraben.

  4. #23
    Benutzerbild von Heideland

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    Babooshka postete
    Och weißt du, "typisch Ossi" rutscht auch mir manchmal raus, seit ich wieder in Berlin lebe und mir das eine oder andere seltsam auffällt, was ich früher in München nicht gesehen habe, weil ich so weit weg war von den neuen Bundesländern. Aber im Grunde meine ich es nicht böse und ich bin weit davon entfernt, alle über einen Kamm zu scheren.

    Ich bin 1986 aus Westbelin weggezogen, weil ich u.a. Mauerkoller hatte. Im November 1989 war ich gerade zu Besuch in Berlin gewesen, musste am 5.11. zwecks Studium wieder zurück nach München. Naja, 4 Tage später war es dann soweit. Soviel zu verpassten Gelegenheiten. Ich hätte auch Zeugin eines geschichtlichen Weltereignisses werden können, aber nein... Ich bin dann am 22.12. wieder nach Berlin gefahren, jenem Tag, als die Mauer für die Wessis in Richtung Osten ohne Formalitäten und Zwangsumtausch aufging. 2 Tage später war ich dann zum zweiten Mal in meinem Leben in Ostberlin, stand erstmals unterm Brandenburger Tor und mir rannen die Tränen runter. Insofern war ich doch wenigstens ein bisschen Zeitzeugin. Für mich ist die Wiedervereinigung auch nach über 10 Jahren noch ein Wunder, an das ich zuvor nie geglaubt hatte, und ein Sieg der Freiheit. Ich könnte immer noch Rührungstränen heulen, wenn ich im Mauermuseum Filme dazu sehe. Insofern war 1989 ein würdiger Abschluss für die 80-er, die mit so viel Kriegsangst begonnen hatten.

    Wo ist denn der DDR-Thread, der so interessant war? Den sollten wir wieder ausgraben.
    Dann stimmt es also wirklich, was ich u.a. auch auf diversen Seiten im Internet gelesen habe, dass es viele West-Berliner gab, die an diesem Mauerproblem litten, psychisch bedingt.
    Naja, ist auch nicht so angenehm eingemauert zu sein, dazu noch in einer Großstadt.
    Finde auch, dass man den DDR-Thread wieder aufnehmen sollte.
    Bin übrigends in Potsdam zur Welt gekommen, mussten allerdings 1983 die DDR verlassen, da meine Mutter zur unerwünschten Person erklärt wurde. Sind dann 1986 endgültig nach Stuttgart gegangen.

  5. #24
    Benutzerbild von Babooshka

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    Heideland, ich bin mal so frei und transferiere dein Posting in den DDR-Thread, den ich eben hochgewuppt habe, OK?

  6. #25
    Benutzerbild von Heideland

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    Ist ok, kannst du machen!

  7. #26
    Benutzerbild von Pastellfarbe

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    AW: 1989 unbeliebt??

    Den Mauerfall bekam ich am Rande mit, weil ich noch zu jung war. Es gibt den Spruch "Wer sich an die Achtziger erinnert, der hat sie nicht erlebt". Zu dieser Gruppe darf ich mich wohl hinzuzählen. Heute schäme ich mich für die Kommentare der Leute, die sich die DDR zurückwünschen. Wir Wessis hatten Glück und wanderten nicht von einer in die nächste Diktatur.
    Zu dieser Zeit besuchte ich eine Schule für "Hochbegabte", danach gings in die Grundschule. Musikalisch hängengeblieben ist u. a. Cock Robin mit "When Your Heart is Weak".

  8. #27
    Benutzerbild von Heiko2609

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    AW: 1989 unbeliebt??

    1989 war tatsächlich so ein Jahr dazwischen. Bis zur Jahresmitte steckte ich noch in einem längeren Praktikum zur Überbrückung bis ich meine Berufsusbildung beginnen konnte. Dieses fand in einer Einrichtung statt, die sich damals noch Arbeitsamt nannte und ist mir eben zwecks Überbrückung von meiner damaligen Berufsberaterin vermittelt worden.

    Da sich in dieser badischen Kreisstadt auch jahrelang das amtsintern genannte Dulag(Durchgangslager für Spätaussiedler) befand, bekam ich die Veränderungen des West-Ost-Verhältnisses ein wenig vor Ort mit.
    Im Jahre 1989 waren es vorallem die Aussiedler aus Polen, davor kamen die Siebenbürgersachsen und Karpatendeutschen aus Rumänien und in den 90ern war die Welle der Russlanddeutschen dran. So habe ich in meinem Berufsleben immer mal wieder mit ehemaligen Aussiedlern als Kollegen zu tun.

    Als ich im Praktikum die Abteilung KoZast(Kosten- und Zahlungsstelle) durchlief, durfte ich an manchen Tagen den Leiter dieser kleinen Abteilung zur täglichen Geldauszahlung an die Aussiedler begleiten(diese bekamen glaube ich monatlich etwas Geld ausgezahlt) und konnten natürlich nicht alle an einem Tag kommen. Aber voll genug war es an den Auszahlungstagen immer.
    Fast jedesmal zog der Bereichsleiter, ein leicht zynischer Junggeselle in den 40ern, den Vorhang hinter dem Auszahlungsschaltern mit dem lakonischen Ausspruch "TraTriTrallala - Das Kasperle ist wieder da." Öfter stand man auch schulterzuckend und hilflos hinter dem Schalter, wenn jemand kein Geld bekam und dieser verzweifelt anklagend: "Warum, Warum bekomme ich kein Geld!" rief.

    Am längsten Zeit verbrachte ich in der Kindergeldstelle(gibt es so heute auch nicht mehr), die Kollegen und Kolleginnen waren überwiegend recht jung, der Leiter meiner Bearbeitungsgruppe war 29, die Kollegen/innen zwischen 21 und Mitte 30.
    Wir gingen in der Mittagspause oft in eine bodenständige Gaststätte rüber ins Dörfle(einem Stadtteil in dem heute auch überdurchschnittlich viele Ausländer verschiedenster Nationen leben) und tranken etwas und spielten Tischfussball.

    So vergingen viele Herbst- und Wintertage mit dem Bearbeiten und "Hilfsverwaltungsarbeiten" von Akten und Tischfussball in und um den "Palast der Arbeit" wie ich das Gebäude in seiner ausladenden, üppigen Architektur der frühen 80er gern nannte. Der Vorgängerbau an der Bahnhofsstraße, war ein typischer, unscheinbarer Bau der 50er Jahre.

    Die Jahre 87, 88 und 89 waren irgendwie anders als die Jahre davor.
    Musikalische Akzente setzen u.a auch junge Singer/Songwriterinnen wie Tracy Chapman und Tanita Tikaram. Demnächst bekomme ich das Chapman-Album "Crossroads" hier bei mir, nachdem die auch politisch und weltanschaulich sehr engagierte Tracy jahrelang noch keinen Zugang zu meiner Musiksammlung fand. Aber da man mit besser gewordener Hifi-Technik und da vorallem meine Kopfhörerausrüstung, einen neutraleren Sound bevorzugt und die u.a die Chapman CDs dankenswerterweise dem Remastering-Wahn(fast immer gleichbedeutend mit Dynamikkompression) bis heute entsagt, findet doch ein Werk von ihr zu mir.
    Marillion veröffentlicht auf dem gleichalten Album "Seasons End" einen epischen Titel namens "Berlin" ohne wohl zu ahnen, das jene Stadt keine zwei Monate später im Fokus der Weltaufmerksamkeit stehen wird. Aber dieses Ereignis stand für uns in der badischen Provinz irgendwie so weit entfernt. Ich war bis heute noch nicht "drüben". Dafür kamen so manche Sachsen und Berliner zu uns zum Arbeiten und Leben.

  9. #28
    Benutzerbild von ICHBINZACHI

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    AW: 1989 unbeliebt??

    Als Italodiscofan war 1989 ein fast Null-Jahr, was sich von Aciiied bis Techno und danach sowieso irgendwie zum Anbeginn des Endes schon als unbeliebtes Jahr in meinem Kopf festgesetzt hat. Sicherlich waren die Dancefloorsachen teilweise richtig gut für sich ... aber Italodiscosounds gab es fast keine mehr. Jedenfalls bis auf Ausnahmen, die dann aber schon meist in den Italo Energy, Eurobeat-Bereich, bzw. PWL fielen. Sicherlich möchte ich Black Box "Ride on time" nicht missen. Aber es war zunächst mal nicht meine Musik. Durch die Scheisse die im UKW läuft habe ich die Zeit im nachhinein noch lieben gelernt. Jaja ... Looking for Freedom, Das Omen, The fist time, The Look (Hoffnungsschimmer 1989), Lambada, Like a Prayer, Swing the Mood, She drives me crazy ... auch diese Hits waren gut. Aber man merkte vor allem den Zeitwandel. Aus den Clubs kamen Retro-Sounds und Mixes ohne Ende. Fast jeder Oldie wurde gut oder nicht gut teils in Acid Versionen herausgebracht. Omg ... mit Bring me Edelweiss wurde es sogar noch recht kitschig ... Pump up the Jam und French Kiss regierten den Dancefloor und mehr oder einziges Synthiepop Highlight war wohl Love is a Shield von Camouflage. Nein also musikalisch war es schon eine Veränderung und schwer für sich etwas gutes herauszufiltern. Für Party-DJ's fehlten mit einmal die ganzen neuen Foxscheiben. Die waren sehr rar. Und Anfang der 90er habe ich schon beschlossen lieber meine Sammlung in Second Hand Shops zu komplettieren oder DJ Läden und hab schonmal Tränen in den Augen gehabt, wenn ich aus dem Schallplatten-Laden kam und tatsächlich mal NICHTS in der Hand hatte. Ehrlich ... so war es ... ich kaufte dann letztlich später auch die Techno Trax, aber es war etwas ganz anderes. Das Ende einer geilen Zeit !

    Naja ... Schluss-Satz ! Ich lebe ja noch in den Achtziger Jahren ... zumindest entwickle ich mich musikalisch immer weiter ...

  10. #29
    Benutzerbild von Happiness2013

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    AW: 1989 unbeliebt??

    Ich sehe dies genauso wie Ichbinzachi . Hier hat er mir die Worte sprichwötlich aus dem Mund genommen Das bringt mich auf folgenden Gedanken .......lasst uns doch mal darüber schreiben , welche Produktionen ( Italo Disco - Euro Disco ) in den Wendejahren 1989 -1990 total untergegangen sind . Ich beziffere es nicht nur am heutigen Sammlerwert , sondern auch auch an der Veröffentlichung auf Medium an sich . So .z.B. Go - Let Your Love Flow 1990 oder Scarlett - Gimme Gimme ( Just al little Bit ) ......Nun mal sehen was Euch dazu so einfällt ?




  11. #30
    Benutzerbild von Pastellfarbe

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    AW: 1989 unbeliebt??

    Der Italo Disco war eigentlich nie tot, berücktsichtigt man heutige Produktionen. Klar, der Italo Disco von heute führt ein Nischendasein, aber ausgestorben ist er nicht.

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