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80er ungleich 80er

Erstellt von Lutz, 24.11.2002, 18:17 Uhr · 36 Antworten · 3.664 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Lutz postete
    @Luftgitarre

    . Die politische Lage entspannte sich eben. Das war also keine Modefrage sondern ein Spiegelbild der Weltlage.




    Lutz
    Das kann man auch ganz anders sehen: Der Kalte Krieg ging zwar zu Ende, ABER:

    1.) Ganz so unmittelbar war die Atomkriegsgefahr auch zu Zeiten der "Nachrüstungs"-Debatte Anfang der 80er nicht gewesen; aus heutiger Sicht fällt sogar auf, daß das nukleare Patt zwischen zwei Supermächten für eine gewisse Stabilität und Überschaubarkeit der internationalen Beziehungen gesorgt hat.

    2.) Die Probleme, auf die sich das "Gejammer" (*G*) der frühen 80er bezogen hatte - Öko, Armut, Aufrüstung -, sind, wenn man sich mal umsieht, seit ´89 doch nicht weniger geworden; es ist einfach nur "out", sich darüber noch den Kopf zu zerbrechen! Insofern hat Problembewußtsein auch was mit Zeitgeistmoden zu tun.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Lutz

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    Die Luftgitarre postete
    Lutz postete
    @Luftgitarre

    . Die politische Lage entspannte sich eben. Das war also keine Modefrage sondern ein Spiegelbild der Weltlage.




    Lutz
    Das kann man auch ganz anders sehen: Der Kalte Krieg ging zwar zu Ende, ABER:

    1.) Ganz so unmittelbar war die Atomkriegsgefahr auch zu Zeiten der "Nachrüstungs"-Debatte Anfang der 80er nicht gewesen; aus heutiger Sicht fällt sogar auf, daß das nukleare Patt zwischen zwei Supermächten für eine gewisse Stabilität und Überschaubarkeit der internationalen Beziehungen gesorgt hat.

    2.) Die Probleme, auf die sich das "Gejammer" (*G*) der frühen 80er bezogen hatte - Öko, Armut, Aufrüstung -, sind, wenn man sich mal umsieht, seit ´89 doch nicht weniger geworden; es ist einfach nur "out", sich darüber noch den Kopf zu zerbrechen! Insofern hat Problembewußtsein auch was mit Zeitgeistmoden zu tun.
    Zu 1.)

    Da wäre ich mir aber nicht so sicher....

    Ich könnte jetzt hier locker aus der Hüfte eine Seite mit haarsträubenden Vorkommnissen und beinahe Gaus (nicht nur aus dem AKW-Bereich) füllen (die z.T. die wüstesten Angstszenarios noch getoppt haben) Aber das führt jetzt ein wenig zu weit - außerdem habe ich gerade keine Zeit Vielleicht später mehr dazu...

    Zu 2.)

    Vielleicht kann man es so herum sehen: Wer Anfang der 80er nur aus Modegründen auf Demos gegangen ist - für den war die Betroffenheit später "Out" - da bin ich Deiner Meinung.

    Lutz

  4. #13
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    Zu der Sache mit dem "Gejammer" (*G*) und, warum es bei meiner Generation plötzlich "megaout" war, noch mal.

    Du mußt Dich mal in die Perspektive von jemanden hineinversetzen, der - sagen wir: - 1988 14 oder 15 war: Der hatte vorher durch die Medien oder ältere Geschwister die ganzen "The-Day-After"-Szenarien mitbekommen und dann festgestallt ... daß (zumindest für ihn spürbar) gar nichts passierte! "Also", dachte der sich, "alles nur Geschnacke von so´n paar Wichtigtuern."; demgegenüber waren Walkman, Video-Rekorder und die nächste Party sehr real.

    V. a. aber: Selbts wenn der begann, sich für Politik zu interessieren, mußte dieses ganze Milieu auf einen Teenager doch mächtig abturnend wirken. Da wurde zwar ständig von Befreiung gesprochen, aber immer wenn´s konkret wurde, war alles was Spaß machte verboten oder verpönt:

    - Autos wegen Umwelt und Spießer und so
    - Popmusik und Disco-Besuch wegen "unpolitisch" (Naserümpfen)
    - Flirten wegen "5exismus" (keif!)
    - Sylvester-Böllern wegen den Kindern in Afrika
    - Actionfilme wegen Gewalt und Militarismus
    - McDonalds wegen Umwelt, "Scheiß Amis" und überhaupt
    usw. usf. ....

    Kurz: jugendliche Protest- und jugendliche Spaßkultur schienen für die damaligen Teenager (Ganz anders als ihrerzeit für die 68er) einander kategorisch auszuschließen. Wer will ihnen da verdenken, daß sie sich zunächst von diesem Milieu ferngehalten haben. Und nach der Schule war der Zug dann i. d. R. auch schon abgefahren.

  5. #14
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    Die Luftgitarre postete
    Zu der Sache mit dem "Gejammer" (*G*) und, warum es bei meiner Generation plötzlich "megaout" war, noch mal.

    Du mußt Dich mal in die Perspektive von jemanden hineinversetzen, der - sagen wir: - 1988 14 oder 15 war
    Ok – ich versuche es

    Die Luftgitarre postete
    Der hatte vorher durch die Medien oder ältere Geschwister die ganzen "The-Day-After"-Szenarien mitbekommen und dann festgestallt ... daß (zumindest für ihn spürbar) gar nichts passierte! "Also", dachte der sich, "alles nur Geschnacke von so´n paar Wichtigtuern."; demgegenüber waren Walkman, Video-Rekorder und die nächste Party sehr real.

    V. a. aber: Selbts wenn der begann, sich für Politik zu interessieren, mußte dieses ganze Milieu auf einen Teenager doch mächtig abturnend wirken. Da wurde zwar ständig von Befreiung gesprochen, aber immer wenn´s konkret wurde, war alles was Spaß machte verboten oder verpönt:

    -
    Das ist sehr interessant was Du da schreibst. So habe ich’s noch gar nicht gesehen. Vielleicht kommt „erschwerend“ hinzu das Deine Eltern möglicherweise aus der 68er-Generation stammen?

    Man will dann eben einfach nur anders sein. Ich habe von keiner Seite Druck bekommen und konnte mich so recht frei entfalten. Wenn mich meine Eltern allerdings unter Druck gesetzt hätten auf Demos zu gehen wäre ich wohl allein deshalb aus Trotz zu Hause geblieben

    Die Luftgitarre postete

    - Autos wegen Umwelt und Spießer und so
    - Popmusik und Disco-Besuch wegen "unpolitisch" (Naserümpfen)
    - Flirten wegen "5exismus" (keif!)
    - Sylvester-Böllern wegen den Kindern in Afrika
    - Actionfilme wegen Gewalt und Militarismus
    - McDonalds wegen Umwelt, "Scheiß Amis" und überhaupt
    usw. usf. ....

    Kurz: jugendliche Protest- und jugendliche Spaßkultur schienen für die damaligen Teenager (Ganz anders als ihrerzeit für die 68er) einander kategorisch auszuschließen. Wer will ihnen da verdenken, daß sie sich zunächst von diesem Milieu ferngehalten haben. Und nach der Schule war der Zug dann i. d. R. auch schon abgefahren.
    Also wir haben das nicht so verbissen gesehen und Silvester in den frühen 80ern unter dem Motto „Böller statt Brot“ gefeiert Wenn man nicht zu verkniffen war (mein Umfeld was eben eher locker) mußten sich z.B. Demos und Spaß nicht gegenseitig ausschließen (und damit meine ich jetzt nicht Randale, etc). Ok, ich war aber auch nicht so die Müsli-Fraktion weder äußerlich noch innerlich
    Bei uns liefen o.g. Dogmen so unter der Bezeichnung „Öko-Spießer“.
    In meinem Bild der 80er waren die eher eine Art Randerscheinung – die Hardcore-Ökos

    Ich finde es wieder sehr interessant was ein paar Jährchen Altersunterschied für einen riesigen Unterschied im Erleben eines Jahrzehnt ausmachen. Aber das ist eben nur in dieser frühen Lebensphase sehr relevant. Ob man nun 12 oder 18 ist, ist eben ein *großer* Unterschied. Ob 35 oder 40 später nicht mehr so....

    Lutz

  6. #15
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    Ne ne, das Vorbild der 68er (unsere Eltern gehörten in der Tat meist zu dieser Generation, aber mehr chronologisch) hat uns gerade nicht abgeschreckt, ganz im Gegenteil: Wir fanden in der Oberstufe Anfang der 90er aufeinmal alles was mit ´68 zu tun hatte, sehr cool. (Unser Bild war wohl geprägt von den Oliver-Stone-Filmen "The Doors" und - politischer - "Geboren am 4. Juli", wichtig war auch die Guns-n-Roses-Coverversion von "Knockin´on heavans door"). Damit haben wir uns auch von den Dumm-Poppern in unserem Jahrgang abgegrenzt

    Der Punkt war nur: Die (wohl noch aus den 80ern übriggebliebene) Szene, auf die wir dann trafen, als mir anfingen auf Demos zu gehen (Golfkrieg, Antifa ect.) war kulturell irgendwie ganz anders als unser Bild von der 68er-Revolte: Auf den Antifa-Konzerten im Haus der Jugend gab´s nicht expressive Rockmusik zu hören, sondern immer nur so´n Schredder-Punk; und anstelle von lasziven Kommune-Frauen a la Uschi Obermeier liefen da sauertöpfische Hardcore-Feministinnen rum und hängten Zettel auf, auf denen (wirklich einmal passiert!) geschrieben stand: "Mädchen, wenn Euch jemand anmacht oder ANGLOTZT (sic!) meldet Euch bei uns, wir kümmern uns darum."

    Und bald darauf erlebte ich, wie politisch korrektes Anbaggern funtionierte: Nach ner Demo kehrte ich mit ein paare anderen in einem Döner-Laden ein. Da war auch ein hübsches Alternativ-Mädel dabei, aber ich machte den Fehler, mir eine Cola-DOSE zu kaufen. Sie sah mich betroffen an: "Du kaufst Dosen?" Während ich noch nach einer Ausrede suchte, kam ein anderer dazwischen, dessen größtes Hobby ein Jahr zuvor noch Gewalt-Compulter-Spiele gewesen waren, meinte "Man kennt das ja ..." und fing an, sie vollzusülzen, wie viele Demos diesen Monat noch anstünden.

    ____

    Aber was war das denn für ne Szene in der Du Anfang der 80er abgehangen hast? Hört sich ganz anders an als mein Bild von der Alternativ-Szene der 80er.

  7. #16
    Benutzerbild von Lutz

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    Die Luftgitarre postete
    Ne ne, das Vorbild der 68er (unsere Eltern gehörten in der Tat meist zu dieser Generation, aber mehr chronologisch) hat uns gerade nicht abgeschreckt, ganz im Gegenteil: Wir fanden in der Oberstufe Anfang der 90er aufeinmal alles was mit ´68 zu tun hatte, sehr cool. (Unser Bild war wohl geprägt von den Oliver-Stone-Filmen "The Doors" und - politischer - "Geboren am 4. Juli", wichtig war auch die Guns-n-Roses-Coverversion von "Knockin´on heavans door"). Damit haben wir uns auch von den Dumm-Poppern in unserem Jahrgang abgegrenzt
    Und für mich war der Guns-n-Posers-Cover noch ein Grund die nicht zu mögen So unterschiedlich kann das Empfinden sein. Apropos: Kann es sein das "The Doors" eher eine idealisierte Comic-Version der 60‘s ist? (ich habe den Film nicht gesehen).

    Die Luftgitarre postete
    Der Punkt war nur: Die (wohl noch aus den 80ern übriggebliebene) Szene, auf die wir dann trafen, als mir anfingen auf Demos zu gehen (Golfkrieg, Antifa ect.) war kulturell irgendwie ganz anders als unser Bild von der 68er-Revolte
    Mit denen (war wohl so Anfang der 90er?) konnte ich übrigens auch nichts mehr anfangen.

    Die Luftgitarre postete
    Auf den Antifa-Konzerten im Haus der Jugend gab´s nicht expressive Rockmusik zu hören, sondern immer nur so´n Schredder-Punk; und anstelle von lasziven Kommune-Frauen a la Uschi Obermeier liefen da sauertöpfische Hardcore-Feministinnen rum und hängten Zettel auf, auf denen (wirklich einmal passiert!) geschrieben stand: "Mädchen, wenn Euch jemand anmacht oder ANGLOTZT (sic!) meldet Euch bei uns, wir kümmern uns darum."
    Das ist ja schon eine Karikatur der alternativen Szene. Kein Wunder das Dir da einiges vergangen ist!

    Die Luftgitarre postete
    Und bald darauf erlebte ich, wie politisch korrektes Anbaggern funtionierte: Nach ner Demo kehrte ich mit ein paare anderen in einem Döner-Laden ein. Da war auch ein hübsches Alternativ-Mädel dabei, aber ich machte den Fehler, mir eine Cola-DOSE zu kaufen. Sie sah mich betroffen an: "Du kaufst Dosen?" Während ich noch nach einer Ausrede suchte, kam ein anderer dazwischen, dessen größtes Hobby ein Jahr zuvor noch Gewalt-Compulter-Spiele gewesen waren, meinte "Man kennt das ja ..." und fing an, sie vollzusülzen, wie viele Demos diesen Monat noch anstünden.
    Das war bestimmt ein Schlüsselerlebnis für Dich. (Vielleicht so ähnlich wie das für mich was ich weiter oben beschrieben habe (Stichwort: Werbung)).
    Ja dieser Typ der auftauchte war klar ein Mode-Öko. Da kann einem dann wirklich einiges vergehen....

    Die Luftgitarre postete
    Aber was war das denn für ne Szene in der Du Anfang der 80er abgehangen hast? Hört sich ganz anders an als mein Bild von der Alternativ-Szene der 80er.
    Die hätte Dir bestimmt gefallen. Das war irgendwie anarchischer. D.h. also auch gegenüber irgendwelchen blinden Ökö-Dogmatismus . Solche Leute die Du oben beschrieben hast gab es natürlich auch Anfang der 80er – die merkten aber schnell das sie bei uns falsch waren. Ja - wie war die Szene? Das ist sehr schwer auf den Punkt zu bringen. Vielleicht haben wir alles mit mehr Humor genommen – solche Öko-Hardcores haben wir dann mit besagtem „Böller statt Brot“ auf die Schippe genommen. Vielleicht haben wir schon unterschwellig gewußt das kritisches Hinterfragen nicht automatisch in eine Spaßbremser-Szene münden muß. Dieses Feeling muß man aber erlebt haben – es ist nicht so richtig in Worte zu fassen. Vielleicht kann ein Freund von mir von damals auch mal was dazu ablassen – möglicherweise wird’s dann deutlicher. Ich frag ihn mal...

    Lutz

  8. #17
    Benutzerbild von midnight_angel

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    also ich war 1988 gerade mal 16 Jahre alt...und habe damit logischerweise mit der 68-er Demoszene absolut nichts zu tun. Trotzdem haben mich eure Anekdoten heftigst amüsiert. Ich kann mir das peinlich berührte Gesicht lebhaft vorstellen bei "was, du kaufst eine Dose??". Muhahaha.....

    Trotz meiner Jugend in den 80ern habe ich doch ziemlich genau mitbekommen, wohin die Trends damals liefen und wer wirklich 80er war und wer nur so getan hat.

    Viele Grüße

  9. #18
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    [quote]Lutz postete
    [quote][b]Und für mich war der Guns-n-Posers-Cover noch ein Grund die nicht zu mögen So unterschiedlich kann das Empfinden sein. Apropos: Kann es sein das "The Doors" eher eine idealisierte Comic-Version der 60‘s ist? (ich habe den Film nicht gesehen).

    [b]

    Lutz
    Nichts gegen Poser!
    (Der andere Song von denen, der in meinem damaligen Empfinden die harmlos-naiven 80er beendete war "Civil War, aber zu GNR hab ich mich ja schon an anderer Stelle ausgelassen)

    ------

    Der Film "The Doors" (1991) ist strenggenommen ein überdimensionaler Musikvideoclip (soz. die wilden 60er für die MTV-Generation neu aufbereitet), aber was Optik und Atmosphäre angeht ein verdammt guter (Ich war richtig enttäuscht, als ich etwas später Original-Film-Dokumente von den Doors im TV sah).

    Der Film ist natürlich eine Hommage von Oliver Stone an seine Jugend und seine damalige Lieblingsband, und von daher wird die Bedeutung dieser einen Band für die 68er-Zeit sicher stark überzeichnet. Auch könnte man einwenden, daß das "normale" Amerika der "schweigenden Mehrheit", aber auch der politische "Movement" nur ganz am Rande vorkommen, aber es ging O. Stone ja auch nur um ein Sittengemälde der "Counterculture". Und dieses fiel bei diesem Regisseur natürlich wohlwollend, aber nicht naiv-idealisierend aus: Der Film schwelgt einerseits im Lebensgefühl der Counterculture, zeigt andererseits aber auch Jim Morrissons politisches Desinteresse, seine launische Art und seinen Persönlichkeitszerfall durch zuviele Drogen.

  10. #19
    Benutzerbild von
    Was seid ihr denn eigentlich immer für Spalter? Dieses Thema ist nicht totzukriegen. Aber unnötig wie ein Kropf! Reichts nicht, dass wir alle die 80er mögen? Nein, es muss auch nochmal nach Früh bis Mitte und Mitte bis Ende 80er aufgespalten werden, weil ja nur so richtig cool gewesen sein kann, was einige vielleicht noch nicht so 100% bewusst mitbekommen haben. So erweitert man den Kreis derer denen man vielwissend und unwiderruflich was "voraus hat".

    Das erinnert mich an Väter, die ihren Kindern 40 Jahre was von "Komm Du erstmal in mein Alter" erzählen, was so natürlich nie etwas bringt, weil der Alte eben auch älter wird... Und natürlich hat man damit die viel bessere Zeit auf seiner Seite und macht sich so unter den 80er Freaks noch etwas besser, als der etwas jüngere Stino-80er-Freak, der vielleicht erst so ab 85 in der Lage war die 80er rundum komplett in sich aufzusaugen. Der weiss ja gaaaaaaaar nicht was ihm entgangen ist, denn die "wahren" 80er endeten als er reif im Kopf wurde. Na' Herzlichen Glückwunsch!

    Mich erinnert das an das Distribution-Bashing, das übermotivierte Linux-Freaks untereinander veranstalten, weil ihnen dumpf auf Microsoft rumhacken nicht mehr den kompletten Kick gibt. Irgendwas muss an RedHat schließlich dann doch auch noch cooler sein als an SuSe oder eben umgekehrt... Wann wird es endlich mal aufhören, dass jeder dem anderen Beweisen muss, dass sein "Ding" und seine Zeit viel besser waren als alles was es sonst noch gibt oder danach kam? Es heisst: Leben und leben lassen!

    QBert

  11. #20
    Benutzerbild von Babooshka

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    "Leben und leben lassen", das ist klar. Aber Fakt ist doch, dass die 80-er so ab 1987 eine Wende erfuhren, weil das Lebensgefühl sich änderte - wie ich schon schrieb, war dies hauptsächlich aufgrund des Kalten Kriegs mit seiner atomaren Bedrohung, der allmählich seinen Schrecken verlor - und dementsprechend auch die Musik und Dinge wie z. B. die Art zu tanzen (Kartoffelsammlerschritt versus "throw your hands up in the air"). Man ging ja auch nicht mehr so häufig auf Friedensdemos, eben weil dieses Thema nicht mehr täglich in den Nachrichten auftauchte. Tatsache ist demnach auch, dass diejenigen, die erst um diese Zeit so um die 16 wurden, ein ganz anderes 80-er Gefühl hatten als die, die bereits Anfang der 80-er in diesem Alter waren. Und mir ist auch aufgefallen, dass diejenigen, die in den 80-ern bereits 20 wurden, dieses Jahrzehnt mehr lieben und wehmütiger daran zurückdenken als diejenigen, die damals jünger waren. Ich sage nur Florian Illies, 1971 geboren: "Die 80-er waren das langweiligste Jahrzehnt überhaupt". Können wir hier diese Meinung teilen? Nee, können wir nicht!

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