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80er ungleich 80er

Erstellt von Lutz, 24.11.2002, 18:17 Uhr · 36 Antworten · 3.663 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Lutz

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    QBert postete
    @ Lutz

    Gutes Beispiel für den Sarkasmus einer beleidigten Leberwurst.

    QBert
    Sarkasmus? Nein, was du hören zu meintest, war kein Sarkasmus, sondern nur das Kratzgeräusch deiner eigenen Borsten an meiner Rinde. Zurück bleibt bei mir nur für kurze Zeit eine gewisse Note, die durch den frischen Wind im Thread sicher schnell verfliegt. Und wenn du diesen Geruch für Leberwurst hältst, dann guten Appetit.

    Schade hätte ich gefunden wenn zu Diesem Thread kein oder kaum Feedback gekommen wäre. Oder nur heiße Luft wie von Dir. Aber für mich ist dieser Thread zu einem der interessantesten geworden seit ich dieses Forum entdeckt habe. Babooshka und Deetee (ich sag nur Fischer Z) starteten mit sehr lesenswerten und anschaulichen Schilderungen ihrer 80er. Die Anekdote von Luftgitarre mit der Cola Dose könnte einer Filmszene für einen 80er-Streifen entsprungen sein. Gerade der Austausch mit ihm war sehr inspirierend für mich. Auch Midnight Angel scheinen die Anekdoten mächtig zu gefallen. Alle die sich bis zu Deinem Posting hier äußerten haben verstanden worum es geht, nämlich die eigene Wahrnehmung der 80er zu schildern und mit anderen im Forum zu teilen. Gerade dadurch das jeder „unser“ Jahrzehnt mehr oder weniger anders sieht wird’s so interessant. Und ja, so etwas kann nur subjektiv sein und genau darin liegt der Reiz. Es geht also überhaupt nicht darum festzulegen wer „Recht“ hat und wer nicht, etwas zu beweisen, geschweige denn andere auszugrenzen. Das genaue Gegenteil ist der Fall, sprich einfach zu sagen was für einen *persönlich* die 80er ausgemacht haben. Das haben bis auf Deine Wenigkeit auch alle verstanden. Zitat Babooshka: „Das legt jeder für sich selber fest, würde ich sagen, ohne dass es allgemeingültig ist“. Comprende?
    Und damit verknüpfen sich natürlich gewissen Zeitabschnitte. Was das mit „Spalter“ oder „Überflüssig wie ein Kropf“ zu tun hat entzieht sich meiner Kenntnis. Einzig Dein Posting war hier überflüssig wie ein Kropf: Du gehst mit *keiner* Silbe auf das Thema ein und, nörgelst stattdessen auf einer völlig anderen Ebene herum, sprichst dem Thread sogar seine Legitimität ab. Das kommt nicht nur ziemlich arrogant rüber sondern ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle die sich die Mühe gemacht haben zum Topic ausführlich und mit spürbarem Enthusiasmus zu posten. Vielleicht kannst Du es ja nicht ertragen das Du (aus welchen Gründen auch immer) zum Thema nichts beitragen kannst? Wie ein kleines Kind was sich in der Sandkiste von den anderen Kindern ausgrenzt fühlt (möglicherweise ohne es wirklich zu sein) oder nicht genug beachtet wird und aus Frustration sämtliche Sandburgen kaputt macht. Natürlich hat Dein agressives Verhalten auch gar nichts damit zu tun das ein erstaunlich ähnlicher Threadversuch von Dir Null Feedback hatte? ( „Meine 80er Deine 80er - Wie wars bei Euch?“ (vom 27.12 letzten Jahres) – 0 Replys. Tja – Deine durchaus interessante Story hätte auch gut hier reingepaßt. Aber egal – Dir geht’s ja nicht darum hier konstruktiv was zu bringen, wie Du bewiesen hast.
    Entschuldige mich jetzt – ich möchte zum Topic des Threads zurückkommen, das macht nämlich nach wie vor richtig Laune. Ich habe auch keine Lust hier mit Dir über den Sinn des Threads zu diskutieren. Konzentriere Dich doch z.B. wieder auf den „RTL-Superstars“ Thread – der wartet schon auf Dich...

    Babooshka postete
    Tatsache ist demnach auch, dass diejenigen, die erst um diese Zeit so um die 16 wurden, ein ganz anderes 80-er Gefühl hatten als die, die bereits Anfang der 80-er in diesem Alter waren. Und mir ist auch aufgefallen, dass diejenigen, die in den 80-ern bereits 20 wurden, dieses Jahrzehnt mehr lieben und wehmütiger daran zurückdenken als diejenigen, die damals jünger waren. Ich sage nur Florian Illies, 1971 geboren: "Die 80-er waren das langweiligste Jahrzehnt überhaupt". Können wir hier diese Meinung teilen? Nee, können wir nicht!
    Wer ist dieser Florian Illies ?

    Lutz

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von Lutz

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    Torsten postete
    Mag sein, dass die mittleren Jahre des 80er-Jahrzehnts für viele stellvertretend für diese Dekade sind. Fakt ist aber auch, dass es die hier genannten Unterschiede in fast allen Jahrzehnten gab und es daher der ganz normale Lauf der Dinge ist
    Für mich die frühen 80er. Klar gilt das sicher auch für andere Jahrzehnte. Nur die 70er habe ich in der Gesamtheit nicht so bewußt erlebt um diese Unterschiede ausmachen zu können (z.B. frühe 70er <-> späte 70er) und die 90er waren in den Bereichen die mich an den 80ern so fasziniert haben (Lebensgefühl, die Musik) für mein Empfinden eher belanglos. Die 70er erlebte ich eher als eine Einheit (doch dazu vielleicht an andere Stelle mehr).

    Torsten postete
    Und als viele dann in der zweiten Hälfte der 80er merkten, dass die angeblich so akute Bedrohung vor allem eine große Massen-Hysterie war und die politische Lage sich entspannte, schlug das Lebensgefühl auch nun wieder mehr in Richtung Spaßgesellschaft aus. Es gab mehr so genannten Kaugummi-Pop à la S/A/W, und das war für die sozialkritisch konditionierten Musikhörer der ersten 80er-Hälfte dann das deutliche Zeichen dafür, dass es abwärts geht.
    Jap – das habe ich auch so erlebt. Bananarama war ein schöner Indikator für diesen Wechsel - das naiv verspielte „Cruel Summer“ spiegelte wunderbar das Lebensgefühl der frühen 80er wieder während die späteren SAW-Produktionen Ende der 80er nur noch aalglatt wie aus dem Windkanal wirkten.


    Torsten postete
    Ich habe diese ganze Aufregung um die atomare Bedrohung schon damals nicht nachvollziehen können. Für mich war klar, dass so schnell keiner der beiden Supermächte auf die Idee kommen würde, mal flux auf den Knopf zu drücken - so mir nichts, dir nichts gibt sich von einigermaßen klar denkenden Politikern keiner mal eben so dem kollektiven Selbstmord hin. Zumal beide Seiten aus der wirklich bedrohlichen Lage in der Kuba-Krise gelernt hatten und kaum daran interessiert gewesen sein dürften, sich abermals in ein solches Szenario zu begeben.
    Natürlich war es nicht mit der Kuba-Krise vergleichbar. Aber ich muß wohl doch mal wühlen und einiges raus kramen was ich schon Luftgitarre gegenüber andeutete.

    Torsten postete

    Übrigens: Der Song "Tschernobyl" von Wolf Maahn ist für mich eines der übelsten Produkte von Betroffenheits-Geseire, die die 80er hervorgebracht haben. Um's mal mit den Worten von Roger Willemsen zu sagen: Da kommt mir der Kotz hoch! Wahrscheinlich bildet sich der Kerl heute noch ein, mit diesem zeigefingernden Bullshit irgendwas erreicht zu haben - dabei gibt's nix Schlimmeres als Musiker, die tatsächlich glauben, mit solchen Botschaften die Welt zu verändern!
    [/i]
    Mich würde doch sehr wundern wenn Willemsen das über Maahn sagen würde. Da gibt’s ganz andere die er mit so nem Spruch treffen möchte (z.B. Erika Berger ).... Ich, der in den 80er Maahn sehr gern gehört hat (tolles Konzert in der Hamburger Markthalle) würde den Song aber auch nicht als den Brüller bezeichnen...

    Torsten postete

    Übrigens: Der Song "Tschernobyl" von Wolf Maahn dabei gibt's nix Schlimmeres als Musiker, die tatsächlich glauben, mit solchen Botschaften die Welt zu verändern!
    [/i]
    Doch – Leute die meinen „man kann ja sowieso nichts ändern“. Ob das allerdings so geschehen muß wie bei Maahn (ich habe an den Text überhaupt keine Erinnerung mehr und bin auch gerade zu faul zu „googeln“) sei mal dahingestellt.

    Torsten postete
    Dann lieber das sinnfreie Mitsäuseln von Tiffany-Songs...
    Du scheinst wirklich eine gewisse Affinität zur Sinnfreiheit zu haben

    Torsten postete
    Themenwechsel!

    Was die "modischen Entgleisungen" angeht: Wenn ich mir Fotos und TV-Bilder aus der ersten 80er-Hälfte anschaue, so stehen die damaligen Schrecklichkeiten denen der späteren Jahre in keinster Weise nach. Vorher war's eher düster, später blendend bunt –
    Vorher/Später? Finde ich nicht. Sisters Of Mercy und The Cure waren zeitgleich in den frühen 80ern angesagt wie Cyndi Lauper oder der kaum weniger schrillbunte Prince. Wobei ich nur mit letzterem nie was anfangen konnte Gerade diese Vielschichtigkeit machten gerade die frühen 80er aus. Wirklich grausam fand ich persönlich das Tiffany Outfit das ich im Eingangsposting ansprach. Mir gefiel die Mode tendenziell Ende der 80er schlechter. Ich sehe da einen roten Faden der mit der musikalischen Entwicklung verwoben ist (siehe „Zäsur in der Popmusik-Thread“ wo öfters 1986/87 viel) .

    Wenn wir jetzt rein beim Outfit bleiben dann sind die Mädels von Human League auch ein schönes Beispiel. Schau Dir mal ihre Klamotten bzw das Outfit in den frühen und späten 80ern an.

    Stichwort Musik: Diejenigen, die das Ende der 80er so um 1987 festlegen, stoßen sich ja bekanntlich vor allem an der damals aufkommenden Techno-Welle, die in Projekten wie Bomb The Bass, M/A/R/R/S
    War „Bomb The Bass“ wirklich schon Techno?

    Torsten postete
    Wenn einem diese Art der Musik nicht gefällt, ist ja nichts dagegen zu sagen - aber die 80er sind nun mal auch das Jahrzehnt, in dem die elektronisch erzeugte Musik ihren Siegeszug um die Welt antrat. Und dazu zählen eben auch Bands wie Heaven 17, OMD oder Ultravox, sodass auch diese Protagonisten - und wenn nur ungewollt - dazu beigetragen haben, dass sich daraus später verschiedenste Mutationen bildeten.
    Also o.g. Gruppen haben denke ich musikalischen keine „Schuld“ am Techno. Da gäbe es sicherlich treffendere Beispiele. Leider haben‘s wohl plötzlich viele cool gefunden möglichst alte Drumcomputer mit Pattern ohne Snare zu füttern Roland ist schuld Oder es war alles nur ein Softwarefehler der zu einer Stilrichtung mutiert ist? Aber ging das richtig nicht erst in den 90ern los?

    Überhaupt: In den USA z. B. dürfte die Entwicklung der 80er deutlich anders gesehen werden.
    BTW: Als ich Ende der 80er in New York war konnte ich beim Autofahren sogar Rap-Musik was abgewinnen – das paßt irgendwie zur Stadt. Andererseits ist der Soundtrack vom aktuellen Computerspiel GTA Vice City, der den Ami-Musikgeschmack der 80er widerspiegelt, durchaus auch für europäische Ohren ein Genuß. Siehe:

    http://www.die-80er-jahre.de/forum/s...175&highlight=

    Denn dort entstand seit 1983 das, was wenig später als House (hauptsächlich Chicago House und Detroit Techno-House) das große Ding in den Clubs wurde. Ab 1987 schwappten die Einflüsse dieser tanzorientierten Musik dann auch in die europäischen Hitparaden und bildeten den großen Gegensatz zur üblichen Pop-Mucke. Im Grunde genommen wurde hier schon die Einstellung deutlich, die Westbam später mit seinem Track "No More Fucking Rock'n'Roll" zum Ausdruck brachte: Ablösung der Rock- und Popkultur als führende Stilrichtung und Hinwendung zu durchweg technoiden Sounds. Tja, und wenn man sich die kommerzielle Musiklandschaft der letzten Jahre so anschaut, dürfte dieses Vorhaben wohl (leider?) gelungen sein...
    Wobei der Mainstreamtechno wohl eindeutig auf dem absteigenden Ast ist. Achtet einfach mal darauf wie sich die Beats verändern. Die Off-Beats sind wieder im kommen. Dieses extreme „unz unz unz“ hört man doch nur noch vereinzelt in der für die Ab12-Zielgruppe auf den Markt geschmissenen Stangenware a la Scooter. Aber es hat ja auch lange genug gedauert (gefühlte Zeit 20 Jahre ) Hey die 00er (klingt irgendwie, ähm, unpassend ) kommen!


    Lutz

  4. #33
    Benutzerbild von
    Dazzle postete
    Sorry, ich wollte hier niemandem auf den Schlips treten,
    ich habe auch den hier >< vergessen!


    Habe ich auch nicht so aufgefasst ;-)

    Es gab auch für mich negative einschneidende Erlebnisse, Gefühle und Erfahrungen in den 80ern, na klar, im Nachhinein mit knapp 15 oder mehr Jahren Abstand aber wird es das Fun-Jahrzehnt für mich bleiben.

    Ich denke auch gerne an die 80er zurück und das trotz vieler kleinerer und mittlerer Tragödien die sich in dieser Zeit abspielten. Ich würde das alles immer wieder nochmal durchleben wollen wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Also muss es unterm Strich gut gewesen sein Und ich weiss auch ganz genau, dass ich die letzten Zuckungen des Kalten Kriegs und das atomare Gleichgewicht der Großmächte damals schon genauso realistisch und wenig hysterisch eingeschätzt habe wie heute im Rückblick. Ich war damals noch ein junger Teenie, aber den Spiegel habe ich mir trotzdem schonmal gekauft und auch die Tageszeitung gelesen und mir eine ganze Menge Reportagen zum Geschehen in der Welt angeschaut.

    Damit war ich so ziemlich alleine in meiner Altersgruppe, aber genau deswegen brauche ich mich wegen meiner späten Geburt, was eine Meinung zu diesen Themen angeht, heute nicht zu verstecken. Und es gab auch damals schon genug Hinweise, dass die Bedrohung zwischen USA und Udssr nur noch künstlich am Leben gehalten wird und vor allem die US-Geheimdienste die Stärke der Udssr maßlos übertrieben haben, um für sich und das Militär weitere Mega-Budgets zu sichern. Das den Russen schon längst die Puste ausgegangen war, war schon 82/83 absehbar, als viele US-Konkurrenzprojekte permanent auf der Kippe standen, wie z. B. der US-Shuttle-Konkurrent "Buran". Aber genau deshalb poste ich ja hier auch diese Meinung. Ich finde, dass das Szenario damals von vielen stark übertrieben wurde.

    Da muss ich übrigens auch Torsten Recht geben, was Tschernobyl angeht und zwar in der Hinsicht, dass man Tschernobyl damals ausgeschlachtet hat um auf die Abschaltung unserer AKWs zu drängen. Diesem "das kann bei uns auch passieren"-Gedanken, war kaum zu widersprechen, aber die Verhältnismäßigkeiten und das "in einen Topf schmeissen" war eigentlich nicht in Ordnung. Ich hänge nicht an der Atomenergie, aber ich habe auch was gegen unsaubere und eher fanatische Aufhetz-Methoden mancher Interessengruppen. Aber das Problem haben wir heute noch. Nach dem 11.9.01 wollten meine Kollegen auch nicht mehr in ihrem popeligen 12. Stock arbeiten, nur weil am anderen Ende der Welt eine historisch bisher einmalige Tragödie passiert ist. Als ob nichts näher läge, als das einen Tag später von hunderten Millionen von Büros auf der Welt ganz logisch ihres das nächste wäre, in das ein Jumbo rast und das obwohl der so tief gar nicht fliegen kann..... Wir neigen wohl zu Überreaktionen und Übertreibungen.

    Manchmal hatte ich in den 80ern fast den Eindruck, manche finden Gefallen daran sich in so eine knisternde gespannte Atmosphäre hochzuputschen um Teil einer möglichst spannenden Zeit zu sein und spannend ist eben oft das was gefährlich scheint. Wenn einem tatsächlich nichts passiert, macht das manchmal auch Spaß... Heute haben wir es da leider nicht mehr so komfortabel, denn es geht nicht um ein in seiner Unberechenbarkeit berechenbares Riesenreich in abgesteckten Grenzen.

    QBert

  5. #34
    Benutzerbild von
    Lutz postete
    Und damit verknüpfen sich natürlich gewissen Zeitabschnitte. Was das mit „Spalter“ oder „Überflüssig wie ein Kropf“ zu tun hat entzieht sich meiner Kenntnis. Einzig Dein Posting war hier überflüssig wie ein Kropf: Du gehst mit *keiner* Silbe auf das Thema ein und, nörgelst stattdessen auf einer völlig anderen Ebene herum, sprichst dem Thread sogar seine Legitimität ab. Das kommt nicht nur ziemlich arrogant rüber sondern ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle die sich die Mühe gemacht haben zum Topic ausführlich und mit spürbarem Enthusiasmus zu posten.

    Ich wollte eigentlich hierauf gar nicht mehr antworten, aber da Du ja auch andere in Deine Unmutsbekundungen mir gegenüber einbeziehst, will ich das doch nochmal richtig stellen(und mich dann am besten hier raushalten): Ich finde nicht, dass sich jemand ins Gesicht geschlagen fühlen könnte und sollte, nur weil ich der Meinung bin, dass diese hier häufig anklingende Kategoriesierung in "gute 80er böse 80er" nicht das wahre ist (was ja - oh Wunder - *auch* jemand verstanden hat). Und Du, der ja auch Begriffe wie "mittlere Katastrophe" und "grausame Entgleisungen" für Dinge die nach 87 kamen verwendet, solltest keine Probleme haben, "Kenntnis" darüber zu erlangen wie ich dazu komme. Denn wie Du ja selbst schreibst, hat jeder zu Dingen (und eben nicht nur zu solchen aus den 80ern) seine Eindrücke und Meinungen und zwar ganz subjektiv. Und ich denke bei abwertenden Äußerungen zu den späteren 80ern (siehe oben) ganz persönlich und subjektiv einfach nur: Spalter am Werk! Das muss man dann vielleicht einfach mal so annehmen und ebenfalls keinen Allgemeinverbindlichkeitsanspruch daraus ableiten, wenn man beides selbst für sich doch auch beansprucht. Wer sich davon beleidigt fühlt, dem kann ich nicht helfen. Meine Absicht war es nicht, ich wollte lediglich meine Meinung zu diesen Wertungen sagen. Wer nicht abgrenzen will, der macht solche Wertungen nicht, da sollte man dann auch ehrlich sein. Und das ich nur rumgenörgelt hätte, halte ich für ein Gerücht. Danach habe ich ja nun noch einiges zum Thema geschrieben, offenbar nicht im Monolog. Wenns natürlich verboten ist auch über persönliche Eindrücke zu diskutieren...

    Zu den ebenfalls abwertenden Äußerungen zu meiner Person und Threads an denen ich beteiligt bin (wobei Du dann konsequenterweise auch hättest bedenken müssen, dass Du u. U. anderen Leuten damit "ins Gesicht schlägst", die ebenfalls mit "Enthusisasmus" daran beteiligt sind) äußere ich mich nicht weiter, sie werden Deinem Blutdruck sicherlich gut getan haben und haben meinem nicht geschadet. Manches muss eben einfach mal raus.

    Entschuldige mich jetzt – ich möchte zum Topic des Threads zurückkommen, das macht nämlich nach wie vor richtig Laune.

    Kein Problem, viel Spaß noch (ernsthaft)!

    QBert

  6. #35
    Benutzerbild von Torsten

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    Der Beitrag muss mal wieder gesplittet werden...

    Teil 1:

    @ Lutz:

    Zunächst möchte ich zu einigen grundsätzlichen Punkten dieser Diskussion Stellung nehmen...

    Was den Sinn dieses Threads angeht: Selbstverständlich ist es legitim und durchaus interessant, über diverse Unterschiede innerhalb einer Dekade zu diskutieren. Die Frage ist nur, mit welcher Attitüde und welchem Habitus dies geschieht. Sätze wie

    "Was meint ihr? Seht ihr auch diesen Gegensatz? Vielleicht kann man diesen Unterschied auch nur sehen, wenn man altersmaessig eben das komplette Jahrzehnt bewusst aufsaugen konnte?"

    oder

    "Dieses Gefuehl kann glaube ich nur jemand wirklich verstehen, der das damals selbst erlebt hat - es ist kaum in Worten auszudruecken."

    haben - ob nun gewollt oder nicht - zweifellos einen gewissen Ausgrenzungscharakter. Abgesehen davon, dass dies einer solchen Diskussion abträglich ist, haben solche Aussagen meines Erachtens auch keinerlei "sittlichen Nährwert".

    Eigene Erfahrungen werden innerhalb solcher Debatten in geradezu lächerlichem Ausmaße überschätzt. Und zwar deshalb, weil sie naturgemäß nur jeweils eine subjektive Einschätzung der damaligen Zeit liefern. Ich für meinen Teil (Baujahr 1971) pflege zu den 80ern eine deutlich distanziertere Sichtweise und gehe deshalb mit wesentlich neutralerer Einstellung an solche Diskussionen heran. Sicher, die 80er waren meine Teenie-Zeit, aber das heißt noch lange nicht, dass sie deshalb irgendwie was Außergewöhnliches sind. Gleiches gilt für meine besonders "wilde" Phase zwischen 1988 und 1995 - das sind alles nur bestimmte Abschnitte aus meinem Leben, die ihre guten und schlechten Seiten hatten. Nicht weniger - aber weiß Gott auch nicht mehr...

    Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich mich auf dieser Seite schon häufig über die verklärenden und romantisierenden Phrasen oder Anekdoten einiger anderer User amüsiert habe. Für mich sind die 80er eigentlich nur in dreierlei Hinsicht wirklich erwähnenswert: Erstens die vielfach langlebige Musik, zweitens der Beginn des Computer-Zeitalters, drittens die Öffnung des Eisernen Vorhangs. Meinetwegen auch noch die legendäre deutsche Tennis-Herrlichkeit mit Boris Becker und Steffi Graf, an die ich mit Wehmut zurückdenke. Das war es. Alles andere - ob Sport, Politik oder Mode (egal, wie hässlich) - ist nichts anderes als der Lauf der Geschichte und unterscheidet sich in punkto Außergewöhnlichkeit in keinster Weise von anderen Jahrzehnten!

    Und deshalb: Wenn Babooshka schreibt

    "Ich war wie du auch bloß in den ersten paar Jahren der 80-er Teenager und wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb, bei mir waren die 80-er mit all ihrem typischen Feeling 1987 vorbei.",

    kann ich nur antworten: Nicht die 80er waren vorbei, sondern vielmehr die Zeit, die einen damals besonders geprägt hat. Für mich persönlich gab's Mitte der 90er auch einen Schnitt, aber deshalb ist der Rest des Jahrzehnts noch genauso typisch oder untypisch für diese Dekade wie die erste Hälfte. Das muss mir nicht unbedingt gefallen, aber man kann sich ja schließlich nicht allen Ernstes den Realitäten verweigern...

    Ganz ehrlich: Wenn ich mir so manche Statements ansehe, die ich nicht nur in diesem Thread gelesen habe, sollte diese Seite für einige User vielleicht besser in"Die 1982 bis 1987-Fan-Seite" umgetauft werden. Ich persönlich interessiere mich währenddessen aber lieber für sämtliche Phänomene dieses Jahrzehnts und fröne meiner oft gepriesenen Vielfältigkeit...

    In Bezug auf die Musik heißt das beispielsweise, dass mir sowohl die Songs mit deutlichem 70er-Flair gefallen ("Woman In Love" / Barbra Streisand; "Take That Look Off Your Face" / Marti Webb; "Birds Of Paradise" / Peter, Sue & Marc) als auch die angeblich typischen 80er-Titel ("Dancing With Tears In My Eyes" / Ultravox; "Two Tribes" / Frankie Goes To Hollywood; "Forever Young" / Alphaville) und die hier häufig geschmähten Spät-80er ("Boys" / Sabrina; "Beat Dis" / Bomb The Bass; "Pump Up The Jam" / Technotronic). Das alles gehört für mich zu den 80ern, auch wenn natürlich und ohne jeden Zweifel ab 1987 eine deutliche Trendwende zu verzeichnen war. Das braucht man gar nicht "erfühlen", das kann man problemlos an den damaligen Charts ablesen...


    "Ich finde es total interessant, dass man das "gefuehlte" Ende der 80er offenbar, voellig unabhaengig voneinander, fast auf's Jahr genau uebereinstimmend festlegen kann."

    Das ist weniger interessant als vielmehr logisch: Der Beginn der damaligen Entspannungspolitik und die damit einhergehende Trendwende in Mode und Musik sind ja schließlich nicht regional unterschiedlich, sondern für alle gleich gewesen! Dementsprechend bedeutete das Umschwenken zur Spaßgesellschaft für die alteingesessenen 80er-Verehrer natürlich eine einschneidende Veränderung des Lebensgefühls; die glorreichen alten Zeiten wurden beschworen, und damit bemühte man die alte Leier der früheren Generationen, von denen man sich ja eigentlich distanzieren wollte...

    Aber wie zitiert Florian Illies in "Generation Golf" einen Satz aus der Tempo so schön: "Alle Leute, die panisch darauf bedacht sind, bloß nicht zu werden wie ihre Eltern, machen in der Regel komplette Idioten aus sich."

    Dieser These kann ich nur ausdrücklich zustimmen...

    Wenn mich mal die Wehmut packt und ich alten Zeiten nachtrauere, dann vor allem aus einem Grund: Es war alles ruhiger und bedächtiger. Müsste man unsere heutige Zeit mit zwei Worten beschreiben, wäre das: hektisch und schnelllebig. Nichts ist von Dauer, nichts von Bestand - ein einziges Jagen nach dem nächsten Kick. Was diese Dinge angeht, merke ich an mir selber, dass ich in mancher Hinsicht immer konservativer werde (ich hätte z. B. nix dagegen, wenn es nur noch höchstens fünf Fernsehprogramme gäbe, denn die heutige TV-Landschaft strotzt nur so vor Sendungen, die die Welt nicht braucht). Das heißt aber nicht, dass ich nun anfange, vergangene Zeiten zu glorifizieren!

    Insofern, lieber Lutz, musst du dir die Kritik von QBert schon gefallen lassen. Ehrlich gesagt, mich als neutralen Beobachter hat es schwer gewundert, dass seinem Thread "Meine 80er - deine 80er" so wenig Beachtung geschenkt wurde (ich selber bin schlichtweg zu faul, um meine persönlichen 80er in einem monströsen Text zu schildern). Ich bin der Meinung, dass sein Beitrag wesentlich neutraler, wertfreier und dem Thema daher angemessener formuliert war. Somit hätten also die Postings aus deinem Thread dort wesentlich besser hereingepasst als umgekehrt.

    Es ist jedenfalls ein deutlicher Unterschied, ob man schreibt, was einem persönlich an den 80ern gefallen oder etwas bedeutet hat und was nicht - oder ob man mit gewissen Formulierungen mehr oder weniger unterschwellig zum Ausdruck bringt, dass ja nur ganz bestimmte Jahre das wirklich Wahre gewesen seien und diejenigen, die anders empfinden, die damalige Zeit wohl irgendwie nicht beurteilen könnten...

    Wer so denkt bzw. sich so ausdrückt, muss auch damit rechnen, Gegenwind zu ernten!

    Ach ja, und noch eine Bemerkung am Rande. Was die von dir als Beweis angeführten positiven Reaktionen auf diesen Thread angeht, kann ich nur sagen: Das bedeutet in diesem Forum leider gar nichts. Denn diejenigen, die auch mal mit sehr klaren Worten Kritik äußern, sind hier leider in der Minderheit. Es klingt vielleicht merkwürdig - aber solltest du die Absicht haben, diesem Forum noch eine längere Zeit treu zu bleiben, sage ich dir aus eigener Erfahrung: Die Zeit wird kommen, in der du so ehrliche Statements wie die von QBert zu schätzen weißt. Mir jedenfalls gefällt ein gelegentlich harter, kompromisslos ehrlicher Schlagabtausch wesentlich besser als irgendwelches müdes Geseire, das dann zu solch merkwürdigen Geschichten wie kürzlich in der "Klickdiskussion" führt...
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  7. #36
    Benutzerbild von Torsten

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    Teil 2:

    @ Lutz:

    Nun aber noch zu einigen deiner Stellungnahmen zu meinem letzten Posting:

    "Nur die 70er habe ich in der Gesamtheit nicht so bewußt erlebt um diese Unterschiede ausmachen zu können (z.B. frühe 70er <-> späte 70er)"

    Lutz, man muss doch bestimmte Zeiten nicht selbst miterlebt haben, um einen Überblick über die gesellschaftlichen Strömungen und Entwicklungen vergangener Zeiten zu bekommen. Sonst hätten ja auch sämtliche Historiker dieser Welt keinerlei Existenzberechtigung! Es gibt doch gerade heutzutage genügend Quellen, durch die man sich über die Vergangenheit informieren kann. De facto bekommt man dadurch im Gegenteil einen oftmals wesentlich objektiveren und allumfassenderen Eindruck als diejenigen, die nur aus ihrer eigenen Perspektive zurückschauen...


    "Bananarama war ein schöner Indikator für diesen Wechsel - das naiv verspielte "Cruel Summer" spiegelte wunderbar das Lebensgefühl der frühen 80er wieder während die späteren SAW-Produktionen Ende der 80er nur noch aalglatt wie aus dem Windkanal wirkten."

    Hier mache ich es mir mal einfach und lasse zum Ausdruck meiner Ansicht zu diesem Thema Andrew Oldham (Autor der ABBA-Biographie) zu Wort kommen:

    "Und schließlich Stock, Aitken & Waterman, die mit übermütiger Arroganz und Opportunismus das Ende der Dekade einläuteten, indem sie die Tanzfläche zur Spielwiese für die niedrigsten Popinstinkte machten. Selbstredend wurden S/A/W von jedem über dreizehn geschmäht und verachtet, aber was ist, wenn man heute ihre Scheiben hört? Sie sind gut! 'Never Gonna Give You Up' von Rick Astley tönt mit einem herzerwärmenden Beat und einer Freude aus den Lautsprechern, die selbst den schärfsten 80er-Kritiker überraschen wird. 'Oh, das gefällt mir, was ist das?', setzt man an, bevor einem plötzlich klar wird, was es tatsächlich ist...

    Und erst die Platten von Jason und Kylie, besonders die von Kylie. 'I Should Be So Lucky', 'Especially For You', 'Je Ne Sais Pas Pourquoi'. Ein Soundtrack zur Jugend, und ein würdiger noch dazu, auch wenn die Philosophie von S/A/W eher auf Produktionstechnik denn auf reine Songwriting-Qualitäten setzte. Die Zeit wird kommen, die uns eine völlige Neubewertung der Kylie-Minogue-Scheiben bringt. Man wird sie als Klassiker des Pop bejubeln, genau wie man langsam den Wert der Hits von ABBA anerkennt.

    Auch wenn Kylies Platten durch die starke Betonung der Produktionstechnik viel stärker durch ihre Zeit geprägt sind, als es ABBAs Scheiben je waren. Aber Mike Stock, Matt Aitken und Pete Waterman hatten die fundamentalen Regeln klassischer Popmusik begriffen. Einfache Akkorde, unwiderstehliche Refrains, fröhlicher Gesang, tanzbare Beats, wenig anspruchsvolle Texte, eine warme Atmosphäre und nichts, aber auch gar nichts über vier Minuten.

    Vielleicht ist es das Los großer Popmusik, als bedeutungslose Eintagsfliege abgetan zu werden, auch wenn es offensichtlich ist, dass wirklich großer Pop eben genau so daherkommen muss, um unvergänglich zu sein."


    !!!!!


    "Mich würde doch sehr wundern, wenn Willemsen das über Maahn sagen würde. Da gibt's ganz andere die er mit so nem Spruch treffen möchte."

    Es ging ja auch nur um die von mir benutzte Redewendung. Allerdings könnte ich mir sogar verdammt gut vorstellen, dass Roger zumindest zu dem von mir angesprochenen Song genau dasselbe sagen würde - ist er doch ein rigider Verächter jeglichen moralinsauren Gutmenschentums...

    Und wie sagt auch der bemerkenswerte Philosoph und Medienwissenschaftler Norbert Bolz, auf den ich gleich noch mal zu sprechen kommen werde, so schön: "Wer moralisiert, erspart sich das Denken. Wer dagegen Distanz zur Moral hält, gilt als Zyniker."


    "Doch - Leute, die meinen, 'man kann ja sowieso nichts ändern'."

    Na, das scheint ja irgendwie dein Lieblingsthema zu sein...

    Meine Meinung dazu: Die Verdienste der Demo-Kultur seit 1968 beschränken sich auf drei Punkte. Erstens die 5exuelle Revolution und die damit verbundene Emanzipation der Frauen; zweitens die Schärfung des ökologischen Bewusstseins mit dem Erfolg, dass sich die Grünen zu einer renommierten Partei entwickelten (auch wenn man über ihren aktuellen Stellenwert trefflich streiten kann). Und drittens natürlich die friedliche Revolution in der damaligen DDR, die den Fall der Mauer zur Folge hatte.

    Ansonsten halte ich den Stellenwert vieler Protestbewegungen für maßlos überschätzt. 80 bis 90 Prozent der Beteiligten waren oder sind Mitläufer, die sich einfach darin gefallen, mal gegen irgendwas Stellung zu beziehen. Ob das in letzter Konsequenz wirklich Sinn macht, spielt dabei häufig keine Rolle...

    In diesem Zusammenhang komme ich jetzt nochmals auf den bereits oben erwähnten Norbert Bolz zu sprechen. Aus seinem Buch "Die Konformisten des Andersseins - das Ende der Kritik" (das ich dir nur dringendst empfehlen kann) zitiere ich mal einen kleinen Ausschnitt. Leider ist das meiste im typischen Intellektuellen-Deutsch verfasst, da muss ich mich als Nicht-Akademiker auch gelegentlich durchkämpfen...

    "(...) Man braucht ja Schuldige, um die Komplexität der Welt zu reduzieren; und deshalb erfindet man Verantwortlichkeiten. So entsteht die spezifisch deutsche Tugendhaftigkeit aus Entrüstung: Das Auftreten der Dauer-Empörten und chronisch Gekränkten, deren Betroffenheit und Bedenkenträgerei sich bei nüchterner Betrachtung als moralisch verhüllte Formen des Voyeurismus erweisen. Hinzu kommt die narzisstische Befriedigung, sich für besser halten zu dürfen als die anderen.

    Es fehlt nicht an prägnanten Begriffen zur Beschreibung dieses Syndroms. Odo Marquardt hat im Rückblick auf die 68er von einer Tribunalisierung der Gegenwart durch die gesprochen, die, statt Gewissen zu haben, das Gewissen zu sein beanspruchen: Ich klage an... im Namen von...

    Und Henryk Broder spricht im Blick auf den intellektuellen Pazifismus heute von der Freude am gebührenfreien Gutsein. 1968 beginnt eine offenbar unendliche Geschichte der Stellvertreter-Negationen und Fernsolidaritäten, deren Psychodynamik aus der Verkoppelung von Heilsversprechen und Elendspropaganda erwächst.

    Dass es sich dabei tatsächlich um ein spezifisch deutsches, und zwar traditionsreiches Phänomen handelt, wird man vermuten dürfen, wenn man die Protestkommunikation der letzten 30 Jahre vor dem Hintergrund von Nietzsches brilliantem Aphorismus über die 'Nothsüchtigen' sieht. Für unseren Zusammenhang genügt hier die Einsicht in den Mechanismus, dass Elendsimporte einen heimischen Therapiebedarf schaffen. Und den befriedigt dann eine Therapie der paradoxen Intervention: Man induziert die Krise, die man beklagt."


    Alles klar?

    Das Wort "Elendspropaganda" gefällt mir hier übrigens besonders gut...

    Nun muss aber wieder gut sein mit anstrengendem OT-Geschwätz...


    "Du scheinst wirklich eine gewisse Affinität zur Sinnfreiheit zu haben."

    Stimmt - siehe oben...
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  8. #37
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
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    Teil 3:

    @ Lutz:

    "Gerade diese Vielschichtigkeit machten gerade die frühen 80er aus." [Mode]

    Ja, richtig - vielschichtig! Vielschichtig hässlich...

    Übrigens kam Prince ja nun auch eigentlich erst eher in der zweiten Hälfte der 80er zum Zuge (erste Hits Ende '84), von daher verkörpert der schon mal gar nicht mehr den Stil der ersten Jahre. Cyndi Lauper wurde auch erst 1984 richtig populär, und dass es da mit der eher düsteren Stimmung wohl schon so langsam zu Ende ging, beweist die Tatsache, dass bereits ein Jahr später deine Lieblingsband Modern Talking das Licht der Welt erblickte...

    Zum Stichwort "bunt" kann ich nur sagen: Liege ich da denn z. B. nicht richtig, dass beispielsweise diese schrecklich schrillen Neonfarben erst in der zweiten Hälfte der 80er so richtig hip waren? Kann mich da noch gut an eine bestimmte Jacke erinnern, die ich damals trug - bei dem Gedanken an diese Vergewaltigung der Augen wird mir jetzt noch schlecht...


    "War 'Bomb The Bass' wirklich schon Techno?"

    Nicht in dem Sinne, wie es dann in den 90ern verstanden wurde. Aber wenn man bedenkt, dass "Techno" nun mal von "technologisch" kommt, ist damit im weitesten Sinne eben jegliche Musik gemeint, die komplett aus dem Computer oder anderen elektronischen Instrumenten stammt. Insofern sind die von mir genannten Beispiele ohne Zweifel die Vorläufer dessen, was dann ab 1990 als "Techno" populär wurde...


    "Also o.g. Gruppen haben, denke ich, musikalisch keine 'Schuld' am Techno."

    Nicht bewusst und unmittelbar. Letztendlich aber hat eigentlich jeder, der elektronische Musik populär gemacht hat, einen kleinen Anteil daran, dass sich diese Art der Klangerzeugung dann später in allen möglichen Formen entfaltete, weil sie selbstverständlicher Bestandteil der Pop-Kultur wurde. Klar, wenn's Heaven 17, OMD oder Ultravox nicht gegeben hätte, wäre Techno trotzdem nicht zu verhindern gewesen, und ein Vergleich ist schon gar nicht angebracht. Aber schließlich ist House auch zu einem großen Teil aus dem Vorbild von Kraftwerk entstanden, und da hört man ja nun auch nicht gerade sofort eine Verwandtschaft heraus...


    "Roland ist schuld"

    Na, eigentlich mehr die, die an ihm herumgespielt haben...


    "Aber ging das richtig nicht erst in den 90ern los?"

    Ja und nein. Zu diesem Thema gibt's schon wieder Buchtipps: "Deep In Techno" von Marcel Feige schildert in chronologischer Struktur die Entwicklung der House- und Techno-Mucke bis 1999. Ist Gott sei Dank keine dröge Aneinanderreihung von Daten, sondern eine oftmals sehr amüsante Schilderung der "Szene" - vor allem die Entwicklung zum Kommerz- und Schlumpftechno wird mit viel Ironie und witzigen Beispielen, Interviews und Zitaten geschildert...

    Unglaublich viel Info-Gehalt bietet auch das mittlerweile leider vergriffene Buch "DJ Culture" von Ulf Poschardt. Das ist allerdings zumeist in brutalem Intellektuellen-Deutsch geschrieben, weil es sich um eine Diplomarbeit oder etwas in der Art handelt. Irgendwo in diesem Forum hab ich das auch mal ausführlicher erwähnt, vielleicht findest du den entsprechenden Thread per Suche-Funktion (wenn's dich überhaupt interessiert... )...

    So, genug für heute, mir tun die Griffel weh...
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