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80iger "kinder " gesucht.....

Erstellt von timur, 28.09.2002, 14:03 Uhr · 63 Antworten · 15.558 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Parallax M5

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    Hallo zusammen!

    Ich bin 1972 geboren und habe die 80er natürlich auch noch miterlebt, so richtig angefangen wegzugehen (Discos u.s.w.) habe ich aber erst 1988, da war ich 16 Jahre alt, allerdings hab ich das da auch noch nicht so richtig intensiv miterlebt weil ich damals (unter 18) in die meisten Discos garnicht reingekommen bin (leider)!
    Ich habe in den 80ern auf alle Fälle mehrere Phasen und Modeerscheinungen mitgemacht, ich glaube so um 1985 waren diese Karottenjeans mit den weissen Streifen links und rechts in, solche Hosen hatte ich natürlich auch, dazu hat man dann Adidas Basketballstiefel oder New Ballance oder Nike Joggingschuhe getragen (hatte ich auch), ich kann mich noch erinnern das ich in dieser Zeit (zwischen 1985 und 1987) öfter mal am Sonntag Nachmittag im Rollpalast in München/Pasing war (vieleicht kennen die Münchner unter euch ja den Rollpalas), das war eine Disco in der Man mit Rollschuhen auf einer Bahn fahren konnte, ich fand das total klasse denn da wurde noch richtig guter Pop, Synzhi-Pop und Italo Disco u.s.w. gespielt, dort haben sie z.B. solche Hits wie Pia Zadora - Litle Bit of Heaven und Velerie Doré - It´s so Easy u.s.w. gespielt, ich fahre ja immer noch auf so einen Sound ab aber leider spielen sie sowas nirgendwo mehr!
    So ab 1987 waren dann auf einmal "Diesel Jeans" angesagt, desweiteren waren "Best Company" Pullis in, dazu hat man "New Ballance" Joggingschuhe getragen, wie ihr seht waren die Kids auch in den 80ern schon auf bestimmte Marken aus, ich bin zu dieser Zeit auch so rumgelaufen, ab und zu hatte ich aber auch 501 Jeans, einen Rollkragenpulli und Cowboystiefel an, das war die Zeit wo gerade Acid entstanden ist (der Sound mit dem Smilie), Acid ist ja wohl irgendwie der Vorgänger von Techno, eine Acid Nummer aus dieser Zeit ist "Hithouse - Jack to the Sound of the Underground", das dürfte so 1988 gewesen sein!
    In der Szene kannte ich mich zu dieser Zeit aber noch nicht aus und ich wusste auch nicht wo man angesagte Clubs gefunden hat, so ab 1985 war ich oft im Freizeitheim bei mir in der Nähe, so gegen Ende 1987 war da mal eine Rap Party auf die ich dann auch gegangen bin, damals waren ja Rapper und Rap Gruppen wie L.L. Cool J, Run DMC, Neneh Chery, Two Life Crew u.s.w. schon sehr angesagt und eigentlich hat mir dieser Sound ja nie gefallen weil ich ja schon immer ein Fan elektronischer Musik, wie Italo Disco, Synthi-Pop, Wave, Acid und auch Techno und Trance sowie Dancefloor u.s.w. war, aber damals so gegen Ende der 80er war diese Musik bei den Kids sehr angesagt, ich kann mich noch erinnern das bei mir auf der Berufsschule eigentlich nur zwischen Rappern und Matlern differenziert wurde, was anderes gab es da irgendwie garnicht mehr oder sie waren in der Minderheit! Da ich das ganze Image der "Rapper" als 16 Jähriger aber auch irgendwie "cool" fand bin ich leider auch so rumgelaufen (zum Glück aber nicht lange) das war dann so gegen Ende der 80er wo es immer total oft Rap Parties gab, als Outfit waren da die "extrem" weiten Diesel Jeans angesagt die oben am Bund zwar etwas enger waren aber von da an eigentlich total weit und breit nach unten gingen und meistens sogar die Turnschuhe von der Hose verdeckt wurden, dazu hat man Kaputzenpullis und eine Basketball oder Baseballjacke drüber getragen! Ich kann nicht glauben das ich jemals so rumgelaufen bin, zum Glück habe ich diesen Modeboom aber nur ich glaube maximal eineinhalb Jahre mitgemacht, danach ist dann sowieso ziemlich bald die Techno Ära losgegagen die zwar noch bis heute gehalten hat aber die es leider nicht mehr in dieser Form wie in den Anfängen von Techno (so 1992 - 1993) gibt, anfangs waren die richtigen Techno Freaks auch noch eher recht "schrill" gekleidet!

    Meinen Führerschein habe ich ja erst 1990 bekommen und da waren die 80er ja gerade mal "knapp" vorbei, da war ich aber erst 18 und auch "mobil", ich glaube das man erst richtig von den 80ern erzählen kann wenn man in den 80ern kein Teenie mehr sondern auch schon erwachsen war, denn erst dann hat man alles mitmachen und erleben können, ich habe zwar auch sehr schöne Erinnerungen an die 80er aber das ganze schöne an das ich mich erinnere habe ich da noch als Kind oder als Teenager erlebt, was nicht bedeutet das ich micht gerne an die 80er erinnere denn die 80er waren so ziemlich die schönste Zeit meines Lebens, die anderen schönen Erinnerungen habe ich noch an die 90er denn da habe ich meinen Führerschein bekommen und konnte auch richtig weggehen weil ich 18 war und überall reingekommen bin u.s.w.!

    Gruß Franz

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von Babooshka

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    Na da kann ich als Neue ja gleich was dazu beitragen. Ich bin 1965 geboren und war also in den 80-ern ein Tee-Nager und eine junge Erwachsene. Alles in allem waren jene 10 Jahre sehr gemischt, aber dennoch gehört auch das dazu, was ich im Nachhinein meine besten Jahre nenne, nämlich die Jahre 1983 bis 85.

    Ich war einerseits ein relativ braves, ruhiges Mädchen - nach außen hin, denn in mir drinnen lebte eine Rebellin, die es nicht erwarten konnte, endlich erwachsen und somit frei zu sein. Zu Anfang der 80-er lief ich so rum, wie die meisten in meiner Klasse, nämlich noch End-70-er-geprägt in engen Wrangler-Jeans, Männeroberhemden, Sweatshirts und hochhackigen Stiefeln und Schuhen (ich war immer die Kleinste gewesen und brauchte daher meine Komplextreter), dazu selbstgebastelte ausgefallene Ohrringe, eine dicke Schicht Make-Up (ich war stets schlimm von Pubertätspickeln befallen) und einer Brille Marke "Pilot" mit blau-auslaufgetönten Gläsern. Très chic. Kurz darauf nahm der Ökolook in meiner Klasse Überhand - damals sagte man noch "alternativ" dazu. Eigentlich war dies ein Markenzeichen der politisch interessierten/engagierten Jugend, die häufig auch einem Joint nicht abgeneigt war. Mich interessierten weder Politik noch Drogen, trotzdem liebte ich meine Männerober- und Unterhemden, ausgefransten Jeans, Chinaschuhe (nein, ich hatte keine Roots, die waren verdammt viel zu teuer), Camelboots, Indienkleider und -röcke (damit trieb ich meine Mutter zum Wahnsinn, weil ich nichts anziehen wollte, das nicht das Label "Made in India" trug) und riesengroßen Pullis. Na und die Opawesten und Baumwollhalstücher dürfen natürlich in der Aufzählung nicht fehlen! Übrigens, wurden in anderen Städten auch Baumwollwindeln durch Batiken zu Halstüchern umfunktioniert oder war das nur in Berlin so?

    Ich ging aufs Gymnasium, war bereits in der neunten Klasse einmal sitzen geblieben und 1982 passierte es dann: Ich rasselte zum zweiten Mal durch und flog von der Schule. Dieses traumatische Ereignis habe ich bis heute noch nicht ganz verarbeitet, habe ich doch immer noch von Zeit zu Zeit Schul-Albträume... Jedoch, es gab Rettung. Ich kam auf die Gesamtschule (musste dafür einmal durch ganz Berlin gurken: 3 Stunden Fahrtzeit pro Tag!) und baute dort schließlich, im hohen Alter von fast 21 Jahren, doch noch ein ganz passables Abi.
    An der Gesamtschule kam ich mir mit meinem Alternativ-Look vor wie ein Alien, denn hier herrschte die Charlie-Clochard-Höschen- Ballerinaschühchen- und Sweatshirtkleidchen-Fraktion vor, während die Aktenkoffer tragenden Jungen Basketballstiefel über weißen Tennissocken trugen, die sie über die Hosenbeine ihrer Karottenhose gezogen hatten. Auch die Musik war eine andere. Auf dem Gymnasium hörte man NDW, Karat und viele alte Sachen wie Beatles, Barclay James Harvest und Mike Oldfield. Auf der Gesamtschule waren Wham, Whodini, Kajagoogoo usw. angesagt. Kurz und gut, ich erlitt einen schweren Kulturschock, dennoch änderten sich meine Einstellung und mein Look im Laufe der Jahre fast unmerklich von selbst. Nein, so wie die anderen sah ich nie aus. Hatte ich zwar die eine oder andere Karottenhose und eine Zeitlang sogar Robin Hood-Stiefelchen und Stulpen, so kultivierte ich später einen gewissen, überwiegend schwarzweiß geprägten Retro-Stil, den ich aus den verschiedenen Berliner Secondhandshops bezog. Gegen Mitte der 80-er konnte man meinen Look als leicht wavig bezeichnen. Ich sprühte Unmengen von Studio Line-Haarspray in mein toupiertes Haar, das ich schließlich dunkelbraun färbte.

    Denke ich an die 80-er, denke ich an meine unzähligen Reisen erst nach Frankreich und dann nach Italien, die mich damals sehr stark prägten. Meinen ersten Schüleraustausch nach Frankreich machte ich bereits 1980 und fortan wollte ich nichts anderes, als jede Ferien nach Frankreich reisen. Was ich dann nach und nach auch realisierte: Ich wurde bereits in jungen Jahren Amateur-Reiseleiterin für alternative Parisreisen (organisiert von meinem Französischlehrer) und kam so für lau mehrmals im Jahr in die Stadt. Nur das Taschengeld musste ich mir mit Nachhilfestunden selber verdienen. Jede einzelne Frankreichreise ist mir unvergessen und in die Geschichte meines Lebens eingegangen. Die 80-er sind mit Frankreich und Frankreich ist mit den 80-ern untrennbar verbunden.
    Mitte der 80-er fuhr ich dann das erste Mal zu meinem Brieffreund nach Rom und war fortan zwischen zwei Ländern hin- und hergerissen, denn auch Italien faszinierte mich sofort. J'ai deux amours... sprachbegabt, wie ich war, lernte ich im Blitztempo Italienisch, umgab mich in Berlin mit möglichst vielen Italienern, um zu üben, fuhr noch einmal nach Rom, kam sehr verliebt zurück... und entschied, dass ich zum Studieren nach München ziehen wollte anstatt nach Frankreich, mit der Option, anschließend noch weiter nach Süden zu gehen, nämlich nach Rom...

    Wozu es letztendlich nie kommen sollte. Der Umzug nach München war ein Einschnitt in mein Leben und eigentlich waren da "meine" 80-er zu Ende. Ich habe München nie mit den 80-ern identifiziert; in meiner Erinnerung haben die nur in Berlin stattgefunden.
    Ich fing an, Sprachen zu studieren, meine Long-Distance Relationship zu meinem römischen Freund ging in die Brüche und dann begann privat eine sehr schlimme Zeit, auf die ich nicht näher eingehen möchte und die erst 1989 mit dem Fall der Mauer zu Ende ging. Mein Studium habe ich durchgezogen, aber die Erinnerung an die letzten Jahre der 80-er habe ich verdrängt. Lediglich an die Euphorie der Maueröffnung kann ich mich noch sehr gut erinnern, denn für einen Westberliner, der ständig mit dieser unsäglichen Mauer um sich rum leben musste, war das schon eine Reisensensation. Ich ärgere mich bloß, dass ich am 5.11.89 von Berlin zurück nach München fuhr und somit das große geschichtliche Ereignis um 4 Tage verpasst habe...

    Ja, und was war sonst noch...

    Die Musik, die ich wirklich hörte, der ich wirklich zuhörte, kam eher aus den 70-ern: Ich liebte Progressives (und liebe es bis heute). Aber natürlich klebte auch ich allwöchentlich am Radio, um die Chartsendungen zu hören und aufzunehmen, natürlich trieb auch ich mich in Discos rum und so wurde die Chartmusik der 80-er gewissermaßen zum Soundtrack meines Lebens in der Zeit. Die ich heute mit einem tiefen wehmütigen Seufzer höre... Musik, die ich damals doof oder uninteressant fand: OMD, Depeche Mode z. B., finde ich heute gut. Ja, und natürlich war meine Musik sehr französisch geprägt.

    Ganz toll fand ich es, als das Kabelfernsehen aufkam und mit ihm der englischsprachige Sky Channel. Stundenlang konnte ich davor hocken, meistens, wenn meine Eltern nicht zu Hause waren, denn sie konnten kein Englisch und wenig anfangen mit Videoclips. Natürlich guckte ich auch gerne Formel 1, aber bei Sky gab es täglich richtige Videosendungen, fast schon wie MTV. Ansonsten interessierte ich mich nicht so für Fernsehen. Dallas und Denver guckte ich nicht, die kamen immer viel zu spät abends, da musste ich schon schlafen, weil ich ja immer vorm Morgengrauen aufstehen musste. DIE 80-er Serie schlechthin war für mich "Ich heirate eine Familie", die ja immer mal wiederholt wird.

    Weggehen durfte ich zunächst nicht - ich war ein behütetes Einzelkind und Discos waren ein drogengeschwängerter Sündenbabel. Erst nach meiner Volljährigkeit ließ ich es allmählich immer mehr krachen und erlaubte mir, erst im Morgengrauen wieder aufzutauchen - das Ganze mit öffentlichen Verkehrsmitteln wohlbemerkt, denn so verwöhnt war ich Einzelkind nicht, dass ich zum 18. sowohl Führerschein als auch Auto bekommen hätte.

    Ach ja, meinen ersten richtigen Freund hatte ich natürlich auch in den 80-ern... dem dann noch etliche folgen sollten :-)

  4. #33
    Benutzerbild von timur

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    immer noch nix neues :-( heul & schnief

  5. #34
    Benutzerbild von Lutz

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    Danke Timur, das Posting von Babooshka waere mir beinahe durch die Lappen gegangen Irgendwie ist es hier manchmal ganz schoen schwierig die Uebersicht zu behalten bei all den Interessanten Geschichten.

    Sehr schoen geschrieben Deine Story, Babooschka. Kommt richtig gut rueber!
    Ich verbinde mit Frankreich und der französischen Sprache ganz andere Erinnerungen. Daran ist meine Franzoesischlehrerin schuld. Eine alte Franzoesin (nein ich sage nicht Schachtel ) die es fuer besonders klug hielt den kompletten Unterricht in ihrer Muttersprache abzuhalten. Ob dadurch die Haelfte der Klasse nicht mitkam war ihr egal. Naja, eigentlich bin ich sprachlich nicht unbegabt, aber sie hat mir .fr voellig verleidet. Spaeter habe ich einfach abgeschaltet und mich anderen interessanten Dingen wie Maedchen, etc gewidmet anstatt Vokabeln zu pauken...

    Ganz toll fand ich es, als das Kabelfernsehen aufkam und mit ihm der englischsprachige Sky Channel. Stundenlang konnte ich davor hocken, meistens, wenn meine Eltern nicht zu Hause waren, denn sie konnten kein Englisch und wenig anfangen mit Videoclips. Natürlich guckte ich auch gerne Formel 1, aber bei Sky gab es täglich richtige Videosendungen, fast schon wie MTV. Ansonsten interessierte ich mich nicht so für Fernsehen. Dallas und Denver guckte ich nicht, die kamen immer viel zu spät abends, da musste ich schon schlafen, weil ich ja immer vorm Morgengrauen aufstehen musste. DIE 80-er Serie schlechthin war für mich "Ich heirate eine Familie", die ja immer mal wiederholt wird.
    Ja Sky Channel war klasse. Kennst Du auch noch die englische Musicbox? Die war besonders gut. Ein Moderator durchgeknallter als der andere (der junge Ray Cokes war auch dabei!). Und ich meine damit nicht a la Kaffeefahrtlaberatoren von heute, sondern wirklich originell. Die Sendungen hiessen z.B. "OFF The Wall" ,etc....

    Lutz

  6. #35
    Benutzerbild von Babooshka

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    Freut mich Lutz, dass es dir gefallen hat. Timur, frag halt was, dann schreibe ich als Antwort einen Schlag aus meinem 80-er Leben!

    Sky Channel und Musicbox, lief die denn auf Sky? Dann habe ich sie bestimmt gesehen, aber an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Was ich sehr gut in Erinnerung habe, ist die Heartline und die Young, Free & Single-Show. Bei der Heartline gab's alle paar Monate eine Brieffreundschaftssendung. Mein italienischer Freund und ich haben da mal mitgemacht (in Italien gab's kein Sky, dafür aber schon MTV). Ich bekam ca. 11 Zuschriften und er mehr als 30! Oh, war ich neidisch und eifersüchtig! Denn natürlich "bewarben" sich auch viele kleine 17-Jährige um ihn... Bei Young, Free & Single musste man irgendwelche abgedrehten Briefe schreiben und wenn die in der Sendung gezeigt und vorgelesen wurden, gewann der Absender ein Young, Free & Single-T-Shirt. Und dann war da natürlich der Moderator Gary, oh wie attraktiv war der! Meine damalige Freundin wohnte in einem Haus und hatte kein Kabel, also kam sie öfter mal zu mir gucken, wenn ich sturmfreie Bude hatte. Nächtelang haben wir vor der Glotze gesessen und Gary angehimmelt!
    Ja, an Ray Cokes kann ich mich auch noch erinnern. Und Linda de Mol, die machte auch irgendwas bei Sky! Außerdem kam lustige Werbung und The Brady Bunch im englischen Original. Das ließen mich meine Eltern auch manchmal gucken, wenn sie anwesend waren, es diente schließlich meiner sprachlichen Bildung

  7. #36
    Benutzerbild von Susi84

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    Ich finde die ganzen Geschichten hier absolut super und muß mich jetzt auch mal beteiligen:
    Ich bin Jahrgang '69 und habe die 80er auch sehr bewußt miterlebt, was aber auch mit meinen damaligen und auch noch heutigen freunden zusammenhängt.
    Ich kann mich noch sehr gut an die damalige Musik erinnern, da ich auch jeden Freitag abend vorm radio gesessen bin um um 18 Uhr in Bayern 3 die Hitparade mit Thomas Brennicke aufzunehmen. Das lief dann so ab, daß der Cassettenrecorder ganz nah an das Radio gestellt wurde, sodaß das Mikrofon nur einen Zentimeter vor dem Lautsprecher stand. Die Aufnahme war zwar alles andere als gut aber man hatte die Lieder und war somit der King.

    Als ich 12/13 war, gab es dann bei uns die erste Disco für Kids in unserem Alter. Die fand immer Sonntag Nachmittag um 14 Uhr statt. Das war DIE Sensation. Das Ding war immer proppenvoll und man war sowas von "in". In dieser Disco haben wir dann auch die Premiere von Michael Jacksons "Thriller" video erlebt. Ich werd das glaub ich nie vergessen. Das Teil war so genial, daß es dann bis Discoende immer und immer wieder gespielt wurde. Ich kann mich auch noch erinnern, daß dieses video soviel Aufsehen erregte, daß es sogar in der Tagesschau ( oder war es "heute" ) erwähnt wurde.

    Zur Bravo muß ich sagen (nachdem ja hier oft gesagt wurde, daß das Mädchenkram war), daß ich mir am Anfang erst mal die Hefte von meinem Bruder stibitzen mußte.Für meine Mutter war das ja ein absolutes Drama, da sie solche Hefte aus Ihrer Kindheit ja überhaupt nicht kannte. Und außerdem lief ich ja als Mädchen auch Gefahr, daß ich durch solche Hefte etwas zu frühreif wurde. Natürlich hab ich das ignoriert ( wußte gar nicht, was sie von mir will...)und hab irgendwann meine eigenen Hefte bekommen. Natürlich gab es damals unter den Mädchen eine Art "Ehrenkodex": Nicht vor sechzehn mit einem Jungen ins Bett zu gehen.
    Was wir auch weitestgehend eingehalten haben....

    Während dieser Zeit kam ja auch das Breakdancefieber auf und ich weiß auch, daß ich ( ich gebs ja zu ) mit meiner Freundin jede Woche vor dem Fernseher versucht habe, diverse Moonwalks und Waves und was weiß ich noch alles zu üben; bis zum umfallen. Natürlich mit Eisi Gulp. Da das Wohnzimmer von ihr größer war als meines, hat sie ihre Mutter zu der Zeit dann immer aus dem Zimmer "geworfen". Es durfte ja keiner sehen, was wir so lernen ( wollten!) und wie wir uns anstellten. Ob es was geholfen hat.....
    Aerobic war natürlich auch Pflicht....mit Jane Fonda! Ich glaub meine Freundin hat immer noch ein Video von ihr.
    Als wir so 15/16 waren, mußten wir natürlich jedes Wochenende auf die Piste. Natürlich war es so, daß die angesagteste Disco ca. 40 Kilometer von uns entfernt mitten auf dem Land lag. Da gab es halt keine Night-Liner. Entweder kannte man jemanden, der einen mitnahm oder man hatte Pech. Gott sei Dank hatten wir beide Freunde, die 80er fuhren. Ich kann mich dran erinnern, daß man ein Gott war, wenn man eine 80er hatte. Am liebsten ( Mädels sind ja wählerisch) eine Yamaha DT in schwarz......träum....(der Hausrekord von uns liegt im übrigen bei fünf Leuten gleichzeitig auf einer Maschine...fahrend)
    Bloß hatten wir dann das Problem (Herbst/Winter): entweder wir schauen klasse aus und frieren uns halbtot auf der Fahrt oder man hat es schön warm und taugt in der Disco als abschreckendes Beispiel, wie man NICHT aussehen sollte. Wir haben gefroren!!!

    Die Frage ob die Jugend damals besser war oder nicht....ich weiß nicht. Uns ist es ja auch oft genug von unseren Eltern vorgehalten worden. Damals kam ja auch das graffiti auf und als Bruce & Bongo dann plötzlich das Wort "Geil" gesellschaftsfähig machten, ging die Jugend gänzlich den Bach runter.
    Das einzige, was ich besser fand, zumindest nach meinem Empfinden, war, daß der Rassismus nicht so ausgeprägt war. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, daß er solche Formen angenommen hat, wie es heute leider teilweise der Fall ist. Ich muß aber auch sagen, dadurch daß bei uns die Amerikaner waren, war das vielleicht auch einfach ganz normal. Allerdings hatten wir auch keine in unseren Schulen, da sie ja in Ihren "Barracks" wohnten und auch dort Schule hatten. Aber im Stadtbild waren die normal und gar nicht wegzudenken. Nur wenn man in die entsprechenden Discos gegangen ist, dann war man als Mädel leider sehr schnell abgestempelt.Aber das war uns egal. Es ist schon fast so wie mit McDonalds: keiner geht hin, aber wenn man selber reingeht, kennt man den halben Laden. Achja, McDonalds: Damals gab es eine Aktion von McDonalds und den Kinos: Wenn auf dem Kinoticket als letzte Zahl eine 3,6 oder 9 stand, konnte man sich beim Mac eine kleine Portion Pommes gratis holen.
    Zum Thema Musik: Mein erstes Konzert ( mit 14 ) war Barclay James Harvest. Es hat aber nichts geholfen: Ich bin durch und durch "black" angehaucht. Und ich hab mir oft genug anhören dürfen, daß das alles nur stupide Musik ist. Aber wenn ich mit den verschiedensten Leuten in die Discos gehe ( mach ich heute immer noch ), kennt irgendwie ausnahmslos jeder von L.L.Cool J sein " I need love" oder von Freestyle "Don´t stop the rock".So schlecht kann sie ja dann nicht gewesen sein. Und manchevon den Gruppen haben sich wirklich ernsthafte gedanken über die Weltsituation gemacht und Lieder darüber geschrieben.Und zum Tanzen ist sie halt einfach unschlagbar.
    Aber ich muß gestehen (Schande über meine "black soul"), daß meine absoluten Topfavoriten Wham! waren. Was hab ich George Michael angehimmelt. Ich hab versucht ihn selber zu zeichnen.....naja. Aber er sah halt sowas von Klasse aus.

    Was Dallas angeht: es war zum piepen. Leider kam es ja am dienstag um 21.45 Uhr und ich mußte um ZEHN ins Bett. Aber man hat halt am nächsten Tag trotzdem so getan, als hätte man es gesehen. Aber die anderen haben sehr schnell gemerkt, daß ich irgendwie nicht alles wußte. Die erste viertelstunde konnte ich noch fleißig mitreden, danach verstummte ich dann urplötzlich. Das war ja sowas von peinlich. Aber das ZDF war ja so nett und hat dann mit Denver angefangen. Das kam früher und ich durfte es ganz sehen.

    Ich denke eigentlich wirklich noch mit Wehmut an die 80er zurück und denke manchmal, ich bin in dieser Zeit hängengeblieben. So wie andere einfach aufhören zu wachsen, hör ich immer noch meine Platten von damals, hab noch ein paar Klamotten von damals ( incl adidas-Treter, Ernesto-Gürtel und Chewan-Shirts, sind aber aus den späten 80ern). Natürlich nicht zu vergessen, daß auf den Turnschuhen immer noch "LINKS" auf dem linken Schuh und "RECHTS" auf dem rechten Schuh steht. Ich finds immer noch witzig und die Reaktionen der Leute ist eigentlich durchweg positiv. Nur meine tochter fragte mich neulich, ob ich unbedingt diese hose anziehen muß. "Hey, das ding ist ein Sammlerstück".....
    Solange ich noch nicht von Schluchten im Gesicht durchzogen bin und immer noch auf 25 geschätzt werde, kann ich mir das - glaub ich - auch leisten.Und wenn wir gerade beim Thema Schluchten sind: Die Schminktechnik war ja auch eine Wissenschaft für sich.Das Gesicht wurde in den grellsten Farben zugekleistert, aber nicht für die Disco....nein, so gingen wir in die Schule. Katzenaugen und pinkfarbenes Rouge waren absolut angesagt. Und natürlich die gute , alte Dauerwelle. Man sah zwar aus wie ein explodierter Besen, aber niemand hat ernsthaft behauptet, daß wir damals einen guten Geschmack hatten. Neonklamotten und Neonschminke war in der Disco ein absolutes Muß, damit wir im Schwarzlicht so richtig aufgefallen sind. Der absolute Knaller waren weiße hautenge Jeanshosen mit schwarzen pünktchen.....wenn ich daran nur denke, wird mir wirklich übel.

    Es gibt noch soviele Sachen zu berichten, aber das würde den Rahmen hier absolut sprengen. Aber es ist einfach "geil" wenn man hier die Erinnerungen der ganzen Leute liest. Ich hab festgestellt, daß ich einige Sachen, die hier schon zur Sprache gekommen sind, total vergessen hatte. Und dann schlag ich mir an den Kopf:" Ja klar.....stimmt.....schwelg in erinnerung"Vielleicht hat ja mein Beitrag auch wieder dem einen oder andern auf die Sprünge geholfen und es sitzt jetzt jemand da und schlägt sich an den Kopf oder möchte vielleicht vor Scham im Boden versinken, weil er/sie sich auch ertappt fühlt......

  8. #37
    Benutzerbild von Mr.Zulu

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    Fortsetzung von
    Hi zusammen!....

    ..... Hello Again liebe Leser meines letzten Postings. Leider habe ich es nicht geschafft innerhalb kürzester Zeit die Fortsetzung zu schreiben. Doch ich will fleißig sein...

    Teil zwei....

    Am spannendsten fand ich als Kind eigentlich immer die Umzüge meiner Eltern. Der Horizont eines Jungen kann durch diese Flut an Erlebnissen und Eindrücken enorm erweitert werden!

    Bedingt durch berufliche Änderungen meines Vaters, kann ich behaupten im Schnitt etwa alle 2 Jahre den Standort gewechselt zu haben. Mit meinen
    eigenen komm ich heute auf ca. 20 Umzüge. Meine Eltern sind Flüchtlingskinder und haben sich damals wahrscheinlich diesen Virus eingefangen. So kam es, das wir innerhalb einer Stadt um die 4 mal umgezogen sind. Für mich bedeutete das neue Umgebung , neue Freunde und Mitschüler und einer Verbesserung der "Kinderzimmersituation". Ich mußte mir bis zum 7ten Lebensjahr das Zimmer mit meinem Bruder teilen. Klingt unvorteilhaft, hatte aber durchaus auch seine Highlights! Vor allen Dingen, wenn dein Bruder 14 Jahre älter ist...

    Mit sechs Jahren "erbte" ich mein erstes Transistorradio von ihm. Mit Kassettendeck! Ich besaß nur eine einzige Märchenkassette. Der "gestiefelte Kater"... und jede Menge "Ausgemußterte" meines Bruders. Ich war vermutlich der einzige Grundschüler, der in seiner Schule schon damals auf "The Sweet", "Uriah Heep" oder "Pink Floyd" abgefahren ist, während sich meine Schulkameraden zu Nikolaus auf den x-ten Teil der Sesamstrassen - Saga in ihren "Kunstfellrussenstiefel" freuten. Unser Kinderzimmer war etwa 30 qm groß. Und permanent von Freunden meines Bruders belagert. Ich, der "Kleine", fand das immer Megaspannend! Da saßen Sie, die Repräsentation der typischen "Disco '74" Fraktion mit ILJA RICHTER.. grüner Nato-Parka, bunter Pullunder mit qietschgrünem "Kermitkragen" - Hemd und einer Frisur wie aus Christiane F. "Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo". Auch hier das Szenario der "Alten": Schnaps, Bier und Zigaretten und...... "cooole Mucke"! Mit "süßlichem" Duft dieser Ära und dem Bewußtsein eine Sammlung von rund 300 Matchbox - Autos zu besitzen, konnte ich jede Nacht mit einem kindlich - unschuldigen Lächeln einschlafen..
    Musik spielte e' von je her eine übergeordnete Rolle in meinem Leben. Viele werden an dieser Stelle wohlwollend mit dem Kopf nicken! Was wäre ein Leben ohne Musik?!....hmm?

    Der Geruchssinn...der ist auch so Einer.... er ist derjenige, der uns am weitesten in unserer Erinnerung zurückschreiten läßt. Wem ist nicht dieses Gefühl bekannt, durch einen fremden Ort zu schreiten und plötzlich einen Geruch wahrzunehmen, der uns so vertraut ist wie kein zweiter und schlagartig eine Erinnerung unsere Synapsen durchfährt?

    Zweifellos, weil eben dieser Duft mit einem Erlebniss, einem Ort, einer Handlung oder einer vertrauten Person unserer eigenen Geschichte untrennbar verhaftet ist.. stimmts?

    Ein Tip an dieser Stelle: Geht mal an Orte eurer Kindheit zurück!
    ("Ich hatte mal die Gelegenheit meine alte Grundschule (Ort der "Schleuderketten - Orgien"...) zu besuchen. Es war schon Nachmittag und sie war dummerweise verschlossen. Ich ging zu den gläsernen Flügeltüren und hielt einfach meine Nase an den Türspalt. Es war wie ein Rausch! Mit einem Mal schossen mir irrsinnig viele Bilder aus jenen Tagen durch die Hirnwindungen und es war, als würde ich einen "privaten Super 8" erleben...")

    Während ich bis 1979 noch so richtig entschlossen war Junge zu bleiben und mit der Carrera - Bahn (Servo!), Action-Team, Big - Jim oder Playmobil weiter zu spielen bis der Arzt kommt, sollte das Jahr 1980 einen Wendepunkt in meinem Leben bedeuten. Der erste Kuss, die erste Zigarette, der erste Rausch... und alles ganz schnell!

    Forsetzung folgt.... (Muß jetzt zum Fury i.t.Slaughterhouse - Concert!)

    P.S.: ...genannte Personen und Namen sind authentisch und leben noch.





    Mr.Zulu

  9. #38
    Benutzerbild von chilibean

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    Auch ich würde mich als absolutes Kind der 80er bezeichnen. Geboren im Mai '69, habe ich meine schönste Zeit in den 80er erlebt...

    So mit 12/13 begann ich mich dann richtig für Musik zu interessieren und das war NDW... Leider habe ich damals mehr oder weniger nur die Kommerz-Stücke gehört und ärgere mich heutzutage darüber, welche Perlen dieser Musik mir entgangen sind. Naja, irgendwie ging meine NDW-Phase dann fließend über in meine Heavy Metal Zeit.

    Mit meiner damaligen Clique (alles Freunde seit der 1. Schulklasse) gründeten wir dann "unsere" Rockergang So richtig authentisch mit Kutte und eigenem Gang-Logo. Ja wir waren es, die "Black Spiders" *schmunzel* Inspiriert wurden wir damals durch den Bruder eines meiner Freund, denn der war so ein richtiger "Rocker" wie aus dem Bilderbuch...

    So trafen wir uns jeden Nachmittag im Keller eines Freundes und hörten dort Platten, laberten Unsinn und bewunderten unser Vorbild. Manchmal sind wir auch in die Stadt gegangen um mal ein bißchen die Leute zu schocken. Grundsätzlich gehörte da ein dieser Kassettenrecorder dazu, den einer dann ganz lässig auf der Schulter trug, während voll aufgedreht Accept, Maiden oder ähnliches aus den schrebbelnden Lautsprechern kam. Peinlich war uns das nicht, irgendwie kamen wir uns dabei eher cool vor *g*

    Aber Heavy Metal war damals nicht alles für mich. Nebenher interessierte ich mich auch für ganz andere Musik. Irgendwann hatte ich mal im Radio Depeche Mode gehört und war total fasziniert davon. So kaufte ich mir mehr und mehr Platten aus dieser Ecke und entdeckte dabei auch noch andere Musik, düstere Musik. Doch es sollte noch etwas dauern, bis ich meinen wahren Stil gefunden hatte.

    Eines Tages, ein neues Schuljahr hatte gerade angefangen, hatte ich eine interessante Begegnung auf dem Schulhof. Zu der Zeit hatte ich dem Heavy schon abgeschworen. Ab und an hörte ich die diversen Platten zwar noch, aber ich lief nicht mehr mit Kutte durch die Gegend, sonder rein äußerlich eher stinknormal. Aber dann traf ich ihn, einen echten "leibhaftigen" Punk (und das auf unserer Schule!!!) Hammer! Irgendwie hatten wir anfangs doch arge Probleme miteinander, denn er mochte mich irgendwie nicht. Aber das hat sich sehr schnell gelegt und wir haben uns so richtig dicke angefreundet. Ui Punk, das war doch was. Immer mehr und mehr verändert ich mich auch in diese Richtung, aber auch dies sollte noch nicht mein endgültiges Ziel sein, da fehlte mir einfach noch was... Ich war noch immer auf der Suche.

    1985 ich hatte gerade die Schule gewechselt, da fand ich dann endlich, wonach ich gesucht habe. Da waren sie, schwarz und düster standen sie auf einmal vor mir. Die Waver! Ein Faible für die düstere Musik hatte ich ja vorher schon irgendwie... Aber von diesem Tage an, ich war ja auch endlich 16 geworden und durfte in die Discos gehen, war mir klar, dies ist meine Welt. Fortan besuchte ich mehrmals in der Woche die Disco in der sich die Waver rumtrieben. Immer mehr von ihnen lernte ich kennen und fühlte mich dort so richtig wohl. Warum war mir diese "Szene" vorher eigentlich nie aufgefallen, bin ich denn so blind durch die Welt gelaufen?

    Ich kleidete mich fast durchweg nur noch schwarz, rasierte mir die Haare ab und wurde zu einem "richtigen" Waver. Hier in unserer Stadt war das schon etwas was ziemlich viel Aufsehen erregte. Ich weiß nicht, kennt jemand von Euch Paderborn? Naja, PB ist erzkatholisch und total konservativ, dementsprechen waren natürlich auch die Reaktionen auf der Straße (ist auch heute nicht viel anders, denn man sieht mich immer noch mit manch schiefen Blick an).

    Klamottenmäßig war es für mich nicht ganz so problematisch. Es gab zwar hier direkt keinen Laden in dem entsprechende Kleidung zu erwerben war, aber zumindest in Bielefeld oder Dortmund gab es entsprechende Shops. Ansonsten wurden die Sachen halt selbstgefertigt. Meine Mutter hat mir hier immer sehr hilfreich zur Seite gestanden... Überhaupt waren meine Eltern immer sehr tolerant. Es gab da zum Glück nie Probleme mit der Art, wie ich mich kleide, meine Haare trug oder sonstigem.

    Nun denn, alles in allem hat mich diese Zeit am meisten geprägt und so lebe ich auch heute noch ein "schwarzes" Leben Heutzutage werden wir ja als Gothics bezeichnet, aber ich sehe mich dann doch eher noch immer als Waver der 80er...

  10. #39
    Benutzerbild von olafth

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    OK jetzt ich. Es wird Ruhrgebiets-Centric.

    Geboren 1967 bin ich 1980 gerader 13 Jahre alt gewesen. Das ist so ziemlich die beste Zeit für die 80er gewesen.

    (ok, ein wenig älter wäre auch ok gewesen: ein gleichaltriger Bekannter hatte einen älteren Bruder und hat sich mit dem zusammen 1979 Joy Division in Köln angesehen. Fand er damals total langweilig, kann man heute aber prima mit angeben).

    Meine erste Musikkassette hatte ich 1979 gescheknt bekommen. Ich weiß heute noch, daß Racey (Some Girls), Status Quo (Whatever you want?) und Baccarra (Yesch schör, I känn buhgie) drauf waren.

    Die erste wirkliche Offenbarung in musikalischer Hinsicht kam 1980 mit dem Album "Back in Black" von AC/DC. Das war doch mal echter Sound. Trotzdem hat die Phase mit dem harten Rock nicht besonders lange angehalten. Lange genug um einige Sachen von AC/DC, Kiss, Queen und so als Platten einzukaufen. Der New-Wave, den ich jeden Sonnag nachmittag bei Peter Illmanns Formel-1 sehen konnte, faszinierte mich schnell viel mehr.

    1981 (ich war also 13) habe ich mir mein erstes Konzert angesehen. New Wave. Depeche Mode. In der Zeche in Bochum. Vor ca 600 Poppern (incl mir).

    (Ok, kann man heute auch prima mit angeben. Vor allem wenn man eine Frau hat, die fanatischer Fan aber 9 Jahre jünger ist).

    Das wars doch. Ich bin dann noch auf eine ganze Menge anderer Konzerte gegangen. U2 (Loreley) Flock of Seagulls (Essen? Düsseldorf?) , Joe Jackson (Esen, Rockpalast Nacht) , Simple Minds (1985 in Dortmund) und natürlich immer wieder Depeche Mode.

    (Nochmal zu dem Angebe-Faktor: noch cooler ist´s ja, wenn man auf dem wirklich ersten konzert in Bochum gewesen ist: 1980 live im Theatre de Tao. (Das ist heute eine Spielhalle und den damaligen Betriebern gehört heute das Tarm Center.) Aber so ein glück hatte nur der Bruder von einem guten Freund. Die Konzertkarte hängt immer noch bei ihm an der Wand.)

    Aber ich schweife ab.

    1985 oder ´84 muß das auch mit den Disco-Besuchen losgegangen sein. (Damals liebe Kinder durfte man mit 16 übrigens nur bis 22:00 frei rumlaufen, was schon einiges an Einschränkung brachte). Zum rausgehen gab´s eigentlich nur eine einzige gute Möglichkeit: Das Basement-7. Problem war, daß der einzig guteTag dort der Mittwoch war und mit 16... --- ich fing an, Mittwochs öfter mal bei einem Freund zu schlafen, dessen Eltern ein Haus mit einem zweiten Eingang im Keller hatten. Und so kamen wir öfter mal in den Genuß des recht kargen Ambientes des Basement. Jeden Mittwoch gab´s dasselbe Gerücht, der Laden würde schließen und so war eigentlich jedesmal das letzte mal.

    Tja, irgendwann hat das leider gestimmt.

    OK, inzwischen gab´s auch andere Läden: In die Zeche bin ich immer wieder gerne gegangen (weil ich nach hause laufen konnte). Das Memphis in Dortmund war mit seiner fahrenden Tanzfläche schon ein echter Hit. Und das Zwischenfall war natürlich eine echte Offenbarung.

    Die Konzerte, die ich besuchte, hatten sich vom Stil her schon geändert. Fad Gadget (1984) (Gott hab in selig, da habe ich _einmal_ mit einem echten Idol gesprochen -- letzten Februar im PC69 -- und dann stirbt der zwei Monate später). Neubauten. Ramones. Sisters Of Mercy (die aus der Zeche ja kaum rauszubekommen waren, die spielten in manchem Jahr 4 mal da). Front 242.

    Natürlich war ich inzwischen eher schwarz gewandet und war am Wochenende immer mit Johannes, Marcel und Markus unterwegs. Samstags ins Zwischenfall wo damals noch Klaus auflegte und Frank Hintzmann (der letztens die Nine Circles CD rausgebracht hat) das Licht machte. Später machte dann Frank die Musik Freitags. Freitags legte aber auch immer Hotte im Logo auf (das da war, wo vorher das Basement war). Und Mittwochs gings von 9 bis 1 in den Central Park in Dortmund.

    Für mich persönlich fanden die 80er ein frühes Ende, als im Herbst 1988 das DJ-Team im Central-Park in Dortmund wechselte (Ines, ich vermisse Dich). Ich bin ihr zwar nochmal ins Number Nine gefolgt, aber es war irgendwie nicht dasselbe.

  11. #40
    Benutzerbild von grobi

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    Die Schule war für mich der Spiegel der 80èr.Dort traf man Punk,Popper,etc auf engsten Raum.Alles war bunt.Ich trug spitze gelbe Schuhe,oder blaue Stiffelletten oder Turnschuhe(z.B.halbhohe).
    Ich war in einer Gesamtschule.
    Wir durften unse Klassenwände bemalen,war super geil!,
    hatten eine Disco in der Schule (es lief Kim Wilde und so`ne Musik),
    sogar einen Fitness-Raum mit Gewichten.
    Wir machten eine Waldsäuberungs-Aktion.
    Lehrer verliessen weinend den Unterricht,da wir (ca.(82/83)völlig krasse Chaoten in der Klasse hatten,die dann aber auch durch Schulverweise,Sitzenbleiben,etc.,langsam ausselektiert wurden.In der 7.Klasse(`82)war z.B.ein Punk,der war durch sitzenbleiben schon 16!)
    Trotzdem gab es eine starke Gemeinschaft.
    Der Edding wurde geboren und kritzelte von nun an bis in alle Ewigkeiten.

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