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Erstellt von musicola, 11.09.2006, 22:59 Uhr · 69 Antworten · 6.181 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von musicola

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    Zitat Zitat von compagnies
    Und? Was heisst das?
    Fassungslosigkeit? Mitgefühl? Verurteilung? Hilflosigkeit?
    Ja, ja, ja und ja!

    Zitat Zitat von brandbrief
    Aber ich glaube, hier geht es in erster Linie um Emotionen, die einen genau an diesem Tag bewegten.
    So isses!

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Safaritünnes

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    Ich hatte damals Urlaub und war gerade im Auto unterwegs nach Hause und habe es im Radio gehört.
    Ich habe die Meldung erst gar nicht für so dramatisch empfunden und mir gedacht, dass es nur ein Verrückter in einem kleinen Sportflugzeug ist, der einen spektakulären Selbstmord hinlegen wollte. Bis ich dann zu Hause ankam und die Bilder dazu sah...

  4. #13
    Benutzerbild von chris74

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    Ich finde es schlimm, was da am 9.11. passiert ist. Anfangs dachte ich noch: da ist wohl wieder ein Segelflieger ins WTC gestürzt. Wenn sie schon nicht fliegen können, dann sollten sie's halt bleiben lassen. Ich wunderte mich noch, daß das überhaupt eine aktuelle Meldung im Radio wert war.

    Vor kurzem las ich im Stern einen Bericht über Überlebende vom Einsturz der beiden Türme. Das hat mich schon sehr betroffen. Obwohl es für mich immer noch wie ein Actionfilm wirkt, wenn ich den Einsturz sehe. Es ist einfach unglaublich.

    Allerdings sollte man das Ganze auch nicht überbewerten: durch Embargos seitens der USA gegen den Irak sind über eine Million Menschen gestorben! Das sind viele hunderte 9/11! Allerdings halt nicht so spektakulär... die Leute da krepieren im Stillen. Deswegen darf man das auch und es macht gar nichts aus! Zumindest scheint es so. Leider. (Siehe dazu auch: http://www.arbeiterfotografie.com/ga...irak-0009.html Jahr 1991) Ich stelle es mir nicht spaßig vor, als Iraker z. B. Krebs zu haben, aber aufgrund eines Embargos keine Medikamente dagegen zu bekommen.

  5. #14
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Was mich aktuell aufregt ist,das inzwischen die Medien diese schlimme Ereigniss benutzen(so sehe ich daß) um damit Quote zu machen(z.b
    das -ZDF-).Oder auch z.b die Sovenierverkäufer am Ground Zero!.

    Ansonsten sehe ich die immer mehr zunehmende Überwachung auch mit starken bedenken(100% Sicherheit gibt es trotzdem nicht)!!!!

  6. #15
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Zitat Zitat von chris74
    Allerdings sollte man das Ganze auch nicht überbewerten: durch Embargos seitens der USA gegen den Irak sind über eine Million Menschen gestorben! Das sind viele hunderte 9/11! Allerdings halt nicht so spektakulär... die Leute da krepieren im Stillen. Deswegen darf man das auch und es macht gar nichts aus! Zumindest scheint es so. Leider. (Siehe dazu auch: http://www.arbeiterfotografie.com/ga...irak-0009.html Jahr 1991) Ich stelle es mir nicht spaßig vor, als Iraker z. B. Krebs zu haben, aber aufgrund eines Embargos keine Medikamente dagegen zu bekommen.
    Das ist mir neu.Ich hatte gedacht das Medikamentenlieferungen nicht unter ein Embargo fallen.

  7. #16
    Benutzerbild von chris74

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    Zitat Zitat von Mumie
    Das ist mir neu.Ich hatte gedacht das Medikamentenlieferungen nicht unter ein Embargo fallen.
    Ein Freund von mir kommt aus dem Irak und meinte, es habe wohl auch keine Medikamente gegeben (z. B. auch keine Narkosemittel).

    Aber korrigiert mich bitte, wenn er sich da vertan hat. Ich kann ja auch nur das glauben, was man mir sagt bzw. was ich lese.

  8. #17
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Ich habe damals erst sieben Uhr abends aus dem Radio erfahren, weil ich erst kurz bevor meine Eltern von Arbeit kamen von der Schule heimkehrte und wir tagsüber alle drei keinen Medienzugriff hatten. Meine Mutter meinte nur, sie hätte irgendwas von einem Anschlag gehört, sonst hätte ich die Kiste gar nicht erst angeschaltet...

    Trauer konnte ich damals nicht empfinden, kann ich auch heute nicht, weil ich keinen der Betroffenen kannte oder kenne. Das vorherrschende Gefühl war wie bei vielen anderen hier Ungläubigkeit; vermischt mit der Sorge, wie es weiter geht. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Zitat Zitat von compagnies
    Sie führte zu einem Zeitpunkt mangelnder geistiger Beteiligung des Grossteils der Population an gesellschaftlichen Prozessen zu einer konsternierten Interessenlosigkeit, was die Willkür von Polizei angeht ("der wird schon irgendwie schuld haben") und zu einer Legitimation von militärischen Staatsorganen, deren Existenz 2001 überaus zweifelhaft war (in D eigentlich schon länger).
    Da habe ich von dir aber auch schon andere Töne gehört (letztens bezüglich des Fußballthreads...). Weitere Diskussionen dazu gerne per PM.

  9. #18
    Benutzerbild von Muggi

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    Ich zitiere mal meinen gestrigen Tagebucheintrag:

    2001/09/11. Is it already 5 years ago? I remember this horrible day like yesterday. I was at work at the late shift (like today) and the radio was on. As the news told that a plane crashed into the WTC we all thought that it was an accident with a little aircraft, a Cessna or something. But this assumption broke down quickly. I felt myself so helpless to hear one terrible message after one another. The whole radio program was a row of frightening news. I can't describe my feelings at that day. Mourning, rage, even hate. I remember the day after as I said to my best friend: "Let's go in and let us kick those camelf*****'s asses!" Usually this isn't my way to speak... How did YOU spend this day? Please let me know!

  10. #19
    Benutzerbild von J.B.

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    Unglücklich Meine Geschichte

    Den 09.11.2001 werde ich wohl mein Leben lang nicht mehr vergessen!

    Eigentlich hätte ich an dem Tag bis um 16 Uhr Schule gehabt, aber die letzten Stunden fielen aus und so ging ich um 14 Uhr nach Hause. Vorher noch schnell einkaufen.

    Um 14:30 war ich dann in meiner Wohnung, habe die Einkäufe verstaut und wollte mich ans Kochen machen. Nebenher noch schnell der Fernseher anmachen, um zu schauen, was es neues gibt in der Welt. Das muss so um 14.40 Uhr gewesen sein.

    Eigentlich war ich schon dabei das Essen auf den Herd zu stellen, als ich plötzlich auf RTL die Unterbrechung mit den Bildern des brennenden Nordturms mitbekam. Irgendwie dachte ich mir noch „Was zur Hölle ist denn da los?“ und fühlte mich an die Bilder des Attentats aus dem Jahr 1993 erinnert. Ich weiß noch wie fassungslos Peter Klöppel klang, als er versuchte, die Bilder zu kommentieren.

    Instinktiv habe ich sofort auf CNN geschaltet und dort habe ich dann in den nächsten Stunden Bilder gesehen, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde.

    Man versuchte sich irgendwie immer noch zu erklären, was da eigentlich los war und dann sah ich live den Einschlag der zweiten Maschine in den Südturm. Ich weiß noch genau, wie ich den Schatten des Flugzeuges heranhuschen sah und bei mir dachte: „Was ist das denn?“, obwohl ich es eigentlich fast schon wusste.

    Dann sah ich wie in Sekundenbruchteilen dieser Flieger in den Turm raste und auf einmal war da nur noch Feuer und bei mir Fassungslosigkeit. Auch die Stimmen bei CNN haben sich für den Rest meines Lebens in mein Hirn gebohrt, diese Schreie von Menschen die neben den Kameras standen und genau wie ich sehen konnten, was da Unfassbares geschah.

    Wie paralysiert stand ich mitten im Zimmer, den Blick auf die Bilder geheftet und völlig unfähig mich davon loszureißen.

    Ich dachte in dem Augenblick „Das ist so schrecklich, so grausam, dass kannst Du nicht alleine ertragen!“ und ging automatisch Richtung Telefon, um meinen besten Freund Matthias (hoodle) anzurufen. Ich hatte den Hörer noch nicht mal in der Hand, als es klingelte! Er war dran und wir haben glaube ich 6 oder 7 Stunden telefoniert.

    Die meiste Zeit haben wir kaum gesprochen, weil die Bilder so grausam waren. Menschen, die in den Fenstern über den Einschlagstellen hingen und verzweifelt winkten, Menschen, die aus den Fenstern in den Tod stürzten, begleitet von den Kameras bis zu ihrem Aufschlag. Diese Bilder waren schlimmer, als alles, was ich bisher gesehen habe, denn das passierte live!

    Im TV zum greifen Nahe, herangezoomt von den Teleobjektiven der Kameras konnte man fast die Gesichteszüge der Menschen, die da in den Tod sprangen sehen. Ich fühlte mich elend, hilflos und irgendwie selbst zu einem Stück weit tot.

    Eine Zigarette nach der anderen habe ich geraucht, einfach nur, weil ich neben dem Telefonhörer irgendetwas zum Festhalten brauchte. Es klingt vielleicht lächerlich, aber in dem Moment kam mir jede Kippe wie ein Baumstamm vor, an dem man sich verzweifelt im Sturm klammert, um nicht weggerissen zu werden.

    Als dann der erste Turm zusammenbrach, fiel mir fast der Hörer aus der Hand und ich weiß noch, wie Matthias und ich hofften, dass es nicht auch noch den zweiten Turm erwischen möge. Inzwischen hatte wir von der Maschine, die ins Pentagon einschlug gehört und auch von dort Bilder gesehen, ebenso von der Maschine, die in Pennsylvania abstürzte. Und immer wieder diese Meldungen, dass weitere entführte Maschinen in der Luft seien, im Anflug auf das Capitol oder andere Ziele.

    Irgendwie haben Matthias und ich versucht uns neben wirrer Spekulationen Mut zu machen, versucht uns einzureden, dass das Unvermeidliche, der Zusammenbruch des Nordturms, nicht kommen würde. Wir dachten an all die Menschen dort, die wir hatten springen sehen, die just in den Momenten starben, als wir telefonierten, erkannten dass während unserer Worte weitere Menschen starben und waren zutiefst erschüttert und soooo unendlich hilflos.

    Als dann der Nordturm zusammenbrach weiß ich noch, dass ich mich in dem Augenblick zum ersten Mal setzen musste, weil ich sonst zusammengesackt wäre. Bis dahin war ich während des Gespräches im Zimmer herumgelaufen, wie ein Tiger im Käfig. Hin und her, den Blick starr auf einen Punkt, den Fernseher gerichtet.

    Wir mussten dann erst einmal eine Gesprächspause machen, weil keiner von uns mehr sprechen konnte und ich weiß noch genau, dass ich wie ein Schlosshund geweint habe, nachdem ich den Hörer auflegte. Da brach dann alles aus mir raus, was in den Stunden davor an Bildern auf mich einprasselte. Unbarmherzige, niederschmetternde, aufwühlende Bilder von Menschen, die um ihr Leben kämpften, es beendeten oder den Kampf schon verloren hatten, obwohl sie noch hofften. Und was mich wie ein Keulenschlag traf, war die Erkenntnis, mehr zu wissen, als die, die gleich sterben würden, ohne jede Chance auf Hilfe.

    Einerseits habe ich die Kameramänner verflucht, die fast jeden Sprung bis zum Ende mitfilmten, aber irgendwann später habe ich begriffen, dass die wohl auch nur aus einem Reflex heraus draufgehalten hatten, denn in den Momenten, in denen sich dort die Tragödie abspielte, stand wohl jeder, der das live miterlebte wie in Trance neben sich, denn diese Eindrücke waren einfach zu heftig und zuviel um sie gleich verarbeiten zu können. Die hinterher immer wieder gezeigten Zusammenfassungen geben nicht mal einen Bruchteil dessen wieder, wie es war, dies live erleben zu müssen. Ja, tatsächlich zu müssen, denn man konnte die Augen nicht abwenden, zumindest ich nicht, vielleicht weil ich mir immer wieder einreden wollte, dass das alles gar nicht wirklich passiert und ich immer noch in der Schule sitze und einfach nur träume.

    Aber so grausam kann kein Albtraum der Welt sein....

    Matthias und ich haben noch lange telefoniert an diesem Tag und ich bin ihm ewig dankbar dafür, dass ich diese Stunden nicht alleine durchstehen musste! In solchen Augenblicken ist Dein Hörer der einzigste Strohhalm auf der ganzen Welt.

    Stille Grüße

    J.B.

  11. #20
    DocJones
    Benutzerbild von DocJones
    der 11. sept. bleibt für mich aus zwei gründen "ein tag der mein leben verändert hat" : am 11. sept. 1991 - also auf den tag genau 10 jahre vor der katastrophe - verließ ich new york nach meinem ersten & wohl auch bis an mein lebensende einzigen u.s.a. aufenthalt ... & verabschiedete mich auf dem new yorker jfk flughafen von einem guten bekannten , den ich damals dort kennengelernt hatte , welcher dann durch die terroranschläge am 11. sept. 2001 im wtc sein leben verlor !

    die welt nach dem 11. sept. 2001 ist nicht mehr die gleiche wie davor ...

    "der doc"

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