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Achtung! Satire über die Musikindustrie!

Erstellt von MarioN, 16.09.2003, 21:49 Uhr · 3 Antworten · 632 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von MarioN

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    Beiträge
    601
    Viele von Euch kennen das sicherlich schon, aber ich finde es genial und wollte unsere "Zukunftsentwicklung" im Bereich Musik mal hier posten. Ist aus einem anderen Forum kopiert. Viel Spaß beim lesen.

    "2002: Als beste Künstler werden Madonna, Herbert Grönemeyer, Tom Jones,Cher,
    und Santana ausgezeichnet. Zu den Top-Hits gehören
    Westlife mit "Uptown Girl", die No Angels mit "All Cried Out", Kelly
    Osbourne mit "Papa Don't Preach", Madonna mit "American Pie".

    Die Musikindustrie erfährt zum ersten Mal nach einer langen Boomzeit einen
    Umsatzrückgang. Als Hauptursachen macht sie das in Mode gekommene Kopieren
    von CDs und das Tauschen von Musikdateien im Internet
    verantwortlich.
    Um den Kids klar zu machen, daß das Kopieren von Musik letzendlich die
    Künstler schädigt, startet die Industrie die Kampagne "Copying Music is
    Killing Music".


    2003: Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Nena, Kim Wilde, Ozzy
    Osbourne und Metallica als beste Künstler aus. Das Album
    Nr. 1 ist Nena mit Remixen ihrer größten Hits. In den Hitparaden finden
    sich neben Alexander, Juliette und Daniel K. auch Jeanette Biedermann
    mit "Rock my Life", das stark nach Roxette klingt.

    Weiterhin gehören Lichtenfels mit "Sounds like a Melody", Outlandish mit
    "Aicha", Kraftwerk mit "Tour de France 2003", KCPK mit "We will Rock You"
    und Murphy Brown mit "Axel F 2003" und Culture Beat mit "Mr. Vain Recall" zu
    den Tophits.

    Die meisten CDs haben Kopierschutz. Seit August ist das Kopieren
    kopiergeschützter CDs verboten, ebenso das Herunterladen von Musik aus dem
    Internet. Der Umsatz der Musikindustrie geht laut ihren Angaben um weitere
    15% zurück, besonders betroffen sind Hit-Kompilationen mit 47%.


    2004: Die Musikindustrie zeichnet Herbert Grönemeyer, Marius
    Müller-Westernhagen, DJ Bobo, Marianne Faithfull und Pur aus. In den Charts
    stehen das Hollywood Dance Project mit "Relax Reloaded", Kajagoogoo mit "Too
    Shy 2004", Nena mit "Haus der 2004 Sonnen" und Nico W aus "GZSZ" mit "Ich
    vermiß Dich wie die Hölle" lange Zeit ganz oben.

    Mit Hilfe einer automatisierten Sauger-Suche kann die Musikindustrie
    sämtliche Nutzer von Tauschbörsen ausfindig machen. Fünf Millionen Haushalte
    in Deutschland erhalten daraufhin Post des Münchner Anwalts G., der
    ultimativ die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung einfordert und die
    Erstattung von Auslagen über 583,74 Euro.

    Die Tauschbörsen brechen zusammen. Über die Hälfte aller T-DSL-Anschlüsse
    wird gekündigt. Der Umsatz der Musikindustrie geht um weitere 10% zurück.

    2005: Es werden Herbert Grönemeyer, Tom Jones, die Supremes, Suzi Quatro und
    Elvis Presley als Künstler des Jahres ausgezeichnet, dazu Status Quo mit dem
    Innovationspreis des Musiker-Managements. Die Charts führen an Peter Maffay
    mit "So bist Du 2005", Roberto Blanco mit "Ein bißchen Spaß muß wieder mal
    sein" und Zarah Leander mit "Ich weiß, auch 2005 wird kein Wunder
    gescheh'n."

    Der Umsatz der Musikindustrie schrumpft erneut um 50%. Die Trend-Scouts
    entdecken, daß unter den Jugendlichen 60er- 70er- 80er und 90er-Revivals in
    sind. Sie treffen sich zu FlowerPower-, Disco-, New Wave- und Rave-Parties
    und hören die LPs / CDs ihrer Eltern.

    Original-CDs und LPs der vergangenen vier Jahrzehnte werden verstärkt bei
    Ebay gehandelt. Es wird vermutet, daß die Kids die CD erwerben, kopieren und
    dann weiterverkaufen. Das ist legal, da die alten CDs keinen Kopierschutz
    haben und nur Originale angeboten werden.


    2006: Die Musikindustrie bringt ein neues Tonträgerformat heraus: Die "Smart
    CD". Sie benötigt spezielle Abspielgeräte mit Internet-Anschluß. Die
    Smart-CDs lassen sich nur abspielen, nachdem vorher eine Lizenz über das
    Internet gekauft wurde. Lizenzen gibt es nur noch temporär, es ist nicht
    mehr möglich, ein Musikstück "für immer" zu erwerben. Dafür werden die
    Smart-CD"-Spieler im Bundle mit einem Musik-Abo für einen Euro angeboten.

    Als erfolgreichste Künstler werden Herbert Grönemeyer, die Scorpions, Mark
    Oh, Oli P. und Peter Kraus ausgezeichnet. Die Charts werden beherrscht durch
    Songs wie "Flugzeuge im Bauch Ultimate Edition" mit Herbert Grönemeyer, Oli
    P. und Xavier Naidoo, "You Keep Me Hanging On" mit den Supremes, Kim Wilde
    und Sinema sowie "Anyplace, anywhere, whatever" von Nena, Kim Wilde und Jan
    Delay.

    Aus Anlaß der Fußball-WM wird mit großem Marketing-Aufwand eine neue
    Latino-Salsa-Welle propagiert, mit Carlos Santana und Richie Valens ("La
    Bamba World Cup 2006 Mousse T. Remix") als Galionsfiguren. Obwohl Brasilien
    zum sechsten Mal planmäßig Weltmeister wird, hat die Welle nur mäßigen
    Erfolg.

    Der Absatz der Musikindustrie sinkt weiter.


    2007: Mit Hinweis auf die vielen bedrohten Arbeitsplätze setzt die
    Musik-Lobby ein Gesetz durch, nachdem der Rückruf einmal erteilter Lizenzen
    möglich ist.
    Prompt widerruft die Industrie alle bisher erteilten Lizenzen auf nicht
    kopiergeschützte Tonträger. Damit werden alle älteren CDs und alle LPs
    illegal, ebenso Plattenspieler und CD-Spieler, die nicht dem "Smart CD"
    Standard entsprechen. Im Austausch für ihre Original-CDs bietet die
    Industrie CD-Besitzern eine Einjahreslizenz für die auf der CD vorhandene
    Musik an.

    Nach einer erneuten Abmahnwelle der Kanzlei G. aus M. bricht der
    Tonträgerhandel über eBay zusammen. Auf die Veröffentlichung von Charts und
    die Auszeichnung von Künstlern wird verzichtet. Zunächst einmal müssen die
    Lagerbestände alter CDs abverkauft werden.


    2008: Musik wird in Deutschland nur noch im Radio oder bei Konzerten gehört.

    Das Radio verliert aber an Popularität, seit die Industrie die Sender
    zwingt, nur noch neueste Produktionen zu spielen und über diese
    drüberzusprechen, damit das Aufnehmen mit Tapedecks verhindert wird.
    Konzerte sind fast unbezahlbar geworden, da das gesamte Management
    überproportional von den Eintrittspreisen mitbezahlt werden muß.

    Dagegen häufen sich die sogenannten "Open Jams", spontane Zusammenschlüsse
    von Hobby-Musikern, die auf öffentlichen Plätzen mit Gitarre, kleinem
    Schagzeug, Keyboard, Saxophon etc. Musik spielen und von begeisterten
    Zuhörern gefeiert werden.


    2009: Die Musiklobby setzt beim Gesetzgeber das Verbot öffentlicher und
    privater Performance urheberrechtlich geschützen Materials durch.
    Musikinstrumente werden mit einer Urheber-Abgabe belegt, da man ja eine
    Gitarre etwa zum Raub-Abspielen von z.B. Stones-Songs mißbrauchen kann.
    "Making music is killing music" lautet die begleitende Kampagne, die den
    Leuten Unrechtsbewußtsein beibringen soll.


    2010: Um Arbeitsplätze bei Musikern zu schützen, wird Musikunterricht
    rationiert: Es dürfen nur noch so viele Nachwuchsmusiker ausgebildet werden,
    wie der Markt braucht. Da dieser schneller schrumpft als die Musiker
    wegsterben, bedeutet das faktisch ein Verbot des Musikunterrichts. Hunderte
    Musikschulen werden geschlossen.


    2011: Sarah Connor versucht mit "Terminate Me" einen neuen, zur Abwechslung
    mal nicht gecoverten Song herauszubringen, wird aber dafür von den Anwälten
    der Musikrechteinhaber verklagt, die es nicht erlauben, daß neue Urheber am
    immer kleiner werdenden Kuchen mitverdienen wollen.

    "Composing music is killing music" heißt das Schlagwort der Inhaber alter
    Rechte. Sarah Connor gewinnt den Rechtsstreit, wird aber kurz darauf unter
    mysteriösen Umständen ermordet aufgefunden. Von nun an traut sich niemand
    mehr, neue Songs zu schreiben.


    2012: Die Eltern des 6-jährigen Wolfgang Amadeus Moherb, des
    "Jugend-musiziert"-Siegers, werden zu 150.000 Euro Schadenersatz an die
    Musikindustrie verurteilt, weil sich herausgestellt hat, daß ihr Kind
    bereits seit eineinhalb Jahren musiziert, also nach dem Inkrafttreten der
    Unterrichts-Rationierung.

    Seine Lehrerin, die Violinistin Anne-Sophie Mutter, entzieht sich einer
    Gefängnisstrafe durch Flucht in den Irak, dem einzigen Land, das nicht unter
    Kontrolle der westlichen Wertegemeinschaft und damit der Musikindustrie ist.


    2020: Nahezu jede tonliche (Meinungs-)Äußerung, darunter Motorgeräusche,
    Trittschall, Türschließgeräusche und gesprochenes Wort, sind unter
    urheberrechtlichen Schutz gefallen. Eine Tür zumachen darf quasi nur noch,
    wer nachweisen kann, daß der dabei erzeugte Schall nicht dem von P.
    patentierten ähnelt.

    Die einzigen lizenzfreien Worte sind "der", "die", "das", "und" und "hallo".
    Die Gespräche von Menschen, die sich das "Deutsche Sprache Abo" nicht
    leisten können, sind daher fast unverständlich geworden. Überhaupt ist es
    sehr still geworden, da fast jede Schallerzeugung das Risiko einer Abmahnung
    durch den Münchner Justizkonzern "G. & Söhne" mit sich birgt.

    Die Anwälte der "Ton und Schall Industrie"-Gemeinschaft machen Jagd auf
    Park- und Waldbesitzer, die in ihren Anwesen das illegale Singen von Vögeln
    dulden.


    2030: Europa und die USA sind in einem Handstreich vom Irak eingenommen
    worden. Die Iraker brauchten nur einen einzigen Muezzin, um die halbe
    Streitmacht der Westmächte auszuschalten, die sich, an Schall nicht mehr
    gewöhnt, mit zugehaltenen Ohren am Boden wälzte.

    Die andere Hälfte und die zivile Bevölkerung wurden dadurch gewonnen, daß
    man ihnen Kinderlieder vorsang. Die Menschen fingen an zu weinen und den
    Invasoren auf Knien zu danken, für diese neue und wunderbare Gabe, die sie
    so lange vermißt hatten. Seither ist der Islam die größte Weltreligion und
    das Reich Allahs unter der weisen Herrschaft des Kalifen der Zweigstelle
    Washington schwingt sich auf zu neuer Blüte."
    ---------------------------------------------------------------------------------------
    Uups, ist im falschen Forum gelandet. Sollte ins OT-Laberforum. Kann das evtl. verschoben werden?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

    Registriert seit
    14.07.2002
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    8.765
    COOOOOOOOOOOL ich fall vom Sessel. Lange nicht mehr so gelacht. Und das irre ist: Ich kanns mir tatsächlich vorstellen. Wir werdens noch erleben?!

  4. #3
    Benutzerbild von kate

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    07.07.2003
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    63
    Mannomann, und ich wollte Popstar werden...

  5. #4
    Benutzerbild von Christoph

    Registriert seit
    10.10.2001
    Beiträge
    3.330
    Scheisse Scheisse, gar nicht so lustig...

    Lustig ist es, wenn man trotzdem lacht!

    Gruß
    Christoph

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