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Ackermann und Co.

Erstellt von Mumie, 29.11.2006, 14:46 Uhr · 8 Antworten · 775 Aufrufe

  1. #1
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie

    Ackermann und Co.

    Ich bin zwar kein Experte in Sachen -Recht- aber eines ist mir klar.Daß ist heute wiedereinmal ein trauriger Tag für daß Rechtsempfinden der kleinen Leute:
    http://www.focus.de/finanzen/news/ma...nid_40140.html

    Wo man hinsieht nur noch Menschen die keine Vorbildfunktion mehr ausüben.
    Macht und Geld mehr haben die nicht mehr im Herzen(und Kopf).

    Oder wie -Mahatma Gandhi- einmal sagte:
    Reichtum ohne Arbeit.
    Genuss ohne Gewissen.
    Wissen ohne Charakter.
    Geschäft ohne Moral.
    Wissenschaft ohne Menschlichkeit.
    Religion ohne Opfer.
    Politik ohne Prinzipien.

    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar kein Experte in Sachen -Recht- aber eines ist mir klar.Daß ist heute wiedereinmal ein trauriger Tag für daß Rechtsempfinden der kleinen Leute:
    http://www.focus.de/finanzen/news/ma...nid_40140.html

    Wo man hinsieht nur noch Menschen die keine Vorbildfunktion mehr ausüben.
    Macht und Geld mehr haben die nicht mehr im Herzen(und Kopf).
    Es stellt sich die Frage, wie der "kleine Mann" (und die kleine Frau) so das Vertrauen in den Rechtsstaat behalten können? Wer viel Geld hat, der kann sich freikaufen und bleibt nicht vorbestraft. Dem Staat ist es egal, der freut sich über die unverhofften Millionenspritzen fürs Staatssäckel.

    Und der Normalbürger wird mit Strafanzeigen wegen Steuerhinterziehung überzogen, weil er sich im Irrglauben an einen freien EU-Binnenmarkt Kaffee aus Holland übers Internet bestellt hat. Wer mal bei einer Modekette mit ein wenig harmlosem Krawall gegen Pelzhandel demonstriert hat und wegen Hausfriedensbruch von einem sehr ordnungsliebenden Richter zur Höchststrafe verdonnert wurde, der ist vorbestraft.

    Ein Ackermann kauft sich mit 3,2 Mio mal eben frei. Doch kann man sich im Fall Mannesmann über Recht und Unrecht noch streiten (immerhin sind solche Zahlungen international durchaus nicht so umstritten wie hierzulande), gibt es derzeit auch andere Fälle:

    Überraschend schnelles Ende im Kieler Hagenuk-Prozess erwartet
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/81692
    Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-jährigen Ex-Geschäftsführer Untreue, Bilanzfälschung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. [...] Prozessbeobachter vermuten, dass das Verfahren mit einer Einstellung gegen eine Geldauflage oder einer Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren enden könnte.

    PM

  4. #3
    Benutzerbild von Superstar

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    Was sind wir nur für eine Bananenrepublik!
    3,2 millionen Euro "verdient" Ackermann in 4-5 Monaten wenn ich nicht irre! Sich über sowas aufzuregen bringt nix! Wir brauchen eine Revolution, sonst sind wir in 20 Jahren auf einer Stufe mit afrikanischen oder asiatischen Staaten.

  5. #4
    Benutzerbild von DeeTee

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    Zitat Zitat von Superstar Beitrag anzeigen
    Wir brauchen eine Revolution, sonst sind wir in 20 Jahren auf einer Stufe mit afrikanischen oder asiatischen Staaten.
    Das habe ich doch letzt schon mal gelesen ...
    Ah ja ...
    Joseph Goebbels: "Dieses Land braucht eine Revolution oder es wird (...) untergehen." 1932.

    DeeTee

  6. #5
    Benutzerbild von Sammy-Jooo

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    Es ist ja wohl so gekommen, daß sich Leute mit genug Kohle in der Hinterhand mal wieder freikaufen konnten. Wenn der "kleine Mann" mal etwas anstellt kommt die Strafkeule mit voller Wucht, denn der kann sich eben nicht freikaufen.

    B(ananen)R(epublik)D(eutschland)

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Superstar Beitrag anzeigen
    Was sind wir nur für eine Bananenrepublik!
    3,2 millionen Euro "verdient" Ackermann in 4-5 Monaten wenn ich nicht irre! Sich über sowas aufzuregen bringt nix! Wir brauchen eine Revolution, sonst sind wir in 20 Jahren auf einer Stufe mit afrikanischen oder asiatischen Staaten.
    Deutschland braucht keine Revolution, Deutschland braucht mündige Bürger ,die sich ihrer Mündigkeit auch bewusst sind und auch malwieder dafür interessieren, was "die da oben" eigentlich machen. Die meisten Leute sind heute doch zu faul oder zu inkompetent, um irgendein beliebiges politisches Thema auch nur annähernd zu durchblicken.

    Wenn ich meine Eltern und Großeltern, andere ältere Verwandte oder auch Kollegen sich über politische Themen äußern höre, dann kommt da doch immer nur der flache vorgekaute Dünnpfiff der ihnen in vorgefertigten Häppchen verabreicht worden ist (BILD oder die mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit verflachten öffentlich rechtlichen und privaten Polit-Magazine lassen grüßen).

    Besonders schön sieht man die Unfähigkeit zur eigenen Analyse und qualifizierten Meinungsbildung malwieder an der aktuellen Debatte um den in sich schon höchst undefinierten und schwammigen Begriff "Killerspiele". Keiner weiss so recht wo das Killerspiel nun anfangen soll, keiner hinterfragt diesen Begriff, keiner mag drüber reden das Menschen durch Versagen von Eltern, Schule und Jugend- und Arbeitsmarktpolitik gefährdet sind und nicht durch irgendwelche Spielchen, die für kein anderes Land bereits derart hart kontrolliert und entschärft werden wie für Deutschland. Aber der normaldoofe Bürger fängt schon an diese einfachen Lösungen nachzuplappern, schreit nach Verboten von Dingen die er nicht kennt und plappert überzeugt nach, dass diese Spiele ganz bestimmt mit dran Schuld sind, dass alle paar Jahre einer Amok läuft - denn der Stoibi hats schließlich gesagt ( In einer Erhebung des Sozialforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Magazins Stern teilen 72 Prozent der 1007 Befragten diese Ansicht: http://www.heise.de/newsticker/meldung/81712)

    Ansonsten fügt der Betroffene sich in sein Schicksal und muckt auch dann nicht auf, wenn er eigentlich viel Zeit dafür hat. Es gibt in Deutschland sieben Millionen Hartz IV Empfänger. Fast jeder davon meckert, fast jeder davon schimpft auf "die da oben". Doch statt auf die Straße zu gehen und ein Zeichen zu setzen, sülzen viele einem im persönlichen Gespräch höchstens Schwachsinn vor wie "Was der Adolf damals gemacht hat war ja nicht in Ordnung. Aber es war nicht alles schlecht, der hat wenigstens Arbeitsplätze geschaffen! Vielleicht sollte man mal XXX wählen, da muss malwieder ein starker Mann ans Ruder!). Es wird auch kaum ein Deutscher Bank Kunde den Mumm aufbringen und sein Konto mit Hinweis auf dieses Skandal-Prozessende kündigen. Das wäre ja Aufwand und alleine kann man ja eh nix...

    In Frankreich gehen die Menschen wenigstens noch auf die Straße, sind auch sozial Benachteiligte politisch offenbar noch so weit gebildet und handlungsfähig, dass sie sich nicht nur noch von Populismus leiten bzw. ruhig stellen lassen.

    Hierzulande ist das leider anders. Hier wird davon orakelt das es bestimmt irgendwan mal einen großen Knall gibt. Und bis dahin will man weiter machen wie bisher. Statt gemeinsam aus kleinen Schritten große zu machen wartet man auf andere, die es irgendwie irgendwann bestimmt mal knallen lassen....

    Mit solchen Bürgern ist kein Staat zu machen. Deswegen bin ich mittlerweile auch froh, dass es hierzulande kaum direkte Demokratie gibt und derart manipulierbaren Leuten keine Volksentscheide zugemutet werden. Die Schere zwischen arm und reich wird weiter auseinander gehen und es wird gar nichts knallen, weils mit dem Hansa Pils vorm Mittagsfernsehen anscheinend doch ganz nett ist. Und irgendwie ist es ja auch ganz unterhaltsam, wenn man sich drüber aufregen kann, dass man von den Ackermännern ja nur verarscht wird. Zumindest ist man dann an der eigenen Misere nicht Schuld, sondern "die". Es ist natürlich falsch das Arbeit findet wer nur arbeiten will. Aber wer sich selbst nicht helfen will, dem wird auch nicht geholfen, der kann zu Hause vergammeln und muss denen zusehen, die sich mit ihrer Selbstbedienungsmenthalität an unserem Staat dick und rund fressen und ihn nach belieben für eigene Zwecke manipulieren.

    PM

  8. #7
    Benutzerbild von frasier

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    Das Geld wird wohl die Deutsche Bank bezahlen, um endich wieder Ruhe zu haben.

    Wäre es ums Prinzip gegangen oder um wesentlich höhere Summen hätten Ackermann und Co sicher nicht klein bye gegeben sondern weitergemacht, aber eine Verurteilung wäre wohl kaum rausgekommen, es hätte sich nur weiter ewig hingezogen.

  9. #8
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Und das ist mindestens genauso skandalös wie dieses Prozessende. Eine schöne Zusammenfassung, die etliche Merkwürdigkeiten in der Urteilsbegründung auflistet, bieten die Nachdenkseiten an, denkwürdig insbesondere der letzte Teil:

    Wie gesagt, da wurden für eine Spekulationsblase im Rahmen einer Übernahmeschlacht Millionen-„Prämien“ bezahlt. Doch wer bezahlte letztlich den „Preis“ für die Spekulationsgewinne und die „Erfolgsprämien“ von knapp 60 Millionen Euro?

    Zahlen soll neben den Besitzern von Aktien, die die Gewinne nicht mitgenommen haben, genau diese Öffentlichkeit, die nach Ansicht der Düsseldorfer Richter kein Interesse mehr an dem Abschluss dieses Verfahrens haben soll:

    Nachdem nämlich die Werte „geschaffen“ wurden, wurde das ehemalige Mannesmann-Aktienpaket an eine deutsche Vodafone-Tochter für knapp 147 Milliarden Euro zurück verkauft, was einem Kursverfall der Aktie von 309 Euro entsprach. Ein Jahr später findet die deutsche Vodafone GmbH auch diesen gefallenen Kurswert noch immer überhöht und bewertet den Kurs mit nur noch 200 Euro. Diesen Verlust von rd. 50 Milliarden Euro will nun die wieder im ach so geschundenen „Hochsteuerland“ Deutschland angesiedelte Vodafone-Tochter in ihrer Bilanz „wertberichtigen“ und über viele Jahre als Verluste gegen die jeweiligen Gewinne von der Steuer absetzen.

    Zugegeben, das ist keine juristische Begründung, sondern ein ökonomischer und fiskalischer Skandal. Aber die Begründung für die Einstellung des Verfahrens im Mannesprozess war eben auch keine juristische. Die Kammer „hält unter den gegebenen Umständen in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft eine endgültige Klärung der offen gebliebenen Fragen dieses Falles im Interesse der Öffentlichkeit letztlich deshalb nicht für zwingend geboten, weil es sich dabei ganz überwiegend um solche Fragen handelt, die über den vorliegenden Fall hinaus nicht von allgemeiner Bedeutung sind“.

    Dass Spekulationsgewinn an der Börse also privat einkassiert und die dafür Verantwortlichen noch Millionen-Prämien einstecken dürfen, die darauf folgenden Verluste aber wiederum vom Fiskus ausgeglichen werden sollen, das soll also nach Ansicht unserer Justiz die Öffentlichkeit nicht mehr interessieren und das soll nicht mehr von „allgemeiner Bedeutung“ sein.
    Eigentlich dürfte keiner der Beteiligten mehr das Tageslicht sehen - und wenn doch, dann nur schwedische Gardinen hindurch. Trotzdem gibt es noch Stimmen in den Medien, die angesichts dieses Falles ein Loblied auf die deutsche Rechtsstaatlichkeit singen...

  10. #9
    Benutzerbild von djrene

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    Tja, mir als kleinem Selbständigem treten die Finanzbehörden bei jedem kleinsten Fehler derart auf die Füße, daß ich nicht mehr weiß, ob meinAuto morgen noch bewegt werden darf, da das Siegel schon in der Hand und fast auf dem Auto ist. Ich sollte mich arbeitslos melden. Gibt zwar weniger Kohle, aber 20 Stunden am Tag muß ich auch nicht mehr arbeiten. Schade. Ich lebe in einem schönen Land. Leider kann man unter der aktuellen Regierung in meinem Bereich nicht mehr leben. Bei Schröder war es schon scheiße, aber ich hatte mein Auskommen. Bei Grinse-Angie leider nicht mehr. Was für mich vermutlich heißt: Auswandern oder H4 (mit Diplom - danke Ost-Kuh!!!)

    Und Herr Ackerman darf tuen was er will. Er kann sich ja frei kaufen. Ein HOCH auf die Justitz.