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Ankündigung: Musik-Doku "Pop/bsession" auf ARTE

Erstellt von Torsten, 17.07.2005, 05:25 Uhr · 25 Antworten · 3.026 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Torsten

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    Nach "Generation Pop" und "5ex'n'Pop" strahlt ARTE ab dem 28.07.05 erneut eine mehrteilige Musik-Doku aus:

    Pop/bsession

    Sendetermine:

    Session 1 - "While My Guitar Gently Weeps": Donnerstag, 28.07.05, 23:20 - 00:10 Uhr

    Session 2 - "Ebony And Ivory": Donnerstag, 04.08.05, 23:40 - 00:35 Uhr

    Session 3 - "Slave To The Rhythm": ?

    Session 4 - "God Is A DJ": ?

    Session 5 - "Killing Me Softly": ?


    Infos: http://gmbh.mme.de/produktionen/weit...tionen/?ID=655

    Ab 28. Juli gegen 23:00 Uhr heißt es an fünf Donnerstagen bei ARTE: Jetzt kommmt "Pop/bsession".

    Dokureihe über die Instrumente und Instrumentalisten des Rock und Pop – über Leidenschaft und Virtuosität, über die Verführung von Musiker und Publikum. Fünf Teile à 52 Minuten, produziert von der MME Me, Myself & Eye Entertainment GmbH.

    Leidenschaft und Schöpferwille, Hingabe und Bessenheit. Diese Gefühle kennt, wer ganz weit vorn sein will, wer musikalisch die Massen begeistern und in seinen Bann ziehen will. Die Sendereihe "Pop/bsession" setzt die Obsession ins Bild und bringt sie zu Gehör. In fünf Teilen zerlegt "Pop/bsession" das Pop-Orchester in seine Bestandteile – in seine Instrumente, in Performance- und Produktionstechniken. Im Mittelpunkt: Der Mensch und seine Virtuosität in Ausdruck und Technik. Das Ergebnis: Eine mitreißende Pop-Session!

    Der Ton macht die Musik. Und welcher Ton erklingt, das liegt am Instrument. Rock’n’Roll, Funk, Art-Rock oder House-Music: was auch immer im Ohr des Hörers hängen bleibt, ist das Zusammenspiel von Musikalität und harter Arbeit, von Technik und Persönlichkeiten, die ihren Körper und ihr Instrument zu ureigenem Sound zusammenführen.

    Wer einen eigenen Sound kreiert, bleibt unvergessen: Das gilt für die Gitarren-Legende Les Paul wie für den Funk-Bassisten Bootsy Collins, für Virtuosen im Geiste der Romantik à la Keith Emerson wie für die ornamentale Singer-Songwriterkunst von Tori Amos. Und ebenso für die Keyboard-Sounds eines Vince Clark, der erst bei Depeche Mode, dann bei Yazoo und bis heute im Rahmen von Erasure den Zeitgeist in Töne gießt. Oder die Welt, die Westbam, Paul van Dyk oder Sven Väth an ihren DJ-Pulten erschaffen – in einer Dramaturgie, die der der Sinfonien der großen Komponisten ähnelt, nur diesmal tanzbar.

    Oder auch für die großen Stimmen der Rock-, Pop- und Folkgeschichte. Ob Joan Baez, ob Whitney Houston, ob Elvis Presley oder Herbert Grönemeyer – sie alle stehen kraft ihrer Einzigartigkeit für ein ganzes Genre. Oder gar Björk, die auf ihrem aktuellen Album auf jede Instrumentierung verzichtet und stattdessen die Stimmlichkeit in ihrer Vielfalt für ein komplettes Arrangement zu nutzen weiß.

    Ziel der Dokumentationsreihe "Pop/bsession" ist, große Musiker – seien es nun Solisten oder Arrangeure, Chart-Bekanntheiten oder Könner im Hintergrund – über sich und ihre Instrumente sprechen zu lassen. Wir erfahren von ihrer Obsession, die die Voraussetzung für die Magie von Klang und Performance überhaupt erst ist.

    Was sind das für Typen, die so leicht Teil unseres Lebens werden können? Sind alle Gitarristen eher phallisch orientiert, Drummer insgeheim wie "Das Tier" aus der "Muppet Show" und Pianisten ebenso wie Pianistinnen ungeheuer feminin? Sind alle Sängerinnen Diven? Bringt die Promi-Fixiertheit des Popbusiness es nicht mit sich, daß viele der besten Instrumentalisten im Hintergrund wirken, während sich alle auf das "Frontschwein", den Star, den Sänger fokussieren? Wir ändern das. Holen die ins Rampenlicht, die sonst hinter den Kulissen wirken. Seien es Karl Parazzo und John Santos, die Carlos Santanas Gitarre mit ihren Percussion-Künsten erst den richtigen Drive verpassten, oder Zakk Wylde, ohne dessen Saitendreschen Ozzy Osborne nur halb so wild rüberkäme. Oder auch Diane Warren, die Welthits wie "Unbreak My Heart" (Toni Braxton), "Don't Wanna Miss A Thing" (Aerosmith) oder "If I Could Turn Back Time" (Celine Dion) schrieb.

    Und: Welcher Zeitgeist trägt die Dominanz bestimmter Instrumente in den Charts von 1977, 1985 und 2004? Warum sind gerade die DJs gegen den Rock-Solisten angetreten und verstanden das als zutiefst egalitär? Auf dass mit den White Stripes, den Libertines und neuerdings Maximo Park dann jüngst wieder die alten Gitarrensounds ganz plötzlich wieder das next big thing wurden? Fragen über Fragen – "Pop/bsession" beantwortet sie. Keineswegs nur musikologisch: Die psychologische und soziale Dimension des Themas bleibt nicht ausgespart ...

    "Pop/bsession" bleibt nicht bei den klassischen Instrumentalisten stehen. Das zeigen die Beispiele Stimme und DJ. Die Stimme – selbst ihr Medium. Der DJ: Der macht Musik aus zweiter Hand und ist doch auch ein Künstler. So, wie auch der Synthesizer und die Sample-Technik das Bild des Keyboarders nachhaltig veränderten: "Pop/bsession" untersucht den Wandel des Künstlerselbstverständnisses im digitalen Zeitalter.

    Das Ergebnis: Eine vielschichtige, reflektierte, unterhaltsame und populäre "Pop-Session" in fünf Teilen, fünf Kapiteln, fünf musikalischen Welten!


    Session 1: "While My Guitar Gently Weeps" - Autor: Tom Theunissen

    Ein Film über Gitarre und Bass – und somit auch über Gitarristen und Bassisten, die Musikgeschichte geschrieben haben und der Rock- und Popmusik ihren einzigartigen Sound bescherten. Gleich der erste Film wartet mit einer Sensation auf: Les Paul, der Godfather aller E-Gitarristen, erklärte sich zum "Pop/bsession"-Interview bereit - exklusiv für's ARTE-Publikum. Auf sein Spiel beziehen sich annähernd alle großen Rockstars der Gitarre, von Eric Clapton bis Jimmy Page.

    Das bildet den Ausgangspunkt einer mitreißenden Erzählung, die quer durch die Geschichte des Rock'n'Roll, Beat, Punk, Grunge und Hardrock führt und bei den zurzeit angesagten Gitarrenbands von The Strokes bis zu Maximo Park endet.

    Sie ist eine gequälte Kreatur: Aber am Ende dieses Films wird es nicht die Gitarre alleine sein, deren Saiten geschlagen, gedehnt und gezerrt wurden, die zerstört, in Brand gesetzt und zum Kreischen, Heulen oder Jammern gebracht wurde... Auch die Instrumentalisten zahlen ihren Preis für ihre lebenslange, virtuose Beziehung zu diesem Instrument. Kein Instrument hat eine so körperliche Ausstrahlung wie die Gitarre oder der um Kilos schwerere Bass. Der Bogen der aufopferungsvollen Musiker reicht von der tinnitusgeplagten Michael-Jackson-Lasergitarristin Jennifer Batten über den mit inzwischen verschieden großen Händen ausgestatteten Bassisten Hellmut Hattler (KRAAN, TabTwo) bis zum - im Sinne des korrekten Rockabilly - von Kopf bis Fuß durchgestylten Stray Cat Lee Rocker. Bei Bootsy Collins kommt der Groove vom Herzen, bei Frankreichs Rockstar Louis Bertignac (Telephone) aus dem Bauch und der Jazzmagier Pat Martino hat seinen Kopf nach einer Totalamnesie gleich zweimal zum Gitarrelernen benutzt. Ob Metal-Gott Zakk Wylde in der Tat auf dem Griffbrett masturbiert, wird zu erfragen sein, während Sonic Youth allein dem Instrument Schmerz zufügen... Die verschiedenen Musikstile liefern stets neue Perspektiven auf ein und dasselbe Instrument, vom solierenden Egomanen bis zum dienenden Teppichknüpfer im Hintergrund der Bühne.

    Das perfekte Abbild eines Lebens mit der Gitarre schließlich bietet der Erfinder des elektrisch verstärkten Spiels: der 90jährige Les Paul kriecht noch immer einmal wöchentlich auf die Bühne eines New Yorker Jazzclubs, ein Arm in Spielposition versteift, Rheuma und Hörgeräte ignorierend und in's Spiel integrierend. Das lebende Denkmal des Sound bildet die Rahmenhandlung zu einer Geschichte voller Lust und Schmerz.


    Session 2: "Ebony And Ivory" - Autor: Simone Owczarek

    Ein Film über Piano & Keyboards – über Pioniere der elektronischen Musik, und über solche, die Klassik und Pop Musik einst fusionierten. Und über solche, die Chanson und Pop zu einer unvergleichlichen Einheit verschmelzen. Da führt z. B. Robert Moog durch seinen Bio-Garten und plaudert über die musikalische Weltrevolution, die er initiierte – und Jean-Michel Jarre, wie er sie dann umsetzte. Keith Emerson, früheres enfant terrible der Rock-Dinosaurier Emerson, Lake and Palmer (kurz ELP), haut auf den Bühnen der 70er wie ein Berserker in die Tasten. Dass Elektronik nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart ist, davon berichten das französische Duo Air und Vince Clark, der in den 80ern kühle Keyboard- Trends setzte. Pianist und Sänger Rufus Wainwright allerdings spricht über die Innovation des Pop durch die Rückkehr in die Zeiten der Oper und zum klassischen Lied – in Folge 2 von "Pop/bsession": "Ebony & Ivory".

    "Die Gitarre ist mein Freund, das Klavier mein Lover." So Rufus Wainwright. Der 30-jährige Amerikaner ziert die Titelseiten der Musikmagazine. Popsongs am Klavier – die echte Alternative in einer digitalen Zeit? Die Rückkehr zum Klavier – nach Dekaden elektronischer Keyboardsounds? Das Klavier – Statussymbol und das Versprechen seelenvoller Klänge vergangener Zeiten. So traditionsreich, dass der Einsatz einer Tastatur für die elektronischen Soundtüftler der 60er zunächst gar nicht in Frage kommt. Robert Moog erzählt uns von den Anfängen elektronischer Musik. Er erfand nicht nur Synthesizer, er gilt bis heute als der technische Pionier auf dem Feld der analogen elektronischen Musik, versorgt Musiker wie George Clinton und Money Mark mit Effektgeräten und Neuauflagen seines Mini Moogs.

    Keith Emerson, Keyboarder der Supergroup Emerson, Lake & Palmer und Nummer 1 jeder Keyboarder-Bestenliste des letzten Jahrhunderts, war der erste, der einen kommerziellen Singlehit mit Synthesizersounds landete. Ein besessener Musiker im Studio, ein Tier auf der Bühne. Mit Schlägen und Tritten, mit Fäusten und Messer traktierte er seine Keyboards, um auch das Letzte aus Ihnen herauszuholen. Als Kulisse dieser ekstatischen Show diente der (von Robert Moog erfundene) erste transportable Synthesizer auf der Bühne, dessen meterhohe Schaltkreise, Knöpfe und Kabel als verheißungsvoller Blick in die Zukunft dienten.

    Zeitgleich sah sich Jean Michel Jarre in Frankreich in den eigenen Reihen mit Ablehnung und Skepsis konfrontiert. So erzählt er von klassischen Musikern, die während der gemeinsamen Arbeit an einer Inszenierung die Stecker der elektronischen Geräte zogen, aus Angst davor, später arbeitslos zu werden... Jarre setzt früh ein Zeichen gegen die massenhafte Reproduktion von Musik. Von seinem Album "Music For Supermarkets" lässt er lediglich ein Exemplar pressen und lässt dies meistbietend versteigern.

    In den 80ern kommt man musikalisch nicht mehr vorbei am Synthi-Pop: Depeche Mode, Eurythmics und Yazoo streiten um die Chartplätze. Und dabei sieht Tastenwunder Vince Clarke (Gründungsvater von Depeche Mode, Yazoo und Erasure) sich heute nicht einmal selbst als Musiker. Während Chris Lowe, Keyborder des Erfolgsduos Pet Shop Boys auf 20 Jahre Erfolgsgeschichte von "West End Girls" bis "Panzerkreuzer Potempkin" zurückblickt, werfen die Musiker von AIR einen Blick auf den Stand der Dinge heute. Warum gab es in den 90ern eine Rückkehr vom digitalen Keyboardsound zum analogen Equipment? Was macht die viel beschworene "Wärme", das "Seelenvolle" aus, das den digitalen Klängen fehlt? Und ist die Rückkehr zu "echten" Klavierspielern wie Rufus Wainwright (denen die gigantischen Erfolge einer Norah Jones vorausgingen) das Zeichen der Zeit?


    Session 3: "Slave To The Rhythm" - Autor: Jean-Alexander Ntivyihabwa

    Ein Film über den Rhythmus, der die Rock- und Popmusik zusammenhält – sei es das Percussion- und Latino-Fieber, das dank Santana Eingang in die Popmusik fand oder die avantgardistischen Beats im aktuellen R'n'B und HipHop, von Missy Elliott oder den Neptunes. Mit Bela B. von den Ärzten kommt zudem ein singender Schlagzeuger zu Wort, mit Stewart Copeland von Police eine lebende Legende und mit Evelyn Glennie eine Künstlerin, die das Schlagzeug in der klassischen Musik richtig hoffähig macht: in Folge 3 von "Pop/bsession": "Slave To The Rhythm."

    Die Trommel, sie ist das Schmuddelkind, der Rebell unter den Musikinstrumenten. Sperrig, laut und schwer zu bändigen. Kraft, Puls, Aggressivität und die Attacke sind ihre Attribute. Personifiziert von Typen wie dem jungen, wütenden Stuart Copeland, der The Police ihre unverwechselbare Dynamik verliehen hat. Einen melodischen Wohlklang kann man der Trommel hingegen nur schwer entlocken. Im klassischen Orchester hat sie ihren Platz deshalb in der letzten Reihe, da wo die Rüpel sitzen. Und kommt nur sporadisch zum Einsatz. Wenn's dramatisch wird etwa, oder wenn dynamische Akzente verlangt werden. Ansonsten kommt das Orchester bestens ohne Schlagwerk aus. So verbringt der Percussionist die meiste Zeit damit, die Takte zwischen den Kurzeinsätzen zu zählen. Und als vollwertiger Musiker wird er von seinen Kollegen sowieso nicht ernst genommen.

    Ein Verständnis, dem auch die Percussionistin Evelyn Glennie an der Royal Academie of Music begegnete. Die auf ihren Instrumenten abgestellten Geigenkoffer und Kaffetassen standen für die Dominanz der Harmonie- über die Rhythmusinstrumente in der klassischen Musik. Solorepertoire für Percussionsinstrumente? Fehlanzeige! Doch auch im Pop führen die Drummer ein Leben zweiter Klasse, rackern meist im Bühnenhintergrund. Im Mittelpunkt des Interesses stehen stets der Sänger oder Gitarrist. Der Drummer, das ist der gutmütige Depp, "loyal, aber dumm... Double Platinum, für das bisschen Bumm Bumm" wie Bela B. das Klischee in seinem Song "Goldenes Handwerk" treffend beschreibt. Und so ist es kein Wunder, dass zahlreiche Drummer die mangelnde Anerkennung mit Drogen zu überwinden versuchen. Jon Bonham und Keith Moon, zwei der talentiertesten, sind gar an ihnen zugrunde gegangen.
    Auch Rick Allen, Drummer der Metal Pop Band Def Leppard, folgte diesem Muster. Und hat gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Die Begeisterung für das Schlagzeugspiel hatte er schon lange verloren, als er im Vollrausch einen Autounfall verursachte - und dabei seinen linken Arm verlor. Im Krankenhaus fand er Zeit, mit überkommenen Klischees aufzuräumen. Und die Möglichkeiten seines Instrumentes neu zu entdecken - jenseits von Backbeat und Bum Bum.

    Denn bei entsprechender Beherrschung kann eine Trommel durchaus melodisch klingen, wie Miles Davis kongenialer Partner, der Drummer Billy Cobham, eindrucksvoll demonstriert. Er steht in der Tradition von Drummern wie Max Roach, Lionel Hampton, Gene Krupa oder Baby Dotts - Jazz Drummern, die der abendländischen, von Melodien und Harmonien geprägten Musik entscheidende rhythmische Impulse gegeben haben. Eine musikalische Entwicklung, die harte, rassistisch geprägt Widerstände zu knacken hatte: Von Negermusik, Buschtrommeln, ja von entarteter Musik war gar die Rede. Wie tief die kulturellen Vorurteile sitzen, mussten die Latin Percussionisten John Santos und Karl Perazzo von Santana am eigenen Leibe erfahren. Im Jahre 1972 wurden sie beim Proben in einem Park in San Francisco verhaftet , mussten die Nacht in einer Zelle verbringen. Ruhestörung lautete die offizielle Begründung.

    Seitdem hat sich einiges getan. Das einstige Schmuddelkind hat sich etabliert. In Clubs, auf Techno Raves oder am Strand von Venice Beach finden sich jedes Wochenende Tausende von Menschen zusammen, um sich der Faszination von Rhythmus und Bewegung hinzugeben. Gute Samba-Gruppen findet man inzwischen in Rüdesheim ebenso wie in Rio.

    Mit Musikstilen wie Drum&Bass, House, Jungle oder 2Step ist die Trommel gar zum stilprägenden Instrument avanciert. Ob gesampelt, programmiert oder analog eingespielt – die Musik der bedeutenden Pop-Produzenten wie Timbaland, Questlove oder Pharell Williams (The Neptunes) lebt von den "Beatz". Sie sind das Salz in der Suppe. Der Puls, der alles trägt. Und selbst in der klassischen Musik tut sich was. Die Solopercussionistin Evelyn Glennie ist mit Preisen überhäuft und von der Queen geadelt. Das Repertoire könnte zwar umfangreicher sein, doch dafür hat sie schon lange keine Kaffetasse von ihrem Instrument entfernen müssen. Und ihr Marimbaphon steht im Orchester ganz vorn. Na also!


    Session 4: "God Is A DJ" - Autor: Frank Ilgener

    Ein Film über Turntables – hier dreht sich alles um das Instrument der DJs. Und um die Sounds, die Clubgänger zum Ausflippen bringen, die Tricks der DJs und die Veränderung der Technik im Laufe der Jahre. Es wird gescratcht, gemixt, gesampelt und geloopt. Es geht um die Macht des schwarzen Vinyls und die Typen, die hinter den Reglern stehen – Typen wie Westbam, Paul van Dyk, Sven Väth oder DJ Tiesto, aber auch Miss Kittin, Laurent Garnier, Mousse T. oder Günter Discher. Die DJs katapultierten sich aus heimischen Schlafzimmern in die Arenen der Welt, in denen sonst nur Pop- und Rockbands auftreten. Genres wie Swing, House, Trance, Hip Hop oder Techno haben ihre eigenen Star-DJs ausgesandt, den Groove zu predigen. Folge 4 von "Pop/bsession" zeigt das Wie und Warum.

    Die DJ-Culture fährt der Popmusik kräftig in die Glieder. Zunächst von den Verfechtern "handgemachter" Musik als seelenloses Plastik-Produkt verkannt, eroberten gerade die DJs den Heldenstatus in der Pop-Musik zurück. Sie füllten eine Lücke, die der Punk hinterließ, als er die Gitarren- und Keyboard-Virtuosen von der Bühne vertrieben hatte. Jetzt sind die DJs die Helden der Nacht, indem sie die Leute in nie gekannte Tanzlaune versetzen, indem sie innerhalb eines Sets eine Dramaturgie für den Sog der Nacht erzeugen und bekannte Klänge in einen neuen Kontext setzen. Die Leidenschaft der DJ-Culture hat durchaus ihre Vorläufer: Der 80-jährige Günter Discher z.B. gilt als ausgewiesener Swing-Experte. Seine Besessenheit wurde ihm fast zum Verhängnis: denn die Swingkids wurden von den Nazis verfolgt...

    Westbam kennt Verfolgung nur durch seine Fangemeinde. Als erster deutscher DJ eignete er sich die sich Mixtechniken aus Amerika an. Sein Steckenpferd: Electro und Hip Hop. Visionär und Ibiza-Fan Sven Väth treibt es im ganz großen Stil und beschallt gleich den eigenen Mega-Club, das "Cocoon" in Frankfurt. Paul van Dyk plaudert fasziniert von neuen Mixtechniken wie den Final Scratch, während DJ Tiesto seinen Trance-Sound sogar vor einem Millionenpublikum bei der Olympiade durch die Boxen bläst. Laurent Garnier war dabei, als im "Hacienda Club" in Manchester das erste Mal "House" lief und revolutionierte im Alleingang die französische Clubszene - ein Reisender im Dienste der Offenbarungen von Techno. Neben Fremdmaterial kommt auch das eigene Gesangstalent zum Einsatz: Miss Kittin ist die bekannteste Chanteuse im Technobereich. Sie erzählt von der Rolle als DJane inmitten der eigentlich männlichen Domäne und ihrem Versuch, ein Gesamtkunstwerk zu erstellen.

    Szenenwechsel zu den Ursprüngen: in New Yorks Scratch Academy werden Anfänger mittlerweile unterrichtet, HipHop-DJs scratchen und breaken, was das Zeug hält. Und der Nachwuchs lernt, welche Techniken man braucht, um ein professioneller DJ zu werden.

    Auch das Remixen kommt nicht zu kurz: Einer der erfolgreichsten in diesem Genre ist der Grammy-nominierte Hannoveraner Mousse T.

    "Pop/bsession" zeigt den Werdegang der DJs von der Benutzung des Grammophons bis zu den High-Tech-Turntables, vom düsteren Club bis in die Stadien der Welt, stützt sich mit den Plattendrehern ins Nachtleben der Folge 4 "God Is A DJ".


    Session 5: "Killing Me Softly" - Autor: Nicole Kraack + Jürgen Schindler

    Ein Film über den Körper als Instrument – die Stimme. Quer durch alle Stilrichtungen folgt "Pop/bsession" dem Klang der Stimmbänder und lässt Kehlköpfe vibrieren. Frankreichs Mega-Star Benjamin Biolay kommentiert das Verhältnis von Text, Ausdruck und stimmlichen Fähigkeiten ebenso wie Schlager-Legende Gitte, deren Ausflüge in den Jazz ihr gleich zwei Arten von Publikum bescherten. Von Janis Joplin bis Barbra Streisand, von Aretha Franklin über Annie Lennox bis Mariah Carey, von Johnny Cash über Johnny Rotten bis Curt Cobain, von Elvis Presley über Meat Loaf bis Bono – diese und noch viel mehr große Stimmen der Rockgeschichte bringt "Pop/bsession" zu Gehör. Diane Warren, die unter anderem "Unbreak My Heart" für Toni Braxton schrieb, klärt auf über die Tricks beim Songwriting der ganz großen Balladen – und die Voiceboxes auf Björks aktuellem Album sorgen für ungewohnten Sound. In Folge 5 von "Pop/bsession": "Killing Me Softly".

    Die Stimme – ein Instrument wie alle anderen? Keineswegs. Hier musiziert der eigene Körper, kein anderes Medium steht zur Verfügung. Die Stimme – das menschliche Ausdrucksmittel schlechthin: Nicht nur Töne, Laute, Noten werden ihr entlockt, sondern auch Sinn und Seele am direktesten transportiert; und sie kann in Worte fassen, was Instrumente sonst nicht sagen können.

    Ob brillianter Techniker oder glaubwürdiger Botschafter – am Instrument Stimme scheiden sich die Geister, je nach Fraktionszugehörigkeit: Der eine lässt nur geschulten Gesang gelten, der nächste huldigt dem ursprünglichen Ausdruck, wieder ein anderer hört nur dort einen Sinn, wo Text-Botschaften vermittelt werden sollen.

    Gesangslehrerin Mama O vom Music Institute Los Angeles bringt es so auf den Punkt: "Es kommt nicht darauf an, was für einen Stimmenumfang du hast, sondern wie du es rüberbringst". Denn zur reinen Beherrschung des Instruments kommt der Sinn des Gesungenen. Bob Dylan – ohne seine Texte auch so bedeutend? Adam Green gibt Antwort und zeigt, was er heute aus dessen Erbe macht. Oder Schlagerstar Gitte Henning: Ewig als Schlagertussi verschrien, wechselt sie zum Jazz, als die deutschen Weichspüler-Texte sie anfangen zu langweilen. Imagewechsel – doch nicht immer Erfolgsgarant? Bei Angie Stone jedenfalls hat es funktioniert:: einst "first female rapper", ist sie heute die "New Queen Of Soul" – nicht nur laut NY Times.

    Doch wer eine "große" Stimme hat, ist doch reine Geschmackssache! Oder eben doch nicht? Haben nur Chaka Khan und Connor Oberst (Bright Eyes) eine Glaubwürdigkeit im Musikzirkus, oder darf sich Britney auf's gleiche Podest stellen? Würden heute noch Tausende an Joan Baez Lippen hängen oder trifft nur die goldbehangene HipHop-Kehle eines Nelly noch in Hirn und Herz?

    Pop hin, Rock her: Egal in welchem musikalischen Genre er/sie sich austobt - was ihn oder sie dazu bringt, was sie singen, wie sie es singen und warum – "Pop/bsession" sucht und findet Antworten. Und Kriterien. Und Gründe. Durch's Zuhören. Da spitzen selbst die Hohepriester des klassischen Gesangs die Ohren, wenn Opern-Diva Barbara Hendricks von Sopranstimmen und Tom Waits erzählt – und das in einem Atemzug.

    Hier wird durch Stimme zu Tränen gerührt oder sich über belanglose Hitparaden-Lala ausgelassen. Von emotionalen Siegen auf der Bühne zu Existenz-Krisen bei Stimmenverlust, von ewigem Übungs-Training bis zur gefaketen Ersatz-Stimme.

    Die aktuell mit Lobeshymnen überschütteten Gitarrenrocker Maximo Park stehen fürs miteinander Musizieren einer Band und wissen, wieso der Sänger immer das Front-Schwein der Gruppe ist. Alt-Punk Billy Idols Leidenschaft zur Musik trieb in in die Drogenwelt, während Frankreichs Chanson-Barde Benjamin Biolay der nervenaufreibende Alleingang als Solo-Act Droge genug ist.
    Die letzte Gelegenheit zum Hinschauen und Zuhören - bei Folge 5 von "Pop/bsession"!

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von DeeTee

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    Vielen Dank für den Hinweis! Hätte ich sonst wg. Urlaub wahrscheinlich übersehen.

    Grüße!
    DeeTee

  4. #3
    Benutzerbild von Torsten

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    Da heute Abend der erste Teil läuft, schiebe ich den Thread nochma nach oben.

  5. #4
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    Danke!

  6. #5
    Benutzerbild von italomaster

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    ...habe die erste halbe stunde gesehen und war doch angetan. freue mich schon auf den auf video befindlichen rest.

    und fuer mich als mix-fan und hobby dj ist die dj folge sehr interessant.

  7. #6
    Benutzerbild von Torsten

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    Mir hat der erste Teil auch gut gefallen. Nun freue ich mich vor allem auf die Folgen 2 und 4.

  8. #7
    Benutzerbild von 0815xxl

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    Nur zur Info, jeweils samstags 17.50-18.45h läuft die Wiederholung ! Somit auch heut !!

    bye

  9. #8
    Benutzerbild von musicola

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    Besten Dank! Hatte es nämlich dummerweise aufgrund "PES4-Fieber" verpasst!

  10. #9
    Benutzerbild von SportGoofy

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    Auch Dank an 0815xxl

    Wollte es nämlich unbedingt sehen und hab es verpasst.
    Hatte auch schon mal im Arte-Videotext gesucht -
    aber eher nachts das ja dort häufig Wiederholungen laufen.

    Dann werde ich mal meinen FiDeo anschmeissen.
    Meine Favouriten 2 & 3 & 5.

  11. #10
    Benutzerbild von 0815xxl

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    Ist doch ganz einfach. 'Tracks' macht Sommerpause und dafür läuft jetzt diese Musik-Doku zu den Sendezeiten von 'Tracks': Do ca. 23.30-xx.xxh, Wdh: Sa 17.50-18.45h. !
    Lief nicht im letzten Sommer (während der Sommerpause von Tracks) auch eine Musik-Doku-Reihe !??

    Falls jemand alle Folgen von 'Pop/bsession' auf DVD brennt, Ich hätte Interesse.

    Bye

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