Seite 4 von 15 ErsteErste 1234567814 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 31 bis 40 von 146

Cd nicht mehr im Handel = Filesharing & MP3

Erstellt von Lumpi, 18.05.2003, 18:32 Uhr · 145 Antworten · 9.317 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von
    @ DeeTee

    Hmmm, das bedeutet doch in der Praxis, dass mir die Musikkonzerne vorschreiben können, welche Musik ich hören darf

    Wenn man generell davon ausgeht, dass man zum Erscheinungszeitpunkt keine CD kauft, auf dem Gebraucht-/Floh-/Sammler-/eBay-Markt nicht fündig wird und auch auf anderem legalen Wege nicht mehr drankommt, dann liefe es im Endeffekt darauf hinaus, klar.

    Musik, die dem Markt nicht zur Verfügung steht, zu kopieren, schadet dem Künstler in den wenigsten Fällen. Meine Skrupel sind in diesen Fällen eher gering.

    Kein Problem! Solange man sich eben dessen bewusst ist, dass man eigentlich kein Recht hat dies zu tun, Risiko, Skrupel usw. aber gering einschätzt ist doch alles ok. Solange diese Gewohnheit (dazu ist es ja irgendwo geworden, genauso wie Spieleraubkopien schon in den 80ern nur noch als Kavaliersdelikt gesehen und im Privatbereich auch meistens behandelt wurden), nicht dazu führt, dass man quasi ein Recht drauf und die Enteignung der Rechteinhaber fordert ist von mir aus alles in Butter. Um nichts anderes gehts mir.

    Man kann sich nur nicht einfach immer die Gesetze rauspicken die einem gefallen und die anderen, für die man persönlich gerade nicht so einsichtig ist quasi außer Kraft setzen, weil diese ja sowieso nicht logisch, nicht zeitgemäß oder sonstwie nicht im Sinne der eigenen Gewohnheiten genehm sind. Wir sind hier eben keine Bananenrepublik. Und solange man sich dessen bewusst ist, dass man sich eigentlich gerade nicht 100% korrekt verhält, es aber trotzdem tut, ist doch alles in Ordnung. Nichts anderes tue ich, wenn ich auf der Autobahn eigentlich grundsätzlich 20-30km/h schneller fahre als erlaubt. Deshalb fordere ich aber auch keine nächtliche Aufhebung von Tempobeschränkungen, nur weil da die Autobahn leer ist..... Ich weiss eben was ich tue und das muss letztendlich immer jeder selbst wissen und im Zweifelsfall die Konsequenzen tragen. Wenn sich jeder an alle Gesetze halten würde, bräuchten wir keine Gerichte. Also ist damit zu rechnen, dass Gesetze übertreten werden. Je nach Schwere des Vergehens und Gefahr erwischt zu werden muss man eben abschätzen ob man sich drauf einlässt oder nicht.

    Grüße
    Dave

  2.  
    Anzeige
  3. #32
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Na, das wird ja nochma 'ne richtig schön hitzige Debatte hier...

    Da ich im Moment leider keine Zeit habe, eingehender zu antworten, nur kurz eine Bemerkung zu einem kurzen Bericht, den ich gestern Abend in den SAT1-News gesehen habe...

    Da läuft gerade so ein Pilotprojekt in zwei PLattenläden, in denen sich die Kunden, mit einem portablen Scanner ausgestattet, einen eigenen Sampler zusammenstellen können. Diese eigens kompilierte Scheibe kann man dann direkt im Laden brennen lassen. Kosten: 99 Cent pro Titel, 2,- EUR für den Rohling. Derzeit gibt es 20.000 Titel zur Auswahl, das Ganze soll auf zwei Millionen aufgestockt werden.

    Klingt doch hochinteressant, oder? Offensichtlich geht der Musikindustrie so langsam der Arsch auf Grundeis, sodass sie gezwungen ist, endlich mal kreativ zu handeln. Möglicherweise ist dies auch eine Reaktion auf den von Apple erfolgreich initiierten iTunesMusicStore, der ja nach gleichem Prinzip funktioniert...

    Und wie J.B. richtig bemerkte: Sollte sich diese Möglichkeit des Musikerwerbs durchsetzen, wären die Künstler auch wieder gezwungen, durchgehend gute Scheiben zu produzieren. Die ganzen miesen Füller würde dann nämlich niemand mehr einkaufen...

    Naja, aber ersma abwarten, was aus dieser Sache wird....

  4. #33
    Benutzerbild von hoodle

    Registriert seit
    04.10.2001
    Beiträge
    1.775
    @Torsten: Solche Projekte gab es schön öfters. Sowohl im Plattenladen, da ist es eigentlich eher ein alter Hut, als auch übers Internet. Das Problem war, dass die Geschichte nie von den Kunden angenommen wurde. Zum einen, weil die CD's bisher wesentlich teurer waren als normale CD's. Überschlägig gerechnet würde hier eine rappelvolle CD ca. 20 Euro kosten. Zum anderen, weil die Musikauswahl stark beschränkt war. Desweiten liegt auch wieder das Problem der Bereitstellung der Lieder. Nicht jedes Label wird seine Musik zur Verfügung stellen, oder nicht jeder Künstler wird dabei vertreten sein wollen. Irgendwo habe ich mal ne Liste von "Music on demand" über's Internet gesehen, und die Anbieter haben alle sehr schlecht abgeschnitten.

    Ich erinnere daran wie gespannt wir auf www.popfile.de geklickt haben (ich glaube, dass es der Verein war, kann mich nicht mehr richtig dran erinern) und wie massloss enttäuscht wir über die Auswahl waren.

    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, irgendwann muss siche diese Idee durchsetzen.

  5. #34
    Benutzerbild von J.B.

    Registriert seit
    04.10.2001
    Beiträge
    6.106
    Zunächst mal herzlichen Dank für das Feedback auf meine Fragen. Mir ist schon klar, dass die Musik auch immer unmittelbar mit dem Medium auf dem sie enthalten ist, verknüpft ist. Mir ging es eben um die Töne an sich, aber das wird man nie in irgendein Korsett zwängen können.

    Bubus Vorschlag hat absolut was für sich und wäre sicher eine Überlegung wert, denn sie ist künstlerfreundlich! Es ist ein Ansatz der durchaus funktionieren kann.

    Ich denke, ähnlich wie DeeTee auch, dass uns die Musikindustrie mittlerweile sehr genau diktiert was wir zu hören haben. Es entscheidet schon lange nicht mehr die Nachfrage oder der Geschmack der Käufer. Die werden durch Sendungen wie DSDS ja im Prinzip auf so einen Audio-Müll heiß gemacht. In fast jedem Fernsehsender bekommt man die ultimativen CD-Tipps der Woche um die Ohren gehauen! Den potenziellen Käufern wird suggeriert, dass sie ohne diese Musik nicht mehr existieren können. Und da die meisten heute eh nicht mehr bewußt entscheiden was sie hören wollen ist der Kreislauf perfekt.

    Nun zu dem was Torsten geschrieben hat! Ich finde diese 20 Euro für eine CD, randvoll mit Songs die mir gefallen, eigentlich nicht zu hoch. Wenn man auf diese CD Songs von nur 3 - 4 anderen CDs draufpackt, die man sich sonst gekauft hätte, würde sich da mehr als rechnen. Man kauft weniger aber, zumindest für sich selbst, qualitativ hochwertiger und das wäre mir bei 20 solchen Titeln die mir gefallen allemal 20 Euro wert. Vorausgesetzt ich habe ein entsprechend großes Auswahlarchiv!

    Da würde auch die gern genutze Ausrede der Musikindustrie "Das Verhältnis der Produktionskosten zu den erwarteten Einnahmen rechnet sich nicht", wenn es um die von uns immer wieder diskutierten Raritäten geht, wegfallen! Sie müssen sie ja nicht mehr hundert- oder tausendfach auf CD pressen. Das würde aber auch bedeuten, dass sie die Konsumenten/Käufer nicht mehr in ihrem Hör- und vor allem Kaufverhalten beeinflussen können. Zumindest nicht die, die wie wir sehr genau wissen was sie wollen!

    Ich habe aber, wie hoodle so meine Zweifel ob sich das wirklich durchsetzt. Da fehlt doch noch eine ganze Menge drumherum und einige Fragen bleiben ebenfalls offen.

    Wie sieht es denn zum Beispiel dann mit einem Booklet in dem Informationen über Songs und Künstler enthalten sind aus? Die Plattenfirmen würden eine Menge Geld verlieren, weil die Künstler ja gezwungen sind qualitativ hochwertige Ware herzustellen. Das wiederum dauert einige Zeit, man sieht ja heute schon wie lange Gruppen, die Wert auf Qualität legen, brauchen um ein neues Album fertigzustellen. Und genau damit brechen den Plattenfirmen die Einnahmen der vielen von ihnen aufgebauten Klone weg, Künstler aus ihrem Stall können dann eben nicht jedes Jahr ein neues Album an den Start stellen. Die große Gefahr für die Plattenfirmen wäre ja, dass der Kunde mündig wird und dem Schrott eine Abfuhr erteilt!

    Es würden ja eigentlich auch einige Kosten in der Produktion wegfallen. Das wiederum könnte nun die Künstler ermutigen sich von den Plattenfirmen abzunabeln, was denen sicher nicht so recht sein dürfte. Im Prinzip bräuchten Künstler eigentlich gar keine Alben mehr herausbringen, sondern nur noch Songs. Ob da alle mitmachen? Denn auch die Kosten für die Produktion ihrer Songs würde wohl steigen. Mieten eines Studios, Gehälter für die Produzenten, Toningenieure und und und! Man geht ja dann nicht einmal alle 2 Jahre ins Studio, sondern müßte, um präsent zu bleiben und regelmäßige Einkünfte zu erhalten, öfters ins Studio gehen. Einen Fehlschlag oder etwaige Verzögerungen würden dann einen erheblichen finanziellen Einbruch bedeuten.

    Spätestens dann werden die Haie wieder zuschlagen, den Künstlern ihre Songs zum Einmal-Dumping-Preis abkaufen, ihnen die Kosten für die Produktion vorfinanzieren, sie so wieder an die Kette legen und dann ordentlich Kasse machen. Es würde über kurz oder lang wohl wieder so kommen wie es heute schon ist: Die wenigsten Künstler haben noch das Recht an ihrer Musik. Und zwar sowohl an der, die sie geschrieben/komponiert haben, als auch an der, die sie erst noch schreiben/komponieren werden. Traurig aber wahr.

    Was passiert wenn ich Songs unterschiedlicher Labels auf so eine CD packen lasse? Wer hat dann das Copyright drauf? Würde das nicht auch bedeuten, dass es in Zukunft keine Sampler mehr gibt! Würde das nicht sogar Merger in der ohnehin schon von Multis dominierten Musikindstrie fördern, bis nur noch ein einziger Konzern übrigbleibt?

    Um es klarzustellen, ich finde diese Idee so schlecht nicht, aber ich glaube eher das die Plattenfirmen da noch ganz andere Dinge mit bezwecken. Welche das sind weiß ich noch nicht, aber aus reiner Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber dem Kunden machen die das sicher nicht!!!

    In diesem Sinne

    J.B.

  6. #35
    Benutzerbild von hoodle

    Registriert seit
    04.10.2001
    Beiträge
    1.775
    Wie schon gesagt, im Internet gibt es schon reichlich Anbieter von Music On Demand, ich suche die heute abend mal raus. Aber auch hier gibt es viele Beschränkungen. Denn einige Anbieter sind in Deutschland verboten, sprich, man darf sie nur nutzen, wenn man aus den USA ist. Da gibt es doch schon himmelweite Unterschiede zwischen z.b. BMG USA und BMG Deutschland. Es gibt viele CD's, die in Deutschland nie erschienen sind und nur über Importe zu bekommen sind. Die Preise waren auch derartig hoch, dass eine normale CD in der Regel günstiger ist. Und wie gesagt, die meisten Anbieter hatten nur Lieder von einem Label.

    Sicherlich sind die ungefähr 20 Euro/CD von Torsten's Beitrag einigermassen fair, aber das trifft allerdings auch nur dann zu, wenn die Auswahl der Songs gross genug ist. Ich gehe davon aus, dass hier überwiegend nur Songs angeboten werden, die dem allgemeinen Geschmack entsprechen, also Chartmusik. Alles andere ist rechtlich viel zu aufwendig. Wir haben ja schon oft festgestellt, dass schon normale Re-Releases von Alben viel zu selten sind, und das obwohl genug Interesse auf Seiten der Käufer besteht.

    Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, wer die Kopie schon hat, wird sich das Original nicht mehr kaufen.

  7. #36
    Benutzerbild von DeeTee

    Registriert seit
    19.12.2001
    Beiträge
    1.928
    @J.B.:
    In Deiner Antwort auf Hoodle übersiehst Du etwas: In den Fällen, über die wir hier sprechen, geht es nicht um Musik, die in der Zukunft erst kreativ geschaffen werden muss, sondern um solche, die es schon gibt; z. B. unsere geliebten 80er Jahre. Hier wird uns - aus welchen Gründen auch immer - manches vorenthalten, was wir als wiederhörenswert empfinden. Wenn man dies bedenkt, entfallen einige Argumente gegen Musik-on-demand via Internet/im Plattenladen/CD-Shop.
    Ich würde gerne 1 Euro pro Titel bezahlen, wenn ich dafür hochwertige Audio-CDs selbst zusammenstellen kann.
    Vielleicht sollte man nur solche Titel für diesen Zweck freigeben, die schon mindestens 5 Jahre veröffentlicht sind. Die "Hot Hits" kann man dann immernoch direkt an Mann/FRau bringen. Oder man denkt 'mal über eine Preisstaffelung nach...

    Grüße bei 34 Grad im Schatten ...
    DeeTee

  8. #37
    Benutzerbild von J.B.

    Registriert seit
    04.10.2001
    Beiträge
    6.106
    @ DeeTee

    Ich hab einfach mal ein wenig in die Zukunft gedacht, aber auch wenn es um unserer geliebte alte Mucke geht werden wir vermutlich bei solch einer Sache voll in die Röhre gucken.

    Warum? Nun ich gehe mal davon aus die Songs werden in möglichst bester Qualität auf Servern gelagert. Das verursacht Kosten und überall da wo Kosten entstehen versucht man sie so gering wie möglich zu halten. Wie also könnte die Lösung für Plattenfirmen aussehen? Sie verfolgen einfach welche Songs oft geordert werden und welche sich als "Ladenhüter" erweisen. Auch und gerade bei den alten Songs! Was nicht oft genug geordert wird ist unrentabel und fliegt vom Server, denn es verursacht mehr Kosten, als es Gewinn einbringt. So wird das Aussehen über kurz oder lang. Leider!!!!

    Die ganze Idee wäre gerade für uns die wir Raritäten suchen wirklich eine geniale Sache. Endlich käme man an die verschollenen Schätze aus den diversen Archiven und dann vermutlich sogar noch in einer tollen Qualität. Nur wie schon gesagt, warum sollte die Firmen das machen, wenn sie doch mit Scharen geklonter und selbstaufgebauter Popsternchen wesentlich mehr Geld aus dem Speicherplatz holen können? Eine neue Überarbeitung ganzer Heerscharen verstaubter und unsauberer Mastertapes würde wiederum viel Geld kosten und in den Augen der Musikindustrie sicher nicht einmal ansatzweise genug wieder einspielen.

    Wir sind einfach in deren Augen eine verschwindend geringe Anzahl von "Kunden". Wen von denen interessieren denn unsere Lieblingsongs? Die wollen mit den Songs Geld verdienen und wenn sich eben nur einige wenige hundert bis tausend für einen Song interessieren ist der unrentabel. Und das wird immer so bleiben, egal in welchem Format man an Songs kommen wird!

    Ich wünschte mir ein Musiklabel von Fans für Fans und nicht eines von musikneutralen Abzockern für das Schaf in der Herde.

    Sollten sich diese meine Befürchtungen nicht bewahrheiten (und Gott weiß wie sehr ich dafür bete), bin ich der erste der HIER brüllt, wenn es endlich wieder alle möglichen und unmöglichen Songs quer durch alle Jahrzehnte zum Kaufen gibt .

    Eine leise Anmerkung sei mir aber noch gestattet. Wenn ich die Möglichkeit habe meine CDs oder welches Medium auch immer, mit der Musik vollzupacken die ich will, dann würde den lieben Plattenfirmen aber jede Menge Umsatz wegbrechen. Dann habe ich, wie schon erwähnt auf, ich sag jetzt mal, weil's grad aktuell ist, einer oder zwei CDs, das drauf, was vorher vielleicht auf 8-15 CDs verteilt war. Für mich eine tolle Rechnung - ich zahle 40 Euro für 40 spitzenmässige Songs. Für die Plattenfirma eher ein Reinfall, denn ihr ist das Geld für sagen wir mal 10 CDs, in der heutigen Zeit ca. 175 Euros, abhanden gekommen. Das muß kompensiert werden! Und wie?? Mehr gehypte Stars, mehr Klone, mehr Coversongs, da irgendwann einmal jede Melodie schon gespielt wurde und vor allem noch mehr Masse statt Klasse. Aber das wäre ja wieder die Zukunft .

    CU

    J.B

  9. #38
    Benutzerbild von
    Eine leise Anmerkung sei mir aber noch gestattet. Wenn ich die Möglichkeit habe meine CDs oder welches Medium auch immer, mit der Musik vollzupacken die ich will, dann würde den lieben Plattenfirmen aber jede Menge Umsatz wegbrechen. Dann habe ich, wie schon erwähnt auf, ich sag jetzt mal, weil's grad aktuell ist, einer oder zwei CDs, das drauf, was vorher vielleicht auf 8-15 CDs verteilt war. Für mich eine tolle Rechnung - ich zahle 40 Euro für 40 spitzenmässige Songs. Für die Plattenfirma eher ein Reinfall, denn ihr ist das Geld für sagen wir mal 10 CDs, in der heutigen Zeit ca. 175 Euros, abhanden gekommen.

    Ich gehe mal davon aus, dass die wenigsten Leute 175 Euro bei einem einmaligen CD-Einkauf hinlegen. Es dürfte doch eher so sein, dass diese Summe über einen gewissen Zeitraum für CDs ausgegeben wird, sagen wir mal im Schnitt 1-2 CDs pro Monat. Also wären die 175 Euro über 6-10 Monate ausgegeben worden. Über 6-10 Monate wirst Du mit Deinen 40 "Spitzensongs" für 40 Euro akut keinen anhaltenden Spaß haben. Vielleicht kramt man sie später malwieder raus, nachdem man sich sattgehört hat. D. h. also, Du hast Anlass (und wenn Du vorher 175 Euro für teilweisen Schrott ausgeben konntest, offenbar auch die Mittel) über 6-10 Monate noch mehr spitzenmäßige oder sagen wir einfach mal nur "gute, kaufbare" Songs zu erwerben und bei allem Gemecker, erscheinen auch heutzutage über diese Spanne mehr als 40 gute Songs in dieser Zeit. Letztendlich wirst Du also auch wieder Deine 175 Euro für Musik unters Volk bzw. unter die Labels bringen können und hast dann 175 tolle Songs (was bedeutet, dass pro Monat mindestens 17,5 gute Songs auf dem Markt sein müssten, also in etwa wieder eine gefüllte CD. Für meinen Geschmack ist das gerade noch so der Fall, aber mancher wird da sicherlich noch erleserennen Geschmack haben...).

    Ich glaube jedenfalls, dass diese Vertriebsform zur Zufriedenheit von Kunden und Anbietern funktionieren kann. Letztendlich wird der MI aber sowieso keine andere Wahl bleiben. Denn wie wir ja alle wissen, hätten die Leute die aktuelle Musik schwarz ziehen ja sowieso nicht gekauft (wird jedenfalls immer wieder so behauptet um zu zeigen, dass man ja gar keinem schadet ;-) und somit wäre der von der Musikindustrie auf Raubkopien zurückgeführte Umsatzrückgang ja sowieso eingetreten und hätte zum Handeln gezwungen *hüstel*

    Dave

  10. #39
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Teil 1:

    So, nach einigen Tagen der Abwesenheit möchte ich nochma ins Thema einsteigen...

    @ bubu:

    Kompliment zu Beitrag 027. Nicht nur, weil du auf meine Linie einschwenkst , sondern weil du das eigentliche Problem sehr pointiert darstellst. Mir gefällt auch dein Modellvorschlag sehr gut, der ist ausgefeilter als meiner und würde von mir mit Nachdruck unterstützt werden!


    @ Dave Bowman:

    "Wenn man generell davon ausgeht, dass man zum Erscheinungszeitpunkt keine CD kauft, auf dem Gebraucht-/Floh-/Sammler-/eBay-Markt nicht fündig wird und auch auf anderem legalen Wege nicht mehr drankommt, dann liefe es im Endeffekt darauf hinaus, klar."

    Hä? Bin ich hier gerade im falschen Film, oder wat?

    Über was sonst diskutieren wir denn eigentlich die ganze Zeit hier??? *in-den-Tisch-beiß*

    Ja, und welche Schlussfolgerung ziehst du nun daraus? Dass das so gut ist? Und demnach auch so bleiben muss? Dass man bis zum jüngsten Tag nix daran ändern sollte? Kann jedenfalls keine andere Konsequenz aus deiner bisher vertretenen Position ziehen.


    "Man kann sich nur nicht einfach immer die Gesetze rauspicken die einem gefallen und die anderen, für die man persönlich gerade nicht so einsichtig ist quasi außer Kraft setzen, weil diese ja sowieso nicht logisch, nicht zeitgemäß oder sonstwie nicht im Sinne der eigenen Gewohnheiten genehm sind."

    "nicht einfach immer"? Na, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wer bei diesem Thema bestehendes Gesetz kritisiert und Vorschläge zur Änderung macht, ist in deinen Augen also ständig (="immer") daran interessiert, sich die besten Gesetze "rauszupicken"? Hört, hört. Aber du hast ganz Recht. Ich möchte auch 'ne S-Klasse fahren und werde mir gleich morgen eine klauen. Anschließend werde ich natürlich fordern, dass Autos für alle da sind und ich somit ein Anrecht darauf habe. Sobald das geschafft ist, werde ich Luxus-Villen besetzen und für mich einfordern. Ach was, für mich - für alle! Denn selbstverständlich plädiere ich für die totale Enteignung, Verstaatlichung und der Abschaffung von Gesetzen. Ja, ich will die Bananenrepublik! Nicht zuletzt deswegen, weil Bananen ja so lecker sind und demnach auch sofort zum Volksgut werden müssen...

    ...Hiiilfeee...


    "Also ist damit zu rechnen, dass Gesetze übertreten werden."

    Mhmm. Und in einem Fall wie diesem kommt dir nicht mal der fragende Gedanke, warum das mit so wenig Unrechtsbewusstsein geschieht? Ich zitiere Heiner Geißler:

    "Die meisten Leute sind durchaus bereit, Änderungen oder Einschnitte hinzunehmen. Unter zwei Voraussetzungen: Sie müssen erstens den Eindruck haben, dass es gerecht zugeht. Und sie müssen zweitens den Sinn dahinter erkennen."

    Wieso hab ich nur den Eindruck, dass der Satz auf unsere Thematik passt wie die Faust aufs Auge???


    "Dagegen ist ja im Prinzip nichts einzuwenden, nur leider kannst Du das nicht innerhalb der Fristen regeln, die Du dafür wohl gerne hättest. Und ich erinnere Dich gerne nochmal dran: Das was Du forderst ist eine Enteignung."

    Wo hab ich denn von irgendwelchen "Fristen" gesprochen? Ich verlange nicht mehr und nicht weniger als eine grundsätzliche Überarbeitung der bestenden Gesetze. Wäre ja schonma ein Anfang. Hab nicht verlangt, dass das Ganze nächste Woche schon in Kraft treten soll.

    Und stimmt, was ich fordere, ist eine Enteignung. So what? Für dich scheint der Begriff ja schon prinzipiell negativ besetzt zu sein - ungeachtet dessen, dass diese Methode in Ausnahmefällen möglicherweise berechtigt sein könnte. Der von bubu dargelegte Vorschlag, der natürlich besser ist als mein Modell, ist in deinen Augen tatsächlich keine Überlegung wert? Er würde eine Enteignung ja auch nur für den Fall vorsehen, dass keine rechtmäßigen Besitzer mehr auszumachen sind.


    "Mit den Rechten ist es ja oft nicht ganz so einfach wie Du es hier darstellst, denn an einem Musikstück gibt es unterschiedliche Rechte und Rechteinhaber (z. B. Autor, Komponist, Interpret, Hersteller). Eine BMG alleine kann Dir also alleine die Rechte an einem Stück gar nicht freigeben, da würde sich z. B. 'der Diedä' bedanken und die BMG auf Schadenersatz verklagen. Das müsste man alles regeln und selbst wenn Du den größten Traumtanz hinlegst, glaubst Du nicht im ernst, dass das bei allen Stücken und allen beteiligten klappt. Wenn man solche 'Details' aber unbeachtet lässt, kann man sich natürlich hinstellen und einfach sagen 'dieses Urheberrechtsgesetz ist ja total veraltet'."

    Schön, dass du dir eingehendere Gedanken zum Thema machst. Nur solltest du daraus nicht schließen, dass andere dann die von dir geschilderten Einwände nicht bedenken. Wir führen hier eine Grundsatzdebatte. Das schließt selbstverständlich mit ein, dass Änderungen nicht in allen Fällen ganz simpel aus dem Ärmel zu schütteln sind. Muss man das immer noch extra erwähnen, und muss ich immer für Dave Bowman sämtliche Eventualitäten mit einbeziehen, um eine Kerndebatte zu führen? Wir wären an potenziellen Änderungen sowieso nicht beteiligt. Die Klärung sämtlicher Einzelheiten würde durch entsprechende Fachleute erledigt werden, von denen jeder Einzelne wahrscheinlich zehnmal mehr Ahnung von der Materie hat als wir hier zusammen. Deshalb darf es aber doch wohl erlaubt sein, grundsätzliche Denkanstöße zu liefern!


    "Eine BMG alleine kann Dir also alleine die Rechte an einem Stück gar nicht freigeben, da würde sich z. B. "der Diedä" bedanken und die BMG auf Schadenersatz verklagen."

    "Der Diedä" und jeder andere Künstler würde nur dann derart reagieren, wenn die Rechte noch käuflicher Tonträger einfach mal so freigegeben werden würden (was hier kein Mensch verlangt). Sind die Platten nicht mehr erhältlich, wäre eine Lösung wie die aus bubus Modell absolut künstlerfreundlich.

    Und die Tatsache, dass einfache Lösungen in einigen Fällen nicht möglich sind, ist für dich ein Indiz, dass die bestehende Rechtslage nicht veraltet ist? Na super. Ich kann für alle zukünftigen Politiker nur hoffen, dass sie nicht so negativistisch eingestellt sind, sich von diffizilen Problemen derartig abschrecken lassen und lieber alles beim Alten lassen. Leider ist aber genau diese "So-einfach-ist-das-aber-alles-nicht"-Attitüde eine der beliebtesten Waffen der chronischen Bedenkenträger, die letztendlich nix anderes sind als gesellschaftliche Aufhalter.


    "Im übrigen hebelst Du mit Deinem Vorschlag mal eben das gesamte EU-weit angeglichene Urheberrecht mit Deiner Forderung aus und die besagt, dass die Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt. Also malwieder ein deutscher Sonderweg in Richtung Staatswirtschaft (und auch wenn Du das immer nicht gerne hörst, Dich ja sogar drüber lustig machst, Du forderst damit nichts anderes)?"

    Dieser Einwand impliziert, dass die kontroverse Debatte, die wir hier gerade führen, nur bei uns in Deutschland aktuell ist. Frei nach dem Motto: Probleme mit Raubkopierern gibt's nur hier, und nur hier gibt's so Querulanten wie mich, die sich erdreisten, bestehendes Gesetz zu kritisieren. Das ist natürlich Unsinn. Was du oben anführst, ist nix anderes als die Denke "Wenn alle vom Dach springen, spring ich auch". Mein Gott, reformfeindlicher und unflexibler kann man ja gar nicht mehr argumentieren. Die Tatsache, dass weltweit veraltetes Recht gilt, ist für dich ein Grund, in Deutschland nicht über Änderungen nachzudenken? Wenn solcherlei Neuerungen deutliche Verbesserungen darstellen sollten (und ich bin der Meinung, dass bubus Modell ein immenser Fortschritt wäre!), sollte man auch den Mut haben, den Anfang zu machen und sich eventuellen Widrigkeiten zu stellen!

    Nur wer sagt denn, dass in anderen Ländern nicht auch die Vernunft siegen kann? Gerade solche Innovationen verlaufen ja bekanntermaßen oftmals wie Kettenreaktionen - sobald sich die Vorteile der Neuerung herauskristallisieren, wird der Rest zwangsläufig nachziehen.

    Wer weiß, Dave, möglicherweise wird man über die aktuellen Zustände irgendwann genauso amüsiert schmunzeln und mit dem Kopf schütteln, wie du es offensichtlich mit meinen Ansichten hier tust...


    "Das ist mir schon klar, denn Du befindest Dich auf einem Feldzug gegen die MI, bei dem Du Dich schön in Rage reden kannst."

    Ach herrjeh, die alte Leier in neuem Gewand. Gleiches hast du mir seinerzeit ja auch schon in Bezug auf RTL attestiert. Dave, wenn wir dir hier jedes Mal, sobald du irgendetwas energischer kritisierst, entgegenhielten, du würdest dich "in Rage reden" und einen "Feldzug" führen, kämen wir ja zu nix anderem mehr. Gibt es denn gar kein Heilmittel gegen diese chronische Unterstelleritis?

  11. #40
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Teil 2:

    "Das ist es was Eigentum ausmacht: Der Eigentümer kann damit verfahren wie es ihm gefällt!"

    Aha. Also nach deiner Definition auch dann, wenn es kulturellen und somit gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Denn um nichts anderes handelt es sich, wenn hier der Wille Weniger (= Rechteinhaber) über die Verbreitung von Musik (= Kulturgut) entscheidet und sich damit über's Gemeinwohl hinwegsetzt. Mal ganz abgesehen von dem, was bubu sehr treffend formuliert hat:

    "Plädiert hier lieber für den Respekt vor dem Eigentum des Künstlers an seinem Produkt als vor dem Respekt vor dem "Eigentum" der Musikindustrie an dem Produkt des Künstlers!"

    *unterschreib*

    Du und auch einige andere vergleichen Musik auffällig oft mit Autos, an denen man ja auch keinen allgemeinen Besitzanspruch stellen kann. Ihr stellt eine Analogie her zwischen dem Eigentum an Rechten von Kunstgütern und dem Eigentum an materiellen Gütern. Ich halte diesen Vergleich für nicht statthaft. Dass hier kein allgemeingültiges Prinzip gelten kann, zeigt folgende Gegenüberstellung:

    - Was ist der Sinn von Musik? Natürlich, sie zu hören. Wir reden hier in streng physikalischem Sinne also von Schall. Und den kann man nicht greifen. Auch wenn ich die Rechte an Musik nicht besitze, kann ich sie überall hören: in der Disco, im Supermarkt, auf der Kirmes, eine Etage höher über die Anlage meines Nachbarn. Oftmals also sogar unfreiwillig. Man kann die Menschen in diesem Fall also gar nicht daran hindern, in den Genuss von etwas zu kommen, für das sie gar nicht bezahlt haben.

    - Was ist der Sinn eines Autos? Natürlich, es zu fahren. Das kann ich aber nur, wenn ich der Eigentümer dieses Wagens bin. Niemand anders sonst wird dazu in der Lage sein, es sei denn, er klaut die Kiste. Dann ist sie aber futsch, mir entsteht also ein sofort nachzuweisender Nachteil. Denn der Dieb kann sich die Karre ja nicht einfach so kopieren, wie ich es gelegentlich mit unkäuflichen CDs tue.

    Ich räume ein: Was die Debatte über die irgendwann potenzielle Schädigung der Rechtehalter angeht, könnten wir noch seitenlang den Vorwurf der Spekulation wie einen Ping-Pong-Ball zwischen uns hin- und herwandern lassen. Wir können beide nichts beweisen, auch wenn wir gleichermaßen von der Richtigkeit unserer Behauptungen überzeugt sind.

    Richten wir unsere Aufmerksamkeit also auf das, was bleibt: Nämlich in vielen Fällen die Ungewissheit, ob ein Musik-Titel jemals wieder zum Verkauf angeboten wird. Du sagst sinngemäß: Pech gehabt, das Recht auf Eigentum hat unumstößlichen Vorrang. Ich sage: Es kann nicht sein, dass ein irgendwann mal erworbenes Recht an dem Produkt eines Künstlers den Eigentümer dazu autorisiert, es nach Belieben im Keller verrotten zu lassen und der Öffentlichkeit vorzuenthalten.

    Ich stelle dir hiermit eine konkrete Frage: Gibt es für dich also keine denkbaren Fälle, in denen das Recht auf Eigentum gebeugt werden darf/muss? Darf das Recht auf Eigentum ausnahmlos die letzte argumentative Instanz sein?

    Du schreibst: Eigentum ist ein hohes Gut. Richtig. Du sagst auch: Meine Forderungen stellen nix anderes als eine "Ich hätte aber gerne"-Attitüde dar. Ebenso richtig. Der Witz daran ist, dass diese mir vorgeworfene Haltung natürlich auch gerade den Leuten entgegengehalten werden muss, die auf den Satz "Eigentum ist ein hohes Gut" verweisen. Denn die Verteidung des Wertes Eigentum basiert ja darauf, dass man seinen eigenen Besitz geschützt wissen will. Nichts anderes kann hier die Motivation sein. Daraus folgt, dass die besonders kompromisslosen Verkünder dieses Mottos schlicht und ergreifend Besitzstandwahrer sind. Dummerweise sind aber häufig gerade die Leute, die ihre Pfründe unter allen Umständen verteidigen wollen, diejenigen, die den gesellschaftlichen Fortschritt verhindern - man achte nur auf das aktuelle Hickhack im Hinblick auf politische Reformen...

    Woraus ich den Schluss ziehe: Es gibt eben Fälle, in denen über die Definition von "Eigentum" bzw. dessen Auslegung eingehend diskutiert werden und bestehendes Recht eventuell angepasst werden muss.


    "Nur hat es nichts mit 'Waschlappigkeit' zu tun, wenn man das etwas nüchterner sieht und anerkennt, dass man kein Grundrecht auf die Musik vom BMG, Universal oder Sony hat."

    Nichts gegen eine "nüchterne" und besonnene Betrachtung des Ist-Zustandes. In deinem Fall aber bedeutet "nüchtern" leider nur den wiederkehrenden Verweis auf bestehendes Recht und der immerwährenden Schlussfolgerung, dass Veränderungen in Einzelfragen gleich die gesamte Verfassung in Frage stellen. Du argumentierst in dieser Debatte hauptsächlich mit der Formel "Wenn abc verändert wird, dann muss man auch xyz ändern, was letztlich zu gesellschaftlichem Chaos führt". Wäre es nicht besser, markante Unterschiede hervorzuheben und daraus differenziertere Bewertungen zu ermöglichen?


    "Ich glaube kaum, dass es einem Produzenten schöne Gefühle macht, wenn Du Dir sein Zeug stattdessen kostenlos saugst."

    Dann stellen wir mal die beiden Szenarien gegenüber:

    - Die Plattenfirma weigert sich strikt, die Titel wieder aufzulegen und zum Verkauf anzubieten. Der Künstler ärgert sich darüber schwarz, weil den Menschen der Zugang zu seinem Werk verweigert und der Fluss von Tantiemen verhindert wird. Möglichkeiten wie Internet-Tauschbörsen oder CD-Kopien gibt es nicht. Eine weitere Verbreitung seiner Musik an z. B. Konsumenten der jüngeren Generation ist somit nicht möglich.

    - Die Plattenfirma weigert sich strikt, die Titel wieder aufzulegen und zum Verkauf anzubieten. Durch Tauschbörsen und CD-Kopien aber erleben die alten Titel des Künstlers quasi einen zweiten Frühling. Zudem werden die neu hinzugekommenen Hörer möglicherweise zum Kauf noch erhältlicher Tonträger des Künstlers animiert. Da die Plattenfirma sich auch zukünftig weigert, die alten Aufnahmen wieder zu vertreiben, entsteht dem Künstler durch die Kopiererei kein Schaden, vielleicht wird aber der Verkauf seiner noch im Handel zu erwerbenden Platten angekurbelt.

    Wenn ich mir diese beiden Optionen so ansehe, steht für mich fest, welche jedem halbwegs gescheiten Künstler angenehmer ist...


    "Deine verquere 'Lasset uns durch Raubkopieren Druck auf die MI ausüben, damit sie die Songs die wir kopieren wieder verkaufen'-Logik geht doch hinten und vorne nicht auf."

    Da hast du mich aber gründlich missverstanden. Offensichtlich hat dich meine Formulierung "Rebellion des kleinens Mannes" so sehr gepackt, dass du übersiehst, was ich damit sagen will. Mir geht es dabei nicht um einen Aufruf zum Raubkopieren, sondern um eine Beschreibung des gegenwärtigen Zustands. Aber das kennt man ja: Die kritischen Bewusstseine ärgern sich, wenn man die Wirklichkeit beschreibt, ohne zu warnen, zu mahnen und Betroffenheit zu zeigen; das gilt als affirmativ und positivistisch. Vor dem Hintergrund des eigenen Negativismus erscheint ihnen jede Beschreibung als Reklame für das Beschriebene. Traurig, aber wahr.

    Um auf den Punkt zu kommen: Mit "Rebellion" war kein Volksaufstand, sondern schlicht das Zuwiderhandeln Einzelner gemeint. Und dieses führt - das zeigt das Beispiel um den Kopierschutz und das von mir in Posting 031 erwähnte Pilotprojekt - letztendlich dann doch zu entsprechenden Reaktionen in der Musikbranche. Mir kann aber kein Mensch erzählen, dass sich da was getan hätte, wenn sich bisher alle brav ans Gesetz gehalten hätten. Und auch dies soll nur eine Beschreibung sein!


    "So naiv bist Du doch nicht wirklich zu glauben, dass das so funktioniert. Es hört sich nur einfach zu schön 'robin-hoodig' an, um dieses Motiv nicht vorzuschieben, gelle?"

    Kleiner Hinweis: Das Wort "gelle" entlarvt stets eine Unterstellung. Damit ist der Wert deiner Aussage schon hinreichend beschrieben...

    Aber falls es dich glücklich macht, kann ich meinen Nick ja demnächst in "Robin Hood" ändern. Damit du auch was hast, an das du ganz doll fest glauben kannst...


    "(...) denn Du hast es offensichtlich weder geschafft Dich in die Lage dieser Leute reinzuversetzen, noch in meine. Laut Deiner Aussage war das glaube ich eine Stärke von Dir."

    Wüsste zwar nicht, wann ich das so geschrieben haben soll, aber egal. Und wenn ich versuche, mich in diese Leute hineinzuversetzen, ist mir manches schleierhaft. In deinem Fall z. B. deine grundsätzliche Motivation, uns hier unbedingt ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hast du selbst in der Vergangenheit schon das eine oder andere aus'm Netz gezogen oder kopiert. Nun erzählst du uns also, dass man dann wenigstens ein gewisses Unrechtsbewusstsein an den Tag legen sollte. Mit welchem Sinn eigentlich? Fühlst du dich dadurch besser, weil du dich dann durch eine vorgebliche Einsichtigkeit im eigenen Gutmenschentum aalen kannst? Nehmen wir mal an, deine Behauptung mit der Schädigung trifft zu. Selbst dann hätten aber nur diejenigen das Recht zur Kritik, die sich konsequenterweise jeglichem illegalem Handeln enthalten. Oder glaubst du, dass Einsichtigkeit alleine zu Änderungen im System führt? *LOL*

    Um's klar zu sagen: Selbst wenn ich der Meinung wäre, durch meine gelegentlichen Kopien jemanden zu schädigen, hielte ich mein Verhalten noch längst nicht für so schlimm wie das derjenigen Leute, die im großen Stil kopieren, aber öffentlich immer bekunden, dass dies ja eigentlich nicht richtig sei. Labern kann jeder - Handeln ist gefragt! Und zufällig weiß ich, dass sich von letzterer Spezies mindestens ein Beteiligter in dieser Diskussion befindet (nicht du!)...

Seite 4 von 15 ErsteErste 1234567814 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. No Doubt gibt es nicht mehr!
    Von Castor Troy im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 13.10.2005, 14:40
  2. Spybot mag nicht mehr
    Von musicola im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 16.09.2005, 15:15
  3. Wieder da: "Ich zahl nicht mehr"
    Von SonnyB. im Forum 80er / 80s - HARD’N’HEAVY
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 17.04.2005, 14:47
  4. ich verstehe es echt nicht mehr
    Von supergrobi im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 30.04.2004, 17:21
  5. Lieder, man nicht mehr hören mag
    Von destruktion im Forum 80er / 80s - POP & WAVE
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 02.08.2002, 23:11