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Cd nicht mehr im Handel = Filesharing & MP3

Erstellt von Lumpi, 18.05.2003, 18:32 Uhr · 145 Antworten · 9.312 Aufrufe

  1. #61
    Benutzerbild von
    @ falkenberg

    Deine Rechnung geht leider völlig an meinem Vorschlag vorbei. Um MP3 geht es sowieso nicht, nur für CD-Qualität kann man auch wirklich Geld nehmen.

    Naja, es gibt mittlerweile ne' Menge Leute die für MP3 zahlen... eine Lösung für die Massen(!) die nicht darauf basiert, halte ich ehrlich gesagt zum heutigen Tage für völlig unrealistisch - sowohl technisch, als auch von der Akzeptanz her. Und eine Lösung die nicht für die Massen bestimmt ist, spielt die Aufwände die sie verursachen würde erst Recht nicht wieder ein.

    Ich hatte ausdrücklich geschrieben, dass zunächst nur diejenigen Titel in Frage kommen, die irgendwann mal auf CD erschienen sind und daher sowieso in digitaler Form vorliegen. Und da fallen die 15 Minuten Arbeitszeit schon mal weg. [...] Aufgrund der Dateigrößen, wäre es u. U. zweckmäßiger, übers Internet auszusuchen, die Anlage bringt (mit einer sicher noch zu erstellenden Software) die Titel auf einen CD-Brenner. Der Bediener muss dann nur noch die CD mit extra ausgedruckter Beilage in die Hülle packen und versandfertig machen. Ist das zu viel Aufwand? Wenn die Firma für jede CD 20 Euro kassiert? Glaub ich nicht.

    Die 15 Minuten mal eben komplett zu kippen wäre nicht sehr seriös. Die Songs von der CD bewegen sich ja nun auch nicht von alleine aus ihrem Archiv von der CD auf einen Server. Und das was Du fürs rippen sparst, können wir beim aus-, ein- und umpacken von CD, Cover, Paket und dem sonstigen Aufwand der entsteht, bis das Paket aus der "Fertigung" zur Post oder ins Postauto bewegt ist gleich wieder gut und gerne draufpacken.

    Arbeit ist heutzutage nunmal so ziemlich das teuerste was es gibt. Deshalb wird auch nix mehr repariert ;o) Wenn jede einzelne CD die heute im Laden steht *so* produziert werden würde, würde man wohl gar nichts mehr verkaufen...

    Deswegen ist das mit den 20 Euro auch keine Glaubensfrage. Wie willst Du da eine CD für 20 Euro als Einzelstück in einem richtigen Produktionsbetrieb mit einem Rohling an Industriemaschinen herstellen, die ein Mensch anfassen muss? Das gute Stück ist am Ende glatt das doppelte wert! Und dafür willst Du einen Preis, den Apple iTunes für seine nackten MP3s in Europa absehbar nicht (wie in den USA) anbieten kann? Das ist illusorisch!

    Es entstehen noch viel mehr Probleme und viel mehr Arbeit auf dem vorgeschlagenen Wege. Ich wette z.B. mit Dir, dass 25% der Kunden ihre CD zu Hause gar nicht erst annehmen, weil sie es sich anders überlegt haben. Die geht zurück und sie darf zurück, denn nach Fernabsatzgesetz hast Du 14 Tage Rückgaberecht. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bald wieder ein anderer Kunde genau diese CD so bestellt? Es lohnt sich nicht drauf zu warten, denn das würde nur Lagerkosten verursachen. Also wird sie verschrottet... nix verdient, nur Kosten gehabt!

    Wenn man bedenkt, dass es hier um eine größere Sache gehen soll und nicht um eine "Ich-AG", wo einer anbietet die eine oder andere CD auf seinem Heim-599Euro-Aldi-PC zusammenzustellen und zu brennen, mutet das unter den gegebenen Umständen ziemlich unrentabel an.

    Natürlich kann man jeden Ansatz durch überzogene Forderungen undurchführbar machen. Aber sucht denn wirklich noch jemand irgendwelche unbekannten Stücke aus den 60ern? Man muss doch nicht gleich alles anbieten.

    Sorry, ich hielt meine Annahme nicht gerade für überzogen. Ich bin von dem ausgegangen was heute in Tauschbörsen gefragt ist. Ist das überzogen oder eben nicht mehr und nicht weniger als praktischer Stand der Dinge? Geh mal in einen real oder MediaMarkt, nach 60s Samplern muss man nicht lange suchen. Musik aus dieser Zeit ist immer noch gefragt.

    Als undurchführbare Forderung sehe ich eher das Verlangen nach unkomprimierten Originalfiles, die durch manuelle Tätigkeiten und Versand zu Dir bewegt werden müssen. Da kommen auf die enormen Kosten dieser einzelproduzierten CD ja auch gleich nochmal Porto + Verpackung drauf, was das ganze noch teurer macht. Nee, an Customized-CD-Produktionswerke, wo Hausfrauen und Studenten auf 400 Euro Basis CDs aus Automaten ziehen und mit Cover in Päckchen eintüten glaube ich nicht. Die würden ein paar tausend CDs an Besserverdienende ohne Zeit absetzen und dann dicht machen, weil es sich nicht rechnet. Denn das mit den 20 Songs = 20 Euro kannst Du wie gesagt total vergessen.

    M. E. kann man *das so* nicht anbieten. MP3 oder ein kommender Standard wird einmal dazu führen, dass sich die Online-Music-Shops für den Download von Titeln abseits des Mainstream eignen. Das ganze geht ja jetzt erst richtig los. Wenn jeder seinen Shop fertig hat und da das übliche Lala anbietet, werden die Anbieter anfangen sich gegenseitig zu überbieten und voneinander abzugrenzen. Irgendwann gehts dann drum wer hat die meisten Titel, wer hat die neuen zu erst etc. Erst wirds in die Breite und dann in die Tiefe gehen. In 5 Jahren ist man dann vielleicht mal so weit, dass man alle 80s Titel die mal auf CD erschienen sind, irgendwo online als MP3 (oder was auch immer dann aktuell ist) kaufen kann. Ich hätte als letzter was dagegen, ganz im Gegenteil. Aber ich habe Verständnis dafür, dass sich das rechnen muss ;o)

    99 Cent pro Titel würde ich ja vielleicht sogar noch ganz ok finden. Aber n' 20er Paket (übliche Album Größe) wäre dann auch schonwieder bei 20 Euro. Ich glaube nur nicht, dass das den Großteil der Leute von Kazaa und Co. wegbringt. Umsonst ist eben immer noch billiger als 20 Euro. Dafür gehen die Leute dann eben 2x ins Kino, kaufen sich ne' 50er CD Spindel zum Brennen ihrer tausenden gesaugten MP3s, gehen 1-2 Mal mit dem Sozialpartner ihrer Wahl Eis essen oder kaufen sich ne' neue Prepaidkarte zum rumsmsen. Es ist ja nunmal nicht so, als würden die Leute heute das Geld auf die hohe Kante legen und übrig haben, dass sie bei Kazaa "sparen". Und viele Argumente, die u. a. Torsten hier z. B. auffährt, greifen unabhängig davon, ob die Musikindustrie die Titel in irgendeiner Form zum Kauf anbietet oder nicht. Aber selbst wenn sie das tut, wird es genug Argumente geben, warum man sie trotzdem "umsonst" haben sollte (wie es diese ja offensichtlich für aktuelle, kaufbare Musik und z. B. Kinfofilme ja auch massig zu geben scheint).

    Dave

  2.  
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  3. #62
    Benutzerbild von falkenberg

    Registriert seit
    27.04.2003
    Beiträge
    926
    Dave Bowman postete
    Naja, es gibt mittlerweile ne' Menge Leute die für MP3 zahlen... eine Lösung für die Massen(!) die nicht darauf basiert, halte ich ehrlich gesagt zum heutigen Tage für völlig unrealistisch - sowohl technisch, als auch von der Akzeptanz her. Und eine Lösung die nicht für die Massen bestimmt ist, spielt die Aufwände die sie verursachen würde erst Recht nicht wieder ein.
    Es geht hier um Titel, die nicht mehr regulär angeboten werden. Das ist zwangsläufig ein Nischenprodukt.

    Dave Bowman postete
    Die 15 Minuten mal eben komplett zu kippen wäre nicht sehr seriös. Die Songs von der CD bewegen sich ja nun auch nicht von alleine aus ihrem Archiv von der CD auf einen Server. Und das was Du fürs rippen sparst, können wir beim aus-, ein- und umpacken von CD, Cover, Paket und dem sonstigen Aufwand der entsteht, bis das Paket aus der "Fertigung" zur Post oder ins Postauto bewegt ist gleich wieder gut und gerne draufpacken.
    15 Minuten pro Titel fallen bei der Bereitstellung auf dem Server bestimmt nicht an. Bei entsprechener Logistikorganisation ist auch der Versand der gebrannten CDs kein großer Aufwand.

    Dave Bowman postete
    Deswegen ist das mit den 20 Euro auch keine Glaubensfrage. Wie willst Du da eine CD für 20 Euro als Einzelstück in einem richtigen Produktionsbetrieb mit einem Rohling an Industriemaschinen herstellen, die ein Mensch anfassen muss? Das gute Stück ist am Ende glatt das doppelte wert! Und dafür willst Du einen Preis, den Apple iTunes für seine nackten MP3s in Europa absehbar nicht (wie in den USA) anbieten kann? Das ist illusorisch!
    20 Euro sind ne Menge Geld. Dafür, dass der Rohling fast nix kostet, die Investitions- und Unterhaltungskosten sich einigermaßen verteilen und der Arbeitszeitaufwand gering sind. Da sollte schon noch was übrig bleiben.

    Dave Bowman postete
    Es entstehen noch viel mehr Probleme und viel mehr Arbeit auf dem vorgeschlagenen Wege. Ich wette z.B. mit Dir, dass 25% der Kunden ihre CD zu Hause gar nicht erst annehmen, weil sie es sich anders überlegt haben. Die geht zurück und sie darf zurück, denn nach Fernabsatzgesetz hast Du 14 Tage Rückgaberecht. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bald wieder ein anderer Kunde genau diese CD so bestellt? Es lohnt sich nicht drauf zu warten, denn das würde nur Lagerkosten verursachen. Also wird sie verschrottet... nix verdient, nur Kosten gehabt!
    Voll daneben. Es gibt kein Rückgaberecht für Artikel, die speziell für einen Kunden angefertigt werden. Und das träfe hier zu.

    Dave Bowman postete
    Umsonst ist eben immer noch billiger als 20 Euro.
    Dagegen kommst Du sowieso nicht an.

  4. #63
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    @ falkenberg

    15 Minuten pro Titel fallen bei der Bereitstellung auf dem Server bestimmt nicht an

    Ääääh, wie gesagt: Es geht doch bei diesem Aufwand gerade darum die Biester erstmal auf einen Server zu bekommen! Oder meinst Du, BMG, Universal & Co. haben heute schon aus Spaß sämtliche je auf CD erschienenen Titel auf Servern rumgammeln?

    20 Euro sind ne Menge Geld. Dafür, dass der Rohling fast nix kostet, die Investitions- und Unterhaltungskosten sich einigermaßen verteilen und der Arbeitszeitaufwand gering sind. Da sollte schon noch was übrig bleiben.

    Die Kosten sind höher, als wenn Du schlanke MP3 zu Hause auf Deinen eigenen Rohling brennst und der Anbieter keine Arbeitskräfte hierfür + Produktionsanlagen bereitstellen muss. Deshalb verstehe ich nicht, wie Du standhaft daran vorbeizugehen versuchst, dass Apple nichtmal den ultrabilligen Weg (einfach MP3 zum Download anbieten) hierzulande für die besagten 20 Euro hinbekommt.

    Und Du hast Recht: 20 Euro sind ne' Menge Geld und noch mehr Euro (die es kosten muss, wenn es mehr Aufwand bedeutet als das Apple-Modell und in einer Nische noch nichtmal von der Masse leben kann), sind noch ne' Menge mehr Geld ;o)

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzk...254571,00.html
    "All das dürfte bei einem Songpreis von 99 Cent weder leicht noch üppig werden. Wenn dann noch - wie in Deutschland - Verwertungsgesellschaften wie die Gema zusätzlich die Hand aufhalten wollen, steht zu befürchten, dass Shopbetreiber bei der Auslieferung ihrer Ware draufzahlen müssten. Doch Preise über 99 Cent pro Song dürften am Markt nicht durchzusetzen sein."

    Dave

  5. #64
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    @ Torsten und auch @ all

    Es wird hier ja immer so vertreten, dass die Raubkopie, die Rebellion des kleinen Mannes gegen die Wirtschaft ist.

    Das Beispiel kommt nun aus einem anderen Bereich, aber es geht auch hier um Millionen von Kunden in diesem Land. Betriebswirtschaftlich ist es für das Unternehmen völliger Wahnsinn, aber darum soll es hier nicht gehen. Die Bahnkunden haben es jedenfalls durch völlig legale Änderung ihres Nachfrage- und Konsumverhaltens geschafft, dass die Bahn, die Bahncard zu alten Bedingungen wieder einführt. Niemand hat sich dafür irgendwo hingestellt und zum Schwarzfahren als Aufstand des kleinen Mannes aufgerufen.

    An diesem Beispiel, dass Kunden legale Nachfragemacht haben, gibts m. E. gar nichts zu mäkeln. Deshalb brauche und werde ich es auch nicht verteidigen. Es soll zum Nachdenken anregen, das wäre wichtiger. Und mir persönlich ist bezahlbare Mobilität in der heutigen Welt ehrlich gesagt ein noch wichtigeres Grundrecht, als möglichst kostenlosen Zugriff auf Mucke zu haben, die ich verpasst habe zu kaufen ODER die mir zu teuer ist. Merke: Kunden können auch mit legalen Mitteln etwas gegen sture Großkonzerne bewegen (und wer sich ein wenig mit Hartmut Mehdorn als Konzernlenker befasst hat, der weiss, dass es vielleicht kaum sturere Bosse gibt).

    Dave

  6. #65
    Benutzerbild von J.B.

    Registriert seit
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    @ Dave

    Das Beispiel ist gut und schön, aber erklär mir bitte, wie mir das helfen soll die Musikindustrie dazu zu bewegen Songs, die man gerne auf CD oder besser in CD-Qualität auf den so vieldiskutierten Silberlingen hätte, zu veröffentlichen?

    Analog zu Deinem Beispiel Bahn, die die Kunden ja durch Nicht-Nutzung abgestraft haben, würde das bedeuten dass wir in Zukunft so lange keine CDs mehr kaufen sollen, bis sich die Musikindustrie dazu herablässt ihre Strategie zu überdenken und zum Wohl der Kunden endlich wieder fast alle jemals erschienenen Tonträger (zurück zu einem alten, bewährten und aktzeptierten Zustand) neu zu veröffentlichen??? Denn nur so könnte die Nachfragemacht greifen. Weder vermehrtes Nachfragen nach Lieblingstiteln jedes einzigen Teilnehmers dieser Diskussion, noch die strickte Weigerung weitere CDs zu kaufen würde hinhauen. Bedenke: Wir fahren mit der Bahn auf den selben Strecken mit dem selben Verkehrsmittel. Wenn wir alle die selbe Musik hören würden, hättest Du meine uneingeschränkte Zustimmung!!!

    Das ist jetzt nur meine Interpretation Deiner Argumentation und Deines Beispiels, da dieses für mich so gar nicht zu dieser Diskussion, mit ihrer Forderung nach Veröffentlichung alter, nicht mehr oder noch nie in CD-Form und -Qualität erhältlicher Musik passt.

    Ich glaube übrigens auch nicht, dass Raubkopieren, oder hier besser Brennen, eine "Revolution des kleinen Mannes" an der Musikindustrie ist. Das ist Quatsch. Ich denke so einige sehen diese Kopiererei als einzigen Weg an, sich heißgeliebte und seit Ewigkeiten vergeblich gesuchte Songs in möglichst adäquater Qualität (mangels existierender CD) zu besorgen. Und wenn ich mich nicht irre geht es in dieser Diskussion zum Großteil darum sich über mögliche Lösungen aus dieser "Misere" auszutauschen.

    Schwarze Schafe gibt es immer und überall und sicher auch so einige, denen solche möglichen Lösungen herzlich egal sind, da sie eh weitersaugen und brennen. Aber ich glaube solche Leutchen hier mit in diese Diskussion einzubringen ist eher unsinnig, da die es sowieso nicht lassen. Ich wehre mich aber dagegen mit solchen "Individuen", denen es meiner Meinung nach nur ums "Saugen" an sich geht, über einen Kamm geschoren zu werden, nur weil ich mir auch einige (und damit meine ich eine Zahl unter 50) für mich nicht anders zu bekommende Raritäten via Internet "besorgt" habe. Ich habe mich dabei auch nicht wie der Rächer der Entmelodiesierten gefühlt .

    Und ständig irgendwelche Paragraphen zu ziteren und Gesetze mit virtuell erhobenem Zeigefinger anzuführen hilft bei einem solchen Thema auch nur zur Information über die bestehende Rechtslage. Ich denke keiner von uns ist so heilig und richtet sich in allem was er tut oder, um auf diesen Thread zurückzukommen, richtet sich in allem was er hört strikt nach dem Gesetz. Das fängt, um etwas weiter auszuholen, bei den GEZ Gebühren an und hört irgendwo beim Brennen von Musik auf.

    In diesem Sinne

    J.B.

  7. #66
    Benutzerbild von
    @ J.B.

    Das Beispiel ist gut und schön, aber erklär mir bitte, wie mir das helfen soll die Musikindustrie dazu zu bewegen Songs, die man gerne auf CD oder besser in CD-Qualität auf den so vieldiskutierten Silberlingen hätte, zu veröffentlichen?

    Dazu war das Beispiel nicht gedacht! Ich habe lediglich aufgezeigt, dass Kunden *immer* legale Mittel haben um sich bemerkbar zu machen. Aber ist denn heute noch Anreiz da sich bemerkbar zu machen? Seit Kazaa & Co. existieren wohl kaum. Ich kann mich in der Geschichte unseres Landes eigentlich an nichts erinnern, dass nicht angeboten worden wäre, sobald eine Nachfrage dafür da war. Da sind ja sogar Sachen auf der Bildfläche erschienen, die Anfangs für viel Wirbel gesorgt haben.

    Wir fahren mit der Bahn auf den selben Strecken mit dem selben Verkehrsmittel. Wenn wir alle die selbe Musik hören würden, hättest Du meine uneingeschränkte Zustimmung!!!

    Tun wir das? Ich würde sagen, die Bahnnutzung ist nicht so homogen, wie Du im ersten Moment gedacht hast. Manche fahren selten, manche fahren oft, manche fahren am Wochenende, manche fahren unter der Woche, manche fahren im Nahverkehr und manche fahren im Fernverkehr......... nicht jeder Bahnkunde braucht die Bahncard, auch dort sind es bestimmte Kunden die Druck erzeugt haben. Nun stell Dir vor, es hätte zur Bahncard eine Alternative gegeben, die man irgendwo umsonst beziehen kann. Meinst Du, die Bahn hätte Druck bekommen die Bahncard wieder anzubieten? Natürlich nicht. Sie hätte bestenfalls einen Sündenbock gehabt (und keinen Grund etwas anzubieten, weil man gegen derart Kostenloses zu keinem wirtschaftlichen(!) Preis etwas preisWERTES anbieten kann) und die Kunden keinen Grund mehr ihre Nachfragemacht auszuüben.

    Das ist jetzt nur meine Interpretation Deiner Argumentation und Deines Beispiels, da dieses für mich so gar nicht zu dieser Diskussion, mit ihrer Forderung nach Veröffentlichung alter, nicht mehr oder noch nie in CD-Form und -Qualität erhältlicher Musik passt.

    Ich sags mal vorsichtig so: Es wäre schön, wenn andere sowas in einer solchen Form äußern könnten, wenn sie dieser Ansicht sind...

    Ich glaube übrigens auch nicht, dass Raubkopieren, oder hier besser Brennen, eine "Revolution des kleinen Mannes" an der Musikindustrie ist. Das ist Quatsch.

    Da sind wir ja einer Meinung. Ich bin auf diese anscheinend ernstgemeinte Sicht der Dinge auch erst hier gestoßen.

    Und wenn ich mich nicht irre geht es in dieser Diskussion zum Großteil darum sich über mögliche Lösungen aus dieser "Misere" auszutauschen.

    Einen Austausch über Lösungen kann man es nicht wirklich immer nennen. Vielleicht ist das selbsternannte Visionären auch nicht jederzeit möglich. Immerhin ließ es sich zuletzt mit Falkenberg wieder auf einer sachlichen Ebene diskutieren und das obwohl wir, was die Machbarkeit der diskutierten Sache angeht, beide am jeweils anderen Ende der Ansichten stehen. Respekt!

    Ich wünschte mir, dass es das alles geben könnte was Falkenberg sich vorstellt. Aber ich halte es noch nicht für realisierbar. Aber nur weil es das (meiner Meinung nach) jetzt nicht ist, enteigne ich niemanden und beraube ihn seiner Möglichkeiten, mit seinem "alten" Eigentum morgen in einer heute nicht möglichen oder nicht angedachten Weise Geld zu verdienen. Das sind zwei unterschiedliche Positionen. Manche können die andere akzeptieren, andere nur ihre eigene. So einfach ist das und doch so schwer.

    Ich wehre mich aber dagegen mit solchen "Individuen", denen es meiner Meinung nach nur ums "Saugen" an sich geht, über einen Kamm geschoren zu werden, nur weil ich mir auch einige (und damit meine ich eine Zahl unter 50) für mich nicht anders zu bekommende Raritäten via Internet "besorgt" habe. Ich habe mich dabei auch nicht wie der Rächer der Entmelodiesierten gefühlt .

    Wenn man es in Deutschland ganz genau nimmt, ist das pure Saugen zum Eigenverbrauch in Deutschland doch Stand Heute sowieso immer noch legal (weshalb ich Torstens Schelte gegen die Gesetze gar nicht verstehe, aber ich wollte hier auch niemanden animieren). Aber hier gehts ja auch von Anfang an um Filesharing und mit Saugen pur ists kein Sharing....

    Und ständig irgendwelche Paragraphen zu ziteren und Gesetze mit virtuell erhobenem Zeigefinger anzuführen hilft bei einem solchen Thema auch nur zur Information über die bestehende Rechtslage.

    Naja, das mag damit zusammenhängen, dass es eben auch einfach ein rechtliches Problem ist. Ich sehe allerdings nicht, dass hier in den letzten Posts Paragraphen eine Rolle gespielt hätten?!

    Ich denke keiner von uns ist so heilig und richtet sich in allem was er tut oder, um auf diesen Thread zurückzukommen, richtet sich in allem was er hört strikt nach dem Gesetz. Das fängt, um etwas weiter auszuholen, bei den GEZ Gebühren an und hört irgendwo beim Brennen von Musik auf.

    Um nichts anderes ging es mir eigentlich ganz am Anfang. Leider wird einem das von manchen Diskussionsteilnehmern immer im schlechtesten Sinne ausgelegt. Mir gehts nicht um erhobene Zeigefinger, nicht darum päpstlicher zu sein als der Papst. Mir geht es nur auf den Zeiger (und nicht auf den Zeigefinger), wenn manche Leute schon soweit sind, dass sie etwas als Grundrecht und selbstverständlich ansehen, das eigentlich nichtmal legal ist. Wenn man schon in den nicht erlaubten Bereich oder auch nur eine Grauzone geht, dann sollte man sich dessen auch bewusst sein (oder dafür sorgen, dass man nicht erwischt werden kann - was man von Natur aus nur macht, wenn man sich im klaren darüber ist was man tut). Mehr war hier anfangs gar nicht mein Thema. Wenn ich ein Schild übertrete, wo "Betreten Verboten - Zuwiderhandlungen werden polizeilich angezeigt. Eltern haften für ihre Kinder" drauf steht, weiss ich was ich tue. Nun glaub nicht, dass mich jedes Schild beeindruckt, wenn das was dahinter steht, mir das Risiko wert ist. Nur komme ich nicht auf die Idee es plötzlich als mein Recht anzusehen, da rumzurennen oder es gar als Aufstand gegen Großgrundbesitzer oder die Industrie zu heroisieren, wenn man mal was besichtigt, wo man vielleicht eigentlich nichts zu suchen hat.

    Und wenn es darum geht, dass Gesetze einem nicht passen, hat man grundsätzlich auch immer noch bessere Möglichkeiten eine Änderung zu bewirken, als sie zu übertreten. So völlig unmöglich ist die Kontaktaufnahme zum und Beeinflussung des Gesetzgebers in einer Demokratie wie der unseren dann auch wieder nicht. Es kostet nur etwas mehr Aufwand aktiv und legal daran zu arbeiten eine Änderung zu bewirken, als lautstark den Mund aufzureissen und auf imaginäres Recht zu pochen. Die Frage ist eben nur, wieviel Hingabe man wirklich zur Änderung von Zuständen hat und wieviel zum pochen darauf und lamentieren darüber.

    Dave

  8. #67
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    @ Dave

    Nur kurz zur Sache mit der Bahn bevor ich geschäftlich für 2 Tage verschwinde:

    Ich meinte wir alle nehmen einen Dienstleister (die Bahn) in Anspruch. Ich klammere jetzt mal die schon existierenden Privatbahnen aus. Dementsprechend wirkt sich der Druck der Kunden auch nur auf diesen Dienstleister aus.

    Wir als Konsumenten von Musikprodukten stehen aber nicht nur einem Dienstleister gegenüber auf den wir Druck ausüben könnten. Dazu hören wir nicht die selbe Musik, nicht die selben Gruppen, wollen nicht die selben Songs wiederaufgelegt bekommen und würden uns im Falle eines Falles nicht gegen die selbe Firma wenden. Das ist es was ich meine!

    Man bekommt für das Anliegen einen besonders raren Titel oder ein altes Album einer, für den normalen Musikkonsumenten völlig unbekannten Gruppe, wieder oder erstmals auf CD aufzulegen leider nicht die nötige Mehrheit zusammen.

    Oder um es mal überspitzt zu formulieren: Die Bahn kennt jeder und hat auch fast jeder schon einmal benutzt, aber wer kennt zum Beispiel die Gruppen Vice oder Mydra und würde sich mit mir solidarisch erklären, wenn ich der zuständigen Plattenfirma meinen Wunsch nach Wiederveröffentlichung vortrage??? Wer würde meinen Ruf nach Erstauflage des O.S.T. von "Making The Grade" in CD-Form folgen??? Die Anzahl dieser Personen würde den Plattenfirmen nicht mal ein müdes Zucken der Mundwinkel abringen. Von daher hinkt für mich der Vergleich mit der Bahn nicht nur, sondern er steht relativ still.

    Gruß

    J.B.

  9. #68
    Benutzerbild von
    @J.B.

    Oder um es mal überspitzt zu formulieren: Die Bahn kennt jeder und hat auch fast jeder schon einmal benutzt, aber wer kennt zum Beispiel die Gruppen Vice oder Mydra und würde sich mit mir solidarisch erklären, wenn ich der zuständigen Plattenfirma meinen Wunsch nach Wiederveröffentlichung vortrage??? Wer würde meinen Ruf nach Erstauflage des O.S.T. von "Making The Grade" in CD-Form folgen??? Die Anzahl dieser Personen würde den Plattenfirmen nicht mal ein müdes Zucken der Mundwinkel abringen. Von daher hinkt für mich der Vergleich mit der Bahn nicht nur, sondern er steht relativ still.

    Wenn man es so vergleicht, passt es "natürlich" nicht. Die Frage ist doch aber, was denn nun eigentlich Dein Ziel ist? Willst Du wirklich nur zwei, drei Titel kaufen können oder ist es dann nun nicht doch eher so (wie mit Falkenberg diskutiert), dass die Industrie ältere Titel GENERELL in irgendeiner Form zugänglich / erwerbbar machen soll, so dass Du heute dieses und morgen jenes erwerben kannst?

    Wenn man es *so* vergleicht, steht m. E. auch nichts Still. Allerdings habe ich wie gesagt eine derartige Vergleichbarkeit der Dinge auch noch nichtmal erreichen wollen. Aber mir will doch nun nicht wirklich irgendjemand erzählen, dass Märkte in letzter Konsequenz etwa nicht nachfrageorientiert sind?!

    Dave

  10. #69
    Benutzerbild von Stingray

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    803
    Diese diskussion ist wie ein grosses stück schaumstoff. Wir trampeln und treten darauf herum bis wir es klein gebeuelt haben und dann bauscht es sich von selbst wieder zur vollen grösse auf.
    Es ging hier ganz am anfang um titel, die wir gerne mal wieder kaufen würden können (in min. cd qualität), die es aber nicht mehr zu kaufen gibt und was man dagegen tun kann. Nun ja, was kann man dagegen tun? Nix, Nada, Niente .... sicher, das ist die falsche einstellung und sicherlich gibt es alternativen. Aber vergesst doch mal euer streitgeplänkel und entwickelt ein konzept, das sich so vernünftig anhört, das es martkreife zumindest theoretisch erlangen könnte. Ich denke, die kraft, die hier oftmals zur gegenargumentation, bzw zum 'kleintrampeln' genutzt wird, könnte konstruktiv zur ideenfindung genutzt werden oder zumindest zum rein konstruktiven gegenargument. Arbeitet mit- anstatt gegeneinander :-)
    Dazu mal ein persöhnliches beispiel, was mich ansprechen würde : ich habe mir eine menge, was ich gerne in den 80er nund 90ern hören mochte aus dem internet gesaugt (ausser den titeln, die ich auf samplern mittlerweile schon besass). Aus diesen titeln habe ich einige cds selbst zusammengestellt, die musikthematisch zusammenpassen und mir unheimlich gut gefallen und nicht nur mir, sie sind auch auf parties ein grosser erfolg. Wenn ich morgends so eine selbsterstellte cd einlege, bei der ich guten gewissens auf random title select schalten kann und immer einen titel höre, der mir absolut gut gefällt, dann fängt der tag gut an. Für so eine cd, bzw musik-dvd würde ich locker 20-30 euranten hinblättern, also halte ich das erstellen von eigenen samplern per internet oder sonstwie, auf jedenfall für eine gute idee. Wie gesagt, ich würde für eine eigene zusammenstellung durchaus bis zu 30 euro hinlegen. Wer aber nicht so phantasievoll ist, oder absolut keine ahnung von musik hat, der aber trotzdem ein paar alte titel sucht, dem könnte man doch komplette cd zusammenstellungen anbieten, die seinen wünschen ungefähr entsprechen.
    Ich denke, ein 'create sampler cd on demand' system könnte durchaus realisierbar sein und sollte sich dabei vollkommern in das normale verkausgeschäft von cds integrieren. ich stelle mir das so vor, das ich mir bei amazon 2 'normale' cds bestelle und 3 cds selber zusammenstelle. Das wäre doch was. Und wenn ich bestimmte alte titel suche, dann kommt von amazon gleich ein hinweis : Leute, die sich für diese titel interessieren, haben folgende persohnliche cd zusammenstellungen gekauft ...'.
    Sicher mag die realisierbarkeit noch weit vor uns liegen, aber ich persöhnlich wäre zumindest bereit für so eine cd, bzw dvd (oder was auc himmer - blue ray?) gutes geld hinzulegen, denn ich bin bereit für ein gutes produkt auch durchaus einen guten preis zu bezalhen, denn es ist mir völlig egal, was es mich kostet, es interessiert mich nur, was es mir bringt (huuuui, weiser geklauter spruch, aber er stimmt :-) )

  11. #70
    Benutzerbild von
    @Stingray

    Ich denke, die kraft, die hier oftmals zur gegenargumentation, bzw zum 'kleintrampeln' genutzt wird, könnte konstruktiv zur ideenfindung genutzt werden oder zumindest zum rein konstruktiven gegenargument.

    Nenn mir ein konstruktiveres Gegenargument, als die Wirtschaftlichkeit von etwas belegbar anzuzweifeln?! Es bringt doch nichts, sich einen Traum schön zu rechnen, nur um sich nicht des Vorwurfs erwehren zu müssen "dagegen" zu sein.

    Ich bin nicht dagegen. Aber man muss auch mal realistisch sehen, dass die Zahl jener die aus nostalgischen Gründen jeden Preis zahlen gegenüber jenen, die am liebsten alles umsonst haben möchten verschwindend gering ist. Dabei darf man auch nicht vergessen, in was für einem Forum wir hier sind. Wer hier ist, der ist naturgemäß stärker interessiert und eher bereit viel Geld zu zahlen, als jemand der einfach nur so aus einer Laune heraus einmal so eine CD-Zusammenstellung bestellen würde.

    Ich denke, ein 'create sampler cd on demand' system könnte durchaus realisierbar sein und sollte sich dabei vollkommern in das normale verkausgeschäft von cds integrieren. ich stelle mir das so vor, das ich mir bei amazon 2 'normale' cds bestelle und 3 cds selber zusammenstelle. Das wäre doch was.

    Klar ist das realisierbar. Nur nicht mit einer Zahl von Titeln, die jene umfassen würde, um die es gerade hier geht. Unsere heutigen günstigen Preise leben von der Massenproduktion, dabei ist es so ziemlich egal was man kauft. Selbst so eine individuelle Geschichte muss noch in relativen Massen verkauft werden. Dabei gibt es zwar eine individuelle Zusammenstellung von Titeln, die aber aus einem überschaubaren Rahmen um Aufwand und Infrastruktur im Rahmen zu halten. Das es im kleinen geht, zeigen ja die Test-Automaten die hier schon angesprochen wurden. Aber jeden Titel oder gar ältere, gibts dort nicht.

    Unter konstruktiver Argumentation, stelle ich mir dann jedenfalls auch vor, wie man es sich vorstellt, dass ganze wirtschaftlich zu gestalten (nur muss man da auch unterschiedlicher Meinung sein dürfen, der praktische Beweis steht ja nunmal aus). Immerhin muss jemand an diesem Geschäftsmodell verdienen, sonst bietet es keiner an. Nur zu äußern, was man sich aus Sicht eines einzelnen Endkunden wünscht, reicht dann auch bei weitem nicht.

    Diese ganze CD-Geschichte bricht der Sache m. E. das Genick. Einen Online-Music-Store mit 80er, 90er und "00er" MP3 Titeln könnte ich mir ja noch ganz gut vorstellen. Allerdings werden die Spezial-Titel die hier teilweise gesucht werden, dort auch erstmal keinen Platz finden, dafür ist die Infrastruktur für ein solches Geschäft einfach noch zu teuer. Klar könnte die MI sich das leisten, aber warum sollten sie ausgerechnet ein Verlustgeschäft beginnen um bestehende Verluste zu minimieren? Wenn wir alle mal 2Mbit und 500GB Platten zu Hause haben, wird das auch auf dieser Seite anders aussehen. Aber eine dicke Datenbank unkomprimierter Titel zur "on Demand"-CD-Produktion vorzuhalten, die teilweise gar nicht bis kaum nachgefragt werden, kann heute einfach nicht wirtschaftlich sein.

    Eins braucht doch wirklich keiner glauben: Das ein gewinnorientiertes Unternehmen, sich ein unglaublich lohnendes Geschäft durch die Lappen gehen lässt. Wenn wir hier über das goldene Kalb diskutieren würden, hätten wir nie Anlass zu dieser Diskussion gehabt, weil alles was hier gewünscht wird, bereits existieren würde.

    Dave

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