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Cd nicht mehr im Handel = Filesharing & MP3

Erstellt von Lumpi, 18.05.2003, 18:32 Uhr · 145 Antworten · 9.302 Aufrufe

  1. #81
    Benutzerbild von bubu

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    Hallo Dave,

    Langsam habe ich das Gefühl, du liest meine (und auch andere) Postings nicht richtig.

    Ich sagte ja bereits - ich bin sehr dafür, die Urheberrechte zu stärken. Aber wohlgemerkt, die des URHEBERS, und das ist der Künstler und NICHT die Musikindustrie.

    Und ich bin auch dafür, dass man den Willen des Künstler respektieren sollte, das schließt den Fall der Nichtveröffdentlichung seiner Werke mit ein. Lies dir doch einfach noch mal meinen Modellvorschlag in meinem Posting Nr 027 durch, da habe ich das schon gesagt. Sollte der Künstler nicht mehr leben, sollten seine Nachkommen die vollen Rechte erhalten. Sollte es keine Nachkommen mehr geben, gehen die Rechte in Volksbesitz über. Und ich verstehe nicht, woher du nun ableitest, dass wir hier was gegen den Willen des Künstlers fordern, sondern höchstens was gegen den Willen der Musikiondustrie.

    Gesetze werden nicht von einer Person gemacht, die nur im Blick hat was sie selbst will oder gerne hätte. Also richten sich fertige Gesetze auch nicht nach *einer* jeweils individuellen Sicht.
    Es ist ja nicht nur ein Individuum - in diesem Forum sind es immerhin schon ein paar, die gerne eine Änderung der bestehenden Praxis begrüßen würden. Und glaubst du, wir wären hier die einzigen, die nicht mehr erhältliche Musik / Bücher / Fernsehserien / Computerspiele saugen? Ich behaupte mal, da war ein schon immer ein Bedürfnis und das hat sich jetzt durch die Möglichkeiten des Filesharings Bahn gebrochen. Insofern muss man die Realitäten anerkennen.

    Ansonsten möchte ich nur nochmal anmerken, dass *freier* Zugang zu etwas, heutzutage (kommt das durch Linux?!), leider meistens mit *kostenlosem* Zugang gleichgesetzt wird.
    Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, warum du hier immer noch den Vorwurf bringst, jemand fordert, dass die Musikindustrie ihre Archive kostenlos zur Verfügung stellen soll. Wie oft wurde hier schon betont, dass die Leute ja gerne dafür bezahlen würden, wenn man sie nur ließe. Hörst du eigentlich mal zu, oder was?

    Und Du willst mir wohl kaum erzählen, dass z. B. unser wichtigstes Gesetz, das Grundgesetz, auch nur in irgendeiner Form so entstanden ist wie Du es hier als Entwicklungsprozess von Gesetzen darstellst. Dieses Gesetz ist absolut undemokratisch und ohne breite Beteiligung des Volkes entstanden und trotzdem haben sich seitdem hunderttausende oder vielleicht Millionen in Rechtsstreitigkeiten darauf berufen.
    Hier empfehle ich dir, dich einfach nochmal schlau zu machen, wie unsere erste, die Weimarer Republik und ihre Verfassung entstand. Sie wurde von einer breiten Masse erkämpft und sicher nicht mit so einer Einstellung wie in dem Zitat von dir umrissen.

    Grüße
    bubu

  2.  
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  3. #82
    Benutzerbild von Dazzle

    Registriert seit
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    604
    Wow, das scheint ja der Mega-Thread dieses Forums zu werden...

    Ich hab meine Meinung schon mal kundgetan...
    Hier.

    Ich stehe weiterhin dazu, dass ich mir neue Songs sauge,
    wenn ich auf ner neuen Bravo Hits nur 3-6 Titel für gut befinde.

    Dave scheint zu vergessen, dass das Downloaden jedweder Songs, soweit sie verfügbar sind, die Alternative überhaupt zum Kaufen ist.

    Eure immens lange Dikussion kann man dahingehend abkürzen,
    dass ich sage: Ich sauge nur Songs, die entweder gar nicht oder nur ultra-selten auf CD erschienen sind.

    Was neue Songs betrifft: Da sauge ich erstmal alles, um reinzuhören, manche der Titel brenne ich mir auch auf ne CD, aber kaufen würde ich keine neue Single, einfach aus dem Grund, weil mir das Geld zu schade wäre.
    Ganz einfach.
    In den letzten 24 Monaten gab es für mich keine Single, die es sich zu kaufen gelohnt hätte...
    Kaufen heisst, den Song bis zum Erbrechen zu spielen und mehr...
    Es gab für mich schon ewig keine Single mehr, die diese Kriterien erfülen konnte...

    Hau!

  4. #83
    Benutzerbild von
    Dazzle postete
    Dave scheint zu vergessen, dass das Downloaden jedweder Songs, soweit sie verfügbar sind, die Alternative überhaupt zum Kaufen ist.
    LOL, und ich dachte immer es geht in MP3-Saug-Threads bei den Gegnern dieser "Selbstverständlichkeit" ganz allgemein um nichts anderes, als das es eben keine Alternative ist.

    Diese "hätte ich sowieso nicht gekauft, also kopiere ich eben - schadet ja dann keinem"-Argumentation hat schon schöne Computer wie Amiga und AtariST mit zu Grabe getragen und auf der anderen Seite zu reissenden Absätzen von Konsolen von Sony geführt, da man ihre Spiele so leicht kopieren konnte. Komisch, dass sich so viele Leute mit Sachen beschäftigten, die sie niemals gekauft hätten.

    Dave

  5. #84
    Benutzerbild von falkenberg

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    926
    Dazzle postete
    Ich stehe weiterhin dazu, dass ich mir neue Songs sauge,
    wenn ich auf ner neuen Bravo Hits nur 3-6 Titel für gut befinde.
    Es gibt auch noch andere CDs als "Bravo Hits". Vielleicht solltest Du einfach mal einen CD-Laden aufsuchen. Aber wenn Du Musik eh nur in illegaler Form zur Kenntnis nehmen willst, ist es kein Wunder, dass Du nur einen kleinen Ausschnitt kennenlernst.

    Dazzle postete
    Was neue Songs betrifft: Da sauge ich erstmal alles, um reinzuhören, manche der Titel brenne ich mir auch auf ne CD, aber kaufen würde ich keine neue Single, einfach aus dem Grund, weil mir das Geld zu schade wäre.
    Ganz einfach.
    Öffentliche Verkehrsmittel benutzt Du vermutlich auch nur ohne Fahrschein. Weil Dir das Geld zu schade ist. Sorry, aber wenn sich jemand derart dreist zu grenzenlosem Egoismus bekennt, erübrigt sich eigentlich jede Antwort.

    Dazzle postete
    In den letzten 24 Monaten gab es für mich keine Single, die es sich zu kaufen gelohnt hätte...
    Warum besorgst Du sie Dir dann illegal, wenn sie Dich nicht interessieren? Das ist doch einfach nur verlogen.

    Dazzle postete
    Kaufen heisst, den Song bis zum Erbrechen zu spielen und mehr...
    Es gab für mich schon ewig keine Single mehr, die diese Kriterien erfülen konnte...
    Diesen Zwang hast Du Dir selbst auferlegt. Ich kaufe jedes Jahr ca. 50 CDs (nur Neuerscheinungen und ohne MCDs gezählt). Einen Brechreiz verspüre ich deswegen nicht.

    Deine "Argumentation" finde ich allerdings wirklich nur zum Kotzen.

  6. #85
    Benutzerbild von bubu

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    Deine "Argumentation" finde ich allerdings wirklich nur zum Kotzen.
    dito

  7. #86
    Benutzerbild von
    @bubu

    Ich sagte ja bereits - ich bin sehr dafür, die Urheberrechte zu stärken. Aber wohlgemerkt, die des URHEBERS, und das ist der Künstler und NICHT die Musikindustrie.

    Und ich schrieb dazu, dass es in Sachen Eigentumsrechten doch keine Lösung sein kann, dass man das Ergebnis (Allgemeinwohl vor Eigentumsrecht bzw. umgekehrt), davon abhängig macht, wer es gerade ausübt. Und in der Realität (die besser zu verstehen als ich heftest Du Dir ja gerne an die Brust), sieht es nunmal so aus, dass die MI die Eigentumsrechte ausübt. Also lass mal diese "Du liest nicht richtig was ich schreibe"-Kacke, sondern lies selbst richtig.

    Und ich bin auch dafür, dass man den Willen des Künstler respektieren sollte, das schließt den Fall der Nichtveröffdentlichung seiner Werke mit ein.

    Das kollidiert aber eben nur leider "dezent" mit Deiner Allgemeinwohl-, Grundbedürfnis- und freier Zugang-Argumentation.....

    Und ich verstehe nicht, woher du nun ableitest, dass wir hier was gegen den Willen des Künstlers fordern, sondern höchstens was gegen den Willen der Musikiondustrie.

    Das Du das nicht verstanden hattest war mir klar, deshalb habe ich es ja zu erklären versucht. Komm doch mal von Deinem Feindbild Musikindustrie runter, dass ja arme Künstler ausbeutet. Es geht um die Eigentumsrechte und an denen rüttelst Du mit Deiner Allgemeinwohl-, Grundbedürfnis- und freier Zugangs-Argumentation, egal wer sie gerade ausübt. Sei doch mal konsequent wenn Du sowas schon forderst und fang jetzt keinen Eiertanz an, sonst hast Du schonmal die große Ausnahme § 1.1 in Deinem Gesetz.

    warum du hier immer noch den Vorwurf bringst, jemand fordert, dass die Musikindustrie ihre Archive kostenlos zur Verfügung stellen soll. Wie oft wurde hier schon betont, dass die Leute ja gerne dafür bezahlen würden, wenn man sie nur ließe. Hörst du eigentlich mal zu, oder was?

    Jetzt bleib mal auf dem Teppich. Wenn Du richtig mitliest, weisst Du genau, dass ich mit Falkenberg & Co. über kostenpflichtige Modelle diskutiere. Aber Du kommst immer mit Gesetzesmodellen, die eine Enteignung bedeuten. Dann ist es jawohl klar, dass ich mit Dir auch so darüber diskutiere, "oder was"?

    Hier empfehle ich dir, dich einfach nochmal schlau zu machen, wie unsere erste, die Weimarer Republik und ihre Verfassung entstand. Sie wurde von einer breiten Masse erkämpft und sicher nicht mit so einer Einstellung wie in dem Zitat von dir umrissen.

    Sich auf die Weimarer Republik zu beziehen und anderen Uninformiertheit zu unterstellen ist schon klasse, wenn man sich anschaut, warum gerade diese Republik gescheitert ist und weswegen wir heute so viele starre Regelungen haben um so etwas "über"zuverhindern. Danke auch...

    Und im übrigen erwähne ich es jetzt zum dritten Mal, dass diese Rumlamentierer nix bringt, sondern das Du Dich auch ruhig mal dazu herablassen könntest, über wirtschaftliche Modelle zu diskutieren.

    Dave

  8. #87
    Benutzerbild von Torsten

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    6.613
    Im Focus dieser Woche ist ein interessantes Streitgespräch dokumentiert, dass sich mit dem Thema Raubkopiererei beschäftigt und einige Punkte enthält, die auch wir in dieser Debatte besprochen haben. Aus diesem Grund stelle ich die abgedruckte Diskussion mal hier mit rein...

    Beteiligte:

    - Sebastian Krumbiegel (Sänger der Prinzen)
    - Gerd Gebhardt (Chef des Hamburger Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft; 30 Jahre Berufserfahrung in der Branche)
    - Martin Kretschmer (arbeitet im britischen Bournemouth als Professor für geistiges Eigentum, Rechts- und Finanzwissenschaften; Unterstützer der Initiative "privatkopie.de")
    - Christian Höferle (stellvertretender Chefredakteur der musikwoche; beschäftigt sich u. a. mit Online-Musikdiensten)

    An einigen Stellen habe ich in Klammern persönliche Kommentare hinzugefügt.

    Focus:
    Herr Krumbiegel, mit den Prinzen sangen Sie 1993 "Alles nur geklaut". Ausdruck der Vorahnung, dass Raubkopierer Musikern Jahre später den Verkauf ihrer Lieder kaputtmachen würden?

    Krumbiegel:
    Nein, sicherlich nicht. Ich sehe die Entwicklung durch das Internet nicht so negativ. Natürlich trifft es uns Künstler, wenn Leute in großem Stil CDs brennen und von einem florierenden illegalen Geschäft profitieren. Aber ich kann auch der Musikindustrie Kritik nicht ersparen. Sie hat Musik häufig zu einer austauschbaren, künstlichen Ware gemacht. Viele Menschen können nicht mehr erkennen, dass hinter den Produktionen Kreativität und harte Arbeit stecken. Daraus entstand ein Nährboden für Piraterie - für das schnelle Beschaffen und Wegwerfen von Songs.

    Gebhardt:
    Wenn das heißen soll, dass die Musikindustrie mit dem inflationären Angebot austauschbarer Musik Fehler gemacht hat und geschmacklich diskussionswürdige Musik wahlloses Kopieren erlaubt, kann ich das nicht akzeptieren. Nicht jeder hat den Geschmack von Herrn Krumbiegel.

    Krumbiegel:
    So will ich das nicht verstanden wissen. Aber die Musikindustrie hat in der Tat Fehler gemacht - und die tragen zu dieser Entwicklung bei. BMG-Deutschland-Chef Thomas Stein sitzt bei RTL in der Jury und bringt so genannte Superstars auf den Markt. Was die fabrizieren, hat mit Qualität und Innovation nicht viel zu tun - da fühle ich mich als Popmusiker ja fast beleidigt. Die Konsumenten erkennen überhaupt nicht mehr, welchen Wert gute Musik hat. Da darf sich die Branche nicht wundern, wenn viele Fans nicht mehr bezahlen. Ich finde es befremdlich, wenn Leute wie Thomas Stein in Talk-Shows die rosige Situation der Branche preisen, aber gleichzeitig Leute entlassen.

    Gebhardt:
    Da sprechen unsere Zahlen aber eine ganz andere Sprache - die Raubkopierer schädigen die Industrie enorm. Wir haben im vergangenen Jahr 165 Millionen CD-Alben absetzen können, im selben Zeitraum sind 260 Millionen Rohlinge mit Musik bespielt worden. Statistisch wurde also im vergangenen Jahr jede verkaufte CD 1,5-mal überspielt. Warum, frage ich mich, man braucht doch höchstens eine Kopie für den eigenen Bedarf. [Das ist eine Milchmädchenrechnung. Gebhardt unterstellt, dass es sich hierbei nur um Kopien kompletter Alben handelt und vergisst dabei die unzähligen Sampler, die sich die Leute aus eigens gekauften CDs selbst zusammenstellen.]

    Kretschmer:
    Das ist doch ein gutes Zeichen, wenn im vergangenen Jahr fast 300 Millionen Kopien in Deutschland aus dem Netz gezogen und CDs gebrannt worden sind. Menschen interessieren sich für Musik und sind bereit, dafür Geld auszugeben. Sie kaufen Abspielgeräte, Brenner und Rohlinge, nutzen Internet-Zugänge und füllen somit die Taschen der Unterhaltungselektronik- und Telekommunikations-Industrie - leider nicht die von Herrn Gebhardt und seinem Verband. Das hat er aber selbst zu verantworten.

    Gebhardt:
    Es gibt kein Recht auf eine Privatkopie. [Aha. Dann stellt sich für mich umso mehr die Frage, warum die Musikindustrie von Anfang an keinen Finger gegen die Hersteller von CD-Brennern gerührt hat!] Durch exzessives Kopieren ist ein riesiger Schwarzmarkt entstanden, der an Autoren, Komponisten und Produzenten vorbeiläuft - die bekommen keinen Cent. Tonträgerhersteller haben 2002 etwa 800 Arbeitsplätze abbbauen müssen, der Handel weitere 500.

    Kretschmer:
    Mir scheint, Herr Gebhardt will Privatkopien ganz unterbinden. Wie will er das denn rechtfertigen? Warum soll die Musikindustrie viele Jahrzehnte lang den Umgang mit kulturellem Gut kontrollieren können? Wenn das Patentrecht mit 20 Jahren Schutz auskommt, könnte der Tonträgerindustrie eine Frist von fünf Jahren reichen. Bei solch kurzen Fristen wäre auch ein Kopierschutz vollkommen akzeptabel.

    Gebhardt:
    Was Sie da vorschlagen, ist Enteignung. Es gibt gute Gründe für eine lange Schutzfrist. Komponisten und Textautoren erbringen eine Kreativleistung, die geschützt werden muss. Außerdem besteht die Szene in Deutschland nicht nur aus den No Angels oder Grönemeyer, sondern aus mehr als 100.000 Musikern, die wir fördern. Neun von zehn CD-Verkäufen sind Flops, also muss die erfolgreiche zehnte Platte den Rest mitfinanzieren.

    Focus:
    Branchenexperten werfen der Musikindustrie vor, mit wenig attraktiven Online-Angeboten die Nutzer in die illegalen Tauschbörsen zu treiben. Herr Höferle, was halten Sie von den Diensten?

    Höferle:
    Die bisherigen legalen Musikangebote verärgern Kunden meist, weil sie nur eingeschränkte Nutzungsrechte gewähren. Es reizt Fans wenig, wenn sie Downloads nach einer bestimmten Zeit nicht mehr abspielen können und Lieder nicht auf CD brennen dürfen. Auch das dürftige Repertoire schreckt viele ab.

    Focus:
    Warum kommt das deutsche Online-Angebot nicht in Gang, das der Bundesverband schon seit langem ankündigt?

    Gebhardt:
    Es gibt ungeklärte Punkte, das gebe ich zu: die Technik, die Abrechnungswege, die Bezahlsysteme zum Beispiel. Wir werden erst auf den Markt kommen, wenn alle strittigen Fragen geklärt sind und die Musiker für ihre Web-Angebote angemessen entlohnt werden.

    Krumbiegel:
    Die Grundschwierigkeit besteht darin, dass es Ihrem Verband nicht gelingt, sich mit den Plattenfirmen zu einigen. Dabei gibt es erfolgreiche Modelle, an denen Sie sich orientieren könnten. Gute Initiativen kommen von Unternehmen wie Apple. Bei dem bislang auf die USA beschränkten Dienst zahlen die Nutzer gern 99 Cent für einen Song, den sie herunterladen und brennen können.

    Höferle:
    Stimmt, Apple hat gezeigt, wie es geht. Plattenfirmen, oft auch kleinere Labels, wollen dort in großer Zahl mitmachen. Sie rufen bei uns an und wollen wissen, wer in Deutschland oder Europa Ansprechpartner ist. Ihre Hoffnung auf ein Download-Angebot der deutschen Musikwirtschaft hingegen ist nicht mehr sehr groß.

    Kretschmer:
    Letztlich liegen die Gründe für den schwindenden Umsatz bei der Musikindustrie in eingefahrenen Denkmustern. Es reicht nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten CDs mit festen Songfolgen in die Regale zu stellen und die Verkaufszahlen über das Fernsehen zu pushen. Da muss sich die Branche schon etwas Besseres einfallen lassen. Die illegalen Web-Tauschbörsen zeigen doch ganz klar, was Musikliebhaber wollen: einfache Anwendung und leichtes Zusammenstellen von Samplern beispielsweise.

    Gebhardt:
    Wir werden diese Ideen aufgreifen. Der Bundesverband selbst baut aber keine Plattform für den Endkonsumenten, sondern seine Mitgliedsfirmen stellen das Repertoire zur Verfügung. Dann bringen zum Beispiel RTL, Karstadt, Saturn, Viva oder andere Online-Händler Shops ins Netz, die Musik zum Herunterladen anbieten.

    Focus:
    Was können die Künstler denn tun, um Piraten auf legale Pfade zu leiten?

    Höferle:
    Es gibt bereits zahlreiche Aufklärungsinitiativen. Aus den USA stammt die Internet-Seite "pro-music.org", auf der inzwischen auch europäische Stars wie t.A.T.u. oder Sophie Ellis-Bextor über wirtschaftliche Schäden durch Raubkopien aufklären.

    Gebhardt:
    Diese Seite haben wir uns zum Vorbild für eine deutsche Kampagne genommen. Wir sind gerade auf der Suche nach Künstlern, die mit uns zusammenarbeiten und beispielsweise mit Schülern und Lehrern diskutieren wollen, ähnlich wie in unserer Aktion "Copy Kills Music" vor einiger Zeit.

    Krumbiegel:
    Bei vielen jungen Leuten ist das Unrechtsbewusstsein durchaus ausgeprägt. Ich war kürzlich in Berlin auf einem Oasis-Konzert. Hinter mir stand jemand, der jedes Lied von der neuen Platte mitgesungen hat, obwohl diese noch gar nicht veröffentlicht war. Als ich ihn fragte, woher er die Texte und Melodien kannte, antwortete er: "Ich habe mir die Songs mit einem Kumpel aus dem Netz besorgt, werde mir als echter Fan aber selbstverständlich bald das Original kaufen."

    Höferle:
    Diese Verhaltensweisen gibt es, aber es gibt auch andere Beispiele. Kopierer sind immer auch Musikfans [Humbug! Die meisten konsumieren Musik nur nebenbei, ohne sich mit ihr besonders auseinanderzusetzen.] - und zwar unabhängig von Alter und gesellschaftlicher Schicht. In meinem privaten Umfeld gibt es beispielsweise einen Physiotherapeuten Mitte 40. Wenn ich dem von neu entdeckter Musik vorschwärme, dann fragt er: "Super, kannst du mir das brennen?" Oder er brennt es sich gleich selbst.

    Focus:
    Werden Sie, Herr Gebhardt, solche Leute künftig vermehrt vor den Kadi bringen und sich dabei die US-Musikindustrie zum Vorbild nehmen, die seit kurzem auch Tauschbörsennutzer verfolgt, die Songs von ihrer Festplatte anbieten?

    Gebhardt:
    Ich will das nicht ausschließen. Bislang haben wir nur die Betreiber von Tauschbörsen verfolgt. Das Gesetz gibt uns aber jetzt schon die Möglichkeit, jeden, der unrechtmäßig Musik anbietet, mit Hilfe der Staatsanwaltschaft und der Polizei zu verfolgen und auf Schadenersatz zu verklagen.

    Focus:
    Werden Sie härter durchgreifen, wenn im Herbst das neue Urheberrecht in Kraft tritt, das die Politik gerade beschlossen hat?

    Gebhardt:
    Das Gesetz gibt uns neue Mittel an die Hand. Wir können dann etwa gegen Fachzeitschriften vorgehen, die erklären, wie ihre Leser am besten einen Kopierschutz umgehen. Bei der Zeitschrift Auto, Motor und Sport beschreibt ja auch keiner, wie man eine Wegfahrsperre knackt. Wer allerdings für den Eigengebrauch eine Privatkopie macht, hat auch weiterhin nichts zu befürchten.

    Soviel zu diesem Interview. Abschließend noch der Hinweis, dass zukünftig auch ganz andere Branchen durch die neuen Technologien bedroht sein könnten - so findet sich in der gleichen Focus-Ausgabe die Meldung:

    Gegen den zunehmenden elektronischen Diebstahl per Handy machen japanische Verleger mit einer Plakat-Aktion mobil: Statt Zeitschriften zu kaufen, fotografieren Digital-Räuber die sie interessierenden Artikel immer öfter mit der im Mobiltelefon integrierten Kamera.

    Vielleicht ist es an der Zeit, gelegentlich tatsächlich mal über die Folgelasten immer ausgeklügelterer Techniken nachzudenken...

  9. #88
    Benutzerbild von
    @ Torsten

    Gegen den zunehmenden elektronischen Diebstahl per Handy machen japanische Verleger mit einer Plakat-Aktion mobil: Statt Zeitschriften zu kaufen, fotografieren Digital-Räuber die sie interessierenden Artikel immer öfter mit der im Mobiltelefon integrierten Kamera.

    Vielleicht ist es an der Zeit, gelegentlich tatsächlich mal über die Folgelasten immer ausgeklügelterer Techniken nachzudenken...
    Nicht ohne Grund stehen auch gewisse Klauseln im Focus bezgl. Vervielfältigung und Veröffentlichung von Artikeln (auch in Online-Diensten). Bei manchem streng geführten kommerziellen Anbieter würde Dein Posting nun gelöscht und Du erstmal wegen eines Urheberrechtsverstoßes für einen Tag aus dem Forum ausgesperrt.

    Es reicht wenn man schreibt, dass im Focus XY ein Artikel auf Seite 123 zum Thema veröffentlicht wurde. Man muss nun wirklich nicht mit aller Macht und Selbstverständlichkeit das Urheberrecht in allen Medien mit Füßen treten. Mit ein wenig Nachdenken und etwas gutem Willen, hätte man doch nun wirklich einfach einen Link hierhin setzen können:

    http://focus.msn.de/F/2003/29/Intern...tgespraech.htm

    Er hätte den gleichen Zweck gehabt, wäre legal gewesen und hätte dem Focus seine x Cent für die Werbeeinblendung gebracht, die er für angemessen hält, um diesen Artikel online verfügbar zu machen.

    Ich weiss, dass ich jetzt hier wieder der unreflektiert-gesetzestreue Doofie bin, der in seiner Obrigkeitsgläubigkeit gefangen ist. Aber das ist mir ziemlich egal. Wer meint das so auslegen zu müssen, ist zu Selbsterkenntnis und Besserung unfähig, nicht ich.

    Dave

  10. #89
    Benutzerbild von J.B.

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    04.10.2001
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    6.106
    Die Sache mit dem Link habe ich bei einem Artikel vom Stern auch schon probiert.

    Ergebnis: Nach 3 Tagen war unter dem Link nix mehr zu finden!

    So schätze ich das bei einigen Magazinen ein, die ihre Artikel online stellen. So lange die sowas nicht beheben zitiere ich bei solchen Artkeln lieber als das ich einen Link poste.

    Und mal ganz ehrlich: Noch kleinlicher gehts wohl nicht mehr (gesetzlich gesehen)! Wenn es immer nach dem geltenden Recht gehen würde wenn's ums INet geht, dann sollten hier einige ihre Avatare, Smilies und geposteten Bilder wieder rausnehmen, denn den "Schöpfern" wurden die ja sozusagen entwendet, da die kein Geld dafür kriegen. So will es das Gesetz, aber das endet dann irgendwo in Sandkornzählerei.

    @ Dave

    Wenn Du Dich schon selbst als unreflektierten-gesetzestreuen Doofie ansiehst mußt Du anderen im selben Atemzug nicht gleich vorwerfen sie seien nicht zur Selbsterkenntnis und Besserung fähig, wenn sie sich Deiner Meinung anschließen .

    Gruß

    J.B.

  11. #90
    Benutzerbild von
    @ J.B.

    Wenn Du Dich schon selbst als unreflektierten-gesetzestreuen Doofie ansiehst mußt Du anderen im selben Atemzug nicht gleich vorwerfen sie seien nicht zur Selbsterkenntnis und Besserung fähig, wenn sie sich Deiner Meinung anschließen .

    Danke auch...... übrigens schrieb ich, dass ich das hier bin (wurde mir ja auch oft genug zu Verstehen gegeben). Bei der Übermacht der Selbstverständlichkeits-Raubkopierer auch kein Wunder.

    Aber wenn Du jetzt auch auf dieser Ebene einsteigen willst, nur zu.....

    Und wie gesagt, in andere größeren Foren, sieht man das auch nicht so lasch wie Du. Aber das ist natürlich alles kleinlich. Ich warte dann mal auf den Tag, an dem es die Dinge illegal kostenlos gibt, für die ihr Euer Geld bekommt. Dann redet ihr auch anders, aber wahrscheinlich nur für Euch selbst.

    Dave

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