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Das gute alte Kaufhaus stirbt

Erstellt von PostMortem, 02.10.2007, 23:58 Uhr · 76 Antworten · 8.655 Aufrufe

  1. #41
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Ähja... vielleicht falsch ausgedrückt. Wollte sagen: Unsere Sprache ist doch kein echtes Deutsch. Schon lange nicht mehr. Es kommt doch fast alles aus dem Latein oder Griechischen. Ursprünglich. Selbst unser Althochdeutsch hat dort Wurzeln. Deshalb mein "eingedeutscht" oben. Wir erklären Begriffe als deutsch, die es aber so gar nicht sind. Ich verstehe nicht warum es "Wächter für die deutsche Sprache" geben soll, wo es die deutsche Sprache an sich nicht mal gibt. Wenn ich das Althochdeutsche zu Grunde lege (oder welche Sprachdekade auch immer): Das versteht doch keine Sau mehr. Selbst vor hundert Jahren war die Ausdrucksweise eine andere. Also welche Sprachzeit soll geschützt werden?
    Für mich ist "K-Town" eigentlich kein Grund über die deutsche Sprache an sich nachzudenken, weil es einfach nur eine von Marketingfritzen vermeintlich pfiffig kreierte Marke ist und kein neues Wort für den Duden. Die Frage für mich ist, ob es ein glücklicher Griff ist die eingeführte Marke Karstadt, die einem Familiennamen entsprungen ist, hinter so einem pseudojugendlichem Kram zu verwässern. Das die Jugend Karstadt eher uncool findet, hat nichts mit dem Namen zu tun, sondern mit dem schlecht gepflegten Sortiment und der wenig ansprechenden Warenpräsentation. Und damit komme ich zum eigentlichen Thema zurück: Rette ich Karstadt indem ich mir so einen tollen, frischen, witzigen Namen für ein Jugendfilialabenteuer ausdenke und Millionen in ein besetztes Segment pumpe, während mir gleichzeitig meine Stammhäuser weiter den Bach runter gehen oder spare ich mir solche Ambitionen auf bis ich mein Fundament wieder stabil habe? Davon ab: Ich stelle mir gerade vor, ob die K-Town-Idee bei H-Grundson (Henkel) oder M-Man P-Works (Mannesmann Röhrenwerke) besser wird, aber ich glaube dem ist auch nicht so. Würde es Wertheim noch geben, wenn sie W-Home-Filialen eröffnet hätten? H-Places (Horten)? Es wäre aber sicher ganz witzig in Düsseldorf ein C-Ass-House zu haben (Carsch-Haus - Keimzelle von Horten).

    Aber weil wir drauf gekommen sind: Für mich ist die Pflege unserer gemeinsamen Sprache keine Frage einer "Sprachzeit" oder ob es noch eine deutsche Sprache ist, weil sie von älteren/anderen Sprachen beeinflusst wurde. Es ist doch wohl gesellschaftlicher Konsens, dass "Deutsch" eine eigene Sprache ist und dann sollte man sie nicht der Beliebigkeit preisgeben. Eine Sprache bedarf einer gewissen Pflege. Wenn es neue Dinge gibt, brauchen sie ein Wort. Wenn die anderen schneller waren, heißt Internet eben Internet und Download eben Download. Das ist nicht unbedingt optimal, aber was solls. Es ist in meinen Augen aber nicht richtig Beliebigkeit einkehren zu lassen und zu sagen: Die deutsche Sprache enthält ja eh schon Fremdworte, also kann sie jetzt ruhig vollends mit Kunstworten und Anglizismen verhunzt werden. Man sollte sich ja schon noch gegenseitig verstehen und die Worte sollten sinnvoll sein. Es wäre ja unmöglich zu kommunizieren, wenn jetzt jeder seine eigenen Sprachmix kreiert. Or vue tú questo yì anders?

    Ob nun K-Town oder nicht: Wir ändern nichts dran und mir ist das auch Wurscht. Es ist doch nur ein Name. Man muss doch nicht alles bewahren was mal war.
    Man muss aber auch nicht Dinge nur um der Änderung willen ändern. Meistens führt das zu undurchdachtem Murks.

    Anglizismen bei der Deutschen Bahn: Der Counter heißt jetzt wieder Schalter - Wirtschaft | STERN.DE
    Masterfoods heißt jetzt wieder Mars | RP Wirtschaft

  2.  
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  3. #42
    Benutzerbild von Soundfeile

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Es war einmal eine Blechbüchse

  4. #43
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ab und an hübscht eine großzügig dekolletierte Azubine den traurigen Stilmix von 70er Jahre Bodenfliesen, 80er Jahre Holzböden und Grabbeltischambiente neben wäschebergverstopftem Umkleidebereich auf und spendet ein gewinnendes Lächeln. Die würde man gerne mal einlochen lassen und zwar in die Parkhauskarte, da man doch schonwieder die dritte Stunde angerissen hat um fast nichts zu finden und so bricht man nochmal in die CD und DVD Abteilung auf, die immerhin auch recht gut bestückt ist. Man schnappt sich was man früher oder später sowieso gekauft hätte, lässt seine Parkkarte lochen und fährt nach Hause um dort im Internet zu bestellen was man leider wiedermal im Kaufhaus nicht gefunden hat.
    Einiges hat sich seit damals getan. Die Azubinen sind zwischenzeitlich weniger großzügig dekolletiert Es mag am häufiger anderen Kulturkreis ihrer Eltern liegen und wenn man diverse Grüninnen und Schwarzerinnen hört, ist es ja sowieso längst wieder ein Verbrechen optische Anreize zu bieten. Aber die Damen (und wenigen Herren) müssen ja auch mittlerweile weniger von 70er Jahre Bodenfliesen und Grabbeltischambiente ablenken. Zumindest in die Optik einer Vielzahl von Karstadt-Warenhäusern hat Herr Berggruen investiert.

    Was hat es gebracht? Man erkennt manches Haus nicht wieder. Modern, gediegen und luftig sieht es aus. Der Anschein runtergekommener Häuser und abgenutzten Inventars aus längst vergangenen Tagen ist verschwunden. Es ist schick!

    Wie gefällt mir das? Gar nicht!

    Warum gefällt mir das nicht? Ich mecker eben gerne... Nein! Das Problem mit den "neuen Karstadthäusern" für mich ist: Das Sortiment beschränkt sich nun auf Klamotten, Düfte, hochpreisige Haushaltswaren und Deko-Plunder. Keine Bücher, keine Eletronik, kein Multimedia mehr. Irgendwo versteckt sich noch eine lieblos eingeräumte kleine Spielwarenecke. Kein Vergleich zu den früher oft großen und reich dekorierten Spielewelten. Karstadt 2012 ist quasi Peek & Cloppenburg, Douglas, WMF und Jura unter einem Dach. Wenn die Herrenabteilung nicht wäre, hätte Karstadt jetzt quasi 300+x Tage im Jahr Ladies Night

    Mein geliebtes Karstadt, der Konsum- und Träume- Tempel meiner Jugend ist nicht mehr das worfür er einmal stand. Es ist kein richtiges Kaufhaus mehr. Alles ist hübsch, alles ist auf Hochglanz poliert und das Personal rausgeputzt. Aber für mich gibt es im neuen Sortiment wenig interessantes zu entdecken. Für die Mehrheit wird das vermutlich nicht so einen Unterschied machen wie für mich. Mal sehen wie es sich entwickelt. Wenn es gut läuft, baut man das Angebot in ein paar Jahren ja vielleicht auch wieder auf andere Bereiche aus.

  5. #44
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Keine Bücher, keine Eletronik, kein Multimedia mehr.
    Und jeder von uns, der solche Waren gerne bei amazon & Co. kauft, darf sich nun fragen, woran das liegt.

    Am Niedergang des Einkaufserlebnisses haben jedenfalls viele von uns kräftig mitgewirkt. Ging schon in den 80ern los, als immer mehr Großflächenmärkte à la "real" (damals noch "divi", "allkauf" usw.) aus dem Boden schossen - ist ja auch praktisch, einen monströsen Supermarkt, Getränkemarkt, Bäcker, Metzger, Schuster, Lottoladen usw. unter einem Dach zu haben. Aber 30 Jahre später betrauert man dann den Verlust der kleinen, inhabergeführten Fachgeschäfte, in denen Kompetenz und Service noch selbstverständlich waren. Die Geister, die wir riefen ...

  6. #45
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Also in Berlin gibt's sehr wohl noch Bücher, Elektronik und Multimedia im Kaufhaus; lediglich CDs und DVDs gibt's nicht mehr (überall). Und piefig sind die Kaufhäuser bei uns schon lange nicht mehr.

  7. #46
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Und jeder von uns, der solche Waren gerne bei amazon & Co. kauft, darf sich nun fragen, woran das liegt.
    Darf er, muss er aber nicht. Viele Gründe die zum Niedergang führen liegen auch bei den Anbietern selbst. Auch und gerade bei Karstadt.

    Am Niedergang des Einkaufserlebnisses haben jedenfalls viele von uns kräftig mitgewirkt. Ging schon in den 80ern los, als immer mehr Großflächenmärkte à la "real" (damals noch "divi", "allkauf" usw.) aus dem Boden schossen - ist ja auch praktisch, einen monströsen Supermarkt, Getränkemarkt, Bäcker, Metzger, Schuster, Lottoladen usw. unter einem Dach zu haben. Aber 30 Jahre später betrauert man dann den Verlust der kleinen, inhabergeführten Fachgeschäfte, in denen Kompetenz und Service noch selbstverständlich waren. Die Geister, die wir riefen ...
    Horten, Hertie, Kaufhof und Karstadt sind Kaufhäuser, also selbst großer Konkurrent des kleinen inhabergeführten Fachgeschäfts gewesen. Horten und Hertie wurden geschluckt, die Käufer (Metro und Karstadt) hatten aber keine Strategie und wollten einfach nur Konkurrenten aus dem Weg räumen. Erst als es zu spät war hat man erkannt, dass es keine dumme Idee gewesen wäre eine Zwei-Marken-Strategie in unterschiedlichen Segmenten und Größen zu fahren. Als Karstadt dann Hertie wieder aus der Versenkung holte, war der Zug längst abgefahren. Sowieso fuhren bei Karstadt die Züge reihenweise ab, weil unfähige Manager ohne Einzelhandelserfahrung Anfangs trotz Problemen noch reichlich vorhandenes Geld in Expansions-Abenteuer mit Starbucks, DSF und einer Reihe von Textil- und Spezialketten steckten. Fast alle diese Abenteuer floppten und die Karstadt-Häuser gingen immer weiter vor die Hunde, verpennten die Trends. Zuletzt durfte sich dann Ex-Bertelsmann-Manager Middelhoff an Karstadt versuchen und fuhr es für eine kurze Schein-Blüte vollends gegen die Wand. Frau Schickedanz muss seitdem nur noch mit Millionen hinkommen und gibt an beim Discounter einkaufen zu müssen. Auch sie war Teil des Problems, hatte sie einfach keine Ahnung und kein Händchen geeignetes Personal zu finden.

    Das ist der Hauptgrund für den Niedergang von Karstadt. Man hatte in den 1980ern genügend Geld und die Marktmacht die Metro mit Kaufhof, Saturn und Media Markt anzugreifen. Stattdessen startete man halbherzige Versuche mit Multimedia-Abteilungen in Karstadt Sporthäusern oder düsteren Untergeschossen der Haupthäuser, kaufte erst WOM und wusste dann doch nichts damit anzufangen. Bei Elektronik war es genauso. Man versuchte sich mit Eigenmarken (Okano etc.), blieb aber irgendwie doch immer konzeptlos und ramschig. Wer eine Karstadt-Elektroabteilung besuchte schätzte manchmal den bemühten Verkäufer, aber bei der Ware war man sich ohne Vorab-Info nie sicher, ob hier nicht die Vor-Vorgänger-Modellreihe zu überteuerten Preisen verkauft wird. Man hat der Metro dieses Feld freiwillig überlassen, genauso wie es nie in Stein gemeisselt war mit karstadt.de kein sehr erfolgreicher Online-Händler zu werden. Auch das hat man zu halbherzig in Angriff genommen, weil einfach kein kompetentes Management am Ruder war. Karstadt und Kaufhof waren zu selbstgefällige, verschnarchte Dickschiffe, die von jüngeren und schnelleren Wettbewerbern in Null Komma Nix links und rechts überholt wurden. Nicht weil die Käufer böse sind, sondern weil diese ehem. Platzhirsche nichts aus ihrer marktbeherrschenden Stellung gemacht haben und sie nicht in die moderne Einkaufswelt rüberretten konnten. Dabei hatten sie die allerbesten Startbedingungen - sie begriffen es nur nicht. Die Metro hat es mit Media Markt und Saturn dann auch bis vor kurzem nicht begriffen richtig in den Online-Handel einzusteigen.

    Man kann es nicht dem Konsumenten vorwerfen, wenn er dann nicht kauft und bequemere, aktuellere, kundenfreundlichere Angebote wahrnimmt. "Business is war", wusste nicht nur Jack Tramiel. Trotzdem und gerade in den schweren Zeiten habe ich immer erstmal bei Karstadt geschaut. Und tatsächlich konnte man dort sogar manchen guten Kauf in der DVD/BR- und Elektro-Abteilung machen. Es wussten nur zu wenige davon oder konnten es sich nicht mehr vorstellen. Wenn man erstmal dieses Image hat, ist es schwer davon wieder los zu kommen und die Kunden anzulocken. Karstadt geht nun den vermeintlich einfachen Weg und gibt diese Bereiche auf. Ob man als Klamotten- und Dufthändler gebraucht wird, halte ich noch für fraglich. Denn diese Segmente sind im Übermaß besetzt und den Vorteil des "alles an einem Ort" (besonders gut wenns regnet), hat man nun aufgegeben.

    @ Babooshka

    Berlin scheint ganz schöne Hauptstadt-Privilegien zu genießen Am Vorzeigehaus am Limbecker Platz in Essen, anderen Häusern der Umgebung oder auch in Düsseldorf gibts nach dem Umbau nur noch ein hausfrauen-kompatibles Sortiment und den vor ein paar Jahren ins Haus geholten WELTBILD-Verlag hat man auch wieder entfernt.

  8. #47
    Benutzerbild von Kuddel Daddeldu

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    gerade an Samstagen vor Weihnachten und im besonderen verkaufsoffene Sonntage betrete ich generell keine Kaufhäuser.
    ich brauch die dann rappelvollen Läden wirklich nicht-und Spaß machen Einkaufsbummel an Samstagen ohnehin nicht.
    gottseidank habe ich eine Frau,die das genauso sieht.
    und meine Weihnachtseinkäufe habe ich auch vom heimischen Sofa via PC getätigt-bequemer und streßfreier geht´s nun wirklich nicht

  9. #48
    Benutzerbild von Cinderella

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Hallo,

    sorry, habe nicht den ganzen Thread gelesen - was das "gute, alte Kaufhaus" betrifft: wo ist "BILKA" ?? wikipedia Bilka:Bilka In den 1980 ern gab es das Kaufhaus Bilka - Ende der 80er wurde es verkauft, "Wollworth und Kaufhalle" teilten es sich auf Aber: Da "Woolworth" für mich ebenfalls ein Kaufhaus aus den 80ern ist, finde ich den Verkauf an W. einigermaßen akzeptabel - und trotzdem: gerne erinnere ich mich an die Treppe in der Mitte des Kaufhauses, die ich als Kind hochgegangen war mit dem blauen Geländer-Griff. Ganz oben gab es ein Restaurant.
    Ich erinnere mich sehr gerne an das Kaufhaus. Meine ersten Bücher für die Freizeit habe ich von dort. Und ein "Mister Minit" gab es darin. In diesem Video bei 0:14 Galenskaparna & After Shave - Mr. Minit - YouTube - so sah es in den 1980ern in dem Kaufhaus aus.

    Was ich sehr vermisse: die Kaufhäuser haben keine Restaurants mehr, die meisten zumindest. Früher war so gut wie in jedem Kaufhaus eines. Ok, vielleicht täusche ich mich auch, Ikea und teilweise auch andere haben schon eines.


    Kann mich noch sehr genau erinnern, wie die Regale und die einzelnen Abteilungen aufgebaut waren..

    .. und das mit Karstadt, Kaufhof, Quelle und Neckermann tut mir natürlich auch leid - auch was die Versandhaus-Konsum-Kultur betriff

    Liebe Grüße, Cinderella

  10. #49
    Benutzerbild von lesscities

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von Cinderella Beitrag anzeigen
    Hallo,

    sorry, habe nicht den ganzen Thread gelesen - was das "gute, alte Kaufhaus" betrifft: wo ist "BILKA" ?? wikipedia Bilka:Bilka In den 1980 ern gab es das Kaufhaus Bilka - Ende der 80er wurde es verkauft, "Wollworth und Kaufhalle" teilten es sich auf Aber: Da "Woolworth" für mich ebenfalls ein Kaufhaus aus den 80ern ist, finde ich den Verkauf an W. einigermaßen akzeptabel - und trotzdem: gerne erinnere ich mich an die Treppe in der Mitte des Kaufhauses, die ich als Kind hochgegangen war mit dem blauen Geländer-Griff. Ganz oben gab es ein Restaurant.
    Ich erinnere mich sehr gerne an das Kaufhaus. Meine ersten Bücher für die Freizeit habe ich von dort. Und ein "Mister Minit" gab es darin. In diesem Video bei 0:14 Galenskaparna & After Shave - Mr. Minit - YouTube - so sah es in den 1980ern in dem Kaufhaus aus.

    Was ich sehr vermisse: die Kaufhäuser haben keine Restaurants mehr, die meisten zumindest. Früher war so gut wie in jedem Kaufhaus eines. Ok, vielleicht täusche ich mich auch, Ikea und teilweise auch andere haben schon eines.


    Kann mich noch sehr genau erinnern, wie die Regale und die einzelnen Abteilungen aufgebaut waren..

    .. und das mit Karstadt, Kaufhof, Quelle und Neckermann tut mir natürlich auch leid - auch was die Versandhaus-Konsum-Kultur betriff

    Liebe Grüße, Cinderella
    Jaaaa. Es kennt noch Jemand BILKA. Das war einer meiner Lieblingsläden als Kind. In der Imbißecke gab es integriert im Lebensmittelladen an der Fleischteke immer frische, gegrillte Hähnchen. Der Geruch zog einen praktisch schon beim Eintreten auf der anderen Seite des Ladens an. Im Erdgeschoß gab es außer Damenmode und Drogerieartikel tolle Stöbertische mit Angeboten. Im ersten Geschoß die Spielsachen und Kleidung für Herren und Kinder sowie Fahrräder. Die geschwungene treppe hoch ging es in den Quarzbunker, das war das Restaurant, da saßen dann die älteren Damen und hielten dann Kaffeekränzchen bei MENGENWEISE Nikotin, das schmeckte man leider auch in Schwarzwälder Kirch oder Cremetörtchen, wenn man mal dort Kaffe trank. Auf dem Weg nach hause gabs dann noch Baiser auf die Hand mit oder ohne Sahne, das Teil kostete erst 25, dann 30 Pfennig...
    Gerne fuhr ich immer die besonders lange Rolltreppe hoch, runter gings per Treppe. Den Laden übernahm Anfang der 80er hier in Münster "Leffers", jetzt "Sinn Leffers".
    Aber ein weiterer toller Laden war die "KEPA". Ebenso ein guter Laden zum Stöbern mit kleinem Restaurant hinten in der Ecke, da gab es meinen leckeren WALDMEISTERSAFT aus dem Spender. Sensationell....
    Ähnlich war es damals auch noch bei Karstadt, auch die hatten im alten Ladengeschäft, ein Riesenbetonklotz aus Ende 60 auch ein Restaurant mit Imbißbetrieb und auch den leckeren Saft da, als KEPA schloß.
    Inzwischen ist auch die gute alte Woolworth, zuletzt auch nur noch mit leeider viel Ramsch ausgestattet, geschlossen.
    Galeria Kaufhof ist uninteressant und Karstadt hat sich dem jetzt angeschlossen, nicht mal mehr CDs gibts da jetzt mehr..
    Traurig, traurig...
    Mal sehen was das neue WOLWORTH demnächst bietet. Es soll ja angeblich wieder kommen, nachdem Rossmann dort eingezogen ist.

  11. #50
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Das gute alte Kaufhaus stirbt

    Zitat Zitat von Cinderella Beitrag anzeigen
    Was ich sehr vermisse: die Kaufhäuser haben keine Restaurants mehr, die meisten zumindest. Früher war so gut wie in jedem Kaufhaus eines. Ok, vielleicht täusche ich mich auch, Ikea und teilweise auch andere haben schon eines.
    Genau! Ich habe auch ein Faible für Kaufhaus-Restaurants. Kostet nicht mehr als in der Burger-Kette der Wahl und ist meistens von der Qualität her gut. Zu einem Kaufhaus-Besuch hat das früher für mich unbedingt dazu gehört. Aber das war zu Zeiten, als man sich aufgrund der Breite des Sortiments noch ewig in einem Kaufhaus aufhalten und Hunger holen konnte. Meine Freundin hat für mich deshalb sogar mal ein Karstadt-Restaurant-Tablett vom Restaurant-Leiter erschnorrt. Nun ist mein Karstadt-Restaurant zu Hause Leider ist Karstadt vielerorts nur noch so eine x-beliebiger, aufgehübschter Klamotten-Handel... Mehr als 20 Minuten verbringe ich da kaum noch und dann auch eigentlich nur um als Kunde vielleicht günstiger parken zu können

    BILKA kannte ich leider nicht. Die Historie bei Wikipedia liest sich typisch für die hirnlosen Eskapaden fast aller Warenhauskonzerne in den 80ern und 90ern. Da spielte das Internet noch gar keine Rolle, ko-existierte man relativ friedlich mit klassischen Versandhäusern und traf trotzdem eine teure Fehlentscheidung nach der anderen. Leider steht bei Wikipedia nicht wer bei BILKA verantwortlich war. Bei den anderen Konzernen lag es ja meistens daran, dass vom Einzelhandel völlig unbefleckte Controller und BWLer die Leitung übernahmen und zielstrebig am Kundenwunsch vorbei in waghalsige Abenteuer investierten - bis das Geld alle und das Kerngeschäft ein ausgebluteter Sanierungsfall war.

    Allerdings war ja Hertie involviert und die haben neben BILKA auch die Wertheim-Warenhäuser zu Grabe getragen. Grandios, dass ein Konzern der vorher einen ehem. Mitbewerber nach dem anderen abgewickelt hat dann ausgerechnet unter das Dach von Karstadt kam, nur um seinerseits dort von Dilettanten beerdigt zu werden.

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