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"Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

Erstellt von PostMortem, 02.08.2011, 15:15 Uhr · 51 Antworten · 7.391 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Aber wir werden ja auch dauernd mit unserer Vergangenheit konfrontiert und uns wird das schlechte Gewissen sozusagen eingeimpft. In der Schule z. B. wurde die Nazizeit X-mal durchgekaut, in Geschichte natürlich, aber auch im Deutschunterricht und eventuell in anderen Fächern (ich denke da an Religion/Ethik, das hatten wir damals noch nicht; mit Religion war nach der 8. Klasse ja Schluss in Berlin). Bisweilen kam einem das schon zu den Ohren raus und es wurden Stimmen laut, "das doch endlich mal zu vergessen" im Sinne von "die Vergangenheit hinter uns zu lassen", selbstverständlich unmittelbar gefolgt von der mahnenden Lehrerstimme: "Das darf nie vergessen werden!" Alles, was danach war, die Trümmerfrauen, das Wirtschaftswunder usw., kam im Geschichtsunterricht nicht mehr vor. Die deutsche Geschichte endete 1945! Erst im Fach Politische Weltkunde, das wohlbemerkt erst in der Oberstufe unterrichtet wurde, kam dann der Mauerbau dran. Wie ist das heute? Waschbär, weißt du Näheres zu berichten, ob heute in der Schule die Geschichte nach 1945 unterrichtet wird?<br><br>Stellt beispielsweise in den USA der Klu-Klux Clan irgendwas an, erfährt kein Mensch davon. Schmiert in Deutschland jemand ein Hakenkreuz an die Wand, weiß es morgen schon die Welt (bisschen übespitzt, aber doch nicht so ganz). Ist man irgendwo auf der Welt reisetechnisch unterwegs und kommt mit Einheimischen ins Gespräch, kann man mit 100%-iger Sicherheit davon ausgehen, dass irgendwann im Gespräch der Name "Hitler" fällt. Es ist mir bislang in jedem Land, in das ich gereist bin, mindestens einmal passiert - Waschbär kann das eventuell bestätigen, er ist ja noch viel mehr gereist als ich. Und es sind weiß Gott nicht nur besser gebildete Städter, die Hitler erwähnen - nein, auch Bewohner kleiner und/oder abgelegener Dörfer sprechen einen darauf an. Mich kotzt das so dermaßen an, dass ich als Deutsche auch nach über 60 Jahren automatisch mit Nazis in Verbindung gebracht werde. Da kann man einfach kein vollkommen gesundes Verhältnis zum eigenen Land aufbauen, man "muss" sich sozusagen immer schuldig fühlen für das, was die Generation vor einem gemacht hat. Selbst wenn die eigene Familie aktiv gar nichts gemacht hat.<br><br>Ansonsten, was ist typisch deutsch:<br>- der Kaffee; der Deutsche findet den Kaffee in einem anderen Land grundsätzlich ungenießbar und der Nichtdeutsche wiederum findet den deutschen Kaffee viel zu labberig<br>- ein gewisses Anspruchsdenken und ein Mangel an Kulanz, "ich habe schließlich dafür bezahlt, und wenn das jetzt nicht so klappt, werde ich mich bei Ihrem Vorgesetzten beschweren" auch bei Kleinigkeiten (mit hochrotem Kopf vorgetragen)<br>- die berühmten Socken in Sandalen (aber Engländer sind auch nicht gerade modische Stilikonen im Urlaub)<br>- wie mein früherer kanadischer Mitbewohner zu berichten wusste: Partnerlook; Helga und Hans tragen im Urlaub exakt die gleichen Outdoor-Klamotten (das war selbst mir neu, hatte er aber bei sich in Kanada sehr oft beobachtet und somit als typisch deutsch identifiziert)<br>- Ironie im Humor; so mancher Nichtdeutsche versteht das nicht<br>- die Servicewüste, die an manchen Stellen herrscht und eine gewisse Schroffheit, wenn nicht sogar Unhöflichkeit; auch dies war dem Kanadier während seiner Zeit in Deutschland (3 Jahre) aufgefallen<br><br>

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Boh ey, ist das ätzend... seit wann muss man sich denn hier ständig neu ausweisen? Also ich spreche vom Forum, nicht von Deutschland Schon beim Betreten werde ich nicht mehr automatisch durchgewunken, sondern muss meinen Pass vorzeigen, und eben, nach dem Absenden meines Beitrags, wurde ich schon wieder aufgefordert, mein Login einzugeben. Das nervt! Und mein Beitrag hat jetzt keine Absätze mehr!

  4. #23
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Wenn ich ernsthaft überlege, was bei den Deutschen häufiger als anderswo auftreten könnte ...
    ... vielleicht eine größeree größere Bereitsschaft, offene Zensur und Vereinsverbote zu unterstützen. Zumindest im Vergleich zum westlichen und nördlichen Ausland. In den USA z. B. gibt es bei aller Ausgrenzung "unamerikanischer" Außenseiter und bei aller Polizeiwillkür gegen Randgruppen einen Grundkonsens, dass jede(!) Meinung geäußert werden darf.
    Dieser gesellschaftliche Quasi-Konsens lässt mich auch mehr und mehr am Verstand "der Deutschen" zweifeln. Er stört mich ziemlich... Meinungsfreiheit hat in unserem Land einfach nicht den Stellenwert, den sie haben sollte, wenn Deutsche aus dem 3. Reich und der DDR WIRKLICH sinnige Lehren gezogen hätten. Es müsste unser höchstes Gut sein und die Einschränkung irgendeiner Freiheit Empörung hervorrufen. Aber es ist nicht so. Wenn es vermeintlich der Sicherheit dient, sind Deutsche gerne bereit ihre Freiheit einzuschränken. Wenn man selbst nicht betroffen ist, schreit man sogar schonmal geradezu danach. Jahrelang gab es zu Überwachungsthemen dauernd diese "Wenn man nichts zu verbergen hat, dann ist das auch nicht schlimm!"-Denke. Mittlerweile, im Namen des Kampfes gegen den islamistischen Terrorismus (wieviele Terroranschläge hatten wir hier in Deutschland nochmal seit 2001?), drehen immer mehr Menschen total durch und heissen jeden noch so heftigen Eingriff in die Freiheit und Privatsphäre gut, nutzen auch wie wild Payback-Karten, kriegen aber Schweissausbrüche, fordern Verbote und zetteln unerbittliche Debatten an, wenn im Internet zu sehen ist, was frei sichtbar auf der Welt im öffentlichen Raum existiert. Ich verstehe es nicht...... Volkes Stimme wird zunehmend hysterisch und panisch, wo eigentlich Besonnenheit und Hinterfragen angebracht wäre. Und dann kann man es hier gar nicht verstehen, wenn z. B. die Japaner selbst oder auch die Franzosen ziemlich rational sind, selbst wenn sie das Thema Atomkraft unmittelbar nach einem AKW-Störfall bewerten müssen. Was wir hier zu viel an Hysterie drin haben, haben die vielleicht zu wenig an Besorgnis. Beides ist nicht unerheblich über Jahrzehnte politisch gesteuert worden. Aber die Wahrheit läge dann wie so oft eher in der Mitte.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Das hat das Nationalgefühl nachhaltig beeinträchtigt. Deutschland hat sich von den 60er Jahren an (Auschwitzprozesse einerseits, Wirtschaftswunder andererseits) quasi neu erfunden: Als erfolgreiche und geschichtslose Wirtschaftsnation Land mit starker kultureller Ausrichtung auf die USA. Der alte Gründungsmythos (Bismarck und der Krieg gegen Frankreich 1871) wurde durch einen neuen Gründungsmythos ersetzt: Die Stunde Null, die Trümmerfrauen und das Wirtschaftswunder.

    Eine mit 1933/1945 zusammenhängende Besonderheits Deutschland ist, dass fremdenfeindliche Ressentiments in Deutschland heute nicht mehr salonfähig sind, bzw. nur noch "durch die Blume" geäußert werden und dass es (anders als in vielen anderen europäischen Länder) keine fremdenfeindlich-demagogische Partei im Parlament gibt.
    Ich hatte 1998, als Schröder ganz neue, fast mutig zu nennende Töne zu diesem Thema anschlug und versuchte sich öffentlich von den USA zu emanzipieren und die ewigen Büßerrolle deutscher Kanzler abzustreifen, echte Hoffnung, dass wir in ein neues Zeitalter starten können. Dieses Duo Schröder-Fischer brachte einen neuen frischen Wind 1998, auch innerhalb Deutschlands. Es begann ein Zeitalter, in dem man durchaus Stolz auf sein Land sein durfte und fast 53 Jahre Geschichte NACH 1945 und die mit von Deutschen friedlich errungene und gestaltete Beendigung der Teilung der Welt, etwas zählen dürfen und durch nichts relativiert wurden. Mit der Agenda 2010 wurde das alles völlig vor die Wand gespielt und geriet ins Hintertreffen. Seit die Merkel dran ist, haben wir wieder den konservativen, ins prüde und enge abgleitenden Mief der späten Kohl-Ära. Blöd ist, dass mittlerweile alle Parteien bei polizeistaatlichen Methoden und Totalüberwachung irgendwie mitmachen und es seit Sarazzin & Co. eben nicht einfach geworden ist Integrationsthemen offen zu thematisieren, sondern schwerer. Links der Mitte ist man nach rechts gerückt und rechts der Mitte nach links und Migrationswahrheiten sind immer irgendwie pfui und sagen was über den Überbringer aus und nicht über die Ursachen. Na Prima!

  5. #24
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Mich kotzt das so dermaßen an, dass ich als Deutsche auch nach über 60 Jahren automatisch mit Nazis in Verbindung gebracht werde. [
    Ich stimme Dir insofern zu, als es natürlich Quatsch ist, jemanden für etwas verantwortlich zu machen, an dem er schon vom Alter her gar nicht beteiligt sein konnte.

    Andererseits: Die Frage "Waren Deine Eltern/Großeltern daran beteiligt?" ist leider sooo abwegig nicht: Das NS-Regime war (bis 1943) sehr populär und hatte massenhaft Helfer und Nutznießer in der "normalen" Bevölkerung! Mal aus nicht-deutscher Sicht gedacht: Der Vater/Großvater dieser so harmlos wirkenden deutschen Touristen hätte durchaus als SS-Mann, Gestapo-Spitzel oder Wehrmachtsoffizier an Verbrechen beteiligt gewesen sein können. Oder vielleicht hat er als Bauer fremde Zwangsarbeiter beschäftigt. Oder als Bürger auf Versteigerungen jüdischen "Nachlass" erworben. Oder als Blockwart Oppositionelle denunziert usw.

    Manche Deutsche erwarten mittlerweile ja, dass sich jeder Türke erstmal von Al Kaida und jeder Russe erstmal von der Russen-Mafia distanziert. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass einer von uns Forumsteilnehmern Nazi(Mitläufer) unter seinen Vorfahren hat, ist deutlich größer als die, dass irgendein türkischer Jugendlicher Sympathien für Al Kaida oder irgendein russischer Einwanderer Kontakte zur Mafia hat!

    Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte nichts von Sippenhaft, Erbschuld und der Idee "nationaler Identitäten". Mir gehts nur um den Widerspruch: Wie absurd es viele Deutsche finden, wenn sie auf das Thema Nazis angesprochen werden, und wie selbstverständlich gleichzeitig Ausländer zunehmend unter den Verdacht der Integrationsverweigerung gestellt werden.

  6. #25
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    und wie selbstverständlich gleichzeitig Ausländer zunehmend unter den Verdacht der Integrationsverweigerung gestellt werden.
    Kaum noch verwunderlich, wenn man Szenen wie diese aus "Entweder Broder" sieht (ab 11:30, Fortsetzung im Video darunter).





    Oder Reportagen wie diese.


  7. #26
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    und eine gewisse Schroffheit, wenn nicht sogar Unhöflichkeit; auch dies war dem Kanadier während seiner Zeit in Deutschland (3 Jahre) aufgefallen
    ...besonders wenn man sich einer gewissen Stadt Berlin nähert

    Ich bin noch nie in meinem ganzen Leben so angemacht worden wie in den 3 Metern wo ich es wagte in Berlin statt auf einer lebensgefährlichen Straße auf einem XXL-Fußweg zu radeln... Sowas könnte auch typisch .de sein...
    Ist mir allerdings in HH noch nicht passiert

    Oder Leute die nachts um 2 in der Zone 30 kein km/h schneller fahren, aber dafür auf der Autobahn im extrem dichten Verkehr 220 (darf man ja)...

    Thema Vergangenheit:

    Dafür fand in den 50s und 60s die Nazizeit in der Schule nicht statt. Ich finde es gut, dass man es nicht vergisst.

    Hab zu dem Thema gerade aufgeschnappt, dass der Vater von M.Rosenberg wohl im KZ war. Der Schlagerstar musste es aber immer verschweigen, aus Angst um die Karriere. Dass ist irgendwie auch symptomatisch für unsere Gesellschaft...

    BTW: Man merkt z.B., wenn die jetzige Red-Generation in Daddelzeitungen begeistert vom dem neusten WWII-Shooter schwärmt "voll geil - Berlin plattmachen bis kein Baum mehr steht - voll super Grafik" (etwas überspitzt formuliert) und "ganz viele Feinde ausschalten", dass das Kriegskauderwelsch 1:1 übernommen wird. Dass klang bei Lenhardt und Schneider in den frühen 1990s noch anders (meine Generation). Da wünsche ich mir ein paar Sonderstunden in der Schule... Einfach mal wieder "Die Brücke" zeigen und gut is...

    Lutz

  8. #27
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    und es seit Sarazzin & Co. eben nicht einfach geworden ist Integrationsthemen offen zu thematisieren, sondern schwerer. Links der Mitte ist man nach rechts gerückt und rechts der Mitte nach links und Migrationswahrheiten sind immer irgendwie pfui und sagen was über den Überbringer aus und nicht über die Ursachen. Na Prima!
    Zum Thema Integrationsprobleme:

    Mein Chef, der mich ausbeutet: ein Deutscher.
    Die Frau Arbeitsamt, die mich damals mal 2 Monate auf ein Existenzminimum hat warten lassen: eine Deutsche.
    Sämtliche Beamte, über die ich mich schon mal aufgeregt habe: Deutsche.
    Der Bürgermeister, der den nahegelegenen Badesee in ein kostenpflichtiges Bad umgewandelt hat: ein Deutscher.
    Der unfreundliche Busfahrer, der mich im Regen hat warten lassen, während er ein Brötchen aß: ein Deutscher.
    Dieter Bohlen und Heidi Klum: Deutsche.

    Wenn ich wie Sarazzin alles auf die ethnische Herkunft beziehen würde, müsste der Schluss heißen: Wir haben ein Deutschen-Problem!

  9. #28
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Wenn ich wie Sarazzin alles auf die ethnische Herkunft beziehen würde, müsste der Schluss heißen: Wir haben ein Deutschen-Problem!
    Man muss keinen Sarrazin bemühen, um Integrationsprobleme auf den Tisch zu packen. Wenn's schon ein Verweis auf prominente Kritiker sein soll, dann besser Heinz Buschkowsky; der brachte die Debatte schon lange vorher deutlich differenzierter auf den Punkt.

    Was du da oben aufzählst, sind Allerweltsärgernisse, wie sie einem überall auf dem Globus passieren können. Probleme mit Migranten - auffälligerweise meist mit denselben Gruppen darunter -, kommen dann leider noch dazu.

  10. #29
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen

    Dafür fand in den 50s und 60s die Nazizeit in der Schule nicht statt.

    Lutz
    Logisch, die Lehrer der 50er und 60er Jahre waren ja meist selber noch während der Nazi-Zeit verbeamtet worden.

    Die Forderung nach einem "Schlussstrich" hatte es übrigens schon unmittelbar nach dem Nürnberger Prozess 1947 gegeben. Denn nach vorherrschender Sichtweise der ersten zwei Nachkriegsjahrzehnte war das NS-Regime nur das Werk einiger weniger verrückter Politiker und der Krieg v. a. ein Unglück für Deutschland gewesen. Dass sich Millionen Deutsche damals überhaupt nicht an der Einteilung der Völker Europas in Herrenrasse und Untermenschen gestört hatte, wurde erst eine Generation später zum Thema.

  11. #30
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: "Das ist Deutschland hier" oder: Typisch deutsch!

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Zum Thema Integrationsprobleme:
    Mein Chef, der mich ausbeutet: ein Deutscher.
    Die Frau Arbeitsamt, die mich damals mal 2 Monate auf ein Existenzminimum hat warten lassen: eine Deutsche.
    Sämtliche Beamte, über die ich mich schon mal aufgeregt habe: Deutsche.
    Der Bürgermeister, der den nahegelegenen Badesee in ein kostenpflichtiges Bad umgewandelt hat: ein Deutscher.
    Der unfreundliche Busfahrer, der mich im Regen hat warten lassen, während er ein Brötchen aß: ein Deutscher.
    Dieter Bohlen und Heidi Klum: Deutsche.
    Wenn ich wie Sarazzin alles auf die ethnische Herkunft beziehen würde, müsste der Schluss heißen: Wir haben ein Deutschen-Problem!
    Naja, mir fehlt da jetzt ein bisschen die Vergleichbarkeit. Alles was Du da aufführst sind Eigen-Wahrnehmungen/persönlicher Geschmack (Dieter Bohlen = doof), individuelle Eigenarten von Menschen oder evtl. auch sogar Berufsgruppen (Beamte habens versemmelt) oder sogar weltweit übliche Marktmechanismen (Marktwirtschaft, abhängige Beschäftigung, Sparzwang öffentlicher Haushalte). Mir ist nicht ganz klar wie man das ernsthaft auf eine Stufe mit eindeutig identifizierbaren, hochproblematischen und faktisch vorhandenen Migrations-Problemen mit einigen Migratengruppen stellen kann. Letztendlich erkenne ich da eher die unsäglichen Relativeriungsphrasen einer Claudia Roth wieder.... Dafür ist aber keine Zeit mehr und dieses ewige Relativieren und Lamentieren erhöht höchstens den Zulauf zu rechten Gruppen oder gar Aktivisten. Am Ende wundert man sich dann wieder, wie es nur passieren konnte, dass irgendwelche rechten Vögel im Bundestag sitzen und dort ihre nationalistischen Faxen veranstalten. Natürlich gibt es Probleme auch mit Deutschen und natürlich sind viele Migrationsprobleme auch eigentlich soziale Probleme. Aber wenn gewisse Migrantengruppen aus sozialen und religiösen Hintergründen überproprtional vertreten sind, muss man das auch sagen und zum Anlass nehmen dürfen daran zu arbeiten.

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