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In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

Erstellt von PostMortem, 16.01.2012, 16:31 Uhr · 36 Antworten · 3.658 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Laschek

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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Schade, jetzt habe ich mir soviel Mühe gegeben und dann wird ein m.E. ganz wesentlicher Punkt bei der ganzen Öffnungszeitendiskussion überhaupt nicht aufgegriffen:



    Gerade von den Befürwortern längerer Öffnungszeiten, kommt doch immer wieder das Argument, lasst die Händler selbst entscheiden. Ich hab oben dargelegt, wie das in der Realität bei bestehenden Gesetzen von den großen Unternehmen bis zu den kleinen Inhabergeführten Läden gehandled wird.

    @ PostMortem & Laschek

    Euere Meinung dazu? Ist das wirklich das was ihr wolltet? Oder isses nicht in Wahrheit so, dass ihr euch eigentlich durch die völlige Freigabe der Öffnungszeiten eine 24H-Öffnungspflicht erhofft? So kommt das rüber, denn erst dann wäre es einheitlich und man müsste sich egal zu welcher Uhrzeit, keine Gedanken machen: "äh... haben die noch offen?"
    Eine Öffnungspflicht irgendwelcher Art erhoffe ich mir eben nicht. Ich stehe auf dem Standpunkt dass es Dinge gibt die so gar nicht per Gesetz geregelt werden müssen, und dazu zähle ich eben die Öffnungszeiten. Soll doch jeder selber entscheiden wann und wie lange er seinen Laden aufmacht, die lohnenswerten Zeiten pendeln sich dann doch von selber ein. Wenn einer meint seinen Blumenladen von 0-4 Uhr nachts aufmachen zu müssen dann wird er schon selber merken dass das Käse ist. Und wenn nicht dann hat er halt Pech gehabt...

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Schade, jetzt habe ich mir soviel Mühe gegeben und dann wird ein m.E. ganz wesentlicher Punkt bei der ganzen Öffnungszeitendiskussion überhaupt nicht aufgegriffen
    Was mich angeht ist die geschilderte praktische Erwägung zwar Ansichtssache, aber für mein Rechtsverständnis wirklich kein Grund etwas gesetzlich(!) zu verbieten. Sollten ernsthaft Leute derart daran verzweifeln, dass manche Geschäfte bis 18, manche bis 19, andere bis 20, 22 oder gar 24 Uhr aufhaben, dass man diese Ladenöffnung deshalb gesetzlich verbieten muss? Wie überlebensfähig wäre die Menschheit noch, wenn aus solchen Erwägungen etwas per Gesetz verboten werden müsste?

    Euere Meinung dazu? Ist das wirklich das was ihr wolltet? Oder isses nicht in Wahrheit so, dass ihr euch eigentlich durch die völlige Freigabe der Öffnungszeiten eine 24H-Öffnungspflicht erhofft? So kommt das rüber, denn erst dann wäre es einheitlich und man müsste sich egal zu welcher Uhrzeit, keine Gedanken machen: "äh... haben die noch offen?"
    Es geht mir - wie eigentlich fast jedem - sicherlich nicht darum, dass alles 24 Stunden auf haben soll. Es geht nur darum, dass es eine Entscheidung jedes Händlers sein soll wann er sein Geschäft am besten betreiben kann und das gesetzliche Verbote etwas sind was Ordnungswidrigkeiten (z. B. Feuerwehrausfahrt zuparken) Straftaten (z. B. Vergewaltigung) und drastischen Gefahren (z. B. Sprengstoff) vorbehalten bleiben sollte.

    Unser örtlicher Woolworth hatte jetzt ein ganzes Jahr durchgehend von 9.30 Uhr bis 20.00 Uhr offen und ist nun seit Anfang des Jahres auf 19.00 Uhr runter. Sicherlich nicht, um seine Mitarbeiter (fast durch die Bank Teilzeitkräfte zum Auffüllen und Kassieren, die man leider oftmals nix fragen kann) zu schonen, sondern wahrscheinlich eher weil der Umsatz für diese eine Stunde nicht hoch genug war.

    Geht mal auf Galeria-kaufhof.de und vergleicht die Öffnungszeiten einzelner Fillialen. Das ist nicht einheitlich in jedem Haus gleich. Da gibt es meist zwei verschiedene Öffnungs- und/oder Feierabendzeiten in der Woche in einer Filiale.

    Und sie haben Recht, dass sie es so machen. Wo mir die eine Stunde länger offen mehr Kosten als Umsatz verursacht,
    lasse ich es.
    Wie Du beschrieben hast schließen Läden bedarfsgerecht ohne gängelnde Öffnungsverbote. Es regelt sich also offensichtlich gut von selbst zwischen Angebot und Nachfrage. Wo ist ausgerechnet nach dieser Erkenntnis der dringende Bedarf für Öffnungsverbote? In was für einem Land leben wir, wenn alles verboten wird was manche nicht brauchen oder nicht zu brauchen glauben?

    Ich brauche z. B. keinen Hund! Mehr als 91% der Haushalte haben keinen Hund. Hunde braucht nach dieser "die meisten brauchen das nicht also verbieten!"-Denke also eigentlich keiner. Also warum nicht auch gleich Hundehaltung verbieten? Dann gibts auch keinen Hundedreck und keine bellenden Hunde mehr. Hunde werden von noch weniger Menschen gebraucht als Öffnungszeiten >18:30 Uhr. Wenn das also die Argumente sind mit denen wir heute Dinge verbieten wollen kanns ja noch lustig werden in unserem Land.

    Im Übrigen gehe ich davon aus, dass es inzwischen eine ganze Menge "fester" Internetstammkunden gibt, die auch dann nicht im Laden kaufen würden, wenn dieser vor Ort eine Filiale hätte oder 24/7 geöffnet wäre!
    Das ist mittlerweile so, wird aber durch Verkürzung der Zeitfenster im stationären Handel bestimmt nicht besser. Es liegt aber auch an der teilweise extrem behäbigen Reaktion alteingesessener Händler die sich über Jahrzehnte unangreifbar fühlten. Kunden wechseln heute sofort, man geht nicht mehr stur zu Händlern die man eigentlich kacke findet. Die Probleme im Handel liegen auch an Ketten die sich in Deutschland einen wahnsinnigen Verdrängungswettbewerb liefern und einen Markt nach dem anderen mit eilig angelernten Belegschaften eröffnen. Vieles hat man wegen schlechter Managements auch schlicht verpennt, auch weil Branchenriesen schlafen, keine Trends mehr setzen und seit Jahren taumeln (Karstadt, Metros ungeliebte Tochter Kaufhof usw.). Wo ist da Raum dafür es dem Kunden schwerer zu machen in die Läden zu kommen?

    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Überstunden mache ich als Teilzeitkraft nicht, bekomme jede gearbeitete Stunde (zwischen 10 und 20 Uhr) bezahlt. Auch die Stunden vorher und nachher, sofern sie vom Chef verlangt wurden (Inventuren). Pleite geht der Laden davon nicht, aber ich kann den Laden nur putzen wenn der zu ist. Es hilft mir nicht wenn mir der Kunde um den Schrubber läuft und gefällt der Kundschaft ja auch nicht.
    Stunden bezahlt hört sich brutto ja auch toll an bei 170 Stunden im Monat. Aber nach Steuern macht das nicht viel aus.
    Aber darum geht es mir ja gar nicht. Es sollte nur einfach mal genügen, 10 Stunden einkaufen zu können. Die Belastbarkeit ist erreicht. Ich kann mich nicht beschweren, daß alles teurer wird und dann trotzdem 24 Stunden offen bei vollem kompetenten Service verlangen.
    Das verlangt so gut wie keiner und es wäre schön dann in der Diskussion untereinander auch mal in der wirklichen Sache zu argumentieren und nicht so maßlos zu übertreiben. Du glaubst doch nicht ersnthaft, dass Dir ohne Öffnungsverbot in Deinem Laden demnächst droht um 2 Uhr nachts ne Levis-Jeans für 9,90 Euro zu verkaufen?

    Es kann doch nicht sein, dass irgendwas für alle verboten werden muss, nur weil manche Arbeitnehmer nie nein sagen können und Teilzeitkräfte sich ausnutzen lassen. Wie kann man als Teilzeit gelten, wenn die geleisteten Stunden selbst die erlaubte Regelarbeitszeit eines Vollzeit-Arbeitnehmers übersteigen? Das ist doch unmöglich und für alles ein Grund, aber nicht dafür da jetzt irgendwas auf Öffnungszeiten zu schieben. Das geht so nicht, es ist gesetzlich verboten. Solche Gesetze bringen aber nur was wenn ihre Einhaltung auch eingefordert wird. Ansonsten bringt ja auch ein Ladenschlussgesetz gar nichts, wenn jeder einfach macht was er will und sagt "ich muss aber!".

    Chefs und Arbeitnehmer die so eine Beziehung haben, werden in Zukunft das gleiche bei kürzeren Öffnungszeiten treiben. Dann ist zwar die Geschäftszeit kürzer, aber dann wird eben weiter Personal abgebaut und für alle verbleibenden geht das gleiche Spiel im Rahmen kürzerer Öffnungszeiten wieder von vorne los.

    Dieses Rad lässt sich durch kürzere Öffnungszeiten nicht zurückdrehen, weil es in allen Branchen der Gang der Dinge ist mit immer weniger Leuten immer mehr zu machen. Personalkosten sind eben der beliebteste Hebel um Kosten zu senken und Margen zu sichern / zu heben. Angeblich wird überall sonst immer bald das Licht ausgehen, selbst wenn Gewinne fließen. Wonders kann man noch mehr verdienen, so die Drohgebärden. Wer da aber einfach immer mitmacht betreibt Selbstmord auf Raten aus Angst vor dem angeblich drohenden Tod. So funktioniert eben Kapitalismus: Wenn kein Gegendruck da ist, wird so weit ausgepresst wie es geht. Als Chef im Handel muss das praktisch sein, wenn die Mitarbeiter die Ganze Zeit nur die Schuld bei Öffnungszeiten suchen. Andere Ideen das Geschäft am laufen zu halten braucht man so nicht, einfach noch ein bisschen die Daumenschrauben anziehen und die Schuld auf die bösen Kunden schieben. Konkurrenzdruck und Verdrängungswettbewerb wird man mit diesem Denken auf Dauer auf beiden Seiten so nicht überstehen. Darüber würde ich mir als Mitarbeiter mehr Sorgen machen.

  4. #33
    Benutzerbild von musicola

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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Was mich angeht ist die geschilderte praktische Erwägung zwar Ansichtssache, aber für mein Rechtsverständnis wirklich kein Grund etwas gesetzlich(!) zu verbieten. Sollten ernsthaft Leute derart daran verzweifeln, dass manche Geschäfte bis 18, manche bis 19, andere bis 20, 22 oder gar 24 Uhr aufhaben, dass man diese Ladenöffnung deshalb gesetzlich verbieten muss? Wie überlebensfähig wäre die Menschheit noch, wenn aus solchen Erwägungen etwas per Gesetz verboten werden müsste?
    Gegenfrage: wie überlebensunfähig wird die Menschheit, wenn die jetzt schon extrem kundenfreundlichen Ladenöffnungszeiten ganz einfach so bleiben, wie sie sind? ICH will sie ja nicht verkürzen, wenngleich ich persönlich der Meinung bin, dass in meiner kleinen Heimatstadt ein Gong um 19 Uhr niemanden am Hungertuch nagen ließe!
    Für dich sollte das aber eh unerheblich sein. Die Waren die du willst sind lt. deiner häufigen Aussagen entweder im stationären Handel nicht erhältlich, oder zu teuer, oder ohne die nötige Fachberatung oder nicht zu deiner freien zeitlichen Verfügung einkaufbar.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Es geht mir - wie eigentlich fast jedem - sicherlich nicht darum, dass alles 24 Stunden auf haben soll. Es geht nur darum, dass es eine Entscheidung jedes Händlers sein soll wann er sein Geschäft am besten betreiben kann und das gesetzliche Verbote etwas sind was Ordnungswidrigkeiten (z. B. Feuerwehrausfahrt zuparken) Straftaten (z. B. Vergewaltigung) und drastischen Gefahren (z. B. Sprengstoff) vorbehalten bleiben sollte.
    Nochmal: wozu eine völlige Freigabe? Am Ende pendelt es sich sowieso irgendwo zwischen 6 Uhr und 24 Uhr ein...

    Aber lieber doch komplett freigeben, bekommen die unfähigen und unfreundlichen Verkäufer(innen) in diversen Öffungszeitversuch5experimenten nochmal schön eine vorn Latz, es reicht ja nicht, dass in der heutigen dienstleistungsorintierten Zeit, den MA im Einzelhandel nicht selten kaum noch Respekt irgendeiner Art entgegenkommt. Der Kunde ist prinzipiell König, darf Packungen ungefragt und natürlich ungestraft aufreißen und liegenlassen. Mit fünf Kostümen in die Faschingsumkleide rein, alles anprobieren, dabei sämtliche Etiketten abreißen und dann den Kram linksrum und durcheinander auf dem Kabinenboden liegen oder dem nächstbesten Warenträger hängen lassen. Natürlich nicht ohne Schuhabdrücke und Schminkreste darauf zu hinterlassen. Erlebe ich eben täglich, aber sag mal was zu 'nem Kunden dann biste ein unverschämt unfreundlicher Verkäufer. Eine Kollegin hat mal vor zwei Jahren gewagt, eine Kundin höflich aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass es nett wäre die Kostüme wieder ordentlich zurück auf den Warenträger zu hängen. Die Kundin hat sie daraufhin angeblafft, sich bei der Geschäftsleitung beschwert und auch noch Recht bekommen. Kann sowas wirklich Sinn der Sache sein?

    Eine ältere Kollegin (kurz vor der Rente) sagte mir letztens dazu passend, dass immer mehr Kunden NULL Respekt vor dem MENSCHEN hinter der Kasse haben, sie nur auf ihr über allem stehendes Recht als König Kunde pochen. Wie soll das in Zukunft aussehen? Muss man sich als MA im Einzelhandel wirklich alles bieten lassen?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wie Du beschrieben hast schließen Läden bedarfsgerecht ohne gängelnde Öffnungsverbote. Es regelt sich also offensichtlich gut von selbst zwischen Angebot und Nachfrage. Wo ist ausgerechnet nach dieser Erkenntnis der dringende Bedarf für Öffnungsverbote? In was für einem Land leben wir, wenn alles verboten wird was manche nicht brauchen oder nicht zu brauchen glauben?
    Ich hab's oben schon geschrieben. Es pendelt sich natürlich alles irgendwo und sicher auch im Rahmen ein, aber muss man's ständig immer weiter ausreizen? Ganz direkt gefragt: Würdest du so argumentieren, wie du es tust, wenn du im Einzelhandel arbeiten würdest? Hast du Freunde und/oder Verwandte im Einzelhandel? Hast du die mal nach ihrer Meinung gefragt? Nimmst du die ebensowenig ernst, wie mich oder SonnyB., wenn sie dir ihre Erlebnisse / langjährigen Erfahrungen schildern?

  5. #34
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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Übrigens:

    Laut Wikipedia wurden in 9 von 16 Bundesländern die Öffnungszeiten praktisch komplett freigegeben (Mo bis Sa 0-24Uhr)!

    Mich würde ja mal interessieren, inwieweit dieses Angebot vom Einzalhandel in den betroffenen Bundesländern ausgenutzt wird.

    Und dann wüsste ich auch gern mal ob man sich jetzt nur daran stört, dass 7 Bundesländer hiervon abweichen, oder ob man empört ist, weil der Sonntag immernoch einigermaßen unangetastet blieb...

  6. #35
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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Gegenfrage: wie überlebensunfähig wird die Menschheit, wenn die jetzt schon extrem kundenfreundlichen Ladenöffnungszeiten ganz einfach so bleiben, wie sie sind? ICH will sie ja nicht verkürzen
    Ich auch nicht. Ich will, dass sie so bleiben wie sie nun seit ein paar Jahren sind. Aber SPD und Grüne müssen in NRW ja nun unbedingt malwieder symbolpolitisch dran und etwas zurück drehen. Das musste ja auch Schröder schon unbedingt beim demografischen Faktor - was der größte Blödsinn war (und nicht bedeutet, dass ich CDU- oder FDP-Fan wäre).

    Nochmal: wozu eine völlige Freigabe? Am Ende pendelt es sich sowieso irgendwo zwischen 6 Uhr und 24 Uhr ein...
    Brauche ich nicht und fordere ich auch nicht. Ich hätte aber nix dagegen und verstehe nicht warum alles mögliche verboten werden muss was angeblich nur keiner braucht. Real oder Kaufland bis 22 Uhr nehme ich sehr oft in Anspruch, Rewe bis 24 Uhr ab und an. Aber deswegen muss ich keinem verbieten um 1 Uhr aufzumachen nur weil er da i.d.R. sowieso nicht aufmacht. Wie gesagt: 91% haben keinen Hund = Hunde verbieten?

    Eine Kollegin hat mal vor zwei Jahren gewagt, eine Kundin höflich aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass es nett wäre die Kostüme wieder ordentlich zurück auf den Warenträger zu hängen. Die Kundin hat sie daraufhin angeblafft, sich bei der Geschäftsleitung beschwert und auch noch Recht bekommen. Kann sowas wirklich Sinn der Sache sein?
    Glaubt Ihr im Einzelhandel denn wirklich, in anderen Branchen ist das in irgendeiner Form anders? Im Gegenteil: Viele die nicht im Handel arbeiten, haben in irgendeiner Form "interne Kunden". Nur wir sind fest aneinander gebunden. Unzufriedene Kunden können in der freien Wirtschaft irgendwann woanders hingehen, Unternehmer können Kunden die sich unmöglich benehmen irgendwann mal Hausverbot erteilen. Aber wenn Du unternehmensintern Kunden hast, sind Kunde und Lieferant alternativlos aneinander gekettet. Allein deshalb kommt der Kunde schon nicht wie ein Kunde, sondern wie ein Gauleiter. Er tritt unverschämt auf, macht immer unverhältnismäßigen Termindruck, jeder ist der Wichtigste und braucht seine Sache als Allererster und natürlich ist seine Sache grundsätzlich direkt für die Geschäftsführung. Und wenns denen dann zu lange dauert, schießen die auch einen Torpedo über die GF an Dich ab und Du sollst dann Schuld sein, dass das Unternehmen Millionen verliert weil Du nicht jeden gleichzeitig bedienen kannst. Es gibt hunderte bis tausende Leute die nicht arbeiten können wenn ich zu früh den Hammer fallen lasse. Glaubt Ihr da echt bei uns Kunden wäre im Job Ponyhof und wir kommen nach solchen Kacktagen aus purer Gedankenlosigkeit erst um 20:30 in den Supermarkt? Ich habe keine Öffnungszeiten. Mein Tag endet oft genug zu einer ganz andere Zeit als ich persönlich vor hatte und der Druck geht manchmal durchaus auf Pumpe oder Magen. Aber ich fordere jetzt deswegen kein Gesetz, sondern über die Jahre anständige Bezahlung, Freizeitausgleich und stetige Verbesserung im Detail.

    Ganz direkt gefragt: Würdest du so argumentieren, wie du es tust, wenn du im Einzelhandel arbeiten würdest? Hast du Freunde und/oder Verwandte im Einzelhandel? Hast du die mal nach ihrer Meinung gefragt? Nimmst du die ebensowenig ernst, wie mich oder SonnyB., wenn sie dir ihre Erlebnisse / langjährigen Erfahrungen schildern?
    Ja: Freundin hat bei Karstadt gelernt und gearbeitet, bester Freund bei Saturn, anderer Freund in der Herrenbekleidung eines Kaufhauses. Meine Freundin ist mittlerweile selbstständig weil sie den Gift-Cocktail in den allermeisten heute im Handel befindlichen Textilien beim Auspacken nicht mehr vertragen hat. Sie arbeitet gerade immer noch um einen Auftrag fertig zu kriegen und dann mit mir ins WE zu starten. Ich denke ich habe genug Einblick um ziemlich gut informiert zu sein wo im Handel so der Schuh drückt. Einen Freund habe ich noch der mit Quelle in der Filiale in die Pleite gegangen ist. So ein bisschen Einblick habe ich also durchaus und ich weiss dadurch auch wie sich im Handel die Angestellten durch ihr Primadonnentum in und zwischen Abteilungen nicht selten lieber gegenseitig fertig und das Leben schwer machen als mal zusammen zu stehen und für bessere Bedingungen einzustehen.

    Es ist m. E. einfach nicht richtig die Einschränkung von Öffnungszeiten als Heilmittel für schlechte Arbeitsbedingungen im Handel darzustellen. Nur weil ich gegen Öffnungsverbote bin, nehme ich doch nicht Probleme des Verkaufspersonals nicht Ernst. Ich finde nur andere Lösungen richtig. Ich habe hier nun auch schon ziemlich oft geschrieben, dass ich die Probleme schon sehe. Wenn natürlich Sonny in Teilzeit mehr (und anderes) arbeitet als ein Vollzeitbeschäftigter per Gesetz regelmäßig dürfte, muss es schon erlaubt sein daran zu zweifeln, dass ein mittelgroßes Filialunternehmen ohne diese ungesetzliche Praxis Pleite geht. Wenn das so wäre, ist es legal nicht überlebensfähig und das liegt dann meistens eher nicht an Öffnungszeiten, sondern an schlechtem Management oder Bedarf nach Marktbereinigung wegen Überangebot und zu viel Verkausfläche in der Branche (vgl. Schlecker).

  7. #36
    Benutzerbild von CaligoCastra

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    Beitrag AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Ich hab' mir jetzt einiges hier durchgelesen und kann dazu folgendes äußern:

    Das Prinzip mit der Ortsabhängigen Öffnungszeit wird bereits umgesetzt. Zumindest in Berlin.
    Als Hauptstädterin kann ich bestätigen, das es je nach Bezirk verschiedene Öffnungszeiten gibt!
    So hat z.B. der Kaufland im Randgebiet von Berlin "nur" bist 22Uhr offen - während z.B. der Stadtkern bis 23Uhr und einige sogar bis 0/24 offen haben.
    Außerdem gibts bei uns auch zahlreiche "Spätis" Läden die idR 24/7 Service bieten. Die Preise sind aber meist auch um ein vielfaches Höher als in normalen Läden. Am Alex gibts auch Fastfood-Läden die mit 24/7 werben - Mit unter sind diese gerade am Freitag sehr gut besucht. Das liegt aber meist an den Jugendlichen, denen es draußen zu kalt ist und die dann während des "Abhängens" noch paar Snacks konsumieren.

    In Bernau - welches Hauptstadtnah liegt, sind die Öffnungszeiten hingegen für verwöhnte Hauptstädter "zu kurz" ^^
    Da werden um bestimmte Zeiten einfach mal die Bürgersteige hochgeklappt und dann gibts da halt nix mehr bis zum nächsten Tag

    Außerdem wer denkt an die Tankstellen? In den meisten Tanken gibts auch eine Warenabteilung die wie die Tankstelle offen hat.
    Über die beschwert sich auch keiner

    Ich finde, das ein Öffnungszeitverbot nicht unbedingt sinnvoll ist, weil es so viele Ausnahmeregelungen gibt, die dieses Verbot wieder aushebeln. Man denke nur an die Bahnhofspassagen die nach dem kirchlich angezettelten Streit um den Sonntag an eben dem selben meist dennoch offen haben.

    Beim Rauchverbot in Wirtshäusern wurde auch so viel mit Ausnahmen rumgewuselt, das es unter Strich nur noch auf dem Papier Zähne hat und ansonsten eher ein Valiumtiger ist.

    Ich selbst bin Servicekraft bei Tschibo - geringstfügige Beschäftigung.
    Ich kenne auch den Stress mit den Leuten die alles aufrupfen aber nat. nur das top und nagelneu verpackte kaufen wollen und sich dann aufregen, wenn es nur noch die zerfetzten Sachen gibt. Gerade bei Tschibo fetzten viele Leute die Packungen auf und lassen es dann löse im Regal rumgammeln
    Mittlerweile bin ich da eiskalt und nehm' alles aus dem Regal was zerfetzt wurde und wenn danach gefragt wird, teile ich den Leuten höfflich mit, das aufgrund von unangemessenen Kundenbenehmen die Artikel nicht mehr im Verkauf sind.

    Mir ist aber auch aufgefallen, das der Respekt den man von Kunden bekommt meist nur noch von den älteren Menschen zu erwarten ist - weil die gelinde gesagt mehr Benehmen haben!
    Letztens hat mich eine ältere Dame gefragt, ob ich ihr nicht mal eben helfen könne, da sie an einen oben gelagerten Artikel nicht ran käme. Das lief höflich und gesittet ab - ohne anpflaumen und so weiter. Und wenn man mich höflich fragt, wo dies oder das sei, unterbreche ich auch mal meine Arbeit und suche ein Mitarbeiter des Marktes.

    Was du nicht willst das man dir tut - nicht wahr? Ich kann verstehen, wieso einige Verkäuferinnen missmutig reagieren. Wenn man sich fast 365 Tage im Jahr von irgendwem anschnauzen lassen muss ist man irgendwann auch bedient. Aber derlei unfreundliche Reaktionen stoßen die vor den Kopf, die immer nett und freundlich sind als Kunde.

    Vor einiger Zeit hab ich in einem Galeria Kaufhof etwas gesucht und nach einem Mitarbeiter ausschau gehalten. Und zwei gefunden die sich rege unterhielten. Denkst du einer von denen hatte auch nur ne Minute um mir mal zu sagen was ich wissen wollte? Wenn man die angesprochen hat, kam nur ein "Moment" - nach 15min rumstehen und warten, hab ich mich umgedreht und bin aus dem Markt gegangen.
    Es kommt also immer auf die Situation an.

  8. #37
    Benutzerbild von lärmbär

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    AW: In den 80ern erlaubt - heute verboten!?

    Zitat Zitat von J.B. Beitrag anzeigen
    Man will jeglichen Alkohol-Konsum vor Teilnahme am Strassenverkehr mit einem selbstpilotierten Fahrzeug verhindern....
    Und so ein Auto springt dann auch bei betrunkenen Mitfahrern nicht an oder wie? Ehrlich, ein Auto das nicht losfährt, wenn der Fahrer nicht angeschnallt ist, schön und gut (solange die Technik funktioniert), aber sowas ist irgendwie gruselig ...

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