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Denglisch

Erstellt von SonnyB., 11.03.2003, 21:15 Uhr · 37 Antworten · 2.276 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Jaja..die Rächtschraiprefoam

    Wie bessert man denn die Pisa Studie auf??? Na???

    Man nimmt sich sämtliche Aufsätze und Diktate der Schüler vor...und das Wort, daß am häufigsten falsch geschrieben wird, reformieren wir dann eben, und heben so den Klassenspiegel an.

    So macht man aus einem faulen Hänger einen 1ser Abiturienten

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von JJ28

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    @SonnyB
    Das Problem ist unter anderem auch der Transfer; was nützt einem Musterkind die Auwendiglernerei, wenn man keinen Praxisbezug dazu hat. Böh, diese widerlichen Integrale es war dermaßen theoretisch - heute weiß ich wofür man es braucht. Zwar kenne ich nicht den Unterschied zwischen Prozent- und Promillerechnung, schrierg wird es wohl nicht sein, oder?

    MH, es gab übrigens schon einmal eine Rechtschreibreform, es war 1902?. Da schrieb man Tür noch mit "h"? Vgl. Himmelsthür?

    Oh Sonny, dein Gemüt möchte ich haben Hat schon etwas Biss?

    Cu
    JJ

  4. #13
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Oh Sonny, dein Gemüt möchte ich haben Hat schon etwas Biss?

    @JJ

    Was möchtest Du mir damit sagen ??

  5. #14
    Benutzerbild von JJ28

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    SonnyB. postete
    Oh Sonny, dein Gemüt möchte ich haben Hat schon etwas Biss?

    @JJ

    Was möchtest Du mir damit sagen ??
    Genau das: ----------------------->

  6. #15
    Benutzerbild von SonnyB.

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    @JJ

    LOL

  7. #16
    Benutzerbild von Dazzle

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    Ihr braucht doch bloss mal die PC-Sprache nehmen:
    Dass Speaker nur ordinäre Lautsprecher sind, oder die vielpropagierte Harddisc,
    das Cd-Rom-Drive, der Burner oder der Tower. Das Mainboard samt "Sound onboard".
    Oder:Im Sprachgebrauch ist es noch ein Rohling, aber auf fast sämtlichen Verpackungen steht: Compact Disc - Recordable/Rewritable.(up to ...24/32/48x Speed)
    Aber lieber angliziert als japanisiert (heisst das nipponable?), oder?

  8. #17
    Benutzerbild von JJ28

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    @ Dazzle

    Alles um den Peh-Ceh ist eh grauselig.
    Wenn auf den "Soundboxen" 50 Watt draufsteht, und diese werden mit einem popeligen 12V/0,5A = 6W(att) versorgt, dann kann da eh schon mal was nicht stimmen
    Immerhin steht auf den CD-Laufwerken seriöser Hersteller "up to" oder "max" 48fache Schreibgeschwindigkeit; viele meinen, dass ein 48x vier Mal schneller brennt als ein 16x Trotz vieler Anglizismen keine Ahnung von Winkel- bzw. Bahngeschwindigkeit.
    NUn ja, zu einer WIederbeschreibaren sage ich auch schon mal " Haste mal ne RW?"

    CU
    JJ

  9. #18
    Benutzerbild von producer

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    Eine lustige/interessante Seite zu diesem Thema gibt´s übrigens auch hier:

    http://www.vds-ev.de/forum/viewboard.php?BoardID=1

    freundliche Grüße

  10. #19
    Benutzerbild von Torsten

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    Na, das nenn' ich Service. Kaum das Thema angesprochen, schon wird's tatkräftig angepackt. Ein Sonderlob also an SonnyB....

    Was die Sache mit dem übertriebenen Gebrauch von Anglizismen angeht: Da hab ich mir vor einigen Jahren mal ein Interview mit der Modemacherin Jil Sander im Frankfurter Allgemeine Magazin ausgeschnitten und aufbewahrt, denn das ist kaum zu übertreffen:

    "Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das future-Denken haben muss. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das von Anfang an auch supported. Der problemwusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils."

    Abgesehen von dieser schon realsatirischen Sprache zeigt dies mal wieder, dass die Modewelt eine wichtigtuerische Attitüde an den Tag legt, die in meinen Augen eigentlich nur noch eine Karikatur ihrer selbst ist. Es dürfte kaum eine andere Branche geben, die von sich selbst so sehr überzeugt ist und in Wahrheit zu den Dingen gehört, auf die die Welt als erstes verzichten könnte...

    Zurück zu den Anglizismen: Eine völlige Abschaffung derartiger Begriffe wäre natürlich übertrieben. Es ist nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass die englische Sprache viele Dinge oder Sachverhalte treffender, eleganter und schlichtweg einfacher benennt. Abgesehen davon, dass Englisch schon rein phonetisch irgendwie besser ankommt als das "sperrige" Deutsch...

    So würde ich beispielsweise niemals auf die Idee kommen, sämtliche Ausdrücke aus der IT-Sprache nun eindeutschen zu wollen. Kürzlich las ich in irgendeinem Forum, wie jemand einen Diskussionsstrang als "Faden" bezeichnete und fand das doch recht befremdlich. Ich denke, bei einer so globalisierten Errungenschaft wie dem Internet sind englische und damit internationale Synonyme durchaus angebracht. Ich bezeichne einen "Faden" also weiterhin lieber als "thread"...

    Was ich dagegen aber beispielsweise unerträglich affektiert finde, ist das Einführen von englischsprachigen Stellenbezeichnungen in den deutschen Berufsalltag. Einen stinknormalern Verkaufsleiter, der sich allen Ernstes "sales manager" schimpft, kann ich jedenfalls nicht ernst nehmen... "Manager" ist dabei überhaupt das Schlagwort schlechthin: Mittlerweile wird jeder, der auch nur im kleinsten Rahmen irgendwas organisiert, als "Manager" bezeichnet. Das mündet dann in solch abstrusen Geschichten, wie ich sie auch vor langer Zeit mal in meinem "Absurdistan"-Beitrag ansprach: Da erzählt eine Bewerbungstrainerin tatsächlich, es mache sich in Lebensläufen doch wesentlich eindrucksvoller, anstatt "Hausfrau" besser "Familienmanagerin" anzugeben. Völlig fassungslose Reaktionen bzw. schallendes Gelächter hatten dann natürlich prompt den Vorwurf zur Folge, man wisse die Arbeit einer Hausfrau nicht zu schätzen. Dieser Einwand zielte zwar völlig am Thema vorbei, schien ihr als Rechtfertigung für diesen haarsträubenden Unsinn aber auszureichen...

    Überhaupt kann man sich bei Leuten, die mit Denglisch nur so um sich schmeißen, oftmals des Eindrucks nicht erwehren, dass hier einfach nur mit vorgeblicher Bildung geprahlt werden soll. In aller Regel merken solche Zeitgenossen auch nicht mal ansatzweise, wie lächerlich sie sich machen. Kein Wunder, dass ein solches Gebahren in Comedy- oder Kabarettsendungen schon oft genug auf die Schippe genommen wird!


    @ Babooshka:

    "Ansonsten finde ich, ist die deutsche Sprache viel zu sehr von Anglizismen durchzogen. Die Bewohner keines anderen Landes würden das mit ihrer Sprache machen lassen. In Frankreich wacht die Académie Française über die Reinerhaltung der französischen Sprache."

    Ich teile deine Ansicht, dass die Deutschen ihre Sprache viel zu sehr versaubeuteln lassen. Tatsächlich machen sich schon viele andere Nationen über das bei uns überbordende Denglisch regelrecht lustig und fragen polemisch, ob wir eigentlich überhaupt keine eigene sprachliche Kreativität besitzen würden. Peinlich, peinlich!

    Ich würde hierbei aber nicht die Franzosen als leuchtendes Beispiel anführen. Die sind meines Erachtens nämlich viel zu sehr dem anderen Extrem verfallen: Versuch mal, als Tourist in Paris einen Einheimischen etwas auf Englisch zu fragen - oftmals erntet man da nur beleidigt-unfreundliche Blicke. Die pochen dermaßen auf den Gebrauch ihrer Landessprache, dass die Schwelle zur Arroganz schon deutlich überschritten ist. Beispiel Grand Prix: Während die Sprecher/innen der europaweiten Jurys die Punktevergabe ausnahmslos in Englisch übermitteln, sind die Franzosen natürlich immer die Einzigen, die sich darum einen Dreck scheren und munter ihr "douze points" verteilen. Auch da kann ich nur sagen: Peinlich, peinlich!

    Aber was soll man schon von einem Volk erwarten, dessen LKW-Fahrer bei ihren Streiks auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen und dessen Tennispublikum bei den French Open die Spieler schon bei den geringsten kleinen Auffälligkeiten gnadenlos auspfeift?


    @ JJ28:

    "statt 'modernes Kassettenbandgerät mit hoher Wiedergabetreue, Doppelwellendirektantrieb und Fernbedienung' heißt das 'geiles Hi-Fi-Tape mit Closed loop, Direct Drive und ner praktischen Remote'"

    Naja, "Tapedeck" für"Kassettendeck" geht noch halbwegs in Ordnung. Wenn mir aber jemand einen solchen Satz wie den von dir zitierten um die Ohren hauen würde, hätte der bei mir direkt seinen Stempel weg. Gibt's übrigens wirklich Leute, die anstatt "Fernbedienung" tatsächlich "Remote" sagen? Hab ich selber noch nie gehört...

    Für eine Kassette benutze ich wie viele meiner Freunde übrigens nicht das Kürzel "Tape", sondern "Kase"...

    Ich selbst habe mir in den letzten Jahren z. B. angewöhnt, nicht mehr "Boxen", sondern "Lautsprecher" zu sagen (oder zumindest beides in vernünftigem Verhältnis zu benutzen). Die deutsche Variante klingt in diesem Falle meines Erachtens auch tatsächlich mal eleganter als das irgendwie prollig behaftete englische Pendant...


    "Das war vor 30 Jahren noch anders, als es noch deutsche Produkte gab. Z. B. von Grundig, Nordmende, Dual usw. Bei diesen Geräten waren die Beschriftungen noch in deutscher Sprache gehalten. Gekauft hat es am Schluss fast keiner mehr, warum wohl?"

    Ja, gutes Beispiel. Aber leider klingen die meisten deutschen Begriffe für viele tatsächlich zu provinziell, die englischen Namen strahlen eben einen gewissen technischen Fortschritt aus. Traurig, aber wahr. Interessant wäre die Frage, ob das in anderen Ländern wohl auch so ist/war!?!


    "Das Problem ist unter anderem auch der Transfer; was nützt einem Musterkind die Auwendiglernerei, wenn man keinen Praxisbezug dazu hat." [Stichwort Rechtschreibreform]

    Ich habe mich vor einigen Jahren in recht kurzer Zeit komplett umgestellt, weil ich eine Vermischung von alter und neuer Rechtschreibung einfach nur als peinlich empfinde. Entweder man entscheidet sich für das eine oder das andere - aber eine unausgegorene Mischung ist für mich nix Halbes und nix Ganzes.

    Man muss einfach nur a bisserl Disziplin aufbringen und in der ersten Zeit verstärkt auf die Veränderungen achten. Oftmals reicht es ja, sich das Prinzip zu merken: Wenn man z. B. weiß, dass viele Begriffe in Anlehnung an den Wortstamm geändert wurden, kommt man schon von selbst auf die Idee, nicht mehr "aufwendig", sondern "aufwändig zu schreiben (denn es kommt ja von "Aufwand").

    Naja, an "bisschen" musste ich mich aber auch ersma gewöhnen...


    @ musicola:

    "naja, beim Walkman hat das auch was mit dem Copyright der Firma SONY zu tun! denn nur die dürfen ihre tragbaren Cassettenabspieler auch so nennen!! Bei den Konkurrenz-Produkten von AIWA (übrigens wesentlich besser!) und Konsorten hiess es da meistens (portable) cassette player oder wie ich mal in einem Versandhaus-Katalog lesen musste: city walker!"

    Solche Beispiele gibt's auch "innerdeutsch": Wie ich durch "Wer wird Millionär?" mal erfahren habe, darf nur die Firma AEG (wenn ich mich recht erinnere) den Begriff "Fön" benutzen. Konkurrenten müssen ihr Produkt entweder "Haartrockner" nennen oder auf die per Rechtschreibreform korrigierte Fassung "Föhn" zurückgreifen...

    Aber man nennt ja auch sämtliche Papiertaschentücher "Tempos" oder sagt am Essenstisch "Gibb misch mal dat Maggi!", auch wenn's sich gar nicht um die originalen Produkte handelt...

  11. #20
    Benutzerbild von Christoph

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    Manche Produkte haben gar keinen deutschen Namen mehr, oder? Ich denke da an "handheld" oder "organizer" (ist doch eigentlich ein Taschenkalender?). So richtig lustig wird es, wenn man versucht, den eingebürgerten englischen Namen ein deutsches Pendant zu geben, auch oder gerade wenn es richtig doof klingt: so spreche ich gerne von meinem "Handtelefon"

    Gruß
    Christoph

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