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Der Fall Nadja Benaissa

Erstellt von ihkawimsns, 15.04.2009, 15:54 Uhr · 40 Antworten · 2.474 Aufrufe

  1. #21
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    AW: Der Fall Nadja Benaissa

    OK, dann gehen wir davon aus, dass jeder von uns Schienbeinschoner besitzt (und zwar solche, die auch vor giftigen Nadeln schützen) und man sie vorher anlegen kann oder auch nicht.

    Aber stimmt schon, ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen, diente jedoch auch nur der Illustration...

  2.  
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  3. #22
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Mich stört wie gesagt vor allem, dass man nicht die Verantwortung für sein eigenes Tun übernimmt, sondern einen Sündenbock sucht.
    Also wir können ja drüber streiten ob es juristisch zu belangen ist wenn jemand seine HIV-Infektion 5ex-Partnern gegenüber absichtlich verschweigt (ich denke ja, Du nein). Aber ein Sündenbock ist so jemand nun wirklich auf gar keinen Fall. SO selbstverständlich ist es aufgrund der geringen (Neu-/)Infektionsrate in Deutschland (ca. 3.000 Neuinfektionen Pro Jahr, ca. 60.000 Infizierte, d. h. weniger als 1 von 1.000!!!) nämlich dann auch wieder nicht durch "einfache" Unvorsicht an einen Infizierten zu geraten und es macht deshalb immer noch sehr wohl einen Unterschied ob ich jemandem das Risiko eines ungeschützten 5exkontakts mit einem Infizierten von 1:>1000 oder 1:1 (wenn ich um eine Infektion weiss sie aber verschweige) zumute.

    Letztendlich genauso gefährlich. Man sieht es ja vor dem Ausbruch von AIDS niemandem an, ob er negativ ist, unwissend positiv oder wissend positiv. Safer-5ex-Regeln gehen ja davon aus, dass der andere prinzipiell erst mal positiv ist, so lange man nichts genaueres weiß.
    Wie würdest Du das ganze eigentlich sehen, wenn diejenige welche mit jemandem "Blutsbrüderschaft" schließt ohne ihre HIV-Infektion zu outen? Würdest Du dann auch sagen "Ja selbst schuld, da muss man eben mit rechnen das Leute sowas vorschlagen die HIV haben!"?

    In Japan rät man mittlerweile davon ab Wiederbelebungsmaßnahmen an Fremden durchzuführen, da ein Infektionsrisiko bei Verletzungen nicht auszuschließen ist. Das passt natürlich zu der Einstellung, dass man bei jedem mit einer HIV-Infektion rechnen muss. Nach einschlägigen Untersuchungen in Deutschland finden Wiederbelebungsmaßnahmen zu 70-80% im eigenen Umfeld statt und man beruhigt in offiziellen Dokumenten der Feuerwehr, dass es in Deutschland zudem generell sehr unwahrscheinlich sei bei der Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen an einen Infizierten zu geraten (ist doch sehr interessant, da wird argumentiert wie man es gerade braucht! Gehts um 5ex heissts "Selbst schuld, man muss immer mit Infizierten rechnen!" Gehts um die gute Tat "Erste Hilfe" heissts "Stell Dich mal nicht so an, es ist sehr unwahrscheinlich an Infizierte zu geraten!"). Aber nehmen wir mal die Regel auf, dass Wiederbelebungsmaßnahmen zumeist im eigenen Umfeld stattfinden und man somit davon ausgeht, dass das Umfeld über Infektion/Nichtinfektion weiss. Es war ja anscheinend nicht so, dass diese Beiden nur einen belanglosen One Night Stand hatten. Die beiden sind also seit 4 Wochen zusammen, das Mädel verunfallt im Haushalt. Wie würdest Du das ganze sehen, wenn diejenige welche sich blutende Gesichtsverletzungen zugezogen hat und beatmet werden muss? Der Partner hat zufällig eine nicht ganz ausgeheilte, verschorfte Wunde am Mund (Herpes etc.) und schwupp... Blut vermischt sich. Infiziert! War das dann auch Pech und Mitverantwortung des Wiederbelebenden?

    Ich meine nur Du solltest mal von der Schiene runterkommen, dass HIV eine reine Geschlechtskrankheit wäre und man deshalb sein nahes Umfeld nach Belieben im Unklaren lassen und Verantwortung abwälzen darf. Es ist m. E. nicht ok da so einfach auf die Eigenverantwortung der anderen zu pochen, schon gar nicht, wenn sie sie offensichtlich im guten Glauben(!) nicht wahrnehmen.

    Was für eine Welt soll das eigentlich sein, in der Du immer damit rechnen musst dass ein Mädel oder ein Kerl mit dem Du eine Beziehung aufbauen willst Dich über sowas wie eine HIV-Infektion anlügen darf (durch aktives lügen oder unterlassen eines entsprechenden Hinweises). Wie sollen Menschen da noch Vertrauen ineinander haben? Wer will in so einer Welt, wie Du sie da als normal zeichnest, überhaupt noch was mit einem anderen Menschen anfangen? Wo soll das enden? Lebenslang in der Beziehung nur mit Gummi und Befruchtung nur noch im Reagenzglas? Profilaktische Gabe von Medikamenten an jede Schwangere, damit sie ein Kind nicht anstecken kann falls sie HIV haben sollte es aber nicht sagt? Oder hat das Kind dann nicht aufgepasst und hätte die Eizelle besser nicht befruchtet? Fragen über Fragen...

    PM

  4. #23
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Also wir können ja drüber streiten ob es juristisch zu belangen ist wenn jemand seine HIV-Infektion 5ex-Partnern gegenüber absichtlich verschweigt (ich denke ja, Du nein). Aber ein Sündenbock ist so jemand nun wirklich auf gar keinen Fall. SO selbstverständlich ist es aufgrund der geringen (Neu-/)Infektionsrate in Deutschland (ca. 3.000 Neuinfektionen Pro Jahr, ca. 60.000 Infizierte, d. h. weniger als 1 von 1.000!!!) nämlich dann auch wieder nicht durch "einfache" Unvorsicht an einen Infizierten zu geraten und es macht deshalb immer noch sehr wohl einen Unterschied ob ich jemandem das Risiko eines ungeschützten 5exkontakts mit einem Infizierten von 1:>1000 oder 1:1 (wenn ich um eine Infektion weiss sie aber verschweige) zumute.
    Sündenbock halt dahingehend, dass man sich nicht der eigenen Verantwortung stellt.

    Wie würdest Du das ganze eigentlich sehen, wenn diejenige welche mit jemandem "Blutsbrüderschaft" schließt ohne ihre HIV-Infektion zu outen? Würdest Du dann auch sagen "Ja selbst schuld, da muss man eben mit rechnen das Leute sowas vorschlagen die HIV haben!"?
    Na, jetzt kommst du aber mit Szenarien um die Ecke, meine Güte.

    In dem Fall würd ich sagen: Ja, das Risiko ist bekannt. Außer vielleicht bei kleinen Kindern, wenn ein Beteiligter über die Mutter infiziert ist und noch nicht entsprechend erzogen wurde. Aber das artet jetzt auch langsam in Haarspalterei aus. Mir ging es in erster Linie um 5exkontakte, und da sind die Ausreden überschaubar.

    In Japan rät man mittlerweile davon ab Wiederbelebungsmaßnahmen an Fremden durchzuführen, da ein Infektionsrisiko bei Verletzungen nicht auszuschließen ist. Das passt natürlich zu der Einstellung, dass man bei jedem mit einer HIV-Infektion rechnen muss. Nach einschlägigen Untersuchungen in Deutschland finden Wiederbelebungsmaßnahmen zu 70-80% im eigenen Umfeld statt und man beruhigt in offiziellen Dokumenten der Feuerwehr, dass es in Deutschland zudem generell sehr unwahrscheinlich sei bei der Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen an einen Infizierten zu geraten (ist doch sehr interessant, da wird argumentiert wie man es gerade braucht! Gehts um 5ex heissts "Selbst schuld, man muss immer mit Infizierten rechnen!" Gehts um die gute Tat "Erste Hilfe" heissts "Stell Dich mal nicht so an, es ist sehr unwahrscheinlich an Infizierte zu geraten!"). Aber nehmen wir mal die Regel auf, dass Wiederbelebungsmaßnahmen zumeist im eigenen Umfeld stattfinden und man somit davon ausgeht, dass das Umfeld über Infektion/Nichtinfektion weiss. Es war ja anscheinend nicht so, dass diese Beiden nur einen belanglosen One Night Stand hatten. Die beiden sind also seit 4 Wochen zusammen, das Mädel verunfallt im Haushalt. Wie würdest Du das ganze sehen, wenn diejenige welche sich blutende Gesichtsverletzungen zugezogen hat und beatmet werden muss? Der Partner hat zufällig eine nicht ganz ausgeheilte, verschorfte Wunde am Mund (Herpes etc.) und schwupp... Blut vermischt sich. Infiziert! War das dann auch Pech und Mitverantwortung des Wiederbelebenden?
    Gegenanfrage: Soll sie verknackt werden, weil sie sich nicht beim ersten Date komplett offenbart hat, um ganz sicherzugehen, dass sich kein Blut vermischt (oder sonstige relevante Körperflüssigkeiten)? Denn das Szenario könnte ja auch schon am ersten Abend passieren.

    So was wie von dir hier beschrieben fällt dann wohl eher unter allgemeines Lebensrisiko. Manchmal hat man halt auch einfach Pech. Darum ging es mir aber nicht.

  5. #24
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Sündenbock halt dahingehend, dass man sich nicht der eigenen Verantwortung stellt.
    Wie weit geht diese Verantwortung für Dich? Muss man sich einen notariell beglaubigten Laborbericht bis spätestens nach dem Vorspiel zeigen lassen oder reicht vor dem ersten ungeschützten GV (und der kommt irgendwann nunmal meistens) die oft mehr oder weniger unangenehme Nachfrage "Öhm... äääh... ja, also.... na Du weisst schon, Du bist doch gesund, oder?". Diese Frage soll ja von einem der Betroffenen gestellt worden sein. Dummerweise erst NACH dem ungeschützen GV. Aber soweit ich weiss, besteht dann durch rechtzeitige Medikamenteneinnahme gerade noch eine Chance eine Infektion zu verhindern. Fändest Du das auch noch ok, wenn da ausdrücklich gelogen worden wäre und die Frage positiv beantwortet wäre (was ggf. so geschehen sein soll)?

    Übrigens kann die ach so sichere Eigenverantwortung und Universalversicherung "Kondom" auch mal reissen. Aber das fällt dann natürlich wieder unter persönliches Pech und Lebensrisiko... Ich denke halt nur, dass jeder dieses Risiko anders kalkulieren würde wenn er weiss, dass die Wahrscheinlichkeit an einen infizierten 5expartner zu geraten bei 1:>1000 liegt und die Wahrscheinlichkeit sich bei einem Infizierten anzustecken auch nochmal einen Faktor hat oder ob der 5expartner definitiv infiziert ist.

    Ich bin mir übrigens in einem sehr sicher: Wüsstest Du von der Infektion eines potenziellen 5expartners, würdest Du selbst mit Kondom auf GV verzichten, eben weil dieses z. B. auch reissen kann. Diese Entscheidung kannst Du nur leider nicht treffen, wenn der/diejenige Dich belügt. Da ist es schwierig mit der Eigenverantwortung.

    PM

  6. #25
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    AW: Fremdscham

    Hat was von Kreuzverhör, immer wieder neue Szenarien.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wie weit geht diese Verantwortung für Dich? Muss man sich einen notariell beglaubigten Laborbericht bis spätestens nach dem Vorspiel zeigen lassen oder reicht vor dem ersten ungeschützten GV (und der kommt irgendwann nunmal meistens) die oft mehr oder weniger unangenehme Nachfrage "Öhm... äääh... ja, also.... na Du weisst schon, Du bist doch gesund, oder?". Diese Frage soll ja von einem der Betroffenen gestellt worden sein. Dummerweise erst NACH dem ungeschützen GV.
    Ich halte es aber an sich für selbstverständlich, dass man sich noch mal neu testet, wenn man ohne Gummi poppen will und es dem anderen auch zeigt. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Und ja, letzten Endes macht man's auf eigene Gefahr.
    Aber soweit ich weiss, besteht dann durch rechtzeitige Medikamenteneinnahme gerade noch eine Chance eine Infektion zu verhindern. Fändest Du das auch noch ok, wenn da ausdrücklich gelogen worden wäre und die Frage positiv beantwortet wäre (was ggf. so geschehen sein soll)?
    OK wär's nicht, aber für mich nicht strafrechtlich relevant. Auch wiederum aus oben erwähnten gesundheitspolitischen Überlegungen.
    Übrigens kann die ach so sichere Eigenverantwortung und Universalversicherung "Kondom" auch mal reissen. Aber das fällt dann natürlich wieder unter persönliches Pech und Lebensrisiko...
    Dazu steht was im allerersten Beitrag.

    Ich denke halt nur, dass jeder dieses Risiko anders kalkulieren würde wenn er weiss, dass die Wahrscheinlichkeit an einen infizierten 5expartner zu geraten bei 1:>1000 liegt und die Wahrscheinlichkeit sich bei einem Infizierten anzustecken auch nochmal einen Faktor hat oder ob der 5expartner definitiv infiziert ist.

    Ich bin mir übrigens in einem sehr sicher: Wüsstest Du von der Infektion eines potenziellen 5expartners, würdest Du selbst mit Kondom auf GV verzichten, eben weil dieses z. B. auch reissen kann. Diese Entscheidung kannst Du nur leider nicht treffen, wenn der/diejenige Dich belügt. Da ist es schwierig mit der Eigenverantwortung.
    Bei einem ONS wär so ne Nachricht sicher ein Lusttöter. Aber deswegen ist es ja keine Unperson. Und wenn einem daran gelegen ist, kann man sicher was machen. Genauso wie man gesagt immer erst mal so 5ex haben sollte, als wenn der oder die andere positiv wäre (freilich ohne dem Partner zu unterstellen, dass er es ist).

  7. #26
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Hat was von Kreuzverhör, immer wieder neue Szenarien.
    Hier gehts ja auch um ein juristisches Thema
    Aber wir können dann jetzt zu den Schlussplädoyers übergehen.

    Ich habe die damalige erste Popstars-Staffel verfolgt und war irgendwo schon der Meinung, dass die fünf es verdient hatten nach diesem Casting-Akt auch eine Musik-Karriere zu machen. Nadja fand ich persönlich eigentlich auch immer am Attraktivsten von allen. Die Solo-Songs von ihr fand ich jetzt auch keineswegs schlecht, ich hätte ihr eine erfolgreichere Solo-Karriere zugetraut. Es war mit den No Angels eine Story wie vom Tellerwäscher zum Millionär. Sie kam aus niedersten und schwierigsten Verhältnissen, wurde früh alleinerziehende Mutter usw,. usf. Sie taugte hervorragend zum schönen "Pop-Schwan", den das Fernsehen machte. Sie wurde zum Vorbild für viele junge Mädchen da draussen und hat trotz finanzieller Schwierigkeiten und Karrieretiefpunkt immer noch eine Menge Fans. Es fällt mir einfach schwer mir vorzustellen, dass sie ein Mensch ist der sich seelenruhig in ein Bett begeben und sich jemandem hingeben kann, obwohl bei diesem Akt potenziell eine schwere Krankheit übertragen und diesem Menschen schwerer Schaden zugefügt wird. Nach meinem Empfinden muss man dafür eiskalt sein, so einen vertraulichen Akt so seelenruhig durchzuziehen. Und so eiskalt habe ich Nadja Benaissa eigentlich nicht eingeschätzt.

    Es ist natürlich sowieso schwierig eine verlässliche Einschätzung zu jemandem zu treffen, den man nur aus den Medien kennt. Aber irgendwo glaube ich immer noch, dass die Sache sich ggf. etwas anders darstellen wird wenn sie selbst einmal zu Wort kommen wird. Obwohl ich tendenziell davon ausgehe, dass sie ihre Krankheit tatsächlich verschwiegen haben wird, erwarte ich Dinge, die das ganze ggf. noch in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen. Selbst wenn der Herr (er soll wohl Musikmanager sein?!) z. B. eine Art "Besetzungs-Couch" mit ihr durchgeführt hat, fände ich es immer noch verwerflich wenn seine Ansteckung bewusst in Kauf genommen worden wäre. Dennoch könnte ich dann z. B. ein gewisses Rachemotiv verstehen.

    Obwohl sie nach allem was öffentlich bekannt ist in bestimmten Dingen ein eiskalter Mensch zu sein scheint der sowas durchziehen kann, habe ich dennoch seitdem die Sache durch die Medien geistert mal so drüber nachgedacht wie man sich an ihrer Stelle wohl so in der U-Haft fühlen muss. Das erste mal im Knast... draussen tobt der Pressemob und sort dafür, dass Du Dich nirgends mehr sehen lassen kannst.... du kannst Dich nicht dazu äußern.... und dann die Frage was besser ist: Jetzt weiter isoliert in U-Haft sitzen oder jetzt auch noch mitten in diese Hetzjagd wieder in die Freiheit entlassen werden und sich an jeder Straßenecke schneiden und/oder von allen anfeinden lassen. An ein normales Leben ist für sie wohl nie mehr zu denken. Die Staatsanwaltschaft die dafür verantwortlich ist sollte m. E. zur Rechenschaft gezogen werden. Es gab nach der Inhaftierung überhaupt keinen Grund alles in die Welt zu posaunen die Gefahr bzw. ggf. vermeintliche Gefahr war ja gebannt und Urteile sollten immer noch Gerichte sprechen und nicht Staatsanwaltschaften. Ob die U-Haft überhaupt rechtens ist wird ja auch noch geprüft.

    PM

  8. #27
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Genau das denke ich auch. Ich finde diese Berichterstattung ziemlich widerlich.
    Wenn wir als Gesellschaft Eier in der Hose hätten, würden wir die hochgelobte Pressefreiheit mal kurz beiseite schieben und solche menschenverachtenden Medienorgane in Gänze von der "Bild"fläche verschwinden lassen. Dieses bedruckte Klopapier ist der tägliche Beweis dafür, dass die Massenmedien genauso wie die Wirtschaft schärferer Regeln bedürfen, um die liberale Grundhaltung auf Dauer nicht in einen "everything goes"-Exzess mutieren zu lassen, der einzig finanziellen Interessen dient.

    Jeder, der solche Schmierblätter konsumiert, darf sich getrost genauso schämen wie jemand, der andere wissentlich mit einer tödlichen Krankheit infiziert.

  9. #28
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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Jeder, der solche Schmierblätter konsumiert, darf sich getrost genauso schämen wie jemand, der andere wissentlich mit einer tödlichen Krankheit infiziert.
    Genau, nenn den Konsum von Bild am besten doch gleich einen "medialen Holocaust", dann hast Du es wirklich nicht mehr kleiner.
    Ich frage mich in welche Richtung Du jetzt eher ausschlägst: Zur 4. Generation der RAF oder zur Politiker-Kaste, die glaubt durch Verbote und Zensur würde man gesellschaftliche Missstände lösen können.

    Ein Glück muss ich mich aber gar nicht angesprochen fühlen, ist BILD-Online ja kein BLATT, sondern besteht aus Pixeln.

    PM

  10. #29
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Genau, nenn den Konsum von Bild am besten doch gleich einen "medialen Holocaust", dann hast Du es wirklich nicht mehr kleiner.
    Gemach, solche Übertreibungen überlasse ich dir, du bist darin wesentlich geübter. Allerdings sind gerade die Kleinmacher und Schönredner dafür verantwortlich, dass sich nix ändert.

    Verbote? Hast Recht, würde nix nützen. Deshalb sollte man all jene moralisch ächten, die Diekmann und Konsorten diesen Dreck erst ermöglichen, und das sind letztlich die Konsumenten. Vielleicht würde dann irgendwann ein breites Nachdenken darüber beginnen, was sich eine Gesellschaft eigentlich damit antut, wenn sie solchen menschenverachtenden "Journalismus" am Leben erhält.

  11. #30
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Fremdscham

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Wenn ich aber das Unwissen über den eigenen Zustand belohne, ist die naheliegende Alternative, dass man sich einfach gar nicht mehr um HIV kümmert, bis die eigene Gesundheit erodiert. Auf diese Weise fördert ein solches Denken die Pandemie.
    Das haben ja auch die Hausfrauenpsychologen diverser Presseerzeugnisse in ihren Artikeln gemutmaßt... die Praxis scheint anders auszusehen:

    HIV-Fall von Sängerin nutzt Prävention

    „Wir haben einen wirklich hohen Ansturm von Menschen, die in unserer anonymen Beratung ihre Situation schildern und in Sorge sind, dass sie sich infiziert haben könnten.“ Aus dem Gespräch heraus zeige sich, dass es sich bei den Anrufern verstärkt um hetero5exuell Aktive handele. Viele wollten auch wissen, wo man einen HIV-Test machen kann oder erfragten andere praktische Tipps.

    Also immerhin etwas positives das aus dieser Sache entsteht.

    Andererseits frage ich mich schon manchmal, was mit mir eigentlich nicht stimmt wenn ich auch jetzt noch nicht den Drang verspüre jemanden anzurufen, "nur" weil ein C-Promi-Girl HIV hat. Mit ihr habe ich nicht gepennt und wenn aus anderen Gründen Zweifel bestanden hätten, dann war das auch vor Nadja Benaissa schon so... Es ist schon eine komische Welt in der man lebt und wo die Leute ihre Lebensentscheidungen davon abhängig machen was über irgendwelche A-Z Promis in der Zeitung steht (und @ Thorsten: Jetzt bitte keine Predigt warum mir das jetzt erst auffällt usw. Manchmal spricht man eben auch längst bekannte Dinge einfach malwieder aus).

    PM

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