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Der Fußball-EM-Thread

Erstellt von Gosef, 05.06.2004, 14:39 Uhr · 320 Antworten · 13.121 Aufrufe

  1. #211
    Benutzerbild von Torsten

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    compagnies postete
    Hat der Kluivert eigentlich schon mal gespielt?

    Ich persönlich halte ihn ja für den besten Stürmer Europas (zur Zeit)!

    Das so ein Knabe nur auf der Bank sitzt, das ist eigentlich nicht zu fassen!
    Hast du diesen Beitrag aus 'nem fünf Jahre alten Posting kopiert? Zu dem Zeitpunkt hätte ich diesen Einwurf ja noch einigermaßen verstanden...

  2.  
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  3. #212
    Benutzerbild von Gosef

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    SonnyB. postete
    @Gosef
    und ich hab meinen Tipp erst gestern geändert Ich hatte erst 1:2 für die Holländer ......abba nööööööööö ! Ich musste ja noch dran rum basteln.
    Im Moment siehste mit deinem Tip Tschechien - Dänemark ja ganz gut aus, es steht 3:0, das eine Tor, das dir noch fehlt, liegt in der Luft...
    Gruß
    EM-Gosef

  4. #213
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Gosef postete
    das eine Tor, das dir noch fehlt, liegt in der Luft...
    ...und hätte es auf dem Boden gestanden, wo es hingehört...dann hätte ich sogar 5 Punkte statt 3

    Aber immerhin etwas

  5. #214
    Benutzerbild von Lovelord

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    Also ich glaub das die Tschechen und die Griechen ins Finale kommen.

  6. #215
    Benutzerbild von Gosef

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    Lovelord postete
    Also ich glaub das die Tschechen und die Griechen ins Finale kommen.
    Schlechterdings möglich, weil die jetzt schon im Halbfinale aufeinander treffen. Dass die Tschechen ins Finale kommen, glaub ich aber auch.
    Gruß
    EM-Gosef

  7. #216
    Benutzerbild von Torsten

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    Ein Artikel von Klaus Brinkbäumer und Jörg Kramer auf "spiegel.de" bringt den Zustand des deutschen Fußballs konkret auf den Punkt:

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,306035,00.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,306035-2,00.html

    Die Nacht von Almancil

    Wochenlang hatten die Spieler von ihrer Kraft geredet, aber es fehlte an Selbstvertrauen. Tatsächlich sind sie nicht begabt genug für den Hochgeschwindigkeitsfußball dieser EM. Absurder Effekt: Rudi Völler hatte gerade angefangen, ein starker Teamchef zu sein - da trat er auch schon zurück.

    Es gibt Momente, die ganze Spiele beschreiben, die alles über eine Mannschaft sagen, was zu sagen ist. Im letzten Match der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Portugal waren es die letzten Sekunden. Einwurf für Deutschland, es stand 1:2 gegen Tschechien, Bernd Schneider warf den Ball nicht nach vorn, sondern nach hinten zu Jens Nowotny, und der überlegte. Setzte zu einer Flanke an. Traute sich nicht. Wollte zu Bernd Schneider zurückspielen. Schoss den Ball ins Seitenaus. Dann war es zu Ende.

    Und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte gegen ein schon fürs Viertelfinale qualifiziertes und deshalb mit neun Reservespielern angetretenes Team der Tschechen verloren, ohne auch nur begriffen zu haben, wie armselig dieser Gegner war. Nach dem 1:1 gegen Holland hatten alle in der Mannschaft gedacht, dass sie sich nun nicht mehr blamieren könnten - es war ein Irrtum. Die deutsche Elf war eifrig, sie war nett, aber sie war nicht gut genug für ein Turnier wie jenes von Portugal.

    Das Turnier von Deco und Nuno Gomes. Das Turnier von Rooney. Dieses Turnier von Nedved, van Nistelrooy und Ibrahimovic, dieses Festival von Fußballern, die den richtigen Platz in perfekten Mannschaften haben, Fußballer sind das, die mit einem Tempo und einer Präzision spielen, mit einer Strategie und einer Spontaneität, wie es das in dieser Kombination bisher bei keiner Meisterschaft gab.

    Rudi Völler, 44, atmete nach dem Schlusspfiff tief aus und ließ die Schultern sacken, ging zu Oliver Kahn, zu Michael Ballack, ging in die Kurve der deutschen Zuschauer, winkte beidhändig, dann drehte er die Handflächen nach außen. Ich weiß auch nicht warum, das sagte diese Geste, Entschuldigung, sagte sie. Kein Tor wurde zum Bild, das von der deutschen EM-Elf 2004 bleiben wird, sondern diese Geste. "Das ist unbefriedigend", so sagte es der Teamchef anschließend, und dann korrigierte er sich: "Es ist ungenügend." Rudi Völler sagte das in der Pressekonferenz nach dem letzten Spiel, er saß da im offenen blauen Hemd, mit eingezogenen Schultern und sehr krumm, und dann sagte er: "Ich habe Vertrag bis 2006."

    Da wusste er längst, was er tun würde, und wenig später machte er sich auf den Weg in die Mixed Zone, dieses seltsame Gehege in den Katakomben, wo die Reporter vor den Gittern um die strategisch besten Plätze ringen und den Spielern, die auf dem Weg zum Bus sind, ihre Diktiergeräte entgegenrecken. Dort stand Kahn, hatte die Hände hinterm Po verschränkt, als würde gleich noch mal die Hymne gespielt, und sagte: "Junge Spieler wachsen nicht auf Bäumen." Und hier unten, vor der Umkleidekabine, bat Völler nun seinen Freund Horst R. Schmidt, den Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nicht wie geplant in Lissabon zu bleiben, sondern nach Faro mitzufliegen; es gebe da etwas zu besprechen.

    Trauriger Morgen in Almancil

    "Was jetzt passiert, habe ich in Gedanken tausendmal durchgespielt", sagte er. "Wir müssen kämpfen", sagte einer aus der Delegation zu Völlers Kompagnon Michael Skibbe. "Nein, das müssen wir nicht mehr", sagte Skibbe. Um genau 1.10 Uhr Ortszeit am Donnerstagmorgen war die Mannschaft wieder im Hotel Ria Park Garden von Almancil, zwischen den Palmen und Pinien der Algarve, und nun bat Völler alle, auch Masseure und Zeugwart, in jenes Besprechungszimmer, wo er in den vergangenen zwei Wochen immer seine Erkenntnisse über den Gegner vorgetragen hatte.

    Und als alle da waren, sagte er, dass es eine Menge "Defizite" gegeben habe, dass er gleichwohl dankbar sei für das "geschlossene Auftreten", und schließlich sagte er: "Zum Sport gehört es nicht nur, am Römer empfangen zu werden", wie nach der Vize-Weltmeisterschaft von 2002, "auch solche Dinge gehören dazu." Dann gingen die jüngeren Spieler schlafen, und einige der älteren, Dietmar Hamann, Jens Jeremies und Christian Ziege, setzten sich auf die Terrasse und diskutierten das Scheitern.

    Es war zwei Uhr morgens, als sich Völler, Schmidt und der DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder an einen kargen Tisch in einem Büroraum im Erdgeschoss hockten, nur eine Flasche Wasser stand auf dem Tisch, als die drei jenes Gespräch begannen, das Völler führen wollte, unbedingt, sofort. Es war kurz vor vier Uhr, als sie wieder herauskamen, und sofort erfuhren jene, die noch wach waren, das Wesentliche: Völler hatte gesagt, dass er zurücktreten wolle, weil er glaube, nicht mehr genügend Rückhalt zu haben - "Kredit" nannte er das -, um mit dieser labilen Truppe ein Unternehmen von nationaler Bedeutung in Angriff zu nehmen wie die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Mayer-Vorfelder und Schmidt hatten versucht ihn umzustimmen, wohl eher mittelmäßig heftig.

    Ein bisschen Wärme hätte Völler vielleicht im Amt gehalten, aber nun war alles gesagt, alles verkorkst. Völler rief seinen Kapitän, Torwart Kahn, an; der Rest der Reisegruppe erfuhr vom Abhandenkommen des Reiseleiters nach und nach, ein paar beim Frühstück, ein paar im Bett: Sie sahen fern, um 9.30 Uhr gab es die Pressekonferenz, live aus dem 100 Meter entfernten "DFB-Medienzentrum". Und dort sagte Völler, wieder im offenen blauen Hemd und wieder so gekrümmt wie am Tag zuvor, dass er das Gefühl gehabt hätte, "dass es nur jemand machen kann, der unbefleckt ist".

    Es folgten die Grabreden. Mayer-Vorfelder sagte, Völler sei ein Mensch von "großer Akzeptanz", Franz Beckenbauer sagte, Völler sei "ein wunderbarer Mensch", und Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach von einem Menschen, "an dessen persönlicher Integrität man nun wirklich nicht zweifeln kann". Das kann man nicht, aber mancher wird solche Sätze so verstehen, als meinten sie einen Trottel: sehr lieb, aber fachlich leider ungeeignet, so wie einstmals im Grundschulzeugnis: "Rudolf hat sich bemüht." Dieses Ende machte die Expedition der besten deutschen Mannschaft in die Welt der guten Mannschaften endgültig absurd. In Wahrheit gab es ja genau drei starke Figuren in der deutschen Nationalmannschaft: Philipp Lahm, Michael Ballack und Rudi Völler, der Teamchef jedenfalls war so stark wie nie zuvor.

    Es gibt andere Gründe für das Resultat, es gibt andere Wahrheiten, zum Beispiel: Die Bundesliga hat drei lausige Jahre hinter sich, sie ist, im internationalen Maßstab, mittelmäßig. Das liegt unter anderem daran, dass die guten ausländischen Spieler nach Spanien, Italien und England gehen; und es liegt daran, dass ausländische Trainer kaum gefragt sind - man spricht Deutsch in der Bundesliga, und das klingt zunehmend provinziell. Ein Austausch von Trainingsmethodik und Erfahrungen findet zwar überall in Europa statt, nur an der Bundesrepublik zieht das alles vorbei: Jenes direkte Spiel, das Trainer wie Arsène Wenger oder José Mourinho in endlosen Wiederholungen üben lassen, lernen bei Arsenal London oder dem FC Porto Spieler vieler Nationen, nur keine deutschen.

    Dass jahrelang der Nachwuchs nicht systematisch geschult wurde, gilt ja schon länger als gesicherte Erkenntnis. Dass dies natürlich längst korrigiert sei und bald eine Ära neuer deutscher Dominanz anbrechen würde, das galt bisher als gleichfalls gesichert; "Man muss nur Geduld haben, es dauert halt", sagt Franz Beckenbauer. Darum sind die Ergebnisse von Portugal so trist: In Wahrheit ist der Abstand größer denn je. "Ich zieh mir persönlich für Deutschland so einen Schuh nicht an", sagte Bundestrainer Skibbe. Und es stimmt ja, es hat sich etwas getan, aber wie soll jemand aufholen, dessen Rivalen eine Runde Vorsprung haben und sich im gleichen Tempo bewegen?

    Die Deutschen hinken stets hinterher

    Die Bundesliga-Trainer begriffen vor etwa sechs Jahren, wie Dreier- und Viererkette funktionieren, und die Spieler kapierten es dann auch. Aber da lernten die besten Mannschaften anderer Länder bereits, wie sich zehn Spieler, wenn sie verteidigen, in Ballnähe zusammenziehen und dann, bei Ballbesitz, übers Feld verteilen. Als die Deutschen auch diese Neuerung verstanden und sogar schöne deutsche Worte dafür gefunden hatten ("Zustellen"), gab es international schon dieses direkte Passspiel, das in Portugal vier, fünf Mannschaften weit über die anderen erhebt: rasant und trotzdem fehlerfrei. Das üben nun auch die Deutschen, und da sehen sie mit Schrecken, dass jetzt Dribbler wie der Portugiese Cristiano Ronaldo in Mode kommen, die enge Abwehrreihen allein knacken können.

    Man kann sich ja freuen über forsche Fußballer wie Lahm oder Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski. Der weiß zwar nicht, welchen Vornamen seine Großmutter hat ("Ich sag immer Oma"), aber er kann Fußball spielen - nur nicht so wie Ronaldo oder Wayne Rooney. Es ist also die Geschichte von Hase und Igel, und als Völler sagte, "dass es leider ein Tick zu wenig war", und dabei ganz verloren auf die Wand am Saalende starrte, da sah er so aus, als habe er in Lissabon kapiert, dass der Gastgeber der "WM zwo-sechs" (Völler) in Wahrheit schon zwei Jahre vor dem Eröffnungsspiel besiegt ist.

    Die Trainer Völler und Skibbe haben nicht viele Fehler gemacht in Portugal, vielleicht nur zwei. Völler hat neulich gesagt: "Es wäre der Anfang vom Ende eines Trainers, wenn du überlegst, wen du einwechselst, damit du besser wegkommst." Aber genau so wechselte er am Ende ein, da spielte dann Podolski, von dem Völler nicht sehr viel hält. Und sie schafften es nicht, diese Angst zu vertreiben, die zu 45 Minuten Lähmungszustand im Spiel gegen Tschechien führte, zu Hamanns Querpässen, zu Schneiders Stillstand, zu Arne Friedrichs Vorsicht. Andere Teams wollen ein Spektakel, und dieses Spektakel wollen sie gewinnen - die Deutschen spielten, als wollten sie bloß nicht verlieren.

    Aber sonst? Völler trat lässig und klar auf in Portugal, und jene, die ihm in den Talkshows nach dem Rücktritt vorhielten, er sei "zu wenig Schwein" gewesen, zielten vorbei: Seiner Mannschaft mangelte es nicht am Willen und schon gar nicht an Disziplin, und deshalb hätte keine noch so harte Hand geholfen - es mangelte an Begabung. Diese Mannschaft hatte das Niveau von Kroatien, sie komplettierte die Vorrunde, sie gehörte in eine B-Europameisterschaft, höher nicht. Nur Ballack war gierig darauf, Tore zu schießen, nur Lahm und er konnten mittanzen auf dieser Party des Hochgeschwindigkeitsfußballs.

    Alle auswechseln? Völler warnt vor "dieser Hysterie: Alles, was jung ist und nicht schnell genug auf den Baum kommt, muss sofort in die Nationalmannschaft". Doch es dürfte ein paar Spieler geben, die nun nach vorn rücken: Hinkel, Podolski, Schweinsteiger, Lahm, Broich, Hitzlsperger, Fahrenhorst könnten ihre Namen sein. "Bis in zwei Jahren", so sagt es Nationalspieler Andreas Hinkel, "kommt schon das eine oder andere Gesicht zum Vorschein, das man jetzt noch nicht kennt."

    Hoffnungsträger Hinkel

    Hinkel, 22, kam in den vergangenen Jahren dort zum Vorschein, wo der Nachwuchs eher notgedrungen eine Chance erhielt; der VfB Stuttgart hatte ja selbst für preiswerte Ausländer kein Geld. Seitdem, sagt der Verteidiger, "hat sich in der Bundesliga ein Trend entwickelt, verstärkt junge Spieler einzusetzen". Noch vor seinem 19. Geburtstag debütierte Hinkel in der Bundesliga und mit 21 Jahren in der Nationalelf. "Weil ich auf meiner Position etwas Besonderes kann, was andere vielleicht nicht können", sagt Hinkel, "die können rechts hinten nur verteidigen." Er kann von rechts hinten nach rechts vorn stürmen, er kann dribbeln und flanken. "Ich übe immer nach dem Training ein paar Dribblings und Körpertäuschungen, nur so für mich", sagt er.

    Andreas Hinkel, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann aus Backnang, litt in Portugal noch an den Folgen eines doppelten Bänderrisses, aber er gilt als sicherer Kandidat für die WM 2006, und er brachte es vermutlich deshalb so weit, weil er in der D-Jugend, mit zehn Jahren, vom TSV Leutenbach zum Bundesligaclub VfB Stuttgart gelotst wurde. Da lernte er an der Taktik-Tafel das Abwehrsystem der Viererkette kennen und das Verschieben der ganzen Mannschaft. "Bei den kleinen Vereinen in Deutschland hapert es an der Qualität der Trainer", sagt er, "da macht es schnell mal irgendein Vater, der keine Ahnung hat."

    Fußballlehrer, die selbst einen geraden Pass hinkriegen, wären ein Anfang. Ein kundiger Bundestrainer würde gleichfalls nicht schaden. In der letzten Pressekonferenz von Almancil nannte Mayer-Vorfelder zweimal den Namen Christoph Daum, und es gab einige beim DFB, die das so deuteten, als wollte Mayer-Vorfelder es nun mit Daum versuchen, jenem Mann, der im Oktober 2000 über ein paar Gramm Kokain stolperte und sich mit einer seltsamen Mischung aus Verschwörungstheorien und Lügen ("Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe") selbst erledigte.

    Es gab andere, die für Otto Rehhagel plädierten, der mit Griechenland Portugal schlug, Spanien trotzte, Frankreich beschämte und sensationell ins Halbfinale zog, aber was für ein Signal wäre das? Zurück in die Siebziger, wichtig is' auf'm Platz, ab heute wieder mit Ausputzer? Sinnvoll und gleichsam zwangsläufig erscheint nur, was Ende voriger Woche die wahrscheinlichste Lösung war: dass nämlich Ottmar Hitzfeld oder "Ootmar Hittfeld" (Mayer-Vorfelder) der neue Mann sein wird. Der will, der ist integer und zweifellos ein Staatsmann auf der Bank; "Wenn es überhaupt einer richten kann, dann nur der Ottmar", sagte Beckenbauer.

    "Männer, das war's"

    Das war ein wenig geheuchelt, denn Bayern München hat Hitzfeld entlassen, weil Beckenbauer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge davon überzeugt waren, dass Hitzfeld taktisch etwas rückständig sei. Welcher Bayern-Spieler sei unter Hitzfeld besser geworden, diese Frage und ihre Beantwortung waren entscheidend in jenen Tagen, als der Rauswurf in München beschlossen wurde. "Es wird weitergehen, es geht ja immer weiter", das sagte Völler, und dann war er nur noch ehemaliger Teamchef, ein paar Reporter klatschten. Rudi Völler ging genau in dem Moment, als er seine Rolle endlich gefunden hatte.

    Er wirkte in seiner Dienstzeit ja gelegentlich durchaus überfordert, und als er einmal - nach einem 0:0 in Island - bei Waldemar Hartmann im ARD-Studio saß und "Dreck" und "Scheiße" brüllte, musste man sich ernsthaft Sorgen machen, weniger ums Vaterland, eher um Völler. Das waren Bilder, die ihn heute noch schockieren. Es gibt Leute beim DFB, die sagen, Völler wäre sogar als Europameister zurückgetreten, ganz einfach, weil er ausgebrannt sei.

    Und Völler ahnte, dass sich Ausbrüche wie jener von Island vor der WM 2006 wiederholen könnten, da der Druck nicht geringer würde. Und er fürchtete sich davor. Eine ähnliche Situation hatte auch der Teamchef Franz Beckenbauer mal; der nannte, 1986 war das, Reporter "kleine Spanferkel". Beckenbauer hielt durch, er war auf dem Weg, ein souveräner Teamchef zu werden, 1990 wurde er Weltmeister. Völler ist anders als Beckenbauer, er will 2006 lieber auf der Tribüne sitzen, "Ich bin ein DFB-Junge", sagte er. Was er hätte erreichen können, wird er nicht mehr erfahren. Er verließ das Pressezentrum und berief seine letzte Mannschaftssitzung ein. "Männer, das war's", sagte er.

  8. #217
    Benutzerbild von compagnies

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    Was ich nach Lektüre dieses Textes "auf den Punkt gebracht" sehe, das ist das Dilemma des Spiegels, der sich seit zwanzig Jahren stilistisch nicht verändert zu haben scheint.

    In dieser Zeit hat es zumindest für einen WM- und einen EM-Titel für die DFB-Auswahl gereicht.

    Aber ich habe auch keine Ahnung vom Fussball, sonst hätte ich wohl mittlerweile kapiert, warum Michael Ballack so wertvoll für den deutschen Fussball sein soll.

  9. #218
    Benutzerbild von Torsten

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    compagnies postete
    Was ich nach Lektüre dieses Textes "auf den Punkt gebracht" sehe, das ist das Dilemma des Spiegels, der sich seit zwanzig Jahren stilistisch nicht verändert zu haben scheint.
    Deine Allergie gegen kritische Texte aus gewissen Richtungen ist ja bekannt, da kann man mittlerweile die Uhr nach stellen...

    compagnies postete
    Aber ich habe auch keine Ahnung vom Fussball, sonst hätte ich wohl mittlerweile kapiert, warum Michael Ballack so wertvoll für den deutschen Fussball sein soll.
    Oder dass ein Kluivert seine besten Zeiten hinter sich hat...

  10. #219
    Benutzerbild von compagnies

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    Hätte der Spiegel eine Richtung, dann würde er ja wenigstens einen Weg eingeschlagen haben und dann wäre ich vielleicht in der Lage eine Allergie zu entwickeln!

    Der Artikel ist sicher nicht die Offenbarung, die Du mit Deiner Einleitung angepriesen hast; ich glaube Dir auch schwerlich, das Du den für eben diese halten kannst!

    Kritisch ist der Text! Vor allem in der Beurteilung seiner Leser, denn die müssen ja wohl komplett dämlich sein.

    Weil sie Journalistisch keine Ahnung haben können: Bildniveau oder griechisches Theater:
    Auf dem Tisch stand nur eine Flasche Wasser

    Wiederkäuende Phrasen, die mit einer Analyse nichts zu tun haben (siehe Daums Drogenaffäre).

    inhaltlich widersprüchlich
    Das gute Beispiel seien die Experten, die ehemaligen Fussballer, die eine Wende herbeischaffen könnten, aber dann doch bitte nicht solche Typen wie der Otto Rehhagel, der ja ein Prototyp dafür sei, das ebendiese Gesellen doch nichts anders machen würden.

    Dann hasse ich diese angedeuteten Unterstellungen (mangelnde Rückendeckung für Rudi durch den DFB). Da, wo es weh tun könnte, wird alles offen gelassen!
    Furchtbar!

    Darf der Autor keine Meinung haben?

    Nein, darf er nicht, denn dann hätte er ja ein Urteil gefällt, das vielleicht dem des Lesers entgegen liefe, dem er gerade suggerierte, das er seine (des Betrachters) Stammtischparolen hier bestätigt finden würde!
    Mit dem entsprechend wissenschaftlichen Unterbau!?

    Das Thema ist doch bei solchen Spiegel-Artikeln gleichgültig.
    Es geht doch nur darum, die Vorurteile des Abonnementleser zu bestätigen und scheinbare
    [-heilige] Informationen und Argumente zu benutzen, diesem vorzugaukeln, er sei intellektuell versorgt und habe einen Blick über seinen Tellerrand geworfen, wozu er gar nicht fähig ist, weil er dann ja seine Scheuklappen abnehmen müsste.

    Das gefährdet aber den Halt an den Wänden des selbstgefällten Urteils, das Du ja augenscheinlich schon über die Mitglieder dieser „Community“ lupenrein gefällt zu haben scheinst!

    Übrigens hat Kluivert gerade den Ballack für Barca gefordert ...

    PS: Ich benutze eine „Atomuhr“, damit ich immer weiß, welche Stunde mir gerade schlägt und ich nicht auf solche Kuckucksuhrenvollstundenabwarter angewiesen bin.

  11. #220
    Benutzerbild von Torsten

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    compagnies postete
    Der Artikel ist sicher nicht die Offenbarung, die Du mit Deiner Einleitung angepriesen hast; ich glaube Dir auch schwerlich, das Du den für eben diese halten kannst!
    Mit dem Begriff "Offenbarung" pflege ich vorsichtiger umzugehen als du.

    compagnies postete
    inhaltlich widersprüchlich
    Das gute Beispiel seien die Experten, die ehemaligen Fussballer, die eine Wende herbeischaffen könnten, aber dann doch bitte nicht solche Typen wie der Otto Rehhagel, der ja ein Prototyp dafür sei, das ebendiese Gesellen doch nichts anders machen würden.
    Wo hier der Widerspruch steckt, erschließt sich wohl nur dir.

    compagnies postete
    Dann hasse ich diese angedeuteten Unterstellungen (mangelnde Rückendeckung für Rudi durch den DFB). Da, wo es weh tun könnte, wird alles offen gelassen!
    Furchtbar!
    Ja, entsetzlich. Die Enthauptungen im Irak sind nix dagegen.

    compagnies postete
    Darf der Autor keine Meinung haben?
    Das fragste ihn am besten selbst mal.

    compagnies postete
    Das Thema ist doch bei solchen Spiegel-Artikeln gleichgültig.
    Es geht doch nur darum, die Vorurteile des Abonnementleser zu bestätigen und scheinbare
    [-heilige] Informationen und Argumente zu benutzen, diesem vorzugaukeln, er sei intellektuell versorgt und habe einen Blick über seinen Tellerrand geworfen, wozu er gar nicht fähig ist, weil er dann ja seine Scheuklappen abnehmen müsste.
    Wie war das mit den Stammtischparolen?

    compagnies postete
    Das gefährdet aber den Halt an den Wänden des selbstgefällten Urteils, das Du ja augenscheinlich schon über die Mitglieder dieser „Community“ lupenrein gefällt zu haben scheinst!
    Meine Wände sind aus Rigips, da hält eh nicht allzu viel...

    compagnies postete
    Übrigens hat Kluivert gerade den Ballack für Barca gefordert...
    ... und nicht bekommen, denn Ballack bleibt in München. So what?

    compagnies postete
    PS: Ich benutze eine „Atomuhr“, damit ich immer weiß, welche Stunde mir gerade schlägt und ich nicht auf solche Kuckucksuhrenvollstundenabwarter angewiesen bin.
    Besorg dir mal 'nen Geigerzähler. Diese Uhr scheint 'ne extreme Strahlung abzusondern...

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