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Der Türck-Prozess, die BILD und die Frauen.....

Erstellt von PostMortem, 11.08.2005, 18:19 Uhr · 23 Antworten · 1.721 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von PostMortem

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    Hallo zusammen,

    nun hat die BILD wieder was zu fressen: Der Türck-Prozess hat begonnen. Ihm wird vorgeworfen eine Disco-Bekanntschaft vergewaltigt zu haben.

    So weit so übel....

    Ob der Mann schuldig ist oder nicht, ist mal gar nicht mein Thema. Die BILD-Zeitung betätigt sich wiedermal ihrer üblichen vorverurteilenden Rolle, wie sie das schon bei "Turbo-Ralf" und allen anderen tat, die eigentlich ein Recht auf einen fairen Prozess haben, aber eben nicht auf faire Berichterstattung.

    Umso brisanter finde ich da eigentlich folgendes: Das Türck sich eine AnwältIN genommen hat, mag natürlich Kalkül sein. Das ist sein gutes Recht. Das die Staatsanwältin ODER die Richterin weiblich ist, wäre ja auch noch in Ordnung. Aber in diesem Prozess gibt es bei 4 juristischen Hauptdarstellern (abgesehen vom Angeklagten) insgesamt 4 Frauen. Anwältin des Klägers, Anwältin der Nebenklägerin, Staatsanwältin und Richterin.

    Mal eine Frage besonders an die Männer (Frauen sind aber nicht ausgeschlossen!): Mal angenommen, Ihr wärt einer Vergewaltigung angeklagt die ihr nicht begangen habt und die Beweislage ist ziemlich durchwachsen, da es keinen schlagenden Beweis/Gegenbeweis oder einwandfrei entlastende Zeugenaussagen gibt. Wie wohl würdet Ihr Euch fühlen, wenn der gesamte Prozessausgang in einem solchen geschlechtsspezifischen Fall von ausschließlich weiblichen Prozessbeteiligten abhängt und als wie fair würdet ihr ein Rechtssystem bewerten, in dem solche Konstellationen möglich sind?

    Das es sicherlich Prozesse gegeben hat, in dem alle Prozessbeteiligten Männer waren, ist mir im übrigen auch klar. Da gilt allerdings die gleiche Frage. Sollten solche Prozesse nicht geschlechtlich etwas "durchmischter" verhandelt werden?

    PM

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    PostMortem postete
    Sollten solche Prozesse nicht geschlechtlich etwas "durchmischter" verhandelt werden?
    Halte ich für sinnvoll. Das Geschlecht wird nun mal als eine wesentliche Eigenschaft erlebt und wenn es um Verbrechen geht, von denen man aufgrund des Geschlechts selber betroffen sein könnte (als Frau von Vergewaltigung, als Mann von diesbezüglichen Falschbezichtigungen), tendiert wohl jede(r) unwillkürlich/unbewußt dazu, im Zweifelsfall eher der "geschlechtsverwandten" Prozesspartei zu glauben.

  4. #3
    Benutzerbild von compagnies

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    Das Geschlecht ist vollkommen irrelevant bei JuristInnen.
    Wer immer dies beruflich tut, der oder die ist gleichsam in eine eigendynamische Welt vorgedrungen, in der das eigene Geltungsbedürfnis mehr zählt, als die 5exuelle (Zu-)Neigung!
    Obwohl ich ja gerade dieser Kaste ein besonderes Maß an Exhibitionismus zugestehe - zumindest den "erfolgreichen" und zu diesen werden die Vertreter in einem solchen (vorhersehbaren) Medienspektakel schon gehören.
    Hinter einer solchen Frage vermute ich eher die immanente Furcht vor der Verurteilung beim Ausleben eigener unterdrückter Wünsche.

  5. #4
    Benutzerbild von Torsten

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    compagnies schrieb
    Das Geschlecht ist vollkommen irrelevant bei JuristInnen.
    Wer immer dies beruflich tut, der oder die ist gleichsam in eine eigendynamische Welt vorgedrungen, in der das eigene Geltungsbedürfnis mehr zählt, als die 5exuelle (Zu-)Neigung!
    Verstehe ich dich richtig: Du glaubst, eine gewisse Befangenheit durch eine wie auch immer geartete Solidarität mit dem eigenen Geschlecht sei bei Jurist(inn)en grundsätzlich auszuschließen?

    compagnies schrieb
    Hinter einer solchen Frage vermute ich eher die immanente Furcht vor der Verurteilung beim Ausleben eigener unterdrückter Wünsche.
    Hinter einer solchen Frage vermute ich einfach nur einen gewissen Sinn für Gerechtigkeit. Deine psychoanalytische Unterstellung ist fast schon eine Unverschämtheit.

  6. #5
    Benutzerbild von compagnies

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    Wo ist denn bitteschön "Gerechtigkeit", wenn Frauen in ihrer Berufstätigkeit ob ihres Geschlechts diskriminiert werden? Verstehe ich wirklich nicht anders als post-wilhelminischen Machoismus!

  7. #6
    Benutzerbild von Torsten

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    compagnies postete
    Wo ist denn bitteschön "Gerechtigkeit", wenn Frauen in ihrer Berufstätigkeit ob ihres Geschlechts diskriminiert werden? Verstehe ich wirklich nicht anders als post-wilhelminischen Machoismus!
    Um PostMortem zu zitieren:
    Dass es sicherlich Prozesse gegeben hat, in dem alle Prozessbeteiligten Männer waren, ist mir im übrigen auch klar. Da gilt allerdings die gleiche Frage. Sollten solche Prozesse nicht geschlechtlich etwas "durchmischter" verhandelt werden?
    Was PMs Anliegen mit "Diskriminierung" von weiblichen Juristen zu tun haben soll, ist sicher nicht nur mir völlig schleierhaft.

  8. #7
    Benutzerbild von PostMortem

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    Das Geschlecht ist vollkommen irrelevant bei JuristInnen.
    Wer immer dies beruflich tut, der oder die ist gleichsam in eine eigendynamische Welt vorgedrungen, in der das eigene Geltungsbedürfnis mehr zählt, als die 5exuelle (Zu-)Neigung!
    Aha... es ist immer besonders überzeugend, wenn man eine mehrere zehn- oder hunderttausende Individuen umfassende Gruppe von Menschen so pauschal aburteilt und über einen Kamm schert. Gleichermaßen "wissen" wir ja auch, dass Lehrer alle stinkefaul sind und Beamte im allgemeinen sowieso.... Meinen Glückwunsch: Ein sehr schlagendes, wie offenes und überhaupt kein bisschen diskriminierendes Weltbild!

    compagnies postete
    Hinter einer solchen Frage vermute ich eher die immanente Furcht vor der Verurteilung beim Ausleben eigener unterdrückter Wünsche.
    Gib mir doch mal Tipps, was für Ferkeleien ich noch anstellen muss, damit wir den Frauengruppen-Psychoquark mal ausklammern können und aus einer Frage der Objektivität und Gerechtigkeit im Rechtssystem keine 5exuell-tiefenpsychologische Amokfahrt nach Freud machen, die sich daran aufhängt ob mir meine Freundin schonmal einen gebl.... hat oder ich schonmal A...verkehr hatte. Die Frage ist ganz einfach und hat mit unterdrückten Wünschen oder irgendeiner Verklemmtheit (und im übrigen auch mit Diskriminierung) so viel zu tun, wie ein Dildo mit einem Wagenheber: Ist es gerecht, objektiv und entspricht es rechtsstaatlichen Kriterien, wenn in einem geschlechterspezifischen Prozess einzig und allein und ausschließlich das jeweils andere Geschlecht über Recht oder Unrecht urteilt? Wenn es der sachlichen Auseinandersetzung dient: Nein, ich habe kein besonders kleines Gemächt und fürchte mich auch nicht vor Frauen!

    Wo ist denn bitteschön "Gerechtigkeit", wenn Frauen in ihrer Berufstätigkeit ob ihres Geschlechts diskriminiert werden? Verstehe ich wirklich nicht anders als post-wilhelminischen Machoismus!
    Aha... wenn vier Frauen einen Mann aburteilen ist das Gerechtigkeit, wenn vier Männer eine Frau aburteilen, ist das die böse Männerwelt. Ist klar.... Ansonsten hat Torsten das für Dich schon ganz richtig wiederholt. Wenn man allerdings grundsätzlich davon ausgeht, dass eine imaginäre lesbische Gutachterin, die in Internet-Foren auf jeden Poster losgeht, der das Wort "Frau" in den Mund nimmt, in einem Sorgerechtsprozess aus der Entscheidung, ob ein Kind besser beim Vater oder bei der Mutter aufgehoben ist eine "50:50"-Angelegenheit macht, dann hast Du natürlich vollkommen Recht damit, dass das alles ganz unbegründet ist was ich hier sage (stellt sich eben nur noch die Frage, warum die Chancen eines Vaters der ums Sorgerecht kämpft in der Realität ganz anders aussehen).

    PM

  9. #8
    Benutzerbild von compagnies

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    Das geht hier aber nicht um einen Sorgerechtsprozess, sondern um Vergewaltigung und da mir die Anzahl an Frauen, die von einem reinen Männertribunal als Aggressorinnen verurteilt wurden als ziemlich gering erscheint, so ist dieser Argumentationsstrang für mich nicht anders als natürlich begehen auch deutsche Jugendliche Straftaten, aber in der Mehrzahl sind es dann doch die ausländischen.

    Um es objektiv auszudrücken: Ich empfinde die angeprangerte Situation nicht als ungerecht. Ich kann es nachvollziehen, wenn Du es als unglückliche Situation empfindest; das läge für mich aber nicht an dem Geschlecht der verurteilenden Personen!

  10. #9
    Benutzerbild von stoni

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    Ähmmmm............kann mir mal einer erklären.......wie man eine Frau zum Oralverkehr ( auch noch in der Öffentlichkeit ) zwingen kann ?????
    Warum hat Sie Ihm dann nicht einfach sein "Ding" abgebissen

  11. #10
    Benutzerbild von Babooshka

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    Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Das ist wohl nur aus Angst nicht passiert, wenn es denn überhaupt passiert ist. Aussage steht gegen Aussage, Zeugen, die den Akt selber mit eigenen Augen gesehen haben, gibt es keine - schwierige Sache, das.

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