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Deutschen steht sinkende Lebensqualität bevor

Erstellt von bubu, 23.08.2004, 16:20 Uhr · 6 Antworten · 875 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von bubu

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    Die Staatskassen sind leer? - Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten? - Alle müssen den Gürtel enger schnallen!

    Diese und andere Parolen werden sehr gerne mantraartig von Politikern, Wirtschaftsbossen und Medienvertretern zur Rechtfertigung des Sozialabbaus skandiert - und leider lassen es sich die Leute auch einhämmern. Die Wahrheit ist: ja, die Staatskassen sind leer, aber nur, weil einige wenige Taschen immer voller werden!

    Wir leben in einer Wirtschafts-Oligarchie, die von der Politik hofiert und zunehmend auch mit den Medien verflochten wird.

    Deutschen steht sinkende Lebensqualität bevor=

    Berlin, 23. Aug (Reuters) - Viele Menschen in Deutschland müssen sich auf eine schwindende Lebensqualität einstellen.

    „Es ist bemerkenswert, wie viele Indizien auf eine Trendumkehr der Lebensqualität in Deutschland hinweisen“, sagte der Mitautor des am Montag in Berlin vorgelegten „Datenreport 2004“, Heinz-Herbert Noll. Die Forschungsergebnisse des Statistischen Bundesamtes und anderer Institute deuteten auf eine Verschlechterung der Lebensbedingungen und des subjektiven Wohlbefindens hin. Nicht nur die Zufriedenheit mit dem Leben allgemein, sondern auch mit verschiedenen Lebensbedingungen sei zuletzt bundesweit fast durchgängig leicht gesunken. „Nach wie vor sind die Ostdeutschen allerdings weniger zufrieden als die Westdeutschen, mit der Ausnahme bei der Kinderbetreuung.“ Auch im internationalen Vergleich sei das Wohlbefinden der Bundesbürger nicht besonders groß.

    Eine Chancengleichheit im deutschen Bildungswesen gibt es nach Ansicht der Forscher nicht. Die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Bildungswegs hänge nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab.

    FORSCHER: HARTZ-REFORMEN DÜRFTEN UNZUFRIEDENHEIT STEIGERN

    Die Daten, die bis 2002 reichen, berücksichtigen dabei noch nicht die Folgen der Gesundheitsreform, die Änderung bei der Rentenversicherung oder die Debatte um die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Mitautor Noll erwartet, dass geringere staatliche Transferleistungen künftig zu einer noch ungleicheren Einkommensverteilung und mehr Armut führen. Auch das subjektive Wohlbefinden werde sich durch die so genannten Hartz-IV-Reformen nicht verbessern. „Man kann davon ausgehen, dass die Unzufriedenheit eher steigen wird“, sagte Noll.


    Während der Bevölkerungsanteil, der unter der Armutsgrenze lebt, in Westdeutschland über mehr als ein Jahrzehnt stabil war und im Osten nur sehr langsam anstieg, deutet sich den Angaben zufolge nun eine Trendwende an. 2002 hätten 13,1 Prozent der Menschen in Deutschland in Armut gelebt nach 12,5 Prozent im Jahr davor. Im Westen sei die Quote auf 12,4 Prozent gestiegen und im Osten sogar auf 16,1 Prozent. Zudem habe sich insgesamt auch die Schere der ungleichen Einkommensverteilung vergrößert. „Einzeln betrachtet ist das nicht dramatisch, aber in der Summe der Indikatoren zeichnet sich die Tendenz zu einer durch zunehmende Ungleichheit und Armut gekennzeichneten Gesellschaft ab“, sagte Noll.

    GUTE BILDUNG BLEIBT PRIVILEG DER WOHLHABENDEN

    Ungleich sind auch die Chancen für eine gute Ausbildung in Deutschland. „Die soziale Herkunft ist nach wie vor ein Katalysator, was die Bildungschance in der Bundesrepublik betrifft“, sagte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Thomas Krüger. Die Chance für Kinder aus einem Elternhaus von Beamten, Akademikern, Managern oder leitenden Angestellten, ein Gymnasium zu besuchen, ist den Forschern zufolge neun Mal höher als für Arbeiterkinder.

    Die zunehmende Sorge der Deutschen um ihre Zukunft zeigt sich auch im internationalen Vergleich. „Es trifft nicht mehr länger zu, dass es den Deutschen besser geht als den meisten anderen Europäern“, sagte Noll. Vielmehr sei Deutschland inzwischen in vielen Bereichen - wie dem materiellen Lebensstandard - im europäischen Vergleich auf mittlere Ränge abgerutscht und finde sich nicht selten sogar auf hinteren Plätzen der früheren 15 EU-Staaten wieder. Weniger zufrieden mit ihrem Leben insgesamt seien nur noch Italiener, Franzosen, Griechen und Portugiesen.

    Der Datenreport erscheint seit 1983 etwa alle zwei Jahre und stellt eine Kombination aus statistischen Daten und Ergebnissen der Sozialforschung dar. Vorgelegt wird er vom Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), dem Mannheimer Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) und von der bpb.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Mikesch1

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    den Bericht kannte der Thierse schon letzte Woche, deshalb auch sein Ratschlag an die Ossies, sich doch eher an den Polen und Tschechen zu orientieren und nicht an den Wessies

    Der Mikesch1

  4. #3
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Wenn ich höre, wie manche Eltern die deutsche Sprache verzerren, und diese undefinierbare "Sprache" auch ihren Kindern in den ersten 3 - 6 Lebensjahren beibringen, dann wundere ich mich nicht, dass es diese Kinder schwerer haben. Und da kann der Staat nun mal rein gar nichts dran machen. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern vernünftiges Deutsch beizubringen, dann ist es nicht die Aufgabe der Lehrer oder des Staates im allgemeinen, dies zu korrigieren.

    Interessant wäre zu wissen, was in dieser Studie oder Statistik als materieller Lebensstandard angesehen wird, welches die Basisdaten sind, und wie verglichen wird. Was Lohn, Kaufkraft, Ersparnisse, Luxusartikel (hierzu zähle ich Dinge wie Pkw, DVD Player, PC, u.s.w.) angeht, so liegen die Deutschen immer noch weit vor allen anderen. Ebenso die medizinische Versorgung und die Sozialleistungen sind erheblich besser als in allen anderen europäischen Ländern. Und daran wird auch Hartz IV nichts ändern.

    Sicher muss man den Osten Deutschlands anders bewerten, aber auch dort ist die Lebensqualität nicht zwingend unterdurchschnittlich, zumindest im Vergleich mit anderen, alteingesessenen EU-Mitgliedsstaaten.

    Wie schon erwähnt, ohne Nennung der Basis- und Vergleichsdaten ist diese Statistik nicht sehr viel Wert, zumindest aus meiner Sicht.

  5. #4
    Benutzerbild von DeeTee

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    @raabi: Guckst Du hier:
    Link: http://www.destatis.de/download/d/da...rep04gesch.pdf (4,6 MB)

    Grüße!
    DeeTee

  6. #5
    Benutzerbild von 80sgirl

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    Das mit der Sprache stimmt leider wirklich. Ich bin ja im Erziehungswesen tätig und wir haben mittlerweile immer mehr Kinder, die kaum einen normalen deutschen Satz sprechen können (und das sind dann nicht nur Ausländerkinder).

    Schimpfworte werden auch völlig normal benutzt und so ist es normal dass Kinder sagen, dass etwas scheißegut war. Vielfach werden die Bemühungen der Erzieher oder Lehrer auch nicht mehr unterstützt und die Eltern sehen oft (nicht alle) die Schule nur als Beaufsichtigung für ihre Kinder an während sie arbeiten oder sich selbst verwirklichen.

    Ein Großteil der Kinder wird immer unselbstständiger und kann leider auch Grundvoraussetzungen nicht mehr, wenn sie eingeschult werden (Satzbau, eigenen Vornamen zumindest schreiben, aber auch solche Sachen wie Schuhe binden oder anzeigen, wann sie auf das WC müssen).

    Dass der Lebensstandard sinken wird hängt meiner Meinung nach immer noch mit 1989 zusammen. Die Kosten für den Aufbau Ost wurden damals von allen beteiligten Parteien massiv unterschätzt und jetzt müssen wir halt die Suppe auslöffeln. Den Ostdeutschen wurde das Blaue vom Himmel versprochen und den Westdeutschen wurde versprochen, dass dies so gut wie nichts kostet. Wenn ich bedenke, was ich alleine in den wenigen Jahren, die ich voll im Berufswesen stecke an Solidaritätszuschlag gezahlt habe. Das ist eine ganze Menge. Davon könnte man sich locker etwas Großes kaufen. Bei mir macht sich daher ein immer größerer Unmut breit (und das gegen alle Politiker - vor allem ostdeutsche Politiker die nur fordern, fordern, fordern). Und so geht es glaube ich vielen. Wahrscheinlich war in den 80ern für viele Familien der Lebensstandard höher als jetzt. Hoffentlich schimpfen mich die ostdeutschen User hier jetzt nicht. Ist aber meine Meinung.

  7. #6
    Benutzerbild von Pallas

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    Und viele der Gelder, die in die neuen Bundesländer geflossen sind, sind dort regelrecht versickert und wurden des öfteren wenig sinnvoll eingesetzt.
    Es ist klar, daß der Lebensstandard allgemein sinkt, wenn aus politischen Gründen das Land sich neu gestaltet und sehr renovierungs- und reformbedürftige Länder dann auch dazugehören - wer das 1990 nicht gesehen hat und außerdem noch geglaubt hat, daß das relativ spurlos an uns vorbeigeht, der ist meiner Meinung nach ein blauäugiger Träumer (Achtung: nicht alles über einen Kamm scheren! Ich war immer und bin für das vereinte Deutschland und gehörte niemals zu denen, die die Mauer am liebsten wieder aufgebaut hätten!).

  8. #7
    Benutzerbild von Mikesch1

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    Pallas postete
    Und viele der Gelder, die in die neuen Bundesländer geflossen sind, sind dort regelrecht versickert und wurden des öfteren wenig sinnvoll eingesetzt.
    (Achtung: nicht alles über einen Kamm scheren! Ich war immer und bin für das vereinte Deutschland und gehörte niemals zu denen, die die Mauer am liebsten wieder aufgebaut hätten!).
    Da geb ich dir teilweise Recht. Es gab damals in den wilden Anfangs 90ern einen schönen Spruch der auch sehr oft zutraf.
    Wie ruiniere ich einen Betrieb:
    Mit einer Frau - das ist am schönsten
    Mit Alkohol - das ist am sichersten
    Mit einem Wessie - das geht am schnellsten

    Und wieviel Aufbauhilfen für Ostbetriebe sind wieder in irgendwelchen Kanälen maroder Westbetriebe versickert, siehe Bremer Vulkan u.a.
    Ich bin in letzter Zeit wieder mal in so einigen Ecken Sachsens gewesen wo ich schon seit zig Jahren nicht mehr war und dort sind doch viele MRD sehr sinnvoll eingesetzt worden. Letzte Runde ging durchs geflutete Muldetal, Grimma, Döbeln, Hartha usw. sieht wieder alles wie neu aus
    Meines Erachten ist es nicht das Problem, dass zuwenig Geld da ist, sondern es wird zuviel sinnlos verschleudert


    In jedem Privatbetrieb wird man als Arbeitnehmer u. Umständen zur Kasse gebeten, wenn man Schäden verursacht. Warum geht das mit unseren Beamten nicht Man gucke sich nur über die Woche Plus Minus und co. an und einmal den Rechnungshofbericht

    Der Mikesch1

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