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Die 80er-Forum-User wählen den Bundestag!

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.09.2005, 14:54 Uhr · 298 Antworten · 16.559 Aufrufe

  1. #101
    Benutzerbild von synth66

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    Nachdem ich mir die Elefatenrunde heute abend angetan habe, hat Arroganz, Selbstverliebtheit, Machtbesessenheit, Realitätsverleugnung und Tatsachenverdrehung einen Namen.

    Ich weiß nicht, was der Bundeskanzler vor der Sendung geraucht haben muss, aber ein solches Verhalten (wie im übrigen auch von manch einem seiner Parteigenossen) habe ich noch nie erlebt. Ich bin bisher gutgläubig davon ausgegangen, dass wir in Deutschland - unabhängig von der jeweiligen Partei- eine gewisse politische und auch Umgangskultur haben. Aus diesem Traum wurde ich heute gerissen.

    Mir war Herr Schröder in der Vergangenheit nie unsympathisch. Ich traue ihm auch einiges zu. Sein Fehler in den letzten 7 Jahren war einzig und allein, dass er keine fähigen Leute um sich hat, das Deutschland-Schiff zu steuern.

    Was er sich aber heute abend geleistet hat, disqualifiziert ihn für mich für alle Zeiten je wieder ein repräsentatives Amt anzunehmen. Von solch einem Menschen möchte ich zumindest nicht regiert werden.

    Vielen Dank an alle, die die SPD und die Linke gewählt haben. Deutschland ist nun offensichtlich in der Situation, die es verdient.

    synth66.

  2.  
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  3. #102
    Benutzerbild von PostMortem

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    synth66 postete
    Nachdem ich mir die Elefatenrunde heute abend angetan habe, hat Arroganz, Selbstverliebtheit, Machtbesessenheit, Realitätsverleugnung und Tatsachenverdrehung einen Namen.
    Also bisher hießen die Edmund-Angela, denn die CxU hat aus o. g. Motiven 2002 und 2005 genau die Kandidaten aufgestellt, die das Volk nicht wollte und sich damit gute Wahlergebnisse versaut...

    Realitätsverleugnung sehe ich allerdings nun nicht wirklich. Es ist doch nun wirklich niemandem zu verkaufen, dass die Deutschen lieber Merkel als Kanzlerin hätten! Diejenigen, die da heute CDU gewählt haben, haben trotz Merkels Kandidatur gewählt und nicht wegen ihr. Bei der SPD ist es wahrscheinlich eher umgekehrt. Beides zusammen ergibt seit Jahren eine stabile Kanzlerpräferenz pro Schröder. Ob Schröder nun heute Fingerspitzengefühl bewiesen hat, indem er das so ungefiltert und selbstbewusst rausprustete, brauchen wir nicht diskutieren. Das hat er sicherlich nicht. Aber wir werden noch sehen, ob es unberechtigt war. Und das glaube ich eher nicht...

    PM

  4. #103
    Benutzerbild von Torsten

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    PostMortem schrieb
    Dann hätte er ja alle Gaben und Chancen gehabt, eine reine Denkzettelwahl gegen den Bund und vor allem gegen ein politisches Leichtgewicht wie Rüttgers es war (und im übrigen wohl ein noch unbeliebterer Kandidat als Merkel im Bund) zu verhindern und NRW als NRW-MP zu gewinnen.
    Die Wahlniederlage der SPD in NRW war für mich in erster Linie eine Reaktion auf die Politik der Bundesregierung - da hat sich die NRW-Wahl fröhlich in die Reihe der SPD-Niederlagen auf Landesebene eingereiht.

    Politisch hat er in NRW nicht viel gerissen, das ist richtig. Aber in dieser Hinsicht gibt es kaum einen einzelnen Politiker, der in den letzten zehn Jahren wirklich überzeugt hätte. Letztlich leben sie in dieser Aufregungsdemokratie von der medialen Ausstrahlung, und da kommt Steinbrück nach meiner Wahrnehmung besser weg als die meisten seiner Kollegen.

    Und dafür, dass er angeblich ein "Loser-Image" hat, wird er aber auffällig oft als ernst zu nehmender Mann für Berlin gehandelt, auch auf Seiten der schwarz-gelben Sympathisanten. Wie oft habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass man sich einen Neuanfang innerhalb einer großen Koalition nur unter Wulff/Steinbrück vorstellen könne.

    PostMortem schrieb
    Ich sehe es durchaus als MÖGLICHEN Vorteil, wenn politische Realität und politisches Tagesgeschaft einmal exakt das Spiegelbild der Gesellschaft repräsentieren.
    Ich muss da zwangsläufig an die Situation in den USA denken, die gesellschaftlich wie politisch so gespalten wie schon lange nicht mehr erscheint. Und was man von den Amis innen- wie außenpolitisch derzeit zu halten hat, haben die letzten Monate ja deutlich gezeigt.

  5. #104
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Politisch hat er in NRW nicht viel gerissen, das ist richtig. Aber in dieser Hinsicht gibt es kaum einen einzelnen Politiker, der in den letzten zehn Jahren wirklich überzeugt hätte. Letztlich leben sie in dieser Aufregungsdemokratie von der medialen Ausstrahlung, und da kommt Steinbrück nach meiner Wahrnehmung besser weg als die meisten seiner Kollegen.
    Naja... wenn man einer Studie der WirtschaftsWoche und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft glauben schenken darf, gibts Ministerpräsidenten die in ihren Bundesländern spürbar die Zukunftsaussichten verbessert haben. Georg Milbradt beispielsweise regiert auch erst seit 2002 und erhält diesbezüglich mit Sachsen aus dem Nichts heraus gute Noten (daher ausgezeichnet als "Ministerpräsident des Jahres). Auf Platz zwei folgt gleich Wulf (auch erst seit 2003 am Ruder). Und da muss ich ja mal zugeben, dass das momentan auch der einzige Kopf an der Spitze einer CDU-Wahlkampftruppe wäre, dem ich trotz seiner Parteizugehörigkeit per Kreuzchen ins Kanzleramt helfen würde, wenn die SPD kein gleichwertiges Angebot hinbekäme. Das zeigt: Es ist zumindest möglich in 2 oder 3 Jahren soviel anzupacken, dass man durch sein Regierungshandeln Eindruck schindet. Das ist Steinbrück nicht gelungen. Er hätte ja schließlich auch einen super Job machen können und trotzdem einem Denkzettel für Berlin zum Opfer fallen können. Das hätte sein Amt zwar nicht gerettet, aber sein Ansehen als Macher gestärkt.

    Und dafür, dass er angeblich ein "Loser-Image" hat, wird er aber auffällig oft als ernst zu nehmender Mann für Berlin gehandelt
    Ich stimme Dir ja zu, dass er dafür durchaus geeignet ist. Allerdings muss man doch auch klar zugeben, dass da letztendlich auch nicht viele andere Alternativen sind. Genau genommen fällt mir da keine ein. Wowereit ist ein bunter Vogel der gut nach Berlin passt, allerdings nicht so recht in den Bundestag. Beck macht mir nicht den Anschein, dass er wirklich nach Berlin will. Die meisten heutigen SPD-Bundesminister sind zu alt für einen Neuanfang... Wen gibts da noch? Steinbrücks große Fanrunde resultiert m. E. deshalb zum Großteil aus den fehlenden Alternativen.

    PostMortem schrieb
    Ich sehe es durchaus als MÖGLICHEN Vorteil, wenn politische Realität und politisches Tagesgeschaft einmal exakt das Spiegelbild der Gesellschaft repräsentieren.
    Ich muss da zwangsläufig an die Situation in den USA denken, die gesellschaftlich wie politisch so gespalten wie schon lange nicht mehr erscheint. Und was man von den Amis innen- wie außenpolitisch derzeit zu halten hat, haben die letzten Monate ja deutlich gezeigt.
    Ich glaube nicht, dass das vergleichbar ist. Die Polarisierung in den USA wird m. E. sehr stark durch die starke Verstrickung des erzkonservativen Präsidenten mit den ultrachristlichen Organisationen und die Querelen um den Irak-Krieg beeinflusst. Hierzulande sieht das ganz anders aus und vor allem gibt es hier eben nicht nur zwei Köpfe um die sich alles dreht, sondern es gibt einige kleine Parteien, die auch kleinere Interessengruppen und Interessenmengen in der Regierung vertreten können. Dazu kommt es in den USA eigentlich nie. Auch wenn ich die Merkel und vor allem den Westerwelle nicht wollte und nicht will, muss ich doch zugeben, dass ich keine Angst hatte, dass wir amerikanische Verhältnisse mit einer schwarz-gelben Regierung in Deutschland bekämen (allein die Tatsache, dass Merkel dann mit einem Homo5exuellen koaliert hätte zeigt schon, dass wir hier nicht auf dem Weg zum erzkonservativen christlichen Gottesstaat wären). Deshalb denke zumindest ich bei den Wahlergebnissen nicht an die USA und empfinde die Richtungswahl in Deutschland nicht in der gleichen Qualität, wie sie in den USA vor einigen Monaten stattfand.

    PM

  6. #105
    Benutzerbild von Torsten

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    PostMortem schrieb
    Naja... wenn man einer Studie der WirtschaftsWoche und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft glauben schenken darf, gibts Ministerpräsidenten die in ihren Bundesländern spürbar die Zukunftsaussichten verbessert haben.
    Ich sprach ja auch von "kaum" und nicht von "niemandem".

    PostMortem schrieb
    Ich stimme Dir ja zu, dass er dafür durchaus geeignet ist. Allerdings muss man doch auch klar zugeben, dass da letztendlich auch nicht viele andere Alternativen sind. Genau genommen fällt mir da keine ein. Wowereit ist ein bunter Vogel der gut nach Berlin passt, allerdings nicht so recht in den Bundestag. Beck macht mir nicht den Anschein, dass er wirklich nach Berlin will. Die meisten heutigen SPD-Bundesminister sind zu alt für einen Neuanfang... Wen gibts da noch? Steinbrücks große Fanrunde resultiert m. E. deshalb zum Großteil aus den fehlenden Alternativen.
    Alternativen sind rar, das stimmt. Nur würde man doch gerade in der Politik nicht jemanden ins Feld schicken, der mit einem echten Loser-Image behaftet ist.

    PostMortem schrieb
    ch glaube nicht, dass das vergleichbar ist. Die Polarisierung in den USA wird m. E. sehr stark durch die starke Verstrickung des erzkonservativen Präsidenten mit den ultrachristlichen Organisationen und die Querelen um den Irak-Krieg beeinflusst. Hierzulande sieht das ganz anders aus (...).
    Ich sehe da durchaus Parallelen. In den USA gibt's eine Spaltung zwischen erzkonservativen und moderner ausgerichteten Kräften. Und hierzulande gibt's eine Spaltung zwischen Neoliberalen und Sozialromantikern, um's mal überspitzt zu formulieren.

    In beiden Fällen geht es also letztlich um ethisch-moralische Werte in der Politik, und da gibt es zwischen den beiden Lagern jeweils deutliche Diskrepanzen. Sehr deutlich wird das am Beispiel von TV-Dokumentationen wie "Arbeit - nein danke!" kürzlich in der ARD - da gehen die Meinungen anschließend so heftig auseinander, dass ich bei manchen Zeitgenossen schon regelrecht widerwärtig aggressive Empörung verspüre.

  7. #106
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Alternativen sind rar, das stimmt. Nur würde man doch gerade in der Politik nicht jemanden ins Feld schicken, der mit einem echten Loser-Image behaftet ist.
    OK, wenn nicht gerade ne' Schwarzgeldaffäre auf der Partei lastet und ausser einem gelehrigen aber stets verspotteten Kohl-Mädchen gerade keiner ein Interesse hat in die Bresche zu springen, dann schicken Parteien normalerweise niemanden mit Loser-Image ins Feld ;-) Ich schrieb ja auch, dass Steinbrück "noch"(!) ein Loser-Image anhaftet und das meine ich, weil die Ursache für die Neuwahl noch nicht besonders lange her ist: Steinbrücks Abwahl. Die Zeiten, in denen Schröder seine Landtagswahlopfer zum Trost einfach so nach Berlin holen konnte, sind ja seit der Vertrauensfrage erstmal vorbei.

    hierzulande gibt's eine Spaltung zwischen Neoliberalen und Sozialromantikern, um's mal überspitzt zu formulieren.
    Ich weiss nicht... gerade im Wahlergebnis sehe ich die nicht wieder. Zumindest würde ich die SPD eben nicht den Sozialromantikern zuschlagen. Und damit schrumpft das Lager der Sozialromantiker in den einstelligen Bereich, denn weder CDU, CSU noch FDP und Grüne finden sich da wieder. Die Streitigkeiten zwischen den Lagern SPD/Grüne und CxU/FDP liegen da für mich eher "nur" im Bereich der Instrumente, der Härte der Reformen und natürlich der Köpfe - so sehr manche auch immer auf die Parteienwahl pochen, wenn sie merken, dass ihr Kandidat nicht gut ankommt.

    PM

  8. #107
    Benutzerbild von djrene

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    Vorläufiges amtliches Endergebniss:

    CDU/CSU 35,2
    SPD 34,3
    FDP 9,8
    Linkspartei 8,7
    Die Grünen 8,1

    Und, sehr beschämend, aber gottlob doch unbedeutend: NPD 1,6 %

  9. #108
    Benutzerbild von PostMortem

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    djrene postete
    Vorläufiges amtliches Endergebniss:

    CDU/CSU 35,2
    SPD 34,3
    FDP 9,8
    Linkspartei 8,7
    Die Grünen 8,1
    Tja, die Wahl wird in Dresden entschieden (da nur 2 Sitze zwischen CxU und SPD liegen) und dann wohl vorm BVG. Und in 3 Monaten posten wir hier dann vielleicht wieder Ergebnisse... Ich muss aber zugeben, dass ich eigentlich - trotz bisher großem Interesse - keine Lust auf weiteren Wahlkampf habe ;-(

    PM

  10. #109
    Benutzerbild von Torsten

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    PostMortem schrieb
    Ich weiss nicht... gerade im Wahlergebnis sehe ich die nicht wieder. Zumindest würde ich die SPD eben nicht den Sozialromantikern zuschlagen. Und damit schrumpft das Lager der Sozialromantiker in den einstelligen Bereich, denn weder CDU, CSU noch FDP und Grüne finden sich da wieder. Die Streitigkeiten zwischen den Lagern SPD/Grüne und CxU/FDP liegen da für mich eher "nur" im Bereich der Instrumente, der Härte der Reformen und natürlich der Köpfe - so sehr manche auch immer auf die Parteienwahl pochen, wenn sie merken, dass ihr Kandidat nicht gut ankommt.
    Um dir eine Meinung zur Stimmung in der Bevölkerung zu verschaffen, solltest du verstärkt auf entsprechende Debatten in Umfeld, TV oder Internet-Foren achten. Nach meiner Erfahrung geht's da seit einiger Zeit so heftig wie schon lange nicht mehr zur Sache.

    "Sozialromantiker" war, wie erwähnt, eine überspitzte Formulierung. Dass aber die SPD bei den meisten Wählern für "humanere" Reformen steht, ist unbestritten.

  11. #110
    Benutzerbild von brandbrief

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    Also bei der Debatte in der Berliner Runde kam mir Gerhard Schröder teilweise sehr abstrus vor. Noch bevor es richtig los ging fiel er dem ZDF-Reporter schon während der Fragestellung ständig ins Wort.
    Edmund Stoiber ging nie auf die gestellten Fragen ein und schweifte mittels SPD-Konfrontation immer wieder von einer konkreten Antwort ab, selbst wenn die Moderatoren "nachhakten".
    Ein einziges "Selbst-auf-die-Schulter-Geklopfe". Es war teilweise unerträglich. Nur Sieger - keine Verlierer.

    Das Fazit ist wohl: Das Volk möchte weder einen Gerd noch eine Angela als Bundeskanzler(in).

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