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Die 80er-Forum-User wählen den Bundestag!

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.09.2005, 14:54 Uhr · 298 Antworten · 16.534 Aufrufe

  1. #131
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    Kinderfresser postete
    @ FGTH: im Prinzip hat Schröder sogar recht, wenn er CDU und CSU getrennt rechnet. Nur haben sich beide Parteien ja schon vor langer Zeit darauf geeinigt, daß die CSU in Bayern antritt und die CDU im Rest des Landes,k um sich gegenseitig nicht Stimmen wegzunehmen.
    Mir ist das wohl bekannt, nur ich fand die gemachte Argumentation fürs Gesäß und so kann man sich das auch schön reden. Schwarz wird nicht heller wenn man es trennt. Hätte die SPD mehr Stimmen als die Union bekommen, dann hätte er gesagt ich hab die Union besiegt, nun sagt er aber ich habe die CDU besiegt. Welchen Nährwert hat solch eine Aussage und was hilft es ihm?

  2.  
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  3. #132
    Benutzerbild von Gosef

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    Kinderfresser postete
    Gosef schrieb:Ah, wohl CDU-Wähler? Daher weht der Wind...
    Zum Thema Wählerschelte hatten wir hier schon einen Beitrag.
    Den zweiten Satz hättest Du Dir schenken können(...)
    Hmm... was war daran so schlimm?
    Gruß
    Gosef

  4. #133
    Benutzerbild von synth66

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    Ich vermisse bei den großen Parteien, wie auch bei Ihren Anhängern eine gewisse kristische Distanz. Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach eingestehen kann, dass man die Wahl verloren hat. Dies gilt sowohl für die SPD, die CDU als auch für die Grünen.

    Keinem ist es wirklich gelungen, die Mehrzahl der Wähler für ein Konzept zu überzeugen. Die CDU ist letztlich an personellen Fragen sowie an ihrem Steuerkonzept gescheitert. Die SPD hat zwar mit ihren eingestreuten Behauptungen zur sozialen Kälte der CDU das Leben schwer gemacht, dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die SPD eins ihrer schlechtesten Wahlergebnisse überhaupt erzielt hat (sogar noch schlechter als 1990 mit Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat).

    Geht man danach, darf keine der beiden großen Parteien für sich ableiten, dass die Wähler ihnen den Auftrag zum Regieren gegeben haben. Eher im Gegenteil. Die Wähler wollen keine Kanzlerin Merkel, sie wollen aber auch keinen Kanzler Schröder mehr. Vertrackte Situation.

    Meiner Meinung nach kann eine Jamaika-Koalition (oder "Schwampel") aufgrund der sachlichen vielmehr aber der persönlichen Differenzen zwischen Gelb und Grün nicht funktionieren. Falls es doch zustande kommt, wird die Quittung in 4 Jahren ein erdrutschartiger Sieg der SPD werden.

    Wenn beide großen Parteien nüchtern und mit Sachverstand sowie mit Blick auf die Zukunft die Ergebnisse analysieren würden, wird m. E. folgendes eintreten.

    1. Das Image von Angela Merkel ist aufgrund der klaren Niederlage angekratzt und wird auch in ihrer Partei weiter bröckeln.

    2. Die SPD kann sich einen Demagogen als Vorzeigefigur nicht länger leisten.

    3. Beide Parteien werden neue Verhandlungsführer benennen und eine große Koalition vereinbaren, die derjenige führt der die meisten Sitze im Bundestag auf sich vereinigen kann.

    Übrigens: Wenn man sich die Wahlkreis-Ergebnisse auf der Deutschlandkarte anschaut, ist einiges interessantes zu erkennen:

    Nicht überraschend ist, dass der Süden nahezu komplett an die CDU gegangen ist, während der Osten (außer Sachsen) nahezu komplett von der SPD geholt wurde. Auch das Ergebnis im Ruhrgebiet (für die SPD) kann nicht wirklich überraschen.

    Überraschend ist allerdings der Ausgang in Niedersachsen und Hessen. Wulff und Koch, die ja an vorderster Front für die Nachfolge bereitstehen müssen sich fragen lassen, warum sie in ihren Stammländern es nicht geschafft haben, genügend Wähler zu mobilisieren.

    Viele Grüße.

    synth66.

  5. #134
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Gosef schrieb:
    Kinderfresser postete
    Gosef schrieb:Ah, wohl CDU-Wähler? Daher weht der Wind...
    Zum Thema Wählerschelte hatten wir hier schon einen Beitrag.
    Den zweiten Satz hättest Du Dir schenken können(...)
    Hmm... was war daran so schlimm?
    Den Satz "Daher weht der Wind..." hättest Du Dir sparen können. Dadurch bringst Du schon eine gewisse Polemik rein, die Du synth66 ja gerade vorwirfst. Aber ansonsten ist da nichts schlimmes dran.

  6. #135
    Benutzerbild von PostMortem

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    synth66 postete
    Ich vermisse bei den großen Parteien, wie auch bei Ihren Anhängern eine gewisse kristische Distanz. Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach eingestehen kann, dass man die Wahl verloren hat. Dies gilt sowohl für die SPD, die CDU als auch für die Grünen.
    Was bringen uns solche Eingeständnisse? Würde es uns irgendwie voranbringen, wenn sich alle in Umschreibungen überbieten, wie sehr sie die Wahl doch verloren haben?

    KEINER hat die Wahl verloren. Das war einerseits schon immer so (jedenfalls wenn man die Politiker nach der Wahl reden hört) und andererseits sind die Zeiten der Lagerwahlkämpfe entgegen des momentanen, durch die Art des Wahlkampfs vorherrschenden, Polarisierungseindrucks vorbei. Alle müssen miteinander können, so wie die SPD es schon 2002 gesagt hat. Andere, modernisierte Länder mit wenig Arbeitslosigkeit kennen das nur so und lediglich wir Deutschen sind wegen unserer Weimar-Phobie so etwas nicht gewöhnt, sondern lediglich den Blick übern großen Teich, wo die Machtverhältnisse noch einfacher immer wieder zwischen lediglich zwei Männern geklärt werden.

    Wir müssen ja nicht gleich italienische Verhältnisse einführen. Aber nur weil mal das gesamte Volk über sechs Parteien im Bundestag vertreten wird (und das ist der einzige Grund, warum die beiden Großen Federn gelassen haben, der Wechsel- und Protestwähler sah dieses Mal eben mehr Alternativen) und niemand gegen ein halbes Land anregieren muss (DAS macht für mich die Spaltung in den USA aus), sehe ich diese Wahl nicht als Tragödie, nicht als Verlust sondern als Chance für das Aufbrechen der Lager und ein Ende der Blockaden. Vielleicht kommt das nicht gleich heute, vielleicht müssen wir auch wirklich Anfang des Jahres 2006 nochmal wählen, aber dann wird der Druck da sein sich zusammen zu raufen und vernünftige Politik zu machen.

    PM

  7. #136
    Benutzerbild von waschbaer

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    Oh Mann, die Diskussionen im TV sind ja endlos und auch die Berichterstattung der ausländischen Presse ist interessant. Habe gerade ein paar britische Artikel gelesen.

    Nun, mir stinkt einfach, dass keine der beiden Kandidaten einsehen will, dass das Volk doch eigentlich einen Kanzler Schröder nicht mehr will und eine Kanzlerin Merkel noch nie richtig wollte. Ich weiß nicht mehr, wer es genau war, aber irgendjemand hatte hier im Forum schon einmal von der Auswahl zwischen Pest und Cholera gesprochen.

    Wie viele andere hier hatte ich gestern Abend auch den Eindruck, dass Kanzler Schröder, der sonst so staatsmännisch gerne auftritt, irgendetwas zu sich genommen hat, was ihm nicht gut getan hat. Damit habe ich jetzt nicht gesagt, was es ist, aber irgendwie hat mich das Ganze doch sehr stark beispielsweise an den Auftritt von FJ Strauß in der Elefantenrunde nach der Wahl 1980 erinnert.

    Ich befürchte nun folgendes Szenario (und das ist verfassungsmäßig meines Wissens nach).

    Schröder klebt so sehr an der Macht, dass er folgende Gedankengänge durchspielt, die ich auch auf der Homepage von T-Online gefunden habe.

    "Schröder setzt alles auf eine Karte"
    Der Berliner Politikwissenschaftler Niels Diederich geht davon aus, dass die Wahl des Regierungschefs im Bundestag scheitern wird, weil sowohl Schröder als auch Merkel das Kanzleramt beanspruchen. Nach der gescheiterten Kanzlerwahl könne der Bundespräsident das Parlament erneut auflösen und Neuwahlen ansetzen. Dies sei Schröders Kalkül, wenn er wie am Wahlabend auf dem Recht zur Regierungsbildung beharre, obwohl die SPD weniger Stimmen erhielt als die Union, sagte Diederich. "Schröder setzt alles auf eine Karte, strategisch läuft das genau darauf hinaus".

    Neuwahl im Januar?
    Der Politologe Jürgen Falter erläutert genau, wie Schröder in einem komplizierten Verfahren einen solchen Schritt erzwingen könnte. Angela Merkel würde in den ersten beiden Wahldurchgängen im Bundestag durchfallen, Gerhard Schröder gewinnt im dritten - mit den Stimmen der Linkspartei, weil hierbei die einfache Mehrheit reicht. Eine Koalition würde er aber nicht eingehen. Wenn dann sein erstes Gesetzesvorhaben - der Haushalt - scheitern würde, könnte Schröder die Auflösung des Bundestags und Neuwahlen vorschlagen. Dann könnte im Januar neu gewählt werden.


    Was das wieder an Steuergelder kostet, nur um das Ego eines am Stuhl klebenden Politikers zu befriedigen. Das Ausland lacht zum Teil eh schon über uns. Mir wäre es mittlerweile egal, ob es Schwarz-Gelb oder Rot-Grün gegeben hätte. Alles wäre meines Erachtens besser gewesen als dieses Ergebnis.

    Und wen demnächst noch ein Politiker darüber lamentiert, dass das Volk politikverdrossen ist, dann sollte man Ihnen wirklich den himmelschreienden Unsinn vorspielen, der gestern von Vertretern aller Parteien von sich gegeben wurde.

    Zuletzt kommt mir noch so das berühmte Zitat des in Augsburg geborenen Bertolt Brecht in den Sinn:

    "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"

  8. #137
    Benutzerbild von synth66

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    PostMortem postete
    Was bringen uns solche Eingeständnisse?
    Hättest Du nur diese Frage gestellt, bestünde die Chance einer halbwegs sinnvollen Diskussion. Durch die Anschlussfrage

    Würde es uns irgendwie voranbringen, wenn sich alle in Umschreibungen überbieten, wie sehr sie die Wahl doch verloren haben?
    wird eine solche allerdings schon fast abgewürgt.

    Ich versuche trotzdem mal zu antworten. Was bringen uns solche Eingeständnisse ?

    In meinem idealistischen und vielleicht etwas verträumten Weltbild, stelle ich mir vor, dass Ehrlichkeit vor allem auch zu sich selbst einen höheren Wert haben sollte als aufgesetztes Blendertum. Ich verstehe allerdings, dass viele das anders sehen, denn in einer Leistungsgesellschaft, in der wir uns ja nun befinden, zählt Erfolg (auch wenn er nur rhetorisch zusammengebaut ist) offensichtlich mehr als Ehrlichkeit.

    Das Geschwafel nach einer objektiv gesehen verlorenen Wahl (egal von welcher Partei) kann ich mittlerweile schon mitsprechen. Mir kommt das ganze so vor, wie in der Schule.

    Da freut sich der tolle Schüler über eine 5- im Aufsatz und verkauft dies als Erfolg, weil alle mit einer 6 gerechnet haben. Eine gute Note wird trotzdem nicht daraus. Wo soll dann die Motivation herkommen, vielleicht mal eine 3 anzustreben ?

    Viele Grüße.

    synth66.

  9. #138
    Benutzerbild von waschbaer

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    @synth66

    Da freut sich der tolle Schüler über eine 5- im Aufsatz und verkauft dies als Erfolg, weil alle mit einer 6 gerechnet haben. Eine gute Note wird trotzdem nicht daraus. Wo soll dann die Motivation herkommen, vielleicht mal eine 3 anzustreben ?
    Sehr schönes Beispiel. Das habe ich heute in der Arbeit gegenüber einem meiner Kollegen auch verwendet. Ich verstehe nicht, weshalb Angela Merkel nicht sagen kann: "Wir wollten rot-grün durch schwarz-gelb ersetzen und das haben wir nicht geschafft, also sind wir gescheitert." Und gleiches gilt für Schröder. Nur in seinem Falle, heißt es: "Wir wollten die bestehende Koalition fortsetzen. Das ist nicht gewünscht worden. Also haben wir unser Wahlziel nicht erreicht." Nein, stattdessen betonen beide Seiten, wie toll sie doch gewonnen haben.

    Das einzig erfreuliche für mich an der Wahl ist, dass mittlerweile auch in Bayern Kritik am Regierungsstil Stoibers aufkommt, denn die stellvertretende Vorsitzende der CSU in Bayern, Barbara Stamm, äußerte sich so, dass es nicht mehr sein kann, dass nur noch wenige in der CSU entscheiden und alle anderen solidarisch mitziehen müssten.

  10. #139
    Benutzerbild von PostMortem

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    waschbaer postete
    Was das wieder an Steuergelder kostet, nur um das Ego eines am Stuhl klebenden Politikers zu befriedigen.
    Wenn Schröder und die SPD klein beigeben würde, hätten wir eine schwache große Koalition unter einer schwachen Kanzlerin Merkel und 4 Jahre Stillstand. Oder siehst Du das anders? Es geht gar nicht um einen Politiker der am Stuhl klebt. Die SPD würde die Argumentation stärkste Partei zu sein jetzt m. E. auch ohne Schröder fahren. Die können ihr Glück kaum fassen doch nicht so nah am Abgrund zu stehen wie alle dachten. Das nutzen sie jetzt aus, um nicht durch eine lange Oppositionsdurststrecke zu müssen.

    Das Ausland lacht zum Teil eh schon über uns.
    Wer lacht denn? M. E. geben die internationalen Stimmen erstmals seit langem absolut klar und deutlich die absolute Vormachtsstellung Deutschlands in Europa zu (was nicht selbstverständlich war, obwohl es offensichtlich ist) und beten, dass hier noch was vernünftiges rauskommt. Wenn sie lachen würde, wäre es Schadenfreude. Die würden sie sich nur erlauben, wenn es uns und ihnen gut ginge - und dann könnten wir uns auf ihr Lachen ein Ei pellen.

    PM

  11. #140
    Benutzerbild von PostMortem

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    waschbaer postete
    @synth66

    Da freut sich der tolle Schüler über eine 5- im Aufsatz und verkauft dies als Erfolg, weil alle mit einer 6 gerechnet haben. Eine gute Note wird trotzdem nicht daraus.
    Erinnert mich irgendwie ganz stark an die übertriebenen und am Eindruck des Volkes vorbei hochgejubelten Bewertungen von Merkels Leistungen im TV-Duell..... mein Eindruck war, dass diese Logik (besser als erwartet = gewonnen) da noch für alle CDU- und FDP-Anhänger in Ordnung war.

    PM

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