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Die 80er-Forum-User wählen den Bundestag!

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.09.2005, 14:54 Uhr · 298 Antworten · 16.542 Aufrufe

  1. #141
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    Frau Merkel sagte doch in der Elefantenrunde sinngemäß, "Wir haben nicht gewonnen und auch sie nicht Herr Schröder. Wir müssen uns alle zusammensetzen.", nur Schröder sah das alles anders. Auch Fischer machte Eingeständnisse und blieb sachlich. (Hab ich mich verhört oder leide ich unter Wahlfieber?)

    Gestern gab es nur einen Gewinner, Rudi Völler.

  2.  
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  3. #142
    Benutzerbild von synth66

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    PostMortem postete
    Erinnert mich irgendwie ganz stark an die übertriebenen und am Eindruck des Volkes vorbei hochgejubelten Bewertungen von Merkels Leistungen im TV-Duell..... mein Eindruck war, dass diese Logik (besser als erwartet = gewonnen) da noch für alle CDU- und FDP-Anhänger in Ordnung war.
    Das habe ich ehrlich gesagt auch nicht verstanden (wobei für mich keiner der beiden auch nur in die Nähe der Bewertung "überzeugend" kamen). Wie gesagt, die großen Parteien geben sich in dieser Sache nicht viel. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Du die 5- des Kanzlers anders beurteilst als die 5- der Kandidatin. Vielleicht lässt sich das ändern, wenn man die parteipolitische Brille absetzt.

    Viele Grüße.

    synth66.

  4. #143
    Benutzerbild von waschbaer

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    Hier ein paar Auslandsstimmen:

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...375321,00.html

    Schön finde ich die kurze Beschreibung aus der Schweiz.

  5. #144
    Benutzerbild von waschbaer

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    Beim TV Duell habe ich auch geschrieben, dass beide Kandidaten enttäuschend waren. Ich dachte auch, dass sich Merkel schlechter verkauft, aber deswegen fand ich sie noch lange nicht gut.

  6. #145
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Mein Wahlkommentar:

    Das neoliberale Umgestaltung der Republik ist zumindest vorläufig an eine gewisse Grenze gestoßen. Und das ist - so sehr mich auch die allgemeine Promi-Fixierung stört - in erster Linie Lafontaines Verdienst. Denn: Nachdem die SPD mit Hartz-IV eine kritische Schwelle überschritten und nachdem eine Erosion des sozialdemokratischen Stammwählermilieus eingesetzt hatte, waren es die WASG und eben v. a. Lafontaine mit seinem Promi-Faktor, die dafür gesorgt haben, daß die entsprechenden Wählergruppen nicht einfach ins Nichtwähler-Off verschwanden, sondern als wahrscheinliche Wähler eines neuen Linksbündnisses weiterhin in der politischen Diskussion präsent blieben. Die Konkurrenz von Lafontaine, WASG und PDS hat der SPD dann einen - so ursprünglich sicher nicht geplanten! - klassisch-sozialdemokratischen Wahlkampf aufgezwungen, in dessem Zuge der Besserverdiener-Egoismus, der hinter den in den Medien geforderten "mutigen Reformen" steht, zunehmend ins Bewußtsein der Bevölkerung gerückt ist. Mit der Folge, daß erstens die Linkspartei/PDS den Sprung (bzw. das Comeback) in den Bundestag geschafft hat und zweitens zumindest die radikalste Variante neoliberaler Politik, Schwarz-Gelb in Bundestag und Bundesrat, verhindert worden ist.

    Es ist bezeichnend, daß man in den Medien jetzt sogar Stimmen hört, die über eine Reform des Wahlrechts(!), und zwar hin zum britischen Mehrheitswahlrecht, nachdenken. Die betreffenden werden wissen, daß ohne dieses eigentümliche Wahlsystem, welches aus einer relativen Mehrheit der Stimmen eine absolute Mehrheit der Sitze zu schaffen vermag, auch in Großbritannien der Thatcherismus in dieser reinen Ausprägung nicht möglich gewesen wäre. Wenn man aber wirklich sicher gehen will, daß unternehmerfreundliches "Durchregieren" ohne Kompromisse möglich wird, sollte man es langfristig vielleicht mit einem nach Einkommensgruppen gestaffelten Wahlrecht (wie es im 19ten Jahrhundert vielerorts üblich war) versuchen.

    Aber nun zur Frage der Regierungsbildung: Schröders Auftritt gestern in der Elefantenrunde hat mir richtig gut gefallen! Endlich mal ein SPD-Kanzler, der eine Arroganz an den Tag legt, wie man sie bei einem Helmut Kohl stets als ganz normal und natürlich wahrgenommen hat! Und zumindest mal ein SPD-Mann, der was von Machtpoker versteht. Denn es steht nirgendwo in der Verfassung geschrieben, daß der Kanzler Mitglied der stärksten Parlaments- oder auch nur der stärksten Koalitionsfraktion sein muss, und Schröder wäre doch blöd, wenn er schon vor den Koalitionsverhandlungen seinen Kanzler-Anspruch geben würde. Er hat sofort erkannt, daß aufgrund des unklaren Wahlergebnisses jetzt innerhalb und außerhalb der Verhandlungszimmer, also auch in der Öffentlichkeit, ein Ringen um die Koalitions- und Kanzlerfrage einsetzen wird und daß er dabei alle Trümpfe ausspielen muss, die er hat: seinen im Vergleich zu Merkel stärkeren innerparteilichen Rückhalt, seine im Vergleich zu Merkel höheren Sympathiewerte in der Bevölkerung, seinen Bis-auf-weiteres-bin-ich-immer-noch-Kanzler-Bonus, die moralische Stärkung durch die Aufholjagd der SPD in den letzten Wochen und die CDU-35%-Pleite und das wahrscheinliche Zurückschrecken der CDU vor sofortigen Neu-Neuwahlen. Und er hat absolut richtig gehandelt, als er in der Elefanenrunde die Parteinahme der großen Mehrheit der Journalisten und Meinungsforscher für die CDU zur Sprache gebracht hat, denn die Unterstützung der Medien hat er ja eh nicht, also muss er sozusagen auf den direkten Draht zur Bevölkerung setzten.

    Was nun passieren wird ist schwer abzuschätzen. Ich tippe am ehesten darauf, daß Schröder erstmal ´ne Weile Kanzler eines rotgrünen Minderheitskabinetts bleibt, denn ich glaube, die Linkspartei/PDS scheut sofortige Neu-Neuwahlen (da bei einem solchen quasi Kanzler-Plebiszit Linkspartei-Stimmen wieder zurück an die SPD gehen könnten) und wird daher erstmal einen Kanzler Schröder im Bundestag mitwählen und wohl kaum ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU unterstützen. Aber für die Gesetze und Haushaltsbeschlüsse muss Schröder sich dann wechselnde Mehrheiten suchen und so wird es wohl in 1 oder 2 Jahren wieder Neuwahlen geben.

  7. #146
    Benutzerbild von PostMortem

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    synth66 postete
    PostMortem postete
    Erinnert mich irgendwie ganz stark an die übertriebenen und am Eindruck des Volkes vorbei hochgejubelten Bewertungen von Merkels Leistungen im TV-Duell..... mein Eindruck war, dass diese Logik (besser als erwartet = gewonnen) da noch für alle CDU- und FDP-Anhänger in Ordnung war.
    Das habe ich ehrlich gesagt auch nicht verstanden (wobei für mich keiner der beiden auch nur in die Nähe der Bewertung "überzeugend" kamen). Wie gesagt, die großen Parteien geben sich in dieser Sache nicht viel. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Du die 5- des Kanzlers anders beurteilst als die 5- der Kandidatin. Vielleicht lässt sich das ändern, wenn man die parteipolitische Brille absetzt.
    Sozialdemokratische Politik gibts eben nach diesem Richtungswahlkampf am ehesten von der SPD und nicht von der CDU. Es gab ja mal Zeiten, da hat die CDU sozialdemokratische Politik gemacht. Bei mir gibts da diesbezüglich keine Parteibrille, außer was die FDP angeht. Ich will diesen Kasperverein nicht in der Regierung. Die haben doch den Begriff "freiheitlich" völlig vergewaltigt und haben unter diesem "Label" schon alles verkauft - letztendlich aber dabei eben nie ihre Gefälligkeitspolitik, die rein auf den Vorteil der Unternehmer und Reichen abzielt, aufgegeben. Und ansonsten bin ich bekennender Stoiber- und Merkelverhinderer. Es gibt auch weniger menschenverachtendere Politik in der CDU und es gibt sogar Leute, die nicht vergessen haben, dass das "S" in der CSU für sozial steht und das "sozial" eben kein Schimpfwort ist. Die Wut des an sich ja großen Arbeitnehmerflügels der CDU baut sich ja gerade auf.

    Ich habe etwas weiter oben schon geschrieben, dass ich eine CDU mit vernünftigem Programm und z. B. Wulf an der Spitze ohne Probleme wählen könnte, wenn die SPD das schlechtere Angebot hätte. Wenn die SPD u. a. mit Riester-Zwangsrente, MwSt.-Erhöhung und z. B. Eichel als Kandidaten in den Wahlkampf ziehen würde und die CDU mit Wulf u. a. für eine echte Rentenreform und die Öffnung der privaten Krankenkassen für alle antreten würde, dann würde ich vermutlich CDU wählen. Wenn Westerwelle endlich abgesägt werden würde, wäre das für mich sogar noch einfacher. Aber darauf kann ich nach dem Traumergebnis jawohl lange warten. Für mich entscheiden eben in erster Linie Köpfe (natürlich nicht ganz abgekoppelt von Inhalten, denn die jeweiligen Köpfe stehen für mich für ganz bestimmte Inhalte und Richtungen die mal mehr, mal weniger menschenfreundlich sind), egal wieviel Tanz um die Parteienwahl in Deutschland gemacht wird. Am Ende ist eben Merkel oder Schröder Kanzler und nicht CDU oder SPD und das ist nunmal nicht erst in der Regierung Personalisierung pur.

    Ich beurteile die gefühlte 5 des alten Kanzlers übrigens auch gar nicht anders als Merkels 5. Er hat die SPD in den Keller gerissen und nun hat er sie eben wieder rausgeholt. Dieser Kraftakt nötigt mir Respekt ab, aber im Grunde hat er nur seine Suppe wieder ausgelöffelt und das nichtmal ganz. Es ändert aber nichts dran, dass ich persönlich 1998, 2002 und jetzt den Kopf der CxU nicht als Kanzler will und die wichtigsten potenziellen Ministerkandidaten aus CxU und FDP nicht als Regierungsmannschaft, schon gar nicht will ich Stoiber jetzt noch durch die Hintertür im Bund. Die Arbeitnehmerseite in der großen Volkspartei CxU spielt momentan überhaupt keine Rolle und so eine Regierung will ich selbstverständlich nicht. Deshalb bevorzuge ich den mutmaßlichen 5er Schüler Schröder und sehe ihn eigentlich auch nicht als geringeres Übel. Gerade die CDU hält ihm doch immer vor, dass er die notwendigen Reformen nicht geschafft hat, weil seine Partei nicht mit ihm mitgemacht hat wie er wollte. Dann hat er als Person doch eigentlich alles richtig gemacht und gewollt.... Ich halte seinen Machtanspruch jedenfalls unter den gegebenen Umständen für genauso legitim wie Merkels und kann mich nur wundern, dass die Medien ihre Gefälligkeitsberichterstattung Pro-CDU und Anti-Linkspartei einfach so weiterfahren (naja, vielleicht eine kindische Trotz-Reaktion auf Schröders Ausbruch) und in alten Denkmustern gefangen sind.

    PM

  8. #147
    Benutzerbild von Torsten

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    PostMortem schrieb
    Was bringen uns solche Eingeständnisse?
    Authenzität. Dessen Mangel ist ein Hauptgrund für die viel zitierte Politikverdrossenheit. Der gestrige Abend mitsamt seinen ganzen abstrusen Interviews und Kommentaren dürfte beim Großteil der Bevölkerung pures Kopfschütteln hervorgerufen haben.

    Diese Glaubwürdigkeit hat einen Wert unabhängig vom Wandel der politischen Verhältnisse.

  9. #148
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Hier ein paar Auslandsstimmen:

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...375321,00.html
    Angesichts dieser Stimmen fragt man sich denn doch, welchen Wert Aussagen à la "wir sollten uns an europäische Verhältnisse gewöhnen" haben. In weiten Teilen des europäischen Auslands scheint man der hiesigen Lage äußerst skeptisch gegenüberzustehen - welch Wunder bei solch einer zerrissenen politischen Landschaft. Und die nun inflationär intonierte Parole "jeder muss mit jedem können" ist nichts anderes als ein Synonym für inhaltliche Beliebigkeit, die Deutschland sicher nicht als verlässliche Größe dastehen lässt.

  10. #149
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Und die nun inflationär intonierte Parole "jeder muss mit jedem können" ist nichts anderes als ein Synonym für inhaltliche Beliebigkeit, die Deutschland sicher nicht als verlässliche Größe dastehen lässt.
    Zu diesem Schluss kommt man, wenn man die alte Lagerdenke von gestern auf heute überträgt. Aber die politische Realität sieht doch allein unter Ministerpräsidenten schon ganz anders aus. Das Steinbrück und Müller in einer der letzten Duellrunden zwar inhaltlich hart gestritten, sich am Schluss im Hinblick auf einen gemeinsam zu verbringenden Wahlabend aber fast in den Armen gelegen haben, zeigt was ich meine. Die können doch alle miteinander wenn sie müssen OHNE deshalb ihre Ziele und Themen aufzugeben. Das Kompromisse als "inhaltliche Beliebigkeit" gesehen werden, liegt doch an der Blockadepolitik der wechselnden Mehrheiten der letzten 30 Jahre und nicht am aktuellen Wählervotum, das diesem gewohnten Verfahren erstmals seit langem entgegensteht.

    Aber gerade an Dich nochmal eine Frage.... Du hast ja nun erklärt, dass mit Steinbrück der Neuanfang gemacht werden soll. Der Mann ist 58 und damit läppische 3 Jahre jünger als sein Vorgänger.... Bringts das? Ihm haftet das Image des Grünenfressers mittlerweile genauso stark an wie Clement. Ist das der Mann für den Weg zurück zu einer immer noch angestrebten Rot-Grünen Mehrheit?

    Der Schröder den wir gestern gesehen haben, ist letztendlich auch nur der Schröder der 1998 schon vor der Wahl ganz dreist einen sich abzeichnenden Aufschwung als "seinen" Aufschwung für sich reklamiert. Sozusagen einen Aufschwung aus Vorfreude auf seine Kanzlerschaft. Wenn er damals trotzdem der richtige war - und das war er wohl - dann auch heute.

    PM

  11. #150
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Also Dresden macht überhaupt nix mehr aus im Wahlergebnis!

    Im Wahlkreis Dresden I wohnen rund 200.000 Wahlberechtigte. Im Vergleich zur bundesweiten Wahlbevölkerung macht das gerade mal ein halbes Prozent aus!

    Also vorausgesetzt, in Dresden I gehen auch wirklich alle zur Wahl und alle wählen SPD, dann reicht das nicht, das fehlende Prozent auszugleichen.

    Obige Annahme ist außerdem völlig unrealistisch, weil Dresden I schon immer ein CDU-Bezirk war / ist, es wäre sehr verwunderlich, wenn diesmal nicht Frau Christa Reichert (CDU) das Direktmandat bekäme, wie schon in den letzen Bundes- und Landtagswahlen.
    Also Direktmandat für die SPD ist auch unrealistisch!

    Was auch immer jetzt passiert, ich sag nur armes Deutschland!
    Ne große Koalition wäre doch gar nicht regierungsfähig, nicht, weil die alle zu blöd dazu sind, sondern weil die sich doch nur gegenseitig blockieren würden! War doch bisher schon so zwischen Bundestag und Bundesrat!

    Also für mich steht eines fest: ich wander aus! Nicht heut und morgen, aber auf jeden Fall in den nächsten 5 bis 10 Jahren! Und bis dahin: Augen zu und durch!

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