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Die 80er-Forum-User wählen den Bundestag!

Erstellt von Die Luftgitarre, 09.09.2005, 14:54 Uhr · 298 Antworten · 16.516 Aufrufe

  1. #171
    Benutzerbild von PostMortem

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    Die Luftgitarre postete
    Die Eigenständigkeit der CSU ist ein formaljuristischer Aspekt, der aus den ersten Nachkriegsjahren herrührt - die CSU mußte sich von der CDU symbolisch abgrenzen, um die noch aus der Weimarer Republik überkommenen betont katholischen und eigenstaatlichen Sonderströmungen unter den bayrischen Konservativen integrieren zu können -, hat aber schon seit langem keine Praxisrelevanz mehr (selbst Strauß hat diesbezügliche Ankündigungen nie wahrgemacht).
    Und zwei Parteien die ihre parteiinternen Altlasten der Weimarer Republik nicht reformieren können, sollen Deutschland im Jahr 2005 reformieren? ;-)

    Der Hinweise auf Schröders persönliche Umfragewerte und die Tatsache, daß die Mehrheit der Bevölkerung Parteien links von Schwarz-Gelb gewählt hat, dürften einen wesentlich größeren öffentlichen Druck entfalten als das CSU-eigene-Partei-Argument.
    Doppelt hält besser ;-) Sie wollten eben um jeden Preis den Eindruck einer Loser-SPD vermeiden und das haben sie geschafft. Heute regen sich noch manche über Schröders Auftritt auf. Das ist aber nichts was lange Bestand haben dürfte.

    PM

  2.  
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  3. #172
    Benutzerbild von Torsten

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    Dass die Roten ausgerechnet jetzt auf die Doppelpartei-Konstellation der Union herumreiten, ist selbst für mich als SPD-Wähler ein peinliches Szenario. Wenn's danach ginge, hätten sie auch schon bei vergangenen Wahlniederlagen mit diesem Argument daherkommen können - taten sie aber nicht. Jetzt, wo's so knapp ist und um die Wurst geht, scheint ihnen aber jedes Mittel recht zu sein.

  4. #173
    Benutzerbild von waschbaer

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    Ich habe auch eben Unter den Linden angeschaut und Horst Seehofer ist für mich seit gestern der erste Politiker aller Parteien, der mal eine nachvollziehbare Erklärung liefert, weshalb seine Partei gescheitert ist. Schade, dass es nicht mehr Politiker von diesem Format gibt, die einfach auch mal Klartext reden können.

    Ach so: Folgenden Artikel zur Elefantenrunde habe ich heute in der Augsburger Allgemeinen gefunden:

    "Ich weiß nicht, was Sie vor der Sendung gemacht haben", sagt irgendwann Guido Westerwelle. Auf die Schulter möchte man ihm dafür klopfen - und als Antwort Barolo? hinterherschicken, Drogen?, völliger Realittätsverlust? Zur Elefantenrunde hatten ARD und ZDF die Parteivorsitzenden geladen. Eine "Berliner Runde" (20.15 Uhr), bei der sich nur einer gebar wie ein Elefant: Gerhard Schröder. Als Elefant im Porzellanladen nämlich.

    Wie hingeschminkt wirkt das selbstzufriedene, ja überhebliche Dauergrinsen im Gesicht des Kanzlers, der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender schon bei der Begrüßung ins Wort fällt. "Herr Bundeskanzler", setzt dieser an. "Schön, dass Sie mich noch so ansprechen", kontert jener. Kanzler sei er schließlich noch. "Und das werde in diesem Land auch so bleiben." Auch wenn die SPD "sehr knapp" wahrscheinlich nicht stärkste Partei sein wird. Verglichen damit allerdings, was quer durch die Republik über die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen geschrieben und gesendet woden sei, schickt er als Medienschelte hinterher, "haben wir gewonnen."

    Die Hochrechnungen sprechen zu diesem Zeitpunkt eine andere Sprache. Bei 34,1 Prozent liegt die SPD, bei 35,2 Prozent die Union. "Ich bin ja mal gespannt", sagt der Kanzler dazu lapidar, "mit wem sie später regieren wollen" - und lehnt sich gemütlich zurück in seinem Stuhl. Betont sachlich sind die Antworten, die Angela Merkel gibt - obwohl man ihr ansieht, wie sehr sie unter dem schlechten Unionsergebnis leidet. Gewohnt sachlich auch der angeschlagene Edmund Stoiber. Joschka Fischer spricht von einer "schwierigen Konstellation" und einem "Wahlergebnis, das man ernst nehmen müsse".

    Schröder nicht. Ein "intellektuelles Problem" unterstellt er ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann auf die - legitime - Frage nach der künftigen Regierung. "Ich will Ihnen Ihre Vorurteile gerne lassen", greift der Kanzler den Moderator an. Bis ihn Chefredakteur Brender wie einen Schulbuben, der nach einer Watschn gebettelt hat, zurechtweist, dass sich derartige Unterstellungen in einer öffentlichen Fernsehsendung nicht geziemen.

    Jedenfalls: "Diejenigen, die die Regierung bilden könnten, sitzen nicht auf dieser Seite", sagt Gerhard Schröder. Keine Merkel, kein Westerwelle, kein Stoiber. Basta. Guido Westerwelle platzt der Kragen - höflich und bestimmt. So gekünstelt wie er hier das Gespräch führe, sagt der FDP-Vorsitzende, könne man Schröder nicht mehr ernst nehmen.

    Derart arrogant, derart unangenehm war dieser Auftritt des Kanzlers, dass sich mancher seiner Wähler wohl einen Radiergummi gewünscht hat, um die Stimmabgabe rückgängig zu machen.
    Ach so: Ehe mir jetzt irgendjemand unterstellt, ich sei frustrierter CDU / CSU-Wähler, da könnte ich dann nur mit Juliane Werding antworten: "Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst (Zitat beendet)"

  5. #174
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Ach so: Folgenden Artikel zur Elefantenrunde habe ich heute in der Augsburger Allgemeinen gefunden:
    Ich frage mich allerdings, ob der Autor dieses Kommentars auch etwas zu sich genommen hat, bevor er diese Zeilen niederschrieb. Wer Merkel und Stoiber angesichts deren Herumdrückerei um jede konkrete Antwort allen Ernstes "Sachlichkeit" attestiert, leidet wohl auch schon unter eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen.

  6. #175
    Benutzerbild von waschbaer

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    Torsten postete
    waschbaer postete
    Ach so: Folgenden Artikel zur Elefantenrunde habe ich heute in der Augsburger Allgemeinen gefunden:
    Ich frage mich allerdings, ob der Autor dieses Kommentars auch etwas zu sich genommen hat, bevor er diese Zeilen niederschrieb. Wer Merkel und Stoiber angesichts deren Herumdrückerei um jede konkrete Antwort allen Ernstes "Sachlichkeit" attestiert, leidet wohl auch schon unter eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen.
    Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich die Meinung der Autorin teile. Ich fand den Artikel heute morgen beim Frühstück amüsant zu lesen. Wenn jemand heute einigermaßen sachlich und auch analysierend gesprochen hat, dann wirklich Horst Seehofer in Unter den Linden. So würde ich mir das von mehr Politikern wünschen.

  7. #176
    Benutzerbild von brandbrief

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    Torsten postete
    Dass die Roten ausgerechnet jetzt auf die Doppelpartei-Konstellation der Union herumreiten, ist selbst für mich als SPD-Wähler ein peinliches Szenario. Wenn's danach ginge, hätten sie auch schon bei vergangenen Wahlniederlagen mit diesem Argument daherkommen können - taten sie aber nicht. Jetzt, wo's so knapp ist und um die Wurst geht, scheint ihnen aber jedes Mittel recht zu sein.
    Genau meiner Meinung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

  8. #177
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Wenn jemand heute einigermaßen sachlich und auch analysierend gesprochen hat, dann wirklich Horst Seehofer in Unter den Linden. So würde ich mir das von mehr Politikern wünschen.
    Herrn Seehofer habe ich ja schon in Beitrag 163 lobend erwähnt. Übrigens ist er auch gleich noch bei "Beckmann" zu Gast.

  9. #178
    Benutzerbild von djrene

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    Einen Tag danach bin ich einfach der Meinung, daß es NUR Verlierer und vielleicht einen klitzekleinen Sieger gibt nach dieser Wahl.

    1. Das Volk: Da braucht es glaube ich keiner weiteren Erläuterung.

    2. Die SPD: Man hat nicht nur den Status der stärksten Fraktion verloren, sondern auch mit dem gestrigen Schröder-Auftritt verdammt viel an Ansehen.

    3. Die CDU/CSU: Mit markigen großen Sprüchen angetreten und tief gefallen. Frau Merkel und Herr Stoiber wurden ähnlich bitter abgestraft wie die SPD. Wer so an seiner Kandidatin sägt braucht sich über's Ergebniss nicht wundern. Die hätten den Ede mal schön in der Mottenkiste lassen sollen und auch den Merz wieder zu holen hat den Platz von Merkel nicht gerade gefestigt. Hätte nur noch gefehlt, daß sie Waigel, Kohl und Strauß noch ausgegraben hätten.

    4. Die FDP: Diese Aussage mag jetzt einige überraschen, aber die sind in einer Scheiß-Situation. Die haben vor der Wahl noch auf dem Parteitag kund getan, daß sie KEINER wie auch immer gearteten Ampel beiwohnen werden. Es gibt also nur 2 Varianten: Man steht mit einer Wahllüge da, oder man frisst den sauren Drops der großen Koalition und ist Opposition trotz tollem Ergebniss.

    5. SED/WASG: Wer als reine Protestpartei antritt und vorher schon sagt, daß er an der politischen Gestalung des Landes nicht interessiert ist, ist für mich ohne weitere Argumente ein Verlierer.

    So, und nun:

    6. Die Grünen: Natürlich Verlierer, weil im Zuge von rot-grün abgewählt, aber in einer feinen Situation, weil man aufgrund der Haltung Schröders, in einer großen Koalition der Kanzler zu sein, wohl von der Union hofiert werden wird. Fischer und Trittin werden die wohl schlucken müssen, wenn sie die Jamaika-Koalition wollen. Die werden vielleicht mit deutlich weniger Stimmen wie die FDP die gleiche Anzahl Minister kriegen, weil die FDP eh will und man die Grünen überzeugen muß. Die haben doch absolut kein Problem mit Opposition. Denen muß man gute Angebote machen wenn man sie dabei haben will. Und da sind einige Reibungspunkte: Atomausstieg (Ist für Grün wohl nicht verhandelbar), Dosenpfand (da vergessen viele immer, das ist noch ein Kind von Klaus Töpfer), Ökosteuer (da werden sie sich davon verabschieden müssen). Da ich den Gerhard so einschätze, daß er nicht unbedingt Außenminister werden will, wenn er einen anderen schönen Posten bekommt und man den Grünen natürlich das Umweltministerium nicht glaubhaft abnehmen kann, sehe ich das mal als gesetzt an.

    7. Nochmal CSU: Die 9% Verlust als große Niederlage hinzustellen ist ja Quatsch. Ist doch klar, daß man in Bayern, wenn ein bayerischer Kandidat antritt, hier andere Zweitstimmenergebnisse bekommt wie mit einer Merkel. Was ist denn das für eine Analyse bitte die ich da heute lesen mußte. Trotzdem vielleicht der größte Verlierer, denn in jeglicher Koalition sind sie der kleinste Partner. Und welche Ministerposten, mit welchen Personen, sollen denn da besetzt werden? Eine Beckstein als I-Minister ist bundesweit nicht zu verkaufen. Da bleibt nicht viel. Kanzleramtsminister?

  10. #179
    Benutzerbild von frasier

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    Torsten postete
    Dass die Roten ausgerechnet jetzt auf die Doppelpartei-Konstellation der Union herumreiten, ist selbst für mich als SPD-Wähler ein peinliches Szenario. Wenn's danach ginge, hätten sie auch schon bei vergangenen Wahlniederlagen mit diesem Argument daherkommen können - taten sie aber nicht. Jetzt, wo's so knapp ist und um die Wurst geht, scheint ihnen aber jedes Mittel recht zu sein.
    Respekt für diese Objektivität.

  11. #180
    Benutzerbild von synth66

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    Nochmal was zu den durchsichtigen Winkelzügen der SPD hinsichtlich der Doppelpartei-Konstellation:

    Vielleicht habe ich meinen Wahlzettel nicht richtig durchgelesen, zumindest aber habe ich kein Feld gefunden, bei dem ich die CSU hätte wählen können.

    Was soll also das Ganze ???

    Viele Grüße.

    synth66.

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