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Die dümmsten Anglizismen

Erstellt von Die Luftgitarre, 06.02.2004, 01:05 Uhr · 31 Antworten · 3.130 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von waschbaer

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    Also obwohl ich ja Englisch unterrichte, nerven mich die Anglizismen in der deutschen Sprache auch immer mehr.

    Der Ausdruck Kinder wird immer mehr durch Kids ersetzt, z.B. also die Kids von heute.

    In Konferenzen wird auch häufig vom Brainstorming gesprochen. Ich kann mich noch an das Wort Stoffsammlung erinnern.

    Ein Spaziergang durch Augsburg bringt mich auch immer wieder in Kontakt mit Anglizismen. Das Reisbüro wird zum Travel Center, das belegte Brötchen (früher auch einfach mal Wurstsemmel genannt) wird zum City Surfer und die öffentliche Telefonzelle wird zum Telepoint.

    Ganz klasse finde ich es auch, wenn Filmtitel, die im englischen Original für viele Deutsche nicht 100%-ig verstänlich sind, dann durch einen anderen pseudo-englischen Ausdruck ersetzt werden. So wurde aus dem Film Bend it like Beckham der deutsche Titel Kick it like Beckham, weil wahrscheinlich 90% der Deutschen den Ausdruck to bend nicht kennen.

    Generell ist die Liste der Filmtitel, die mit englischen Filmnamen in deutschen Kinos läuft nahezu endlos. Ein Blick auf das Augsburger Kinoprogramm der letzten Wochen und Monate gibt zahllose Beispiele: Jeeper Creepers, Paycheck, Feardot.com, Signs, Scary movie .... Man denkt halt einfach marktwirtschaftlich (ich habe jetzt bewusst nicht marketing-strategisch geschrieben) und hofft, mit englischen Titeln bessere Verkaufserfolge (sales performances) zu erzielen.

    Die Krönung war für mich jedoch kürzlich der Besuch eines Lokals. Als ich die Speisekarte gelesen habe, konnte ich die Überschrift soft drinks für alkoholfreie Getränke noch recht gut nachvollziehen, obwohl ich das Wort auch nicht brauchen würde. Aber als ich dann unter alkoholische Getränke nachschauen wollte, fand ich den Ausdruck strong drinks. Also das ist wirklich so was von unenglisch. Einfach zum

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Robbie Yen

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    [b]Die Luftgitarre postete
    Aber in den letzten Jahren haben wir doch eine Flut von völlig unnötigen wichtigtuerischen Anglizismen erlebt, bei denen es doch nur darum geht, völlig banale, althergebrachte Dinge irgendwie wichtiger, moderner und professioneller klingen zu lassen
    ...nett zu beobachten auch in der Arbeitswelt. Meine Firma (keine trendige Werbeagentur, sondern traditoneller deutscher Maschinenbau) firmiert nur noch als company , geführt (Entschuldigung, gecoacht) werden wir nicht mehr von einem Geschäftsführer, sondern vom general manager. Aus harmlosen Verkäufern wurden key account manager (das Englisch dieser Pappnasen hat sich dadurch leider kaum verbessert), aus Projektleitern project manager und aus Konstrukteuren engineers . Aus dem Gruppenleiter (o.k., das klingt zugegeben etwas nach Wehrmacht) wurde der team leader. Am genialsten finde ich aber, daß der Hausmeister jetzt als location manager den Hof kehrt und der Typ, der Zeichnungen plottet und Unterlagen kopiert (Student im 37. Semester) sich documentation center operator nennen darf. Naja, es sei ihm gegönnt...

  4. #13
    Benutzerbild von Lutz

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    French80 postete
    Also, das ist ein Thema, das ich sehr mag!


    Hier ein Paar Anglizismen, die mich nerven, und, die ich versuche, nicht zu benutzen (und es klappt ziemlich gut!! )

    - "Community": zum Beispiel im Bezug auf einer Internet-Community... Da mag ich lieber das Wort "Gemeinschaft" oder "Gemeinde"...
    - "Pipeline"... im Bezug auf dem o.g. Satz...
    - "File": die Leute sagen oft nicht mehr Datei, sondern File...
    - "Port": USB-Port usw... da mag ich lieber USB-Anschluss ( @Stingray)
    - usw...(...)

    Übrigens (ich könnte auch BTW schreiben… ): in Frankreich gibt es ein meiner Meinung nach total unsinniges Gesetz, das besagt, dass jegliche Anglizismen aus der französischen Sprache verschwinden müssen... Dadurch entstanden Begriffe à la "marchéage", für Marketing (marché für market, und –age für –ing): für mich das am schlechtesten übersetzten Anglizism in der französischen Sprache... totaler Blödsinn....

    Übrigens (Nr. 2): Leute, die in meiner Gegenwart unsinnige Anglizismen benutzen, kriegen immer was von mir zu hören!!! Es mag ja manchmal besserwisserisch klingen, aber manchmal bringt es die Leute dazu, sich Gedanken darüber zu machen, und die existierende Begriffe in deren Muttersprache zu benutzen!!!
    Das mit dem englischen Computerkauderwelsch geht besonders Leuten (wie mir ) so die in den 80ern mit den Rechenknechten aufgewachsen sind (C64, etc). Da hieß z.B. das Diskettenlaufwerk einfach "Floppy" von den etwas schwabbeligen Disketten her...

    Als ich neulich im Zeitschriftenladen in der Computer-Blöd blätterte mußte ich allerdings lachen: Das stand , wenn ich mich recht entsinne, was von "Verbesserungsprogramm"...

    Ich überlegte eine ganze Weile was die denn damit meinten.... Bis mir denn durch den Kopf schoß: Einen Patch!

    Der Begriff Patch hat sich in der Computerwelt derart durchgesetzt das ich diese ellenlange holprige krampfhaft deutsche Wortkreation überflüssig finde.

    Bei anderen Dingen kann ich euch nur recht geben... ich sag nur "Back-Shop"
    In so nem Laden (hab ich allerdings auch noch nicht gesehen) würde ich allein schon deshalb nicht kaufen....

    Ich geh in Berlin immer zu einem wunderbar altmodischen Bäcker der vielleicht ein wenig teurer ist, aber ein sehr breites Angebot an Köstlichkeiten hat.... Nur Berliner gibt’s da komischerweise nicht l Und wo sind die Hanseaten?

    Mit sweeten Grüßen

    P.S. @French:

    Was heißt Heimcomputer auf .fr? Calculateur de maison?

  5. #14
    Benutzerbild von French80

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    @Waschbaer:

    Mir ist auch aufgefallen, dass viele Filme hier einfach mit dem englischen Titel laufen, was ich schon ziemlich schade finde. In Frankreich, dagegen, werden die Titel fast immer ins Französische übersetzt (Frankreich ist ja eh wunderbar, nicht war!!! )

    Strong drinks habe ich noch nie auf ner deutschen Getränkekarte gelesen... aber Wine... beers... ...

    A propos Kids: ich war letztes Jahr mal auf einer Podiumdiskussion über die deutsch-französische Kooperation in der EU, und ein sehr renomierter Herr, der die "Rettung" der deutschen Sprache angesprochen hatte, hat sich selber bei der Benutzung des Worts Kids erwischen lassen!! Das war witzig, wenn auch peinlich für diesen hochkultivierten Mann!!!

    Lutz postete
    P.S. @French:

    Was heißt Heimcomputer auf .fr? Calculateur de maison?
    ==> Ordinateur... also, etwas, womit man ordnet...

    wobei das, aus eigener Erfahrung, nicht mehr so stimmt, wenn man sich, z.B., MEINE Festplatte anschaut... Von Ordnung ist manchmal echt überhaupt nicht die Rede!!!

    Ach übrigens... hier im Ort haben wir zwar keinen "Back-Shop" aber einen "Snäck-Shop"... eine Bäckerei halt!!!

  6. #15
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    So etwas fällt mir derzeit auch immer mehr in meinem informatik-orientierten Studium auf. Einige Professoren nennen deutlich mehr englische Begriffe als deutsche für jede Kleinigkeit, wenn's um Datenverarbeitung geht.

    Da ist z.B. die Rede von Collections, das soll eine Art von Liste in der Informatik sein - ich denke dabei automatisch zuerst an eine Sammlung.

    Statt Systemleistung wird "Performance" gesagt, Beziehungen (nicht die zwischen Mann und Frau, sondern zwischen 2 Datentypen) sind "Relations", Objekte sind "Entities". Kommandos bzw. Befehle im Quellcode (Sourcecode) werden mit "statements" oder "clauses" betitelt. Sogar einige unserer von den Professoren ausgedachte Übungsdatenbanken sind komplett in englischer Sprache gehalten, so heißt die Tabelle nicht mehr "Kunden", sondern "Customers". Die Spalten dieser Tabelle heißen nicht mehr Spalten, sondern Columns. Suchabfragen sind Queries, Ansichten sind Views, und neulich wusste der Prof nicht einmal, ob der, die oder das View. Eigenschaften sind Properties, und so weiter und so fort.

    Viele Begriffe aus der Datenverarbeitung wären sicher verständlicher, wenn man bei deutschen Bezeichnungen bleiben würde.

  7. #16
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Dave Bowman postete
    Bei uns ist gerade folgendes Mode:

    Wenn ein Meeting stattfindet und zwei sich in Details verstricken die zu weit führen heisst es: Klärt das doch bitte offline. Oder auch "Das können wir ja noch offline klären.

    Ich könnte nur noch wenn ich das höre....

    Dave
    @ Dave,

    ich weiß genau was du meinst. Mir stößt das auch immer ganz bitter auf.

  8. #17
    Benutzerbild von Veja

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    Ach ja, das ist schon ein leidiges Thema. Vor ein paar Jahren ging das ja noch, aber in letzter Zeit wird es echt immer schlimmer. Besonders Wortschöpfungen, die es im Englischen gar nicht gibt, wie "Talkmaster", kann ich so gar nicht leiden. Und auch in den Firmen wird es immer schlimmer. Als ich noch bei einer großen deutschen Firma mit dem Buchstaben S beschäftigt war, hatte ich das auch mitbekommen... alle Abteilungen mussten einen englischen Namen bekommen und eine Abteilung hat ihren Namen im Monatstakt geändert, jedes Mal wurde er noch Denglischer und irgendwie noch blöder

    Und für ältere Menschen ist das mit dem Englischen auch nix... ich war mal mit meiner Oma spazieren gegangen ( bzw. wir sind durch die Straßen gewalkt ) und kamen an einer Bäckerei vorbei, an der stand draussen groß dran "einfach gut snacken"... Meine Oma stürmt sogleich überglücklich hinein und spricht die Verkäuferin an "Ach ja, schoin, snacken se hier also ok platt"... Tja, so kanns kommen...

  9. #18
    Benutzerbild von Babooshka

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    Otto postete
    Statt Systemleistung wird "Performance" gesagt, Beziehungen (nicht die zwischen Mann und Frau, sondern zwischen 2 Datentypen) sind "Relations", Objekte sind "Entities". Kommandos bzw. Befehle im Quellcode (Sourcecode) werden mit "statements" oder "clauses" betitelt.
    (...)
    Also für mich als technische Übersetzerin ist das zumindest cool, da brauche ich mir bald noch weniger Mühe machen Ich nehme aber immer die deutschen Ausdrücke in der Informatik. Bei mir heißt es Datei, Ordner, Verzeichnis, Pfad und dann auch Herunterladen anstatt downloaden und Anschluss anstatt Port (es sei denn, der Kunde will es anders, das kann auch vorkommen).

    Was mich am meisten nervt, sind Anglizismen in der Werbung. Da wünsche ich mir sehnlichst eine Institution für Deutschland wie die Académie Française in Frankreich (jene Institution, die für das von French beschriebene andere Extrem verantwortlich ist). Denn in Frankreich ist Werbung mit Anglizismen oder gar ganz in englisch verboten. Gut, eine amerikanische Levis Jeans mit "The jeans that built America" und eine amerikanische Zigarettensorte mit "Taste the flavor" zu bewerben, das lasse ich mir ja noch gefallen. Aber so Dinger wie "Wella - beautiful hair needs an expert" und "Douglas - come in and find out", englische Slogans bei ganz deutschen Produkten, warum denn das? Fällt den Werbefuzzis kein prägnanter Spruch mehr in deutsch ein? Wie armselig ist das denn bitte?

  10. #19
    Benutzerbild von Veja

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    Jetzt fällt mir doch glatt noch der allerblödeste Anglizismus aus der Werbung ein... der berühmt-berüchtigte "Milchheeper"... selten etwas so doofes gehört

  11. #20
    Benutzerbild von Babooshka

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    Veja, das ist kein Anglizismus, das heißt Milchjieper! Und "einen Jieper auf was haben" bedeutet, große Lust auf was haben. Als Berliner kennt man dieses Wort. In anderen Teilen Deutschlands sagt man wohl auch schon mal "Gieper", so wie man "Gosef" sagt.

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