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Die Fussball-WM-Klassikersammlung auf DVD

Erstellt von Muggi, 09.03.2006, 12:14 Uhr · 57 Antworten · 7.525 Aufrufe

  1. #51
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    DVD 24 Zwischenrunde 1978 Deutschland - Niederlande

    Irgendwie fühlt man sich beim Anschauen der '78er DVDs nicht wohl. Das Stadion in Córdoba wirkt wahnsinnig ungemütlich, das Wetter mies (war ja auch Herbst in Argentinien) und die Atmosphäre scheint den Geist der Militärdiktatur förmlich auszuatmen - sehr seltsam. Da kann auch das wahrscheinlich beste Spiel der DFB-Elf bei dieser Wm nix mehr retten, einzig die Trikots finde ich stark, heute betrachtet so richtig schön retro. Müßte man sich mal zulegen... Die silbrig-spacigen Adidas-Anoraks der deutschen Trainer sind allerdings auch 70er pur!

    Tja, was bleibt zum Spiel zu sagen? 6 Minuten fehlten zum Sieg und somit möglicherweise zum Finale, denn man hätte im Spiel gegen Österreich nicht unbedingt gewinnen müssen und wenn doch, dann mit einem gleichgültigen Ergebnis statt mit notwendigen 5 Toren Vorsprung. Wie sagte Bernd Hölzenbein doch so schön?

    "Leichter war die WM nie zu gewinnen als hier in Argentinien. Es ist zum Kotzen."

    Nun ja, Argentinien wäre wohl so oder so Weltmeister geworden...

    Deutschland hätte den Titel auch gar nicht verdient gehabt, auch nach diesem Spiel nicht. Ein Sepp Maier, der beim 1:1 durch Haan keinen Finger rührt, ein mit der Rolle des Mannschaftskapitäns völlig überforderter Berti Vogts (das hat er mit einer späteren Tätigkeit gemein ) und ein völlig außer Form befindlicher Rainer Bonhof. Mal ganz davon abgesehen, dass Helmut Schön wohl schon eher seinen Platz hätte räumen müssen.

    Der holländische Ersatztorwart Schrijvers spielte im Übrigen genau wie die nominelle Nummer Eins Jongbloed ohne Handschuhe. Das wirkt irgendwie improvisiert, als hätte sich mal fix ein Feldspieler ein Torwarttrikot übergezogen und in den Kasten gestellt.

    Das späte Ausgleichstor war verdient und das Unentschieden gerecht, mehr gibt es an für sich nicht über dieses Spiel zu sagen.


    DVD 25 Vorrunde 1966 Deutschland - Schweiz

    Auch wenn Fußball in schwarz-weiß für heutige Augen arg gewöhnungsbedürftig ist (man kann beispielsweise kaum den Schweizer Torhüter von seinen Mitspielern unterscheiden) - es macht einfach Spaß, dieses Spiel zu sehen! Ein 21jähriger Franz Beckenbauer zeigt hier schon in seinem 6. Länderspiel, dass er mal der Größte werden wird, zwei Tore des damals noch im Mittelfeld spielenden "Kaisers" krönen diese tolle Leistung. Mein Held des Spieles ist jedoch ein anderer, leider etwas in Vergessenheit geratener Spieler - Helmut Haller. Das 2:0 ist der Hammer, Haller bekommt in der eigenen Hälfte den Ball, marschiert 70 Meter bis vors Schweizer Tor und schießt ein - sensationell! Und das obwohl er alles andere als austrainiert aussieht, nur die Betontolle scheint unkaputtbar. Sheffield, Vorrundenspiel 16.37 Uhr - die Frisur sitzt!

    Die Eidgenossen halten 15 Minuten wacker mit, bis sie das erste Tor durch Held kassieren, das wohl allerdings Abseits war, ganz klar wurde mir das auch per Zeitlupe nicht. Die 5 Tore sind allerdings bei weitem nicht alles, was diese schwungvolle Partie zu bieten hat, alleine das Gebälk wird auf beiden Seiten insgesamt dreimal getroffen.

    Obwohl Uwe Seeler bei diesem Spiel ohne Torerfolg blieb, ist sein Einsatz wirklich bemerkenswert. Seine damalige Popularität lasst sich aus heutiger Sicht nur erahnen, häufige "Uwe, Uwe!"-Sprechchöre und Rudi Michels Kommentar, der bei Seelers Ballkontakten fast außschließlich den Vornamen nennt, lassen aber einiges vermuten. Apropos Rudi Michel: Besonders amüsiert habe ich mich über folgenden Satz nach einer Attacke auf Torwart Tilkowski:

    "Er genießt ja - ich darf das für die Damen sagen - in diesem 5-Meter-Raum einen besonderen Schutz."



    Und noch etwas anderes wird bei den Totalen ins Publikum sichtbar: 1966 ging der Herr von Welt noch mit Krawatte ins Stadion!

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von ICHBINZACHI

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    @Muggi:
    Wo bleiben Deine Kommentare zu DVD 26 bis 34 ???

    Finde es jedenfalls erstaunlich, daß es am Anfang der Serie 30 Ausgaben sein sollten und nun die Spiele der vergangenen WM hintenrangeklemmt wurden.
    #34 war Deutschland Schweden und nächste Woche aufgepasst ... da kommt der Viertelfinalknaller Deutschland-Argentinien

  4. #53
    Benutzerbild von Muggi

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    Ich häng noch ein bissel hinterher, Ausgabe 30 ist mir (als Abonnent!!!) noch gar nicht zugegangen. 26 und 27 schreib ich heute Abend.

  5. #54
    Benutzerbild von hechicero

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    Zitat Zitat von ;174146
    Ich bin 2003 auf einer Plaza in Merida von einem Wildfremden mit "Du Alemania?" angesprochen worden. Als ich bejahte, bekam ich ein "Ah...Beckenbauer...der Kaiser!" zu hören. Wohlgemerkt, 2003!
    Ich hatte 1997 in Acapulco einen Taxifahrer, der - als er merkte, daß wir Deutsche sind - sofort und fließend die gesamte Weltmeistermannschaft von 1974 aufsagen konnte - mit Vor- und Zunamen. Wir haben gestaunt !

  6. #55
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    DVD 26 Halbfinale 1966 Deutschland - Sowjetunion

    Und noch einmal 1966. Durch die Turbulenz des Endspiels von Wembley ist ja so ziemlich alles andere dieser Weltmeisterschaft in den Hintergrund gerückt, schön, dass die DVD-Edition dies etwas korrigiert. Leider hat das Halbfinale nicht die Klasse der Vorrundenpartie gegen die Schweiz, schlimmer noch, das Match artet stellenweise in eine üble Treterei aus. Ein Platzverweis gegen die Sowjetunion ist da nur ein kleiner Hinweis. Da dieser bereits kurz vor der Halbzeit passierte, muß man der sowjetischen Mannschaft respektvoll zugute halten, bis zum Ende aufopferungsvoll gekämpft zu haben und das nicht nur mit 10, sondern eigentlich nur mit 9 Spielern. Denn der unersetzliche Mittelfeldregisseur Josef Szabo verletzte sich bereits in der 7. Minute bei einem Tackling gegen Franz Beckenbauer so schwer, dass er die erste Halbzeit praktisch nur noch an der Mittellinie stehend und Bälle weiterleitend bestreiten konnte, in Hälfte zwei konnte er zumindestens leicht trabend wieder am Spiel teilnehmen. Heute kaum vorstellbar - Auswechslungen gab es damals noch nicht!

    Was die DVD um so wertvoller macht ist die Tatsache, dass man hier einem der größten Spieler aller Zeiten zuschauen kann - dem sowjetischen Torwart Lew Jaschin, immer ein wenig leidend dreinblickend und zum Zeitpunkt des Spieles bereits 37 Jahre alt. Der erste und bisher einzige Torhüter, der zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde und von dem in meiner Familie immer mit leuchtenden Augen gesprochen wurde. Ihn hier einmal in Aktion zu sehen ist trotz der beiden Gegentore wirklich ein Erlebnis. Toll in seinen Aktionen und immer der Erste, der sich um verletzte Spieler in seinem Strafraum kümmert, egal welcher Mannschaft sie angehörten. Ein wahrer Sportsmann!

    Kurz vor Ende des Spiels gelingt der Sowjetunion noch der Anschlußtreffer, für mich allerdings nach einer freistoßwürdigen Attacke auf Torwart Tilkowski im 5-Meter-Raum.
    Die Spielstätte, der Goodison Park des FC Everton, ist mit seinen bis unmittelbar hinter das Tor postierten Zuschauern wirklich grandios anzuschauen, Stimmung pur!


    DVD 27 Viertelfinale 1986 Brasilien - Frankreich

    Als ich erfuhr, dass diese Begenung Bestandteil der Klassiker-Edition sein wird, war ich wahrlich begeistert, konnte ich doch anno 1986 dieses Spiel live im DDR-Fernsehen miterleben. Und auch wenn manchmal Erinnerungen beschönigen und täuschen - hier ist und bleibt alles wie damals. Zwei Mannschaften, die sich in der Mittagshitze um 12 Uhr Ortszeit ein Duell liefern, dass wahrlich als das eigentliche Finale der Mexiko-WM, ja als "Jahrhundertspiel" gefeiert wird. Hochklassige Chancen am laufenden Band und Kombinationen wie aus dem Lehrbuch. Dieses Spiel hatte eigentlich keinen Sieger verdient und es kam mit Sicherheit nicht die bessere, sondern einfach nur die glücklichere Mannschaft ins Halbfinale.

    Über zwei Dinge habe ich trotzdem zu meckern. Zum einen über Rolf Kramers dermaßen unterkühlten Kommentar, der gar nicht erahnen lässt, welchem historischen Ereignis man hier beiwohnt. Das klingt bei den im Studio befindlichen Harry Valérien und Dettmar Cramer ganz anders! Die sind einfach hin und weg.

    Dann ein wirklicher Aufreger, der dem von Zico verschossenen Elfmeter in der 74. Minute vorausgeht. Der gerade eingewechselte "weiße Pelé" schickt mit einem dermaßen genialen 40-Meter-Pass Branco, der von Torwart Bats (für mich im Übrigen der Held des Spiels, unglaublich, was der gehalten hat!) gefoult wird, was sofort den Strafstoß-Pfiff nach sich zieht. So weit, so gut. Aber: Wenn ich eins nicht ausstehen kann, dann sind das gefoulte Spieler, die nach einem zugesprochenen Elfmeter in lauten Jubel ausbrechen, als hätten sie gerade sonst etwas für eine Leistung erbracht. Das Bats seinen Fehler mit einer Parade wieder gutmacht, sehe ich somit als eine gerechte Strafe für Brancos überzogene Reaktion an.

    Fazit: Auf jedem Fall eines der absoluten Highlights dieser Kollektion! Alleine die Aufstellungen klingen einem heute noch in den Ohren. Socrates, Zico, Platini, Giresse, Tigana...

  7. #56
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    DVD 28 Viertelfinale 1994 Brasilien - Niederlande

    Leider kann ich die Lobhudeleien im Begleitheft zu diesem Spiel nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich, in der zweiten Halbzeit fielen fünf Tore und die Holländer machten zwischenzeitlich einen 0:2-Rückstand wett, aber die gar grauslige erste Hälfte vermiest den Genuß doch erheblich. Da gab es auch in dieser Kollektion doch deutlich attraktivere torlose Halbzeiten...

    Erst einmal ist es gewöhnungsbedürftig, beide Mannschaften in ungewohnten Outfits auflaufen zu sehen. Brasilien in Blau-Weiß, die Niederlande in weiß mit orangen Hosen. Dann noch dieses Taktieren in den ersten 45 Minuten...würg! Kaum zu glauben, dort den kommenden Weltmeister spielen zu sehen.

    Am brasilianischen Sieg gibt es einiges zu mäkeln. Sicherlich griff der Abseits stehende Romario beim 2:0 nicht aktiv ins Geschehen ein, aber er irritierte und beeinflusste dadurch die holländische Abwehr derart, dass man den Spielzug durchaus hätte abpfeifen können. Und dem Freistoß durch Branco zum 3:2 ging eine Tätlichkeit eben desselben Spielers gegen Overmars voraus.

    Halten wir fest: Ein genial herausgespieltes 1:0, ein tolles 2:1 durch Bergkamp und letztendlich ein glücklicher Sieg des späteren Weltmeisters Brasilien. Teilweise nett anzuschauen, aber wohl doch eine DVD, die ich in Zukunft eher selten herauskramen werde.



    DVD 29 Viertelfinale 1986 England - Argentinien

    Höhö, ich erinnere mich, dass ich zu damaliger Zeit noch totaler England-Fan war. Und somit nach Ende des Spiels auch dementsprechend geknickt. Nichtsdestotrotz macht es natürlich aufgrund exakt zwei Szenen purer Dreistigkeit und Genialität mächtig Spaß, dieses Spiel wieder einmal zu sehen. Wenn man innerhalb von vier Minuten das neben dem Wembley-Treffer umstrittenste Tor und gleich darauf das wohl schönste Tor der WM-Historie präsentiert bekommt, hat das Spiel sicherlich den Ruf eines Klassikers verdient.

    Im Grunde genommen lässt sich das Spiel auf den Namen Diego Armando Maradona reduzieren. Mal von seinem unglaublichen Solo um 5 englische Spieler herum und der berühmt-berüchtigten "Hand Gottes" abgesehen, kann man deutlich erkennen, wie genial das argentinische Spiel über die Nummer 10 lief. Man muß Lothar Matthäus schon ein Kompliment machen, wie er im Finale Maradona doch recht effektiv bewachte.

    Argentinien nahm sich nach dem 2:0 zwar etwas zurück, doch nach dem Anschlußtreffer durch Lineker (den hab ich ob seiner Fairness immer bewundert) neun Minuten vor Schluß ging es noch einmal richtig zur Sache. 2:1 und gleich im Gegenzug ein Pfostentreffer und wieder kurz darauf fast der Ausgleich - ja das hatte schon was, auch wenn die Partie natürlich bei weitem nicht an das Viertelfinale Frankreich - Brasilien heranreicht.

    Eighties pur beim Vorkommentar von Harry Valérien. Gelbes Hemd, gelbe Hose, gelbe Socken und weiße Schuhe - weia!

    Auch sehr schön das Material vor dem Spiel, jede Menge im Laufe der WM gefallene Tore beider Mannschaften.

  8. #57
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    Ein bissel was ist noch offen, nun denn:

    DVD 30 Finale 1954 Deutschland - Ungarn

    Achja, das "Wunder von Bern". Wahrscheinlich wird es für uns "Nachgeborene" trotz zig Dokus, Spielfilme und Bücher nie komplett nachzuvollziehen sein, was dieses Spiel für die noch junge Bundesrepublik bedeutet hat. Aber ansatzweise lassen sich auf dieser DVD mehrere Dinge nacherleben.

    Bekanntlich existiert keine vollständige Bildaufzeichnung dieses Finales. Die DVD behilft sich deshalb hier mit einer von der ZDF-Zeitgeschichteredaktion um Guido Knopp erstellten etwa 60-minütigen Rekonstruktion aus Wochenschau-, Film- und Amateuraufnahmen, teilweise sogar in Farbe, punktgenau unterlegt mit Herbert Zimmermanns legendärem Radiokommentar, wohl das Glanzstück deutscher Rundfunkgeschichte.

    Zum Zweiten lässt sich auch in diesen wenigen Ausschnitten das Können, der Ungarn, zu der Zeit die beste Mannschaft der Welt, erahnen. Sicherlich wirkt das aus heutiger Sicht etwas langsam und unmodern, aber in irgendeiner Weise auch genial. Es ist durchaus nachzuvollziehen, dass die "Pusztasöhne" wie Zimmermann immer wieder so überschwänglich sagt, die Niederlage als eine nationale Katastrophe empfanden, es gibt ja inzwischen Untersuchungen über die Zusammenhänge dieses verlorenen Endspiels mit dem ungarischen Volksaufstand 2 Jahre später.

    Etwas verschämt mit "Originalton 1954" unterlegt ist die Siegerehrungssequenz, als das deutsche Publikum, wohl noch etwas ungeübt mit den neuen Umständen, 9 Jahre nach Kriegsende bei der Nationalhymne doch tatsächlich "Deutschland, Deutschland über alles" anstimmte, was damals im Ausland äußersten Unmut hervorrief.

    Um die Lauflänge der DVD etwas anzuheben, befindet sich noch etwas Bonusmaterial mit Interviews von ehemaligen Spielern, Radiomoderatoren und damaligen Zuschauern auf der Scheibe. Auf jedem Fall ein tolles Zeitdokument!


    DVD 31 Vorrunde 2006 Deutschland - Costa Rica

    Wer hätte vor der WM gedacht, dass die Euphorie im Lande so weit geht, dass selbst diese DVD-Kollektion um die deutschen Spiele dieses Turniers erweitert werden würde? Ich selbst war auch ein wenig skeptisch, hatte in meiner persönlichen Tipperei im Vorfeld ein Ausscheiden im Viertelfinale gegen Argentinien eingeplant. Bekanntlich kam das dann etwas anders... Was man heute fast schon vergessen hat: Die Diskussion um Michael Ballack und die "Wade der Nation" im Vorfeld. Alles richtig gemacht, Klinsi!

    Dieses Spiel sah ich per "Mini-Public Viewing" auf einer Leinwand vor unserem Haus, weil der über mir wohnende LKA-Beamte doch glatt seinen Beamer inklusive Pavillon auf die Wiese baute. So also Grill und Pils, Tröte und Rassel bereitgelegt und ab die Post!

    Sagen wir es mal so: Die Partie war teilweise etwas nervenraubend, 2 Gegentore gegen ein vermeintlichen "kleinen" Gegner ließen stellenweise dunkle Vorahnungen aufkommen. Doch das soll nicht den Umstand schmälern, dass wohl munterste Eröffnungsspiel seit Ewigkeiten abgeliefert zu haben. 6 Tore, davon 2 aus der Kategorie "Tor des Monats", was will man mehr? In Costa Rica selbst bekam ich 4 Wochen später nur Gutes über das Turnier im Allgemeinen und die deutsche Mannschaft im Speziellen zu hören.

    Spieler des Tages selbstverständlich Phillip Lahm und das weiß Gott nicht nur wegen des eminent wichtigen frühen Tores. Abgeräumt, was abzuräumen ging und dann noch gut in der Offensive - besser gehts nicht!

    Fazit: ein toller Auftakt zur größten Party des Sommers...

  9. #58
    Benutzerbild von Pepper-Horst

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    AW: Die Fussball-WM-Klassikersammlung auf DVD

    Zufällig gestern an der Tankstelle, die Folge 1, das WM-Finale '90, für sage und schreibe 2,45 € erstanden [das muss doch falsch ausgezeichnet gewesen sein!?].

    Habe das Endspiel damals mit meinen knapp fünf Jahren zwar gesehen, aber natürlich keine richtigen Erinnerungen ans Spiel mehr. Zunächst mein Glückwunsch an die BamS. Eine anscheinend gelungene Edition. Der Originalkommentar, das Vor- und Nachgeplänkel. Als ob man sich 17 Jahre zurücksetzen lassen hätte.

    Das Spiel selber wurde in den Folgejahren ja oftmals als eines der 'schlechtesten Finalspiele aller Zeiten' tituliert. Zu Unrecht wie ich finde. Es ist zwar richtig, dass die Albiceleste kaum was auf die Reihe bekam; das wiederum hatte der Finalzuschauer jedoch zu einem Großteil der deutschen Elf zu verdanken.
    Buchwald mit einer famosen Partie. Die restliche Offensive der Südamerikaner komplett ohne Substanz und Durchsetzungskraft. Dezotti damals in der Tat absolut kein Ersatz für Caniggia; war abgemeldet, konnte kaum einen Ball kontrollieren. Burruchaga hing komplett in der Luft. Das kurzweilige Mittelfeld Argentiniens gegen entschlossen auftretende Deutsche ohne Mittel. Der Ball wurde ja kaum einmal gehalten. Auffällig, wie sehr Argentinien sich auf die Zentrale konzentrierte, sowohl in der Abteilung Attacke als auch in der Hintermannschaft.

    Kritisiert wurde vom Reporter-Duo, dass der letzter Pass fehlte. Das war so weit richtig. Häßler zwar ein Irrwisch, jedoch in diesem Match kein strukturgebender Spieler. Über die Außen lief so einiges, insbesondere ist hier 'Litti' zu erwähnen. Das buche ich allerdings eher unter 'Spielerei' ab. Es mag meine persönliche Sicht der Dinge sein, aber ein auf Flügelläufe spezialisiertes System, spricht mir einfach nicht zu.
    Matthäus an diesem damaligen Sonntag sehr um Ordnung bemüht, hielt eher Häßler den Rücken frei.

    Auffällig, das schnelle und moderne Umschalten, vor allem Guido Buchwald und später Thomas Berthold einige Male schön in Aktion. Technisch so ziemlich alle auf hohem Niveau. Die Partie wurde klar beherrscht, im Mittelfeld war man klar spielbestimmend. Nur vorne fehlte, meiner Meinung nach, der letzte Tick Routine.



    Zu den Schlüsselszenen, und sonst noch einige Auffälligkeiten:

    - Rote Karte von Monzón gerechtfertigt. Natürlich hat Klinsmann seinen Spitznamen später an der White Hart Lane nicht umsonst bekommen. Wie der Argentinier hier allerdings in den Zweikampf geht, das hatte mit Fußball nicht viel zu tun.

    - Augenthalers 'elfmeterreifer' Hinfaller. Niemand hätte sich hier beschweren müssen. Goycochea nicht zum ersten Mal ungestüm. In jedem Falle gibt es hier Körperkontakt, und das bei so einer blendenden Einschussmöglichkeit ...

    - Zu Matthäus' Einsteigen: habe ich mir nicht in der Wiederholung angeschaut. In 'Echtzeit', schreckte ich hier aber nicht zusammen.

    - Den Völler-Elfmeter sieht man heutzutage jedes Wochenende in der Bundesliga. Auch hier wird ein bisschen gehakelt. Aber gut: lässt sich Völler nicht fallen, juckt das - auf Deutsch gesagt - niemanden ...

    Die zweite Rote Karte gegen Dezotti - eine glasklare Tätlichkeit! Und Rubenbauer spricht doch tatsächlich darüber, dass er diesen Platzverweis für 'überzogen' hält. Nimmt man den heutigen Maßstab, so hätte der argentinische Angreifer mit einer harschen Strafe rechnen müssen.

    Eine Auffälligkeit noch: vor siebzehn Jahren durften die Keeper ja noch jeden Rückpass in die Hand nehmen. Ein Lob mal an die FIFA-Verantwortlichen. Die Neuordnung dieser Regel, tat dem Spiel sehr gut. Nicht nur, dass es schneller von statten geht, insgesamt verschob sich das Spiel nach vorne. Es wird noch mehr Wert auf die technische Komponente gelegt.

    ... und nun muss ich mir unbedingt neue Folgen bestellen :-)

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