Umfrageergebnis anzeigen: Nehmt ihr auf der Straße liegendes Pfand mit?

Teilnehmer
36. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    12 33,33%
  • Nein

    24 66,67%
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Die Pfand-Schand'

Erstellt von musicola, 27.07.2008, 17:54 Uhr · 81 Antworten · 9.347 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von musicola

    Registriert seit
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    Die Pfand-Schand'

    Einerseits wird auch heute noch heftigst über den T€uro geschimpft...

    Gleichzeitig wird aber ständig ein Haufen Kohle in Form von Pfandflaschen/dosen einfach so weggeschmissen...

    (und natürlich auch Mehrweg)

    Ich hab's jetzt nicht genau mitgezählt, aber so über'n Daumen gepeilt Zehn € achtlos liegengelassenes Pfand hab ich dieses Jahr sicherlich schon gefunden und eingelöst. Wohlgemerkt gefunden, nicht in Abfalleimern danach gesucht, aber vor Kurzem vom Balkon aus Abends um 11 einen Typen beobachtet, wie er mit Handwagen, Rucksack und Taschenlampe bewaffnet den Abfallbehälter an der Bushaltestelle ausleuchtete und sieben oder acht Bierflaschen herausholte um anschließend die Straße zu überqueren und den nächsten Mülleimer in Augenschein zu nehmen. Recht hat er, der Pfandsammler.

    Das Geld liegt auf der Straße oder im Abfalleimer, man muss es nur aufheben oder rausholen!


    Jetzt stellt sich die Frage, warum wird bares Geld einfach so weggeworfen?

    Ich hab mir die letzte Zeit mal meine Gedanken darüber gemacht und bin zu folgenden Schlüssen gekommen:

    Die gedankenlosen Jugendlichen, die ihre Getränke zu irgendwelchen Veranstaltungen von zu Hause mitnehmen, leersüffeln und dann einfach liegen lassen, weil sie zu faul sind, die Behälter wieder daheim abzuliefern. Dass da Pfand drauf ist, welches Mama und Papa bezahlen mussten, ist ihnen entweder nicht bewusst oder schlicht egal!

    Touristen
    . Ein sicher nicht unerheblicher Teil weggeworfenen Pfandguts geht garantiert auf das Konto unwissender ausländischer Urlauber.
    Denn in den Ländern Italien, Polen, Griechenland, Spanien, Frankreich, Österreich, Großbritannien und anderen ist bspw. das Einwegpfand unbekannt.

    Hierzu passt auch ein Erlebnis, das ich vor einigen Wochen hatte, als ich Schwester Rosalie und Schwager Trüffel im Saarland besuchte. Sie wohnen direkt an der Saar und unweit von ihrer Wohnung ist eine Fußgängerbrücke über den Fluss, drüben angekommen ist man Sarreguemines, einer kleinen französischen Stadt in Lothringen. Ein wirklich schönes Fleckchen, welches aber auch seine hässliche Fratze hat, man muss nur genau hinschauen.
    An einer Teilstrecke der Bahnlinie dort ist bei den ungefähr fünf Meter abgesenkten Schienen links und rechts stapelweise Unrat, größtenteils Plastik-Getränkeflaschen, die dort wohl nicht so zahlreich die Landschaft verschandeln würden, wenn es sich um Pfandgut handeln würde.
    Denn dann kämen wieder die von mir geschätzten Pfandsammler zum Einsatz, die sich im Schweiße ihres Angesichts bei durchaus unangenehmen Gerüchen ein kleines Zubrot verdienen!

    Ich rede hier übrigens keinesfalls von den alten Einwegpfandsystemen von denen geschätzt wird, dass bis Anfang 2006 etwa 10 bis 25 Prozent aller pfandpflichtigen Einwegverpackungen nicht in den Handel zurückgebracht wurden. Daraus ergibt sich, dass die Endverbraucher bis zu 1,4 Milliarden Euro Pfand nicht zurückerhielten. (Wiki) Denn die Rückgabe war teilweise katastrophal, Wer fuhr schon wegen 25 Cent wieder an die Autobahnraststätte...


    Gruß
    musicola

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Ich finde das klasse, wie die USA das geregelt haben:

    Auf allen Flaschen ist Pfand. Nicht so viel wie hier, aber ein paar Cent schon. Jetzt kommts: Die Flaschen werden nach der Benutzung trotzdem weggeworfen. Hat einen sinnvollen Hintergrund. Kein Ami kommt auf die Idee, die Flaschen selber einzulösen, denn in einem Land in dem es die Sozialhilfe wie wir sie kennen nicht gibt, ist es den Obdachlosen vorbehalten in den Tonnen zu kramen und die Flaschen zu den Sammelstellen zu bringen. Die verdienen sich damit noch was zum Leben.
    Die paar Cent tun den Amis nicht weh und die Obdachlosen müssen immerhin etwas arbeiten für das Geld.



    Aber das Meckern über den "teuren Euro" kenn ich ja auch aus meinem Laden. Kleine Geschichte (wenn auch bedigt OT): Wir bringen jedes Jahr auf unsere Kosten einen Kalender raus. Den verschenken wir als Danke schön an Kunden, die 1 Euro an den deutschen Kinderschutzbund spenden (bei uns in der Sammeldose). In diesem Kalender sind auch 2x 20% Rabattgutscheine, die nicht nur für 1 Teil gelten, sondern für einen ganzen Einkauf.
    Soviel zur Vorgeschichte.
    Folgendes Szenario erlebe ich immer wieder:
    "Möchten sie vielleicht auch mit 1 Euro den deutschen Kinderschutzbund unterstützen? Das Geld kommt zu 100% an und sie haben auch was davon." Dann weisen wir auch noch auf die 20% Rabatt hin.
    Antwort vielfach: "Äh.. der kostet was? Nee, und Rabatt brauch ich auch nicht."

  4. #3
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Ich finde das klasse, wie die USA das geregelt haben:

    Auf allen Flaschen ist Pfand. Nicht so viel wie hier, aber ein paar Cent schon. Jetzt kommts: Die Flaschen werden nach der Benutzung trotzdem weggeworfen. Hat einen sinnvollen Hintergrund. Kein Ami kommt auf die Idee, die Flaschen selber einzulösen, denn in einem Land in dem es die Sozialhilfe wie wir sie kennen nicht gibt, ist es den Obdachlosen vorbehalten in den Tonnen zu kramen und die Flaschen zu den Sammelstellen zu bringen. Die verdienen sich damit noch was zum Leben.
    Die paar Cent tun den Amis nicht weh und die Obdachlosen müssen immerhin etwas arbeiten für das Geld.
    Genau die gleiche Überlegung haben aber auch viele Bekannte von mir, auch bei Mehrwegflaschen. Gerade wenn man unterwegs ist, ist es den Leuten zu doof, wegen 8 Cent pro Flasche alles wieder einzusammeln, da macht man lieber 'nen Penner glücklich. Gibt natürlich auch Leute, die die Dinger einfach zerdreschen, das ist dann natürlich was anderes...

  5. #4
    Benutzerbild von musicola

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Hab mal eine Umfrage zum Thema erstellt!

    Gruß
    musicola

  6. #5
    Benutzerbild von Castor Troy

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Vor gut 10 Jahren habe ich mal einen Jahr gesammelt

    Am ende hatte ich gut 400 Kronen

    Das ist gut 38 Euro

    Der Pfand ist hier aber teurer als du euch

    Auf einer 1.5 Liter Flasche ist gut 60 Cent Pfand(glaube ich)

    Heute mache ich das eher selten

  7. #6
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Bei diesen wertenden Antworten kann ich mich in keiner wiederfinden.

  8. #7
    Benutzerbild von musicola

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Zitat Zitat von Elek.-maxe Beitrag anzeigen
    Bei diesen wertenden Antworten kann ich mich in keiner wiederfinden.
    Ja okay, wollte da bewusst etwas überzeichnen, hatte aber schon kurze Zeit später ein ungutes Gefühl. Werde die Umfrage überarbeiten. Du kannst ja in der Zwischenzeit per Posting mitteilen, wo du dich wiederfindest!

    Gruß
    musicola

  9. #8
    Benutzerbild von musicola

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Wie man sieht, habe ich nun auf einfache JA/NEIN-Antwortmöglichkeiten umgestellt. Falls jemand von denjenigen, die davor abgestimmt haben, nun ihre Antwort revidieren möchten, bitte PN an mich, ich werde das dann korrigieren.



    EDIT: Schon acht Teilnehmer, fein! Wer möchte kann seine Auswahl gerne näher begründen. Würd mich interessieren!

  10. #9
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Einerseits wird auch heute noch heftigst über den T€uro geschimpft...

    Gleichzeitig wird aber ständig ein Haufen Kohle in Form von Pfandflaschen/dosen einfach so weggeschmissen...

    [...]

    Jetzt stellt sich die Frage, warum wird bares Geld einfach so weggeworfen?

    Ich hab mir die letzte Zeit mal meine Gedanken darüber gemacht und bin zu folgenden Schlüssen gekommen:

    Die gedankenlosen Jugendlichen...

    Touristen
    ....
    Erwachsene Bundesbürger, die von Anfang an gegen den Einwegpfand waren und es bis heute nicht einsehen leere Getränkepullen nicht wegwerfen zu sollen. Und siehe da: Es ist rund die Hälfte billiger eine Mehrweg-Pfandflasche wegzuwerfen, statt eine Einweg-Pfandflasche. Damit haben die weltfremden Politiker wohl nicht gerechnet, als sie das Mehrwegsystem durch teureren Einwegpfand stärken wollten.... So praktiziere ich das, weil ich absolut keinen Nerv habe mich in die Schlange genervter, Fresse ziehender und murrender Leute einzureihen, die mit ihrem leergut-bepackten Einkaufswagen rumnöhlen, weil dieser schrottige Annahmeautomat vorne bei jeder vierten Pulle streikt oder sich wieder jemand ungeschickt anstellt und alles aufhält. Nein, da fahre ich fix dran vorbei und das kostet mich exakt 1,05 Euro die Woche, also 4,20 Euro im Monat, denn ca. 1L am Tag konsumiere ich zu Hause den Rest anderswo. Wenn ich mir die Schlange und das Vorankommen an einem typischen Freitagabend (wo ich nunmal fürs Wochenende einkaufe) angucke, habe ich damit 20-40 Minuten Lebenszeit pro Monat für andere Dinge gewonnen und mir einen Adrenalin-Schub zum Wochenendstart gespart. Das ist es mir wert.

    Da ich nur PET-Flaschen kaufe und sie in die gelbe Tonne packe, werden die auch recycled. Und selbst im Hausmüll werden sie wenigstens sauber in der MVA mit verbrannt und die müssen sich keinen verseuchten Müll aus Ost- und Südeuropa importieren um ihre Anlagen auszulasten. Das passiert nämlich, seit in deutschen Hausmüll kaum noch was geschmissen wird was schön brennt. Dafür, dass wir unseren vergleichsweise reinen Müll so schön trennen, wird uns wegen Müllimport für MVAs das Dioxin aus weitaus problematischerem Auslands-Müll um die Nasen geweht. Das finde ich immer relativ bescheuert daran, wenn am deutschen Umweltwesen die Welt genesen soll. Das funktioniert nämlich nicht und wenn andere Länder nicht jeden Mist mitmachen den wir uns hier unter dem Deckmantel des Umweltschutzes auferlegen, dann liegt das auch nicht immer daran, dass alle anderen Schweine sind. Die gehen halt an vieles nicht so ideologisch ran wie wir. Siehe u. a. auch Biosprit, wo ausser Gabriel schon seit Jahren alle wissen, dass der nicht wirklich umweltfeundlich ist.

    So... gedankenlos ist es auf jeden Fall nicht was ich tue. Stecken ja einige Gedanken dahinter. Da gäbe es noch viel mehr, denn das ganze Rumgefahre von dem Pfandzeug ist auch Unsinn. Was an Sprit verheizt und Wasser versaut wird um diese Pullen wieder sauber zu kriegen hat mit Umweltfreundlichkeit auch nicht viel zu tun. Deshalb kam man in dänischen Studien wohl auch schon vor langer Zeit drauf, dass es - unglaublich - unterm Strich immer noch am umweltfreundlichsten wäre leere Pullen und Dosen einfach tief in der Erde zu vergraben.

    Das viele trotzdem mit dieser Pfand-Wegwerf-Praxis ein Problem haben dürften wenn sie sowas von jemandem erzählt bekommen ist mir klar. Ich kann das Unverständnis aus o. g. Gründen aber ganz gut ertragen und stehe dazu. Manchmal fahr ich auch nach Holland oder Belgien und kaufe direkt massenhaft pfandfrei Angesichts des Umfrageergebnisses bin ich aber gerne bereit meine Pfandpullen auf die Straße zu stellen

    PM

  11. #10
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    AW: Die Pfand-Schand'

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Ja okay, wollte da bewusst etwas überzeichnen, hatte aber schon kurze Zeit später ein ungutes Gefühl. Werde die Umfrage überarbeiten. Du kannst ja in der Zwischenzeit per Posting mitteilen, wo du dich wiederfindest!

    Gruß
    musicola
    So, jetzt konnte ich eine Antwort geben, vorher war keine richtige Antwort dabei.
    Mit vorgegebenen wertenden Antworten kann man natürlich jedes Umfrageergebnis stark manipulieren.

    Mit Statisiken kann man alles beweisen. 72 % aller Amerikaner wissen das.
    Nach Homer Simpson.

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