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Discounter LIDL contra Rechtsstaat. Pfui!!!

Erstellt von DeeTee, 04.10.2005, 18:10 Uhr · 59 Antworten · 4.022 Aufrufe

  1. #11
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Ehrlich gesagt reichen mir DeeTees Infos oben nicht für ein Urteil aus.

    Wogegen richtet sich die gerichtliche Verfügung genau?

    Meiner Meinung kann ein Geschäftsmann/Unternehmen Zweigstellen eröffnen und schließen wie er lustig ist. Da kann und darf auch kein Gericht was gegen tun! Wo kämen wir denn auch hin, wenn in der freien Marktwirtschaft einem vorgeschrieben werden kann, ob man eine Filliale aus welchen Gründen auch immer (unrentabel? neue Firmenpolitik? andere Geschäftsstruktur? etc) schließen darf.

    Eine ganz andere Frage ist, was mit den Mitarbeitern der Filliale passiert. Ist diesen gekündigt worden, weil die Filliale geschlossen wird oder weil sie gewerkschaftlich organisiert sind bzw. einen Betriebsrat gegründet haben? Gab es eventuell das Angebot in einer anderen Filliale (Karlsruhe? Pforzheim?) zu arbeiten?

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Na ja, unsere Marktwirtschaft soll nun mal nicht frei sein, sondern sozial.
    Und solange keine Insolvenz o.ä. vorliegt und für die Mitarbeiter ein Kündigungsschutz besteht, wird es wohl zumindest schwierig, einen Laden dicht zu machen. Aber genau weiß ich das auch nicht.

  4. #13
    Benutzerbild von J.B.

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    Man muss dazu sagen, dass in Sichtweite der jetzigen Filiale ein niegel-nagel-neues Gebäude errichtet wurde, in das nach Aussage des jetzigen Filialleiters "zu 100000% eine neue Filiale von Lidl einzieht und zwar ohne die jetzige Belegschaft und ohne Betriebsrat".

    So zu sehen, gestern, in einem Beitrag in Südwest 3, die die Geschichte um jene Filiale schon seit einiger Zeit verfolgen.

    Die Probleme für die Angestellten dieser Filiale begannen wohl zu dem Zeitpunkt, als man wagte für höhere Löhne zu streiken.

    Gruß

    J.B.

  5. #14
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    ihkawimsns postete
    Und solange keine Insolvenz o.ä. vorliegt und für die Mitarbeiter ein Kündigungsschutz besteht, wird es wohl zumindest schwierig, einen Laden dicht zu machen. Aber genau weiß ich das auch nicht.
    Vielleicht hab ich mich ein bißchen falsch bzw. mißverständlich ausgedrückt, aber genau das meinte ich.

    Es gibt bestimmte arbeitsrechtliche Regelungen wie bspw. Kündigungsschutz. Solange man sich an diese hält, kann man eben sehr wohl Zweigstellen schließen.

    Deswegen ja auch die Frage, wogegen sich genau die gerichtliche Verfügung richtet.

  6. #15
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    J.B. postete
    Man muss dazu sagen, dass in Sichtweite der jetzigen Filiale ein niegel-nagel-neues Gebäude errichtet wurde, in das nach Aussage des jetzigen Filialleiters "zu 100000% eine neue Filiale von Lidl einzieht und zwar ohne die jetzige Belegschaft und ohne Betriebsrat".
    Und genau das ist eine Information, die mir in DeeTees Beitrag gefehlt hat.

    Unter genau diesen Voraussetzungen ist nämlich eine Kündigung der Mitarbeiter nicht mehr vertretbar. Welchen Grund sollte Lidl dann noch haben? Strategische Überlegungen, Umstrukturierungen oder schlechte Rentabilität der Filiale scheiden dann nämlich als Gründe aus, so daß der einzige Grund wirklich nur sein kann, daß Lidl offenbar unliebsame Angestellte loswerden will....

  7. #16
    Benutzerbild von DeeTee

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    Kinderfresser postete
    J.B. postete
    Man muss dazu sagen, dass in Sichtweite der jetzigen Filiale ein niegel-nagel-neues Gebäude errichtet wurde, in das nach Aussage des jetzigen Filialleiters "zu 100000% eine neue Filiale von Lidl einzieht und zwar ohne die jetzige Belegschaft und ohne Betriebsrat".
    Und genau das ist eine Information, die mir in DeeTees Beitrag gefehlt hat.
    OK, mein Fehler Mir war es bekannt, aber ich habe es nicht hingeschrieben, aber mit ein bißchen Rechercheaufwand kann sich jeder selbst informieren. Sehr wenig Aufwand eigentlich ... Beispiel:

    1. Gehe zu www.paperball.de !
    2. Gib im Suchfeld "Lidl" und "Calw" ein!
    3. Lies die im Ergebnis verlinkten Beiträge!

    Paperball ist meines Erachtens ziemlich zuverlässig, was die Suchergebnisse angeht. Insofern ist interessant, wer alles NICHT über die Ereignisse berichtet.

    Im übrigen ist mir schon klar, dass auch in anderen Supermarktketten mit harten Bandagen gekämpft wird. Nichtsdestotrotz ist der offene Rechtsbruch in diesem Fall schon ziemlich heftig. Und damit das nicht zum Vorbild für andere wird, halte ich den Boykottaufruf für sinnvoll.

    DeeTee

  8. #17
    Benutzerbild von J.B.

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    @ DeeTee

    Sehe ich genauso!

    Ich habe die Informationen auch nur per Zufall im Südwest-Fernsehen gesehen und war überrascht noch am selben Tag ein Thread dazu hier im Forum zu finden.

    Es wurden Interviews mit den Mitarbeitern von gestern gezeigt, auch welche mit Kunden, die vor verschlossenem Laden standen.

    Sogar die Lidl-Chefs kamen gegen später vorbei und haben sich von einem ver.di-Vertreter einen Gerichtsbeschluss überreichen lassen müssen.

    Ich kenne solche Vorgehensweisen von Firmen aus eigener Erfahrung (--> anderes Franchise-Unternehmen) und mich wundert es schon etwas erst jetzt solche Proteste die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden zu sehen.

    Viele Firmen in diesem Sektor geben sich was ihren Umgang mit den Mitarbeiter, vor allem unliebsamen, weil engagiert und für ihre Rechte kämpfend, nicht viel. Leider!

    Ich hoffe ehrlich auf eine Kettenreaktion oder zumindest einen Hallo-Wach-Effekt!.

    Gruß

    J.B.

  9. #18
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    J.B. postete
    Man muss dazu sagen, dass in Sichtweite der jetzigen Filiale ein niegel-nagel-neues Gebäude errichtet wurde, in das nach Aussage des jetzigen Filialleiters "zu 100000% eine neue Filiale von Lidl einzieht und zwar ohne die jetzige Belegschaft und ohne Betriebsrat".
    Ja was denn nun? Im Netz steht, dass die Stadt über das Grundstück verhandelt, auch mit Interessensvertretern von Lidl und die Verhandlungen unterbrochen wurden.
    Der laden wäre früher oder später eh geschlossen worden, wegen Bauauflagen und die Belegschaft auf andere Zweigstellen verteilt. Daher es wird niemand entlassen, da Betriebsratsmitglieder einem besonderen Kündigungsschutz unterliegen. Man splittet die Gruppe was zwar nicht die feine Art ist, aber Lidl wieder einen Zeitgewinn bringt.
    Bei einem Boykott sind die kleinen Filialen die Verlierer, die dann eventuell wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden. Wo ist da der Gewinn?
    Nochmals, die Gerichte müssen entscheiden und die Politik sollte endlich Gesetze verabschieden die solche Zustände nicht zulassen wo Arbeitnehmer wie Freiwild behandelt werden können. Großunternehmen werden schon genug gefördert und betätschelt.

  10. #19
    Benutzerbild von J.B.

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    @ FGTH

    Meinen Informationen (denen aus der Sendung) nach würde keiner der dort Angestellten einen neuen Job bekommen. Auch nicht in anderen Filialen.

    Vielleicht sind die Verhandlungen bzgl. des Gebäudes ja eingestellt worden, gerade weil jetzt rauskam hat, dass auch mit LIDL verhandelt wurde und diese neue Filiale ohne die Mitarbeiter der jetztigen Filiale besetzt werden sollte!?!?

    Und was für einen Sinn würde es machen, die jetzigen Mitarbeiter umzuverteilen, wenn die neue Filiale praktisch bezugsfertig ist, die Leute also quasi nur über die Straße gehen müssten um am neuen Arbeitsplatz zu stehen?

    Gruß

    J.B.

  11. #20
    Benutzerbild von DeeTee

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    Spiegel-Online vom 05.10.2005, 15.35 Uhr:

    Gericht verbietet Schließung der Lidl-Filiale

    Im Streit um die Schließung der Lidl-Filiale in Calw hat der Betriebsrat einen neuen Etappensieg errungen. Dem Discounter droht jetzt eine Ordnungsstrafe.

    Stuttgart/Calw - Das Arbeitsgericht Pforzheim hat Lidl erneut untersagt, den Calwer Discounter zuzumachen, bevor ein Interessenausgleich mit der Belegschaft ausgehandelt ist. Bei Zuwiderhandlung gegen den Beschluss drohe Lidl ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro, sagte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Willi Hagel. Ein Lidl-Sprecherin lehnte jede Auskunft zu dem Gerichtsentscheid ab.

    Die Geschäftsleitung habe heute Morgen die Belegschaft aufgefordert, die Filiale wieder in einen "verkaufsbereiten Zustand" zu versetzen, berichtet Hagel. Die Mitarbeiter hätten deshalb inzwischen die verdorbene Ware aus den Regalen und Auslagen geräumt und erwarte nun, dass morgen neue Ware bestellt werde.

    Lidl hatte die Filiale am 30. September trotz eines gegenteiligen Gerichtsbeschlusses geschlossen. Ver.di wirft der Geschäftsleitung vor, damit den Betriebsrat der Niederlassung abstrafen zu wollen. Nach Ver.di-Angaben gibt es bisher nur in acht der 2600 deutschen Lidl-Märkte Betriebsräte, weil das Unternehmen die Wahl von Arbeitnehmervertretern systematisch behindere.
    Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,378146,00.html

    In der Berichterstattung der wirtschaftsnahen Presse taucht der Vorgang immer noch nicht auf.

    DeeTee

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