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Eklat im sächsischen Landtag

Erstellt von ihkawimsns, 22.01.2005, 22:39 Uhr · 33 Antworten · 2.037 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Der eine oder andere hat es vielleicht mitbekommen: Im sächsischen Landtag fand am Freitag eine Schweigeminute für die Opfer von Nationalsozialismus und Bombardierungen statt. Die NPD-Abgeordneten nahmen daran nicht teil, weil sie an keiner Gedenkveranstaltung für die Holocaust-Opfer teilnehmen wollten, sondern nur an einer für deutsche Opfer. Während der anschließenden Debatte bezeichneten zwei Redner die Angriffe als "Bomben-Holocaust". Daraufhin verließen die übrigen Abgeordneten empört den Saal.

    Mittlerweile hat man sich vor allem auf die Äußerung vom "Bomben-Holocaust" eingeschossen. Das kann ich, ehrlich gesagt, nicht ganz nachvollziehen.

    Tatsache ist, dass es gezielte Angriffe auf deutsche Städte gab. Tatsache ist, dass diese zumeist zivile Ziele trafen und keine militärischen. Tatsache ist, dass dadurch Hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Tatsache ist auch, dass dies den alliierten Befehlshabern bewusst war. Ob es nun legitim ist, dies als "Holocaust" zu bezeichnen, mag jeder für sich selbst entscheiden. Aber das Ausmaß der Empörung speziell über diesen einen Begriff, der ja doch nur illustrieren will, dass diese Tötungen systematischer Natur waren, lässt in mir den Verdacht aufkommen, dass viele etablierte Politiker alliierte Kriegsverbrechen, die es zweifelsohne gegeben hat, gar nicht (mehr) wahrnehmen wollen und den Standpunkt vertreten, diese hätten irgendeine Rechtfertigung. Und das finde ich nicht in Ordnung.

    Mich stören eher zwei andere Standpunkte der Nazis:

    1. Wenn sich die Diskussion um Verbrechen dreht, die von Deutschen begangen wurden, werden diese entweder komplett geleugnet ("Auschwitz hat es nie gegeben!") oder heruntergespielt ("Wo gehobelt wird, fallen Späne" / "Es gab viel weniger Opfer, als angenommen wird"). Einige "Experten" rechtfertigen den Judenmord sogar noch mit dem Argument, dass nur so eine deutsche Herrschaft stabilisiert werden konnte und argumentieren mit natürlicher Auslese. Dieses chronische Nicht-Wahr-Haben-Wollen erinnert an Kindergartenkinder, denen man das Lieblingsspielzeug wegnimmt und die daraufhin wütend mit den Fäusten auf den Boden einschlagen. Ganz abgesehen davon, dass wirkliche Aufarbeitung nur dann stattfinden kann, wenn beide Seiten die Fehler der Vergangenheit eingestehen. Hierbei könnten die nationalen Gruppierungen viele Ausländer (z.B. in Großbritannien), die noch heute jahrzehntealte Vorurteile vertreten, sogar überholen, wenn man die eigenen Verbrechen nur einmal eingestünde und mit diesem Standpunkt offensiv auf das Ausland zugänge. Aber nein, stattdessen verrennt man sich in argumentativen Sackgassen. Ich kritisiere hierbei praktisch das selbe Verhalten wie das obiger Politiker: Ständig wird versucht, die begangenen Taten gegeneinander aufzurechnen und daraus irgendwelche Vorrechte abzuleiten, anstatt einmal endgültig zu sagen: "JEDES Opfer war eines zuviel!" und damit die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen - sie hätte es wahrlich verdient.

    2. Das Auffälligste überhaupt: Nazis sind scheinbar unfähig, über irgend etwas anderes als über die Verbrechen zu diskutieren, die am deutschen Volk begangen wurden. Sie leiern einen mit dem Thema zu wie eine defekte Schallplatte. Ich war eine Zeit lang in einem Politik-Forum aktiv, wo auch mehrere solcher "Fachkräfte" gepostet haben. Selbst, als etliche andere Nutzer, darunter ich, diesen klar mitteilten, dass ihre Beiträge, die immer auf das selbe Thema hinaus liefen, einem einfach nur noch auf den Geist gingen, zeigten sie sich in keinster Weise lernfähig und machten munter weiter damit, ihre geistige Grütze in Worte zu kleiden. An dieser Stelle zeigt sich gewöhnlich ganz unverblümt die wahre geistige Armseligkeit der Braunen. Wie es Volker Pispers mal formulierte: "Die einen sind kahl auf dem Kopf, die anderen kahl im Kopf." Und es gibt mit Sicherheit Zeitgenossen, auf die beides zutrifft.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Chemnitzer

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    Ich finde es ein Verbrechen am dt. Volk, daß solche Parteien überhaupt zugelassen werden bzw. erlaubt sind!
    Für mich haben die sowieso alle einen an der Waffel!

    Chemnitzer

  4. #3
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Daß die alliierten Bombenangriffe auch gegen zivilie Einrichtungen und Wohngebiete gerichtet waren stimmt schon. (Kritisch könnte man noch ergänzen, daß - da ja v. a. die Großstädte angegriffen wurden - überproportional jene Bevölkerungsgruppen betroffen waren, die ´32/´33 nicht für die Nazis gestimmt hatten.)

    Der Vergleich mit dem Holocaust ist jedoch insofern abzulehnen, als er die Einzigartigkeit des Holocausts übersieht, die nämlich mit dem Motiv der Täter zusammenhängt:

    Die Bombenangriffe der Alliierten hatten ein Kalkül, ein macht-rationales Motiv zugrunde liegen, nämlich den Krieg zu gewinnen (Kriegsmüdigkeit, Chaos und Ressourcenbindung an der "Heimatfront" sollten zum Kollaps des Systems führen, so der Plan). Dies kann man als zynisch und skrupellos betrachten (wobei man sich auch da noch mal dran erinnern sollte, daß Deutschland den Krieg begonnen hatte und daß die anfänglichen Sieges-, also: Eroberungsmeldungen von den Fronten bei den meisten Deutschen sehr gut angekommen waren!); in jedem Fall aber war es ein machtrationales Inkaufnehmen von unzähligen Todesopfern, also in der Geschichte nichts ungewöhnliches.

    Der Judenmord aber hatte nichts mit Krieg und auch nichts mit der Ausschaltung politischer Gegner zu tun (viele der ermorderten "Juden" hatten selber sich ursprünglich als deutsche Patrioten verstanden, mitunter durchaus auch als Rechte!), sondern nur mit einer fixen Idee, einem "rassenbiologisch" begründeten Ausrottungsziel. Und ein solcher Massenmord aus schierem Wahn heraus (und zugleich nüchtern-bürokratisch im Ablauf) ist nunmal historisch singulär.

  5. #4
    Benutzerbild von Mikesch1

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    Chemnitzer postete
    Ich finde es ein Verbrechen am dt. Volk, daß solche Parteien überhaupt zugelassen werden bzw. erlaubt sind!
    Für mich haben die sowieso alle einen an der Waffel!

    Chemnitzer
    du wirst doch dem Verfasungschutz nicht die paar Landtagsmandate neiden
    Wie war das doch noch mal gleich mit dem versuchten Verbot der NPD

    Mir stellt sich bei der Diskussion immer folgende Frage: Seit 42 wussten die Allierten, was mit den Juden passiert und kurioserweise hat man nicht eine einzige Bombe zur Zerstörung der KZs, der Anfahrtswege etc. eingesetzt, zynischerweise waren die KZs und ihr Infrastruktur die bombensichersten Gebiete des Reiches. Im übrigen haben Alliierte Firmen einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass dies mit deutscher Gründlichkeit und Präzision überhaupt erst industriemässig möglich war. Deshalb ist diese Diskussion doch teilweise mehr als scheinheilig, in meinen Augen. Was moralisch gerechtfertigt ist, definiert nun mal eben der Sieger

    Mikesch1

  6. #5
    Benutzerbild von PostMortem

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    Chemnitzer postete
    Ich finde es ein Verbrechen am dt. Volk, daß solche Parteien überhaupt zugelassen werden bzw. erlaubt sind!
    Für mich haben die sowieso alle einen an der Waffel!

    Chemnitzer
    Das Verbrechen am deutschen Volk sind genau solche Verbote. Sie haben einen vernünftigen Umgang mit dem Thema teilweise unmöglich gemacht. Alles was einem jungen Deutschen heute die Möglichkeit geben würde, den Wahnsinn um Nazi-Deutschland selbstständig zu begreifen ist verboten. Ich behaupte: Ein junger Erwachsener der vom Intellekt überhaupt weit genug gediehen ist um ein Interesse daran zu entwickeln "Mein Kampf" zu lesen, würde spätestens nach 20-30 Seiten angewidert aber auch gelangweilt von dem dort wenig eloquent geschilderten Schwachsinn jegliche Faszination verlieren, die das Thema "Nazi-Deutschland" mit fortschreitendem Abstand zu den Geschehnissen immer mehr umgibt. So aber wird durch das Verbot ungefilterter Informationen vieles erst glorifiziert und mystifiziert. Um diese 12 Jahre deutscher Geschichte wird ein geheimnisvolles, verführerisches Korsett gesponnen. Hitler wird durch die vorgekauten Erklärungsversuche bezgl. seiner Machtergreifung erst zur charismatischen Person hochstilisiert. Die zahlreichen Versuche von Guido Knopp & Co. ihren Zuschauern die Nazi-Greuel begreifbar zu machen in allen Ehren, aber sie verfehlen meistens ihr Ziel. Die täglich im deutschen TV laufenden, vorgekauten und in ihren Bildern letztlich zu seicht und zu glatt komponierten Dokus stumpfen, ja stoßen in ihrer Masse teilweise nur noch ab.

    Im sächsischen Landtag sitzen ein paar Pappnasen, die genau das ausnutzen. Ihre Wähler sind Protestwähler und desillusionierte Arbeitslose, deren Sehnsucht nach einem starken Deutschland lediglich die Sehnsucht nach einem Deutschland mit einem Arbeitsplatz für sie ist. Sie suchen Schuldige und wenn man einen möglichst schwachen Blitzableiter in seiner Umgebung sucht, dann wird man auch welche finden, vornehmlich trifft es dann die Ausländer. Und trotzdem: Der typische NPD-Wähler wäre vermutlich genauso wenig an neuen deutschen Großmachtsträumen interessiert, wie der Wähler der Grünen. Er ist nur weitaus hilfloser, enttäuschter und desillusionierter in seinem kleinen Leben, das in weitaus weniger blühenden Landschaften stattfindet als irgendwann mal von irgend so einem dicken Wessi-Bonsen versprochen.

    Letztendlich trägt daran nicht die sächsische NPD die Schuld, sondern die etablierte politische Kaste, die sich seit Jahrzehnten nur noch um ihre eigenen Posten kümmert, unangenehmen politischen Weichenstellungen aus dem Weg geht und somit für die Wählbarkeit von Protestparteien mehr getan hat, als alle extremen Parteien zusammen.

    Das diese Leute heute ohne jegliche politische Kompetenz, ohne Programm und ohne jegliche plausiblen Konzepte bei voller Abgeordnetenversorgung dort sitzen und die rechtspopulistischen Hampelmannaktionen vollführen können, die man in ihren Augen eben von ihnen erwartet (mal ganz nüchtern betrachtet ist das Verhalten der NPD im sächsichen Landtag doch eine Persiflage auf eine recht5extreme Partei), ist eine reine Folge der Politik SPD- und CDU-geführter Bundes- und Landesregierungen der letzten 15 Jahre.

    Wenn die Vertreter der Volksparteien also heute, einer lauter als der andere, einen Schulterschluss der demokratischen Parteien gegen die NPD fordern, kommt der mindestens 15 Jahre zu spät. Es bringt nichts aus dem Landtag zu verschwinden, wenn die NPD dort ihre Neonazi-Folklore abspult.
    Da hilft nur eine vernünftige Politik, eine mutige, langfristig orientierte, berechenbare Reformpolitik die nicht sprunghaft alle 2-4 Jahre ausschließlich Kürzungen im Gesundheitssystem und den anderen Sozialversicherungen beinhaltet und die den Wählern die Wahrheit sagt und ihnen nicht zum Zweck der eigenen Wiederwahl die Taschen volllügt.

    Wenn CDU, CSU, SPD & Co, Zentralrat der Juden in Deutschland und andere diesen von der NPD gespielten Ball derart aufnehmen und ihn mit einem derartigen Aufschrei würdigen, hat die NPD jedenfalls geschafft wofür sie angetreten ist (viel Rauch um nichts machen...). Die NPD und ihre Gedankengut war schon immer in diesem Land, durch die verfehlte Politik anderer hat sie nun eine Bühne. Dort sollte man sie stehen und vergammeln lassen. Das Verhalten der NPD zum Anlass zu nehmen, den Eindruck zu erwecken, Deutschland sei heute wieder ein durch und durch antisemitisches Land mit einer neuen, subtilen typisch europäischen Art des Antisemtiusmus, ist kontraproduktiv. Und im übrigen könnte man selbst von Israel aus durchaus dabei helfen, diesem Thema nicht ständig neue Nahrung zu geben. Was hat denn ein arbeitsloser Sachse noch als restlichen Funken Stolz? Welchen Nerv kann man bei seinem Restvermögen an Stolz noch treffen? Er ist Deutsch und er spricht deutsch. Wenn ein deutscher Bundespräsident in Israel bei der Ansprache der israelischen Volksvertretung kein Deutsch sprechen dürfen soll, ist das nicht gerade hilfreich um einem deutschsprechenden sächsischen Arbeitslosen zu erklären, dass es Blödsinn ist, wenn die NPD ihm erzählt, dass das "Weltjudentum" ihm ans Leder will.

    Die Volksparteien sollten sich mehr um eine eigene vernünftige Politik kümmern und Verbände & Co. sollten weniger Alarm auf der politischen Bühne und mehr pragmatische Basisarbeit machen (noch gibts Menschen die aus eigener Erfahrung berichten können wie es damals war. Bringt sie mit den leichtsinnigen Leuten zusammen, die aus Protest irgendwelche Rattenfänger wählen!).

    Das wirkt allemal besser als irgendwelche Verbote, die die Dinge erst interessant und im Falle von extremen Organisation oft unkontrollierbar machen.

    PM

  7. #6
    Benutzerbild von frasier

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    PostMortem postete

    Die Volksparteien sollten sich mehr um eine eigene vernünftige Politik kümmern und Verbände & Co. sollten weniger Alarm auf der politischen Bühne und mehr pragmatische Basisarbeit machen (noch gibts Menschen die aus eigener Erfahrung berichten können wie es damals war. Bringt sie mit den leichtsinnigen Leuten zusammen, die aus Protest irgendwelche Rattenfänger wählen!).

    Das wirkt allemal besser als irgendwelche Verbote, die die Dinge erst interessant und im Falle von extremen Organisation oft unkontrollierbar machen.

    PM
    Der Grundsatz, das Verbote Dinge erst interessant machen ist sicher richtig,
    aber wenn man diese extremen Gruppen nicht verbietet, dann könnte man ja gleich alles erlauben.

    Kann man denn noch undemokratischer, antisemitischer und nationalistischer sein?

    Du setzt darauf, dass diese Leute einsichtig würden, wenn man ihnen die Auswirkungen demonstriert. Das wird für einen Teil auch stimmen, aber vielen fehlt dafür der nötige IQ.

    Bestimmten Entwicklungen muss man einen Riegel vorschieben. Was gewinnt den die Gesellschaft dadurch, dass solche Vereine im Landtag oder gar Bundestag sitzen?

    Jeder normaldenkende Mensch ist gegen den Einzug solcher Elemente in Parlamente. Und wenn ausgerechnet das Verfassungsgericht das ermöglicht muss eben die Verfassung genauer formuliert werden.

    Was wir im Moment haben ist übertriebener Liberalismus. Die Freiheit des einzelnen hat nun mal ihre Grenzen an der Freiheit der Gesamtheit.

    Wären solche Gruppen veboten, würden sie weiter bestehen und im Hintergund ihre Fäden ziehen. Und sie wären auch schwer zu kontrollieren.
    Aber im Moment haben sie doch viel größere Freiheiten, oder? Und sie richten im Moment viel größeren Schaden (Jugend, Image)an.

  8. #7
    Benutzerbild von Expo2000

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    frasier postete

    Bestimmten Entwicklungen muss man einen Riegel vorschieben. Was gewinnt den die Gesellschaft dadurch, dass solche Vereine im Landtag oder gar Bundestag sitzen?

    Was wir im Moment haben ist übertriebener Liberalismus. Die Freiheit des einzelnen hat nun mal ihre Grenzen an der Freiheit der Gesamtheit.
    Das stimmt. Über den Eklat im sächsischen Landtag ist sogar im englischen TV berichtet worden. Zwar nicht ganz so groß, wie über Prinz Harrys Entgleisung mit der NS-Uniform auf einer Privatparty, aber immerhin es wurde darüber berichtet. Und so etwas prägt das Deutschlandbild im Ausland.

    Dieser übertriebene Liebralismus führt doch nur dazu, dass mittlerweile Einzelinteressen mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Interessen der Allgemeinheit. Meine Meinung.

  9. #8
    Benutzerbild von bubu

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    Wusstet ihr, dass ein Parlamentarier, der den Hitlergruß in einem deutschen Parlament ausführen würde, sich nicht strafbar machte? Auf der Straße oder sonstwo wäre der Hitlergruß aber nach wie vor strafbar.

    Verrückt, oder?

    Lest mal hier:
    http://www.stern.de/politik/deutschl...nv=cp_L1_rt_al

  10. #9
    Benutzerbild von Babooshka

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    Ich bin voll und ganz Frasiers Meinung. Wie Expo2000 richtig erwähnte, sowas prägt das Deutschland- und Deutschen-Bild im Ausland und ich hab's dicke bis obenhin, bei fast jeder Auslandsreise außerhalb Europas auf Hitler angesprochen oder gar mit "Heil Hitler" begrüßt zu werden. Kein anderes Land wird so sehr mit seiner unrühmlichen Vergangenheit in Verbindung gebracht wie Deutschland und in vielen Ländern herrscht ja heute noch der Gedanke, wir Deutschen hätten von Natur aus ein Nazi-Gen. Die Tatsache, dass es die NPD gibt, sie nicht verboten ist und sogar mancherorts im Parlament vertreten ist, schürt solche Gedanken nur noch.

    Ich fand's schon schlimm genug, als damals in Bayern die Republikaner an Stimmen gewannen. Diese kamen fast ausschließlich von Leuten mit geringem IQ, die der festen Überzeugung waren, die bösen Ausländer würden ihnen die Arbeitsplätze wegschnappen. Gut, Die Reps sind so ziemlich weg vom Fenster, dafür sind jetzt die NPDler da. Vom Regen mit Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße.

  11. #10
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Hm ... ich denke: Wenn wir hier in Deutschland Meinungsfreiheit haben, dann müssen wir (wohl oder übel) alle Meinungen gelten lassen.

    Sowas ist der Nachteil einer Demokratie.

    Nicht die NPD sollte verboten werden ... sondern die Aufklärung sollte verbessert werden.

    Raabi war ja schon öfter in Israel (wie einige wissen werden) und hat mir erzählt, daß die Juden in Isreal anders damit umgehen. Den Leuten dort, in unserer Altersklasse, kommt es schon zu den Ohren wieder raus, ständig "bedauert" oder auf das 3. Reich angesprochen zu werden. Die wollen das gar nicht mehr hören.

    Die Leute, die ewig den Zeigefinger heben und "Aber..." rufen sind einige wenige.

    Deutschland bewältigt seine Vergangenheit nicht ... es schwelgt in Selbstvorwürfen.

    Klar darf sowas nicht noch mal passieren, aber wie gesagt: Die Aufklärung muss besser werden, und das erreiche ich nicht mit "Es war einmal..." sondern mit "es wird nie wieder ...".

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