Seite 2 von 6 ErsteErste 123456 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 11 bis 20 von 53

ER sagt SIE sagt....

Erstellt von PostMortem, 13.12.2005, 22:28 Uhr · 52 Antworten · 4.790 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Veja

    Registriert seit
    13.10.2001
    Beiträge
    1.660
    @ Sonny

    Ich denke auch, daß eine Partnerschaft nur funktionieren kann, wenn es sich um 2 gleichstarke Partner handelt. In einer Partnerschaft, in der sich die Frau auf der einen Seite nur ausnutzen lässt und auf der anderen Seite der Mann völlig unselbständig ist und sich von vorne bis hinten bedienen lässt kann wohl keiner glücklich werden. Die Frau ist schon während der Partnerschaft total unglücklich, schafft es aber meist nicht aus den Strukturen (in die sie selbst meist auch involviert ist) auszubrechen. Schafft sie es aber doch und trennt sich, wird wahrscheinlich der Mann in ein tiefes Loch fallen, weil sie sich so plötzlich und völlig unerwartet von ihm trennt und er nun irgendwie alleine klar kommen muß. Somit sind diese Strukturen meistens für beide Geschlechter von Nachteil.

    Wirklich funktionieren kann es nur, wenn wirklich beide aktiv an der Beziehung teilhaben, und daß auch der Mann Teile von Hausarbeit und auf die Kinder aufpassen übernimmt und sich nicht auf das fadenscheinige Argument zurückzieht "aber ich muß doch viel Geld verdienen, das mache ich doch nur für meine Frau und die Kinder, damit sie glücklich sind"... Aber wirklich glücklich können sie wohl kaum sein, wenn sie einen Vater haben, der mehr mit seiner Arbeit als alles anderem beschäftigt ist und selbst an Wochenenden noch zu "überaus wichtigen Geschäftstreffen" muß.

    Für Frauen kommt noch das Problem dazu, daß, wenn sie es in der Gesellschaft zu einer höheren Position bringen wollen, letztendlich denken und handeln müssen wir Männer. Bestes Beispiel ist Frau Merkel, die ja letztendlich auch nur Politik für Männer macht.

  2.  
    Anzeige
  3. #12
    Benutzerbild von musicola

    Registriert seit
    07.02.2002
    Beiträge
    13.850
    Petra67 postete
    Vonkeil postete
    ogott ogott da krieg ich allein vom lesen schon durchfall.
    muss ja eine schreckliche sendung sein.
    ich sag's ja - fernsehen macht dumm!!
    ich hab den schritt jetzt endlich gemacht und die kacke abgemeldet zum 1.1. - wer braucht das schon wenn es mittlerweile sogar die "drei damen vom grill" auf DVD gibt?!
    so kann man sich wenigstens aussuchen, was man gucken möchte und läuft nicht gefahr, so wie ich, alle fünf bis zehn minuten von der couch springen zu wollen um irgendeiner fernsehmachenden pünze imaginär den hals umzudrehen.
    Ist es dann nicht so, dass Du trotzdem weiterhin GEZ Gebühren zahlen muss, weil Du ja theoretisch noch über Antenne gucken könntest?
    Vielleicht geht es Vonkeil ja weniger um die GEZ- als um die Kabelfernseh-Gebühr?

    Gruß

    musicola

  4. #13
    Benutzerbild von Vonkeil

    Registriert seit
    02.05.2003
    Beiträge
    676
    musicola postete
    Petra67 postete
    Ist es dann nicht so, dass Du trotzdem weiterhin GEZ Gebühren zahlen muss, weil Du ja theoretisch noch über Antenne gucken könntest?
    Vielleicht geht es Vonkeil ja weniger um die GEZ- als um die Kabelfernseh-Gebühr?

    Gruß

    musicola
    ja, das ist richtig.
    das kabelfernsehen hab ich gekündigt zum januar.
    bezüglich GEZ: mein mitbewohner macht gerade sein abi nach und kann sich daher von GEZ befreien lassen. die anträge laufen da gerade. ich bin der meinung, dass das dann für mich als "mit im haushalt lebende" person auch gültig ist.
    und egal ob so oder so - ich guck die scheisse nicht, also seh ich auch nicht ein dafür bezahlen zu müssen!!!!

  5. #14
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
    28.12.2004
    Beiträge
    1.997
    Veja postete
    @ Sonny

    Ich denke auch, daß eine Partnerschaft nur funktionieren kann, wenn es sich um 2 gleichstarke Partner handelt. In einer Partnerschaft, in der sich die Frau auf der einen Seite nur ausnutzen lässt und auf der anderen Seite der Mann völlig unselbständig ist und sich von vorne bis hinten bedienen lässt kann wohl keiner glücklich werden. Die Frau ist schon während der Partnerschaft total unglücklich, schafft es aber meist nicht aus den Strukturen (in die sie selbst meist auch involviert ist) auszubrechen. Schafft sie es aber doch und trennt sich, wird wahrscheinlich der Mann in ein tiefes Loch fallen, weil sie sich so plötzlich und völlig unerwartet von ihm trennt und er nun irgendwie alleine klar kommen muß. Somit sind diese Strukturen meistens für beide Geschlechter von Nachteil.

    Wirklich funktionieren kann es nur, wenn wirklich beide aktiv an der Beziehung teilhaben, und daß auch der Mann Teile von Hausarbeit und auf die Kinder aufpassen übernimmt und sich nicht auf das fadenscheinige Argument zurückzieht "aber ich muß doch viel Geld verdienen, das mache ich doch nur für meine Frau und die Kinder, damit sie glücklich sind"... Aber wirklich glücklich können sie wohl kaum sein, wenn sie einen Vater haben, der mehr mit seiner Arbeit als alles anderem beschäftigt ist und selbst an Wochenenden noch zu "überaus wichtigen Geschäftstreffen" muß.
    Klar sagst Du, dass eine Partnerschaft nur mit zwei starken Partnern funktioniert. Das ist sogar den Worten nach richtig, aber Du meinst es natürlich in Wahrheit völlig anders. Schließlich sind für Dich ja nur Frauen stark und Männer fehlerbehaftete, schwache Partner die sich lediglich als große Macker aufspielen, um die überlegenen Frauen unten zu halten. Es ist dann natürlich nur folgerichtig, dass es Dich nicht zu den schwachen, bösen Männern zieht und Dir für ungleiche Partnerschaften ausgerechnet nur schwache Männerparts einfallen.

    Womit Du stets loslegst, ist in etwa so das böse Männerbild, dass in solchen Sendungen immer beklagt wird. Natürlich garniert mit Vorwürfen, dass Männer sich nicht selbst anziehen können, keinen Geschmack haben, den ganzen Tag Fußball gucken wollen, viel Bier trinken, im Schritt riechen weil sie sich selten waschen und nur eine Unterhose pro Monat tragen, die wegen jedem Husten sofort wehleidig zum Sterben ins Bett gehen und die sich nicht benehmen und schon gar nicht ausdrücken können, blablablablubb. Gequirlte, von Neo-Feministinnen Deines Kalibers genüsslich inszenierte Scheisse (sorry!), um sich an den bösen, bösen Männern, die selbst für die typischen weiblichen Unzulänglichkeiten noch verantwortlich gemacht werden, wenigstens ein bisschen zu rächen. In Wahrheit ist das die Zementierung von Strukturen durch Herbeireden und "in Schablonen pressen".

    Die Frauen hingegen werden immer als geschmackvolle, eloquente und intelligente Wesen dargestellt, deren zur Schau gestellte Zickigkeit am besten noch als zwangsläufige Reaktion eines zarten, sensiblen empfindungsfähigen Wesens auf männlichen Grobmotoriker und - hirne verklärt wird. Am besten gefallen sie sich in der Rolle, wie sie die unmöglichen Männer, mit ihren unmöglichen Eigenschaften den ganzen Tag und ein ganzes Leben über generös Dank ihrer überlegenen Fähigkeiten ertragen.

    Das nervt!

    Setz 10 Frauen in ein Büro, gib ihnen einen Chef (da ist es egal ob männlich oder weiblich, das beeinflusst dann höchstens noch die Richtung in die sich alles Übel entwickelt) überlass sie ohne einen Mann sich selbst (was nicht heisst, dass der Mann die Frauen sonst zur Vernunft anhalten würde, aber durch sein Fehlen sind die Frauen schlichtweg unter sich und unterliegen nur ihren eigenen charakterlichen Vorteile und Schwächen) und Du wirst in wenigstens 8 von 10 Fällen den größten Zickenkrieg aller Zeiten heraufbeschwören. Unter Männern ist so etwas sehr selten. Aber Schuld daran, dass Frauen sich im Job am liebsten gegenseitig das Leben schwer machen, haben natürlich nur Männer und Frauen sind grundsätzlich sozial kompetenter und sowieso sehr friedliebende Wesen...... Quark!

    Frauen wie Du, brandmarken Männer unter Verleugnung ihrer eigenen Schwächen gerne mit kernigen Begriffen, ohne auch nur mal einen Funken Aufwand in die eigenen Unzulänglichkeiten zu stecken. Es wäre ja auch ein Ding damit aufzuhören, als ChefanklägerIN die gesamte böse Männerschaft auf die Anklagebank zu setzen und nach Belieben unter Verschleierung der eigenen Macken und übertrieben positiver Selbstdarstellung an den männlichen Angeklagten herumzukritisieren - so eine richtig geile Anklageschrift muss schon sein und eigene Schwäche gibts schon gar nicht, denn unterm Strich ist man bestimmt besser und das passt dann schon.

    Du brauchst Dich angesichts dessen wirklich nicht wundern, dass Dir keiner abnimmt, dass Du nicht an Männerhass leidest...

    PM

  6. #15
    Benutzerbild von musicola

    Registriert seit
    07.02.2002
    Beiträge
    13.850
    So langsam wird's spannend!


    Nachtrag: Also so männerhassend kam mir Veja in den bisherigen Postings dieses Threads nicht vor...

  7. #16
    Benutzerbild von Veja

    Registriert seit
    13.10.2001
    Beiträge
    1.660
    @ PostMortem

    Leider hast Du gar nicht verstanden, worauf ich hinaus möchte, und wenn Du Dir das erste meiner Postings genau durchgelesen hättest, dann wäre Dir vielleicht auch aufgefallen, daß ich auch geschrieben habe, daß es nicht nur die patriarchalen Männer sind, an denen ich mich störe, sondern genausogut patriarchale Frauen - Mödepüppchen, die sich entweder absichtlich blöd stellen oder vielleicht wirklich nicht sonderlich intelligent sind, aber auch Karrierefrauen, die, um ganz nach oben zu kommen, sich fast gänzlich wie Männer verhalten müssen. Und das Phänomen "Zickenkrieg" ist auch ein typisches Phänomen patriarchaler Weiblichkeit. Ich störe mich sehr an diesen vielfältig gelebten Formen patriarchaler Weiblichkeit. Sehr viele Frauen hinterfragen das System leider nicht im Geringsten, sondern nutzen jede noch so kleine Nische aus, in der sie Platz finden können. Damit tragen sie ihren Teil dazu bei, daß das System bestehen bleibt. Es geht nämlich nicht um die Gegensätze Mann - Frau, sondern es geht um das System Patriarchat, das ich nicht nur für Frauenfeindlich, sondern für menschenfeindlich halte. Es wird den Menschen so schwer wie irgend möglich gemacht, Glück empfinden zu können.

    Die Ecke, in die Du mich mit Deinem Posting stellen möchtest, missfällt mir voll und ganz. Ich wiederhole doch gar nicht die von Dir in den Raum gestellten Klischees des schmuddeligen, faulen und saufenden Mannes! Das habe ich mit keinem Wort erwähnt. Worauf ich hinaus wollte ist, daß im gängigen Beziehungssystem es leider nur selten vorkommt, daß Frau und Mann wirklich glücklich sein können. Die Scheidungsstatistik spricht da Bände, und es wäre irrsinnig, dies einzig und allein darauf zu beziehen, daß die Männer ja alle so böse sind. Darum geht es nicht. Meine Kritik richtet sich gegen die Institution Patriarchat und nicht gegen die Männer. In den letzten noch existierenden Matriarchaten gibt es ja auch Männer (und natürlich auch Frauen), die ganz anders leben, und wirkliches Glück empfinden können. Sie leben nämlich frei von Herrschaftsstrukturen, sowohl in der Gesellschaft als auch in Familie und Beziehung (Stichwort Besuchsehe).

    Und noch einmal ganz deutlich: Meine Kritik geht nicht gegen die Männer, sondern gegen das System Patriarchat: gegen Männer geht es nur insofern, daß dieses System in erster Linie durch Männer eingeführt wurde. Männer UND Frauen halten an diesem System fest, obwohl viele die Unzulänglichkeiten des Systems längst festgestellt haben.

    Zum Glück gibt es inzwischen aber auch viele Frauen und auch Männer, die weiterdenken und nach Möglichkeiten jenseits dieses Systems suchen. Und da bietet sich das Beispiel Matriarchat (und wehe, das übersetzt jetzt jemand mit Frauenherrschaft, damit hat es NICHTS zu tun) geradezu anbietet, in Form einer herrschafts- und gewaltfreien Gesellschaft. Das ist die Richtung, in die ich denke, und nicht in die Richtung mancher Neo-Feministinnen, die nur über Männer herziehen können, aber wenig eigene Denkansätze zur Verbesserung der Lage in petto haben.

    Ich hoffe, daß ich das jetzt endlich klar verständlich machen konnte ( auch den Männern, die aus meiner angeblichen Sicht ja dumm, faul und besoffen sein sollen... ).

  8. #17
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204
    Veja postete
    Und da bietet sich das Beispiel Matriarchat (und wehe, das übersetzt jetzt jemand mit Frauenherrschaft, damit hat es NICHTS zu tun) geradezu anbietet, in Form einer herrschafts- und gewaltfreien Gesellschaft.
    Naja, genauso wird Dir der Papst auch erklären können, daß Patriachat natürlich überhaupt nix mit Männerherrschaft zu tun hat, sondern nur die Form eines harmonischen und wohlbehüteten familiären Zusammenlebens ist.

    Im Ernst heiß Matriachat natürlich wortwörtlich "Regierung/Macht/Herrschaft der Mutter" und in der Ethnologie wird damit verbunden, daß die Mutter dem Haushalt vorsteht, Männer in die Sippe der Frau einheiraten und Stammesführung und Priesterschaft den Frauen vorbehalten sind. Der Hintergrund war, bzw. ist wohl v. a. das den betreffenden Ethnien so erscheinende Mysterium der Geburt, durch welches das weibliche mit schöpfen/lebenspenden assoziiert wird.

    Im modernen Feminismus wird dies wiederaufgegriffen in der Ideologie, daß die Herrschaft der Frau wohl irgendwie natürlicher und demnach auch "eigentlich ja gar keine Herrschaft" wäre. Dementsprechend können sich Feministinnen das Vorkommen unbestreitbar autoritär auftretender Frauen auch nur so erklären, daß die betreffenden Frauen dann wohl "der Männerwelt nacheifern", daß es gar "patriachale Frauen" (!?) sind. Diese offensichtliche Unlogik rührt wohl letztlich von der Neigung her, männlich immer mit böse und weiblich immer mit gut zu assoziieren.

  9. #18
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
    28.12.2004
    Beiträge
    1.997
    Veja postete
    @ PostMortem

    Leider hast Du gar nicht verstanden, worauf ich hinaus möchte
    [...]
    daß es nicht nur die patriarchalen Männer sind, an denen ich mich störe, sondern genausogut patriarchale Frauen - Mödepüppchen, die sich entweder absichtlich blöd stellen oder vielleicht wirklich nicht sonderlich intelligent sind, aber auch Karrierefrauen, die, um ganz nach oben zu kommen, sich fast gänzlich wie Männer verhalten müssen.
    "sich wie Männer verhalten müssen" empfinde ich in diesem skizzierten Ausschnit schlichtweg als diskriminierende Äußerung. Als ob es verwerflich und unzivilisiert wäre wie Männer sich im allgemeinen Verhalten. Diese Ansicht teile ich nicht und ich teile auch die Ansicht nicht, dass die ach so "patriarchalen Männer" in einem gigantischen Umerziehungsprogramm zu Wesen umerzogen werden müssen, neben denen Frau sich dann erst so entfalten kann, wie sie "wirklich" ist. Was das angeht, gibts jawohl nicht viel falsch zu verstehen. Du bist da relativ eindeutig und konsequent in Deiner Einstellung, die sich nun schon durch viele Threads gezogen hat.

    Worauf ich hinaus wollte ist, daß im gängigen Beziehungssystem es leider nur selten vorkommt, daß Frau und Mann wirklich glücklich sein können. Die Scheidungsstatistik spricht da Bände, und es wäre irrsinnig, dies einzig und allein darauf zu beziehen, daß die Männer ja alle so böse sind. Darum geht es nicht. Meine Kritik richtet sich gegen die Institution Patriarchat und nicht gegen die Männer. In den letzten noch existierenden Matriarchaten gibt es ja auch Männer (und natürlich auch Frauen), die ganz anders leben, und wirkliches Glück empfinden können
    Wenn Du gerade die Scheidungsstatistik heranziehst, schlage ich vor, dass Du nicht gleich die ganze Welt, sondern erstmal die Institution der Ehe in Frage stellst. Ich tue das und ich boykottiere sie nicht nur, ich lehne sie ab. Sie ist diskriminierend und sie ersetzt freien Willen und Freiwilligkeit durch Zwänge, mit dem Hinweis darauf, dass alles andere ja nicht Ernst zu nehmende und schon gar nicht zu priviligierende Beliebigkeit darstellt. Das Ergebnis sind Väter die kein Recht haben ihre Kinder zu sehen und Partner die bei schwerer Krankheit oder Tod behandelt werden, als wären sie wildfremde => Ein Treppenwitz, dass Homo5exuelle sich heutzutage zu diesem Zweck eine Lebenspartnerschaft verbriefen lassen können, Hetero5exuelle aber nicht.
    Wie dem auch sei: Grundsätzlich erlebe ich die langjährigen nicht-verheirateten Paare tendeziell und mengenmäßig als die glücklicheren. So ist für mich auch Dein Hinweis auf die Scheidungsrate kein Beleg für Deine Szenarien, sondern vielmehr der "natürliche" Niedergang und Misserfolg eines überkommenen Partnerschafts"knebel"modells, in einer Zeit, die sehr viel auf Freiwilligkeit und Selbstbestimmung setzt. Im Gegenteil ist es ja so, dass die meisten glücklichen Ehen eigentlich nicht nach dem typischen Ehemuster gelebt werden, sondern eher an eine "wilde Ehe" erinnern.

    Zum Glück gibt es inzwischen aber auch viele Frauen und auch Männer, die weiterdenken und nach Möglichkeiten jenseits dieses Systems suchen. Und da bietet sich das Beispiel Matriarchat (und wehe, das übersetzt jetzt jemand mit Frauenherrschaft, damit hat es NICHTS zu tun) geradezu anbietet, in Form einer herrschafts- und gewaltfreien Gesellschaft. Das ist die Richtung, in die ich denke, und nicht in die Richtung mancher Neo-Feministinnen, die nur über Männer herziehen können, aber wenig eigene Denkansätze zur Verbesserung der Lage in petto haben.
    Mag sein.... es gibt auch viele Leute mit Ideen für neue Wirtschaftssysteme usw. usf. Es werden Theorien bleiben, da sich so etwas nicht einfach aufoktruieren lässt, sondern sich gesellschaftlich entwickelt. Wenn Du also matriarchatisch leben magst, ist das doch prima. Dieses Land ist frei genug, um sich ein Umfeld zu suchen und zu schaffen, in dem genug Gleichdenkende mit einem einen entsprechenden Lebenswandel pflegen werden. Vielleicht hat dieses Grüppchen und haben andere Grüppchen Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft indem sie einfach so leben und ihre Ansichten und Erfahrungen werden sich mit der Lebensgestaltung anderer Personengruppen mischen. Wenn man dann in x Jahren zurückblickt wird man merken, wie sich die Gesellschaft diesbezüglich wieder verändert hat - so wie wir es heute merken, wenn wir auf die Menschen von 1900 zurückblicken. Niemand kann aber hinkommen und allen zurufen: "So, ihr müsst jetzt alle SO leben, weil ich finde, dass das besser für Euch ist und wer das nicht macht ist doof!".

    PM

  10. #19
    Benutzerbild von Veja

    Registriert seit
    13.10.2001
    Beiträge
    1.660
    Die Luftgitarre postete

    Im Ernst heiß Matriachat natürlich wortwörtlich "Regierung/Macht/Herrschaft der Mutter"
    Diese Übersetzung ist leider nicht ganz korrekt, denn sie bedeutet vielmehr "Am Anfang die Mütter", eben darum, da das Leben mit der Mutter begann. Biologische Vaterschaft war entweder unbekannt oder nicht wichtig. Umso wichtiger ist die soziale "Vaterrolle", da die Männer der Sippe sich sehr wohl um die Kinder ihrer Schwestern kümmern. Von Frauenherrschaft kann jedenfalls keine Rede sein, da Herrschaft dort nicht existiert. Jede Entscheidung wird von der gesamten Sippe gemeinsam entschieden (ein langwieriger, dafür aber auch gerechter Prozess). Für den Kontakt zu anderen Sippen sind Männer zuständig, die als Botschafter agieren. Diese treffen die Entscheidungen nicht selbst, sondern vermitteln die von der gesamten Sippe getroffenen Entscheidung an andere Sippen. An der Spitze der Sippe steht zumindest symbolisch der König: er ist Vertreter für den Heros der Göttin, ihrem Sohngeliebten. Er genießt zwar große Ehre, hat aber keine Entscheidungsbefugnis.

    Das Heiratsprinzip ist komplett anders als im Matriarchat, nämlich die Besuchsehe: Die Männer besuchen die Frauen (die in der Sippe ihrer Mutter weiterleben) abends, bleiben über Nacht, und kehren morgens wieder in die Sippe ihrer Mutter zurück (die Muttersippe ist für das Leben des matriarchalen Mannes ohnehin von viel größerer Bedeutung als die Beziehung zu der Frau).

    Privatbesitzanhäufungen gibt es in Matriarchaten ebenfalls nicht, da immer der reichste Mensch der Sippe dafür zuständig ist, die Feste zu organisieren, bis er selbst wieder arm ist. Dann übernimmt ein anderes Sippenmitglied diese Rolle, so daß Privatbesitz immer auf alle verteilt ist.

    Dies nur als kleinen Exkurs in die Thematik der Matriarchate, weitergehende Informationen findet man unter www.matriarchat.net oder in den Büchern von Heide Göttner-Abendroth oder Gerda Weiler...

  11. #20
    Benutzerbild von Veja

    Registriert seit
    13.10.2001
    Beiträge
    1.660
    @ PostMortem

    Du hast meine Worte wieder ein bisschen so umformuliert, daß sie in das Bild der Männerhasserin passen. Es geht nicht darum, daß Männer umoktruiert werden, damit sich die Frau entfalten kann. Es geht viel mehr darum, Menschen zu Denkprozessen anzuregen. Alles weitere passiert dann in ihren Köpfen - oder eben auch nicht, wenn sie lieber am "altbekannten" System festhalten wollen.

    Es geht nur um eine Alternative zu einem System, das auf Kriegen, totaler Ausbeutung der Natur und Klassensystemen basiert. Und diese Alternative gab es bereits und gibt es noch heute. Die matriarchale Kultur gab es seit neuerer Forschungen bereits in der ganz frühen Menschheitsgeschichte, entgegen dem Mythos vom ewigen Patriarchat. Ca. 400000 Jahre haben Menschen matriarchal gelebt, in Mitteleuropa bis in die Zeit um 1500 v.Chr., als die Umbrüche einsetzten. Erst in dieser Zeit setzte sich bei uns das Patriarchat durch - nicht, weil die Männer sich unterdrückt fühlten (das fühlen sich die Männer in heutigen Matriarchaten auch nicht), sondern weil sich in großen Teilen die Vegetation geändert hat (in großen Teilen des heutigen Russlands, dem Ursprung des sog. Indoeuropäers), so daß die Menschen ihrer Grundlage - der Landwirtschaft - beraubt waren. Plötzlich ging es, nach vorherigem Überfluß, nur noch um das nackte Überleben. Nur noch die Stärksten überlebten die langen Wanderungen, bis sie schließlich den Mittelmeerraum erreichten, in dem die Menschen noch in Überfluß leben konnten. Durch die monate- bis jahrelangen Wanderungen war die gesellschaftliche Struktur der Menschen aus dem heutigen russischen Raum völlig verändert, sie waren um einen charismatischen Führer organisiert, und die Anwendung von Gewalt zum reinen Überleben war plötzlich ganz natürlich. Die im Mittelmeerraum ansässigen Völker wurden entweder überrannt und besiegt oder sie konnten sich gegen die Angreifer wehren. Die, die sich wehren konnten, mussten ihre innere Gesellschaftsstruktur dabei aber auch verändern, da sie sonst keine Chance gegen die militärisch überlegenen (wenn auch gesellschaftlich völlig unterlegenen) Angreifer hatten.

    In weiten Teilen der Welt existierten Matriarchate weiter, allerdings wurden durch Kolonisierung und Missionarisierung bis heute die meisten (u.a. die Indianer in Nordamerika) entweder ausgerottet oder "umerzogen". Heute gibt es leider nur noch kleine Restmatriarchate.

    So, nach diesem Exkurs komme ich aber noch mal zurück zu meiner Kernaussage - es geht nicht darum, andere Menschen umzuoktruieren, denn alleine dieser Vorgang wäre schon wieder patriarchal, und auf diesem Wege kann es nie zu Einsicht kommen. Es geht nur über den Weg von Denkanstößen, daß das Umdenken zuerst nur bei einigen beginnt, es nach und nach aber (vielleicht) immer mehr werden - oder auch nicht. Der Einwurf, daß Matriarchate nur in kleinen Sippen funktionieren, gilt jedenfalls nicht, denn zur Zeit der matriarchalen Hochkulturen lebte man bereits in Städten.

    Sollte das Patriarchat über längere Zeiträume noch weiter existieren, sehe ich am Ende des Horizonts allerdings das Ende der Menschheit, denn in einem System, in dem Menschen nicht friedlich mit- und nebeneinander leben können und nicht im Einklang mit der Natur leben (und das sieht man täglich an Kriegen, religiösen Konflikten und der Zerstörung und Ausbeutung der Natur), kann es keine sichere Zukunft geben... 400000 Jahre, so lange wie es das Matriarchat gegeben hat, wird das Patriarchat jedenfalls wohl kaum durchhalten, dafür ist in seinen 3500 Jahren schon viel zu viel Negatives geschehen...

    Ich werde jedenfalls versuchen, so weit es innerhalb des Patriarchats möglich ist, zumindest teilweise matriarchal zu leben. Und ich möchte niemanden zwingen, es genauso zu tun, das ist Unsinn, es geht lediglich darum, Alternativen aufzuzeigen.

Seite 2 von 6 ErsteErste 123456 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Matcherrockt sagt Hallo !!!
    Von matcherrockt im Forum VORSTELLUNG / INTRODUCTION
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 14.05.2011, 11:38
  2. John Mellenkamp sagt wie es ist
    Von plattenboss im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 06.04.2009, 09:26
  3. Was sagt ihr zu diesen 2 Maxi Cd´s?
    Von Rotationsplaner im Forum 80er / 80s - SUCHEN / SEARCH
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 29.11.2007, 23:18
  4. *Internationale Futura Finanz AG*, Wem sagt das was?
    Von Guinnes67 im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 29.09.2005, 22:37
  5. Sagt mir was ihr wisst?
    Von Chresänz im Forum 80er / 80s - FERNSEHEN & KINO / TV & CINEMA
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 30.06.2005, 14:27